Chronik April 2006

Siehe auch: Übersicht ++ Übersicht 2002 ++ Übersicht 2001 und vorher

Reportage: OLG Frankfurt verwirft Revision von Projektwerkstättlern Anzeigen

Reportage: Dokumentation der Angriffe auf das Demonstrationsrecht Anzeigen

  • 31.3.-2.4. in Leipzig (Gieszer Str. 16, Plagwitz): Vorbereitungstreffen zur Mobilisierung gegen den G8-Gipfel 2007. Infos zum Treffen ++ Wiki zur Mobilisierung ++ weitere Infoseite ... ++ Kritische Seite zur Organisierungsform
  • 10.-13. April 2006 in Berlin: Seminar zu Selbstorganisierung im Alltag (Schnorren, Containern, Teilen ...). Mehr ... (Wiki zum Treffen)
  • 14.-17.4.2006 in Berlin: Autoorganisation 2006 (Kongress und Aktionen für Freiräume, aber letztes Mal mit Ausgrenzung & Co.). Mehr ...
  • 14.-17.4.2006 in Berlin im Supamolly: Organisierungstreffen im Rahmen von Autoorganisation: Her mit unabhängige Strukturen - Freiräume aufbauen!
    Viele Autonome Zentren sind nur solange "autonom", wie Räumlichkeiten von der jeweiligen Stadt zur Verfügung gestellt werden. Projekte mit emanzipatorischer Zielsetzung sind oft abhängig von staatlichen Förderungen (Hauptamtliche, Räume, Gelder vom AStA) und daher anfällig für Eingriffe von außen. Und auch die einzelnen AkteurInnen sind in der Regel in gesellschaftliche Zwänge wie Schule, Ausbildung oder Lohnarbeit eingebunden. Für eine Bewegung "von unten" - etwas, was in D-Land fast völlig fehlt - ist der Aufbau materiell wie politisch unabhängiger Strukturen ein wichtiger Teil. Daher laden wir ein, auf und neben dem Kongress Autoorganisation 2006 in Berlin eine selbstkritische Debatte über die Organisierung von Freiräumen und autonomer Projekte zu starten. Mehr ...

Genauere Programme von:

Reportage: Seminar "Selbstorganisierung in Alltag und Politik"

Leben ohne Jobben und Abhängigkeit (Containern, Schnorren, Klauen, Selbstmachen, Teilen) ++ Politik ohne Papi Staat, Mami RLS und Tante Attac
Widerständigkeit ist fast immer auf eine kurze „Sturm und Drang“-Phase beschränkt – auch, weil es kaum organisierte Versuche gibt, kapitalistischer Zwänge im Alltag zurück zu drängen. Der dreitägige „Grundkurs“ richtet sich an alle, die sich Wissen aneignen wollen, um sich systematisch der Abhängigkeit von Lohnarbeit oder Staatskohle zu entziehen – um mehr Zeit für radikale Politik und ein schönes Leben zu haben. Neben der Weitergabe von Erfahrungen ist auch Raum für’s direkte Ausprobieren. Es gibt zwar auch ‚fest’ angesetzte Workshops – je nach Interesse können gerne weitere Runden zu allen Aspekten selbstorganisierten Lebens hinzukommen.

Tipps und Tricks, um an Lebensmittel, Klamotten, Wohnraum und vieles mehr zu kommen. NutzerInnengemeinschaften, Tauschen - die ganzen praktischen Ideen für einen unabhängigen Alltag ... möglich ist:

  • Einführung
  • Große Sammlung: Was kann wie beschafft, organisiert, selbst hergestellt werden? Mobilität, Wohnen, Essen ...
  • Besuch in einem Umsonstladen
  • Übungen bis Ausprobieren: Handwerkliches, Ökotechniken, Renovieren ...
  • Und natürlich ... die Containernacht: Wir besorgen unser Essen aus den Mülltonnen von Supermärkten!
  • Tipps und Tricks für politische Gruppen: Räume, Materialien, Gelder ...

Das folgende ist ein Programmvorschlag, der natürlich veränderbar ist.

  • Mo, 10. April 06 um 18 Uhr in der Offenen Uni: Einführung zum Grundkurs „Selbstorganisierung in Alltag und Politik“, Brainstorming & Programmbesprechung
    Welche Möglichkeiten bietet Selbstorganisierung, um sich individuell und kollektiv den Zwängen von Markt und Staat zu entziehen? Was sind Grundvoraussetzungen? Was sind die Grenzen? Nach einem kurzen Input ist Raum zur Programmplanung für den Grundkurs, um z.B. Workshops oder Übungsphasen zu vereinbaren.
  • Di, 11. April 06 um 11 Uhr in der Offenen Uni: Frühstück und Workshop „Alles für alle – von gemeinsamer Infrastruktur zur Zusammenführung der Lebensbereiche“
    Alles privat anzuschaffen ist zeitaufwendig und erhöht den Druck zur Lohnarbeit. Dabei ist es viel einfacher, zusammen mit anderen einen gemeinsamen Reichtum zu schaffen – besonders dann, wenn es gar keine abgeschotteten Privatbereiche mehr gibt. Was sind Beispiele und Möglichkeiten gemeinsamer Infrastruktur?
  • Di, 11. April 06 um 14 Uhr im Umsonstladen Berlin-Mitte:
    Workshop „Umsonstläden als Teil umfassender Selbstorganisierung“
    Muss ich selbstlos sein , um einen Umsonstladen aufzubauen? Welchen Nutzen hat diese „Einrichtung“ für einen selbstorganisierten Alltag und die politische Kommunikation? Welche Rolle spielen U-Läden für den Ausstieg aus Marktzwängen?
  • Mi, 12. April 06 um 11 Uhr in der Offenen Uni: Workshop und Praxiskurs „Schnorren“
    Was gibt es wo? Wie funktioniert effektives Schnorren bei Firmen? Nach allgemeinen Einführungen zu den Möglichkeiten des Schnorrens besteht ausgiebig Gelegenheit, sich selbst zu versuchen – direkten Schnorren, Anrufen bei Firmen usw.
  • Mi, 12. April 06 16.00 Uhr in der Offenen Uni: Workshop „Gratisessen systematisch organisieren“
    Volle Kühlschränke ohne Geld – geht das? Was sind Möglichkeiten und Grenzen? Wie funktioniert „Containern“, d.h. das gezielte Abgreifen von Resten aus dem Zwischenhandel? Neben Tipps und Tricks zur Organisierung von Gratisessen sind auch Praxisversuche denkbar ...
  • noch offen / ungeplant:
    - Theorie-Workshop Klauen - sinnvollerweise vor Samstag früh
    - Workshop "Geld auftreiben"
    + Überblick Geldtöpfe
    + simple Anträge (RLS, Jugend für Europa, JANUN & co.)
    + Geldtöpfe über Kontakte nutzen (z.B. DGBjugend, Parteien)
    + Praxisteil: "simple" Formulare sofort für eigenes Projekt ausfüllen (könnte auch zur Finanzierung weiterer APO-Calypse-Veranstaltungen genutzt werden)
    - Kooperationsebene von Organisierung: Sonntag?
    + Gemeinschaftseigentum
    + Netzwerke von Containern- und Schnorrgruppen
    + ...
    - Selbstmachen-Workshop
    + Beispiele: Aufstriche & Co. aus Containertem in großen Mengen herstellen, handwerkliche Tätigkeiten
    + wer interessiert sich für was? - Praxisteil: einzelne Sachen mal ausprobieren

Reportage: Seminar "Her mit unabhängige Strukturen - Freiräume aufbauen"

  • 14.-16. April 2006 in der Offenen Uni BerlinS (am Ende und Anschluss von Autoorganisation)
  • Wiki zum Treffen mit Einladung und mehr. Einladungs-Flyer als .pdf

Viele Autonome Zentren sind nur solange "autonom", wie Räumlichkeiten von der jeweiligen Stadt zur Verfügung gestellt werden. Projekte mit emanzipatorischer Zielsetzung sind oft abhängig von staatlichen Förderungen (Hauptamtliche, Räume, Gelder vom AStA) und daher anfällig für Eingriffe von außen. Und auch die einzelnen AkteurInnen sind in der Regel in gesellschaftliche Zwänge wie Schule, Ausbildung oder Lohnarbeit eingebunden. Für eine Bewegung "von unten" - etwas, was in D-Land fast völlig fehlt - ist der Aufbau materiell wie politisch unabhängiger Strukturen ein wichtiger Teil. Daher laden wir ein, auf und neben dem Kongress Autoorganisation 2006 in Berlin eine selbstkritische Debatte über die Organisierung von Freiräumen und autonomer Projekte zu starten. Wir erhoffen uns Austausch und Debatte zu ....

  • Praktische Möglichkeiten der Selbstorganisierung politischer Projekte ohne Markt und Staat
  • Selbstorganisierung und Gratis-Ökonomie in unserem Alltag
  • Rechtsformen und rechtliche Absicherung für Freiräume
  • Planung praktischer Schritte (Netzwerke gegenseitiger Hilfe, kooperative Nutzung von Ressourcen, Weitergabe von Know-How über Seminare, Webseiten)
  • Wege zur gleichberechtigte Organisierung von Freiraum-Projekten
  • Infos zu Selbstorganisierung im Alltag: www.alltagsalternative.tk

Wie organisiert sich das Treffen?
Als Rahmen schlagen wir ein viertägiges Open Space vor - d.h. einen offenen Rahmen, in dem das Programm dynamisch entwickelt wird von allen, die daran teilnehmen. Daher werden wir den Treffpunkt so einrichten, dass Raum ist für viele kleine Runden, die bei möglichst hoher Transparenz hoffentlich produktiv sein können - Infowand, Wandzeitungen und Materialien zur Dokumentation werden dabei behilflich sein. Durchgehender Treffpunkt für das Open Space ist das Supamolly.

  • Infos zu Open Space
  • Ideen, Fragen und Themen für das Treffen können auf dem Wiki gesammelt werden.

Wann geht es los?
Freitag, 14. April, 19 Uhr: Tuschelrunden zum Organisierungsansatz
Unsere Idee ist, an diesem Abend mit einem möglichst schwungvoll und gleichberechtigten Austausch zu starten, damit an den folgenden Tagen die Interessen der anwesenden Menschen im Mittelpunkt stehen. Als Methode schlagen wir das Prinzip der Tuschelrunde vor, um sich zu "beschnuppern", eigenen Interessen offen zu legen, Ideen und Fragen zu sammeln, um darauf aufbauend Verabredungen für Arbeitsgruppen usw. zu treffen.

Samstag, Sonntag & Montag ab 11 Uhr: Frühstück & Fortsetzung des Open Space
An diesen drei Tagen startet das Open Space "Her mit unabhängigen Strukturen - Freiräume aufbauen" um 11 Uhr mit gemütlich-produktivem Frühstück als Startpunkt für Debatten, Verabredungen für den Tag usw.

Reportage: Seminar "Herrschaftsfreie Welt?"

Anarchie, Basisdemokratie, Radikaldemokratie und andere Utopien
Wie kann eine "andere Welt" aussehen? Was haben irgendwelche anderen schon mal gedacht und was sind die Unterschiede zwischen Basis- und Radikaldemokratie, ist Anarchie was anderes, was schlug Marx vor? Und was wäre unsere Idee für eine herrschaftsfreie Welt, so wir sie denn wollen?
Folgende Themen können angegangen und Fragen geklärt werden:

  • Was ist Herrschaft? Wo taucht sie überall in welchen Formen auf: Direkte Macht (Hierarchie) ++ Abhängigkeit ++ Normierung ++ Ökonomische Abhängigkeit ++ Diskurse ++ Metaebene und Mitläufertum
  • Blick in die Geschichte: Was ist Anarchie? Antike Demokratie? Experimente: Spanien, Pariser Kommune, Schwarzenberg, Ukraine und mehr
  • Welche Modalitäten sind sinnvoll: Tief- und Hintergründiges zu Autonomie, Basisdemokratie, Radikaldemokratie
  • Kritischer Blick auf die Forderungen von sozialer Bewegung, Linksparteien ...
  • Knifflige Fragen: Strafe abschaffen - Freiheit für Vergewaltiger? ++ Faustrecht ++ Eigentum
  • Ideen für Aktionen zum Thema austauschen und entwickeln

Links: Ankündigung in der FR, 19.4.2006

  • 18. bis 23. April in Gießen: Bommeltage ... Veranstaltungen und Aktionen rund um den Umsonstladen, u.a.

    • Dienstag, 18.4., ab 12 Uhr: Politischer Umsonstladen (Diskussionen über Aktionen, Projekte, konkretes Planen ... 15 Uhr: Einführung in kreative Aktionsmethoden ... 18 Uhr: Treffen zur Planung weiterer "Politischer Umsonstladen-Tage"
    • ab 19 Uhr: Filmabend (Film "Lebensunwert")
    • Mittwoch, 19.4., ab 19 Uhr: Diskussionsveranstaltung zu alternativen Lebensgemeinschaften
    • Donnerstag, 20.4., 16-19 Uhr, Seltersweg/Drei Schwätzer: Modenschau und Aktionen für Umsonstleben
      19.30 Uhr: Hörspiel "Über fdie Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat"
  • 21. bis 23. April 2006 in der Projektwerkstatt in Saasen: Seminar "Herrschaftsfreie Welt? - Anarchie, Basisdemokratie, Radikaldemokratie und andere Utopien". Mehr ...
  • 28.-30. April 2006 in der Projektwerkstatt in Saasen: Seminar "Sexismus, Zweigeschlechtlichkeit und antisexistische Praxis". Mehr ...
  • Samstag, 29.4., will die Uni in ihren Plantagen am Alten Steinbacher Weg 44 transgene Gerste aussäen. Bericht in Gießener Anzeiger und Frankfurter Rundschau (und hier)
  • Sonntag, 30.4., ab 15 Uhr in der Projektwerkstatt in Saasen (Ludwigstr. 11): Offener politischen Nachmittag in der Projektwerkstatt: Einfach mal vorbeikommen ... Zeit haben für Gespräche, Informationen, Nachfragen, Projektplanungen ... Stöbern im Archiv ... in den Werkstätten des Hauses was machen ... Essen, Trinken, Musik hören oder machen, Lesen & more. Zu Beginn (also 15 Uhr): Film "Berufsrevolutionäre" ... und abends: Party!

Genaueres Programm von:

Reportage: Sexismus, Zweigeschlechtlichkeit und antisexistische Praxis

Von Geburt an werden Menschen darauf zugerichtet, einem der zwei vorgegeben Geschlechtern zu entsprechen und die entsprechende Sexualität zu entwickeln. Wer ohne eindeutige Geschlechtsmerkmale auf die Welt kommt, wird chirurgisch und hormonell angepasst. Solche Gewalt ist allerdings nur selten nötig: Ob Medien, Spielzeug, Wissenschaft oder Stammtischgespräch die zweigeschlechtliche Norm durchzieht Gesellschaft bis in die letzten Winkel. Völlig selbstverständlich reproduzieren (fast) alle Menschen in ihrem Alltag die typischen Rollenlogiken. Diskriminierung, Abwertung und Grenzüberschreitungen sind für Frauen dabei fester Bestandteil dieser Normalität.

Dieses Seminar will einen kritischen Blick auf diese Geschlechterverhältnisse werfen und grundlegende Aspekte beleuchten:

  • Wie äußern sich Sexismus oder patriarchale Verhältnisse?
  • Wurden Menschen schon immer in Männer und Frauen eingeteilt – gibt es Ausnahmen?
  • Wo kommen unsere Rollenbilder her – und was ist ‚geschlechtsspezifische Sozialisation'?

Dabei geht es um mehr als abstrakte Analyse sondern auch die Frage, inwiefern wir selbst jeden Tag an der Aufrechterhaltung zweigeschlechtlicher Verhältnisse teilhaben. Und natürlich auch darum, wie Sexismen und zweigeschlechtliche Logiken überwunden werden und per kreativen Aktionsformen thematisiert werden könnten.

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