Chronik Dezember 2015

Siehe auch: Übersicht ++ Übersicht 2002 ++ Übersicht 2001 und vorher

  • Sa, 5.12., um 20 Uhr in Köln (Kolbhalle, Helmholtzstraße 8-32): "Kreative Aktionsformen und emanzipatorischer Widerstand" ++ Infoseite ++ im Rahmen der Vorlesungsreihe "Die Beherrschung verlieren: Anarchie in Theorie und Praxis"
    Wie funktionieren Herrschaft, Ausbeutung, Unterdrückung - und wie kann folglich eine wirksame Gegenwehr aussehen? Aus einer Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse werden Prinzipien für "Direct Action" beschrieben. Sie können einerseits Phantasie, Kreativität und Willen zu wirksamer Aktion mittels Sabotage, Straßentheater, Kommunikationsguerilla und vielen weiteren Ideen anregen. Andererseits soll der Abend auch zeigen, wie anspruchsvolle, emanzipatorische Inhalte als Teil von Aktionen vermittelt werden können. Emanzipatorischer Widerstand ist mehr als der zusammenhanglose Steinwurf hier oder die appellative Sitzblockade dort. Er soll vielmehr das Zentrum von Macht und Unterdrückung demaskieren, schwächen und Chancen für neue Entwicklungen schaffen.
  • Di, 8.12. um 19 Uhr im Freiraum Koblenz (Moselring 2-4; 2. OG): Ton-Bilder-Schau "Die Mischung macht's - erfolgreiche Strategien des Widerstandes (am Beispiel der Agrogentechnik)" ++ Einladung
    Wie lassen sich politische Auseinandersetzungen gewinnen? Das wird am Beispiel der Agrogentechnik gezeigt. Doch die Ton-Bilder-Schau liefert Handwerkzeug für alle politischen Themen und Aktionsfelder.
    Die Story: 2004 starteten Gentechnikkonzerne und Lobbygruppen eine neue Kampagne zur Durchsetzung ihrer Profitinteressen und zur Anlage von Feldern mit manipulierten Pflanzen. Ab 2005 entwickelte sich - wie schon Mitte der 90er Jahre - eine spannende Mischung des Widerstandes: Feldbefreiungen, Feldbesetzungen, Aktionen vor Konzernzentralen und -versammlungen, Recherchen hinter den Kulissen, brisante Veröffentlichungen und viele informative Veranstaltungen. Mit Erfolg: 2011 wurden die letzten Versuchsfelder in einer spektakulären Aktion zerstört. Monsanto, BASF & Co. kündigten ihren Abgang aus Deutschland an. Seit 2012 ist Deutschland gv-Felder-frei. Da lohnt sich der Rückblick: Was macht solche Widerstandsstrategien aus? Was lässt sich daraus für andere Kampagnen und Aktionen lernen, also für den Widerstand gegen Atom oder Kohle, Tierfabriken oder übergriffige Behörden, Nazis oder Sozialabbau, Militär oder Repression. Fotos, kurze Filme und ausgewählte Anekdoten machen die Ton-Bilder-Schau zu einer rasanten Erinnerung an vergangene Protestjahre - immer verbunden mit Tipps und Thesen für eine entschlossene Protestkultur überall. Am Ende besteht die Gelegenheit zur Debatte, Entwicklung eigener Ideen und für konkrete Verabredungen.
  • 18. bis 20.12. in der Projektwerkstatt: Wochendseminar "Sich einmischen!" – Akten und Pläne studieren, mitreden und protestieren vor Ort" ++ Ankündigung bei JANUN
    Kreativer und widerständiger Protest ist gut. Das dürfte inkompatibel sein mit dem Versuch, sich ständig mit den Herrschenden und Privilegierten zu verbinden, um kleine Vorteile zu ergattern, aber damit das Ganze selbst zu unterstützen. Es bedeutet aber nicht, zu den Strukturen des herrschenden Systems ohnmächtigen Abstand zu halten. Ganz im Gegenteil: In den Kochtöpfen der Macht herumrühren, genau hinzugucken, Interessen zu demaskieren, Vorhaben frühzeitig und genau zu kennen, verbessert die Handlungsmöglichkeiten. Darum soll es gehen: Die vorhandenen Beteiligungs- und Handlungsmöglichkeiten im Rahmen des bestehenden Systems kennenzulernen, um sie – neben der direkten Aktion – optimal nutzen zu können, z.B. Akteneinsichtsrecht, Verwaltungsklagen gegen Planungen und Behördenentscheidungen, Bürger_innenbeteiligung bei Bauvorhaben, nach Immissionsschutzrecht usw. ++ Infos&Anmeldung
  • Mo 21.12. um 12 Uhr im Amtsgericht Gießen (Gutfleischstraße, Raum 200): Prozess wegen Schwarzfahrens mit Kennzeichnungsschild (3. Verhandlungstag im 2. Versuch) ++ Gießener Zeitung dazu
    Nach dem Verbot einer Einlassung und dem dadurch verursachten schnellen Ende des ersten Verhandlungstages wurden am zweiten Tag zwei Zeug_innen vernommen. Die eine beschrieb die Schwarzfahrt vom 2.3. als Demonstration - es sei klar erkennbar gewesen, dass alle keine Fahrkarte gehabt hätten. Der andere konnte sich an nichts erinnern, nicht einmal an den Angeklagten und dass es überhaupt eine Kontrolle gegeben hätte. Für den dritten Fall kam die Zeugin gar nicht. Der Richter verbot dem Angeklagten weiterhin Einlassung und Erklärungen, so dass dieser schließlich einen Befangenheitsantrag stellte. ++ Das Ergebnis des Tages: Freispruch!!!

Reportage: Prozess zu Aktionsschwarzfahrten: Tricks der Staatsanwaltschaft ++ Anzeigen ++ Infoseite ++ Gießener Zeitung

Reportage: 21.12. am Amtsgericht Gießen: Glatte Freisprüche! ++ Anzeigen ++ Infoseite ++ Gießener Zeitung

Reportage: Neuer Film über Direct Action ++ Anzeigen ++ Infoseite ++ Film auf Youtube ++ www.direct-action.tk

Reportage: Neuer Film "Empörung und Verschwörung" ++ Anzeigen ++ Infoseite ++ Film auf Youtube

  • 25. bis 27.12. in der Projektwerkstatt: Thematisches Seminar zu Martin Luther: Was hat der alles so gesagt? Warum wird er verehrt?
    Der Anlass: Deutschnational und christlich-fundamentalistisch werden 2017 500 Jahre Thesenanschlag abgefeiert - und damit Luther, der die Verbrennung aller Juden und die Tötung aller "Gebrechlichen" forderte, Revolutionen verdammte und Frauen für minderwertige Wesen hielt. Andererseits: Optimal für Aktionen. Eine Möglichkeit wäre, die aktive Phase mit dem 31.10.2016 zu beginnen (also 499 Jahre Thesenanschlag). Ziel des Seminars: Sich informieren, aber auch schon zu diesem frühen Zeitpunkt anfangen, Aktionsideen zu sammeln, Infoveranstaltungen zu machen, Flyer usw. rauszugeben .. also vielleicht das ganze Jahr 2016 über. ++ Infoseite ++ Infos&Anmeldung

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