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Biotopkartierung

Kartenauswertung ++ Entwurf der Leitbilder ++ Biotoptypen ++ Strukturerfassung ++ Links und Lesestoff

Dies ist noch eine Baustelle, es fehlen Grafiken und Texte!

Kartenauswertung

Karten von Boden und Geologie

Karte

Inhalt

Verwendung

Bodenübersichtskarten 1 : 5000
(auf der Grundlage der Bodenschätzung) (Katasterämter, nicht flächendeckend vorliegend)
Genaueste Darstellung:
Räumliche Abgrenzung der Bodentypen mit Profilskizzen, aus denen neben der Dicke und der Zusammensetzung der einzelnen Bodenschichten auch die Vernässungstiefe zu ersehen ist.
Zudem Angaben über Ausgangsmaterial, Ackerzahlen usw.
Genaueste Auswertung möglich, Gliederung der Landschaft nach Bodentypen (die wiederum vor allem für den Wasserhaushalt aussagekräftig sind).
In den meisten Gebieten geben die Böden noch Hinweise auf ursprüngliche Verhältnisse, z. B. vor einer Dränung der Flächen.
Bodenkarten 1 : 25 000
(nachfragen bei Landesämtern für Bodenforschung)
Bezug: GeoCenter, Schockenriedstr. 44 70565 Stuttgart
(nicht flächendeckend)
Darstellung der Bodenform, insbesondere der Eigenschaften als Pflanzenstandort. Zum Teil sind Auswertekarten zu den Wasserverhältnissen u. ä. vorhanden. Weniger differenzierte Analyse möglich. Raumgliederung wie oben bereits vollzogen, jedoch ungenauere Grenzziehung und Kennzeichnung der Räume.
Geologische Karte 1 : 25 000
(nachfragen bei Landesämtern für Bodenforschung)
Bezug: s. o.
(nicht flächendeckend)
Hauptkarte:
Darstellung des geologischen Aufbaus des Untergrundes; Verwendung nur bei ausreichenden geologischen, insbesondere bodenkundlichen Kenntnissen.
Als Beikarte z. T.: Bodentypen.
Die Bodentypen-Beikarten sind ähnlich wie die Bodenkarten oben zu verwenden, jedoch aufgrund ihres noch kleineren Maßstabes nur noch sehr eingeschränkt.
Es gibt eine große Anzahl von Einzelkarten und einzelnen Auswertekarten. Bei den Landesämtern für Bodenforschung sind die meisten einzusehen. Es gibt dort meist auch Übersichten über die vorhandenen Kartenwerke, die man sich besorgen sollte.

Auswertung der Bodenkarte
Eine Bodenkarte enthält meist sehr detaillierte Angaben über den Boden. Ist in ihr der Bodentyp angegeben (also die Bezeichnung für einen bestimmten Boden entsprechend dem Ausgangsgestein und der zeitlichen Entwicklung bzw. anderer, prägender Faktoren wie Wasser u. ä.), so kann hieraus bereits umfassend die landschaftliche Prägung abgeleitet werden. Oft ist den Bodenkarten ein Erläuterungsheft angefügt, in dem weitere Angaben über den geologischen Untergrund bis hin zur Eignung für bestimmte, landwirtschaftliche Nutzungsformen zu finden sind. Manche Bodenkarten enthalten nur Teilinformationen, so z. B. über Bodenart, Bodenentstehung oder landwirtschaftliche Eignung.

 Reliefkarten

Karte

Inhalt

Verwendung

Deutsche Grundkarte 1 : 5000
Normalausgabe mit Höhenlinien (Katasterämter, nicht flächendeckend vorliegend)
Genauestes Höhenlinienwerk:
Detailgenaue Wiedergabe auch geringer Höhenunterschiede, insbesondere Kennzeichnung auch kleiner Böschungen, Abbruchkanten und vor allem Mulden.
Präzise Auswertung des Reliefs zum Zwecke der Abgrenzung von Landschaftsräumen.
Topographische Karte 1 : 25 000
(Meßtischblatt)
(Buchhandlungen und Katasterämter, flächendeckend vorliegend)
Höhenlinien noch relativ genau:
Einschnitte sowie größere Mulden erkennbar.
Guter Überblick über die Grobgliederung der Landschaft.
Abgrenzung von Landschaftsräumen möglich, jedoch kaum eine genaue Grenzziehung (was auch nicht so wichtig ist!).
Topographische Karte 1 : 50 000
(Buchhandlungen und Katasterämter, flächendeckend vorliegend)
Nur noch für einen groben Überblick geeignet, bei wenig reliefierten Gebieten als Kartengrundlage für die Raumgliederung geeignet. Kaum direkte Verwendung, nur als Grundlage bei wenig reliefierten Gebieten.
Es liegen zum Teil Sonderkarten vor, z. B. Karten im Maßstab 1 : 10 000 mit gut auswertbaren Höhenlinien bzw. sog. „Geomorphologische Karten“ bzw. die „Orohydrographischen Karten“, in denen das Relief im besonderen dargestellt ist. Diese Karten sind jedoch nur selten erstellt worden. Nachfragen kann sich aber lohnen!
Vegetationkarte

Zwei Typen von Karten sind zu unterscheiden: Die der realen, also der heute existierenden Vegetation, und die der heutigen potentiellen natürlichen Vegetation, also der Gesellschaft, die sich einstellen würde, wenn eine menschliche Beeinflussung beendet und sich so eine natürliche Entwicklung wieder einstellen würde.
Die Karte der realen Vegetation ist nur mit Vorsicht zu genießen, sind doch Standortverfälschungen aus ihr nicht abzulesen. An den Pflanzenarten ist nicht abzuleiten, ob z. B. Nährstoffreichtum oder fehlende Nässe natürlich oder künstlich sind. Mit einigen Hilfsmitteln, vor allem einer Analyse des Relief, lassen sich diese Informationen aber zusätzlich gewinnen.
Die heutige potentielle natürliche Vegetation ist dagegen für eine landschaftliche Analyse sehr gut geeignet. Sie umfaßt die Gesellschaften, die sich bei Beendung menschlichen Einflusses einstellen. Zu diesem Einfluß gehören Entwässerung oder Nährstoffeintrag, solange diese nicht zu unumkehrbaren Veränderungen geführt haben. Karten der h.p.n.V. enthalten meist auch Angaben über die Nutzungsmöglichkeiten der Böden bis hin zu Angaben zum Naturschutzwert. Wo diese Karte vorhanden ist, sollte sie auch genutzt werden.

Luftbilder

Landschaftliche Einheiten können auch auf Luftbildern erkannt werden. Mit einem entsprechenden Zusatzgerät lassen sich Luftbilder (dann jeweils zwei zusammen) sogar so betrachten, dass das Relief erkennbar wird (dreidimensionales Bild). Dann lassen sich solche Fotos wie die Reliefkarten auswerten.

Entwurf der Leitbilder

Die Ausstattung der Landschaft führt zur Karte der Leitbilder, d.h. einer Planungsunterlage, auf der die jeweilige Prägung der Landschaft eingetragen und daraus grobe Zielaussagen für den Biotopschutz entwickelt werden. Sinn des Ganzen ist, die Detailplanungen nicht als Bastelei verkommen zu lassen, sondern mit den konkreten Maßnahmen zur Renaturierung der gesamten Landschaft beizutragen. Wasser- und Nährstoffhaushalt sind dafür ebenso prägend wie überregionale Großverbundsysteme und -dynamiken (z.B. Überschwemmungen in Flußtälern).

Das Ganze wird in einer Karte zum Ausdruck gebracht, d.h. durch Farben oder Schraffuren sowie passende Symbole sind die Ziele der Landschaftsentwicklung aus der Sicht des Arten- und Biotopschutzes darzustellen.

Dabei kommt der Kartensignatur eine doppelte Bedeutung zu:

  1. Es werden Entwicklungsrichtungen festgelegt, d. h. zu den einzelnen Symbolen werden Ausführungen über die anzustrebenden Nutzungen, naturnahen Strukturen und deren Flächen und Verteilung gemacht.
  2. Es ergibt sich eine Abstufung der Schutzintensität und damit auch der Nutzungsrestriktion.

Zunächst erfolgt eine Zweiteilung in Landschaftsräume besonderer Prägung und solche auf Normalstandorten. Die dazupassende Signatur könnte sein:

Beide Bereiche werden dann noch je in zwei Stufen unterteilt, um besonders intensiv geprägte, als Kernbereiche naheliegende oder sonst besonders zu schützende oder zu beachtende Flächen festzuhalten. Dadurch sich also insgesamt eine Vierstufung der Schutzintensität ergibt.


Beispiel einer Karte der landschaftlichen Situation (links) und der daraus entworfenen Leitbilder (rechts)

Symbole und Kennzeichnungen der Leitbilder

Im folgenden werden die Kategorien erläutert, die dann mit Symbolen und Schaffuren in den vor allem durch Relief- und Bodenmerkmale abgegrenzten Räumen besonderer Prägung eingetragen werden. Zu jeder Kategorie gehört dann ein Katalog von Zielaussagen, der als Rahmen für die Detaillierung im Biotopfunktionsplan und später in den Detailplänen zu verwenden ist. Die hier folgenden Angaben können dabei nur als Richtung dienen, sie müssen für die konkrete landschaftliche Situation angepasst werden.

Trockenwälder (oft trocken und mager)
Alle trockenen, gehölzbestandenen Flächen sind in dieser Weise ausgezeichnet, soweit sie nicht innerhalb anderer Räume mit dem Vorrang Naturschutz liegen und dort mit erfaßt sind.

Kernbereiche in Trockenwäldern
Alle Anteile der gekennzeichneten Waldflächen sind mit einer Vertikal-Schraffur versehen, die bedeutet, daß in diesen Flächen ein natürlicher Waldbestand zu entwickeln ist. Nutzungen irgendwelcher Art sind fernzuhalten (Naturwald).

Pflege/Nutzung
Zunächst sind alle standortfremden Arten zu entfernen, die entstandenen Lücken entweder mit Arten der h.p.n.V. aufzufüllen oder der natürlichen Sukzession zu überlassen.
In allen Waldbeständen sind folgende Maßnahmen durchzuführen:

Offene Trockenbereiche mit Gehölz
Trockenzüge, bis auf wenige Ebenen ohne besondere Trockenprägung, sind gekennzeichnet. Die Kernbereiche müssen in besonderer Weise entwickelt werden.

Pflege/Nutzung
Zulässig sind allein extensive Mähwiesen oder Weiden, z. B. mit extensiver Schafhaltung. Fremdstoffzuführungen sind unzulässig.

Wegenetz
Es sind ausschließlich Sand und Graswege zulässig, am besten mit breiten Krautsaumen mit Gebüschgruppen.

Kleinstrukturen
Wildwuchszonen, Sukzessionsflächen und Gebüsche sollten die Flächen möglichst kleinparzellig durchziehen. Ein Wechsel von Gehölzsukzession und Entbuschung kann stellenweise förderlich sein.

Wasser und Nährstoffhaushalt
Es darf keine Veränderung, insbesondere keine Fremdstoffzufuhr erfolgen. Überdüngte Bereiche sind gezielt auszumagern. In diesen Bereichen gelten die Festlegungen der Kernbereiche in abgeschwächter Form. Eine möglichst hohe Dichte von Kleinstrukturen und extensiven Nutzflächen ist anzustreben. Fremdstoffeinsatz darf die Höhe entzogener Nährstoffe nicht überschreiten (d. h. geringe Mengen Festmist und ähnliches sind zulässig, Giftstoffeinsatz nicht).


Feuchtbereiche mit Gehölzen
Staunasse Ebenen sowie die Talräume sind flächendeckend in dieser Form gekennzeichnet, wenn man die Bereiche ausnimmt, in denen aufgrund der Gehölzarmut eine offene Landschaft erhalten werden soll. Die Maßnahmen in diesen Bereichen erstrecken sich von naturnahen Nutzungsformen zur Renaturierung oder Neuanlage von Feucht- und Gehölzbiotopen.

Kernbereiche
In diesen Bereichen sind eine an Naturschutzgesichtspunkten ausgerichtete Nutzungsform (extensive Feuchtwiesen, Festlegung des Mahdzeitpunktes) und eine hohe Dichte naturnaher Kleinstrukturen anzustreben. Entsprechende Forderungen sind im folgenden mitgenannt. Andere Nutzungen wie Erholung u. ä. sind zu unterbinden.

Weitere Flächen
Der überwiegende Teil ist als „Vorrang Naturschutz“ zu betrachten, d. h. Nutzungen sind möglich, wenn sie dem Ziel nicht entgegenstehen.

Pflege/Nutzung
Anzustreben ist eine Grünlandnutzung in allen Bereichen, soweit nicht Gehölze oder naturnahe Kleinstrukturen vorhanden sind.
In der Nähe von Gewässern, im Randbereich anderer Biotope sowie in feuchten Senken u. ä. ist nur eine extensive Nutzung zulässig. Randstreifen mit sporadischer Mahd (ca. alle 3 bis 4 Jahre) bleiben stehen.

Wegenetz
Ein Wegenetz kann erhalten bleiben bzw. angelegt werden, jedoch sollte soweit möglich auf geschlossene oder wassergebundene Decken verzichtet werden.
Geteerte Hauptverbindungen müssen außerhalb der gekennzeichneten Gebiete verlaufen. Verrohrungen unter Wegen sind zu vermeiden bzw. aufzuheben.

Kleinstrukturen
Der Erhalt vorhandener und, je nach Situation, die Neuanlage naturnaher Strukturen gehören zu den wichtigsten Zielen in diesen Bereichen. Wichtigste Strukturen sind neben den Gehölzstrukturen (Hecken, Gehölze usw.) Feuchtbiotope.


Naturwald
Forstwirtschaft darf in diesen Flächen in keiner Form betrieben werden. Ebenso sind Jagd, Erholungsnutzung usw. fernzuhalten.

Wegenetz
In den gekennzeichneten Flächen dürfen keine Wege vorhanden sein, auch in der Umgebung ist ein ausreichender Abstand von den Naturwaldflächen zu wahren, damit keine Störungen in diese hineinwirken.

Wasser- und Nährstoffhaushalt
Es dürfen keine weiteren Veränderungen der Nährstoff- oder Wasserverhältnisse erfolgen, vorhandene sind zu beseitigen.

Neben den hier geschilderten Entwicklungsrichtungen sind verschiedene Maßnahmen, die unten für die übrigen Gehölzflächen genannt sind, durchzuführen (Waldrandgestaltung u. ä.).


Wald und Gehölze
Der größte Teil der Gehölzflächen ist nicht durch eine @ besondere Schraffur gekennzeichnet. In diesen Gebieten ist der Naturschutz vorrangig zu behandeln, was bedeutet, daß Nutzungen dann erlaubt sind, wenn sie der Zielrichtung für diese Gebiete nicht entgegenstehen.

Pflege/Nutzung
In den Flächen ist eine naturnahe Waldwirtschaft anzustreben, das bedeutet eine natürliche Artenzusammensetzung sowie einen möglichst naturnahen Waldaufbau.
Jagd, Erholung usw. sind so zu steuern, daß keine schwerwiegenden Störungen auftreten.
Zusätzlich sind aber auch in diesen Waldflächen kleine Parzellen anzulegen, in denen keine Forstwirtschaft betrieben wird. Diese Naturwaldparzellen sollten mindestens 2, besser 10 Hektar groß sein und nach dem Prinzip der Repräsentativität, d. h. in einem zusammenhängenden Waldstück sollten alle Standorttypen durch eine Naturwaldparzelle vertreten sein, bestimmt werden.

Wegenetz
Auf befestigte Wege ist, soweit möglich, zu verzichten, die Naturwaldparzellen sollten von Wegen freigehalten werden.

Kleinstrukturen
Alle Elemente von Vielfalt an Bodenformen, Kleinbiotopen im Wald oder Stadien natürlicher Dynamik sind zu schützen.

Wasser- und Nährstoffhaushalt
In Waldbeständen sollte auf eine Veränderung der Wasser- und Nährstoffverhältnisse grundsätzlich verzichtet werden. Dies gilt insbesondere für die Naturwaldparzellen.


Offene Täler und Feuchtsenken
Als besonders vordringlich kann die naturnahe und durchgängige Gestaltung und Offenhaltung aller Fließgewässer bezeichnet werden; in den meisten Fällen sollten diese ein- oder beidseitig mit Gehölzen bestanden sein.
Bei Gefahr von Viehverbiß sind entsprechende Abzäunungen vorzunehmen, entlang aller Strukturen sind Säume zu erhalten.

Wasser- und Nährstoffhaushalt
Feuchtgeprägte Bereiche dürfen durch keine Maßnahme beeinträchtigt werden, umgekehrt sind Gebiete, in denen zum Zwecke der ackerbaulichen Nutzung Grundwasserabsenkungen vorgenommen wurden, wiederzuvernässen.
In den meisten Bereichen kann jedoch die ausreichende Bewirtschaftbarkeit der Grünlandflächen geduldet werden. Auf Dünger- und erst recht Pestizideeinsatz sollte weitgehend verzichtet werden, mindestens im Randbereich aller Gewässer, Feuchtsenken oder an der Grenze zu Gebieten mit dem „alleinigen Ziel Naturschutz“.


Offene Feuchtbereiche
Für die offenen Feuchtbereiche gelten ähnliche Ziele wie für die vorstehend genannten „Feuchtbereiche mit Gehölzen“, nur sollte der in diesen Gebieten vorhandene offene Charakter der Landschaft erhalten bleiben. Gehölzpflanzungen sowie andere Sichthindernisse sind mit diesem Leitbild nicht vereinbar.
Die gesamten Flächen sind als „alleiniges Ziel Naturschutz“ gekennzeichnet, was zu der Forderung nach extensiver Feuchtwiese als Nutzungsform, der Anlage bzw. dem Schutz von Feuchtbiotope sowie der Verlegung aller noch in diesen Gebieten befindlichen Wege mit festen Decken usw. führt. Erholung, Jagd usw. sind weiträumig von diesen Bereichen fernzuhalten.


Ackerflächen und Siedlungen
Keine Vorrangansprüche hat der Naturschutz an diese nicht gekennzeichneten Flächen. Dieses bedeutet nicht, daß keine Naturschutzmaßnahmen durchgeführt werden, sondern daß diese sich auf Restflächen, entlang von Wegen oder anderen Grenzen u. ä. beschränken. Durch eine Vielzahl von Maßnahmen ist aber auch auf diese Weise der Wert vieler Flächen als Lebensraum zu erhöhen sowie die trennende Wirkung intensiv genutzter Flächen oder bebauter Bereiche aufzuheben bzw. zu mildern.
In allen Bereichen, die an trocken- oder feuchtgeprägte Flächen grenzen ist eine besondere Kleinstrukturdichte anzustreben. Dieses begründet sich entweder aus der Nachbarschaftslage zu wertvollen Bereichen oder aus den Standortverhältnissen, die eine solche Forderung erheben lassen.
Entsprechend diesen jeweiligen Verhältnissen sind insbesondere Kleinbiotope (Tümpel, naturnahe Fließgewässer oder Hecken, Feldgehölze usw.) zu schaffen.

Geländekartierung Biotoptypen und Grobstrukturen

Die Detailplanung umfaßt die Aufstellung einer Mängelliste und daraus zu folgernder Maßnahmen für alle bestehenden Strukturen sowie (wenn notwendig) detaillierte Pläne bis hin zu Gestaltungsskizzen und Pflanzplänen usw. für die nach dem Biotopverbundplan hinzukommenden Lebensräume. In beiden Fällen ist es unerläßlich, ein „Idealbild“ eines Lebensraumes zu entwerfen und den bestehenden damit zu vergleichen bzw. einen neu zu schaffenden daran auszurichten.
Zunächst werden die bestehenden Strukturen grob erfaßt. Gleichzeitig oder danach sind die Details aufzunehmen. Dazu dienen die Kartierungsbögen (Kopiervorlagen) mit Anleitung und Liste der Zeichen, die in eine Karte 1 : 5000 einzutragen sind und für einige Strukturen ausreichen (siehe unten).

Das Ergebnis der Großstrukturkartierung kann in einer Karte mit Symbolen eingetragen werden (siehe Beispiel rechts: Gehölzstrukturen).

Die verschiedenen Biotoptypen müssen typisiert werden.

Auswertung und Planung aus der Großstrukturkarte


Am Beispiel: Karte der Biotopfunktionen (links) und Plan für einen vollständigen Biotopverband mit Funktionen (rechts)

Geländekartierung Detailstrukturen

Dieser Schritt kann, wenn kein Zeitdruck besteht für erste Planungen, auch mit den zweiten Schritt zusammen erfolgen, d.h. dann werden die Biotoptypen in der Karte eingetragen und jeweils z.B. mit einer Nummer versehen, unter der dann Detailinformationen aufgenommen werden. Hierzu bieten sich Kartierungsbögen als Hilfsmittel an.

Kartierungsbögen als Hilfe

Insgesamt existieren Kartierungsbögen für folgende Lebensräume:

  1. Fließgewässer (Bäche, Gräben usw.)
  2. Kleingewässer (Tümpel, Teiche usw.)
  3. Feldgehölze (auch Buschgruppen, Einzelgehölze usw.)
  4. Hecken (auch Alleen)
  5. Waldränder
  6. Seeufer (abschnittsweise)
  7. Grünland und Krautflächen (Wiese, Weide, Brache, Heide, Obstwiese usw.)
  8. Feldrain (Krautstreifen u. ä.)

Für die großflächigen Lebensräume und Nutzflächen wie Wald, Acker usw. reichen hingegen Eintragungen in die Karte, wie sie auch in der Kartierung für das Biotopverbundsystem vorgenommen wurden.
Auf jedem der Kartierungsbögen können mehrere Strukturen erfaßt werden. Es ist sinnvoll, wenn sich Kartierungsgruppen zunächst in gemeinsamer Kartierung auf eine gleiche Auslegung der Begriffe auf den Kartierungsbögen einigen und dann erst, um schneller voranzukommen, einzeln oder in Kleingruppen gebietsweise oder nach Lebensräumen getrennt kartieren. Trotz oftmaliger Anwendung der Bögen durch Laien und Fachleute sowie anschließender Überarbeitung kann nie ausgeschlossen werden, daß verwendete Begriffe mißverstanden werden. Dieses wird aber nur dann schlimm, wenn innerhalb einer Kartierung die Begriffe unterschiedlich angewendet werden.
Die Aufgliederung der Kartierungsbögen nach Lebensräumen ist wichtige Voraussetzung, zielgerichtet für ein Schutzprogramm die Daten zu erheben. Die meisten Kartierungssysteme, die bereits existieren, kennen diese Unterteilung nicht und sind daher für diesen Zweck nicht nutzbar (und auch meistens nicht gedacht!).

Kartierungsprogramme der Bundesländer

In allen Bundesländern sind Biotopkartierungen gelaufen. Meistens sind sie nicht flächendeckend, sondern erfassen nur die wertvollen Lebensräume. Zudem veralten sie schnell, denn die Ausräumung der Landschaft geht zügig weiter - hinzu kommen Biotopbasteleien, bei denen sich Ausgleichsmaßnahmen-suchende Firmen und Behörden sowie unterbeschäftigte NaturschützerInnen an den wenigen verbliebenen naturnahen Flächen abarbeiten.

Das folgende sind die Links zu Beschreibungen der Länder-Biotopkartierungen und, wo vorhanden, zu den dortigen Biotopkartierungsanleitungen:

Vorschlag für Schlüsselworte bei Notizen über den Lebensraum

Quelle: Landschafts-CD (auch als PDF)

Allgemeine Angaben

Dimension
Kleinere Objekte im Feld geschätzt, grössere aus Plan / Luftbild gemessen

Alter

Standorteigenschaften

Lage im Gelände

Boden

Umgebung

Nutzung

Werbestimmende Kriterien
Die Auswahl der wertbestimmenden Kriterien richtet sich nach der Bewertungsmethode

Strukturreichtum

Bedeutung für ...

Bedeutung (Skala)

Enthaltene Elemente / Einschlüsse
Beschränkung auf die wichtigsten Einschlüsse innerhalb des Elementes nötig

Fauna

Flora

Schutzstatus


Gefährdung

Links und Lesestoff

Biotopschutz in der Praxis

Aus Teilen des dreibändigen Werkes ist ein neues Buch entstanden, dass im Juni 2011 bei Wiley-VCH erschienen ist:

Bergstedt, Jörg
Biotopschutz in der Praxis: Grundlagen - Planung - Handlungsmöglichkeiten
1. Auflage - Juni 2011 ++ 44,90 Euro ++ 2011, 380 Seiten, Softcover, 20 Farbbilder
ISBN-13: 978-3-527-32688-4 ++ Wiley-VCH, Weinheim

Kurzbeschreibung
Alles was man zum Schutz und bei der Neuanlage von Biotopen wissen muss: Ökologische Grundlagen, konkrete Schutzmaßnahmen und Fördermöglichkeiten für die 30 wichtigsten Lebensräume. Mit Arbeitsmaterialien zum freien Download - nämlich hier auf diesen Seiten!

Martin Lobsiger/Klaus C. Ewald: Landschafts-CD

Kernstück der CD ist eine Typisierung von über 250 Landschaftselemente. Diese werden beschrieben, überwiegend sind auch Fotos vorhanden. Zudem wird ein Vorschlag gemacht, mit welchem Symbol diese bei einer Kartierung im Gelände auf den mitgeführten Karten eingetragen werden können. Dazu findet sich dann auch ein Kartierungsbogen, auf dem dann die genaueren Daten zu jeder Landschaftsstruktur erfasst werden können. Dieser ist allerdings ziemlich allgemein gehalten - daher für alle Biotoptypen verwendbar, gleichzeitig aber nicht geeignet, die von verschiedenen KartiererInnen erfassten Daten wirklich vergleichbar zu machen. Als Informationsquelle für die praktische Arbeit im Gelände (vor allem in Landschaftsräumen, wie sie in der Schweiz typisch sind) ist die CD nützlich. Systemvoraussetzung laut CD-Hülle: Windows95 bis XP und Macintosh ab System 8.1. (2002, vdf Hochschulverlag in Zürich, CD, 49,90 €)