Das war die Seite zur ... Klimakonferenz

Immer aktuell: Das Klimakonferenz - Indymedia-Center +++ Rechtstipps für die Verhafteten von Bonn

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Die Klimakonferenz ist noch ca. 1 Monat entfernt. Zur Zeit laufen verschiedene Prozesse und Debatten in sehr unterschiedlichen Zusammenhängen. Die folgenden Punkte sind eine subjektive Einschätzung und einige Vorschläge zur konkreten weiteren Vorbereitung:

1. Es gibt keine gemeinsame Vorbereitung - sie wäre aber dringend nötig!
Ein offenes Bündnis zur Vorbereitung existiert nicht. Zur Zeit agieren mindestens drei Zusammenhänge nebeneinander her:
  • Die NGOs unter Führung z.B. des BUND oder GermanWatch wollen eine Unterstützung der Position der Bundesregierung. Sie haben als Hauptkonfliktpunkt den Streit zwischen BRD und USA ausgemacht. Damit werden alle Punkte, die von BRD und USA gemeinsam vertreten werden (und die äußerst kritikwürdig sind) komplett ausgeblendet. Die NGOs äußern sich in der Öffentlichkeit überraschend platt kyotofreundlich. Ihr wesentliches Ziel scheint die Wirksamwerdung des Protokolls zu sein. Kleine Detailkritiken werden höchst zurückhaltend eingebracht, Aktionsformen dazu gibt es gar nicht. Die zentrale Aktion am 21. Juli (während des G8-Gipfels in Genua, aber ohne Bezug darauf) ist ein Bootsbau, der symbolisch das Kyoto-Protokoll retten soll. Die NGOs sind pro-kapitalistisch, befürworten marktwirtschaftliche Lösungsansätze und widersetzen sich zunehmend kritischen Stimmen, die das Kyoto-Protokoll grundlegend kritisieren.
  • Die "Umweltschutz-von-unten"-Zusammenhänge, die eine grundlegende Kritik des Kyoto-Protokolls äußern und Aktionsformen entwickeln wollen, die auch in ihrer Form die Ablehnung des Protokolls und der von Regierungen und Konzernen dominierten Konferenz in Bonn symbolisieren wollen. Aus der Debatte heraus sind verschiedene Materialien mit Kritik entstanden, u.a. die Ö-Punkte-Sommerausgabe 2001 und die Resolution des 30. Bundes-Ökologie-Treffens. Die Kritik am Kyoto-Protokoll wird zudem von verschiedenen Einzelpersonen und Organisation geteilt, u.a. dem WWF Österreich, Teilen des Klimabündnis der Städte oder dem SPD-Politiker Hermann Scheer.
  • Die internationale Gruppe "Risingtide", das sehr viel inhaltliche Arbeit leistet, Materialien erstellt und vor allem in Bonn die Infrastruktur für Aktionen, Übernachtungsgelegenheiten usw. stellen will. Soweit sichtbar, machen die AktivistInnen von Risingtide diese Vorarbeit für alle, also in der Art eines Bündnisses. Tatsächlich bezeichnet sich Risingtide auch als Bündnis und tritt öffentlich als "das" Bündnis zum Klimaschutz auf. Das aber ist es in einigen Bereichen nicht: Bei den Aktionsformen fokussiert sich Risingtide bisher auf die eigenen und legale Aktionen, während Aktionsideen vor allem aus dem Umweltschutz-von-unten-Zusammenhang in den Terminlisten nicht auftauchen (z.B. der Gratiszug Bonn - Genua). Ebenso ist Risingtide inhaltlich kein Bündnis, sondern verfolgt eine eigene Position, die die entscheidende Frage Pro oder Contra dem Kyoto-Protokoll komplett ausblendet. Das dürfte die politische Wirkung von Risingtide entscheidend schwächen - oder die Gruppe wird aus dieser Entscheidungsschwäche letztlich vereinnahmt (dann wahrscheinlich von den NGOs).


2. Bisherige und mögliche Aktionsformen
Bislang liegt eine Liste von geplanten Aktionen der Gruppe "Risingtide" vor, in der einige der radikaleren Aktionen nicht benannt werden. Benannt wird aber z.B. die Pro-Kyoto-Aktion des BUND (Boots-Bau). Risingtide selbst plant einige kreative Aktionsformen, die allerdings so geplant werden, daß sie begleitend zur Konferenz, eher als unterhaltsame, aktions-folkloristische Form erscheinen werden (z.B. eine Reclaim-the-Streets-Party ... aber nicht als kreative Blockade der Konferenz, sondern ohne direkte Auswirkung auf den Konferenablauf).
Bislang sind KEINE (!) Aktionen geplant, die einen Protest gegen das kapitalistische Kyoto-Protokoll und die Klimakonferenz symbolisieren. Wer eine grundlegende Kritik rüberbringen will, muß aber vor allem solche Aktionsformen entwickeln. Inzwischen existiert dazu aus Umweltschutz-von-unten-Zusammenhängen zwar ein Text (siehe projektwerkstatt.de/aktuell/klimak.htm#akt), aber der ist bislang nicht auf große Resonanz gestossen. Teil dieser Vorschläge ist die inhaltlich-politische Verknüpfung mit dem G8-Gipfel in Genua die verbindende Aktion, der Gratiszug Bonn-Genua, der bereits konkret geplant wird (siehe www.projektwerkstatt.de/gratiszug).

3. Nötige Schritte
Wenn die Klimakonferenz zu einer grundlegenden Kritik an der Ausdehnung von Herrschafts- und Verwertungsverhältnissen insgesamt und ökokapitalistischen Ideen im Besonderen genutzt werden soll, ist eine schnelle und intensive inhaltliche Debatte (z.B. auf der Basis der Resolution des Bundes-Ökologie-Treffens, siehe www.projektwerkstatt.de/aktuell/klimak.htm) nötig, die Öffentlichkeitsarbeit und die Entwicklung konkreter Aktionsideen (zusätzlich zum bestehenden Projekt Gratiszug, vor allem in den vier Tagen davor, als vom 16. Bis 19. Juli - am 16. wird die Klimakonferenz beginnen, am 18. von Kanzler Schröder besucht und am 19. mit dem Aktionstag, aus dem heraus der Gratiszug nach Genua startet).
Als Diskussionslisten für die Vorbereitung wären die Umweltschutz-von-unten- und die Direkte-Aktions-Mailingliste denkbar (siehe www.projektwerkstatt.de/mailing.html). Möglich sind Infoveranstaltungen vor Ort mit der Diskussion konkreter Aktionen.

Aktueller Nachtrag (10. Juli)
Zwischen Umweltschutz-von-unten-Leuten und Risingtide sind inzwischen einige wichtige Kooperationen verabredet worden, so unter anderem:

  • Gemeinsames Info- und Medienzentrum im AZAADE, Dorotheenstr. 20 (auch Anlaufpunkt für JournalistInnen)
  • Gemeinsame Aktionstrainings am Dienstag und Mittwoch (17./18.7.)
  • Gemeinsame Diskussionen und Absprachen, gegenseitige Unterstützung in der ganzen Woche
Das Recht, CO2 zu erzeugen, kann nicht bei einzelnen Konzernen und Staaten liegen: Kon-zerne und Staaten atmen, schwitzen und hungern nicht. Die einzelnen Menschen sind es, die, um leben zu können, eine gewisse Menge an CO2 erzeugen müssen, dies aber keinesfalls zum Schaden anderer tun dürfen. Es gibt kein Recht und vor allem: kein käufliches Recht, unter vergleichbaren klimatischen Be-dingungen mehr als andere an CO2 zu erzeugen.
(aus Wolf Göhring, 2001: "Zur Klimakonferenz in Bonn vom 16. bis 27. Juli 2001")

Klimakonferenz in Bonn (16.-27. Juli)

"Wer im Treibhaus sitzt, soll mit Steinen schmeißen ..."
Das Thema Klimaschutz ist Schwerpunkt der Sommerausgabe der Ö-Punkte, die deshalb schon Ende April erschien. Bestelladresse: Projektwerkstatt, Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen (pro Heft 2 DM plus einmalig 2 DM Porto).

Zu den bereits geplanten Klimaaktionen:

AktivistInnen aus dem Netzwerk "Umweltschutz von unten" werden an den Klimaaktionen mitwirken und dort vor allem klare Kritik am neoliberalen Klimaschutz äußern. Aktionen sollen deutlich machen, daß die Klimakonferenz die falschen Leute mit den falschen Zielen zusammenführt. Klimaschutz muß von unten kommen, die Menschen (und nicht Nationen und Konzerne) sollen die Entscheidungsmacht in die Hand bekommen! Infos zu Aktionen und Positionen: Es gibt diesen Überblick für emanzipatorische Umweltschutzgruppen (die gegen die Vermarktung der Umwelt und Umweltschutz von oben agieren wollen) mit Resolutionen, Aktionsvorschlägen und mehr. Außerdem die Internetseite des Bündnisses "Risingtide" mit vielen aktuellen Infos.
Neu: Aufruf zur Verhinderung der Klimakonferenz des Bundes-Ökologie-Treffens und Alternativentwurf zu Kyoto!

Die Programmübersicht von Risingtide (12.7.):

Die Welt von morgen: stürmische Zeiten
Aktionsplan für  den Weltklimagipfel cop 6.5 in Bonn

15. Juli, Sonntag  Ankunft der Fahrradtouren und Public Event
13.00 -19.00 Münsterplatz
- Ökomarkt
- Kritische Initiativen
- Ankunft von Fahrradkarawanen (Utrecht, Hannover, Bochum, Köln, Schweiz)
- Redebeiträge
- Klima-Infostände
- Ska- und Reggae-Konzert
- Schlafbörse und Fahrradwerkstatt
 

16. Juli, Montag  "Colourful Street Day" (Fahrraddemonstration)
Treffpunkt: 12 Uhr Münsterplatz
- Kundgebung
- farbenfrohe, laute Fahrraddemo
- Abschlusskundgebung und Verpflegung auf dem Münsterplatz

ab 18.00 Rheinaue / Freilichtbühne
- Open-Air-Festival mit vier Bands (Rock, Pop, Ska, Punk)
- Open-Space-Workshops

ab 21.30 Rheinaue / Freilichtbühne
- Open-Air-Theater mit ANTAGON (pyrotechnisches Aktionstheater aus Frankfurt)
- EINTRITT FREI!

17. und 18. Juli, Dienstag Mittwoch Open-Space-Gipfel
  Beginn: 10 Uhr, Gipfelcamp
- Open-Space-Gipfel (selbstorganisierter Gegengipfel) im Gipfel-Camp, u.a. mit zweitägigen direktem Aktionstraining
- Teach-Ins in der Fußgängerzone-
- Direkte Aktionen

19.  Juli, Donnerstag - Zentraler Aktionstag
Treffpunkt: 12 Uhr Münsterplatz
- Auftaktkundgebung
- Hauptdemonstration zum Konferenzzentrum "Maritim" als "Reclaim The Streets party" Thema: BEACH PARTY
- Gratiszug nach Genua (Projektwerkstatt)
-
ab 18.00 Klangstation (Bad Godesberg)
- Risingtide-Festival mit Mocambo All Stars, Emil Bulls, Embryo, DJ
- Eintritt: 15 DM

20.  Juli, Freitag - Direct Action Time
- Direkter Aktionstag
- U.a. Aktion des Büros für ungewöhnliche Maßnahmen aus Berlin

ab 18.00 Klangstation (Bad Godesberg)
- Risingtide-Festival mit Four-Wheel-Drive, Mad Eye Moody, Honeymunch, DJ
- Eintritt: 15 DM

21. Juli, Samstag  Rettungsboot
Treffpunkt: 9.30 Münsterplatz
- Bau des "Rettungsbootes" (30x6m) mit anschließendem Stapellauf und Jungfernfahrt zum Konferenzzentrum

ab 21.00 Party in der Pädagogischen Fakultät / Bonn, Römerstraße

22. - 27. Juli  Direct Action Time
· Straßentheater
· Banner-Drop
· Free-Speach
· Green-Wash

Aufruf aus dem Direct-Action-Netzwerk:
DAN goes Klimagipfel
Vom findet der Klimagipfel in Bonn statt. Das DAN gehört ja eigentlich zu den Gruppen/Netzwerken, die jetzt geradzu praedisziniert sind, hiergegen zu agieren, also rufen wir dazu auf, das Pfingstreffen als Ort zu nutzen, sich auf die Aktionen gegen den Klimagipfel vorzubereiten. Auf dem Pfingstreffen, wird es neben den Leuten die schon Erfahrung mit Direkter Aktion haben und euch diese vermitteln können, auch die Struktur geben um Aktionen vorzubereiten und Gruppen zum aktionieren zu finden. Wir werden Computer, Werkstätten, Vielleicht ne Druckmöglichkeit, und anderes haben, was ihr nutzen könnt.
Wir hoffen, das auch viele Basisgruppen, schon vorbereitet kommen, so das auf dem Treffen ein Aktionskonzept entwickelt werden kann.
Also lasst uns den Herrschenden ihr (Tagungs)Klima versauern.
(Text aus Direct-Action-Netzwerk)
Zusatz am 21.7.: Peinlich - vier Leute aus Deutschland waren bei den meisten Aktionsbesprechungen alles, den Rest machten vor allem die HolländerInnen sowie Einzelne aus vielen anderen Ländern (weitere Leute, vor allem aus dem Großraum Bonn, waren zudem noch in den Orga-Bereichen tätig). Das Ganze ist schlicht ein Desaster und zeigt, daß es mit einem Direct-Action-Netzwerk gerade nicht vorwärtskommt. Ein neuer Anlauf ist nötig ...

Kyoto-Protokoll wegschmelzen -
Klimakonferenz verhindern

Seit der 1.Weltklimakonferenz 1979 versuchen sich die Regierungen auf ein Programm zur CO2-Reduktion zu einigen. Dies ist bisher regelmäßig fehlgeschlagen, so in Rio de Janeiro 1992, in Kyoto 1997 und zuletzt in Den Haag 2000. Da in Den Haag die Umsetzungsrichtlinien des Kyoto-Protokolles gescheitert sind, sollen nun vor dem nächsten Klimagipfel 2002 in Marakesh auf einem Zwischengipfel in Bonn diese genauer bestimmt werden. Das Protokoll ist eindeutig auf die Interessen der Wirtschaft ausgerichtet, und trägt keineswegs zum Klimaschutz bei.

Aus folgenden Gründen ist das Kyoto-Protokoll zu verhindern:

1. Kyoto erlaubt eine Steigerung der CO2-Emissionen
Laut IPCC, dem wissenschaftlichen UN-Gremium "Intergovernmental Panel for Climate Change", ist eine sofortige Reduktion des weltweiten CO2-Ausstoßes um 60% notwendig, um das globale Klima zu stabilisieren. Nach dem aktuell verhandelten "Kyoto-Protokoll" würden sich die Industrieländer aber nur zu einer Reduktion von 5,2% je nach Land bis 2008 oder 2012 verpflichten, obwohl sie als Hauptverursacher der Emissionen 80% laut IPCC einsparen müßten. Dank fragwürdiger Methoden und etlichen Schlupflöchern in den Umsetzungsrichtlinien läßt das Kyoto-Protokoll sogar eine deutlich Erhöhung der CO2-Emissionen zu: Der Bau und Betrieb von Atomkraftwerken sowie Aufforstungen sollen als CO2-reduzierende Maßnahmen anerkannt werden. Zudem dürften Erlaubnisscheine für eine CO2-Produktion an den Börsen gehandelt werden. Eine Wende zum Energiesparen und eine Förderung regenerativer Energieträger würde damit nicht erfolgen.

2. Kyoto dehnt marktwirtschaftliche Verwertungslogiken aus
Im Kyoto-Protokoll geht es um verschiedene treibhauswirksame Gase, allen voran das CO2. Gemessen wird alles in CO2-Äquivalenten. Damit werden die Voraussetzungen für eine Vermarktung der Luft geschaffen, das bedeutet Profit statt den Klimaschutz zu fördern. Luft wird nicht mehr länger allen gehören, sondern das Recht, sie zu belasten, wird kauf- und verkaufbar - und damit z.B. akkumulierbar, d.h. das Recht auf Luftbelastung wird Stück für Stück in die Hand weniger übergehen, eben der zahlungskräftigsten und durchsetzungsstärksten Konzerne. Kyoto bedeutet daher eine Ausdehnung der Vermarktungslogik - und ist somit eine klassische Form des Neoliberalismus.

3. Die Debatte um Kyoto verhindert eine wirkungsvolle Klimaschutzdebatte
Die Klimadebatte der Vereinten Nationen verschlingt gigantisches Potential - zeitlich, materiell sowie finanziell und zerstört die Hoffnungen von vielen Menschen, denen der Klimaschutz wichtig ist. Das geht soweit, dass inzwischen sogar die meisten Umweltverbände (zumindest in Deutschland) auf Kyoto und immer mehr auch auf die verantwortlichen PolitikerInnen in der Bundesregierung und EU setzen - eine absurde Situation angesichts dessen, wer eigentlich weltweit die Scharfmacher in Sachen neoliberaler Verschärfung, Erhöhung sozialer Ungerechtigkeiten usw. sind.

4. Kyoto schafft eine rechtliche Absicherung für den Ausstoß von Treibhausgasen
Mit dem Kyoto-Protokoll wird eine Vermarktungslogik von Luftverschmutzungsrechten eingeführt. Es ist zu erwarten, daß auch für sog. Entwicklungsländer in weiteren Phasen des Kyoto-Prozesses Obergrenzen definiert werden. Dann wird vollendet, was jetzt beginnt: Stück für Stück werden sich die Reichen die Emissionsrechte sichern - und damit nicht nur das Recht, Umwelt weiter zu zerstören, sondern auch die Chance, sich weiter zu industrialisieren. Die globale Ungerechtigkeit könnte steigen. Die Industrienationen legalisieren ihre Umweltzerstörung mit Hilfe von neuen Gesetzen - Kyoto ist die rechtliche Absicherung des Weiterbetriebs der Verschmutzungsanlagen. Eine Parallele zum "Atomkonsens" ist unübersehbar.

Kyoto verhindern!
Daraus folgt: Kyoto verhindern. Endlich wieder Umweltschutz einfordern und verwirklichen! Staaten und Konzerne sind Verursacher von Umweltzerstörung und sozialen Ausbeutungsverhältnissen. Die Vereinten Nationen sind bedauerlicherweise zur Zeit von neoliberalen Staaten dominiert, die mit ökonomischen und militärischen Mitteln ihre Interessen durchsetzen. Wir halten es für unwahrscheinlich, dass eine Kooperation mit diesen Partnern zum Ziel führt.

Wir fordern als kurzfristige und langfristige Ziele:
Wenn überhaupt in CO2-Äquivalenten gedacht werden soll, dann muß das "Recht auf Verschmutzung" den Menschen selbst übergeben werden, die diese verleihen oder in kooperative Strukturen (z.B. Energiegewinnung, Produktion) einbringen, nicht aber verkaufen können. Damit liegt die Gestaltungsmacht und die Entscheidungsfrage über den Klimaschutz bei den Menschen. Sie sind diejenigen, die unmittelbar ein Interesse an einer lebenswerten Umwelt haben - nicht die Regierungen und Unternehmen, die nach dem Kyoto-Protokoll Inhaber der Verschmutzungsrechte sein sollen.
Die Festlegung von CO2-Äquivalenten kann nur für eine begrenzte Zeit als Notmaßnahme gelten, weil sie immer mit Kontrolle und Festlegung von Bewertungsmaßstäben verbunden sind, die über Machtstrukturen durchgesetzt werden müssen. Langfristig fordern wir daher gesellschaftliche Strukturen ein, in denen die Menschen gleichberechtigt und unmittelbar ihre Umwelt selbst gestalten können.

Wir rufen alle Menschen auf, die Weltklimakonferenz in Bonn zu verhindern und mit lokalen Aktionen die Proteste zu unterstützen.

Diese Resolution wurde vom 30. BundesÖkologieTreffen in Augsburg verabschiedet.
 

Bitte diesen Aufruf ... verbreiten, unterzeichnen und was immer geht!

Bitte sendet Eure Unterzeichnerlisten per e-mail an: bsoe@studis.de

(Wenn Ihr per email sendet, muessen Euch die Unterschriften der unterzeichnenden Personen / Oragnisationen schriftlich vorliegen.) und/oder per Post an: BSOe e.V., c/o AStA der Uni Münster, Schloßplatz 1, 48149 Münster

Unterzeichnet von ... ReferentInnen-Rat der Humboldt-Universität Berlin
Redaktion "Umweltschutz von unten" der Contraste
Institut für Ökologie, Fachbereich Politik & Wirtschaft
(wird fortgesetzt)

Widerspruch und Debatte


Die Alternative: Klimaschutz von unten

Perspektiven für einen wirksamen Schutz des Klima jenseits von Markt und Macht

Grundlagen

Die Unterwerfung aller Teile der Welt unter die Verwertung und die Logik von Profitmaximierung sowie Unterdrückung und Herrschaft sind Hauptursachen für die Zerstörung der Umwelt. Eine wirksame Strategie der Umwelt kann daher nicht gelingen, wenn genau diese Mittel, die zur Zerstörung der Umwelt geführt haben, nun selbige schützen sollen. Herrschaft und Verwertung, Macht und Markt sind grundlegend und unüberwindbar immer auf die Ausbeutung von Mensch und Natur ausgelegt. Innerhalb ihrer Prinzipien ist ein wirksamer Schutz der Umwelt nicht möglich. Daher müssen sich Umweltschutzmaßnahmen der Logik von Verwertung und Herrschaft entziehen - langfristig ist ein Schutz der Umwelt nur möglich, wenn sie überwunden werden. Das System von Verwertung und Herrschaft hat keine Fehler, es ist der Fehler!
Der Gegenentwurf lautet: Umweltschutz von unten! Grundlegende Überlegung ist, daß die Möglichkeit der Ausbeutung von Rohstoffen und der Verlagerung der Folgen in die Peripherien und entfernten Länder zu einem zerstörerischen Umgang mit der Umwelt geführt haben. Menschen, die frei entscheiden können, werden dagegen in der Regel nicht Maßnahmen ergreifen, die ihre eigene direkte Lebensqualität senken. Der Egoismus als Drang des Menschen zu einem subjektiv besseren Leben wird dann zum Antrieb, die Umwelt zu schützen, wenn der Mensch tatsächlich ... Die Vision ist die direkte Bestimmung der Menschen über ihre Umwelt - organisiert in der freien Vereinbarung der Menschen und ihrer Kooperativen. Der Weg dahin führt über eine konsequente Demokratisierung des Flächen- und Rohstoffverbrauchs. Die Menschen bekommen die Verfügungsgewalt über ihre Umwelt mit der Bedingung der Gleichberechtigung eines Entscheidungsprozesses. Die Innenhöfe gehören den Menschen, die dort wohnen. Und die Straßen. Die Schulhöfe den SchülerInnen, die dort lernen (müssen). Die Felder und Wälder, den Menschen, die von den Erträgen leben wollen.
 

Konkrete Vorschläge für ein Klimaschutz-Protokoll der Menschen, Institutionen, Organisationen und Nationen

Die Umwelt den Menschen - nach dieser Logik gilt für den Schutz des Klimas, daß die Nutzung der Ressource Luft demokratisiert werden muß. Die Frage, welche Stoffe wo in die Luft kommen, muß Sache der Menschen direkt sein - individuell und in freien Kooperativen.

1. Luft-Nutzungsrecht in die Hand der Menschen


2. Weg mit allen Schranken für den Nachbau umweltfreundlicher Technik!
Schon seit einigen Jahren bestehen die technischen Möglichkeiten, in der Energieerzeugung vollständig regenerative (und damit CO2-neutrale!) Quellen zu nutzen sowie in vielen anderen Bereichen den Ausstoß von Treibhausgasen wesentlich zu minimieren. Dazu ist der schrankenlose Transfer der Technik nötig:


3. "Abwicklung" des Nordens statt Entwicklung des Südens
Treibhausgase werden vor allem in Industrienationen sowie durch Konzerne der Industrieländer ausgestossen. Daher ist eine Abwicklung dieses industriellen Sektors und der wirtschaftlichen Dominanz nötig.


Es gibt kein Recht auf Profit! Es gibt kein Recht, das Leben anderer zwecks Anhäufung von Reichtum und Macht einzuschränken! Niemand außer den Menschen selbst hat ein unmittelbares und immerwährendes Interesse an einer Umwelt, in der ein gutes Leben möglich ist. Daher darf niemand anders als die Menschen das Recht auf die Nutzung der Umwelt haben!
 

Quellen:
- Ö-Punkte, Heft 2/2001 (Sommer): Profit statt Klimaschutz? (mit etlichen Texten zum Thema)
- Bergstedt, Jörg (1999): Agenda, Expo, Sponsoring - Strategien radikaler, emanzipatorischer Umweltschutzarbeit, IKO-Verlag Frankfurt

Internetseiten:
- Aktionen zur Klimakonferenz: www.risingtide.de
- Politische Texte und Aktionsideen gegen das Kyoto-Protokoll: www.projektwerkstatt.de, dort unter Aktuelles
- Umweltschutz von unten: http://go.to/umwelt


Aktions-Ideen zur Klimakonferenz in Bonn (16.-27. Juli)

Ziele der Aktionen zur Klimakonferenz
Die Klimakonferenz soll die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls erreichen. Dieses Protokoll dient der Durchsetzung einer Vermarktung von Luftverschmutzungsrechten und der Konzentration dieser Rechte auf Staaten und Konzerne. Zudem dient sie der massiven Umverteilung von Produktionsmöglichkeiten zugunsten der reichen Industrienationen, als Legitimation zum Bau neuer Atomkraftwerke und wird den Weg freimachen für eine rechtlich abgesicherte Form der Umweltverschmutzung (Atomkonsens läßt grüßen ...).

Daher ist es nötig, daß alle Aktionen und Positionen deutlich machen, daß die Klimakonferenz und das Kyoto-Protokoll nicht zu schlapp, sondern ein Schritt in die falsche Richtung sind. Das Kyoto-Protokoll stärkt Herrschaft und Verwertung, steigert die bestehenden Ungerechtigkeiten weltweit, schwächt die Selbstbestimmungsrechte der Menschen und führt zu stärkerer Ausbeutung. Zudem ebnet sie den Weg zur Zerstörung natürlicher Wälder, zum Bau neuer Atomkraftwerke und zur Ausdehnung von Industrieansiedlungen in ärmeren Ländern - und das alles im Namen des Klimaschutzes!

Verschiedene Gruppen planen Aktionen zum Klimagipfel. Einige wollen deutlich machen, daß das Kyoto-Protokoll ein richtiger Schritt ist, aber weitere folgen müssen. Der BUND beispielsweise ruft dazu auf, die Bundesregierung zu unterstützen gegen die bösen USA und will am 21. Juli ein großes Boot bauen, daß symbolisch das Kyoto-Protokoll ablösen soll. Diese Aktion halten wir für falsch! Das Kyotoprotokoll ist ein Schritt zu mehr Verwertungslogik und Herrschaft - und damit in die falsche Richtung.
Wir fordern: Mehr Selbstbestimmungsrechte - und als ersten Schritt die radikale Demokratisierung des Flächen- und Rohstoffverbrauchs als zentrales Mittel eines emanzipatorischen Umweltschutzes.

An konkreten Aktionen entwickeln sich gegen die Klimakonferenz:

  1. Direkte Aktionen und Blockaden

  2. Es gibt Ideen für eine Reclaim-the-Streets-Party, eine Critical-Mass und andere spontane Aktionen. Wir schlagen vor, all diese so zu organisieren, daß sie den Willen symbolisieren, die Klimakonferenz nicht kritisch begleiten, sondern verhindern zu wollen. Dazu sollen auch Blockaden bis hin zu anderen Störungen der Konferenz gehören.
  3. Aktion "Bonn zu ersten Kyoto-Stadt" machen

  4. Eine starke Symbolik könnte von Hunderten kleiner Aktionen (mit Pressearbeit, Flugis usw.) unter dem Motto "Bonn zu ersten Kyoto-Stadt machen". Damit könnte deutlich gemacht werden, was im Kyoto-Protokoll wirklich abgeht. Beispiele: Stadtbäume umsägen und Fichte daneben pflanzen mit Schild "Kyoto-Projekt". Atomkraftwerke bauen. Börsen einrichten zum Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten (Zertifikaten). Usw.
  5. Pressearbeit, Flugis, Teach-ins usw. gegen Kyoto, für Umweltschutz von unten

  6. Es ist wichtig, daß alle Aktionen mit klaren Positionen verbunden sind. Viele verschiedene Flugis, Zeitungen, Pressegespräche, Veranstaltungen (möglichst als Teach-in, also als Workshop, Vortrag u.ä. in der Fußgängerzone, in Bahnhöfen, Banken, Restaurants, Rathaus, Bushaltestellen oder sonstwo, wo es öffentlich ist) können diese Inhalte rüberbringen: Gegen das Protokoll, gegen die Konferenz, gegen Umweltschutz per Marktwirtschaft und Herrschaft, für eine Welt von unten.
  7. Verbindung mit Genua

  8. Mitten in der Klimakonferenz findet der G8-Gipfel in Genua statt. Die inhaltliche Verbindung ist klar und sollte in den Positionen auch verdeutlicht werden (also bei allem unter 3. genannten). In Bonn und Genua geht es um die Ausdehnung von Kapitalismus (Verwertung) und Herrschaft (Staat, Institutionen, Repressionsorgane, Militär).
  9. Gratiszug Bonn - Genua

  10. Als eigenständige Aktionsform (gegen die Vermarktung der Welt - für einen freien Zugang zu Grundbedürfnissen wie Essen, Mobilität, Kultur usw.) und als Verknüpfung von Bonn und Genua ist ein Gratiszug geplant, der abends aus dem Ruhrgebiet über Bonn nach Genua fährt. Er wird aus dem Aktionstag gegen die Klimakonferenz am 19. Juli heraus bestiegen. Näheres unter www.projektwerkstatt.de/gratiszug.
AktivistInnen aus dem Netzwerk "Umweltschutz von unten"

Veranstaltungstour in Süddeutschland mit Infos zur Klimakonferenz


Vom 16. - 27. Juli 2001 finden in Bonn die nächsten UN-Klimaverhandlungen statt.
Wissenschaftler schätzen, dass die weltweiten CO2-Emissionen sofort um mindestens 60% reduziert werden müssen, um drohenden Gefahren zu begegnen. Die offiziellen Maßnahmen und Verhandlungen sind bisher völlig inakzeptabel. Das Kyoto-Protokoll, das 1997 beschlossen wurde, sieht lediglich eine CO2-Reduzierung um 5,2% (!) vor und lässt zahlreiche Schlupflöcher für die Klimaverschmutzer offen.
Ein luxemburger Aktivist des internationalen Netzwerks RisingTide wird auf einer Veranstaltungstour über das Thema und geplante Aktionen zur Konferenz berichten.
Weitere Infos: www.risingtide.de

Mo, 25.6. Heilbronn
Cafe Oase, Happelstr. 23
Zeit: 20.00 Uhr

Di, 26.6. Heidelberg
Ort: Neue Uni
Zeit: 20.00 Uhr

Mi, 27.6. Backnang
Ort: Felsenkeller im Bürgerhaus, Bahnhofstr. 7
Zeit: 20.00 Uhr

Do, 28.6. Tübingen
Ort: Seminarraum 1, Geographisches Institut, Hölderlinstr.
Zeit: 19.00 Uhr

Fr, 29.6. Freiburg
Ort: Unibibliothek Übungsraum 9+10
Zeit: 18.00 Uhr

Sa, 30.6. Stuttgart
Ort: Umweltzentrum, Rotebühlstr. 86/1
Zeit: 20.00 Uhr

Do, 5.7. Ludwigsburg
Ort: Demokratisches Zentrum, Wilhelmstr. 45/1
Zeit: 20.00 Uhr


Kontakt: hanno@gmx.de


KLIMAKAMPAGNE

Vom 16. - 27. Juli sollen in Bonn die UN-Klimaverhandlungen fortgesetzt werden. Nach der ergebnislosen COP6 (6th Conference of the Parties) soll auf der COP6½ der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls näher gekommen werden.

Kyoto-Protokoll
Das Kyoto-Protokoll strebt eine durchschnittliche Reduktion sechs wichtiger Treibhausgase um 5,2% im Zeitraum von 2008-2012 im Vergleich zu 1990 an. Dabei geben selbst UN-WissenschaflerInnen zu, daß eine CO2-Reduktion von mindestens 60% nötig ist, um nur damit anzufangen, die vom Menschen verursachten Klimaveränderungen wieder rückgängig zu machen. Darüber hinaus werden bei den offiziellen Verhandlungen einige problematische Dinge besprochen:

Atomenergie
AKWs gelten bei den UN-Verhandlungen als emmissionsfreie Technologie. Der Bau (im eigenen Land oder als grenzüberschreitende Direktinvestition) von AKWs kann also auch als Klimaschutzmaßnahme angerechnet werden.

"Flexmex"
Das Kyoto-Protokoll enthält einige sog. Flexible Mechanismen ("Flexmex"): so können die Länder, die sich zur CO2-Reduktion verpflichtet haben (v.a. Länder der OECD und einige osteuropäische Länder), auch Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern oder sog. Transformationsländern (d.h.  Länder, die sich im Übergang zur Marktwirtschaft befinden) durchführen und sich selbst anrechnen. Und wenn ein Land die ihm zugestandene Menge an Emmissionen unterschreitet, kann es Lizenzen für die verbliebenen Emmissions-rechte verkaufen. Dies würde z.B. Rußland und die Ukraine betreffen, die sich zu einer Stabilisierung ihrer Emmissionen von 1990 verpflichtet haben, z.Z. aber aufgrund ihres wirtschaftlichen Zusammenbruchs 20-30% unter dieser Marke liegen.

Senken
Wälder und landwirtschaftliche Flächen sollen als CO2-Reduktionsmaßnahmen, sog. Senken, angerechnet werden.
Wir rufen zur Beteiligung an folgenden Aktionen auf:

I. Internationaler Aktionstag gegen Klimaveränderung am 21. März 2001
(in Solidarität mit dem internationalen Aktionstag gegen Rassismus). Das internationale Netzwerk "Rising Tide" ruft dazu auf, an diesem Tag dezentral in den Städten eigenständige Aktionen durchzuführen. Mögliche Aktionsformen sind: Fahrraddemo bzw. critical mass, Streiks, Flyer verteilen, Straßentheater, Demonstrationen, Bäume auf Tankstellen pflanzen, Klimafilm im Kino zeigen, Blockaden usw. An diesem Tag soll vor allem auf die Ungerechtigkeit hingewiesen werden, die bei der Klimaveränderung im Spiel ist: Während Entwicklungsländer die ersten sein werden, die unter den Klimaveränderungen zu leiden haben, und sich wegen fehlender (finanzieller) Möglichkeiten nicht genug schützen können, sind (und waren schon immer) die Industrieländer die Hauptverursacher des Problems.

II. Klimakonferenz in Bonn vom 16. - 27. Juli 2001
Gruppen aus verschiedenen Ländern bereiten schon Aktionen vor. Es gibt dazu internationale und bun-desweite Vorbereitungstreffen (Infos unter climate_bonn@yahoo.com). Organisiert Gruppenfahrten nach Bonn!

BUNDjugend Tübingen
Kontakt:
BUNDjugend Tübingen
Wilhelmstr. 30/1
72074 Tübingen
Mail: klimakampagne@antisocial.com
  • Mailingliste: eintragen durch eine Mail an jukss-bw-subscribe@egroups.com -
  • Der ausführliche Aufruftext kann im WWW nachgelesen werden unter www.netzwerk-regenbogen.de/dat.html -



  • Kurztext als Hintergrund (verschickt mit der Einladung zum internationalen Treffen 8.-10. Juni in Bonn)
     

    Climate talks! Money talks!

    In Bonn findet die nächste Weltklimakonferenz vom 16.-27. Juli 2001 statt. Die Auswir-kungen des globalen Klimawandel dürfen nicht monokausal nur im Zusammenhang mit Ökologie gesehen werden. In den aktuellen Verhandlungen spielen rassistische, neokolo-nialistische und neoliberale Tendenzen eine starke Rolle.
    Bereits in den nächsten 10 Jahren muss mit 150 Millionen Umweltflüchtlingen gerechnet werden. Im Jahre 2025 werden 3,5 Milliarden Menschen ohne direkten Zugang zu Wasser sein. Da klingt es zynisch, dass die WTO bereits beschlossen hat, dass Wasser zwar ein Grundrecht, nicht jedoch ein Menschenrecht sei und dass Wasser in Zukunft nach Ange-bot und Nachfrage gehandelt werden soll. Die Frage nach ausreichender Qualität und Quantität von Wasser wird als einer der Hauptkriegsursachen des 21. Jahrhunderts prog-nostiziert. Währenddessen ist die "Festung Europa" errichtet worden. Es ist sehr fraglich, ob alle Opfer des Klimawandels in ausreichenden Maße einen Computer bedienen kön-nen, um als "nützliche AusländerInnen" hier eine neue "Lebensberechtigung" zu bekom-men.
    Die Auswirkungen des globalen Klimawandels machen sich heute bereits bemerkbar: es gibt mehr als doppelt so viele Naturkatastrophen, wie noch Mitte der 90er Jahre. Die Zu-kunftsprognose für das 21. Jahrhundert hat dante´sche Ausmaße: etwa ein Drittel aller Tier und Pflanzenarten werden aussterben, Naturkatastrophen, wie Überschwemmungen, Stürme und Dürren werden stark zunehmen, viele Gebiete werden unbewohnbar werden und Seuchen und Epidemien werden ausbrechen.
    Das wissenschaftliche UN-Gremium, dass diese Zukunftsprognosen errechnet hat, das "Intergovernmental Panel for Climate Change" (IPCC, www.ipcc.ch),  hat ebenfalls errech-net, dass eine CO2-Reduktion von mindestens 60% notwendig wäre, um das globale Kli-ma zu stabilisieren. Die Reduktionsvorgaben im aktuell verhandelten "Kyoto-Protokolls" reichen längst nicht aus, das Protokoll sieht eine weltweite CO2-Reduktion von 5,2 % vor. Die Reduktionsvorhaben werden weiter unterhöhlt durch die Schaffung von sehr fragwür-digen Methoden der betroffenen Ländern, um die Kosten für die Reduktion möglichst ge-ring zu halten: Atomkraftwerke und große Wälder sollen als Co2-reduzierende Maßnah-men anerkannt werden und  CO2 soll zukünftig an der Börse gehandelt werden.
    Die Weltklimakonferenz in Bonn ist die Nachverhandlung der gescheiterten Klimakonfe-renz von Den Haag. Ziel wird es auf dieser Weltklimakonferenz einmal mehr sein, das Ky-oto-Protokoll von 1997 ratifizierbar zu machen, d.h. eine weltweite durchschnittliche Koh-lendioxidreduktion um 5,2 % ab 1990 bis zu den Jahren 2008 - 2012 durchzuführen.
    Die Klimaverhandlungen sind geprägt von einer stark überrepräsentatierten Wirtschafts-lobby und von einer stark unterrepräsentierten Delegation der Betroffenen ("Entwicklungs-länder", Noch-Inselstaaten, Flüchtlinge etc.).
    In Bonn hat sich das breite außerparlamentarische und kapitalismuskritische Bündnis "Ri-singtide" gegründet, um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und Proteste während der Weltklimakonferenz zu organisieren. Wir sind dezentral organisiert und verfügen über gute bundesweite und internationale Kontakte.  Mit direkten Aktionen und Reclaim-The-Street-Parties werden wir unseren Protest formulieren. Weitere Informationen können auf unserer Homepage www.risingtide.de gefunden werden oder direkt über info@risingtide.de .
    Wake up and get active! Don´t nuke the climate!
    Kontaktadresse: Risingtide, Wolfstr. 10 (Hinterhof), 53111 Bonn, Tel. 0228-9637773, Fax: 0228-9637774, (vorher anrufen), mail: info@risingtide.de, www.risingtide.de


    Ein Aufruf aus Tübingen ...

    BUNDjugend Tübingen
    Wilhelmstr. 30/1
    72074 Tübingen
    klimakampagne@antisocial.com
    An alle Jugendumweltaktiven

    Klimakampagne
    Aufruf zu Klimaaktionen
    Tübingen, den 18.02.2001
     

    Hallo Ihr,

    Die letzte Klimakonferenz oder auch "6th Conference of the Parties" (COP6) in Den Haag ist gescheitert. Die beteiligten Staaten konnten sich noch nicht einmal auf eine CO2-Reduktion von 5,2 % gemäß des 1997 unterzeichneten Kyoto-Protokolls einigen.  Dabei geben selbst UN-Wissenschaftler zu, daß eine CO2-Reduktion von mindestens 60% nötig ist, um nur damit anzufangen, die von den Menschen verursachten Klimaveränderungen wieder rückgängig zu machen. Doch vieles, was in Den Haag diskutiert wurde, kann sowieso nicht in unserem Interesse sein:

    1. Atomenergie gilt als Ausweg aus der Klimakatastrophe und soll daher gefördert werden.
    2. Wälder und landwirtschaftliche Flächen, die bekanntlich CO2 aufnehmen, sollen als CO2-Reduktionsmaßnahmen (sogenannte Senken) angerechnet werden.
    3. Der Handel mit Emissionen soll erlaubt werden (USA ist für eine 100%ige Erlaubnis, EU für eine 50%ige). Demnach könnten die Entwicklungsländer ihre unverbrauchten Quoten von Emissionen an Industrienationen verkaufen. Neue emissionsarme Technologie müßte dagegen aus den Industrienationen importiert werden. Von diesem Handel profitieren vor allem die Industrieländer. Und wenn z.B.  mit Geldern der USA eine Solarstrom-Anlage in Südamerika gebaut wird, soll die entsprechende CO2-Reduktion der USA angerechnet werden. Für die USA ist das natürlich kostengünstiger, als dieselbe Anlage im eigenen Land zu bauen. Das internationale Klimaschutz-Netzwerk "Rising Tide" spricht von "CO2-Kolonialismus".
    "Kolonialismus wurde durch die Erfindung immer neuer Ware fortgesetzt... Zucker... Tee... Kaffee... CO2-Emissionen?"

    Anstatt ständig die Bedeutung der Entwicklungsländer bei der CO2-Reduktion zu betonen, die sie "aufgrund ihrer Bevölkerungsgröße und der zu erwartenden Ausweitung ihrer Wirt-schaftstätigkeit" hätten, sollte folgender Aspekt berücksichtigt werden:
    Die Entwicklungsländer werden die ersten sein, die unter den weltweiten Klimaveränderun-gen zu leiden haben (vgl. Ausdehnung der Wüsten, Überschwemmungen...). Die in Armut lebende Mehrheit der Menschheit wird v.a. deshalb von den Klimaveränderungen mehr be-troffen sein als die reiche Minderheit, weil sie nicht über die Ressourcen und Möglichkeiten verfügt, sich zu schützen, d.h.  umzuziehen, sich eine andere Arbeitsstelle zu suchen etc. Doch diejenigen, die besonders betroffen sind, nämlich Inselstaaten, lokale Gemeinschaften, indige-ne Gruppen, Kinder, Umwelt- und Wirtschaftsflüchtlinge, haben bei den UN-Klimaverhandlungen nichts zu sagen. Stattdessen sind transnationale Konzerne wie z.B. Exxon, Texaco und DuPont dort überrepräsentiert.  Die Verursacher des Problems sind dagegen die Industriestaaten.
    80% aller CO2-Emissionen stammen aus den Industrieländern.  Historisch gesehen waren der Ressourcenverbrauch und die Emissionen dort immer am höchsten. Das Netzwerk "Rising Tide" spricht von einer "ökologischen Schuld" der Industrieländer.  Einsparungsmaßnahmen müßten also vor allem dort vorgenommen werden!
    Die offiziellen UN-Klimaverhandlungen gehen an dem eigentlichen Problem vorbei. Wir können weder den an den Klimaverhandlungen beteiligten Regierungen noch der UN Vertrau-en entgegenbringen.  Wir glauben nicht, daß sie nur Sachzwängen folgen, sondern daß sie sehr wohl anders könnten, wenn sie wollten.  Die Klimaverhandlungen laufen unseren Vorstellungen derart zuwider, daß es uns nicht reicht, kritisch mitzureden, sondern daß wir Widerstand leisten wollen.
    Wir rufen zur Beteiligung an folgenden Aktionen auf:

    1. Internationaler Aktionstag gegen Klimaveränderung am 21. März 2001 (in Solidarität mit dem internationalen Aktionstag gegen Rassismus)

    2. Das internationale Netzwerk "Rising Tide" ruft dazu auf, an diesem Tag dezentral in den Städten eigenständige Aktionen durchzuführen. Mögliche Aktionsformen sind: Fahrraddemo bzw.  critical mass, Streiks, Flyer verteilen, Straßentheater, Demonstrationen, Bäume auf Tankstellen pflanzen, Klimafilm im Kino zeigen, Blockaden usw. An diesem Tag soll vor allem der Zusammenhang zwischen Klimaveränderungen und sozialer Ungleichheit themati-siert werden.
    3. Klimakonferenz voraussichtlich in Bonn (entweder vom 18. - 29. Juni oder vom 25. Juni - 6. Juli)

    4. Noch vor der Folgekonferenz COP7 in Marocco sollen die UN-Klimaverhandlungen in Deutschland fortgesetzt werden. Mehrere Gruppen bereiten dazu schon Aktionen vor. Was genau, steht noch nicht fest. In Den Haag bauten z.B. 6000 Menschen aus über 40 verschiede-nen Ländern einen Klimaschutz-Deich aus 50.000 Sandsäcken rund um das Kongresszentrum.  Organisiert Gruppenfahrten nach Bonn und nehmt an den Aktionen teil! Ihr könnt auch vorher schon zu bundesweiten Vorbereitungstreffen fahren: fragt nach näheren Infos unter climate_bonn@yahoo.com.

    Bildet Banden!

    Sofern Ihr noch keine feste Gruppe habt, mit der Ihr aktiv werden könnt: das ist die Gelegen-heit, eine Gruppe zu gründen bzw. zu anderen, schon bestehenden Gruppen Kontakt aufzu-nehmen! Wolltet Ihr Euch nicht schon immer mit Gleichgesinnten treffen, um zu diskutieren und zu philosophieren, Spaß zu haben und gemeinsam Aktionen zu planen?
    Vernetzung
    In Euren Städten oder Regionen gibt es sicher noch andere Gruppen, die sich mit dem Thema Klimaschutz beschäftigen. Für gemeinsame Aktionsplanung und zum Erfahrungsaustausch kann es sinnvoll sein, sich zu vernetzen.
    Wir können Euch folgende Hilfestellungen anbieten:
    1. Klima-Reader: von uns zusammengestellte und übersetzte Informationen zum Thema Klima
    2. Praxis-Reader: von uns zusammengestellte Informationen zu Gruppengründung, Tips für Aktionen...
    3. ReferentInnen-Vermittlung: wenn Ihr eine Infoveranstaltung zum Thema Klimaschutz durchführen wollt, können wir Euch dafür Kontakte zu ReferentInnen vermitteln.
    4. Die Mailingliste Jukss-BW: diese Mailingliste wurde auf Initiative eines Ländertreffens auf dem Jugendumweltkongreß (Jukß) eingerichtet. Über diese Liste werden auch die Klimaak-tionen in Baden-Württemberg (+ nähere Umgebung) diskutiert. Auf dieser Liste könnt Ihr Euch selbst eintragen (mail an jukss-bw-subscribe@eGroups.com) oder Euch eintragen lassen.
    5. klimakampagne@antisocial.com
    An diese Adresse könnt Ihr mailen, wenn Ihr Fragen habt, wenn Ihr Kontakt zu Personen oder Gruppen haben wollt, die in Eurer Region ebenfalls aktiv sind, wenn Ihr eineN ReferentIn braucht, auf die Mailingliste wollt oder wenn Ihr die obengenannten Reader zugeschickt be-kommen wollt.
    Wer sich nicht in irgendeiner Form zurückmeldet, bekommt in Zukunft keine Post mehr von uns. Karteileichen brauchen wir nicht!
    Das ganze geht natürlich auch per Rückmeldeschnibbel (s.u.) an die folgende Adresse: BUNDjugend Tübingen, Wilhelmstr. 30/1, 72074 Tübingen.
     

    Jasmin Dean
    für die BUNDjugend Tübingen

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    Der klassische Rückmeldeschnibbel!

  • ... Ich möchte weiterhin Post von Euch bekommen
  • ... Ich will den Klima-Reader zugeschickt bekommen
  • ... Ich will den Praxis-Reader zugeschickt bekommen
  • ... Ich brauche eineN ReferentIn für eine Klimaveranstaltung, am allerbesten an folgendem Termin: am ..... '01 um ...... Uhr
  • ... Ich möchte Kontakt zu anderen Aktiven aus meiner Region
  • ... Ich bin damit einverstanden, daß meine Adresse/Tel./email an andere Aktive weitergegeben wird
  • ... Ich möchte auf der Mailingliste Jukss-BW eingetragen werden

  • Vor- und Nachname: ..................
    Straße und Hausnummer: ...............
    PLZ und Ort: ...............
    Telefon: ................
    emehl: .................


    Kurzbericht vom Treffen am 11.3. in Stuttgart:

    KLIMAKONFERENZ 16.-27.2. in Bonn
    Ca. 5000 Wichtigleute (PolitikerInnen aller Länder und Anhang) werden sich diese Zeit in Bonn aufhalten. Orte sind Maritim und die beiden alten Plenarsäle des Bundestages in Bonn. Also zwischen Kern und Bad Godesberg in der Nähe des Rheins. Es geht vor allem um handelbare Emmissionsrechte und Firmenkooperationen, wo die Industrienationen sich über Investitionen in ärmeren Ländern von ihren Pflichten freikaufen können und gleichzeitig Verschmutzungsrechte von verschuldeten Staaten übernehmen können, um ordentlich weiter zu zerstören. Umwelt wird zu Ware und eine ökoimperialistische neue Zeit steht bevor.
    Es gibt zur Zeit ein Bündnis, das aus wenigen deutschen Einzelpersonen, ansonsten aber vor allem aus nichtdeutschen Direct-Action-Gruppen besteht. Das hat sich ( ... ;-) ...) positiv auf die überlegten Aktionsformen ausgewirkt und besteht ein interessantes Konzept. In Stuttgart gab es nun in der Nacht von Samstag auf Sonntag ein Treffen von Leuten aus emanzipatorischen Umweltschutzgruppen (linke Ökologie, Umweltschutz von unten oder wie das auch immer von den Leuten benannt wurde - wir haben keinen Bock auf Labelpolitik), um in die Debatte und Vorbereitung einzusteigen. Wegen Übermuedung (einige waren bei den Parteitagsrangeleien dabei) wurde nicht alles zuendediskutiert. Im Mittelpunkt stand zum einen der Austausch, was schon geplant ist, und dann die inhaltliche Debatte über unsere Positionen. Darauf wurde gefolgert, über verschiedene Stufen eine grundlegende Positionen zu und gegen ökoimperialistische Konzepte und Marktinstrumente zu entwickeln - also zu Schlagworten wie Zertifikatehandel, Ökosteuern, Debt for nature swaps, Nachhaltigkeit usw. Zunächst werden in der kommenden Ö-Punkte-Ausgabe verschiedene Texte zusammengefügt, die Aspekte beleuchten, was da eigentlich läuft. Geplant sind unter anderem Texte zu "Klimaschutz, Rassismus und Imperialismus" oder eine Kritik am Zertifikatesystem.
    Weitere Infos: http://klima.dosdriver.de
    Weitere Treffen: Emanzipatorischer Umweltschutz - 25.3. in Kehl (zwischen Demo und Aktionen); allgemeines überregionales Vorbereitungstreffen in Bonn am 20.-22.4.
    Es wäre schön, wenn es dazu Diskussionen, Rückäusserungen usw. gibt. Zu überlegen wäre auch, wie das Ganze mit A-Camp und Genua (G8) zu verbinden sein könnte, die teilweise zeitlich überschneiden.
    Ein denkbares konkretes Vorbereitungstreffen könnte auch das Direct-Action-Gathering in Bielefeld sein. Bis dahin sollte aber schon mal geklärt sein, ob und wie wir dort mitmischen in Bonn ...


    BUNDjugend  Tübingen, Wilhelmstr. 30/1, 72074 Tübingen

    Klimakampagne
    2. Rundbrief
    Tübingen, den 04. Juli  2001

    Hallo liebe Klimaaktive,

    das ist der vorläufig letzte Rundbrief der Klimakampagne in Baden-Württemberg. Wir wollen nicht ausschliessen, dass uns irgendwann wieder etwas auf den Nägeln brennt und wir Euch wieder gerne informieren würden. Bitte sagt bescheid, wenn Ihr nie wieder Infos von uns haben wollt. Natürlich freuen wir uns auch über positive Rückmeldungen, konstruktive Kritik... so, und jetzt geht's los:

    1.  Rückblick auf die Veranstaltungsreihe
    Vom 25. - 30.6. fanden an verschiedenen Orten in Baden-Württemberg Info-Abende zur bevorstehenden Klimakonferenz in Bonn statt. Die letzte Veranstaltung ist am morgigen Donnerstag, 5.7. um 20.00 Uhr im DemoZ, Wilhelmstr. 45, Ludwigsburg. Jan von der luxemburgischen Jugendumweltorganisation LIFE berichtete über die Hintergründe der Proteste und die geplanten Aktionen in Bonn. Das Interesse war unterschiedlich gross. Von 2 (Stuttgart) bis zu 15 (Tübingen) interessierten Personen gabs alles...

    2. Termine vor der Klimakonferenz
    Mittwoch, 11. Juli: Weltweiter Aktionstag gegen Exxon Mobil (Esso)
    Macht Aktionen bei Eurer lokalen Esso-Tankstelle, Raffinerie, oder Exxon Mobil (Esso)-Vertretung! Warum: Esso ist Bush' größter Unterstützer und der schlimmste "Greenhouse Gangster". Esso hat einen verheerenden Ruf in Sachen Menschenrechte und Umweltschutz und propagiert weltweiten Freihandel.
    Mehr Infos:
    http://www.globalwarming.isbad.net
    http://www.pressurepoint.org
    Mailinglist: http://groups.yahoo.com/group/stopglobalwarmingnow
    Mittwoch, 11. Juli: Verschobener Castor-Transport in die WAA La Hague Der Transport wird von Stade und Brunsbüttel aus durch Deutschland rollen und bei Lauter-bourg die Grenze zu Frankreich passieren.

    3. Terminplanung während der Klimakonferenz
    Sonntag, 15. Juli:
    Ankunft der Fahrradkarawanen in Bonn, Ökomarkt in der Innenstadt
    Montag, 16. Juli:
    Fahrraddemo, Start: Münsterplatz abends Theatergruppe auf Rheinauen-Bühne (nach Einbruch der Dunkelheit)
    Donnerstag, 19. Juli:
    Reclaim-the-Streets, Auftaktkundgebung und angemeldete Demoroute
    ab 18 Uhr: Risingtide-Festival in Bad Godesberg
    auch abends: Gratiszug nach Genua zum G 8-Gipfel
    Samstag, 21. Juli:
    BUND-Aktion: Rettungsboot für den Klimavertrag
    Infrastruktur allgemein:
    Mündliche Zusage für Turnhallen wurde zurückgezogen, d.h. zur Zeit kein Massenquartier. Um flexibel zu sein, sollten Zelte mitgebracht werden. Eventuell einige kleinere Gebäude zum Übernachten.
    Infozentrum, Medienzentrum usw.:
    In einem Gebäude sollen Indymedia, die Videogruppe Engage und ein Medienzentrum ge-schaffen werden.

    4. Fahrt nach Bonn
    Fahrt zu den Risingtide-Aktionen:
    Es soll eine Fahrradkarawane aus der Schweiz nach Bonn geben.  Start ist am 9. Juli, die Route und Zeitplanung ist uns leider noch nicht bekannt.
    Einige von uns wollen am 15. oder 16. Juli nach Bonn fahren. Zur Bildung von Fahr- und Wochenendticket-Gemeinschaften meldet Euch bei uns, ebenso wenn Ihr genaueres über die Fahrradkarawane wissen wollt: BUNDjugend Tübingen, Adresse s.o. und Jasmin (Tel.  07071/552517).
    Fahrt nur zur Rettungsboot-Aktion am 21. Juli:
    Die BUNDjugend Baden-Württemberg organisiert einen Bus von Stuttgart aus, der am spä-ten Freitag-Nachmittag/-Abend abfährt, am Sonntag gegen 12.00 Uhr wieder zurückfährt und ca. 30 DM kostet. Übernachtung ist kostenlos und Verpflegung (Rampenplan) kostet 20 DM.
    Bitte meldet euch ganz schnell verbindlich an: bei rettungsboot@buju-bw.de oder Tim (Tel. 07464/3917).

    5. Material
    Plakate: Bestellungen an Risingtide, c/o Buchladen Le Sabot, Breite Str. 76, 53115 Bonn, Tel. (risingtide): 0228-9637773, Fax: 9637774.
    Massenzeitung: Bestellungen auch an Risingtide oder bei kleineren Mengen (bis 50 St.) gg. Porto an uns, die BUNDjugend Tübingen, Adresse s.o.
    Vielleicht sehen wir uns in Bonn!
    Grüsse, Jasmin für die BUNDjugend Tübingen


    DAN goes Klimagipfel

    Vom findet der Klimagipfel in Bonn statt. Das DAN gehört ja eigentlich zu den Gruppen/Netzwerken, die jetzt geradezu prädestiniert sind, hiergegen zu agieren, also rufen wir dazu auf, das Pfingstreffen als Ort zu nutzen, sich auf die Aktionen gegen den Klimagipfel vorzubereiten. Auf dem Pfingstreffen, wird es neben den Leuten die schon Erfahrung mit Direkter Aktion haben und euch diese vermitteln können, auch die Struktur geben um Aktionen vorzubereiten und Gruppen zum Aktionieren zu finden. Wir werden Computer, Werkstätten, Vielleicht ne Druckmöglichkeit, und anderes haben, was ihr nutzen könnt.
    Wir hoffen, das auch viele Basisgruppen, schon vorbereitet kommen, so das auf dem Treffen ein Aktionskonzept entwickelt werden kann.
    Also lasst uns den Herrschenden ihr (Tagungs-)Klima versauern.
     

    Zusätze mit konkreten Ideen:

    - Am 18.-20. Mai nach Bonn fahren zum Direct-Action-Planungstreffen, dort genaue Ideen entwickeln, die dann in Bielefeld an ähnlichen Gebäuden, in ähnlichen Straßensituation usw. trainiert werden.
    - Konkrete Workshops für das Direct-Action-Gathering vorbereiten (Materialien usw.)
    - Auf dem Direct-Action-Gathering diese Aktionen trainieren und konkret für Bonn planen ... oder sogar: schon loslegen (z.B. gefakte Behördenbriefe layouten, die z.B. auch schon vor der Klimakonferenz in Bonn verteilt werden usw.)

    Die Chance: Training mit konkreter Umsetzung verbinden!!! Das könnte eine gute Chance sein!


    Protokoll des Regionaltreffens vom 01. April 2001 in Bonn, Rising Tide Büro.

    Anwesend (bei traumhaftem Wetter):
    Till (Koordination Infrastruktur), Bianca (Climate Network Europa, Koordination Outreach), Gerald (Forum Umwelt und Entwicklung), Kim (Medien), Philipp (Linksruck, Medien), Antjana (Linksruck, Outreach), Roman (Koordination Medien), Cornelius (Webmaster, Medien). Ellen (Linksruck, Outreach), Klaus (Demo-Sanis, Medical) Kristian (Netzwerk Friedenskooperative), Malte (Oscar-Romero-Haus), Patrick (Linksruck, Infrastruktur)

    TOP1
    Begrüßung, Aktuelles & Termine
    Till berichtet von geplanten Aktivitäten von Friends of the Earth/BUND. Es ist geplant eine zentrale Aktion (vermutlich Samstag, 21. Juli) zu machen. Zwei Alternativen: Entweder eine Mauer um das Kongressgebäude oder eine Arche Noah aus Holz in Zusammenarbeit mit allen Gruppen. Ein Vorbereitungstreffen findet dazu am 5. April in Bonn statt, zu dem Till eingeladen wurde. Rising Tide beschließt, stärker als in Den Haag mit FOE/BUND zusammenzuarbeiten bzw. Aktionen abzusprechen.

    Bericht vom 1. Bundesweiten Vorbereitungstreffen zu Genua: Der Weltklimagipfel findet parallel zum G8 Gipfel (20. - 22. 07.) statt. Es gibt bereits von vielen Organisationen (u.a. Euromarsch, Attac, Linksruck, WEED) Planungen für die Mobilisierung nach Genua. Dennoch wurde auf dem Treffen klargemacht, dass auch Proteste beim Weltklimagipfel unterstützt werden sollen. Dafür wurde der Vorschlag entwickelt, einen zentralen Aktionstag in der ersten Woche in Bonn zu organisieren und danach Züge mit Hilfe der Gewerkschaften nach Genua bereitzustellen. Rising Tide beschließt einen zentralen Aktionstag am Donnerstag, 19. Juli in Bonn. Danach geht der "Widerstandsexpress" weiter nach Genua. Es wird außerdem geplant, dass alle, die bei Aktionen in Bonn beteiligt waren, auch die Forderungen zum Klimaschutz nach Genua weitertragen. Es finden aber nach wie vor über die gesamten zwei Wochen Aktionen, Veranstaltungen und Kulturprogramm in Bonn statt.

    Bundesjugendkongress der Grünen Jugend: Roman berichtet, dass eine von ihm eingebrachte Resolution zur Unterstützung der Positionen von Rising Tide angenommen wurde (http://www.gruene-jugend.de/loadhtm.php3?datei=doks/kyoto.htm)

    Kurze Debatte über die Aktuelle Position der USA: Bush lehnt das Kyoto-Protokoll entschieden ab und will die USA aus allen internationalen Verhandlungen zum Klimaschutz abziehen. Diese Position führte zu heftigen Reaktionen, v. a. bei EU-Staaten. Andere Blockierer wie Australien, Japan wollen dagegen weiter an den Verhandlungen teilnehmen. Die aktuelle Entwicklung ist äußerst dramatisch, es gibt aber auch Chancen. Zwar würde mit den USA der Hauptverschmutzer (25%) aus den Verhandlungen aussteigen, aber das Kyoto-Protokoll könnte durch Einwirkung der EU verstärkt werden.

    Termine:
    5.April:  BUND-Treffen zum Weltklimgipfel in Bonn
    20. - 22. April: Internationales Vorbereitungstreffen im AZADE, Bonn
    22. April Suppkultur (Vegane Suppe und Diskussion) im Oscar-Romero-Haus
    24. April: Podiumsdiskussion mit Jörg Bergstedt in Bonn
    06 - 13 Mai Internationales Treffen von ASEED zum Einfluss der Konzerne auf Einrichtungen wie die EU in Estland
    11. - 13. Mai: Vernetzungstreffen für lokale Widerstandskollektive in Dresden
    01. - 04. Juni: Antikapitalistische Tagung in Berlin

    TOP2:
    Berichte aus den Arbeitsgruppen
    Medien:
    Homepage ist fertig und online (www.risingtide.de). Cornelius hat eine Struktur eingerichtet, die ständig mit Termine und Informationen aktualisiert wird (Anregungen oder Lob an webmaster@risingtide.de
    Alle arbeitenden Gruppen haben bereits eigene e-mail Adressen und sind für konkrete Frage über diese erreichbar (Infos auf der Homepage)
    Erste Flugblatt wurde bereits bei den Castor-Protesten verteilt, wird aber noch überarbeitet. Für Flugblätter und Plakate werden noch LayouterInnen gesucht!
    Für das Independent Media Center wurde bereits Kontakt nach Amsterdam, Australien und Berlin aufgenommen zu indymedia (www.de.indymedia.org wird noch Kontakt hergestellt.

    Infrastruktur:
    Die Arbeitsgruppe hat sich seit dem letzten Treffen zweimal getroffen und Hat einen Spendenaufruf entwickelt, das internationale Treffen vorbereitet und einen Veranstaltungsort für das Internet-Café während der Konferenz organisiert. Das Büro verfügt auch über einen PC, der in den nächsten Tagen internetfähig ist.

    Kultur:
    Ein erster Finanzplan wurde entwickelt, z. Zt. werden Plakate und Flyer erstellt. Es gibt erste Bands, die sich am Kulturprogramm beteiligen wollen. Auch der BUND wird ein Konzert organisieren.

    Medical:
    Es gibt Kontakte zu anderen alternativen SanitäterInnen. Es ist geplant, eine Sanitätsstation einzurichten und eine Anlaufstelle  während der Aktionen aufzubauen. Der Ermittlungsausschuss für evtl Repressionen wird ebenfalls organisiert.

    Outreach:
    Es gibt Kontakte zu ASEED sowie zu den Widerstandsnetzwerken. Z. Zt. wird ein ReferentInnen-Team aufgebaut, dass für lokale Veranstaltungen zur Verfügung steht. Linksruck will in verschiedenen Städten Infoveranstaltungen oder Podiumsdiskussionen organisieren (Ab Mai)
    Die Grüne Jugend Bayern macht Aktionen und werbung in München, in Baden-Württemberg gibt es eine Klimakampagne von BUND, Linksruck und anderen, die Busse organisieren wollen.

    Landunter:
    In der Bonner Umweltgruppe "Landunter" gab es eine Diskussionsveranstaltung zum Klima. Es stehen bereits die nächsten Veranstaltungen zu Rising Tide (bereits gelaufen - d. Autor) und zu den bisherigen Konferenzen an.

    TOP3:
    Fundraising
    Kristian gibt eine Einführung in die grundsätzlichen Bedingungen für die Förderung von Projekten und Materialien. Als mögliche Finanzquellen wurden die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Heinrich-Böll-Stiftung und die Rosa-Luxemburg-Stiftung sowie deren regionale Vertretungen genannt. Allgemein wird aber eingeschätzt, dass es sehr schwer wird, an die Gelder heranzukommen. Aber ein Versuch sei besser als gar nichts. Der Grüne Zweig Bonn ist für Projekte mit Bonn-Bezug ein guter Ansprechpartner, des weiteren Stiftungen aus dem Umweltbereich (z.B. Bundesstiftung Umwelt). Alle Anträge müssen, auch aufgrund der Kurzfristigkeit, gut begründet sein. Auch müssen alle Quittungen, Belege gesammelt werden. Auch kleine Anträge in klarer eindeutiger Sprache sind zu empfehlen.
    Bei der Diskussion wird deutlich, dass es ein extra Team zu Fundraising geben müsste, aber auch dass sich das keiner zutraut. Klaus will in den nächsten Tagen Infomaterial über die e-mail-Verteiler schicken. Das Spendenkonto wird voraussichtlich vom Oscar-Romero-Haus e.V. bereitgestellt.

    TOP4:
    Arbeitsgruppen
    Von den anwesenden Gruppen nutzen die Mediengruppe und die Outreach-Gruppe die Zeit für weitere Planung ihrer Arbeit.

    TOP5:
    Internationales Treffen
    Das internationale Treffen muss noch vorbereitet werden. Die Einladung ist bereits draußen. Ein Vorbereitungstreffen findet am Mittwoch, 18. April  um 19:00 Uhr im Büro statt.

    TOP6:
    Resolution und Name
    Die Resolution, die am Freitag rumgemailt wurde, wird noch um die Ergänzungen von Gerold und Gerald erweitert und überarbeitet. Die diskutierte Fassung wird verabschiedet und wird in den nächsten Tagen an Gruppen und Personen mit der Bitte um Unterstützung gemailt.
    Es wird außerdem noch eine deutsche Ergänzung des Namens Rising Tide gefunden. Die Gruppe heißt ab sofort: Rising Tide - Gerechtigkeit im Klimaschutz. Der Name wird in der nächsten Woche in ein neues Logo eingebaut

    Ende gegen 19:00 Uhr
    Protokoll: Philipp


    Mailinglisten, Internet, Mailadressen

    bon-cop6b@yahoogroups.com (Risingtide general organisation list, open, unmoderated)
    copsupport@yahoogroups.com (support list with only a few mails, closed, moderated)
    agda@yahoogroups.com (direct action preparation list, restricted, unmoderated)
    risingtide@egroups.com (international risingtide organisation list, open, unmoderated)
    globaler_klimawandel@yahoogroups.com (science list, open, unmoderated)
    risingtide-media@yahoogroups.com (media list, english)
    risingtideis@yahoogroups.com (infrastructure list, restricted, unmoderated)
     

    Important mail adresses:
    action@risingtide.de   Action
    direct-action@risingtide.de   Direct Action
    funding@risingtide.de  Funding
    infrastructure@risingtide.de  Infrastructure
    culture@risingtide.de  culture
    media@risingtide.de   media
    outreach@risingtide.de   outreach
    legal@risingtide.de      legal help
    science@risingtide.de    science

    important personal adresses runkpock1000@yahoo.com.sg  (Osman, Funding, Culture) till@risingtide.de   (Till, Infrastructure) roman@risingtide.de  (Roman, media) cornelius@risingtide.de  (Cornelius, Webmaster) info@climnet.org  (Bianca, Outreach) demosanis@gmx.net  (Klaus, medical service)


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