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Zentralistische Aktionsformen?

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Zitate

Wir brauchen ein starkes Zentrum ...
Aus "Die Linke an einem Bericht", Bericht über eine Podiumsdiskussion mit PDS, Soziale Liste, DIDF, WASG und Sozialforum in Bochum in der Jungen Welt, 12.5.2005 (S. 3)
Es gibt zwar eine Vielzahl von Initiativen, die gegen "Hartz IV" und die Einführung von Studiengebühren, gegen Ausländerfeindlichkeit und Naziterror kämpfen - es ist aber keine kraft da, die in der Lage wäre, diesen Widerstand überzeugend zu bündeln.

Gründungsphase des Hochschulverbandes Die Linke.SDS im Jahr 2007: Mehr Zentralismus! Berechenbare Proteste! Mehr Einheitlichkeit!
Aus der Beilage "uni-spezial" (meist reine SDS-Werbung) in: Junge Welt, 28.11.2007
Durch die förderale Bildungspolitik wird die Bewegung regional aufgesplittert und ist dadurch weniger schlagkräftig. ...
Um größere Aktionen auf die Beine zu stellen, muß die hochschulpolitische Linke neue Strategien entwickeln. Durch das Scheitern des Boykotts an allen große nHochschulen wird deutlich, daß individualisierter Protest nicht funktioniert. ... Zum Erfolg der hessischen Proteste hat auch beigetragen, daß die Demonstrationen an einem bestimmten Wochentag stattfanden. Fast jeder Sutdierende hat die Möglichkeit, sich einen Mittwoch nachmittag zum Demonstrieren freizuhalten ... Zwar braucht jede Bewegung einige Aktive, die sie koordinieren. Aber bei denen einigen kann es nicht bleiben, wenn sie erfolgreich sein will.

Beispiele

Autoritäre Demos

Aus einem Bericht über die Demo gegen die NATO-Sicherheitskonferenz (Febr. 2007, München)
Die Demoleitung war sehr bemüht Eskalationen zu verhinderen. So sammelten Ordner z.b Seitentranspis ein. Ich finde auch diese Aktionen kritikwürdig. Natürlich ist Gefahr eines Bullenangriffes geringer wenn sich genau an die Auflagen gehalten wird, aber andrerseits sind einige Auflagen dazu da die Demonstranten zu schikanieren und einzuschüchtern. An solche Auflagen muss man sich nicht halten, finde ich. Ausserdem ist es das eigene Risiko der Menschen die sich nicht an die Auflagen halten. Jeder sollte selbst entscheiden können welches Risiko er eingehen möchte.
Auch die Aktion der Demoleitung die Demo vorzeitig zu stoppen finde ich zweifelhaft. Natürlich, vermutlich wäre es am Lenbachplatz zu weiteren Ausschreitungen und Verhaftungen seitens der Bullen gekommen, aber andrerseits macht man es der Staatsmacht einfach zu leicht wenn man eine Demo aus Angst vor Überfallen vorzeitig beendet. Das sendet doch ein klares Signal an die Bullen dass sie nur genug stressen müssen damit eine Demo früher beendet wird. Sicherlich, die Demoleitung war sichtlich am Ende ihrer Kräfte und tut mir auch leid, aber meiner Meinung nach war sie etwas zu emotional. Dazu gehören auch die Warnungen am Ende der Demo vor Verhaftungstrupps. Es ist bekannt dass nach Demoende in München immer wieder Demonstranten verhaftet werden. Viele wissen das sicherlich, aber für diejenigen die es nicht wissen hätte wohl eine ein- oder zweimalige Warnung gereicht. Mit häufigeren Warnungen erzeugt man nur Panik, zumindest ist dies meine Erfahrung.

Linksintellektuelle Elite

Es sind immer dieselben Namen - ob im Beirat von Attac, ob als ReferentInnen auf großen Kongressen, als AufruferInnen zu Demos und als RednerInnen dort ... HerausgeberInnen von Büchern. Die Liste ist schier unendlich. Und fast alle gehören sie zu denen, die weder vom Sozialabbau betroffen sind noch Repression fürchten müssen noch überhaupt ihren Arsch hinhalten für eine andere Welt. Aber sie reden gern im Namen derer, für die das gilt und machen ihre eigene Logik von Stellvertretung auf für die, die zum Teil lautstark einfordern, für sich selbst sprechen zu wollen. Dass sie es nicht können, liegt auch an den (medialen) Eliten politischer Bewegung, die als Sprachrohre auftreten und denen den Platz wegnehmen, die im Sinne von Selbstbestimmung eigentlich gehört werden müßten.

Die Listen fast immer derselben Namen tauchen immer wieder auf in Anzeigen, auf Aufrufen usw. Ein bemerkenswerter Überblick erschien in der Frankfurter Rundschau, einer einer von ihnen starb. Ganz ungeniert stehen da nun die NutznießerInnen der widerlichen Gesellschaft zusammen - EdelkritikerInnen zusammen mit Angehörigen der Bundesregierung ...

Und daneben gleich die weiteren FreundInnen aus der Regierung

Organisierungsansätze

Burkhard Keimburg, 1989; Konsensprinzip in der Kommune, in: Trafik Nr. 2/1989 (S. 29ff.)
Kreativität blüht nur in konsensfreien Räumen oder im kleinen Rahmen, wie zum Beispiel in den verschiedenen Arbeitsbereichen.

Aus: Jens Herrmann, 2001: Politische Gemeinschaften, Teil 7, in Der Rabe Ralf, August 2001 (S. 22)
Auch in Kommunen selbst gibt es seit langem eine Diskussion um das "Konsensprinzip". Exemplarisch dafür sind die Erfahrungen eines Kommunarden aus Niederkaufungen. Er verwerist auf offene Fragen bezüglich der Ausgestaltung des Konsensprinzips. So sei weder klar, ob das Aussprechen eines Vetos bedeute, daß nun weiterdiskuteirt werden müsse, oder ob damit die Entscheidung feststehe.  Auch was spassieren soll, wenn zwei sich gegenseitig ausschließende Meinungen vertreten werden und es zu keiner Einigung käme, oder was Verantwortung im Zusammenahng von Konsens heiße, sei letztlich nicht klar. Nach seinen Erfahrungen verhlt sich das Konsensprinzip eher konservativ: "Dadurch daß Experimente extrem angstbesetzt sind und niemand Lust hat, sich durch einen Neuerungsvorschlag unnötig zu verschleißen, werden viele Ideen schon im Vorfeld verworfen." Zudem bedeute die Entscheidung im Konsens meist, daß die Lösung dann der kleinste gemeisame Nenner werde. Neues Engagement werde immer von irgendwem mißtrauisch beäuft, was schnell dazu führe, daß KommunardInnen, die etwas Alternatives einbringen oder machen wollen, sich eher zurückhalten, in der Erwartung, daß es ohnehin nicht durchsetzbar wäre. ... "Kreativität blüht nur in konsensfreien Räumen oder im kleinen Rahmen, wie zum Beispiel in den verschiedenen Arbeitsbereichen." Ein neues Modell, das die Niederkaufunger Kommune ausprobiere, sei die Dezentralisierung von Entscheidungen in Kleingruppen.

Richard Häusler in der Toolbox, punkt.um 12/2001 (S. 17)
Weder die formelhaften Bekenntnisse der Politik zur Nachhaltigkeit noch der Aktionismus selbst ernannter Agenda-Arbeitskreise treffen den Nerv der Sache. Die wirklichen Veränderungen finden dort statt, wo sich mit der Einführung von Moderationsverfahren das "Wie" des politischen Prozesses ändert.

Aus dem Einladungstext zum 7. Open-Space-Symposium "Selbstorganisation", 21.-24.4.2001 in Hamburg
Sie möchten die Kraft, den Esprit der Beteiligten nutzen, aber nicht die Kontrolle verlieren. ... Führung und Selbstorganisation, ergeben sie zusammen einen Sinn? Oder, wenn Führung Sinn stiftet, ist Selbstorganisation dann eine mögliche oder gar zwingende Folge? ... Wie könnte ein selbstbestimmtes, sinnorientiertes, kraftvoll beherztes Handeln erzeugt werden? Welche Rahmenbedingungen braucht es und welche Art Führung?

Anzeige von TuWas e.V. in Ökologisches Wirtschaften 6/2003 (S. 9)
Moderation ist die Führungstechnik der Zukunft!

Dominanzformen: Moderation

Aus: ToolBox für Agenda-ModeratorInnen, punkt.um 6/2001 (S. 13)
Auch ModeratorInnen (müssen) manipulieren
Die kommunikativen Fäigkeiten, von Agenda-ModeratorInnen, reichen für den Erfolg häufig nicht aus. Es müssen weitere Qualifikationen hinzu kommen, die mit dem öffentlichkeitswirksamen Charakter des Agenda-Prozesses zu tun haben. Und hier geht es eindeutig nur um das eine - Manipulation. ...
... Wichtig ist es, die Energie zu besitzen, sich ständig zu wiederholen - die Werbung macht es auch so.
... Ein absolutes Muss ist es, Gefühle anzusprechen. Gefühle steuern das Verhalten viel unmittelbarer als rationale Beweggründe.

Aus: Bettina Oppermann/Kerstin Langer, 2000: Umweltmediation (S. 11)
Mediations und Partizipationsverfahren können politische Entscheidungen jedoch nur vorbereiten und damit die Argumentationsbasis qualitativ spürbar verbessern. Da die Mitglieder eines Rundes Tisches nicht demokratisch legitimiert sind, können sie die Entscheidungsfindung in politischen Gremien nicht ersetzen.

Links und Lesestoff

Broschüre "HierarchNIE!"

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