Chronik Dezember 2013

Siehe auch: Übersicht ++ Übersicht 2002 ++ Übersicht 2001 und vorher

  • Freitag, 6.12. um 20 Uhr in der Projektwerkstatt (Ludwigstr. 11, 35445 Reiskirchen-Saasen): Ton-Bilder-Schau "Fiese Tricks von Polizei und Justiz"
    "Die Vorwürfe klingen ungeheuerlich: Polizisten basteln einen Brandsatz oder fertigen Gipsabdrücke selbst an, um Beweismittel zu haben. Beweisvideos und -fotos verschwinden, Falschaussagen werden gedeckt, Observationen verschwiegen, um Straftaten erfinden zu können. Alles Hirngespinste von Verschwörungstheoretikern? Offenbar nicht." (ddp am 22.11.2007, 10.26 Uhr)
    Aus erster Hand: Ein erschreckender, zuweilen witziger und immer spannender Vortrag mit konkreten Fällen mit Originalauszügen aus Polizei- und Gerichtsakten. Ein tiefer Blick hinter das Grauen im Polizei- und Justizalltag bis zur Vertuschung, wenn die Operationen schief gehen: Ein Innenminister (heute Ministerpräsident in Hessen) wird gedeckt, StraftäterInnen in Robe und Uniform geschont, Ermittlungsergebnisse manipuliert. Dieser Abend ist eine Mischung aus Enthüllung, Kriminalroman, Kino und Kabarett. Staunen über die Dreistigkeit der Staatsmacht. Kopfschütteln über uniformierte Dummheit. Lachen über die kreative Gegenwehr! Die bekannte Ton-Bilder-Schau von und mit Jörg Bergstedt.
  • 6.-8. 12. in der Projektwerkstatt: Seminar "EA - wie geht Rechtshilfe bei Aktionen?
    Auftakt mit einer Abendveranstaltung (Freitag ab 20 Uhr): Ton-Bilder-Schau "Fiese Tricks von Polizei und Justiz" (siehe oben)
    Bei vielen Aktionen und Demonstrationen gibt es im Hintergrund Menschen, die sich darum kümmern, dass von Repression Betroffene nicht allein gegen Polizei, Justiz usw. ankämpfen müssen. Sie versuchen, den Überblick zu behalten, überwachen die Behörden und/oder vermitteln VerteidigerInnen. Genannt wird eine solche Gruppe meist Ermittlungsausschuss, kurz EA. Viele Menschen schreiben sich deren Telefonnummer auf den Unterarm oder (schlauer) an unbekanntere Orte am Körper, um z.B. nach einer Verhaftung dort Bescheid geben zu können.
    Mit dieser Schulung soll das nötige Grundwissen der EA-Arbeit vermittelt werden. Ziel ist neben der Stärkung bestehender EA-Strukturen der Aufbau eines Netzwerkes (eventuell im Rahmen der Selbst- und Laienverteidigung vor Polizei und Gericht), um auch bei spontanen Aktionen sowie in gegenseitiger Hilfe zur Selbsthilfe aktiv werden zu können (z.B.: Gruppe A macht Aktion und bittet Gruppe B, im Hintergrund "EA" zu sein ... die helfen wieder Gruppe C bei einer anderen Gelegenheit usw.). ++ Infos&Voranmeldung
  • 9.-12.12. in Jülich: Akteneinsicht in die Förderunterlagen zur Agrogentechnik in Deutschland ... nach viereinhalb Jahren Gerichtskrampf sind die Akten endlich freigeben!
  • 16.12. um 11.00 Uhr vor dem Amtsgericht Strausberg: Prozess gegen AntimilitaristInnen, Weil ihnen vorgeworfen wird, unbefugt Militärgelände in der Altmark betreten zu haben
  • 20.-22.12. (Freitag ab 20 Uhr) in der Projektwerkstatt Saasen: Seminar "Offene Räume - Theorie und Praxis"
    Auftakt mit einer Abendveranstaltung (Fr ab 20 Uhr) ++ Sa 14-17 Uhr (auch für Einzelbesuche offen): Infocafe & Rundgänge durch die Projektwerkstatt mit Fragemöglichkeiten
    Als "offener Raum" kann ein Aktionsfeld bezeichnet werden, in dem es keine Beschränkungen gibt, diesen zu nutzen und zu füllen - außer die anderen AkteurInnen, mit denen bei Interessenkollision (z.B. Nutzung der gleichen Infrastruktur, Flächen u.ä. zur gleichen Zeit) eine direkte Vereinbarung geschlossen wird. Ein Raum und seine Ausstattung (Technik, Räume, Wissen, Handlungsmöglichkeiten usw.) ist dann offen, d.h. gleichberechtigt für alle nutzbar, wenn die Beschränkungen physisch und praktisch nicht bestehen, d.h. der Zugang zu den Handlungsmöglichkeiten darf weder durch verschlossene Türen, Vorbehalte, Passwörter usw. verwehrt werden können noch dürfen Wissensbarrieren hingenommen werden, die Einzelne von der Nutzung des offenen Raumes und seiner Teile ausschließen. Dieses bedarf in der Regel eines aktiven Handelns, um Transparenz herzustellen, Zugänge zu Informationen zu ermöglichen und Erklärungen z.B. für technische Geräte bereitzustellen.
    Die Idee offener Räume tritt als Gegenkultur zu Haus- und Eigentumsrechten auf, lehnt formale Hierarchien und Privilegien (exklusive Passwörter, Definitionsmachten usw.) ab. Sie stößt damit aber auf Probleme. Im Seminar sollen Idee, Funktionsweisen, Schwierigkeiten und Lösungsmöglichkeiten diskutiert werden. ++ Infos&Voranmeldung ++ Flyer
  • Ab 22.12. über Weihnachten bis keine Lust mehr ist ... in der Projektwerkstatt Saasen: Sortieren, archivieren und gestalten in den Bibliotheken der Projektwerkstatt
    Das kabrack!archiv ist eines der größten, unabhängigen und politischen Archive des Landes. Schön sortiert nach Themenfeldern werden Bücher, Flugschriften und Medientexte gesammelt. Sie sind für alle Menschen zugänglich - besonders wertvoll für alle, die an politischen Projekten werkeln und die Projektwerkstatt auch dafür nutzen. Rund um Weihnachten wollen wir, wie 2012 schon einmal, gemeinsam neue Materialien einsortieren und auch die im vergangenen Jahr noch nicht geschafften Bereiche endlich einrichten (z.B. Antifa, Gender/Feminismus, Kontakte in Städten&Regionen). Wer will mitmischen? Egal ob für einen Tag oder länger ... herzlich willkommen!
    Und wer dann noch Lust auf Inhalt hat, bleibt zum dann folgenden Seminar (siehe 26.12.) gleich da ...
  • Mi, 23.12. um 9 Uhr im Landgericht Gießen (Saal 200): X-ter Verhandlungstermin im Verfahren wegen angeblicher Brandstiftung gegen den Fraktionsvorsitzenden der Linken im Gießener Kreistag. Er war monatelang sogar zwangspsychiatrisiert - wegen der öffentlichen Kritik daran zeitweise sogar mit Kontaktsperre. ++ Früherer Bericht HR ++ Zusammenfassung auf TV-Orange
  • Mi, 25.12. ab 21:00 Uhr im Radio Lora (München, 92,4) und online On AIR Streitgespräch zwischen Oliver Janich (Anarchokapitalist) & Jörg Bergstedt (Herrschaftskritiker) . Neben Theorien einer herrschaftsfreien Gesellschaft debattieren wir auch über sog. "Verschwörungstheorien". Woher kommen sie, was bewirken sie und was ist von ihnen zu halten?
  • 26.-28.12. in der Projektwerkstatt: Seminar "Ziele, Theorie und offene Fragen bei Veganismus/Tierrechten und -befreiung"
    Beginn: Do, 26.12, um 18 Uhr mit einem freegan-veganen Büffett, dann um 20 Uhr ein Film über widerliche Jagdsafaris
    Nichtmenschliche Tiere werden gegenwärtig zu den verschiedensten menschlichen Zwecken benutzt, gequält und getötet: Milliarden von ihnen leiden in Mastanlagen und sterben in immer neuen Mega-Schlachthöfen, werden in Tierversuchslaboren missbraucht oder zu Unterhaltungszwecken ausgebeutet. Die Empörung über diese Praktiken motiviert die vegane Lebensweise. Auf der Ebene des politischen Aktivismus wird primär gegen die tiernutzenden Industrien gekämpft. Aber lässt sich die Position des Veganismus bzw. der Tierbefreiung überhaupt kohärent begründen und praktisch konsequent umsetzen? Was für theoretische Ansätze gibt es, um sich ergebende Probleme und Dilemmata in Bezug auf den Umgang mit nichtmenschlichen Tieren zu lösen?
    In einem Wechsel aus Input-Referaten, Diskussionen in Kleingruppen und Fish-Bowl-Runden wollen wir den spannenden Fragen nachgehen - und neue finden. Kostproben (willkürliche Auswahl aus vielen Fragen): Was passiert mit Weißstorch und Laubfrosch, wenn keine Wiesen mehr gebraucht werden? Sind Erbsen wirklich vegan, wo doch auf dem Acker viele Tiere getötet oder zumindest vertrieben werden? Was ist mit den Fliegen auf der Windschutzscheibe von Autos, deren Leichen auch viele VeganerInnen gedankenlos mit einem Druck auf die Spülmittelspritze zur Seite wischen? Wie müsste eine Kreislauflandwirtschaft ohne Tiere aussehen? ++ Infos&Voranmeldung ++ Flyer
  • 27.-29.12. in Braunschweig (Nexus, Frankfurter Str. 253): Anti-Knast-Open-Space
    An zweieinhalb Tagen nehmen wir uns Zeit für Diskussionen, Informations- und Erfahrungsaustausch und Arbeitsgruppen rund um Knastkritik. Im Vorfeld haben sich einige Menschen Gedanken gemacht, es gibt aber kein vorgesetztes Programm. Am 27. wird ein Zeitplan zur Raumbelegung und Essensversorgung erstellt, der aber auch weiterhin spontan ergänzt werden kann. Felder der Auseinandersetzungen werden u.a. sein:
    Austausch mit Menschen, die schon im Knast waren; Vorbereitung auf Knastaufenthalte; Austausch und evtl. Planung zu Anti-Knast-Arbeit: Kontakte zu Gefangenen und Angehörigen, Öffentlichkeitsarbeit, Aktionen; Psychiatrisierung, Strafe, Knast, Leistungszwang... wo begegnet uns Repression? In welcher Form tauchen repressive Mechanismen in als emanzipatirisch gelabelten Zusammenhängen aus? Zwangsarbeit im Knast. Außerdem (am 29. um 10 Uhr) etwas zum Thema Selbstschutz/Schutz vor Repression).
    Es besteht die Möglichkeit einer Telephonkonferenz mit einer Aktivistin, die in Kalifornien den Knastwiderstand verfolgt und unterstützt. Zu manchen Themen, die bei den Anti-Knast-Tagen in Bielefeld besprochen werden, wird es vertiefende Diskussionen geben.

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