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Ökologie als Profitmaximierung?

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Green New Deal & Co.

Ähnliche Verknüpfungen von Kapitalismus und Öko-Ideen
Öko-Audit

COGEMA      Pressemitteilung     16/05/2001 (nicht zertifizierte Übersetzung von Markus Pflüger)
Umweltmanagement: La Hague nach ISO 14001 zertifiziert
Die Niederlassung Cogema-La Hague hat die Zertifizierung ISO 14001 für Lagerung, Abfallbehandlung, Wiederaufarbeitung und Konditionierung wiederverwertbarer Materielien und Abfälle erhalten.
Dieses Zertifikat, das durch die AFAQ (Französische Agentur für Qualitätssicherung) ausgestellt wurde bezeugt das Engagement und den wirklichen Willen der Niederlassung Cogema-La Hague die Umweltauswirkungen seiner Aktivitäten zu beherrschen. Ebenso mit den Zertifizierungen ISO 14001 der Niederlassungen von La Hague, Cadarache und Melox, ist die Gesamtheit des Wiederaufarbeitungs- und Recyclingprozesses die heutzutage genutzt wird zertifiziert.
Die Fortschritte der COGEMA-Gruppe im Bereich der Umweltmanagementsysteme wurden seit 1999 durch den Erhalt der Zertifikate die die zahlreichen Aktivitäten der Mineralerforschung der MOX-Brennelementeherstellung konkretisiert. Die COGEMA-Gruppe hat zum Ziel, daß ihre anderen industriellen Aktivitäten vor Ende 2001 ebenfalls zertifiziert werden. Diese Anerkennung durch unabhängige Organisationen belegt die dauerhafte Sorge der Arbeitseinheiten der COGEMA-Gruppe im Bereich des Umweltschutzes.

Die deutschen AKWs Isar 1 und 2 (= Ohu) sind bereits länger mit einem Öko-Audit kosmetisch behandelt ...

Im Original: 4 Beispiele für Greenwash ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Zusammengestellt vom BUND Südlicher Oberrhein
Gerade in der Umweltregion Südlicher Oberrhein häufen sich Greenwash-Versuche. Hier im Dreyeckland liegen wichtige Wurzeln der bundesweiten Umweltbewegung und gerade in dieser Region laufen zur Zeit Akzeptanzbeschaffungsversuche für umweltbelastende Firmen und Projekte auf vielen Ebenen. Wir wollen dies an 4 Beispielen aufzeigen.
Greenwash beim AKW Fessenheim
Am 26. Juni 2003 erhielt das französische Atomkraftwerk Fessenheim in Paris die Umweltzertifizierung nach ISO 14001. In den "Sit Infos" des Atomkraftwerks wird auch sehr schön beschrieben, wofür dieses Zertifikat verliehen wurde, nämlich für "Schutz von Fauna und Flora und Orchideen um das Kernkraftwerk, für Mülltrennung, für einen Umweltschutz-Notfallwagen bei nichtnuklearen Betriebsunfällen usw."
Das ist zwar erfreulich, aber umweltfreundliches Papier einzusetzen, Wasser zu sparen, Orchideen zu schützen und Energiesparlampen einzusetzen, sollte eigentlich in jedem Haushalt geschehen. Ein solches Umweltzertifikat für ein AKW ist vor allem Greenwash, der Versuch, durch die Überbetonung von umweltschützerischen Selbstverständlichkeiten von den Gefahren der Anlage abzulenken.
Von der Hausmülltrennung und dem Orchideenschutz auf dem Werksgelände soll ein postiver Imagetransfer auf das ganze AKW ausgehen. So dient die ISO 14001 der Desinformation und Akzeptanzbeschaffung.
Mit der Gründung des so genannten Umweltvereins "Au fil du Rhin" (dt.: "Entlang des Rheins") in Fessenheim durch EnBW und EDF versuchen die beiden AKW-Betreiber den Begriff der Nachhaltigkeit für sich zu besetzen und die Umweltbewegung zu spalten. Auch die Kampagne für den Euroreaktor ERP, der von Siemens und Framatome irgendwann in Fessenheim gebaut werden soll, läuft unter dem Deckmäntelchen der Nachhaltigkeit. Das Trinationale Umweltzentrum Weil (TRUZ) hat erfreulicherweise sofort nach Bekanntwerden der Hintergründe die Mitgliedschaft in "Au fil du Rhin" ruhen lassen.

Greenwash bei der Firma Stracel in Strassburg
Dass ein Zertifikat nach ISO 14001 an umweltschädigende Firmen verliehen wird, ist kein Einzelfall: Wie sich Nasen täuschen können. Da hatten die BürgerInnen in Kehl und Umgebung lange Jahre unter dem Gestank und den Schadstoffen der Straßburger Papierfabrik Stracel gelitten. Dennoch erhielt das Unternehmen im Jahr 1999 als eine der ersten französischen Papierfabriken ein Umweltzertifikat nach ISO 14001.
Ein Ökozertifikat für eine Firma, die den Menschen auf beiden Rheinseiten seit Jahren die Luft nimmt? Haben sich die Nasen doch nicht getäuscht? Über den realen Schadstoffausstoß und die Belastung der Menschen kann dieses sogenannte Umweltzertifikat nichts aussagen.Vermutlich gab es dieses für irgendeinen Betriebsablauf, der mit der realen Umweltverschmutzung wenig zu tun hat.
Umweltzertifikate wie ISO 14001 werden durch einen solchen häufigen und gezielten Missbrauch diskreditiert und stellen sich selbst und die damit verbundene, auswuchernde Bürokratie in Frage. Exemplarische Beispiele für umweltgefährdende Firmen, die nach ISO 14001 zertifiziert wurden:

Cogema - la Hague (F) Atommüll Aufarbeitung / Fessenheim (F) AKW /
Isar 1 und 2 (D) AKW /Beznau (CH) AKW / Stracel (F) Papierfabrik
Wenn im AKW Tschernobyl und in den Chemieanlagen von Union Carbide in Bhopal und Ciba in Seveso der Müll sauber getrennt, Orchideen gepflegt und ein Umweltplan erstellt worden wäre, hätte einer Zertifizierung nach ISO 14001 sicher nichts im Wege gestanden.

Greenwash bei der Firma Ciba in Basel
In der Basler Zeitung war vor Jahren ein umfangreicher, lobender Bericht über ein wunderschönes Biotop im Basler Hafen. Das schöne Biotop gehörte der Firma CIBA, welche die wertvollen und seltenen Pflanzen eigens von einem Biologen pflegen ließ. Was aus dem Bericht nur am Rande hervorging, war die Tatsache, daß "eingebiotopt" in der Mitte der Blumenwiese das Auslieferungslager für Agrochemikalien der Firma liegt, also das Lager für die Stoffe, mit denen weltweit die Wildkräuter bekämpft werden.

Greenwash beim Mais in Südbaden
Vom Hauptproblem ablenken ist eine andere wichtige Strategie. Überall an den Maisäckern der Region finden sich im Sommer Hinweisschilder, die darauf aufmerksam machen, wie viel Sauerstoff ein solcher Acker produziert. Das Problem beim Mais ist aber nicht die Luft, sondern das Grundwasser, das häufig mit Spritzmitteln (Herbizide) und Dünger (Nitrat) belastet wird. Von diesem Hauptproblem auf einen Nebenschauplatz ablenken sollen die Hinweistafeln an den Maisäckern.
Dies sind nur einige klassische regionale Beispiele für Greenwash, die zeigen, dass nicht in jeder Verpackung, auf der "Öko" draufsteht, auch "Umwelt "drin ist.

Der Begriff Greenwash findet sich in der 10. Auflage des "Concise Oxford English Dictionary" und wird dort als: "Disinformation disseminated by an organisation so as to present an environmentally responsible public image" definiert

Zertifikatehandel

FR vom 26.1.2002 (S. 9)
Auftritt Kölner Jeck. "Neulich, bei der Fahrzeugkontrolle. Ich ins Röhrchen geblasen. Weit mehr Promille als erlaubt. Der Polizist will meinen Führerschein. Nee, sag ich. Ich hab doch die Promille-Rechte von Tante Elli und Onkel Richard gekauft." Tusch. Abgang.

Aus einer Pressemitteilung des Öko-Instituts Freiburg/Amsterdam, 07. Februar 2002
Öko-Institut zertifiziert innovatives Produkt auf dem Strommarkt

Mit dem heutigen Tag wird die umweltgerechte Stromversorgung noch einfacher als bisher: Das vom Öko-Institut zertifizierte Produkt „World Wide Green“ erlaubt es privaten Haushalten und Unternehmen, eine frei wählbare Menge von Strom aus erneuerbaren Energien flexibel und kostengünstig zu fördern und damit ihren Stromverbrauch umweltgerecht zu decken.
World Wide Green bietet ab heute auf seiner Website http://www.worldwidegreen.com/ ein Produkt an, mit dem jeder private Haushalt und jedes Unternehmen in der Welt seinen Stromverbrauch umweltgerecht decken kann. Christof Timpe, Koordinator des Bereichs Energie und Klimaschutz am Öko-Institut e.V. bezeichnet „die durch World Wide Green geschaffene Innovation als zukunftsweisend im Bereich nachhaltige Produktentwicklung: Sie ist kunden- und marktorientiert und umweltgerecht.“
Das Angebot von World Wide Green basiert auf sogenannten handelbaren Zertifikaten, die in verschiedenen Ländern als Grundlage für die Förderung von Strom aus erneuerbaren Energien eingesetzt werden. Die Zertifikate repräsentieren den ökologischen Nutzen von Strom, der z.B.  aus Windkraft oder Sonnenenergie erzeugt wurde. Durch den Kauf solcher Zertifikate erwerben die Kunden von World Wide Green diesen Umweltnutzen, sie fördern also die umweltverträgliche Stromerzeugung.  Auf diese Weise kann jeder Stromverbraucher eine seinem Bedarf entsprechende Strommenge (oder einen Teil davon) umweltfreundlich erzeugen lassen.
World Wide Green erwirbt solche Zertifikate in verschiedenen Ländern, darunter die USA und Australien. Auch in Europa sind verschiedene nationale Zertifikatssysteme im Aufbau, die durch ein europaweites System (Renewable Energy Certificate System - RECS) ergänzt werden (http://www.recs.org/).
Durch die vom Öko-Institut erarbeiteten Qualitätsanforderungen wird sicher gestellt, dass die zertifizierten Produkte einen Ausbau der erneuerbaren Energien bewirken, der über den Kraftwerksbestand und die Effekte staatlicher Förderinstrumente hinausgeht. Die Käufer dieser Produkte können sicher sein, einen Beitrag für den Umweltschutz und den Ausbau nachhaltiger Energietechnologien zu leisten. Die Kriterien für die Zertifizierung sowie weitere Informationen und Links zu Produkten aus handelbaren Zertifikaten sind auf der Website des Öko-Instituts erhältlich http://www.oeko.de/service/greencert/.
Mit der Zertifizierung von World Wide Green hat das Öko-Institut eine Pilotphase gestartet. Diese Auszeichnung steht allen künftigen Produkten aus handelbaren Zertifikaten für Strom aus erneuerbaren Energien offen, die die vom Öko-Institut erarbeiteten Kriterien erfüllen. Bei der Weiterentwicklung der Zertifizierungskriterien wird das Öko-Institut mit anderen Zertifizierungsorganisationen und Umwelt- sowie Verbraucherorganisationen zusammenarbeiten.

Weitere Zertifikate
Siegelschummeln

Ressourceneffizienz(-revolution)

Eder, Klaus, 1988: Die Vergesellschaftung der Natur, Frankfurt/Main (S. 9)
Folgten wir nur dieser Vernunft, würde das zwar den ausbeuterischen Umgang mit der Natur „rationaler“ machen; doch ein ausbeuterischer Umgang mit der Natur bliebe er weiterhin. An den industriellen Ausbeutungsdiskurs, der unser Naturverhältnis bislang beherrscht hat, kann der ökologische Belastungsdiskurs, der die Natur nach dem ihre Zuträglichen beurteilt, nahtlos anschließen. Denn beiden Diskursen über die Natur ist eine spezifische Erfahrungsweise der Natur eigen: Natur wird als Objekt menschlicher Bedürfnisse wahrgenommen und erfahren. Die aus dem Belastungsdiskurs sich ergebende ökologische Vernunft führt deshalb keineswegs zu einem „anderen“ Umgang mit der Natur.

Sachs, Wolfgang, 1993: Die vier E’s. In: Politische Ökologie 33/93 (S. 69-72)
Nichts ist schließlich so irrational, als mit einem Höchstmaß an Effizienz in die falsche Richtung zu jagen.

Links

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