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Direct Action: Widerstand im Alltag
Praktische Ideen und Aktionen

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Ideen für Alltagsaktionen und widerständige Stadtrundgänge

Unterwegs ist mensch im Alltag ja ohnehin sehr viel - warum also nicht ganz nebenbei die Umwelt umgestalten, Sand ins Getriebe streuen und an vielen Stellen kleine Fragezeichen im Gefüge der Normalität hinterlassen? Parkuhren, Mülleimer, Telefonzellen, Zeitungen und Produkte in Läden bieten Möglichkeiten, z.B. mit Aufklebern, Spuckis, Edding, Flyern, kompaktem Kleister-Set oder Sekundenkleber kreativ zu werden. All das ist mit geringem Aufwand verbunden, unauffällig und auch gut alleine durchführbar - dabei durchaus mit Masseneffekten. Hier nur ein kleine Sammlung von Ideen - wer die eigene Umgebung beobachtet, wird mit der Zeit schnell eigene Einfälle bekommen und immer neue Orte finden für Eingriffe in die herrschende Normalität ...

Anmerkung: Die Ideen dokumentieren lediglich die Ergebnisse unterschiedlichster Brainstormings, d.h. sie stellen keinen Aufruf zur Nachahmung oder Durchführung illegaler Handlungen dar.

Objekte für Aktionen und Möglichkeiten zum Handeln

Zigarettenautomaten

Zigarettenautomaten bieten sich an, um dort Zettel oder Aufkleber anzubringen:

Leuchtreklamekästen

Immer mehr dieser Kästen stammen aus einer einheitlichen Produktion (französische Firma). Entsprechend gleich ist auch der Trick, wie die Kästen mit den über 1 Meter hohen, von hinten beleuchteten Plakaten aufzukriegen sind. Das klappt nämlich mit einem simplen Plastikrohr. Die richtige Größe hat das graue Schutzrohr um Elektrokabel, dass z.B. in Wände verlegt wird, damit hinterher das Stromkabel dort durchgezogen werden kann. Es hat ca. 12mm Durchmesser und passt bei den Leuchtreklamekästen, die unten an der Seite ein Loch zum Öffnen haben. Reinstecken (verschwindet etliche Zentimeter im Inneren, deshalb sollte das Teil ruhig 30cm lang sein) und dann zur Außenfläche hin drehen (also wenn die links ist, gegen den Uhrzeigersinn). Dann geht der Kasten auf, das Plakat kann ausgetauscht oder verändert, die Sicherung ausgeschaltet werden ...

Telefonzellen

In Telefonzellen ist fast immer Platz, um Aufkleber oder gefälschte Anzeigen zu montieren. Tipp: Wer die fast immer vorhandenen, freien Werbeflächen ausmisst, kann passgenaue Zettel entwerfen und diese unter der Plexiglasfläche anbringen, um die "Haltbarkeit" zu erhöhen. Wichtig ist, den passende Schraubenzieher nicht zu vergessen.

Beispiel: Fake in Telefonzelle
In Dresden verkündeten authentisch wirkende Aufkleber, dass jedes Telefonat standardmäßig abgehört würde - wer den "Service" nicht wolle, sollte unter einer bestimmten Nummer anrufen ... zufällig ein Unternehmen für so eine Überwachungstechnologie.

Im Laden

Regale voller Produkte schaffen viele Möglichkeiten, den normalen Ablauf von Konsum zu stören oder anderweitig zu nutzen; ein paar Ideen:

Zeitungen

Zeitungen eignen sich, um Flyer einzulegen oder Fakes (Fälschungen), die optisch an Beilagen erinnern und nicht als "Fremdkörper" erscheinen - am besten mit Bezug zur jeweiligen Zeitung.

Weitere, ungeordnete Ideen

Beispiel: Kommunikationsguerilla gegen Überwachung und Kontrolle

Seit in Gießen die Gefahrenabwehrverordnung verabschiedet wurde, fanden sich auf Parkuhren, Telefonzellen, Zigarettenautomaten und Papierkörben irgendwann Hinweiszettel auf angebliche Überwachungskameras. In Telefonzellen war zu lesen: „Diese Telefonzelle wird überwacht - bitte nur staatstreu formulieren!“; auf Papierkörben „Dieser Papierkorb wird kameraüberwacht - bitte angepasst wühlen!“. Vorlagen für die aufgekleisterten Überkleber und Informationen zur Gefahrenabwehrverordnung finden sich unter www.abwehr-der-ordnung.tk.

Hilfreiche Methoden

Eine Möglichkeit sind verabredete Stadtrundgänge, die mit einem lockeren Brainstorming kombiniert werden, bei dem alle in die Runde werfen, was für Unsinn mensch mit konkreten Plakaten, Produkten und Schildern machen könnte. Damit können die Wahrnehmung für Aktionsmöglichkeiten trainiert und gleichzeitig Ideen für eine spätere oder sofortige Umsetzung gesammelt werden.

Es kann aber auch Sinn machen, erst einmal wie beschrieben einfach ,nur` zu brainstormen, d.h. den Rahmen einer vorbereitenden Übung zu erhalten, damit eine lockere Atmosphäre gegeben ist. Denn für Einsteigerinnen kann der Wurf ins kalte Wasser auch Ängste verstärken und Hemmungen schaffen, wenn das Ideensammeln sofort mit einer Aktion verbunden ist. Daher sollte Sensibilität für dies Problematik aufgebracht werden.

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