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Reform/Revolution Gewalt Radikal? Globalisierung Antideutsch Wahrheit
Materialversand

Verkürzte Deutschlandkritik plus nationale Identitätsstiftung plus Hass auf andere "Linke" =
Antideutsche?

Abschnitte dieser Seite: Zitate ++ Pro Krieg und Nation ++ Bewegungs-Bashing ++ Kritik ++ Links

Zitate von Antideutschen

T34Polemik zum Foto rechts: Antideutsche mögen den T34, berühmter sowjetischer Panzer, der eine emanzipatorische und antifaschistische Waffe sein soll ... wie am 17. Juni 1953 in Berlin (ohne diesen "Aufstand" hier hypen zu wollen). Wie lautet es bei einigen Antideutschen: Panzer gegen Deutsche ist immer gut. Prost.

Aus einem Papier der groupe liberte toujours, antideutsche plattform in der Hummel-Antifa
Über die Friedensbewegung
Da wurde mit Plakaten mobilisiert, die von Ussama bin Laden gesponsort sein könnten, weil neben verstümmelten Kindern und dem "großen Satan" Uncle Sam oder "President Evil" nur noch der "kleine Teufel" Israel fehlte. ...
Die Wiedergeburt der alten deutschen Friedenssehnsucht machte natürlich auch nicht vor der alten Parole - Kein Blut für Öl!" halt, wo doch gerade nach dem letzten Golfkrieg klar wurde, daß es niemanden stören würde, wenn sie ganz ehrlich und praktisch in - Nur israelisches und amerikanisches Blut für Öl" umgeändert würde.
Aber so ist sie, die deutsche Friedensbewegung. Sie schreit immer dann nach Frieden, wenn sich Mörder dahinter verstecken können. Sie schreit denen Frieden entgegen, denen nur noch ein Panzer mit Davidstern hilft um notorische eliminatorische Antisemiten am Töten zu hindern ...
Krieg der deutschen Friedensbewegung!

Antikapitalismus bekämpfen
Aus: Zur Verteidigung der Zivilisation, 3. Erklärung der Bahamas zu Terror und Krieg, siehe u.a. www.antideutsch.de
Wenn allerdings Antikapitalismus von den nürnbergerischen* und anderen islamistisch-deutschen Gemeinschaftswerken nicht mehr unterscheidbar ist, wenn er nicht mehr die Aufhebung der kapitalistischen Vergesellschaftung auf ihrem höchsten Niveau einfordert und blind ist für die Gefahren eines Antikapitalismus, der nur noch den vorzivilisatorischen egalitären Schrecken bereithält, dann muß man ihn bekämpfen wie jede andere faschistische Gefahr auch.
* gemeint ist die Gruppe KRISIS

Selbstdefinition, aus der Gruppe a:ka, in Göttinger Drucksache 21.12.2001
... ein kluges Wort, schon ist man antideutsch.

Zitiert nach Indymedia
justus w: "In diesem Sinne hoffe ich, daß der Bruch der in Deutschland durch die Linke geht, sich bis zur Unversöhnlichkeit vertiefen möge. In diesem Sinne hoffe ich, daß jede Zusammenarbeit mit Antiimperialisten, Globalisierungsgegnern und anderen Feinden Israels sich in Zukunft verbietet."

Zum bundesweiten Treffen antideutscher Gruppen in Berlin
Auf Einladung des Buendnisses gegen IG-Farben und der Redaktion BAHAMAS trafen sich am 16.02.2002 knapp 120 Leute aus dem engeren antideutschen Umfeld zu einer nicht-oeffentlichen Aussprache in Berlin. Der Anlass lag auf der Hand: 11.09.2001, Afghanistan-Krieg, Entwicklung in der deutschen Linken seither.
Im Einladungsschreiben war die Latte hochgehaengt worden: Die Angriffe auf Amerika seien antisemitisch motiviert gewesen und Ausdruck der Vernichtungsbereitschaft des Islamismus. Der Krieg gegen islamische Zentren - wie der gegen Taliban und Al Kaida - sei vor diesem Hintergrund zu begruessen, wegen der relativen Entlastung Israels und der wenigstens voruebergehenden Schwaechung der gruenen Internationale. Fuer Kommunisten und andere Gegner des Antisemitismus, die sich unbedingt der Solidaritaet mit Israel verpflichtet sehen, sei angesichts der Reaktionen der deutschen Oeffentlichkeit auf den 11.09. und die Folgen, eine Situation der Entscheidung entstanden.
Die Gegnerschaft zu Deutschland und die zum Islam, werde dann zum blossen Lippenbekenntnis, wenn daraus keine Konsequenzen gezogen wuerden gegen das friedensbewegte Vaterland und seinen globalisierungskritischen Durchmarsch fuer eine moralische Weltgesellschaft in Armut und voelkischer Wuerde. Insbesondere sei zu brechen mit einer deutschen Linken, die im  antiamerikanischen Furor echte Avantgarde der zunehmend Amerika- und Israelfeindlichen Regierung geworden sei.
Zwar musste niemand diese etwas manifestartige Einladung unterschreiben, es wusste aber jeder, dass Positionen von gewendeten Antideutschen, wie sie stellvertretend Juergen Elsaesser und andere Konkret-Autoren feilbieten, ausdruecklich unerwuenscht waren.  Wer also angereist ist, wusste worauf er sich da einliess. Auf dem insgesamt sechsstuendigen Treffen gab es ausser einigen Kurzstatements zur Einleitung der Themenbloecke keine Referate. Gleichwohl wurden waehrend der Diskussionen keine idiotischen Meinungen direkt aus dem Bauch heraus praesentiert, wie es unter Linken sonst ueblich ist. All Anwesenden hatten sich in den letzten Monaten erheblich vom innerlinken Konsens entfernt und hatten ganz offensichtlich das Beduerfnis, argumentativ und irgendwann auch einmal praktisch aufzuruesten gegen ihr friedensbewegtes und antiimperialistisches Umfeld.
Groessere Beschluesse wurden am 16. Februar in Berlin nicht gefasst, keine Stroemung gegruendet, keine Resolution angenommen. Allen Anwesenden war bewusst, wie marginal antideutsche Kritik derzeit ist. Dennoch wurde mit einiger Erleichterung registriert, dass nicht nur in Berlin, sondern auch in mehreren Staedten des Ruhrgebiets und Umgebung, in Giessen, Leipzig, Freiburg und endlich wieder in Hamburg antideutsche Gruppen existieren. Immerhin Grueppchen gibt es in Bremen, Thueringen, Stuttgart, Frankfurt und Heidelberg und im deutschsprachigen Ausland wenigstens in Wien.
Klar ist aber schon jetzt, dass es Folgetreffen geben wird, dass eine bundesweite Konferenz zur Solidaritaet mit Israel in Berlin vorbereitet werden soll und dass das antideutsche Veranstaltungswesen bundesweit intensiviert werden wird.
Einmal diskutieren zu koennen, ohne vom autonomen Sektenbeauftragten, wie sich der Kiezwart selber nennt, observiert, vom diensthabenden Palaestinenser angepoebelt oder vom globalisierungskitschigen linken Gesamtgewissen schwer betroffen des Voelkermords geziehen zu werden, hat allen Teilnehmern jedenfalls wohl getan. Ob man es nun Abschied von der deutschen Linken nennen will oder nicht, ein Diskussionstreffen antideutscher Kommunisten unter komplettem Ausschluss genau dieser Linken, war sie schon, die Aussprache vom 16. Februar und wahrscheinlich hat die Mehrheit der Teilnehmer deshalb im Anschluss daran so ausgiebig und vergnuegt gezecht.
Weil es Geruechten zufolge noch weit mehr Antideutsche gibt, die es nach dem 11.09.2001 fuer angezeigt halten, in ihren Staedten Grueppchen zu bilden oder als Einzelpersonen in Kontakt mit anderen Freunden Israels zu treten, moegen sich diese Leute ermuntert sehen, ueber die ueblichen Adressen von sich hoeren zu lassen.
Redaktion BAHAMAS, 21.02.2002

Rettet die Regierungen vor dem "Volk"
Aus der Bahamas 44/2004 (Text von Justus Wertmüller, Quelle ...)
Es hat am 14.03.2004 eine politische Entscheidung angestanden, wie wahr. Aber nicht eine für die Demokratie, sondern gegen sie, gegen die plebiszitären, direkt-demokratischen Aufbrüche, wie sie allerorten gegen das raffende Kapital und volksfremde Herrschaft stattfinden und demzufolge für jene rechtsstaatlichen Agenturen und Institutionen, die den Volkswillen mediatisieren und die rasende Volksherrschaft daran hindern, sich allzu ungebremst Luft zu verschaffen.

Gut und Böse
Aus der Bahamas 29/2002 (Quelle ...)
Zwei gegen alle ...
Für Israel ist die Situation viel überschaubarer, denn Israel hat überhaupt keine Wahl. Zwar steht es an der gleichen Front wie jetzt auch die USA. Nur kann die USA versuchen, sich anders zu besinnen und nochmals ein Appeasement mit den Kräften des Untergangs zu wagen. Diese Möglichkeit hat Israel, dessen Überleben unabdingbar mit dem Überleben eines Restbestandes von Zivilisation verknüpft ist, nicht.

Links: Was Antideutsche für politisch wichtig halten ... Aufkleber der Antideutschen zur Idee, die Friedensbewegung zu zerschlagen. Könnte auch von Donald Rumsfeld.

Friedensdemos gleich Holocaust? Völkerrecht = Faschismus? Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns!*
Aus der Bahamas 29/2002 (Quelle ...)
... Gefasel vom Frieden in Wahrheit den Aufruf zum Djihad gegen Israel und die Juden meint. ...
Es heißt jetzt schon Front zu beziehen gegen den faschistischen Solidarpakt der Völker. Die Parole ist klar: Waffen für Israel, darunter ist nichts. Wer meint, sich dem entziehen zu können und wichtigeren Dingen sich zuwendet, ist mit den Elsässers, Ströbeles und Fischers.

Gesammelte Absurditäten (verkürtze Kritik am Völkischen, Nationalismus, Verharmlosung der Nazi-Verbrechen, Rassismus, Kriegsverherrlichung usw.) im Aufruf zum Protest gegen die Einheitstümelei der Doitschländer am 3.10.2004 in Erfurt (Quelle: www.antifanews.de, Aufruf hier ...)
Diese Konstruktion völkischer Zugehörigkeit schloss schon immer diejenigen aus, über deren Andersartigkeit die eigene Identität erst definiert wurde: die Juden. ... Wie seit ´45 nicht mehr sucht Deutschland derzeit den Dialog mit denjenigen arabischen und islamischen Staaten und Bewegungen welche sich den eliminatorischen Antisemitismus auf die Fahne geschrieben haben und damit die Nachfolge Nazideutschlands antreten. Der Pazifismus und Antiimperialismus der deutschen Bundesregierung kommt nichts anderem zugute als der Zementierung barbarischer Verhältnisse in eben diesen Ländern. ... Unsere Aufgabe ist es, die Darstellung von Europa als friedlicher, weltpolitischer Alternative zu den USA als das zu benennen was es ist: ein Bündnis mit dem Terror. Es gilt sich der Denunziation der USA und ihrer Verbündeten entgegen zu stellen, die als Kriegstreiber verurteilt werden, weil sie (wie unzureichend auch immer) den Versuch unternehmen, die grundsätzlichen Bedingungen für menschliche Emanzipation durch das Installieren bürgerlich-demokratischer Verhältnisse im Nahen Osten herzustellen. ... Indem dieser Staat alleine schon besteht, hält er den falschen gesellschaftlichen Verhältnissen ihren eigenen Spiegel vor und zeigt der Aufklärung ihre eigene barbarische Fratze: Auschwitz. ... Israel ist der Staat gewordene Antifaschismus ... Israel kann nie in dem Begriff des Volksstaates aufgehen, weil es der potentielle Zufluchtsort von allen in der Welt verfolgten Jüdinnen und Juden ist. Dadurch kann die israelische Gesellschaft nie zu einem homogenen Kollektiv im Sinne völkischer Ideologie gerinnen.

Aus "Antideutscher Katechismus", Ca ira Verlag in Freiburg
Der "Katechismus" ist wie ein Theaterstück geschrieben. Als positive Identitätsfigur soll wahrscheinlich "Der Kommunist" dienen, der die anderen "Linken" immer versucht auseinanderzunehmen - und dabei tatsächlich Verkürzungen und Projektionen benennt, die in "linken" Argumentationen auftreten. Jedoch ... "der Kommunist" ist nicht besser ... und erst recht nicht "Der Antideutsche", der erst ganz am Ende und kurz auftritt (so als sollte das Stück auch eine geschichtliche Perspektive haben, wo das Antideutschtum aus dem kommunistischen Denken entstand und mit einer prokapitalistischen Sichtweise verband.
Die Wahrheit gepachtet (S. 8): Aus den Beschimpfungen gegen uns spricht jedenfalls einzig die Abwehr gegen die Erkenntnis der Welt. ...
Die Völker - werden ebenso erst konstruiert, sind bei den Antideutschen aber die Bösen: Sie nennen die Besatzung illegitim und nörgeln weiter, daß Israel UN-Resolutionen bricht - als ob der Völkerchor nicht ein gefährlicher Haufen wäre, den einzig die Bildung einer Front gegen die USA einigt. ...

Kriege in höherem Dienste (S. 10): Alle Staaten müssen die Staatsgründung nach außen verteidigen, solange sie nicht enerkannt werden. So mußte Napoleon zum Beispiel gen Rußland ziehen, den Hort der feudalen Konterrevolution. Das war weder legal noch illegal, sondern jenseits dieses Gegensatzpaars.
Zu den Sozialdemokraten (S. 10): Sie plädieren für ein Bündnis mit den abgeschmacktesten und traurigsten Vertretern der Zivilgesellschaft, die im Gegensatz zu den handfesten, also bewaffneten Argumenten Sharons überhaupt kein Konzept haben, schlimmer noch: die Probleme gar nicht benennen wollen und mit untrüglichem Instinkt auf der Seite der Reaktion stehen.
Über die israelischen Friedengruppen (S. 10): Kein Zufall also, daß solche geltungssüchtigen Schufte wie Uri Avnery nur im feindlichen Ausland, insbesondere in diesem Lande, herumtingeln dürfen, während in Israel kein Hahn nach ihnen kräht. ... Ein Erstarken des Kommunismus sich von der Zusammenarbeit mit diesen Tröpfen zu erhoffen wäre so, als ob man Ghandi in die Partei aufnehmen würde.
Sinnvolle Kritik an Arafat, aber statt Selbstbefreiung fremdes Militär? (S. 11) Statt den Frieden zu postulieren, müßten die Palästinenser sich gegen die islamische Massenverdummung und arafatische Autokratie zur Wehr setzen. Ihr Kampf hätte aber wie in Afghanistan und dem irak nur mit der Unterstützung einer "fremden" in diesem Fall der israelischen Armee Aussicht auf Erfolg.
Gut - Böse (S. 11): Nur weil es schlimm um die Welt steht, kann man nicht alles in eins fallen lassen und den Unterschied zwischen Gut und Böse tilgen.
Nochmal gut - böse, diesmal konkret und aufgeteilt in einheitliche Völker (S. 13): Während des der palästinensischen Bewegung um blutige Konterrevolution geht, verteidigt Israel die aus der bürgerlichen Revolution folgende Freiheit, ohne die keine weitere Emanzipation denkbar ist.
Nur der Staat kann retten (S. 14): Sie wollen nicht einmal sehen, daß allein diestaatlich organisierte Gewalt die Juden vor der Hamas schützt.
Gegen Dekonstruktivisten - für die Existenz objektive Wahrheit (S. 14): Und wenn einer sagt, in seinem Diskurs ergebe zwei plus zwei fünf, so könnten Sie dagegen auch nichts einwenden. Ihre Ablehnung des allgemeinen und gültigen Begriffs ist das Eingeständnis des intellektuellen Bankrotts, denn was ist Denken je anderes als das Ordnen der Mannigfaltigkeit der Sinneneindrücke durch ihre Fassung unter Begriffe? ...
Pro Militär und Staat - Kritik verboten (S. 17): Vielmehr hat derjenige, der kommunistische Kritik betreibt, sich ohne leere Differenziererei auf die Seite der materiell gewordenen Konsequenz aus antisemitischer Vernichtungswut zu stellen, also auch und gerade hinter seine Exekutive, die IDF. Und dieses Postulat ist kein moralisches Gebot, sondern eines der emanzipatorischen Vernunft.
Gegen Utopien (S. 17): Es läuft bei Ihnen nur auf den naiven Wunsch hinaus, daß es besser wäre, es bräuchte keine Poliziei, keinen Staat und keine Ausbeutung. Solche Träume überläßt man Kindern ...
Pro US-Kriegspolitik und Denunziation von Kritik an US-Politik als versteckter Antisemitismus (S. 24f, 28): Wenn die USA solange das Schlimmst verhindern, gewährt und das die dringend benötigte Zeit, unseren historischen Auftrag wieder aufzunehmen und die klassen- und staatenlose Gesellschaft zu erkämpfen ... Sie weigern sich wie alle unserer Kritiker aus der Linken, das Ressentiment gegen Amerika als gefährliche Ideologie zu benennen, mit der sich die autoritären Charaktere präventiv vor dem bloßen Gedanken an Freiheit schützen wollen. Der Antiamerikanismus ist dabei meist die Form, die sich der Antisemitismus gibt, wenn sich noch nicht getraut offen aufzutreten. ... allein die USA den antifaschistischen Kampf führen ...
Gut - Böse (S. 26): Was den USA heute als "Antiimperialismus" entgegen tritt, verbürgt kein Versprechen auf Emanziaption mehr, sondern das Gegenteil, die Konterrevollution: die Barbarei der Völker gegen die Differenz, gegen Israel und Amerika.
Krieg = Israelsolidarität (S. 27f): Was die offene Bejahung der Kriege gegen das Baath-Regime und gegen die Taliban angeht, so folgt dies der Logik der Israelsolidarität, die sonst zum leeren Wort würde.

Wenn auch antideutsch ... alles dreht sich trotzdem um Deutschland
Aus der Selbstdarstellung des ISF im Verlagsverzeichnis des Ca Ira - Verlages
Der kommende Materialismus wird daher antideutsch sein, oder er wird nicht sein.

Mehr und weniger wert
Konkret-Chef Gremliza, zitiert in: Junge Welt, 5.8.2006 (S. 3)
In seiner Kolumne, die von der österreichischen Zeitung Der Standard nachgedruckt wurde, schrieb Hermann L. Gremliza: »Daß die Welt ein antisemitischer Ort ist, liegt, sagt der Antisemit, an den Juden. Und was er da ausnahmsweise hat, ist: recht. Tatsächlich resultiert sein allgegenwärtiger Haß aus der erlebten Überlegenheit seines durch Jahrtausende unfreiwilliger Welterfahrung zur geistigen und materiellen Elite erwachsenen Feindes.«

Absurde Theorien über den Nationalstaat und die Nationalregierung Israel

"Der Kommunismus und Israel", jour fixe frühjahr/sommer 2002 von isf, Freiburg
"Wie finden wir etwas Besseres als die Nation?" So gefragt, kann die Antwort historisch nur sein: Das gibt es schon. Es ist das Volk. ...
Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung - hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besonderen besorgen - für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. ... Israel einer "Klassenanalyse" zu unterwerfen zu können - all dies Gewese verdrängt, daß Ariel Sharon, natürlich ohne es zu wollen, näher dran ist am Kommunismus als seine Kritiker, daß er, auf seine, ihm als General einzig mögliche Weise, den antifaschistischen Kampf führt als eine Art israelische Ausgabe von Buonaventura Derruti. Denn der Kommunismus, die staaten- und klassenlose Weltgesellschaft, verlangt, soll er gelingen, etwas Unmögliches: Rache für die Toten, für die Opfer der Barbarei; zugleich aber auch, daß niemand anders behandelt werde als nach seinem eigenen Maß: Gerechtigkeit für die Lebenden. ... Daß die militante Aufklärug die Gestalt Ariel Sharons und der Panzer der israelischen Armee annimmt, das heißt die historisch derzeit einzig mögliche Form, versetzt natürlich diejenigen in helle Aufregung, die von der Aufklärung nur den "Aufkläricht" (Ernst Bloch) behalten haben ... Es mag sein, daß die Juden ein "Volk" sind; Israel ist jedenfalls eine Gesellschaft. ... (zu Palästina) Islamfaschismus dieses Volkes ... Ariel Sharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke ...

Text der rechtskonservativen bis neofaschistischen Journalistin Oriana Fallaci in der antideutschen Zeitung "bahamas"
Ich finde es beschämend, daß so viele Italiener, so viele Europäer sich zu Vasallen des Herrn Arafat machen (...) Diese Null, die dank der Gelder der saudischen Königsfamilie den Dauer-Mussolini gibt und der in seinem Größenwahn glaubt, als der George Washington Palästinas in die Geschichte einzugehen. Dieser Halbanalphabet, der, wenn man ihn interviewt, nicht in der Lage ist, einen kompletten Satz, geschweige denn eine sinnvolle Aussage fertig zu bringen (...) Dieser Pseudo- Guerillero, der wie Pinochet immer nur Uniform und niemals Zivil trägt, und der dessen ungeachtet noch niemals an einem Gefecht teilgenommen hat. Er ließ immer und läßt noch Krieg führen. Nicht zuletzt gegen die armen Seelen, die an ihn glauben. Dieser pompöse Stümper, der sich in der Rolle des Staatsoberhaupts gefällt, ließ die Verhandlungen von Camp David scheitern, die Clinton-Initiative: Nein-Nein-Jerusalem-das-ich will-alles-haben-für mich. Dieser notorische Lügner, den ein Hauch von Glaubwürdigkeit nur dann umgibt, wenn er (im Privaten) Israel das Existenzrecht bestreitet (...) Dieser ewige Terrorist, der sich nur auf Terrorismus versteht, der damals, als ich ihn interviewte, RAF-Terroristen ausbildete.

Kritik an der Politik Israels wurde zurückgewiesen (Mailingliste Hoppetosse), Aus der Zurückweisung
israel ist die bastion gegen den umschlag der bürgerlichen gesellschaft in den völkischen wahn. weiterhin ist es das ergebnis der gescheiterten weltrevolution und somit auch gleichzeitig die praktische kritik  an der konstitution der bürgerlichen verhältnisse.

Aus einer Ergänzung (Autor: "Antideutscher") bei Indymedia über den Bericht der Leipziger Demo am 22.9., auf der u.a. mit einer USA-Flagge und Pro-Israel-Slogans demonstriert wurde
"1. Warum ist "Lang lebe Israel" nicht völkisch?"
Ich antworte dir nicht als ein AKG-Mitglied, glaube aber deine Fragen beantworten zu können. Erstens lehnen die Antideutschen alle völkischen Ideologien ab. Da eine völkische Ideologie sich aber immer negativ bestimmt (über ihren Gegner) und der Nationalsozialismus sich konstitutiv gegen das jüdische Prinzip gebildet hat, ist das Volk der Juden erzwungen worden, obwohl die meisten Juden (auch gezwungenermaßen) zuvor (1948) eben keinen Staat gebildet haben und sich kosmopolitisch in der ganzen Welt niedergelassen hatten. Da sich nach Auschwitz geschichtlich herausstellte, wie weit der Antisemitismus gehen kann, ist die Notwendigkeit eines schützenden Staates (also einer, der sich auch wehren kann) zwingend notwendig. Das Volk der Juden ist ein von der antisemitischen Ideologie erzwungenes. Insofern ist die Kategorie "Jüdisches Volk" solange angebracht, wie im Kapitalismus "notwendig falsches Bewusstsein", d.h. Antisemitismus, herrscht, das sich die Juden als Volk halluziniert. Übrigens folgt daraus für die Antideutschen: Der Staat Israel ist definitiv der letzte Staat, der abgeschafft werden darf (also dann, wenn irgend wann mal Kommunismus existiert und alle anderen völkischen Ideologien keinen Bestand mehr haben).
"2. Zitat AKG: "Solange in den USA in der Haupttendenz eine Barbarisierung nicht aus zu machen ist und die USA zur Zielsetzung eine bessere Kapitalakkumulation hat, kann man sich bei der Anwendung ihrer Mittel gewahr sein, dass diese nicht als Zweck die Vernichtung von Menschen haben."
Sollte ich mich täuschen? Wollen wir wetten, dass bei der - ohne Zweifel notwendigen - Beseitigung S. Husseins auch Menschen getötet werden? Klingt mir zu sehr nach Kollateralschäden ... - Wir leben im Kapitalismus. Innerhalb diesen kann man nur zwischen größeren und kleineren Übeln wählen. Kapitalismus ist Scheiße. Und zu ihm gehören Kollateralschäden (Hungertote, erfrorene Obdachlose und Kriegstote) - nehmen wir dieses häßliche verschleiernde Wort - dazu. Das kleinere Übel zu wählen, bedeutet im Kapitalismus, sich gegen Barbarein zu entscheiden, in denen als Zielsetzung die Vernichtung von Menschen (Juden) konstituierend ist. Im Gegensatz dazu ist es nicht das Ziel der USA, Menschen zu töten. Der USA geht es um wirtschaftliche Interessen. Dabei kommen Menschen um, aber "nur" als - noch ein häßliches Wort - "Gestehungskosten" (Hegel). Wenn das Ziel der USA, Absatzmärkte zu sichern, erreicht ist, ist auch keine Bedrohung mehr für die Menschen da. Hingegen das Ziel der antisemitischen Ideologie: "Der Antisemitismus ruft immer erst zur Großen Tat noch auf" (Horheimer, Adorno). Da sich die antisemitischen Gemeinschaften gegen ihren Gegner definieren, erhalten sie sich als Gemeinschaft nur, wenn sie permanent ihren Gegner definieren und vernichten. Das ist die barbarische Variante des sowieso schon barbarischen Kapitalismus.

Heimatschutz
Aus dem Flugblatt "We don't care about friendly cops" der antideutschen Gruppe "Antifa-AK Gießen"
Ihre bevorzugten Opfer fanden und finden die Antisemiten stets in den Juden. Eben weil es diese Opfer des Antisemitismus sind ,denen der Staat Israel als Heimstätte dient und dieses somit ein Bollwerk gegen den Antisemitismus ist, ist es das einzige Nationalprojekt, das heute noch ohne Umschweige als fortschrittlich gelten darf. Ihm gilt unsere unbedingte Solidarität.


Nach Antideutschen-Sicht sieht mensch hier eine Antifa-Gruppe im Einsatz: Israelische Polizei gegen Israelis (FR, 2.2.2006, S. 6)

Verharmlosung von Nazi-Verbrechen gegen Nicht-Juden

Geschichtsfälschung: Verneinung der totalen Vernichtungsabsicht der Nazis gegenüber "Behindeten", Sinti und Soma usw. in der Erklärung zum Tag der deutschen Einheit 3.10.2002
Auch Nicht-jüdische Menschen wurden umgebracht, aber keiner von ihnen wurde im Wahn der Mörder als "negatives Prinzip" an sich gesehen. Linke konnten den Krieg überleben, wenn sie ihren Mund hielten, Homosexuelle, wenn sie ihre Lust nicht öffentlich machten. "Untermenschen" wurden als Heloten zur Arbeit bis zum Tod gezwungen, jedoch nur die Juden wurden allein mit der Absicht sie zu töten gesucht, ghettoisiert und schliesslich vernichtet.
... www.no-nazis.de

Positionen der von antideutschen bejubelten Regierungen

Hinweis: Hier werden Regierungen und Staaten als Ausgangspunkt antiemanzipatorischer Positionen zitiert und benannt. Daraus eine Kritik an allen Menschen im jeweiligen Land zu entwickeln, ist absurd und genauso verkürzt, wie Antideutsche oft Völker und Nationen konstruieren.

Benjamin Netanjahu, israelischer Finanzminister zum Mauerbau rund um Siedlungen im West-Jordanland
Zitiert nach FAZ: ... es könne nicht angehen, "daß ein Staat vor Gericht gestellt wird, der seine Bürger vor wilden Tieren schützt"
Zitiert nach FR: ..., "daß ein Staat, der seine Bürger vor menschlichen Bestien schützt und eine Sicherheitsbarriere baut, vor Gericht gestellt werden soll"

Der brutale Krieg des israelischen Staates gegen den Libanon im Sommer 2006 wurde durchgängig von den verschiedenen antideutschen Fraktionen bejubelt ... Jungle World, konkret und andere befürworteten das Gemetzel ...

Nationalismus und Kriegseuphorie der Anti-Deutschen

Gegen praktische Alternative, für Verharmlosung von Nationalismen und Zivilgesellschaft!
Aus "progress", Zeitung der "antifaschist youth" aus Potsdam, 1/2002
Politische Praxis kann unserer Meinung nach nur als Provokation eine Berechtigung haben, da konstruktive Verbesserungsverschläge das System maximal modernisieren, uns somit letztendlich nur stabilisieren können. (S. 2)
Der deutsche Nationalismus unterscheidet sich zudem noch grundlegend von anderen Nationalismen, wie z.B. vom Französischen: in Deutschland war der Nationalismus von Anfang an ein Völkischer, d.h. er glaubte an die Höherwertigkeit des "deutschen Blutes", während der Französische immer mehr ein Stolz sein auf die Errungenschaften der bürgerlichen Revolution war, wie z.B. auf die Errichtung der parlamentarischen Demokratie. (S. 13)
Bornstedt ist ein ganz ordinäres deutschen RassistInnenest wo niemand zum Zivilgesellschaft spielen bereit ist ... (S. 15)

Aus "brüche" Okt. 2002, Zeitung der Antideutsch-Kommunistischen Gruppe Leipzig (S. 20+22)
... der Pippi-Langstrumpf-Infantilismus, der "irgendwie" alles mit allem verramscht und in die "eigene Analyse einbaut", ist die linke Gesellschaftskritik der dummen Kerls in der Gegenwart. ...
Denn weil es keine Sowjetunion mehr gibt, sind die USA der einzige Garant einer Weltordnung, der die Wahnsinnigen, die der Kapitalismus - und nicht die USA - immer wieder aufs neue erzeugt, auch effektiv im Hier und Jetzt bekämpfen kann.

Zitate aus: Antifa heißt Angriff? Interview: Rüdiger Göbel, Junge Welt 1.02.03
Thomas Sayinski (Anm.: Vertreter der AANO - Berliner Antifagruppe): [...] Im gegenwärtigen Konflikt mit Irak lehnt unsere Gruppe eine Positionierung auf eine der beiden Seiten - Krieg Ja oder Nein - ab. Das würde zwangsläufig bedeuten, die eigene linksradikale Position aufzugeben. Diese kann immer nur emanzipatorisch und fortschrittlich sein. Es war emanzipatorisch, das Dritte Reich mit Krieg zu bekämpfen und zu besiegen. Das kann ich auch bei gegenwärtigen Konflikten nicht ausblenden. [...]
Thomas Sayinski: [...] Man muß als historische Notwendigkeit erkennen, daß Faschismus mit Krieg bekämpft werden muß. Punkt. Da gibt es keine Debatte. Es stellt sich wiederum die Frage, wo ist Faschismus und ab wann fängt er an. Saddam wird von uns nicht als
Wir müssen uns allerdings die Frage stellen: Wie gehe ich mit einem Terrorregime um, in dem sich der Diktator als zweiter Saladin sieht? Wie bekämpfe ich ein Regime, das Kuwait überfallen hat und die gesamte Region in Brand setzen will? Wie bekämpfe ich ein Regime, das weltweit rechte, religiöse, nationalistische und islamistische Gruppen und Strukturen unterstützt, die antiemanzipatorisch agieren? [...]
Andererseits kann man nicht die Position beziehen, wonach dieser Krieg nicht stattzufinden und Saddam Hussein die nächsten 20 Jahre weiter an der Macht zu bleiben hat.

Frage: Letzteres ist nicht automatisch Konsequenz aus dem ersten - kein Krieg, dann Saddam?
Thomas Sayinski: Die irakische Opposition ist offensichtlich nicht dazu in der Lage, Saddam Hussein zu stürzen. Das ist O-Ton von den Kommunisten bis hin zu bürgerlichen Oppositionskräften des Irak. Das heißt, auch wenn ich gegen Krieg bin, eine emanzipatorische Entwicklung des Landes kann zur Zeit nur mit einem militärischen Angriff gedacht werden. Diese Problematik kann ich nicht einfach vom Tisch hauen. [...]
Thomas Sayinski: [...] Wir müssen zudem bitte schön die Debatten im US-amerikanischen Feuilleton zur Kenntnis nehmen. Stoßrichtung dort: Wenn wir gegen Irak Krieg führen, wenn im Mittleren Osten etwas passiert, dann nur, wenn es auf eine Demokratisierung hinausläuft. Was hat man dagegen?
Vielleicht als letzte Anmerkung dazu: Unserer Meinung nach ist die kapitalistische, bürgerliche Gesellschaft überhaupt die Grundvoraussetzung für den Kommunismus. Im Großteil der Region des Nahen Ostens herrscht nicht Kapitalismus, sondern Feudalismus.

Frage: Wie viele Tonnen Sprengstoff ist die AANO bereit, über Irak abwerfen zu lassen, damit das Zweistromland einen ordentlichen Entwicklungssprung zum Kapitalismus - mit Langzeitperspektive Kommunismus - machen kann?
Thomas Sayinski: Karl Marx hat sich im Fall der Vertreibung der Indianer in Nordamerika positiv geäußert. Der Drang der weißen Siedler nach Westen war notwendig, um die feudalen Strukturen aufzubrechen.

Frage: Wie schwer wiegt die Bürde der weißen Antifa heute?
Thomas Sayinski: Ich stelle einfach nur die Frage: Wie kommen wir zum Kommunismus, wie wird die Emanzipation erreicht? Ich frage nicht, wie man den bürgerlich-kapitalistischen Krieg verhindern kann. [...]
Thomas Sayinski: Von Saddam zu einem bürgerlich-demokratischen System zu kommen, wäre eine Emanzipation. Wahlen zu haben, ja selbst eine amerikanische Militärverwaltung für eine Übergangszeit, wäre für die irakischen Menschen ein zivilisatorischer Fortschritt. Das hat nichts mit Eurozentrismus zu tun. Es geht darum, was im Hier und Jetzt möglich ist. Wenn nach einem Krieg eine bürgerlich-kapitalistische Entwicklung möglich ist, wäre er zu rechtfertigen.

Noch mehr ... ein Link zu einem widerlichen Text, der andere Menschen als nicht fähig zur politischen Wertung und "kindisch" bezeichnet (welch Diskriminierung von Kindern, sie als Schimpfwort zu benutzen!), den mörderischen Krieg gegen den Irak und die vielen Toten als "Absetzung" eines Diktators verharmlost usw. ... direkt auf der Seite der Antideutschen Kommunisten Berlins ... hier!

Bush teilt in Gut und Böse!
Eines vorneweg um Missverständnisse zu vermeiden: Wir möchten den Unterschied zwischen bürgerlich-demokratischen Staaten, in denen Bürger Rechte gegenüber dem Staat haben und solchen, von George W. Bush mit einigem Recht als Schurkenstaaten bezeichneten Rackets, in denen Untertanen ihren Herrschern auf Gedeih und Verderb mit Leib und Leben ausgeliefert sind, keinesfalls leugnen. Im Gegenteil: Andres als die heute aufrufenden Gruppen gehören wir zur verschwindend kleinen Minderheit in Deutschland, die es begrüßt, wenn die US-Army solchen Staaten das wohlverdiente Ende bereitet.
Anschließend folgt auf dem Flugblatt "We don't care about friendly cops" eine recht gute Analyse, warum Staaten immer scheiße sind - offensichtlich ein Widerspruch ... (Quelle: www.antifa-giessen.de)

Antifa-Arbeit nur noch wegen USA und Israel überhaupt möglich
Aus einem Flugblatt von Antideutschen gegen den antirassistischen Ratschlag in Gotha, verteilt am 6.11.2004
Die USA und Israel sind jene Vertreter bürgerlicher Verhältnisse, die einen Rest an antifaschistischer Perspektive überhaupt noch zulassen.

Pro Neoliberalismus
Aus einem Flugblatt von Antideutschen gegen den antirassistischen Ratschlag in Gotha, verteilt am 6.11.2004
Es gibt faktisch kaum mehr ein Entrinnen aus staatlicher Fürsorge wie auch Kontrolle. In diesem Sinn ist Hartz IV abgrundteif deutsch und hat rein gar nichts mit "amerikanischen Verhältnissen" zu tun, wo der Einzelne - bei allen zugegebenermaßen sich einstellenden Widrigkeiten der Unmittelbarkeit des Marktes - immer noch sein eigenes Schicksal fernab staatlicher Regulierung bestimmen kann bzw. muss.

Bahamas-Redaktion für Krieg gegen arabische Länder - Stellungnahme der Redaktion Bahamas:
(angehängt die Reaktionen auf www.de.indymedia.org) Original auf: http://www.nadir.org/nadir/periodika/bahamas/
Von: ein Kommunist gegen Deutschland, 16.09.2001 14: 00
Hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen sich die Mörder!
1. Stellungnahme der BAHAMAS-Redaktion zum islamistischen Massaker in den USA
 Noch stand dichter Rauch über dem, was von Manhattan nach dem bislang effektivsten, weil
grauenvollsten Selbstmordattentat seit Beginn der Al-Aqsa-Intifida übrig geblieben war, da tönte es bereits unisono in Deutschlands Medien: Vielleicht ist „die Katastrophe“ ja doch ein inneres Problem der US-amerikanischen Gesellschaft, treiben doch in ihr merkwürdige Sekten und eigenartige Neonazigruppierungen ihr bombenlegerisches Unwesen. Die üblichen Orientalisten diverser deutscher Hochschulen im Verbund mit den einschlägigen Vorzeigepalästinensern - Terrorismusexperten im doppelten Sinne des Wortes - traten zu der Vorwärtsverteidigung an, die hierzulande Besonnenheit heißt: Von vorschneller Verurteilung der ach so friedliebenden „islamischen Welt“ war da die Rede, und keiner verkniff es sich, auf das Unrecht hinzuweisen, das den Bin Ladens, Hamas, Djihad und wie die Mörder und Mörderbanden alle heißen, durch den Verdacht angetan worden war, sie hätten die Bomben von Oklahoma-City gelegt - wo der Täter doch ein Amerikaner war. Aber selbst gesetzt den Fall, daß tatsächlich US-amerikanische Neonazis diesen bestialischen Massenmord begangen hätten, wäre auch das nur darauf hinausgelaufen, die antisemitische Dimension dieser Tat zu verdeutlichen: Wie die „islamische Welt“, so kämpfen auch amerikanische Nazis gegen ZORG, das „Zionist Overtaken Government“, gegen dieselbe jüdische Weltverschwörung also, gegen die auch die von unseren Experten so wohl verstandene andere Vorhut der Entrechteten - die Palästinenser, die Taliban, der Irak - kämpfen: Gegen die zionistischen Machenschaften, die das Establishment der USA zu ihren Bütteln gemacht haben.
Diese antisemitische Stereotypie erklärt auch die verständnisvollen Kommentare der deutschen Medien, die sich nicht entblöden, die tiefe Enttäuschung der palästinensischen Massen über die zu proisraelische Haltung der USA als Rechtfertigung der enthemmten Freudenfeste nach dem Grauen von New York und Washington heranzuziehen; Freudenfeste, oder besser Schlachtfeste, wie sie seit Monaten in den sogenannten Autonomiegebieten die Regel sind. Vergeltung und Abschreckung gelten diesen verständigen medialen Kompagnons nicht als berechtigte Abwehr und Bekämpfung solcher Greuel, sondern als ihr wahrer Auslöser, als der tiefere Rechtsgrund des heiligen Krieges, der nichts gewinnen, sondern nur vernichten will. Ignoriert wird, daß die Intifada nachgerade die Quittung war, die Israel dafür gereicht bekam, daß es sich in Oslo zu fast schon existenzgefährdenden Konzessionen bereit erklärt hatte. Die palästinensische Volksgemeinschaft beantwortete das israelische Friedensangebot geradezu zwanghaft mit Terror - wie übrigens jedes konkrete israelische Entgegenkommen von ihr mit einer Steigerung terroristischer Aktivitäten quittiert wird. Dieses Vorgehen folgt einer perfiden Logik, denn ein tatsächlicher Friedenskompromiß hätte das Gemeinschaftsstiftende, das, was die verarmten und ausgebeuteten palästinensischen Massen mit ihren ehemaligen Feudalherren zusammenschweißt, die heute die nationalen Führer sind, gefährdet: den Antisemitismus, nämlich, die Projektion der eigenen, unerträglichen gesellschaftlichen Zustände auf Israel und die Juden überhaupt. Es ist hier ein zur Vernichtung entschlossener Antisemitismus am Werk - darin seinem nationalsozialistischen Vorbild auf qualitativer Ebene durchaus ebenbürtig -, der die Wahl- und Maßlosigkeit des palästinensischen Massenmordens begründet. In dieser Hinsicht kommt momentan dem Koran eine ähnliche Rolle zu wie seinerzeit Hitlers Machwerk „Mein Kampf“ in Deutschland. Die palästinensische Gesellschaft in ihrer jetzigen Gestalt ist konstitutionell friedensunfähig und -unwillig; allein das islamistisch inspirierte Vernichtungsprojekt hält sie zusammen. Israel scheint daraus gelernt zu haben und versucht sich wirksam, d. h.  gelegentlich auch präventiv, zur Wehr zu setzen unterliegt deshalb hierzulande verschärfter Medienhetze.
Dasselbe widerfährt jetzt auch den USA: Sie werden in Deutschland für einen „Frieden“ haftbar gemacht, den sie nicht gebrochen haben; sie sollen von einem Krieg absehen, der ihnen ohnehin erklärt ist; sie sollen Schwäche zeigen, die doch allein Terror nach sich ziehen würde. Wenn die deutschen Medien zusammen mit den Kämpen des ehemaligen deutschen Antiimperialismus - sei es als Regierungsträger, sei es als demonstrierende Regierungskritiker - um Frieden winseln, dann deshalb, weil sie das mörderische Treiben in ihrem Innersten als zutiefst gerecht empfinden. Von den Grünen bis zum Info-Radio, von der FAZ bis zu den Autonomen reicht die Gemeinschaft derer, die sich klammheimlich darüber freuen, daß dem „großen Teufel Amerika“ nun dasselbe Schreckliche widerfährt wie dem „kleinen Teufel Israel“. Laut sagen darf man das natürlich nicht. Deswegen ergeht man sich in Ritualen der Betroffenheit und der Trauer, mit denen man schon die Verantwortung für den Nationalsozialismus abzuwehren gelernt hatte, um im selben Moment jede Präventivmaßnahme, die solche Opfer vielleicht verhindern helfen könnte, zu verurteilen. Der derzeit inszenierte Trauerkult stellt bereits den mentalen Vorlauf jenes friedensbewegten Spektakels dar, in dem künftig Opfer amerikanischer Militärschläge bejammert und gegen die Toten von New York in der Art aufgerechnet werden, wie wir sie sonst von schlesischen und anderen Landsmannschaften kennen: also von der Gleichsetzung bis zur völligen Verkehrung von barbarischem Angriff und notwendiger Gegenwehr.
Die spontanen wie einberufenen Volkstrauerorgien dieser Tage stehen in einem bezeichnenden Kontrast zur völligen Mitleidlosigkeit gegenüber den Opfern der Selbstmordanschläge in Israel. Es beschleicht einen das Gefühl, daß hier weniger die amerikanischen „Plutokraten“ (neudeutsch: „Banker & Spekulanten“), denen man es schon immer gegönnt hat, betrauert werden, sondern eine präventive Furcht um die mutigen Moslems umgeht, denen jenes urdeutsche Gerechtigkeitsgefühl zufliegt, das sich selbst in der vermeintlichen Ohnmacht der Entrechteten wiedererkennt. Warum sonst delirieren sich die Deutschen plötzlich in den Mittelpunkt eines Krieges, der doch mit hoher Wahrscheinlichkeit den Taliban ins Haus steht? Wie anders soll man die seltsame Melange aus larmoyanter Trauer und völlig gegenstandsloser Kriegshysterie bzw. Friedensheulerei sonst verstehen?
Die friedensliebende Volksgemeinschaft hat in eindringlichster Pose der Fraktionsführer der Opposition, Friedrich Merz, inszeniert. Mit der vom verflossenen Kaiser geborgten Rhetorik beschwor er vor den Bundestag, daß es jetzt keinen Parteienzwist mehr geben dürfe und Deutschland fest an der Seite der amerikanischen Verbündeten stehe. Doch gleichzeitig wird im Land der Konsens hergestellt, daß es keinen automatischen Beistand geben werde - ein Konsens, auf den Schröder alle Maßnahmen der BRD stützen möchte. Zusammen mit der Versicherung, man könne eh nur ein paar Düsenjäger und Logistik zur Verfügung stellen, gibt man so den begütigenden Onkel, der mäßigenden Einfluß auf die amerikanische „Rachegelüste“ nimmt. Wieder einmal bringt Deutschland sich als Friedensmacht ins Spiel, die deeskalierend auf den bereits den Knüppel zückenden „Weltpolizisten“ USA einwirkt und sich so ihren aktuellen und virtuellen Verbündeten stattdessen als der freundliche Kontaktbereichsbeamte von um die Ecke empfiehlt. Deutsche „Solidarität“ und „Augenmaß“, Trauer und Frieden, d.h. die augenzwinkerende Ermunterung für die Täter, so weiterzumachen wie bisher, übersetzt sich in die Sprache rot-grüner Politiker und unzähliger Kommentatoren etwa so:
? „Man kann den Terror militärisch nicht besiegen, sondern muß seine Gründe beseitigen, z.B. in der gerechten Lösung regionaler Konflikte“ (Claudia Roth für den Bundesvorstand der Grünen). Nicht nur ignorieren solche Sprüche eklatant die „Logik“ eines Selbstmordattentats, das nicht an praktischem Gewinn und politischen Kompromissen interessiert ist, sondern eben an der Vernichtung. Ekelhafter noch: man schiebt Israel die Verantwortung an den islamischen Terrortaten zu, als ob nicht das palästinensische Selbstmordkollektiv jeden Kompromiß torpedieren müßte, um überhaupt noch seinen rein negativen gemeinschaftlichen Zusammenhalt, den handgreiflichen Antisemitismus, erhalten zu können.
? „Jedes militärische Eingreifen dreht bloß die Spirale der Gewalt weiter“ (Roland Claus, Fraktionsvorsitzender PDS). Für diese Obszönität gilt ähnliches, denn irgendjemand muß die Spirale in Gang gesetzt haben, und das sind im Zweifelsfall immer die Israelis. Und selbst wenn man nicht ausdrücklich so weit gehen möchte, kann man sich dergestalt immer noch auf die alte deutsche Spießerweisheit zurückziehen, daß ja schließlich alle gleich schlimm seien und ein jeder Dreck am Stecken habe.
? „Frieden gibt es nur mit einer sozialen Komponente“ (Rudolf Scharping, Bundeskosovominister) - also nur mit Deutschland, könnte man diesen Satz gleich fortschreiben. Denn er bezieht sich auf antiimperialistische Denkmuster, die hierzulande weit in den Nationalsozialismus zurückreichen: Deutschland als Freund der jungen Nationen, das anders als die westlichen Kolonialmächte, die nur auf Öl und Profit scharf sind, uneigennnützig hilft; die deutsche Großmacht als Anwalt einer Entschuldung der vom fiesen internationalen Finanzkapital in Zinsknechtschaft gezwungenen armen Länder und Spezialistin für Volkstumsrechte mannigfaltiger Art. Warum wohl tauchte Deutschland in den Resolutionen der UN-„Anti-Rassismus“-Konferenz von Durban - ungeachtet seiner das Maß der Konkurrenten bei weitem übersteigenden Kolonialgreuel - nicht auf den Listen der zu verurteilenden Kolonialmächte auf?
Genau diese Versprechen gibt die Bundesregierung im Kosovo, gibt die Deutsch-Arabische Gesellschaft gegenüber den Arabern insgesamt, gibt der Außenminister dem Iran und dem Irak und vielen der bewaffneten Gruppen im Kampf gegen die von der „zionistischen Weltverschwörung“ beherrschte, ungläubige Welt. Die aus diesem Ungeist geborene Bereitschaft Deutschlands zum Frieden und zur „interkulturellen Vermittlung“ stellt nur seine Nähe zum Terror unter Beweis und gibt den Objekten der barbarischen Angriffe eine eigene Schuld an ihrem Schicksal - wie den Israelis - oder eine Mitverantwortung - wie der US-Regierung.
Dreist versichert jetzt der Außenminister Fischer einer von Panik ergriffenen Nation, deren Regierungen seine Politik der Verständigung mit den Gotteskriegern als Versöhnungspolitik gebilligt und begrüßt hatten, daß es nichts nütze, den Kopf einzuziehen. Er will jetzt die Anschläge vergelten - und läßt durchaus durchblicken, daß Deutschland dabei nach Kräften bremsen wird. Fischer will Anschläge vergelten, die doch erst durch die Spekulation darauf zustande kamen, daß die EU von einer Schwächung der USA profitieren könnte, sei es als Makler in Nah-Ost, sei es als Wirtschaftsmacht durch Aufträge aus dem Iran. Die Politik der wohl interpretierten Menschenrechte, die das Selbstbestimmungsrecht islamischer Terroristen im Kosovo durchsetzte hat ja bereits gezeigt, daß die gezielte Internationalisierung eines innerstaatlichen Konflikts großen Einflußgewinn abwirft, der auch in Mazedonien gerade eingefahren wird. Seit dem Golfkrieg, als Deutschland noch beim Liefern von Raketenteilen an Saddam erwischt wurde, hat man gelernt, daß es besser ist, sich nicht allzuweit aus dem Fenster zu lehnen. Jetzt hat man sich dem Bremsen verschrieben, der Verhinderung der den US-Amerikanern unterstellten Rachegelüste - die islamisch-völkische Klientel der deutschen Außenpolitik wird den Wink verstehen. Denn ein bißchen mitmachen muß das offizielle Deutschland beim „Kampf gegen den Terrorismus“ schon, haben die Attentäter doch die Anmaßung begangen, selbst in die Hand genommen zu haben, was doch eigentlich Aufgabe deutscher oder europäischer Vermittlungstätigkeit zu sein hätte. Militärische Schläge so klein wie möglich zu halten und danach mit dem bereitwillig eingestrichenen moralisch-pazifistischen Mehrwert wieder in islamisch-westlichem Dialog zu machen - das ist die offizielle wie inoffizielle Zielvorgabe Deutschlands.
Machtpolitisches Kalkül allein aber erklärt nicht jene Wärme, jene gegen jede Kritik resistente und jede Entnazifizierung überdauernde Seelenverwandschaft der Deutschen mit den moslemischen Glaubens- und Volkstumskriegern. Die in Deutschland gebetsmühlenhaft aufgetischte Mär, daß der Islam eine nette, freundliche Religion sei, die nur von einigen Fehlgeleiteten - und das auch aus nachvollziehbaren Gründen - zum radikalen Islamismus verkehrt werde, will fortwährend vertuschen und plaudert doch stets unfreiwillig aus, wieviel entscheidende Komponenten der deutschen Ideologie sich im Islam aufgehoben fühlen dürfen:
Seiner selbst als Inhaber einer überlegenen Kultur - nicht Zivilisation - gewiß, fühlt man sich stets gedemütigt, betrogen, um seinen historischen Rang geprellt, und zwar von denselben Agenten der weltweiten „Finanzoligarchie“, von den USA und Israel. Das dumpfe Verfangensein in einer Endsiegmentalität, die ruhig die gesamte Welt in Trümmer legen will einschließlich des eigenen Lebens, der Haß auf Schönheit und Genuß - all das, was den Islam ausmacht, bringt auch den auf die „inneren Werte“ geeichten Deutschen in Wallung.  Daß sich Politiker wie Friedhelm Pflüger, „Nahost-Experten“ wie der wieder aus der Versenkung hervorgeholte Peter Scholl-Latour und Kommentatoren der SZ gemeinsam darüber freuen, daß es durch die islamische Herausforderung nun endlich mit der „Spaß-Gesellschaft“ ein Ende habe, spricht für sich. Die Festzementierung und Hypertrophierung von Herrschaftsverhältnissen durch absurdeste selbstauferlegte Regeln, die Verteufelung des Abstrakten und jeder Freiheit, das Lob von Dummheit und Armut, das der Islam als Ideologie archaischer Gesellschaften des einfachen Tauschs und der unmittelbaren Herrschaft singt, ist auch die Melodie des deutschen Gemüts: Eine gegen jede Zivilisation, gegen jede Individuation gerichtete Gemeinschaft der Beschädigten wie Beschädiger. Der Islam ist Heidegger für Analphabeten: Das Sein zum Tode ist der Djihad. Daß er weiter möglichst ungehindert zum Zuge kommen kann, das ist der Grund des unbedingten Friedenswillens, auf daß das deutsche Wesen sich in Gestalt des moslemischen Selbstmordattentäters doch noch an der Welt rächen könne.  Ein solches Rachebedürfnis, das auf gespenstische Art feixende Linke und vor Freude umherballernde Palästinenser eint, hat überhaupt nichts zu tun mit dem nur allzu gebotenen Kampf gegen die kapitale Vergesellschaftungsform in ihrer mörderischen Absurdität. Vielmehr ist das islamische Gotteskriegertum die fortgeschrittenste Kraft jener Dynamik, in der die bürgerliche Gesellschaft ihre eigenen Freiheitsmöglichkeiten negiert und annulliert. Dieser Kampf ist keiner für Freiheit von bürgerlicher Zurichtung, sondern einer für das glatte Gegenteil: Für weitaus barbarischere Herrschaftsformen, deren sozialer Kitt das Almosen, deren libidinöser Klebstoff die Entrechtung von Frauen und „sexuell Perversen“ ist. Mit ihrem Multi-Kulti-Gewese betreiben saturierte Alt-68er Verrat an der Aufklärung. Das Blatt des regierungsamtlichen Antisemitismus, die „taz“, liefert dafür den adäquaten ideologischen Überbau: den Antirassismus. Man dürfe die islamische Kultur nicht verurteilen, die wir nicht so recht verstünden, dafür aber umso bereitwilliger akzeptieren müßten, heißt es nicht nur dort. Nicht nur stinkt der darin ausgesprochene unbedingte Wille zum Festhalten an den gesellschaftlichen Verhältnissen, wie sie sind, das Akzeptieren noch der übelsten Deformationen, die sie den in ihnen Befangenen auferlegt, das Bejahen noch der irrwitzigsten Amokläufe des notwendig falschen Bewußtseins zum Himmel. Wie sehr solch verständnisinniger Antirassismus sich dem kolonialistischen Wunschtraum des „Guten Wilden“ verdankt, der den höchsteigenen Wunsch nach Regression mit dem „Exoten“ drappiert und diesem in die Schuhe schiebt, merkt schon keiner mehr.  Daß sich an diesem bösen Spiel auch bis zum Selbsthaß desillusionierte Linke beteiligen, die im Islam Befreiung hin zur Selbstbestimmung wittern, ist das eigentlich Alarmierende. Die Islamisierung ist in Wirklichkeit die Befreiung von jeder Möglichkeit der Befreiung - sie ist zusammen mit dem Nationalsozialismus der größte und mächtigste Feind, den die Revolution je hatte. Schon deswegen ist die Warnung vor einem angeblich bevorstehenden „Kampf der Kulturen“ ein einziger Schwachsinn, weil der Islam keine autonome, der westlichen Zivilisation äußerliche „Kultur“, sondern als moderne Form von Elendsverwaltung, deren eigene finstere und mörderische Kehrseite darstellt - Barbarei als eine der kapitalistischen Vergesellschaftung im Doppelsinne des Wortes entsprungene gesellschaftliche Formation, die in sich selbst die Möglichkeit ihrer Aufhebung liquidiert hat und in rein selbstzweckhafter Raserei ihren einzigen Daseinszweck findet und deswegen nur „von außen“, d.h. mit der vereinten militärischen Gewalt der anderen Staaten, zu brechen ist. Wie die Alliierten im Nationalsozialismus ihr eigenes Alter Ego bekämpften, so werden die USA nun im Islamismus gegen die barbarische Ausgeburt ihrer eigenen Vergesellschaftung antreten - ein an sich unmögliches Unterfangen, dem man doch alles Gute wünschen muß, insoweit es zur Folge hat, daß im Windschatten der Militärschläge der insbesondere im letzten Jahr gestiegene internationale Druck von Israel wenigstens temporär wieder weicht und Israel in die Lage versetzt, sich seinerseits ohne unerbetene Einmischung von außen der akuten Bedrohung angemessen zu erwehren.
US-amerikanische Militärschläge gegen islamische Zentren hätte jeder bis auf weiteres zu begrüßen, der die Emanzipation von der Warenform, von Markt und Staatlichkeit nach wie vor als Bedingung menschlicher Selbsttätigkeit, mithin des Eintritts aus der „Vorgeschichte“ in die „Geschichte“ (Marx) begreift. Sollte wirklich Afghanistan das erste Ziel eines US-Gegenschlages sein, wäre zu fordern, das dieser so konsequent wie möglich erfolgt, d. h.  einen Sturz nicht nur des Taliban-Regimes, sondern auch die Verhinderung weiterer islamistischer Herrschaft bewirkt und nicht auf Afghanistan beschränkt bleibt. Dies scheint aufgrund der in der Vergangenheit stattgehabten Unterstützung islamistischer Aktivitäten auch durch die amerikanische Außenpolitik nicht garantiert zu sein: Immerhin hat auch der heute - in einer vom grundsätzlichen Problem islamischer Barbarisierung ablenkenden Weise - zum Oberschurken stilisierte Bin Laden seine erste militärische Ausbildung und politische Instruktion von amerikanischen Dienststellen im Kampf gegen die Sowjetunion erhalten.  Dennoch hätte eine solche Forderung, so symbolisch sie angesichts der realen Machtlosigkeit radikaler Linker auch sein mag, eine emanzipatorische Stoßrichtung.  Islamisch-völkische Bewegungen und Staaten stellen derzeit das wesentliche Kontingent des Antisemitismus dar, der gegen Israel schreit und es in Wahrheit auf alle Juden abgesehen hat. Die Beseitigung islamischer Herrschaft würde die Bevölkerungen dieser Länder dem moslemischen Götzendienst entreißen, um sie, mit allen brutalen Konsequenzen, dem kapitalistischen Warenfetisch direkt zu unterwerfen; sie würde einerseits die realen Bedingungen von Antisemitismus und Islamismus unangetastet lassen und die vom Wahn Besessenen aufgrund der nicht zu erwartenden Linderung des Elends möglicherweise in ihren barbarischen Intentionen bestärken. Andererseits könnte die militärische Bezwingung des Islamismus den Blick von islamischer Elendsverklärung, Selbstkasteiung und Mordlust fort auf die von der kapitalistischen Vergesellschaftung hervorgebrachten materiellen Potentiale lenken und den Wunsch nach kommunistischer Aneignung aufkeimen lassen. Da letztlich niemand gezwungen werden kann, Moslem zu sein, sondern sich stets aufs neue dazu entscheiden muß - deshalb ist auch die Denunziation antiislamischer Positionen als „rassistisch“ ebenso dumm wie demagogisch - ist auch den heute Verblendeten und Verbohrten die (Neu-)Formulierung einer Willensbekundung anzuempfehlen, deren Richtigkeit nicht durch die schäbige Entwicklung einiger, die sie früher lauthals schrien, entwertet wurde:
Wir wollen alles!
BAHAMAS-Redaktion (14.9.2001)

Krude Antisemitismustheorien bei Antideutschen

Zusammenfassende Übersicht über absurde und den tatsächlichen Antisemitismus verharmlosende Dogmas (z.T. ohne Quellenangabe aus dem Gedächtnis ...)

Nationalismus erzwingt Hass auf Juden, weil diese keine Nation sein können
Aus dem Flugblatt "We don't care about friendly cops" der antideutschen Gruppe "Antifa-AK Gießen"
... neigen die Subjekte dazu, sich mit ihrer Nation und somit mit ihrem Souverän und "ihrem" Kapital zu identifizieren. Dieser Wunsch nach nationaler Identität erzwingt den Hess auf die als an sich nichtidentisch Halluzinierten: auf rassistisch verfolge Unmenschen" und antisemitischer Vernichtungsandrohung ausgesetzte "Übermenschen. Dieser Antisemitismus ist die reaktionärste aller Ideologien.

Antideutsche Kritik an Aktionen gegen Deutschland und Diskussion darum ...

(Texte von Indymedia und Hoppetosse-Mailingliste)

Peinlich, peinlicher, projektwerkstatt...
Von: antifa rocker team frankfurt 03.10.2002 14:01
Im Zusammenhang mit dem wiedererstarkten Deutschland und der Wiederkehr des deutschen Wahns einfach von "Nationalstaaten schrotten" zu sprechen ist schon sehr dürftig und genaugenommen reaktionär, denn Israel ist auch ein Nationalstaat und zwar einer, der zunehmend dadurch in seiner Existenz bedroht ist, dass klassisch deutsche Ideologie, also Antisemitismus und völkisches Denken, weltweit auf dem Vormarsch sind.
AntifaschistInnen sollten deshalb schon ein wenig mehr auf die Reihe kriegen, als nur die Kritik "am Nationalstaat"! Wer Deutschland und den deutschen Wahn kritisieren will, hätte also diesen erst ein mal näher zu spezifizieren, der Verweis auf Nation, Außengrenzen und "neoliberalen Staat" verwischt jedoch genau das, was Deutschland qualitativ von anderen bürgerlichen Staaten unterscheidet!
Wer sich mal näher mit dem NS auseinandergesetzt hat, wird überdies feststellen, dass es viel zu kurz gegriffen ist, bei seiner Ideologie von "Nationalismus" zu sprechen. Zwar reden die Nazis selbst häufig von Nation, nur hat dies überhaupt nichts mit dem klassischen Nationen-Begriff zu tun, wie er in der Entstehungsgeschichte der modernen Nationalstaaten entwickelt wurde. Der NS war stattdessen so etwas wie ein antinationales Projekt, der in seinem Wahn vor keiner Grenze halt machte und ganz anderes im Sinn hatte, als den Angehörigen der eigenen Nation oder meinetwegen dem dort beheimateten Kapital mehr Macht zu verschaffen.
Den Nazis ging es demgegenüber darum, die Welt neu zu ordnen, eine Hierarchie der Völker einzurichten, die "niederen Völker" zu versklaven und das "Antivolk" zu vernichten. Mit der Machtpolitik eines klassischen Nationalstaates hat das nicht sehr viel zu tun.
Und wenn schon ein aktueller Bezug zum heutigen Datum her soll, dann kann es nur der sein, dass die Renaissance des deutschen Wahns kritisiert wird. Was ist derzeit deutlicher zu beobachten, als das Projekt der Emanzipation der Deutschen von ihrer Geschichte zum Zwecke der Wiederholung derselben?
Macht doch endlich mal eure Augen auf, beschäftigt euch mit kapitaler Vergesellschaftung und Staatlichkeit und damit, was beides mit bestimmten Ideologien zu tun hat, denn was man nicht kritisch bestimmen kann, kann man auch nicht zerstören!!!
Solidarische Grüße
URL: http://copyriot.com/sinistra

Kritik am Text "Peinlich, peinlicher, Projektwerkstatt"
Von: jb
Der Text ist eine Ergänzung des Berichtes bei Indymedia (http://de.indymedia.org/2002/10/30916.shtml). Unterzeichnet ist er mit der Internetadresse einer antideutschen Gruppe aus Frankfurt. Das Vokabular könnte ebenfalls auf antideutsche Zusammenhänge hinweisen (gestelzte Sätze mit komplizierten Begriffen, aber meist wenig inhaltlicher Aussage oder Zusammenhang).
Beginnen tut er aber gar nicht mit einer inhaltlichen Analyse, sondern sucht mit dem platten, in vielen elitär und hierarchistisch organisierten linken Strukturen Anti-Projektwerkstatt-Gelaber Aufmerksamkeitspunkte zu sammeln: "Peinlich, peinlicher, Projektwerkstatt". So wird eine der wenigen gezielten Anti-Deutschland-Aktionen am 3.10.2002 erstmal ordentlich mit Dreck beworfen, bevor dann immerhin (die meisten anderen Ergänzungen sind nur Dreckwerfen) eine inhaltliche Argumentation erfolgt. Aber die hat es in sich:

Mit der Behauptung, Nation und Volk seien nicht per se zu kritisieren, sondern nur in ihrer deutschen Variante, entfernen sich antideutsche TheoretikerInnen immer weiter von einer emanzipatorischen Politik und näheren sich herrschaftsbefürwortenden, zum Teil auch rechten Positionen an. Gemischt mit ihrem Haß gegen Widerstand und politische Praxis wird ein Mischung daraus, die konkrete politische Arbeit torpediert (einschließlich einer notwendigen, klaren und kreativen Praxis gegen den zunehmenden Antisemitismus!) und somit der Aufrechterhaltung des Bestehenden dient. Beispiel: Während in der Nacht auf den 3.10. in Gießen gegen Deutschland agiert wurde, brüsten sich die Antideutschen in Gießen seit Wochen damit, gegen antisemitische Schmierereien eine Anzeige wegen Volksverhetzung gestellt zu haben. Das legitimiert nicht nur staatliches Handeln, sondern soll offenbar das deutsche Volk vor der Verhetzung retten. Also so erhalten, sie es ist. Prost!

Bewegungs-Bashing durch Antideutsche

Antideutscher Kapitalismusschutz-Bericht in Marburg

In Marburg wurde eine Schrift "Intifada an der Uni" veröffentlicht, in der im Editorial verschiedene Marburger beschrieben wurden. Jenseits dessen, daß Kritik durchaus in vielen Fällen angebracht ist, zeugen die Kritiktexte der Anti-Ds vor allem von:
weitgehendem Fehlen von Informationen (so gibt es z.B. im Marburger besetzten Haus Solarstrom und Öfen, zudem ist es der gelobte Kapitalismus, der den Anschluß ans Stromnetz verweigert)
unglaublichen Relativierungen, vor allem in der Gleichsetzung von Antisemitismus und peinlichen politischen Positionen, die zu kritisieren sind, aber eben nicht = Antisemitismus sind (Verschwörungsgefasel oder gar nicht der Nichtrauswurf von psychologisch abgestürzten Personen mit Verschwörungshalluzinationen)
spürbarer Lust an Elimination, hier wenigstens der physischen, so doch aber der politischen. Streitkultur und politische Pluralität ist offensichtlich nicht das Ziel antidoitscher Ideologie, die damit vor allem ihre Nähe zu spießbürgerlichen bis totalitären Überzeugungen zeigt.

Im Original: Das Editorial im Original ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Feinde der Zivilisation (von Kosmopolitbüro )
Nichts zeugt so sehr vom Bankrott der Linken wie das, was aus ihrem Rassismusbegriff geworden ist. Die Kritik des Rassismus meinte einmal die Kritik jeder Borniertheit. Der Rassismus wurde begriffen als Anschlag auf die Idee einer befreiten Menscheit, die ihre Geschicke selbst in die Hand nimmt und die Gesellschaft nach vernünftigen Maßstäben einrichtet. Was heute unter "Antirassismus" verstanden wird, ist genau das Gegenteil jener Kritik:
Parteinahme für jede mögliche Barbarei, wenn sie sich nur das Etikett "selbstbestimmte Kultur" aufkleben kann.
Die Hoffnung auf eine Veränderbarkeit der Verhältnisse ist verschwunden, "links" sein heißt, noch jede miese Tradition zu rechtfertigen. Den Islam zu kritisieren soll rassistisch sein, weil nach den Vorstellungen der "Antirassisten" Rassismus darin besteht, daß eine "Kultur" (warum nicht gleich "Rasse"?) die andere unterdrückt. Die "Kulturen" selber werden als invariant vorgestellt, das Gegenteil von "Rassismus" ist Ethnopluralismus, und wehe, einer kritisiert diese Zoologisierung der Menschheit, dann ist er (oder sie) ein mieser Eurozentrist, ein Imperialist und Menschenfeind. "Antirassismus" heißt, den Menschen, die in islamischen Ländern leben müssen, ins Gesicht zu spucken. Nach Meinung der linken "Antirassisten" haben sie nichts anderes verdient als den Islam.

Botschaften aus dem hessischen Urwald
Weil wir die islamische Barbarei kritisieren, hat eine "Anarcha" dem antisemitischen Internet-Stammtisch Indymedia gesteckt, unser Flugblatt über Reinhard Kühnl sei "rassistisch". Sie schmückt sich, dem völkisch-romantischen Helden der mexikanischen EZLN zu Ehren, zusätzlich mit dem Pseudonym "Subcommandanta Marca". Der Anarchismus hatte früher, trotz Proudhon und Landauer, immer noch etwas von Kritik an Volk und Staatlichkeit, aber auch das scheint verschwunden zu sein, Anarchismus heißt jetzt selbstverwaltete Armut im Zeichen von Blut und Boden. "Anarcha" weiß zu berichten, daß in dem Flugblatt "Arafat mit dem palestinensischen Volk gleichgesetzt" wird und "dessen angebliche Rufe nach einer Vernichtung Israels zu einer generellen Rechtfertigung der Repressiven politik Israels gemacht" werden. Das steht zwar irgendwie nicht drin, aber macht ja nix, es hätte drin stehn können. Nicht nur Volk und Führer werden von uns verleumdet, sondern auch die autochtone Religion.
Wir unterstellen "dem Koran [!], explizit die Vernichtung Israels voranzutreiben - . Eine besonders perfide Untat. Dabei haben wir bloß Islamisten zitiert, die genau das tun. Lesen müßte man können. "Anarcha" hat in Gemeinschaftskunde aufgepaßt. Sie weiß, daß dem Islam immer Unrecht getan wird. Damit hat sie es schon fast zum Mufti gebracht und kann eine Fatwa präsentieren:
"Der Dschihad fordert aber lediglich einen Verteidigungskrieg ("So ihr angegriffen werdet ...  verfolgt eure Feinde")". Das sagt Osama bin Laden auch immer. Der Krieg gegen die USA und Israel ist eben ein "Verteidigungskrieg". Da kann "Anarcha" nur zustimmen, und deshalb bezichtigt sie uns des schlimmsten Vergehens, das sie sich vorstellen kann: "Gefordert wurde dann unter anderm bedingungslose Solidarität mit Israel." Das hat sie sich ausnahmsweise nicht ausgedacht.
Seltsam, obwohl sie immer schimpft, findet sie an dem Flugblatt fast alles "richtig und gut". Sie will nur nicht sagen was.

Hauptsache, ein eigenes Haus!
Ein kleines Chiapas gibt es schon in Marburg. Eine "kapitalismusfreie Zone" haben die Besetzerinnen der Wannkopfstraße 13 ausgerufen. Was man sich darunter vorstellen soll? Einen Ort, an dem es keine Heizung und keinen Strom gibt, an dem aber dafür jeder so frei von der Leber weg schwadronieren kann wie er will, so frei, daß sich Antisemiten und andere Menschenfeinde so richtig austoben können. Dort wird keiner rausgeschmissen, wenn er von einer Weltverschwörung der Illuminaten und Rothschilds phantasiert oder Legebatterien Hühner-KZs nennt.
Dort fängt man schon mal an mit der kapitalistischen Elendsverwaltung, für die man die EZLN so bewundert1 , etwa in Gestalt eines "Umsonstladens", in dem man endlich kostenlos an Sperrmüll kommt. Toll, was der Kapitalismus so alles abwirft!

Marburger Jungunternehmer mit pfiffiger Geschäftsidee
Eine weitere kapitalismusfreie Zone ist "Onkel Emma". Es waren einmal ein paar Autonome, die überlegten sich, wie sie nach dem Studium ihr Geld verdienen und trotzdem gut bleiben könnten. So entstand die Idee vom "antifaschistischen Gemüseladen", der so hieß, weil bekanntlich alles, was Antifaschisten tun, irgendwie antifaschistisch ist. Das Projekt scheiterte. Ein guter Werbegag, dachten sich andere, und machten "Onkel Emma" auf. Erklärtes Ziel der guten Onkels ist "die Ausschaltung des Zwischenhandels" und der Kampf gegen die "Entfremdung" zwischen Konsumenten und Produzenten2 . Böse Zirkulation, gute Produktion, so einfach ist das. Man braucht nicht erst Horkheimer zu bemühen, um das antisemitische Schema wiederzuerkennen3 . Der Clou von "Onkel Emma" ist, daß es nicht einfach ein Gemüseladen, sondern eine "Einkaufsgemeinschaft" ist, die wie eine Buchgesellschaft funktioniert. Man kennt den Schwindel islamischer Banken: Zinsen sind keine, wenn sie in Form einer Gebühr eingetrieben werden.
Genau diese verlogene Masche ist der ultimative Werbetrick der Onkels. Das ist aber noch nicht alles. Den Onkels gelang es, eine ganze Szene davon zu überzeugen, daß sie nur noch bei ihnen kaufen darf, wenn sie nicht daran schuld sein will, daß ein paar Autonome von Sozialhilfe leben müssen und dem Staat auf der Tasche liegen. Selbst die hartgesottensten Anarchos schluckten das sofort und kauften fortan nur noch die teure Gesundheitskost von "Onkel Emma". Das macht den Onkels so schnell keiner nach. Jeder Supermarktbesitzer träumt von einer solch "persönlichen Beziehung" ("Onkel Emma") der Kunden zum Geschäft, nicht nur wegen des Umsatzes, sondern auch, wie die Onkels wissen, weil unter dieser Voraussetzung "keine Verluste durch Diebstahl" entstehen.  Die Kundinnen ihrerseits sind begeistert, daß "Onkel Emma" nicht ganz so teuer ist wie andere Naturkostläden und daß sie etwas Gutes tun, indem sie "die Umwelt weniger belasten" ("Onkel Emma"). Nicht zu vergessen, daß die dort angebotenen Produkte für eine irgendwie alternative Ökonomie stehen, denn entscheidend ist nicht, daß Ware gegen Geld getauscht wird, sondern der mystische Gebrauchswert "Bio", der den Warencharakter des Produkts sofort zum Verschwinden bringt. Nur aus einem Grund "hat noch kein Chemiker Tauschwert in Perle oder Diamant entdeckt" (Marx): diese Substanz ist ein Lebensmittelgift. Das versteht man wohl erst nach einer Begegnung der dritten Art: "Neben dem Bereich der ökologischen Landwirtschaft sowie dem Fairen Handel sind uns Themen wie Gentechnologie, Esoterik und Anthroposophie begegnet"...

Islamisten und KFZ - Hand in Hand gegen Israel

"Wenn von diesem Zustand aber bekannt und erwiesen ist, daß er Auschwitz implizierte, ist die Welt, die ihn hinnimmt, nicht mehr dieselbe wie jene, die ihn duldete, als seine Implikationen noch unvorstellbar waren. Die Welt, die nach Auschwitz nicht ganz anders ist, ist eine, die Auschwitz bewußt in Kauf nimmt", schreibt Wolfgang Pohrt in einem Aufsatz über das Tagebuch aus dem KZ Bergen-Belsen von Hanna Lévi-Hass, Vielleicht war das alles erst der Anfang. Zum stillschweigenden Einverständnis gesellt sich die offene Abwehr aller Versuche, an diesen Zustand zu rühren. So darf man die Reaktion des KFZ auf eine Anfrage verstehen, ob es möglich sei, ihren Raum für eine Veranstaltung mit dem Titel "Nazis und Islamisten - Hand in Hand gegen Israel" zu mieten.  Verdruckst und verlogen, aber zuletzt doch seiner selbst bewußt, kommt hier das Paktieren mit der Barbarei daher.
Das sei ein "heißes Thema", hieß es, als das Projekt der versammelten KFZ-Riege vorgestellt wurde. Nur laue Themen kommen für eine Veranstaltung im KFZ in Frage, denn in Marburg "gibt es genug Leute, die eine andere Meinung haben", und die dürfe man nicht verprellen. Da gibt es zum Beispiel den Verein der arabischen Studierenden, auf dessen Demonstration in Marburg am Hitlergeburtstag 2002 "Tod allen Israelis" gerufen wurde. Dafür haben die KFZ-ler Verständnis, dazu wollen sie sich "nicht inhaltlich äußern". Das wollen sie "differenziert diskutieren". Ausgewogenheit ist das oberste Gebot, es müssen um jeden Preis "beide Seiten zu Wort kommen". Wenn ein Antifaschist auf dem Podium sitzt, muß man einen Faschisten daneben setzen. Oder, wie Karl Kraus einmal beobachtete, wenn "ein Semit" eingestellt wird, muß eben auch "ein Antisemit" eingestellt werden. Das nennt man dann "Demokratie und Rechtsstaatlichkeit stärken". Ganz klar die bessere Alternative zur Selbstverteidigung Israels gegen die erklärtermaßen zu seiner Vernichtung bereiten Nachbarstaaten und bewaffneten Banden, findet das KFZ. Wenn man schon darauf verzichtet, die Auslöschung Israels und seiner Bewohner zu fordern, darf man wenigstens nicht dulden, daß sie sich dagegen wehren.
Es seien ja schon einige "sehr gute Argumente" gegen die Veranstaltung gefallen, lobte ein offenbar befehlsgewohnter Kerl die ressentimentgeladene Menge, die schon Ermüdungserscheinungen zeigte, und forderte, endlich zur Sache zu kommen:
"Weil wir hier alles im Konsens beschließen, plädiere ich verschärft dafür, das zu lassen". Die Menge verstand den Wink und legte nun erst richtig los. Der Titel der Veranstaltung habe ihr die Haare zu Berge stehen lassen, gestand eine der Wortführerinnen. "Nazis, Islamisten und Israel darf man nicht in einem Atemzug nennen". Warum nicht? "Differenzieren" ist Neudeutsch für relativieren und vertuschen, und deshalb ist es hierzulande Ehrensache. Es geht es nicht um Wahrheit, sondern um politische Opportunität. Die Veranstaltung sei "höhnisch zu diesem Zeitpunkt". Sie könne vielleicht irgendwann mal stattfinden, aber "nicht gerade jetzt, wo ein arabisches Land angegriffen wird". Wenn ein Staat in die Schußlinie gerät, der von einer Clique beherrscht wird, die bei jeder Gelegenheit zur Vernichtung Israels und der Juden aufruft, muß man Islamisten und Nazis decken. Sonst geraten noch die anständigen Deutschen in Verdacht, die sich am 6. Februar 2003 in Marburg zu einer "Friedensdemonstration" zusammenrotteten, um sich, wie es gleich im ersten Redebeitrag hieß, zum "deutschen Vaterland" zu bekennen. Im Haus des Henkers darf nicht vom Strick gesprochen werden. Das kann man, so die KFZ-Ethikexperten, "moralisch nicht vertreten".

Den Faschismus nicht den Rechten überlassen
Heutige Antizionisten könnten sich die Arbeit des Formulierens erleichtern, wenn sie sich Friedrich Wilhelm Heinz zum Vorbild nähmen, ein Mitglied der berüchtigten Marinebrigade Ehrhardt, die schon 1919 ihre Helme mit Hakenkreuzen bepinselte. Sie bräuchten nur einige wenige Wörter auszuwechseln, und schon wären längere Passagen aus seinem Buch Die Nation greift an, Berlin 1933, tauglich zur Veröffentlichung in der jungen Welt: Wer aber die Kapitulation von Versailles in ihrer antisozialistischen und imperialistischen Bedeutung erkannt hatte, dem durfte die Unterwerfung unter das Diktat der Feinde nur zum Mittel werden, um Zeit zu gewinnen. Der Sieg des französischen Chauvinismus und der Triumph des angelsächsischen Imperialismus konnten nicht rückgängig gemacht oder aufgehoben werden durch eine zu gewinnsüchtigen Zwecken vorgenommene Verlagerung der deutschen Machtverhältnisse. Der Befreiungskampf gegen den Westen ließ sich nur durch eine neue politische Idee, welche die Sache der Nation zu einer Sache des Volkes macht, vorbereiten. Ersetze "Versailles" durch "Oslo", "französischen Chauvinismus" durch "israelischen Chauvinismus" und "deutsche Machtverhältnisse" durch "palästinensische Machtverhältnisse" - fertig ist das Antiimp-Flugblatt.
Genau das, was vor 70 Jahren Faschisten von sich gaben, die sich auch als solche bezeichneten, gilt heute nicht nur als links, sondern geradezu als Inbegriff des Linken. Schuld an der Verwechslung von Rechts und Links sind diejenigen Sozialisten, die schon damals den "nationalen Nihilismus des kosmopolitischen Aufklärertums" verdammten und sich dem Kampf der "Völker" gegen "den Imperialismus" verschrieben - wie beispielsweise der spätere Marburger Politikwissenschaftler Wolfgang Abendroth, bekannt wegen seiner politischen Aktionen gegen den Nationalsozialismus. Die Nachplapperer von heute wollen nicht mehr, wie Abendroth Ende der 20er Jahre, mit Faschisten zusammenarbeiten (siehe Seite 13), sondern beschweren sich, daß die Nazis "linke Inhalte" geklaut hätten. Die Linke hat das Copyright auf den Faschismus, basta!  Licht aus!
Dann gibt es noch ein paar Oberschlaue, die erklären, daß man nicht für die Aufklärung sein könne, weil die ja bekanntlich zum modernen Antisemitismus führe. Horkheimer und Adorno drehen sich im Grabe um, aber was soll"s, sie können sich ja nicht mehr wehren. Die Vertreterinnen dieser interessiert einfachen Sichtweise können offenbar auch nicht lesen, sonst wäre ihnen wohl aufgefallen, daß in "Dialektik der Aufklärung" keineswegs dazu aufgefordert wird, die Aufklärung auf den Müll zu schmeißen. Der Umschlag von Zivilisation in Barbarei wird gerade NICHT als unabänderlich hingenommen, sondern soll - soweit das nach Auschwitz noch möglich ist - durch die Besinnung der Aufklärung auf sich selbst, zu der "Dialektik der Aufklärung" ein Beitrag ist, ABGEWENDET werden. In Horkheimers und Adornos eigenen Worten: "Die dabei an der Aufklärung geübte Kritik soll einen positiven Begriff von ihr vorbereiten, der sie aus ihrer Verstrickung in blinder Herrschaft löst" (Dialektik der Aufklärung, Frankfurt 1998, S. 6). Die Rede von der angeblich zwangsläufigen Selbstzerstörung der Zivilisation entspringt genau dem aufgeklärten Fatalismus, der in "Dialektik der Aufklärung" kritisiert wird. Wer von der Katastrophe nur redet, um sie als unvermeidlich abzufeiern, muß wohl auch die kalte Gleichgültigkeit gegenüber Israel an den Tag legen, die für diese Sorte linker Seminaristen typisch ist.

Keinen Bock auf Islam
Zum Glück sind nicht alle so blöd wie die deutschen Linken. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Iran haben genug von der islamischen Republik. Sie gehen nicht mehr in die Moschee, sondern machen lieber Party. Die Frauen manipulieren die Kleidervorschriften, wo es nur geht. Sie lassen so viel wie möglich von ihrem Körper und ihren Haaren frei, ohne daß es zur Verhaftung führen kann. Das Kopftuch wird immer kleiner und soll weit hinten am Kopf sitzen.  Mädchen reißen von zu Hause aus, einige verkleiden sich als Jungs, manche ziehen selbst die Prostitution dem verhaßten Tschador vor. Die Jugendlichen gehen auf die Straßen und rufen "Nieder mit der islamischen Republik!" und "Referendum, Referendum!".
Sie fordern eine säkulare Demokratie. Um die islamische Führungsriege zu ärgern, haben sie eine Parole erfunden, die scheinbar auf die afghanisch-pakistanischen Taliban gemünzt ist, aber die iranischen Mullahs meint: "Nieder mit den Taliban, in Kabul und Teheran!" (Taliban = Koranschüler). Solche und ähnliche Sprüche zogen bisher immer Gefängnis und Folter nach sich, werden aber jetzt so oft gerufen, daß die Regierung dagegen nicht mehr viel ausrichten kann.
Lehrer fordern die Rückkehr der Kolleginnen und Kollegen, die aus politischen Gründen entlassen wurden. Streiks, Straßenblockaden und Arbeiterdemonstrationen häufen sich, Ende 2001 kam es zu blutigen Straßenschlachten mit den Sicherheitskräften, Polizeistationen und Regierungsgebäude wurden angegriffen. Die iranischen Arbeiter haben es satt, von einem Hungerlohn zu leben und monatelang überhaupt keine Löhne ausgezahlt zu bekommen. Es ist ihnen zuwider, daß der 1. Mai eine Jubelfeier für die islamische Republik ist, auf der die nationale Einheit von Arbeit und Kapital beschworen wird; deshalb boykottieren sie zunehmend die Kundgebungen von Khaneh Kagar, der staatlichen Arbeiterorganisation, und organisieren ihre eigenen. In Isfahan störten Arbeiterinnen und Arbeiter im Mai 2001 die offizielle Zeremonie, forderten die monatelang nicht gezahlten Löhne ein, attackierten das Podium und zerstörten es und zogen dann in einer Demonstration vor die städtische Verwaltung.  Die Mullahs bekommen langsam weiche Knie, weil sie die Gesellschaft nicht mehr hinter sich haben. Sogar die Kinder der islamistischen Führungsriege halten es im Iran nicht mehr aus und fliehen in die USA. Die Mullahs befürchten, daß es demnächst im Iran überhaupt keinen Islam mehr geben wird. Die Drohung mit Schlägerbanden wie Basiji, Pasdaran und Hizbollah, die als Bürgerkriegsarmeen gegen die Protestbewegung eingesetzt werden, bringt die Bevölkerung nur noch mehr gegen die Regierung auf. Die "Reformer" werden inzwischen genauso verachtet wie die "Konservativen". Selbst die Festnahme von Demonstrantinnen und Demonstranten nützt dem Regime nicht mehr viel: die Gefängnisse sind zu Schulen der politischen Bildung geworden. Die Versuche der Regierung, Israel und die USA für die Krise verantwortlich zu machen, greifen immer weniger: eine der Forderungen der Studentenbewegung ist die Beendung der bedingungslosen Unterstützung für die Palästinenser (Handelsblatt, 10. 7. 02). Ein beliebter Slogan lautet: "Hört auf von Palästina zu reden, denkt an uns!" Hier und da gibt es Aktionen gegen den regierungsoffiziellen Antizionismus: das "Student Movement Committee for Democracy in Iran" rief Ende 2002 mehrfach zum Boykott antizionistischer Veranstaltungen auf und forderte die Anerkennung des Staates Israel. Der Sturz der islamischen Republik scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein.
Was sagen die deutschen Linken zu dieser Kulturrevolution im Iran? Organisieren sie Solidaritätskundgebungen? Schreiben sie Flugblätter, in denen sie dazu auffordern, es den Iranern nachzutun? Weit gefehlt. Beredtes Schweigen macht sich breit. Warum die deutschen Linken die Solidarität verweigern, ist nicht schwer zu erraten. T. Selec von der Arbeiterkommunistischen Partei Irans trifft den Nagel auf den Kopf:
Ganz simpel: Der bürgerliche Mainstream denkt und argumentiert in nationalen und völkischen Kollektiven, also tut es die Mehrheit der Globalisierungs- und Friedensbewegten und der Linken eben auch. Deutsche Bullen helfen gerade in Kabul mit, so eine Art afghanische Pasdaran wieder mit aufzubauen, damit Frauen, die andere Lebensvorstellungen als die "islamischen Gesetze" haben, ausgepeitscht werden, was laut Berlin zu ihrer "Kultur und Tradition gehört".
"Kultur, Tradition, Volk" sind auch in der Mehrzahl der linken Publikationen - und gerade jetzt in Hinblick auf einen drohenden Irakkrieg - heißgeliebte Begriffe. Man mag sich nicht von der Hamas distanzieren, denn sie kämpfen für ihr "Volk", Selbstmordattentate und Zwangsverschleierung der Frauen sind ihre "Kultur und Tradition", genauso wie es angeblich zur selbstgewählten "Tradition und Kultur" des "persischen Volkes" gehört, in faschistischer Unterdrückung und Diktatur leben zu müssen, was aber alles aus der Ferne betrachtet noch ganz lieb erscheint, denn es ist ja irgendwie "antiimperialistisch". Nur Bush und deutsche Bullen in Hamburg sind wirklich böse.
Eine säkulare Bewegung im Nahen Osten, die eindeutig unislamisch ist, ist klar gegen die Interessen der Regierung der BRD, und sie sprengt die Hirne der Mehrheit der deutschen Linken, die sich darin eingerichtet hat, daß nur Bush "Nationen und Völker" in Nahost bedroht und unterjocht. Es scheint viele deutsche Linke eindeutig zu überfordern, dass z.B. im Iran MENSCHEN frei und ohne Angst und ohne islamische Barbarei leben wollen, und kein "Volk" einen "nationalen Befreiungskampf" gegen die USA führt. Finstere Antiimps mit ihrem geistigen Schulterschluß mit den Islamisten und Nazis sind letztendlich eine Nischensekte, aber die Grundlagen ihres Denkens und die allgemeine hiesige Akzeptanz für islamische Faschisten bilden den Mainstream von bürgerlich bis globalisierungsbewegt. "Nation", "Volk" und "Kultur" rules, und in diesen Tagen ganz besonders.
Eine Revolte gegen den Islam paßt einfach nicht in das Weltbild von Leuten, die für Schröder und Saddam Hussein auf die Straße gehen und Aufklärung unter "Eurozentrismus" abbuchen. Wenn die islamische Republik stürzt, werden sie schön dumm gucken.

Antisemitismus als Studienfach
Dumm geguckt haben vermutlich auch Maria Sporrer und Reinhard Kühnl, als sie die Flugblätter über ihre gemeinsam verbrochene Veranstaltung "Das Problem Israel" zu Gesicht bekamen. Da uns die Kritik, die wir im Vorfeld geleistet hatten, im Nachhinein doch ein wenig zu harmlos erschien, legen wir jetzt noch eins drauf.
Sporrer darf jetzt endlich auch einen Artikel über sich und ihr garantiert pluralistisches Seminar lesen, und Intifada-Kühnl bekommt in einer Polemik gegen seinen Auftritt und in einer überarbeiteten Fassung des Flugblatts "Das Problem Kühnl" seine Assoziationsketten Menschenrechte = Demokratie = Sozialismus = Volksgemeinschaft = Völkergemeinschaft = gut und Konkurrenz = Kapitalismus = Imperialismus = Faschismus = USA = Israel = böse auseinandergenommen. Adorno wird erklären, was es damit auf sich hat, wenn von einem "jüdischen Problem" die Rede ist. Dazu gibt es das Faksimile eines hundertprozentig authentischen Originaldokuments aus dem Seminarordner, das bezeugt, wie es in Frau Sporrer gedacht hat, als sie einmal "jüdische Texte, von jüdischen Menschen geschrieben unter der tödlichen Bedrohung jüdische Texte" vorgelesen haben wollte. "Es gibt wunderbare Literatur" über Auschwitz, schwärmte Sporrer, und freute sich schon auf den ästhetischen Genuß. Jean Améry mochte sie nicht hören: der Textvortrag wurde vorzeitig abgebrochen. Es handelte sich nämlich um eine Kritik des Antizionismus, und den wollte sie sich nicht vermiesen lassen. Frau Sporrer hat nichts gegen Juden, sie hat auch nichts gegen "jüdische Texte jüdischer Menschen - - solande sie das Lernziel Antizionismus nicht in Gefahr bringen.

Berichte aus der national befreiten Zone
Damit "Anarcha" zukünftig nicht mehr behaupten kann, die Aufrufe von Arafat und seiner Autonomiebehörde zur Vernichtung Israels seien nur "angebliche", findet sich in diesem Heft auch ein Interview mit Itamar Marcus von Palestinian Media Watch, einer Organisation, die Reden von palästinensischen Politikern, Fernsehsendungen und andere Äußerungen aus der palästinensischen Gesellschaft übersetzt. Mag "Anarcha" sehn, wie sie damit zurecht kommt.  Wer noch einen Funken Verstand hat, aber von den Verhältnissen in den palästinensischen Gebieten nur das weiß, was gewöhnlich in deutschen Zeitungen steht, dem können die Berichte von Palestinian Media Watch und ähnlichen Organisationen vielleicht begreiflich machen, womit sich Freunde, Bekannte, Eltern und überhaupt fast alle solidarisieren. Wenn den Gestalten aus der Marburger Szene hier mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird als sie eigentlich verdienen, dann deshalb, weil sie ein weit verbreitetes Denken in besonders zugespitzter Form vertreten. Sie stehen stellvertretend für alle sich links oder fortschrittlich gebenden Ignoranten, Vorkämpfer der Entbehrung und Sympathisanten der Barbarei. Antisemitismus und Dummheit sind eine mächtige Allianz eingegangen. Aber vielleicht ist es noch nicht zu spät, etwas dagegen zu unternehmen.

1 Die EZLN betreibt in den von ihr kontrollierten Dörfern Kommunikationszentren mit Schulen, Gemeinschaftsküchen usw., Einrichtungen, die, wie Subcommandante Marcos zugibt, die Krise nicht beheben können. Während die EZLN trotz ihres völkischen Unfugs von "indigener Kultur", "Heimat", "Vaterland" und vom "Ausverkauf der Nation an das ausländische Kapital" immerhin das Elend in Chiapas als Zumutung begreift, können sich die Marburger Zapatistas gar nichts Schöneres vorstellen als bäuerliche Subsistenz und selbstverwaltete Armut - auf daß sie endlich einmal zu "gemeinnütziger Arbeit" (Selbstdarstellung der Hausbesetzer) herangezogen werden.
2 Diese und die folgenden Zitate sind der Selbstdarstellung von "Onkel Emma" entnommen, die anläßlich der Eröffnung verteilt wurde
3 Horkeimer zu lesen kann andererseits auch nicht schaden. In seinem Aufsatz "Die Juden und Europa", in dem er der Entwicklung des liberalen Kapitalismus zum Faschismus nachgeht, beschäftigt er sich u. a. mit der Ausschaltung des Zwischenhandels: "Der neue Antisemitismus ist der Sendbote der totalitären Ordnung, zu der die liberalistische sich entwickelt hat. [...] Die Vermittlung wird jetzt abgeschafft. [...] Die Sphäre, die für das Schicksal der Juden in doppelter Weise bestimmend war, als der Ort ihres Erwerbs und als das Fundament der bürgerlichen Demokratie: die Sphäre der Zirkulation verliert ihre ökonomische Bedeutung."
Texte gegen politische Aktivitäten

Für die Stillegung der Anti-AKW-Bewegung!?
Aus einem Text auf www.antideutsch.de
Als vor kurzem wieder die Castoren durchs Land rollten, wurde zum „x-tausendsten Mal“ ein Schauspiel geboten, von dem nichts neues zu erwarten war: die Schüler in Gorleben kriegten schulfrei, damit sie sich auf die Gleise setzen konnten, für die Polizei wurde eine Urlaubssperre verhängt, damit genug Beamten da waren, um sie da wieder wegzutragen, Hippies sangen Lieder, Omas brachten Suppe vorbei und die Autonomen freuten sich über das spannende Geländespiel mit den Bütteln der „Atommafia“, von dem sie noch ihren Enkelkindern erzählen werden. Trotz dieser routinierten Langeweile mag es sich für die radikale Kritikerin lohnen, die verschiedenen Beteiligten und deren Ideologien genauer unter die Lupe zu nehmen, in der Hoffnung, an ihnen als Aspekten des allgemeinen GAUs der Linken die Waffen der Kritik schärfen zu können.
...
Kulminationspunkt dieser Ideologie war historisch immer der Antisemitismus, ... Das „Wendlandlied“ schließlich endet mit der Aufforderung: „Jagt die Spekulanten raus / hier gibt es nichts zu bohren!“
... Solange keine kommunistische Bewegung in Sicht ist, die stark genug wäre, die Verhältnisse umzustürzen, können revolutionär sich gebärdende Aktionen bestenfalls Verzweiflungstaten oder lächerliche Beschäftigungstherapie sein. Im Wendland jedoch droht schlimmeres.
... Wer immer noch behauptet, dass sie schon für die richtige Sache kämpft, nur eben nicht konsequent genug, wird nie verstehen, warum sämtliche Nazinetzwerke zum Widerstand gegen den Castor aufrufen. ... Dass die Linke sich an solchen vergleichsweise nebensächlichen Schweinereien wie AKWs aufreibt, statt sich ein Objekt vorzunehmen, welches an das Fortleben der Bedingungen, die zu Auschwitz führten, erinnert, so etwa das Brandenburger Tor als Symbol für Deutschland, ist eben keineswegs eine zufällige, falsche Prioritätensetzung, sondern hat System:
... Realos und Ökos, für die das Bekenntnis zu Deutschland ohnehin niemals in Frage stand. ...
Die deutsche Volksgemeinschaft und ihr Staat können ihr verhängnisvolles Tun ungestört fortsetzen, solange sich die Restlinke mit der „bäuerlichen Notgemeinschaft“, den verwurzelten Gandhi-Pfarrern und der Wendländer Initiative „Einfache Menschen gegen dunkle Mächte e.V.“ (Namensvorschlag von uns) zum organisierten Topf- oder Helmschlagen gegen die Entweihung alles Echten und Lebendigen trifft.

Aus Justus Wertmüller, "Sieg im Öko-Jihad" in: konkret 5/2001 (S. 43)
Wer auf das schreckliche Wandervogellied "He, ho, spann den Wagen an" sie einen neuen Text macht und auf Bsahngleisen hockend mit Gesinnungskumpanen absingt, ist nicht bei Trost. Mit solchen selbstgestrickten Gesellen paktiert man nicht, man meidet sie, weil sie die Heimat schützen, weil sie für örtliche Großgrundbesitzer den Deppen machen ...
Wer das Bündnis mit veganen Zivilisationskritikern sucht oder mit Antiimperialisten neuen Schlags, die nicht nur für die Befreiung irgendwelcher Völker, sondern auch das Vieh und seine Tierrechte kämpfen, darf sich nicht wundern, daß, wie geschehen, die einschlägigen Nazinetzwerke gleichzeitig zum Castorprotest und zum Endkampf für ein freies Palästina aufrufen.

Flugblatt gegen die Genua-Mobilisierung in Dresden, anonym
So bringt die Dresdner Terminal-Gruppe eine Massenzeitung heraus in der nicht viel steht, was aber für sich spricht und auch eigentlichen Charakter der "Antiglobalisierungsbewegung" ausmacht. ... Man hat natürlich dazu gelernt, inzwischen ist es ja leidlich bekannt, das man nicht aufverkürtze Kapitalismuskritik zurückgreifen soll, aber nicht weil man sich dem antisemitschen Geeahlt bewußt geworden wäre, sondern weil sich, frei nach walserischer Manier dem Vorwurf des Antisemitismus ausgesetzt sieht und Keulen befürchtet wo keine sind. Deshalb ein Trick: Man verpacke den Dreck in andere Formulierungen und gibt sich ein wenig kritisch, aber am Ende kommt das gleiche raus.
... Der Wahn, der gleichwohl nicht nur ein deutscher ist, sondern bspw. auch ein palästinensischer, braucht Projektioinsflächen ... Das dann ein in Notwehr erschossener italienischer Militanter zum Märtyrer gemacht wird, läßt erahnen wohin die Reise gehen soll.
... antisemitischer Amoklauf ... Inhaltlicher Schwerpunkt ist jedesmal die Kritik an den "Gemeinheiten" des Kapitals, wie z.B. seiner "Wurzellosigkeit" und dem drohenden Wertverlust ders eigenen Standortes und damit dem Verlust der kulturellen und völkischen Identität. ... wie aus einer Diplomarbeit über Sozialarbeit mit Nazi Skins. ... Es genügt auch festzustellen, wer und was sich hier artikuliert: Der gleuche, alte antisemitische Antiimperialismus in modernisierter Form, geäußert von Leuten die sich dem asozialen Kollektiv und dem mörderischen Konformismus deutscher Gemeinschaft hingegeben haben und die vor Ideen sprühen wie man die deutsche Gesellschaft noch angenehmer gestalten kann, damit alles so bleibt wie es ist.

Texte zum 11.9.2001

Auszüge von antideutschen gruppen zu den Anschlägen vom 11.9.2001 in New York (aus einer Auseinandersetzung der antifa aachen/s.p.u.n.k. ... vollständig hier)
... weshalb wird der Anschlag dann nicht als das benannt was es ist: nämlich ein faschistisches Massaker von eliminatorischen Antisemiten, welche die Juden, die USA und die westliche Zivilisation als Einheit betrachten und vernichten wollen? ...
Erzwingt die Tatsache, daß von islamistischer Seite nach dem gleichen Ursache-Wirkung-Schema der Anschlag vom 11.9. (sowie die Aktion von Hamas, Islamischem Jihad usw. in Israel) rationalisiert wird, nicht notwendig den Schluß, daß Antikriegsbewegung ind die expliziten Apologeten des islamistischen Terrors geistig miteinander verwandt sind? ...
Was spircht pinrzipioell dagegen, klerikalfaschistische Terrorregime wie die Taliban zu beseitigen ...? Wäre im gegenwärtigen Konflikt die Verteidigung der westlichen Zivilisation ... nicht die Voraussetzung dafür, eben diese ... perspektivisch durch Revolution zu beseitigen? ...

Antideutsche Kommunisten Berlin zu Krieg und den Anschlägen am 11.9.2001 (Auszüge ... alles)
... Die weltweite Intifada erreichte am 11. September die USA. ... Es verfolgte kein politisches Ziel, sondern bezweckte die Ermordung möglichst vieler Unschuldiger ... Der faschistische Kampf wird bis zum eigenen Tod geführt, die Opferkreise müssen notwendig ständig erweitert werden, weil es kein Kriegsziel gibt als zu vernichten. ...
Konnte man zunächst hoffen die markigen Parolen würden wenigstens Israel die Möglichkeit bieten, als Teil der Allianz gegen den Terror mit der völkischen Staatsbewegung in Palästina aufzuräumen, so irrte man sich leider. ...
... sich zunehmend als Selbstmordkollektiv darstellene palästinensische Volk ...
"Hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen sich die Mörder", wie die klug argumentierende Zeitschrift Bahamas es auf den Punkt brachte ...
USA ... Es gibt kaum Hoffnung, daß die sich totgesiegte Supermacht ohne ihren roten Konkurrenten noch einmal eine stabile Ordnung garantieren kann, die immerhin 40 Jahre lang dafür sorgte, daß der Krieg ein, mit großen Ausnahmen, kalter war.

Kritische Texte

Im Original: Wer ist der Antideutscheste im Land? ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
"Konkret im Krieg" (aus: Gegenstandpunkt 2002)
Das kokette Wortspiel aus der Märznummer der Zeitschrift ist ernst. Anlässlich des großen Krieges, mit dem die USA auf die Anschläge des 11. September antworten, um ihre letzten staatlichen wie nichtstaatlichen Feinde auszulöschen, ist in der "konkret”-Redaktion ein kleiner Krieg ausgebrochen, dem sich das Blatt begeistert hingibt: Endlich wieder einmal eine Großkontroverse, bei der sich so richtig gefetzt wird. Aneinander geraten sind Autoren, die zusammen das antideutsche Lager bilden; jetzt kommen sie - nach wie vor eines Geistes - zu der Erkenntnis, dass es sich bei ihrem jeweiligen Widerpart nur um eines handeln kann: um Deutsch-Nationalismus, Populismus, Antiamerikanismus, Antisemitismus, Verrat und um die mehr oder weniger verhohlene Rückkehr eines Antinationalen in den Schoß der Volksgemeinschaft. 
Da findet ein noch lange nicht erledigter Weltkrieg neuen Typs statt, amerikanische Bomben verwüsten, was von Afghanistan noch geblieben war; deutsche Hilfstruppen stellen sich an wenigstens 4 neuen Fronten auf, Israel reiht sich in Bush's "Krieg gegen den Terror” ein und vernichtet die palästinensischen Ansprüche auf einen eigenen Staat - angesichts all dessen tun "konkret”-Autoren, was sie immer tun: Sie reden über sich, darüber, wo sie stehen, und erlassen Imperative bezüglich dessen, was sich für "die deutsche Linke” in dieser Lage gehört - nunmehr halt entgegengesetzte. 

Der gemeinsame Boden des Redaktionskriegs: Moralische Dienstanweisungen an "die Linke”
Wie eh und je handeln "konkret”-Artikel, wenn sie Tatsachen des Kapitalismus und Imperialismus zum Gegenstand machen, nicht vom Was und Warum derselben. An die Stelle der Ermittlung der Gründe und Zwecke weltpolitischer Großtaten setzen sie die Einschätzung der moralischen Situation: Sie teilen ihren Lesern mit, wo der Feind steht und wie das Objekt der allfälligen Solidarität heißt - kurz, wie der aufrechte Linke sich zu positionieren hat. Denn Stellung zu beziehen, sich auf eine Seite zu schlagen, den Guten die Stange zu halten und den Bösen eine Verurteilung hinterher zu rufen - das gilt in ihren Kreisen als politische Praxis und als der praktische Nährwert aller Theorie. Um Missverständnissen gleich vorzubeugen: Selbstverständlich führt Einsicht in die politischen und ökonomischen Zwecke, die in einem Konflikt am Werke sind, zu einer begründeten Parteinahme - nur eben oft genug nicht für eine der im Streit liegenden Parteien und Alternativen, sondern zur Ablehnung beider. Eine solche Konsequenz erschiene den Machern von "konkret” jedoch unnütz und unpraktisch; sie fühlten sich "außer der Welt”, unbeteiligt und unwichtig, wenn sie sich nicht an ein prozessierendes Gutes anhängen und ein bereits in die Schusslinie real existierender Mächte geratenes Böses hassen könnten. Sie finden in jeder Konfrontation eine ihrer Solidarität und eine ihres Hasses würdige Seite und pflegen so den Schein von praktischem Eingemischt-Sein, auch wenn ihren hochtrabenden Phrasen vom Kampf, vom Schmieden einer Sperrminorität gegen ... , vom Nicht-Zulassen, dass ..., und vom Verteidigen von ... nichts weiter folgt. Natürlich muss man sich für den Schein eingreifender Parteinahme dann auch auf die vom Imperialismus jeweils angebotenen Alternativen und Fronten einlassen, einerseits wenigstens. Andererseits nämlich hat die Frontstellung, die "konkret”-Autoren sehen und in der sie für und gegen wirkliche weltpolitische Akteure Partei ergreifen, mit deren imperialistischer Konfrontation nichts zu tun; man nimmt die Interessen, die im Kampf liegen, gar nicht zur Kenntnis, sondern setzt an ihre Stelle eine höhere Bedeutung, die man ihnen ziemlich freihändig beimisst - und positioniert sich entsprechend dieser Deutung.

1. Schluss mit dem Antiimperialismus von gestern!
So markiert für den Herausgeber der Zeitschrift, Gremliza, der Golfkrieg von 1991 eine historische Zäsur, die eine Neu-Orientierung der Linken verlangt. Zur Erinnerung: Damals haben die USA den Irak vernichtend geschlagen und ihm das Ölscheichtum Kuweit wieder abgenommen, das der kurz davor besetzt und annektiert hatte. Damit haben sie den Versuch eines volkreichen Ölstaates, sich zu einer Regionalmacht aufzuschwingen, beendet, statt seiner sich als beherrschende Militärmacht in der Ölregion etabliert und unter dem Titel "neue Weltordnung” darauf hingewiesen, dass sie in Zukunft generell auf diese Weise als Weltordnungsmacht zu verfahren gedenken. Im Stil eines Geschichtsphilosophen nimmt Gremliza das damalige Gemetzel als Aufführung eines Lehrstücks zur Kenntnis, das Bedeutung transportiert und der Welt eine Botschaft mitteilt. 
"Das erste große Spektakel, das der Welt ihren neuen Zustand vorführen sollte, war der Golfkrieg des Jahres 1991. Er offenbarte, dass der Antiimperialismus seine bis dahin selbstverständliche moralische Deckung verloren hatte; dass mit Deutschland ein Akteur in die Weltpolitik zurückgekehrt war, der die USA schon einmal an Bösartigkeit aufs Unvergleichlichste übertroffen hatte und wieder übertreffen würde; und dass eine Linke, die ihre letzte realpolitische, weil realsozialistisch geförderte Potenz verloren hatte, sich neu orientieren müsste im neuen Kalten Krieg zwischen Deutsch-Europa und den USA.” (H.L. Gremliza: Eine Zäsur findet nicht statt, in: Konkret 3/02, 17) 
Was ist und an wen richtet sich die Botschaft des Golfkriegs? Na klar: An "die Linke” - und der offenbart dieser mitteilsame Krieg, dass sie sich mit ihrer überkommenen Imperialismuskritik gründlich umzustellen hätte. Und das nicht aus dem banalen Grund, weil seither eine neue "Weltlage”, eine so vorher nicht da gewesene Art von imperialistischem Vorgehen auf der Tagesordnung steht, der also auch Analyse und Kritik zu gelten haben, sondern weil den bislang üblichen Einwänden ihre "moralische Deckung” abhanden gekommen wäre. Wie kommt er auf so etwas? Das fehlte ja gerade noch, dass, wer etwas gegen die Zustände einzuwenden hat, sich vorher ein moralisches Guthaben besorgen müsste, bei einer "realpolitisch” relevanten Instanz womöglich! Der Chefredakteur scheint "Antiimperialismus” allerdings wirklich nur als moralische Einstellung zu kennen, als Unterscheidung zwischen gut und böse im Weltgeschehen, die ihre Rechtfertigung sonst woher, aber jedenfalls nie und nimmer aus einer richtigen Erklärung des Imperialismus bezieht. Woher dann? Ganz einfach: aus dem, was die Kriege uns erzählen, die richtigen wie die "kalten”, die die wichtigen Staaten auf der Welt gegeneinander führen. Die geben mit ihrer Gewalt die Alternativen vor, auf die es ihnen und deswegen in der Welt wirklich ankommt; und deswegen - meint der "konkret”-Herausgeber - muss und kann es auch den Linken bei ihrer Parteinahme auf keine anderen Alternativen ankommen als diejenigen, die die relevanten Militärmächte mit ihren Drohungen und Schlächtereien gegeneinander eröffnen. Also heißt es angesichts der mit dem Golfkrieg neu aufgemachten Gegensätze für "die Linke”, sich neu entscheiden, ihre Parteilichkeit neu verteilen. 
Für einen Zeitschriften-Autor, der sich selber als Mentor "der Linken” versteht, ist das eine interessante Einstellung. Dass "Linke” mit ihrem Antiimperialismus und ihrer "Systemkritik” womöglich im Sinn haben könnten, den Alternativen, die die Staatsmächte ihnen vorknallen, den Feindschaften, in die ihre Obrigkeiten sie hineinreiten, überhaupt dem eingerichteten Gewalthaushalt auf der Welt mitsamt seinen politökonomischen Gründen eine Absage zu erteilen, ist ihm offensichtlich völlig fremd. Er nimmt sich bei aller demonstrativen Intellektualität noch nicht einmal die intellektuelle Freiheit, von den Kontroversen, die die Staaten gegeneinander aufmachen, geistig einen Schritt zurückzutreten, sich die Interessen klarzumachen, die da unversöhnlich aufeinander prallen, sich ein objektives Urteil darüber zu bilden und dann auch mal ein anderes Ergebnis gelten zu lassen als die Zustimmung zu einer der beiden Seiten. Den Anspruch auf parteiliche Anerkennung, den alle Mal beide Kampfparteien in einem politischen Streit erheben, nimmt er so ernst, dass er "in seiner Eigenschaft als Moralwachtel "der Linken” die Verpflichtung verspürt, eine dieser Seiten zumindest für das kleinere Übel zu halten und der die moralische Sympathie zu erklären. Das ist für ihn sittlich geboten; "realpolitisch” ist es zugleich auch; und nichts anderes kann er sich als "die Sache der Linken” vorstellen als: den realen Mächten in deren Kämpfen aus höherer moralischer Warte die Daumen zu drücken bzw. eine Niederlage an den Hals zu wünschen. 
Völlig klar, dass mit dem Golfkrieg hier eine neue Entscheidungssituation gegeben ist. Früher, meint Gremliza, mag es manchem selbstverständlich vorgekommen sein, für die Opfer des Imperialismus Partei zu ergreifen; denn immerhin stand irgendwie die realsozialistische Weltmacht hinter einer solchen "Option”, und so haben sich "Linke” nicht gleich lächerlich gemacht, wenn sie contra USA und pro Dritte Welt auf der richtigen Seite zu stehen glaubten. Heute kann er diese Einstellung, in der er rückblickend eigentlich nicht mehr als eine nur scheinbar selbstverständliche moralische Attitüde erkennen mag, aber gar nicht mehr billigen: Nicht er, die Weltlage höchstpersönlich verbietet das. Sie hat mit dem Ende der Sowjetunion auch die Möglichkeit einer generellen Absage an den Imperialismus von der "linken” Tagesordnung abgesetzt. 
Und was steht nun stattdessen drauf?

2. Deutschland - über alles in der Welt bösartig!
Das sieht, laut "konkret”, doch jeder, der nur richtig hinguckt: der "neue Kalte Krieg zwischen Deutsch-Europa und den USA”. Um hier nur noch einmal kurz an die Fakten zu erinnern: Deutschland hat zu diesem außerhalb der Nato geführten US-Krieg eine gewisse Distanz erkennen lassen, sich nicht mit Waffen und Soldaten beteiligt, sondern nur Funktionen in der Etappe der amerikanischen Truppen erfüllt und hinterher deren Kriegskosten mitfinanziert. Das genügt Gremliza, um es zu einem geheimen Verbündeten des Irak und zum geheimen Feind der USA zu befördern und an Euphrat und Tigris inmitten des heißen Kriegs gegen den Irak einen dann doch bloß kalten Krieg zwischen Deutschland und den USA ablaufen zu sehen. Damit hat der Golfkrieg die Bedeutung, die der "linke” Weltmoralist braucht, um aus einer unanfechtbaren "moralischen Deckung” heraus Partei zu ergreifen: Deutschland hat die USA, die selbstredend auch böse, gewalttätig und ausbeuterisch sind, schon einmal an Bösartigkeit übertroffen - "und würde sie wieder übertreffen”. Hitler lebt - nicht in dem metaphorischen Sinn, in dem eifrige Propagandisten Saddam Hussein zum neuen "Hitler der arabischen Welt” stilisiert haben, sondern in Gestalt der BRD buchstäblich. Mit der bruchlosen Verlängerung des deutschen Faschismus nicht bloß bis in die Gegenwart, sondern gleich bis in alle Zukunft gibt Gremliza die entscheidende Bestimmung seiner neuen Weltlage; und er führt sie ein wie eine offensichtliche Selbstverständlichkeit. Woher hat er diese Kontinuität, wo ist sein Bindeglied von vorgestern zu übermorgen? Findet er sie im Grundgesetz, in der polit-ökonomischen Verfassung des Landes, im Regierungsprogramm oder eben doch in der Volksnatur der Deutschen, ihrer Rasse? Ohne dafür zu argumentieren, insinuiert der Antirassist ein rassistisches Argument: Einmal Deutscher, immer Nazi! - und setzt darauf, dass ihm schon keiner seiner Leser widersprechen wird. Denn ein solcher Einspruch würde - dem Debattierstil von "konkret” zufolge - als genau der Beweis hergenommen, der bei ihm fehlt: Wer bezweifelt, dass Deutschland das Reich wieder errichten und Juden ermorden will - und das nur noch nicht frei zeigen kann -, der entschuldigt die unverbesserliche Nation, entlarvt sich als Apologet des Deutschtums und belegt, woran er Zweifel anmeldet. Widerspruch entlarvt den Nationalisten - die "Logik” des Verdachts ist wasserdicht! 
Gremlizas Komparativ von böse zu böser macht aus kooperierenden und konkurrierenden imperialistischen Staaten hie den Schrecken der Menschheit und da eine wohltätige Macht. Als Bremse gegen den Wiederaufstieg des furchtbaren Deutschland bekommen der US-Imperialismus, seine Beherrschung der Welt und seine Kriege einen guten Sinn zugesprochen, und der verdient jede linke Solidarität: To keep the Germans down! "konkret” setzt auf die Unterdrückung der deutschen Nation durch den Nationalismus anderer Nationen und ruft diese zu einer konsequenteren Durchsetzung gegen Deutschland auf. Kriege, die richtigen antideutschen, schätzt er als Beitrag zum Forschritt der Zivilisation; deutsche Kriege sind Barbarei. Das ist der neue Kompass, den das Blatt seinen Lesern seit Jahren verpasst. 
Diese Aufforderung zur fundamentalmoralischen Absage an alles Deutsche erfüllt den Tatbestand der Anti-Kritik. Sie ist eine prinzipielle, weil vor jedem sachlichen Argument ergangene methodische Absage an jede Kritik der BRD in ihrer heute real exisierenden Verfassung, mit ihren durchaus neuen kapitalistischen Errungenschaften und imperialistischen Vorhaben, ihrem demokratischen Parteienwesen und ihrer politischen Spaßkultur, die übrigens einiges an antifaschistischer political correctness und daraus gespeiste Kontroversen von extrem hohem Blödheitsgrad einschließt. Nichts davon erscheint den "konkret”-Autoren für sich kritikabel; Grund für eine Verurteilung bietet allein die sachfremde und in ihrem behaupteten Gegenwarts- und Zukunftsbezug bloß unsinnig verfremdende Erinnerung daran, dass knapp 60 Jahre zuvor etwas ganz anderes, der Völkermord an Europas Juden, in Gang war. Ohne die Berichte über die Zeit von `33 bis `45 wüssten sie nicht, was sie an der deutschen Rolle in der globalen Marktwirtschaft, am Schmieden der europäischen Union und an deren Konkurrenz zu den USA auszusetzen hätten. Durch die Brille der alten Berichte aber wissen sie, woran sie sind mit diesem Deutschland. Was immer dieses Land tut, welcher Mittel es sich auch bedient, es geht immer um das Gleiche: eine Wiederauflage der Hitlerei, des deutschen Eroberungskriegs, des alten Drangs zur Weltmacht und vor allem - denn erst da ist die "konkret”-Mannschaft sich der "moralischen Deckung” ihrer gewollten Parteinahme absolut sicher - der Judenvernichtung. 
Dem Desinteresse der "Antinationalen” an einer Kritik der aktuellen deutschen Staatsräson entspricht ihr Desinteresse an einer Kritik des nationalen Denkens. Sie verurteilen am deutschen Nationalismus das Deutsche und eben nicht den Fehler, den die Objekte nationalstaatlicher Herrschaft begehen, wenn sie die Ziele der Staatsmacht zu ihrer Sache machen, nur weil sie von ihr abhängen. Sie kritisieren den Nationalismus nicht - da gäbe es auswärts nichts anderes zu sagen als daheim -, sondern beantragen seine Verkehrung ins Gegenteil. Statt des üblichen Stolzes wird Abscheu, statt der Liebe zum Vaterland wird Hass auf's nationale "Wir” zum ewigen Gebot für das Kollektiv der Deutschen - und nur für dieses. Das sehen Antideutsche nämlich bleibend und unheilbar diskreditiert durch den historischen "Fehltritt”, den dieses Kollektiv sich seinerzeit geleistet hat. Und der besteht, nochmals, nicht im Faschismus selbst, auch nicht in ihrer Bereitschaft zu einem zweiten Weltkrieg, überhaupt nicht in einer politischen Einstellung, an der eine wirkliche Kontinuität zwischen den Zeiten der Nazi-Herrschaft und der BRD des 21. Jahrhunderts wirklich ausfindig zu machen wäre, sondern allein im praktisch betätigten Judenhass. Der soll einerseits mit gar keinem politischen Standpunkt zusammenhängen, vielmehr eine ganz spezielle und exklusiv deutsche moralische Singularität darstellen, als solche jedoch andererseits das bleibend Allgemeine am Deutschtum, sein bleibendes Charaktermerkmal ausmachen. Nach einem allgemeineren Grund für den antijüdischen Exzess der Deutschen, in deren ausgrenzender patriotischer Moral womöglich, auch nur zu fragen, lehnen die "konkret”-Autoren ab; so entschieden, als käme ihnen ihre totale moralische Absage an den deutschen Nationalismus abhanden, wenn sie das Nationalistische daran, den von den Nazis so aberwitzig radikalisierten Säuberungswahn, zur Kenntnis nähmen; ja als wäre ihnen daran alles recht, wenn bloß das von ihnen postulierte einzigartig Deutsche nicht wäre. So erweisen sie sich als die letzten Fanatiker der "Vergangenheitsbewältigung”, jenes vom offiziellen Nachkriegsdeutschland auf die Juden beschränkten Schuldeingeständnisses und der auf Israel begrenzten Bereitschaft zur Wiedergutmachung. Sie betätigen sich als Aufpasser über diese langsam verblassende ideologische Pflichtübung und verordnen sie den nachgeborenen Deutschen als die einzige Weise, wie sie allenfalls gute und dann nicht mehr im eigentlichen schlechten Sinn Deutsche werden könnten. Dass die anderen Deutschen sich um diese political correctness nicht scheren, registrieren sie als allseitige deutsche Unbußfertigkeit, fassen diese als einen Willen zur Wiederholungstat auf und interpretieren von da aus die Welt.

3. Der Staat der Juden - über jede Kritik erhaben!
Der wegen Auschwitz erteilten Absage ans deutsche Böse steht die Parteilichkeit für den absolut guten, zu allem berechtigten Staat der Juden gegenüber. Auch der wird nicht als das zur Kenntnis genommen, was er ist, sondern als Wirklichkeit seiner historischen Gründungsideologie; darüber erschließt sich den Antideutschen und eben gar nicht Anti-Nationalen, was für eine segensreiche und heimelige Einrichtung der Nationalstaat doch ist. Allein dem israelischen Exemplar, diesem aber ganz distanzlos lässt Gremliza die alte Sozialkundelüge durchgehen, die politische Herrschaft wäre einzig zum Schutz ihrer Untertanen auf der Welt. 
"Israel ist der Staat, dessen ganzer Zweck der Schutz jüdischen Lebens ist. Verlören die Juden ihn, wären sie erneut den Launen der Antisemiten und anderer Proletarier aller Länder preisgegeben. Wer staatliche Herrschaft angreifen will, hat weltweit zweihundert Stück zur Auswahl. Eine Linke, die aus eigener Kraft so gut wie nichts mehr vermag, sollte wenigstens alles unterlassen, was Israel im Kampf um seinen Bestand behindern könnte.” (Gremliza, konkret 5/02) 
Um mit den "Launen der Antisemiten” anzufangen: Ausgerechnet ein Intellektueller, der eine Zeitung herausgibt, mit seinem Publikum also irgendwie theoretisch verkehrt, hält schon jeden Versuch für absolut nutzlos, privaten Antisemitismus - immerhin wohl auch seinem Urteil nach eine falsche Schuldzuschreibung - anders zu bekämpfen als durch ein Plädoyer für eine überlegene Gewalt, an der dieser nicht korrigierbare Antrieb sich bricht. Für eine Kritik des rassistischen Ressentiments verschwendet er seine Zeilen jedenfalls nicht. Stattdessen füllt er sie mit denunziatorischen Abrechnungen: Über ein kleines "und” schlägt er mal schnell die "Proletarier aller Länder” den Antisemiten zu. Vielleicht sind manche Proletarier ja Antisemiten, aber man wüsste doch gerne den Zusammenhang. Sind sie es, weil sie Proletarier sind? Entspricht es ihrer Klassenlage? Ist der Hass auf die Juden nach Gremlizas Einsicht eine automatische, unausweichliche, womöglich gar korrekte Lehre aus ihren Erfahrungen? Oder betätigen sie sich, wenn sie Juden hassen, als Patrioten und gerade nicht als Proletarier? Aber was soll's: Der Autor will mit seiner flotten Andeutung gar nichts erklären, eine kleine Gemeinheit gegen den gestanzten Berufungstitel der "Linken” los werden und damit durchaus auch gegen die - von ihm offenbar nur so wahrgenommene - linke "Tradition”, ausgerechnet diesen Menschenschlag agitieren zu wollen. Eine nebenher eingestreute, nicht weiter verfolgte Verleumdung - das macht die Intellektualität des Autors aus. Aber das nur am Rande. Worauf es ihm ankommt, ist - wie immer - ein Ordnungsruf an seine eingebildeten Adressaten, "die Linke”. Die überführt er mit einer eigenen Ironie der Voreingenommenheit: Von 200 Objekten, die er Leuten anzubieten hätte, die unbedingt "staatliche Herrschaft angreifen wollen”, suchen die sich ausgerechnet und immer nur Israel heraus. Gelungen an diesem netten Angebot - bei dem man schon gar nicht mehr fragen mag, ob Gremliza von linker Kritik an anderen Staaten wirklich noch nie etwas mitbekommen hat - ist die Vorstellung von Staatskritik, die ihm zu Grunde liegt: Er kennt sie als Marotte von Spinnern, die auf einer ziemlich beliebigen Suche nach geeigneten Objekten für ihre Sorte Sprachspiel sind und denen es daher eigentlich gleichgültig sein könnte, worauf sie ihre verbalen Angriffe richten - zumal angesichts der Tatsache, dass sie "aus eigener Kraft gar nichts mehr vermögen”, auf ihre Kritik sowieso geschissen ist. Wenn die sich trotzdem mit ihrer Kritiksucht ausgerechnet auf Israel stürzen, obwohl sie sich doch prima an andere halten könnten, dann verrät das dem Überwachungsorgan für "linke” Aktivitäten mindestens erste Ansätze zu einem antisemitischen Vernichtungswillen. Und unter dem Gesichtspunkt liest sich der Vorwurf des Unvermögens ziemlich genau entgegengesetzt: Mit ihren albernen ohnmächtigen Machenschaften könnte "die Linke” durchaus "Israel im Kampf um seinen Bestand behindern.” Sonst gar nichts, aber Sharon in seinem gerechten Krieg aufhalten, das soll die impotente Linke dann doch können - eine lächerliche, allerdings sehr konsequente Umdrehung des Größenwahns einer Zeitschriften-Redaktion, die meint, mit ihrer moralischen Parteinahme würde sie aktiv ins Weltgeschehen eingreifen und der guten Sache nützen. 
Fest steht jedenfalls: Israel muss seine Kriege gewinnen - wg. Auschwitz. Und damit steht zumindest so viel fest, dass der intellektuelle Kopf von "konkret” sich ganz fest dagegen entschieden hat und vielleicht schon gar nicht mehr dazu in der Lage ist, im Falle Israels ein paar grundlegende politische Unterscheidungen zu treffen und vor allem eine Staatsräson und ihre ideologische Verhimmelung auseinander zu halten. Wie er die deutsche Nachkriegsideologie von der Wiedergutmachung als eigentlichen, freilich verratenen Existenzzweck und Auftrag des neuen Deutschland missversteht, so verwechselt er die zionistische Idee, auf die sich der israelische Staat beruft, mit dessen praktisch verfolgten Staatszielen. Tatsächlich hat der heutige Staat der Juden einen Existenzgrund und Zweck, den sich der sozialistisch angehauchte Gründervater des Zionismus nie hätte träumen lassen. Da strebt eine allen ihren Nachbarn überlegene Militärmacht nach fortdauernder Dominanz in der Region und dehnt gleichzeitig ihre elementare materielle Grundlage, Staatsgebiet und verfügbares Staatsvolk, ausschließend gegen die vorgefundene Bevölkerung bis zum Jordan aus - eine vollständige Umkehrung des ursprünglichen zionistischen Anliegens, zerstreute und von Übergriffen bedrohte jüdische Gemeinden auf einer britischen Quasi-Kolonie neu anzusiedeln und zu einem friedlichen Gemeinwesen nach Art eines Arbeiter- und Bauernstaats zusammen zu schmieden. Und während die Gründerväter auf die Duldung ihrer Siedlungstätigkeit durch die Kolonialmacht setzten, später dann mit der nötigen Gewalt und unter Einsatz terroristischer Methoden die staatliche Emanzipation erkämpft wurde, macht die Militärmacht von heute mit der amerikanischen Weltmacht gemeinsame Sache, erkauft sich militärische Machtmittel und politische Rückendeckung durch ihren Dienst als strategischer Vorposten der US-Kontrolle über die Gewaltverhältnisse in der Ölregion, an dem die arabische Staatenwelt sich vergeblich abarbeitet und spaltet, und kommt nicht zuletzt deswegen mit ihrem mittlerweile über 50-jährigen Staatsgründungs-Krieg nicht ans Ende. Den Juden in aller Welt winkt in Israel keine sichere "Heimstatt” mehr, umgekehrt wartet auch kein Pogrom-gefährdetes Ghetto auf ein solches Angebot; stattdessen lebt man als Jude heute rund um "Zion” am gefährlichsten: Und wenn man nicht dort lebt, wird man von der "Heimat” als Unterstützer materiell und vor allem moralisch in Anspruch genommen; bis zu der fatalen Konsequenz, dass der israelische Staat jede Kritik an ihm als Antisemitismus denunziert und so, statt zwischen sich und zwar jüdischen, ansonsten aber unbeteiligten Dritten zu unterscheiden, jedes nach dem jüdischen Kalender lebende Gemeindemitglied auf der Welt für seine Gewaltaktionen ideell haftbar macht. - Und das hätten frühe Zionisten und spätere KZ-Opfer beantragt?! 
Im Übrigen ist auch der zionistische Einfall, die Diskriminierung der Juden in Europa mit der Gründung eines neuen volksjüdischen Gemeinwesens zu beantworten, nur für Nationalisten unbedingt einleuchtend, also durchaus nicht über alle Kritik erhaben. Nicht wenige Juden sind jedenfalls über ihre Erfahrungen mit dem Nationalismus der anderen nicht auf einen kraftvollen eigenen Nationalismus als Lösung verfallen, haben ihr Heil nicht in einem jüdischen Staat gesucht, sondern haben es lieber mit dem Internationalismus der kommunistischen Bewegung gehalten. Heute ist es gleich doppelt umgekehrt: Da verurteilen israelische Nationalisten aufs Schärfste den Einfall, die Demütigung eines ziemlich rechtlos gestellten Volkes durch eine übermächtige Staatsgewalt und die Verachtung seiner Mitglieder durch die nationalstolzen Mitglieder der Herren-Nation mit dem Kampf um einen eigenen Nationalstaat zu beantworten - an den Palästinensern. 
Doch was soll's: Mit der imperialistischen Sachlage befassen sich Gremliza und seine Co-Autoren ohnehin überhaupt nicht, und mit dem alten Zionismus so wenig wie mit seiner heutigen staatsideologischen Verkehrung. Ihnen geht es um Höheres: um die Pflicht der "Linken” zu antideutsch-proisraelischer Parteilichkeit. Dabei fällt es ihnen im Traum nicht ein, für einen solchen Standpunkt zu argumentieren. Damit würden sie ja schon einräumen, dass es überhaupt Argumente braucht, also Zweifel auszuräumen wären, wo doch die Lage längst klar ist und bedingungslose Parteinahme "das Mindeste, was die Söhne und Töchter der Täter zu tun hätten.” Und weil ihre vorgestellten Adressaten es daran fehlen lassen, schreiten sie zur Abrechnung:

Die Linken - lauter Antisemiten!
Die Autoren von "konkret” stellen die Gemeinde, die sie als "die Linke” ansprechen, auf ihren antideutschen, immer radikaler ausgestalteten Prüfstand. Dabei stört es sie überhaupt nicht, dass es die angeredete Gemeinde, vor der sie sich so gerne in der Pose des Warners, Mahners und Wegweisers aufbauen, gar nirgends gibt. Sie nutzen im Gegenteil die damit gegebene Freiheit, sich ihr Publikum passend vorzustellen und in ihrer Phantasie mit all den Fehlern auszustatten, die sie ihm verbieten möchten. Wenn sich dann irgendwo tatsächlich ein Linker rührt, der zu Deutschland oder gar zu Israel eine Meinung hat, dann kann er äußern, was er will: Er ist ein Beleg für jenen "linken Antisemitismus”, dessen moralische Vernichtung die Zeitschrift sich zum Daseinszweck gemacht hat. 
So fällt der Chef des Blattes über eine schon fast peinlich ausgewogene Stellungnahme der DKP-nahen "Marxistischen Blätter” zum Nahost-Krieg her und fertigt sie durch eine eingestandene Übertreibung ab: 
"Der Zionismus, heißt es, sei Antwort auf die antijüdischen europäischen Nationalismen und folge doch zugleich deren Denkmustern. Zionismus - jetzt überspitze ich ein wenig, aber der Gedanke schwingt mit in diesem Satz und soll mitschwingen - Zionismus folgt den Denkmustern der Nazis. ... Wer hier am Werk sieht, was am Werk ist: ein sich selbst nur schlecht verleugnender Antisemitismus ...” (konkret 5/02) 
Ein Staatsprogramm ist kein "Denkmuster”; es "folgt” den Notwendigkeiten und Gelegenheiten, die eine "höchste Gewalt” für sich sieht. Was den Zionismus betrifft, so mussten dessen Erfinder schon von allein auf die Idee kommen, die Anhänger des jüdischen Volks-Glaubens aus aller Welt aufzusammeln und am Ursprungsort ihres sehr speziellen Gottvertrauens neu anzusiedeln; dafür haben sie mit dem Argument geworben, sie wollten doch nur dem Vorbild der etablierten Nationen und dem ehrenwerten "Denkmuster” des Nationalismus nacheifern, und haben das selber sicher nicht für eine Schande gehalten. Und die Staatsräson wie die Staatsideologie des heutigen Israel, so sehr sie sich auf den Zionismus berufen mag, ist eine noch ganz andere Sache. Doch nichts von alledem fällt Gremliza zu der angedeuteten Zionismus-Kritik der "Marxistischen Blätter” ein. Er verbittet sich den kritischen Ton, den er dank entsprechender Verstärkung "mitschwingen” hört, und benötigt für sein Verdikt, da wäre "Antisemitismus” am Werk, noch nicht einmal die schlechte Abstraktion eines "Denkmusters” als Argument-ähnliches Zwischenglied. Stattdessen setzt er sich ausgerechnet mit der entlarvenden Ur-Formel jeder begründungslosen Weltanschauung ins Recht: "wer am Werk sieht, was am Werk ist...” Die Differenz zum Antisemitismus, die die "Blätter” für sich in Anspruch nehmen, denunziert er, ohne auch nur irgendein Indiz dafür zu nennen, als von ihm durchschaute ‚schlechte Selbstverleugnung' - das Gerichtsverfahren ist wasserdicht, und der Verurteilung entgeht keiner; wer leugnet, schon gleich nicht: Wer zwischen den Groß-Israel-Projekt der Likud-Regierung und dem Anspruch von Juden in aller Welt auf ein Leben ohne rassistische Anfeindungen auch nur den geringsten Unterschied macht, will Auschwitz reaktivieren. Gremliza jedenfalls will zwischen Einwänden gegen das Expansionsprogramm einer regional dominanten Militärmacht und einem gesteigerten Ressentiment gegen Leute, die diese Militärmacht sich als ihre Manövriermasse zurechnet, noch viel weniger unterscheiden können als diejenigen, die er verdächtigt, mit ersteren bloß letzteres zu meinen. Denen haut er zur Strafe eine Gleichung um die Ohren, die der zwar gar nicht verbrochenen, von ihm aber inkriminierten Gleichsetzung von zionistischen und nationalsozialistischen "Gedanken an Gemeinheit wenig nachsteht: Wer ganz im Sinne von "konkret” auf moralische Einmischung ins Weltgeschehen scharf ist, im Gegensatz zu "konkret” aber den Falschen die Daumen drückt, bloß weil sie so arg gebeutelt werden, der soll doch gleich "nach drüben” gehen und sich den - Revanchisten anschließen! 
"Wenn sie mit um ihre Würde kämpfenden Opfern von Massakern und systematischer Vertreibung solidarisch sein wollen, warum gehen sie dann nicht zur Sudetendeutschen Landsmannschaft?” (konkret 5/02) 
Fast ist man versucht, Gremliza diese Frage zurückzugeben; doch es hätte gar keinen Zweck. Denn der Mann ist ganz einfach der Meinung, dass dem israelischen Staat und seiner Landsmannschaft um der "Opfer von Massakern” willen eine bedingungslose Solidarität zusteht, auf die andere "Opfer von Massakern” bzw. deren nachträgliche politische Anwälte keinen Anspruch erheben können. Für ihn sind Israel und die Juden kein Anwendungsfall einer allgemeinen moralischen Verpflichtung, "Bedrängten” wenigstens ideell zu Hilfe zu eilen, wie "gute Menschen von links” sie in sich verspüren - sie sind ein moralischer Fall sui generis, eine sittliche Singularität; etwas, was jenseits aller abstrakten "Normen und Werte” zumindest jeden sensiblen Deutschen zu einem nicht weiter ableitbaren moralischen Engagement verpflichtet. Dass damit Machenschaften der israelischen Staatsgewalt und völkische Rohheiten ihrer Vertreter und Anhänger gebilligt werden, die die Moral des allgemeinen Menschen- und Völkerrechts ansonsten ächtet, ist kein Grund für Zweifel am verlangten Pro-Israelismus - übrigens erst recht kein Anlass, die Rolle von Moral und Menschenrecht in der imperialistischen Welt von heute sowie im Gemütsleben empörter Zeitgenossen einer Kritik zu unterziehen -, sondern eine geradezu willkommene Bewährungsprobe für die Gesinnung, die der Antideutsche "der Linken” im Lande vorschreiben möchte. Thomas Ebermann z.B. sieht ein und wirbt dafür, dass Israel seine völkischen Reihen geschlossen halten muss und den von ihm Vertriebenen die Rückkehr nicht erlauben kann: Wer das fordert, schreibt er, "billigt ja den Staat Israel mit jüdischer Mehrheit faktisch nicht, wodurch es keinen Fluchtpunkt für antisemitisch Bedrängte mehr gäbe” (konkret 5/02). Dass Juden in einem säkularen Staat mit Nichtjuden zusammenleben, eventuell gar mit einer Mehrheit solcher, ist nicht zumutbar. Bei Israel geht in Ordnung, was Ebermann bei jedem anderen Staat als ein rassistisches Reinhalten des Volkskörpers geißelt - daheim hat er viel übrig für freien Zuzug von Menschen aus aller Welt, verurteilt die restriktive Asylgewährung und noch mehr die Abschiebungen. Wer dagegen die Vertreibung der Araber verurteilt und für die Opfer Israels auch nur eine bedingte Solidarität erklärt, wie sie die Antideutschen für Israel unbedingt einfordern, der bekommt eine geistige Nähe zu Revanchisten und KZ-Wächtern bescheinigt. Und so weiter: Ganz gleich, was der jüdische Staat unternimmt und warum - die jüdische Atombombe, Rassismus, religiöser Fundamentalismus -, antideutsche Zustimmung ist ihm sicher. Schon wer Israel über den Leisten einer allgemein-menschlichen Sittlichkeit schlägt und seine Politik danach beurteilt, statt gerade deren Brutalitäten zu entnehmen, worin und wie absolut dieser Staat grundsätzlich im Recht ist, versündigt sich an ihm. Umgekehrt: Daran, dass man Israel zubilligt, was man sonst als schreiendes Unrecht verurteilen würde, bewährt sich der wahre und gute Antideutsche. Und daran, dass man diese Parteilichkeit an ihm vermisst, entlarvt sich der Antisemit.

Wahres Linkstum heute: ein methodisch geheiligter Israel-Nationalismus
Dieser Standpunkt, das muss man "konkret” lassen, ist selber eine moralische Singularität. Seine nächste Entsprechung hat er in einem israelischen Nationalismus, der - wie Nationalisten es eben tun - vom geltenden militanten Staatsinteresse her Freund und Feind und dementsprechend, verbindlich fürs eigene Gemüt und Gewissen, überhaupt gut und böse unterscheidet und jeden Fremden als Verbrecher, jeden Mitbürger als Verräter identifiziert, der diese Unterscheidung unter Berufung auf irgendeine angeblich höhere Moral nicht gelten lässt. Diese nationalistische Unterscheidungskunst ist ihrerseits überhaupt nichts speziell Israelisches, sondern zeichnet jeden Nationalismus aus; sie ist die Quintessenz und der Inbegriff aller patriotischen Parteilichkeit - und nicht nur das. Tatsächlich ist diese Sorte Parteilichkeit sogar der reale Ursprung und das Prinzip aller Moral. Die Idee einer allgemeinverbindlichen Sittlichkeit mag davon abstrahieren; die Sittlichkeit, auf die der moralische Mensch sich verpflichtet, ist alle Mal der zur höheren Norm erhobene Rechtsanspruch des Gemeinwesens, dem er zugehört, auf "verantwortungsvolles”, also Gemeinwohl-dienliches Verhalten; und spätestens der Fall eines nationalen Notstands stellt die banale Wahrheit klar, dass das ideale Kollektiv, von dem alle moralischen Unterscheidungen ausgehen und das als "Stimme des Gewissens” zu jedem seiner Mitglieder spricht, die idealisierte Fassung der Nation ist, der der Einzelne als bürgerrechtlicher Untertan subsumiert und inkorporiert ist. Umgekehrt gibt die akzeptierte Zugehörigkeit zum "eigenen” nationalen Gemeinwesen den Standpunkt des verbindlichen Be- und Verurteilens her, mit dem ein moralischer Heini selbstbewusst über die Welt herfällt; stattet ihn auch gleich mit den wirklich gültigen Maßstäben und Richtlinien dafür aus, lässt andererseits im Normalfall einige Freiheiten bei deren Anwendung. Denn gerade weil der moralische Mensch den Standpunkt des gemeinwesentlichen "Wir” einnimmt und von da aus seine Zensuren verteilt, gerade weil er so parteilich ist, dass er sich selbst für den autonomen Ursprung seiner hochanständig-parteilichen Urteilsfindung hält, traut er sich durchaus auch schon mal ein in aller Verantwortlichkeit, ja gerade aus Verantwortungsbewusstsein vom allgemeinen Konsens abweichendes Urteil zu, und zwar auch und gerade über die Machenschaften der real existierenden nationalen Obrigkeit, die das sittliche "Wir” ja nicht für sich gepachtet hat. Zum wirklich als Moral "verinnerlichten” Patriotismus gehört insoweit, normalerweise, ein gewisser - begrenzter, aber immerhin: - Pluralismus bei der Einschätzung von Nutzen und Schaden dieser oder jener Grundsatz- wie Einzelentscheidung der Staatsgewalt für das real existierende höchste Gut, die sittliche Wohlfahrt des Gemeinwesens - oder wie immer die Phrasen des patriotischen Anstands lauten. 
So viel Meinungsfreiheit duldet die Israel-Moral oder genauer: die Annäherung an eine borniert-bedingungslose Parteilichkeit für die "israelische Sache”, die die antideutsche Mannschaft sich zurecht konstruiert, nicht. Und zwar deswegen nicht, weil diese Gesinnung so absichtsvoll konstruiert ist. Da geht eben nicht einfach ein Haufen patriotisch angeheizter Israelis ideologisch zu Werk - wenn solche Typen aktiv werden, dann verfolgen sie z.B. Wehrdienstverweigerer als Vaterlandsverräter, aber andere meinen gerade mit ihrer Verweigerung dem Vaterland den besten Dienst zu tun -, sondern da legen externe Intellektuelle sich die Borniertheit israelisch-vaterländischer Parteilichkeit als Standpunkt zurecht, den einzunehmen sie als Antideutsche verpflichtet wären, und nehmen diesen Standpunkt bewusst und methodisch ein. Sie machen zum pflichtbewusst gewählten Gegenstand eines ausdrücklichen Bekenntnisses, was im Normalfall die nicht weiter reflektierte Prämisse des moralischen Urteilens ist. Und damit bringen sie die ganze Härte der moralischen Parteilichkeit zur Geltung, die sonst mehr oder weniger implizit - und nur bei den Extremisten einer "nationalen Sache” so explizit - in jeder nationalen Moral steckt. Ihr Imperativ, als guter Deutscher wie ein idealtypisch bornierter Israeli zu denken und zu urteilen, gerät völlig folgerichtig zu einer explizit bedingungslosen Affirmation staatlicher Gewalt, zu der es in dieser Borniertheit und dieser Rigidität eigentlich, "normalerweise”, einen israelischen Faschisten bräuchte. 
Nun sind Gremliza, Ebermann & Co freilich keine israelischen Faschisten, sondern bloß durchgeknallte deutsche Moralisten. Sie denunzieren und verfolgen auch, Jahwe sei Dank, keine israelischen Vaterlandsverräter, sondern predigen nur der von ihnen imaginierten deutschen "Linken”, dass sie sich eines fortgesetzten Moral-Verrats schuldig macht, weil sie nicht noch bedingungsloser zu Israel hält als jeder noch einigermaßen nüchtern gebliebene israelische Patriot. Ihre praktischen Ansprüche an antideutsches Wohlverhalten bleiben daher doch wieder sehr begrenzt. "Man kann in Deutschland nicht gegen Israel und auch nicht gegen die je konkrete Regierungspolitik in Israel demonstrieren!” verordnet Thomas Ebermann und rennt damit zumindest bei seiner rotgrünen Regierung, der schwarz-gelben Opposition und geschätzten 99 % seiner gar nicht anti-deutschen Mitbürger offene Türen ein. Und auch die im Dienste Israels verrichtete Denunzianten-Arbeit der Zeitschrift beschränkt sich auf Artikel, die im Tonfall der Empörung Israel-kritische Demonstrationen und Verlautbarungen aus aller Welt auflisten: Globalisierungsgegner in Porto Allegre, die UNO, die Linken in Frankreich, Solidaritätsdemonstranten in Berlin, Friedensfreunde auf Ostermärschen - alles Antisemiten.

Der antideutsche Kompass versagt
Im Grunde wären die antideutschen Anti-Antisemiten damit fertig; doch ihr intellektueller Tatendrang ist damit noch keineswegs gestillt. Und zumindest in einer Hinsicht gibt es für sie immerzu zu tun: "Wer am Werk sieht, was am Werk ist”, der möchte das, was seiner festen Glaubensprämisse nach immerzu am Werk ist, auch immer und überall am Werk sehen. Wenn also in allen Weltaffären von Gewicht insgeheim der große Weltkonflikt zwischen dem ewigen Hitler im unverbesserlichen Deutschen und dem gegen seine Ausrottung ankämpfenden Judentum tobt - und "die Linke” das andauernd mal wieder nicht sieht und nicht wahrhaben will, also mit der Nase darauf gestoßen werden muss -, dann möchte auch jede Affäre richtig subsumiert sein, damit man sich mit seiner Parteinahme nicht vertut und zuverlässig immer den Richtigen die Daumen drückt - nicht auszudenken, was herauskäme, wenn "die Linke” fortwährend mit falscher Parteilichkeit dem Guten in den Arm fällt! So klärt "konkret” artikelweise z.B. darüber auf, dass Milosevic - man erinnert sich: ein Feind der "deutschen Machtergreifung auf dem Balkan” - ein guter Mann sei. Am serbischen Nationalisten, weil er gegen Deutschland steht, wird der Nationalist ignoriert: Er ist ein moderner Staatsmann, der realistische, nicht völkische Lösungen für die Probleme Jugoslawiens gehabt hätte. Arafat, der Feind der Israelis, wird dafür umso schonungsloser als Nationalist entlarvt - was für eine Mitteilung über einen Staatsgründer! - und als mieser, deutsch-artiger Nationalist dazu: Er verheizt zynisch die Jugend für den Fetisch Vaterland und gründet sein Staatsprojekt auf korrupte, verwandtschaftliche Clan-Strukuren. Man vergleiche nur dieses elende deutsche Prinzip der Horde, der Verwandtschafts- und Blutsnation mit der kulturvollen Höhe der amerikanischen und - ausgerechnet - israelischen "Willensnation”, von der "konkret” nur noch das Oberrabbinat in Jerusalem überzeugen müsste... 
Nun liegt es allerdings in der Natur dieser großen und schönen Aufgabe, im Weltgeschehen moralisch Ordnung zu schaffen und überall richtig Partei zu ergreifen, dass es gar nicht so einfach ist, das Deutsch-Böse und das Jüdisch-Gute immer zuverlässig richtig zu verorten. Denn wo das Prinzip, unter das das Weltgeschehen subsumiert gehört, so klar, so eindeutig und so total sachfremd ist, so absurd äußerlich zu den Dingen steht, die aber partout darunter subsumiert werden müssen, da sind phantastische Konstruktionen gefragt; dabei wiederum ist ohne Willkür nicht auszukommen; und im Ergebnis lässt sich fast alles so oder auch genau andersherum deuten. Es ist daher kein Wunder, dass die Einigkeit der antideutschen Autorengemeinschaft bei nächstbester Gelegenheit zerbricht. Und da für sie nie ein Argument zur Debatte, sondern immer die einzig richtige moralische Parteinahme auf dem Spiel steht, ist es erst recht kein Wunder, dass sie sich über der unterschiedlichen "Einschätzung” namhafter Ereignisse erbittert zerstreitet. 
Eben dies ist ihr beim aktuellen Antiterrorkrieg der USA passiert; und damit wären wir - endlich - bei dem "Krieg”, den "konret” gegen sich selber führt. Alle, die dazu etwas beizutragen haben, gehen mit demselben geistig-moralischen Rüstzeug zu Werk, "schätzen” gnadenlos Frontstellungen und historische Situationen "ein”, "entlarven” deutsche Bösartigkeit einschließlich ihrer perfiden Selbstverleugnung und identifizieren weiße Ritter, die die Fahne des Guten hochhalten. So befragen sie den Krieg der USA gegen das afghanische Regime ausgerechnet darauf hin, ob er Deutschland schwächt und Israel stärkt - dann verdient er ihren antideutschen Applaus - oder umgekehrt - dann läge ein verabscheuungswürdiger Fall von US-Imperialismus vor. Und prompt sind sie entgegengesetzter Ansicht. 
Die Antideutschen von der Zeitschrift "bahamas” tun sich da besonders hervor. Sie sehen die Lage ganz klar: Deutschland plant Krieg gegen die USA, Partner ist der Araber und der ist ein Feind Israels. Ergo: Ein Ami-Krieg gegen Islam, Islamismus, Araber - alles dasselbe - ist Gift für Deutschland und ein Segen für die Juden. 
"Es soll immer noch Leute geben, die einen Zusammenhang zwischen dem Massenmord vom 11.September und einer weltweiten Aggression gegen Juden und den jüdischen Staat nicht erkennen.” (Pankow, Wertmüller, konkret 5/02) "Tatsächlich rüstet Deutschland seit zehn Jahren ideologisch, entwicklungspolitisch und diplomatisch für einen Krieg mit der Dritten Welt gegen den US-Imperialismus. Wichtigster Bündnispartner dafür war und ist die islamische Welt. ... (Es) gab oder gibt hierzulande kein ‚Feindbild Islam' oder gar ‚antiislamischen Rassismus' ... Der Islamismus wird als unbedingt zu würdigender Ausdruck einer Kultur genommen, die ... das Recht habe, sich gegen ihre selbstgewählten Feinde zu verteidigen, auch wenn diese israelische Zivilisten sind.” (Wertmüller, Pankow, Kunstreich, konkret 3/02) 
Eine üble Allianz haben sie da entlarvt - wie übel, davon haben noch nicht einmal die Chefpropagandisten des Pentagon eine annähernde Ahnung. Denn die wissen gar nicht, dass sie in den Taliban und den islamistischen Fundamentalisten in Wahrheit ein deutsches Prinzip niedermachen und für Libertinage und Kommunismus Krieg führen. Im Afghanistan der Al Kaida geht es nämlich folgendermaßen zu: 
"Ein Schwuler wird nicht verfolgt, weil er Linker wäre oder Angehöriger einer Minderheit. Ein Schwuler wird wegen seines höchstpersönlichen Anliegens, dem Wunsch, seine Lust zu befriedigen, verdächtigt und verfolgt. Ihm zur Seite steht die Ehebrecherin, die sich unfreiwillig gegen eine heilige Institution auflehnt, in Wirklichkeit aber nur ihrer individuellen Begierde folgt. ... Aber auch der Egoist, der Privatmensch also, der allein seinen Interessen und Geschäften nachgehen will, erregt das Misstrauen seiner um identitäre Gemeinschaft ringenden islamischen Mitbürger und ihres antiimperialistischen Anhangs im Westen. ... Gerade diese freiwillig oder unfreiwillig Volksfremden sind es, denen alle Solidarität von Kommunisten gelten muss. Sie sind es, die noch einen Rest von Individualität und Eigensinn, von privater Lebenslust repräsentieren und damit die Hoffnung auf etwas Besseres als die Hölle der negativen Gleichheit, die ihre Mitbürger so mörderisch vollstrecken. ... Die Entscheidung gegen den Faschismus und daher gegen den Islam geschieht ...in Solidarität mit seinen konkreten Opfern und in Hochachtung vor den individuellen Zielen, die mit ihnen in Verbindung gebracht werden. Für einen Krieg gegen den Islamismus, und sei es unter der Führung der USA, gegen das mörderische Unwesen dieser letztlich doch deutschen Ideologie.” (ebd.) 
So bringt endlich mal einer Ordnung in die unübersichtliche Welt von Tätern und Opfern! Wenn konsequent bei keiner Sache an das gedacht wird, was sie ist, sie stattdessen auf eine soziologische Abstraktion heruntergebracht wird, dann erscheint eben alles Wirkliche erstens gleich und zweitens nur noch als Symbol für gesellschaftskonstituierende Ideen: Islam, Islamismus, identitäre Gemeinschaft, negative Gleichheit - alles nur "Alias-Namen” für eine verwerfliche deutsche Staatsidee. Die "Hölle der negativen Gleichheit” ist selber das nächste Inkognito: ein Mittelding offenbar zwischen Faschismus, von dem sich die Bahamas-Leute gemerkt haben, dass er Begierde, Lust und Privatinteresse - wieder alles dasselbe - verbietet, und einer eher linken Idee der sozialen Gleichheit, die sie damit derselben Ekelhaftigkeit bezichtigen. Schwule und ehebrecherische Afghanen dagegen sind Alias-Namen für den westlichen Eigentums-Egoisten. Der erregt zwar nie und nimmer das Misstrauen seiner islamischen Mitbürger, weil es den Typen am Hindukusch gar nicht gibt; dafür aber genießt er die Abneigung mancher Linker im Westen, die damit ihrer Geistesverwandschaft mit dem Steinigen und Hände-Abhacken der Taliban überführt sind. Vermittels der soziologischen Transsubstantiation werden die Opfer islamischer Blutjustiz zu eigentlichen Mitgliedern der westliche Zivilisation, deren bourgeoiser Individualismus ungefähr das ist, was Kommunisten sich erträumen. Ergo: Der Ami bombt in Afghanistan für Ehebruch, Homosexualität und Kommunismus, während die Taliban auf ihren Hinrichtungsplätzen eine deutsche Ideologie verwirklichen. Auf wessen Seite stehst du, Linker? 
Leider immer noch auf der falschen. Und damit ist den "bahamas”-Leuten völlig klar, was der Linke für einer ist, der ihre Anti-Taliban-Solidarität nicht mitmacht: Selber Taliban! 
"Im Opfer des islamischen Faschismus erkennt der Antiimperialist die Figur seines lebenslangen Hasses auf Betriebsamkeit, Genuss, Privatheit und Selbstbewusstsein, auf Eigenschaften, die den letzten Bürger, den es nicht mehr gibt, auszeichnen, und die man nun stellvertretend totzuschlagen zulässt, um die Unruhe in sich selbst, angesichts des Terrors der Gleichheit, den man selbst tatkräftig unterstützt, niederzuhalten. Die Entscheidung gegen den Faschismus und daher gegen den Islam ... hat in den letzten Monaten nur ein Bruchteil der deutschen Linken konsequent getroffen.” (ebd.) 
Der Antiimperialist offenbart, wenn er dem Ami-Krieg nicht zujubelt, einen komplizierten Übersprungshass. In den schwulen und ehebrecherischen Opfern islamischer Bestrafung hasst er stellvertretend jemand ganz anderen, eine konstruierte Figur nämlich, in der Lebensfreude und kapitalistischer Konkurrenzerfolg identisch gesetzt sind. Es kommt nicht darauf an, ob es diese Figur irgendwo gibt - sie tut ihren Dienst als das Gegenbild jener Linken, die nicht mitmachen wollen beim Bahamas-Krieg: Antriebslose, Ich-Schwache, genussunfähige und moralinsaure Asketen, die dem "letzten Bürger” sein blutvolles und erfolgreiches Leben neiden. Ihre Sozialkritik ist das Werk schwächlicher Naturen, die sich selbst nicht durchzusetzen vermögen und sich Gerechtigkeit durch negative Gleichmacherei verschaffen wollen, durch Zerstören alles dessen, was Spaß macht, was menschlich über ihnen steht und was abweicht. Die Lichtgestalt des "letzten Bürgers” schlagen die linken Antiimperialisten nicht bloß ideell, sondern "tatkräftig” tot, um ihr schlechtes Gewissen beim Hass auf dieses edle Menschentum los zu werden - und Konkret-Autor Elsässer ist ein "ex-antideutscher Populist”, weil er gegen einige Momente dieses Wahngebildes auf Realismus plädiert. 
Dabei legt der haargenau dieselbe antideutsche Messlatte an den Antiterrorkrieg der USA an, kommt allerdings zum genau entgegengesetzten Ergebnis, was dessen antideutsche und proisraelische Stoßrichtung betrifft: 
"Wer behauptet, Deutschland rüste ‚seit 10 Jahren für einen Krieg mit der Dritten Welt gegen den US-Imperialismus' hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Der deutsch-amerikanische Gegensatz wird noch etliche Jahre lang von der deutsch-amerikanischen Waffenbrüderschaft überformt werden. Die US-Army wird die Bundeswehrmacht also nicht stoppen. ... Spätestens aus heutiger Sicht ist klar: Die USA haben sowohl 1989 als auch 1991 kein Remake der Anti-Hitler-Koalition gegeben, sie haben sich nicht gegen Deutschland gestellt und nicht für den jüdischen Staat eingesetzt, sondern - genau umgekehrt - Deutschland gehätschelt und mit Israel vabanque gespielt.” (konkret 4/02) 
Überall auf dem Globus wird dasselbe Stück aufgeführt; immer liegt das kosmopolitisch westliche mit dem deutschen Prinzip im Clinch. Dem aktuellen US-Krieg jedoch verweigert Elsässer das Prädikat ‚wertvoll', und noch nicht einmal dem Krieg von 1991 gegen den Irak will er den guten antideutschen Sinn attestieren, weil die Amis ihren historischen Auftrag verpasst und das "Remake der Anti-Hitler-Koalition” verpasst haben, das am Golf eigentlich fällig gewesen wäre - so viel zu der Frage, wer da alles "nicht mehr alle Tassen im Schrank” hat. 
Die schlechte Meinung über den Golfkrieg wiederum führt zum Dissens mit Herausgeber Gremliza, der die welthistorische Gesamtlage genau so sieht; nur möchte er das begehrte Prädikat mal so, mal anders vergeben. Dabei verhehlt er gar nicht, dass seine Sinngebung mit wirklichen Gründen und Zielen der Kriege damals wie heute nichts zu tun hat: Wirkliche Gründe findet er belanglos - relativ zu den entscheidenden Fragen, die der gute Deutsche sich zu stellen hat. Gremliza möchte nur wissen, ob die USA wie 1991 auch heute wieder "aus falschen Gründen und mit falschen Begründungen das Richtige tun”, und kommt aus keinen besseren Gründen zu einem negativen Ergebnis als '91 zu einem positiven - nämlich eigentlich ganz ohne Begründung: 
"Der Staat, in den sich die den deutschen Mördern entkommenen Juden gerettet hatten, war in tödlicher Gefahr. Es gibt kein Prinzip, das es Mitgliedern des Kollektivs ‚die Deutschen' erlaubte, in solcher Lage anderes zu tun, als Israels Partei zu ergreifen. Der Krieg, der heute gegen die Taliban und demnächst gegen andere Schurken geführt wird, tut nicht einmal aus falschen Gründen und mit falschen Begründungen das Richtige: Gefahr von Israel abwenden.” (konkret 3/02) 
Das ist er auch schon, der kleine Redaktionskrieg: Die wahnhafte Beziehung des US-Feldzugs auf ihre imaginäre deutsch-jüdische Frontstellung führt zu divergierenden Subsumtionen, die die Redaktionskrieger mit einiger Schärfe und Bitterkeit gegeneinander wenden. In der Art, wie sie sich wechselseitig in die deutsche Ecke stellen, was sie sich und anderen vorwerfen - darin bleiben sie sich nichts schuldig, denn der Methode ihres Weltbilds sind die Feind gewordenen Brüder treu. 
Immerhin, dass die "konkret”-Autoren sich nun wechselseitig exkommunizieren, lässt hoffen; dass sie einander die Rückkehr in den Schoß der Volksgemeinschaft sowie faschistische und populistische Neigungen zutrauen, stimmt zuversichtlich. Ihre Methode der Denunziation wird produktiv. Vielleicht schreiten sie nächstens zur Introspektion und entdecken den Judenfeind in ihrem Inneren, gehen in sich und geben ihre Publikationstätigkeit wg. "sich selbst verleugnendem Antisemitismus” auf? Solcher Läuterung hätten wir ein paar konstruktive Vorschläge mit auf den Weg zu geben. 
- Ist, wer dem Antiimperialismus eine moralische Deckung bis 1991 bescheinigt, nicht ein heimlicher Antisemit, der ganz gezielt verschweigt, dass die Heimstatt der Juden in Palästina ohne die helfende Hand des britischen Imperialismus nie entstanden wäre? Müsste den Imperialismus nicht in Bausch und Bogen - und eben nicht erst ab einem bestimmten Datum - befürworten, wer dem begründeten Verdacht entgehen will, er wolle den verfolgten Juden doch die rettende Heimstatt verweigern? 
- Macht sich, wer den Islamismus eine Spielart der abstrakten, negativen Gleichheit nennt, nicht des Antisemitismus schuldig, da er nur auf einen anderen Feind projiziert, was er eigentlich den Juden vorwerfen möchte? Und verrät sich dieser sich verleugnende Antisemit nicht dadurch, dass er an diesem anderen Feind dann doch nur festhält, was er typisch jüdisch findet? 
- Und überhaupt: Wenn eine Zeitung schon "konkret” heißt! Ist das nicht ein unübersehbares Bekenntnis zum antijüdischen Hass auf's Abstrakte? Wer das Konkrete, Handgreifliche, Bodenständige wahr findet und das Abstrakte, Geistige, Bindungs- und Heimatlose unwahr, der zieht auch die "teutsche” Ware dem jüdischen Geld vor, den bestimmten Landsmann dem abstrakten, kosmopolitischen Menschen. Millionen sind im Namen dieser Präferenz schon gemordet worden - und "konkret” bekennt sich noch immer dazu! 
Schwachsinn? Eben!
Die Jubelperser der Weltpolizei

Von Robert Kurz

Eine verschworene deutsche Gemeinschaft: die sogenannten Antideutschen von "Bahamas"/ISF Freiburg als Zeloten für "freedom and democracy"
Wenn sich der oberste Kriegsherr der demokratischen Weltbarbarei in Berlin die Ehre gibt, gehört zu den devoten Begrüßungskommandos auch ein Häuflein von Claqueuren, das die Verrücktheit der bürgerlichen Ideologie an den Grenzen des modernen warenproduzierenden Systems in besonders signifikanter Weise darstellt; und zwar buchstäblich als heruntergekommene Schmierenkomödianten des kapitalistischen Weltgeistes. Die offizielle Welt des globalen ökonomischen Terrors hat ihre Vernunft als sogenannte kritische längst abgehäutet; vorzuführen, was dabei herauskommt, wenn man in diese alte bürgerliche Haut zurückkriechen will, bleibt den antideutschen Adepten der Aufklärungsideologie vorbehalten. Der längst leer gewordene Gestus radikaler Kritik verwandelt sich in das rasende Beifallklatschen für die letzten Triumphzüge des Imperiums, das einige seiner eigenen Ausgeburten als gefangene Barbaren der grölenden demokratischen Plebs vorführt.
Da stehen die selbsternannten Gralshüter der Kritik nun am deutschen hauptstädtischen Straßenrand, wo sie hingehören, drapiert mit den Emblemen des Kapitalismus wie die besoffenen Fans von Schalke 04 mit ihren Vereinsfahnen. Als Volkssturm der Aufklärungsideologie, der mit den falschen Idealen der bürgerlichen Welt gegen ihre realen Monster ausziehen möchte, kann sich ihr Denken nur noch in schlichten Umkehrschlüssen bewegen, von der abstraktesten Allgemeinheit bis zur beliebigen kulturellen Einzelheit: Gegen Blut und Boden meinen sie kapitalistischen Fortschritt und den negativen Universalismus des Marktes setzen zu können; gegen den dumpfen Antiamerikanismus die ebenso dumpfe Glorifizierung der letzten kapitalistischen Weltmacht. Wenn Angela Merkel gemeinschaftsideologisch die Schuluniform fordert (wie übrigens in weiten Teilen der angelsächsischen Welt), setzen sie dagegen "Tauschwert und Schönheit" von kapitalistischem "Lifestyle" und "Markenkleidung"; wenn sich Neonazis an die ökologische Kritik anhängen, erklären sie die Biosphäre zum faschistischen Gegenstand.
Vollkommen gefesselt an die falschen Alternativen und polaren Gegensätze der kapitalistischen Welt und ihrer Ideologie, meinen sie immer noch innerkapitalistische Partei für die bürgerliche Vernunft ergreifen zu können, als wäre diese jemals etwas anderes gewesen als die weltvernichtende Unvernunft der warenproduzierenden Moderne.
Dieser Geisteszustand ist das Endresultat einer theoretischen Insuffizienz, einer notorischen Unfähigkeit, sich im kritischen Denken von den Daseinsformen der Wertvergesellschaftung und ihrer geschlechtlichen Abspaltung loszusagen. Die Tragödie des Arbeiterbewegungsmarxismus wiederholt sich als Farce einer angesichts der kapitalistischen Weltkrise hektisch abgerüsteten kritischen Theorie: Wenn Bush zum leider bloß unbewußten "Vorkämpfer des Kommunismus" ernannt wird, hat der Fasching des neomarxistischen Aufklärungs-Revivals seinen närrischen Höhepunkt erreicht.  Unfreiwillig symbolisiert das antideutsche Abfeiern des texanischen sekundären Analphabeten, wie am Ende der Modernisierungsgeschichte bürgerliche Aufklärung und bürgerliche Gegenaufklärung unmittelbar zusammenfallen.
Was bei Adorno noch als aporetische Argumentation erschien, nämlich die gleichzeitige Kritik und Affirmation von bürgerlicher Aufklärungsideologie und kapitalistischer Subjektform, hat sich in der unselbständigen, bloß nachäffenden, zum karikaturenhaften Jargon verkommenen Rezeption durch die antideutschen orthodoxen Adorno-Apostel zur völligen theoretischen Regression ausgebildet: Die bürgerliche Subjektform, insbesondere die Form des Zirkulations- und Warenkonsum-Subjekts, wird gerade an ihrem historischen Endpunkt explizit als Ausgangspunkt einer gar nicht mehr ernst genommenen "Emanzipation" festgeschrieben statt zum zentralen Gegenstand der radikalen Kritik gemacht.
Wie sich leicht nachweisen läßt, wird damit die kategoriale Kritik des modernen warenproduzierenden Systems insgesamt und auf allen Ebenen verfehlt. Dieses Zurückschrecken vor der endgültigen Abnabelung von bürgerlicher Aufklärungsideologie und Arbeiterbewegungsmarxismus bedeutet aber in der Folge notwendigerweise die völlige Preisgabe der Kritik überhaupt. Denn die Wertvergesellschaftung ist historisch so weit zur Krisenreife gelangt, daß ihre Kritik und Überwindung nur noch auf der grundsätzlichen kategorialen Ebene möglich ist, also durch den Bruch mit der bürgerlichen Subjektform und mit der dazugehörigen Denkform, wie sie die sogenannte Aufklärung kreiert und als kapitalistische Zurichtungsgeschichte des Menschen fortentwickelt hat.
Es bedurfte nicht erst des symbolischen Ereignisses vom 11. September, um die antideutsche Regression zurück in den kapitalistischen Familienschoß zur Kenntlichkeit zu bringen. Die Verhältnisse selber spitzen sich so weit zu, daß trotz eines den "Klassenkampf" mimenden "Aufstands der Leichen" (Franz Schandl) auf der intellektuellen Ebene kein Platz mehr bleibt zwischen radikaler Wertkritik/Abspaltungskritik einerseits und radikaler Parteinahme für den welt- und selbstzerstörerischen Kapitalismus andererseits.
Die antideutschen Adorniten sind folgerichtig hemmungslos auf die Seite der herrschenden Ordnung und zur westlichen Wertegemeinschaft übergelaufen; sie haben sich mit dem intellektuellen Abschaum der Krisendemokratie, mit dem aufklärerischen Mob und mit den westlichen Bombenphilosophen gemein gemacht. Angesichts der globalen kapitalistischen Barbarisieung klammern sich die angeblichen Kritiker der Ontologie in panischer Furcht an die aufklärerische bürgerliche Subjekt-Ontologie und Geschichtsmetaphysik. Gegen die Zombi-Produkte des Kapitalismus jammern sie nach der kapitalistischen "Zivilisation"; zum verhungernden Teil der Menschheit fällt ihnen nichts anderes mehr ein, als die Tempel des Finanzkapitals und den Glamour des Warenkonsums zu glorifizieren. Sie sind zum integralen Bestandteil, ja zur schrillsten Stimme des demokratischen Propaganda-Apparats geworden, der die mediale Wiederaufarbeitung von Eurozentrismus, Aufklärungshuberei und Selbstbeweihräucherung des "ideellen Gesamtimperialismus" unter unanfechtbarer Führung der USA betreibt.
Die intellektuelle Frechheit dieser jüngsten Zivilisationskrieger und Kreuzritter des Abendlands geht so weit, daß sie ihre bedingungslose Kapitulation vor der herrschenden Ordnung als besondere dialektische Raffinesse verkaufen wollen. Indem sie die dümmsten Hühner des restlichen autonomen und Antifa-Spektrums zu ideologischen Kindersoldaten der NATO umschulen, machen sie sich verdient um das weltdemokratische Imperium, möchten aber gerade diese Arbeit an der Affirmation als "antideutsche Wertarbeit" zur einzig wahren Wertkritik adeln, deren Begriff sie damit besudeln. In ihrer Orwellschen Sprache ist es geradezu der Gipfel der Radikalität, US-Kampfbomber aufklärungs-frömmlerisch zu segnen. Mit dieser Rabulistik können sie allerdings nur eine Handvoll hinterwäldlerische, theoretisch ungebildete Desorientierte blenden, die mangels eigenständiger Denkfähigkeit auf der Suche nach Identität und Distinktion um jeden Preis sind.
Deshalb muß die schmähliche intellektuelle Insuffizienz durch ein besonders infames Manöver vertuscht und zur kritischen Potenz umgeschminkt werden: Die theoretische Feigheit, die davor zurückschreckt, sich der Kritik der bürgerlichen Subjekt- und Verkehrsform zu stellen, das jämmerliche intellektuelle Versagen vor der historisch auf die Tagesordnung gesetzten Aufgabe, tarnt sich mit ausgeklügelter Perfidie als heroischer Kampf gegen den Antisemitismus.
Es handelt sich dabei nicht um eine theoretisch ausgewiesene Kritik des antisemitischen Syndroms. Dazu ist ein Denken gar nicht in der Lage, das sich affirmativ an die bürgerliche Subjektform klammert. Denn der Antisemitismus bildet ein integrales Moment dieser Subjektform selbst, gewissermaßen ihre letzte krisenideologische Reserve, und gehört daher auch zum Grundbestand des Aufklärungsdenkens. Gerade in diesem Punkt treffen sich bürgerliche Aufklärung und bürgerliche Gegenaufklärung; zu ihrem gemeinsamen bürgerlichen Nenner gehört das antisemitische Syndrom. Wie die "antideutsche Wertarbeit" mangels kategorialer Kritik von Wertform, Abspaltungsform und Subjektform völlig unfähig zu einer Analyse der Ideologiebildung überhaupt ist, versagt sie notwendigerweise auch in der Analyse des Antisemitismus.
Aber darum geht es ihr auch gar nicht; ihr Beruf ist nicht die gesellschaftliche Kritik, sondern die Instrumentalisierung des Antisemitismus im innerlinken Distinktionskampf, um die Leiche des bürgerlichen Aufklärungsmarxismus am Scheinleben zu erhalten. Gerade auf diese Weise soll die eigene theoretische Schwäche und Kapitulation zur Stärke und Souveränität aufgeblasen werden.
Es gehört in die Annalen der "Universalgeschichte der Niedertracht", wie sich die antideutsche Sekte Auschwitz unter den Nagel reißt, um daraus kulturelles Kapital für ihre Selbstbehauptung zu schlagen und vermeintlich den Zauberstab unumschränkter Definitionsmacht über die Restlinke in der Hand zu haben; ganz nach dem Motto: Wer Antisemit ist, bestimmen wir! Der Begriff des Antisemitismus wird dabei von seinem Gegenstand völlig abgelöst, selbst von der notorisch auf das zinstragende Kapital verkürzten Kapitalismuskritik usw., und rein äußerlich allem aufgepappt, was den antideutschen Mullahs aus ganz anderen Gründen mißliebig ist. Und da sie nun zackig und mit der deutschen Grußhand an der Schläfe vor der kapitalistischen Konstitution stramm stehen, wird eben verbissen jeder als Antisemit definiert, der gerade in der jetzigen Weltlage gar nichts von einer angeblichen "Verteidigung der bürgerlichen Zivilisation" hält, die der Quellgrund aller modernen Barbarei und vor allem des Antisemitismus ist. Wer sich der notwendig gewordenen Kritik der bürgerlichen Subjektform stellt, muß in dieser irren Logik sogar ganz besonders antisemitisch sein.
Daß das antisemitische Syndrom auf diese Weise weder analysiert noch bekämpft, sondern für ganz äußere Zwecke instrumentalisiert wird, zeigt sich an seiner identitätspolitischen Inflationierung. Diese Inflation der Zurechnung nach völlig disparaten und beliebigen (oft sogar einander ausschließenden) Merkmalen wird möglich durch einen ideologiekritischen Reduktionismus, der selber in schlechteste Ideologie umschlägt: Das in sich vermittelte kapitalistische Ganze von Subjekt und Objekt, von Fetisch-Konstitution "hinter dem Rücken" und bewußter Ideologiebildung, von "automatischem Subjekt" und Individuen wird unvermittelt und einseitig in den subjektiven Pol aufgelöst; die Ideologie nicht aus der gesellschaftlichen Entwicklung hergeleitet, sondern umgekehrt (und schlecht idealistisch) die gesellschaftliche Entwicklung aus der Ideologie. Damit entfällt auch die Notwendigkeit, den Antisemitismus analytisch auf die heutige weltgesellschaftliche Realität in entsprechenden Nachweisen zu beziehen; er verwandelt sich in ein ahistorisch-zeitloses Phänomen und wird gerade dadurch beliebig zurechenbar. Antisemitismus ist so in dieser antideutschen Meta-Ideologie keine Ideologie mehr, sondern ein realer Grund der Welt; seine vermeintliche Kritik, die sich strukturell ihrem Gegenstand angleicht und daraus eine umfassende Welterklärung macht, wird so wahnhaft wie dieser Gegenstand selbst.
Um dieser delirierenden Instrumentalisierung des Antisemitismus für eine glühende Verteidigung der kapitalistischen Anti-Zivilisation überhaupt einen Bezug auf die moderne Geschichte und Weltgesellschaft unterschieben zu können, wird das antideutsche Konstrukt mit zwei pseudo-historischen Argumentationsfiguren flankiert. Zum einen handelt es sich dabei um eine pure, in keinster Weise fundierte Behauptung, die auf die flachsten arbeiterbewegungs-marxistischen Theoreme der Zwischenkriegszeit zurückgeht:
Danach sei das Nazi-Reich kein Kapitalismus, sondern angeblich "negativ aufgehobener" Kapitalismus gewesen. Diese Bezeichnung ist ein reines Phantasma, ein "negativ aufgehobener" Kapitalismus wäre eine logische Unmöglichkeit. Die gesellschaftliche Grundlage des Nazi-Regimes war Kapitalismus auf der damaligen Entwicklungsstufe, kein Jenseits des Kapitalismus. Die Unterschiede zu den westeuropäischen oder angelsächsischen Ländern sind nicht auf der Ebene des Kapitalismusbegriffs dingfest zu machen, sondern in der Differenz der historisch-ideologischen Entwicklung des Kapitalismus in Deutschland, was etwas ganz anderes ist.
Mit dem rein ideologischen Hilfskonstrukt vom angeblich "negativ aufgehobenen Kapitalismus", also von der angeblich nicht-kapitalistischen Qualität des Nazi-Regimes, wird der Holocaust in echt demokratischer Manier aus der kapitalistischen Geschichte herausgelöst, um das Phantasma einer "guten" Koalition des realen Kapitalismus gegen den bloß erfundenen "negativ aufgehobenen", aus der Geschichte hinausdefinierten antisemitischen Nicht-Kapitalismus zu beschwören; ein Konstrukt, das überdies unabhängig von der wirklichen Weltsituation beliebig repetiert werden kann, um sich in Krisenzeiten stets guten revolutionären Gewissens in die Front der Bombendemokraten einzureihen und am globalen Standgericht wenigstens als Claqueure mitzuwirken.
Zum andern wird nun in einer primitiven identitätslogischen Setzung, unbekümmert um jede historische Analyse, diese Rolle des angeblich "negativ aufgehobenen" Kapitalismus für die gegenwärtige Situation einem willkürlich definierten "islamischen Faschismus" zugeschoben, sodaß der von den Bahamas eingefangene ex-autonome ideelle Gesamtdepp sich nun US-Fähnchen schwenkend als Jubelperser der demokratischen Weltpolizei wiederfindet. Die unvermittelte, an den Haaren herbeigezogene Gleichsetzung von palästinensischen Flüchtlingslagern mit dem Nazi-Imperium, von islamischen Selbstmordattentätern mit der Vernichtungsmaschine von Auschwitz, von "völkischer" Formierung der Gesellschaft in der Ersten Welt der Vergangenheit mit religionspolitischer Zersetzung der Gesellschaft in der Dritten Welt der Gegenwart: dieses absurde quid pro quo, das die Singularität von Auschwitz noch weitaus nachdrücklicher leugnet als ein Ernst Nolte, dient nur dem Zweck einer "Orientalisierung" der deutschen Geschichte.
Die weltdemokratisch geläuterte Sorte von Antideutschen ist nur noch bedingt antideutsch, aber unbedingt antiarabisch: demokratische Rassisten reinsten Wassers, in einer Front mit dem vorgetäuschten Kulturkampf des "ideellen Gesamtimperialismus". Wie sich die angebliche Kritik des Antisemitismus ad absurdum führt, wenn Israel durch die Bombardierung afghanischer Bergdörfer "verteidigt" werden soll, so führt sich die antideutsche angebliche Kritik des "deutschen Imperialismus" ad absurdum, indem sie sich auf den Kopf stellt und damit unfreiwillig den tatsächlichen Standpunkt des westlichen "ideellen Gesamtimperialismus" einnimmt: Die BRD muß jetzt nicht mehr kritisiert werden, weil sie sich an den kapitalistischen Weltordnungskriegen beteiligt, sondern weil sie sich zu wenig beteiligt. Die vordergründige Kritik des Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft dient nur noch als Staffage für diesen kriegshetzerischen Zweck der antideutschen Konvertiten, die sich umso mehr "daheim im Reich" fühlen, je deutlicher sich dieses als Sub-Posten des weltkapitalistischen Imperiums darstellt.
Wie instrumentell sich die antideutsche Sekte zu ihrem Lieblingsgegenstand verhält, wird durch ihr völliges Desinteresse an der gesellschaftlichen Realität in Israel deutlich. Der selber in Ideologie umgeschlagene ideologiekritische Reduktionismus subsumiert die Frage der wirklichen Verhältnisse in Israel und Palästina total unter die (zugerechnete, keineswegs in ihrem gesellschaftlichen Zusammenhang analysierte) antisemitische ideologische Reaktion in den kapitalistischen Zentren und speziell in der BRD; mehr noch: er bringt diese Verhältnisse einfach zum Verschwinden. Wer aber Wirklichkeit ausblendet, angeblich für einen kritischen Zweck, der dementiert diesen Zweck selbst.
Das trifft umgekehrt auch für die Analyse der tatsächlichen antisemitischen Reaktionen in der BRD und Westeuropa auf den sogenannten Palästinakonflikt und die Entwicklung in Israel zu. Erstens kann das eine Moment nicht im andern zum Verschwinden gebracht werden; und zweitens bedarf auch das Fortwirken der spezifisch "deutschen Ideologie" mit dem ihr inhärenten spezifisch eliminatorischen Antisemitismus einer sowohl historischen als auch aktuellen gesellschaftlichen Analyse. Gerade darin bestünde die Berechtigung des antideutschen Motivs. Und gerade davon ist bei den Bahamas-Antideutschen so gut wie gar nichts zu sehen; auch insofern sind sie in Wahrheit nicht antideutsch genug. Kunststück, haben sie doch den Antisemitismus systematisch enthistorisiert (in dieser Hinsicht der postmodernen Elimination der Geschichte durchaus verwandt), sodaß sie sich die Analyse der "deutschen Ideologie" in ihrer Entwicklung vom frühen 19.  Jahrhundert bis heute schenken können; und das haben sie auch nötig, um den Antisemitismus qua beliebiger Zuordnung je nach ihrem identitätspolitischen Bedürfnis ohne jede analytische Rechenschaft instrumentalisieren zu können.
Die verschiedenen Formen des Antisemitismus in der gegenwärtigen Welt können nur im Kontext der wirklichen gesellschaftlichen Entwicklung dieser Welt analysiert und bekämpft werden; und dazu gehört selbstverständlich auch die Entwicklung der israelischen und palästinensischen Gesellschaft, die auszublenden bei den Bahamas-Antideutschen nicht ohne Grund mit einer Gleichgültigkeit gegenüber der wirklichen Geschichte des deutschen Antisemitismus einhergeht.
Das Motiv dieser Ausblendung ist allerdings nicht nur ein äußerlich-instrumentelles im innerlinken Selbstbehauptungskampf und in der Apologetik des westlichen Gesamtimperialismus; es folgt vielmehr auch unmittelbar aus der Affirmation der bürgerlichen Subjekt-Metaphysik im Anschluß an die unüberwundene arbeiterbewegungs-marxistische Metaphysik des "Klassensubjekts". Da dieses unrettbar verloren ist, aber seine kategoriale Kritik im antideutschen Denken ausbleiben muß, besteht das Bedürfnis nach einem Surrogat, unter dessen zahlreichen Varianten sich aus der identitätspolitischen Instrumentalisierung des Antisemitismus heraus der Staat Israel als metaphysisches Subjekt anbietet. Damit es dieser phantasmatischen Qualität genügen kann, muß sich allerdings Israel aus einer wirklichen Gesellschaft dieser Welt mit wirklichen Widersprüchen in ein von allen Widersprüchen gereinigtes Avalon der antideutschen Projektionen verwandeln.
Wie einst der linke "Antizionismus" mit PLO-Symbolen aufmarschierte (und sich heute in der Tat in eine bloße Unterabteilung des globalen Antisemitismus verwandelt hat), so marschiert nunmehr in bloßer Umkehrung die antideutsche Sekte mit Israel-Fahnen auf; übrigens in der durchaus passenden Gesellschaft der "Partei bibeltreuer Christen", deren Motiv die Ankündigung des Jüngsten Gerichts durch den Sieg des Volkes Israel im gelobten Land bildet. Bei den Bahamas ist es das Armageddon der kritischen Theorie. Wie sich in den Analysen von Eike Geisel nachlesen läßt, ist der blinde, militante Philosemitismus von Erzdeutschen, der sich vor allem an den militärischen Leistungen Israels aufgeilt, nichts anderes als der bloß umgedrehte alte deutsche Antisemitismus, der allerdings sein wahres Gesicht nicht gänzlich verleugnen kann.
Das wird in einem bestimmten Punkt unfreiwillig bis zur Kenntlichkeit offengelegt. Was die fanatischen Bahamas-Philosemiten nämlich in ihrer projektiven Wahrnehmung vor allem stört, ist die Existenz der israelischen und überhaupt der jüdischen säkularen Linken. Es ist kein großes Geheimnis, daß in Israel heute unter dem äußeren und inneren Druck ganz ähnlich wie bei den feindlichen arabischen Nachbarn eine theokratisch-fundamentalistische, religionspolitisch-nationalistische und rassistische Tendenz dominiert, die den säkularen Arbeiter-Zionismus längst an die Wand gedrückt hat, von deren Exponenten die Ermordung Jitzhak Rabins durch eine beispiellose Hetzkampagne vorbereitet wurde und deren politische Klammer der Likud-Block mit Scharon und Netanjahu an der Spitze bildet. Die Kriegsverbrechen der israelischen Armee unter dieser finster reaktionären Führung werden nicht im geringsten dadurch legitimiert, daß es sich bei den Palästinensern um eine ausweglos verhetzte, selbstzerstörerische Masse von Verzweifelten handelt, die jeden emanzipatorischen Gedanken verweigert. Israel geht als Krisengesellschaft der Globalisierung seinen eigenen Weg in die Barbarei, nicht anders als der Rest der Welt, aber unter besonderen Bedingungen der Bedrohung.
Die Existenz Israels ist allerdings gerade deswegen nicht nur von außen, sondern auch von innen gefährdet. Die israelische Linke führt einen verzweifelten Kampf gegen diese Entwicklung, in der sie auf keinen Partner bei den Palästinensern mehr hoffen kann, weil diese ihren Weg in die Barbarei bereits vollendet haben. Es ist nun so ziemlich die unappetitlichste Aufführung der antideutschen Sektenprediger, daß sie im Interesse ihrer Projektionen der israelischen Linken nicht nur in den Rücken fallen, sondern diese sogar auf die giftigste Weise denunzieren. Was für ein nichtswürdiges Schauspiel: Erzdeutsche Ex-Linksradikale verbünden sich zumindest in ihrer schmutzigen Phantasie mit den reaktionärsten klerikalen, rassistischen, frauen- und schwulenfeindlichen Kräften Israels gegen die israelische Linke und gegen das säkulare Israel überhaupt, und haben die Stirn, diese perverse ideologische Allianz auch noch als Bollwerk gegen den Antisemitismus abzufeiern!
Wie es der gemeinbürgerlichen Ideologie geziemt, wird bei dieser antideutschen Denunziation der israelischen und weltweiten jüdischen Linken das antisemitische Stereotyp gewohnheitsmäßig abgerufen; es genügt diesen Fanatikern und Zeloten der kapitalistischen Aufklärung nicht, die Auffassungen eines Noam Chomsky, Uri Avnery oder Moshe Zuckerman als ihrer Meinung nach falsch zu bezeichnen, sondern die unliebsamen Nichtarier müssen auch noch als "Vorzeigejuden" oder "Alibijuden" (O-Ton Bahamas) in bester "Stürmer"-Tradition heruntergemacht werden. Merke: Wer ein guter Jude ist, bestimmen die Bahamas; und wer kein guter Jude ist, der ist sowieso sein eigener Antisemit.
Das derart zusammengezimmerte Konstrukt ist so schief, schlecht identitätslogisch und durchsichtig identitätspolitisch, daß es nur durch permanente Dynamisierung und Eskalationslogik aufrecht erhalten werden kann.  Folgerichtig haben sich Bahamas/ISF auf eine maßlose, sich ständig überbietende Hetzkampagne gegen alles und jedes kapriziert, was sich ihrem aus theoretischer Impotenz geborenen Wahn nicht unterordnet. Diese ekelhafte, vor keiner Koterei zurückschreckende Hetze ist Fleisch vom Fleisch der interkulturellen pseudo-religiösen Reaktion. Schaut euch diese Typen an: Jeder einzelne ein Savonarola-Verschnitt, jeder von denen hätte Karriere beim Opus Dei oder beim Ku Klux Klan machen können. In ihrem Machtrausch ergaunerter Definitionsmacht verschlucken sie sich vor denunziatorischer Lust. Von der theoretischen Innovation haben sie sich längst verabschiedet; da dümpelt nur noch die postivistische "Anwendung eines Corpus abgeschliffener, zur affirmativen Ideologie versteinerter Glaubenssätze, die sie bei der Konfirmation ihrer Kindersoldaten abfragen.
Das Fußvolk dieser intellektuellen Selbstmordsekte muß das Gehirn an der Garderobe abgeben. Nur so ist es zu erklären, daß wir es bei den Bahamas-Adepten immer häufiger mit entpersönlichten Zombis zu tun haben, die argumentativ nicht mehr erreichbar sind und autistisch ihre Kommandoerklärungen verkünden. Wer einmal in diesem Bann befangen ist, läßt den antideutschen Gurus offenbar alles durchgehen, was sonst anständigerweise niemand durchgehen lassen kann. Das Ferment dieser Konstellation ist die Angst. Wo der Antisemitismus nicht mehr als Ideologie aus bestimmten gesellschaftlichen Verhältnissen hergeleitet werden muß, sond ern als allgegenwärtige Denunziationsmöglichkeit abgerufen werden kann, steht jeder unter Verdacht außer den Mullahs der antideutschen Ideologie, die ihre eigenen antisemitischen Bedürfnisse an der israelischen Linken abreagieren können.
Weil der ideologiekritische Reduktionismus die antisemitische Zuordnung beliebig und universell gemacht hat, müssen die Gläubigen ständig zittern, beim kleinsten Versuch abweichenden Denkens in den Bannstrahl dieser Zuordnung zu geraten und exkommuniziert oder symbolisch verbrannt zu werden; und so nehmen sie allmählich eine Haltung des vorauseilenden Gehorsams ein, die ihnen das analytische Denken verbietet und sie zu einer sorgfältig ritualisierten, entmenschlicht-religiösen Sprache zwingt, in der im übrigen das Kapitalverhältnis mystifiziert statt analysiert und kritisiert wird.  Nicht kritische Analyse ist im Dunstkreis dieses sehr deutschen Ungeistes mehr angesagt, sondern der blanke Gesinnungs- und Bekenntnisterror - gewissermaßen eine Art Robespierrescher "Tugendterror", der bekanntlich immer nur auf dem Schafott enden kann.
Die Positionen der Wert- und Abspaltungskritik demgegenüber sind klar: Eine Kritik des Antisemitismus ist nur möglich im Kontext einer radikalen Kapitalismuskritik anhand der konkreten historischen Situation, und eine antideutsche Kritik nur durch die Kritik der "deutschen Ideologie" anhand ihrer aktuellen Einbindung in den westlichen Gesamtimperialismus, während die regressive Affirmation von bürgerlicher Aufklärung und kapitalistischer "Zivilisation" zusammen mit der Kritik überhaupt auch die angebliche Kritik des Antisemitismus und die antideutsche Kritik dementiert. Das unbedingte Eintreten für die Existenz Israels ist nur möglich in kritischer Solidarität mit der israelischen säkularen Linken, während die Aufkündigung dieser Solidarität und der ideologische Schulterschluß mit dem reaktionären Likud-Regime gleichzeitig auch die Verteidigung der Existenz Israels dementiert.
Die prowestlichen Fanatiker der antideutschen Bekenntnis-Sekte von Bahamas/ISF sind nicht deswegen zu bekämpfen, weil sie den heruntergekommenen völkischen Antiimperialismus kritisieren, sondern weil sie diese Kritik völlig delegitimieren durch ihre Parteinahme für die kapitalistische Weltpolizei. Sie sind nicht deswegen radikal zu kritisieren, weil sie den antisemitischen Mob bekämpfen, sondern weil sie diesen Kampf sabotieren durch ihre Inflationierung des Antisemitismus- und Faschismusbegriffs. Nicht ihre Kennzeichnung der postpolitischen Palästinenser-Kommandos als perspektivlose Mordkollektive ist absurd, sondern die Verherrlichung des israelischen Rechtsradikalismus und religiösen Fundamentalismus als Vorschein des Kommunismus.
Wer die Auseinandersetzung mit einer tatsächlich gefährlichen ideologischen Entwicklung (auch in Teilen der Linken) als privaten Claim einer identitätspolitischen Goldader einzäunt, ist dafür haftbar zu machen, daß die radikal kritische Thematisierung dieser zerstörerischen und selbstzerstörerischen Tendenz blockiert wird. Wenn die existentielle Krise der sozialen Emanzipation nur noch als Bühne von Selbstbehauptung und Distinktionshuberei dient, wird sie für die eitle Nabelschau einer verschworenen deutschen Gemeinschaft von notorischen Selbstdarstellern mißbraucht. Deshalb muß es gerade im Namen einer Kritik des völkischen Antiimperialismus und einer Bekämpfung des antisemitischen Mobs darum gehen, die Kleriker der Bahamas-Sekte möglichst zu isolieren, sie zu boykottieren und aus der linken Debatte auszugrenzen, um den Schaden zu minimieren, den sie sowieso anrichten.

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Im Sumpf diverser „Anti“-Sektierer (Autor: K.W. Pfoertner)
Wir leben in seltsamen Zeiten. Während sich der öffentliche Diskurs immer hektischer in völkischer S- und M-Rhetorik ergeht („Soziale Einschnitte“, „Soziale Grausamkeiten“, „einschneidende Reformen“), so als seien wir ein einig Volk von Masochisten, die geil bis unter die Zehennägel auf ihre Domina mit dem Operationsmesser („chirurgische Schnitte“) warten, um im Namen der „Arbeit“ die Profitrate zu retten, laufen in politischen Subkulturen, die sich als noch links oder als nicht mehr links verstehen („postpolitisch“), noch bizarrere Vorgänge ab, die auf eine neue Konjunktur von Verschwörungstheorien hindeuten. Mathias Bröckers‘ bei 2001 erschienenes Buch Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11. 9. erlebte im September 2002 allein sieben Auflagen (!), und auch wenn uns Bröckers erklären will, es gehe ihm um eine „kritische Konspirologie“, können das andere noch entschieden besser, z. B. diejenigen, die man landläufig als die „Antideutschen“ bezeichnet.
Die Beweggründe der Antideutschen mit ihrem „Zentralorgan“ Bahamas lassen sich im Wesentlichen im drei Sätzen zusammenfassen:
1.    Bedingungslose Solidarität mit dem Überlebenskampf des Staates Israel.
2.    Eine antiimperialistisch-antisemitisch-islamfaschistische Phalanx will unter dem Vorwand des „Selbstbestimmungsrechts des palästinensischen Volkes“ in Wirklichkeit Israel vernichten.
3.    Es besteht eine geheime Affinität zwischen den „Volksdeutschen“ und den „Islamfaschisten“, beide haben letzten Endes die gleichen Intentionen und werden von denselben Phantasmen angetrieben.

Bahamas aus Berlin und die Initiative Sozialistische Forum aus Freiburg im Breisgau sind die theoretischen Speerspitzen der Antideutschen. Sie verstehen sich als Erben der Kritischen Theorie, in Sonderheit Adornos und Horkheimers.  Sie beharren auf bedingungsloser Negativität (z. B. einer ihrer Haupttheoretiker, J. Bruhn) im Sinne einer verschärften Variante der „bestimmten Negation“ bzw. der „negativen Dialektik“ Adornos. Während jedoch Adorno den „totalen Verblendungszusammenhang“ vorwiegend auf dem Felde der Kunst bekämpft sah und ansonsten eher die Ausweglosigkeiten des spätbürgerlichen Intellektuellen verkörperte (deswegen war er ja auch über den Aktionismus der 68er so entsetzt), entschlagen sich die Antideutschen total der Praxis, mit einer entscheidenden Ausnahme freilich: sie wollen „bedingungslos“ und „uneingeschränkt“ alle Manifestationen dessen bekämpfen, was man als das „antizionistisch-antiamerikanische Syndrom“ bezeichnen könnte. Ihre Feinde sind vorwiegend der „Islamfaschismus“ und alle Sympathisanten, die vorwiegend aus dem Umfeld der Antiimperialisten stammen sollen. „Deutschland“ steht grundlegend im Verdacht, zur Volksgemeinschaft mutieren zu wollen, dagegen zu kämpfen, sind (fast) alle Mittel recht. Die islamfaschistisch-antiimperialistisch-volksgemeinschaftlichen Versuche, die „zionistisch-amerikanische Weltverschwörung“ zu eliminieren, werden als Endlösungsstrategien gewertet, um eine „negative Aufhebung des Kapitals auf kapitalistischer Grundlage“ zu erreichen. So weit, so gut.
Dieser Deutungsversuch der „großen Frontlinien“ der heutigen politischen wie geostrategischen Kräfteverhältnisse klingt zunächst einmal recht plausibel, mit dem terroristischen Massenmord am 11. September 2001 als schlagendstem Beweis. Nur, wenn man sich das Ganze mal im Detail anschaut, ergeben sich eine Reihe von Ungereimtheiten und Fragen, die auch alle rhetorischen Künste der Bahamas-Redaktion nicht hinweg zu erklären vermögen.
In seinen Neun Thesen über Verschwörungen und Verschwörungstheorien (S.  64-66) schreibt Bröckers als These 9: „Um sich gegen Skepsis und Zweifel zu immunisieren, haben Verschwörungstheorien eine seltsame Schleife eingebaut:
Jede Kritik an ihnen wird automatisch zum weiteren Beweis für die Realität der unterstellten Verschwörung. Dieses Immunsystem teilen moderne Verschwörungstheorien mit ihrem historischen Vorgänger, der Dämonologie des Mittelalters: Wer die Anwesenheit des Teufels bestreitet, ist selber von ihm besessen.“ (S. 66). Auch wenn ich Bröckers‘ ausufernden Assoziationsketten in so Manchem nicht zu folgen vermag, so enthält diese Beschreibung doch einen rationalen Kern: um sich gegen behauptete Weltverschwörungen zur Wehr zu setzen, scheint man gezwungen zu sein, Gegenverschwörungen zu erfinden. So ist auch alsbald jedes Mittel Recht und jeder Verbündete (und sei es auch der herbei Halluzinierte, um ein Lieblingswort der Bahamas-Autoren zu verwenden) billig, der die Gegenverschwörung zu unterstützen scheint, und angesichts der Bedrohungslage braucht man auch nicht mehr so genau hinzuschauen, mit wem man sich da einlässt.
Bei der pro-israelisch-proamerikanischen Gegenverschwörung wird so getan, als sei die heutige Weltlage eine ähnliche wie vor oder während des 2.  Weltkriegs. Nur Marx hat ja gesagt, alles spiele sich zweimal ab, einmal als Tragödie, einmal als Farce, und wenn man sich dieses Apercu einmal auf der Zunge zergehen lässt, dann fällt dies auch auf diesen Analogieschluss zurück.  Hitler verfügte über ein Territorium und eine staatliche Armee, aber worin bestehen die Bataillone von Al Queida, um ein berühmtes Stalin-Wort zu paraphrasieren? In Wirklichkeit ist es doch so, dass die USA als Schutzmacht Israels und im „Kampf gegen den Terrorismus“ praktisch einen Gegner hat, der kein ebenbürtiger sein kann. Hier kämpfen nicht Armeen auf „gleicher Augenhöhe“ gegeneinander. Mehr als Nadelstiche, und seien es noch so mörderische, kann Al Queida oder sonstige islamistisch-terroristische Gruppierungen den USA nicht versetzen. Die Situation Israels ist zweifellos eine andere, aber hier geht es vorwiegend um die USA: es ist der Kampf gegen einen unsichtbaren, seltsam ungreifbaren Feind, den man zwar in Afghanistan oder Irak vorübergehend verorten kann, aber letzten Endes bleiben diese Verortungen unbefriedigend: darum ist es ja auch ein „war that never ends“, ein Krieg, der niemals beendet werden kann. Die neoliberale Weltrevolution, die in den letzten zwanzig Jahren von den herrschenden Eliten betrieben wurde, fällt auf diese zurück: daraus sind deterritorialisierte, eigentümlich unstrukturierte Gewaltmärkte und -gruppen entstanden, die international operieren und nicht mehr imstande oder willens sind, ins Weiß des gegnerischen Auges zu blicken. Sie sind feige, rücksichtslos oder selbstmörderisch, je nach dem, sie spiegeln lediglich den Nihilismus der neoliberalen Weltrevolution wider. Eine Supermacht kann zwar überall und nirgends Gegenschläge ausführen, so viele und so oft sie will und die „irregulären Kämpfer“ nach Guantanamo deportieren, so viele und so häufig es nötig scheint; nichtsdestoweniger, diese Hydra ist „auf dem Felde“ nicht zu besiegen. Paradigmatisch ist die Figur des „Schläfers“ in diesem auch symbolischen Krieg: jetzt ist es ja gerade der anscheinend Unauffällige, der Angepasste, der (arabische) Sohn aus besseren Kreisen, der urplötzlich sich als Todfeind entpuppt: der Schatten aus dem Hinterhalt, der nicht mehr zwischen Schuldigen und Unschuldigen, Beteiligten und Unbeteiligten unterscheidet und ein Zerstörungswerk anrichtet, dem man sich praktisch nicht erwehren kann. Die „Lösung“, Alles und Jeden für verdächtig zu halten („Neighbour Watch Program“, „Rasterfahndung“ usw.), führt nur zu neuen Absurditäten, in eine universale Paranoia, die niemals zur Ruhe kommt. Die Monsterbabies, die der Westen im Kampf gegen den Kommunismus selber schuf, fallen nun auf ihn zurück, Gegenverschwörung hin, Gegenverschwörung her. Der Islamismus ist in letzter Instanz nichts Anderes als der Zerrspiegel dessen, was der Westen von sich abspaltete oder als schmutzig, aber unvermeidlich einstufte. Die „islamistisch-antizionistische“ Verschwörung ist Fleisch vom Fleische der „Dialektik der Aufklärung“, der neoliberalen Revolution und der Flaschengeist des kalten Krieges, der nun gegen den wütet, der ihn aus der Flasche entließ.
Im Grunde ist die antideutsche Gegenverschwörung einem zutiefst undialektischen Denken verhaftet, das die Ambivalenzen der Weltlage gegen falsche Eindeutigkeiten austauscht.
Selbst Adorno/Horkheimer waren da schon vor knapp sechzig Jahren weiter. Der Kampf gegen den Nationalsozialismus bedeutete für sie keineswegs, Amerika-hörig zu werden, wie es die Antideutschen tun. Sie sahen sehr wohl die Schattenseiten, ja die totalitären Tendenzen im Mutterland der ökonomischen Freiheit selbst: „Hollywood“ als „Massenbetrug“. Sie nannten Hiroshima und Auschwitz im gleichen Atemzug, ohne beide in Eins zu setzen. Es ist keineswegs illegitim, nach den gemeinsamen Wurzeln von Atombombe, Konzentrationslager und Gulag zu fragen, eben den Strukturen der „abendländischen Welt“. Adorno/Horkheimer beendeten ihre Reflexion eben nicht da, wo die Antideutschen bloß noch ihre „Negativität“ zelebrieren und dabei erstaunlich „positiv“ werden, eben als Möchtegern-Airforcepiloten ihr „Fuck Saddam“ auf die Bomben zu pinseln, wenn man sie nur ließe. Beklagte man noch die „Kollateralschäden“ im Kosovo-Krieg und bedauerte die zivilen serbischen Opfer, so werden die „Kollateralschäden“ in Afghanistan plötzlich legitim, damit die Männer sich wieder rasieren und die Frauen sich wieder auf die Straße trauen dürfen - wenn sie denn nicht im Bombenhagel der Air Force „aus Versehen“ zerfetzt worden sind.
O sancta simplicitas! George Bush jun., der Säulenheilige der Antideutschen?  Was man in jeder x-beliebigen US-amerikanischen Zeitung nachlesen kann, nämlich dass der berüchtigte Bush-Clan, dessen Familienmitglied Bush jun.  ist, mit buchstäblich jedem Geschäfte macht, soll plötzlich nicht mehr erwähnt werden dürfen, weil dies „antiamerikanisch“ sein könnte? Die Bushs haben Geschäfte mit den Nazis und mit der Bin Laden Group gemacht, die waren in dieser Hinsicht nie besonders wählerisch. Und was die USA allgemein und nicht bloß die Bushs betrifft, so soll ein Land, wo mehr Menschen im Gefängnis sitzen als zu den schlimmsten Zeiten der Sowjetunion, wo hinter China die meisten Hinrichtungen stattfinden (u. a. eine Rekordzahl an Hinrichtungen zu der Zeit, als Bush jun. Senator in Texas war) und wo Zehnjährige mit Hand- und Fußfesseln vor den Richter geschleppt und minderjährige Geisteskranke zum Tode verurteilt werden, solch ein Land soll man als „zivilisatorischen Lichtbringer“ abfeiern? Es gibt gute Gründe dafür, das US-amerikanische Rechtssystem als „lausig“ zu bezeichnen wie Däumler-Gmelin es tat; aber Bush ist deswegen kein Hitler, sondern einfach ein Reaktionär mit christlich-fundamentalistischen Einsprengseln. Big Pretzel is watchng you.
Es ist einfach törichter Unfug, zu behaupten, es gäbe keinen Imperialismus mehr, bloß weil der Begriff durch die Anti-Imps diskreditiert wurde. Denkt euch einen neuen Namen aus, meinethalben „Empire“, aber das Phänomen existiert dennoch. Nun bringt es nichts, auf „den“ US-Imperialismus zu schimpfen, der der Europäer ist auch um kein Jota besser. Es geht darum, die Strukturen zu analysieren, das inner- und binnenimperialistische Beziehungsgeflecht zu entwirren, die imperialistische Konkurrenzverhältnisse zu enttarnen. Es geht des Weiteren nicht darum, die „spekulativen Blutsauger“ zum Abschuss freizugeben, sondern darum, in der Tat die Strukturen des internationalen Finanzkapitals und deren Wirkungsmechanismen zu durchschauen: spekulative Angriffe auf Währungen und Devisenreserven und plötzliche Kapitalflucht können schlecht bestreitbare katastrophale Konsequenzen für ganze Nationalökonomien haben, wie die diversen Börsen-Krisen der letzten Jahre (Mexiko-, auch Tequilakrise genannt, Russland- und Asienkrise) zur Genüge aufgezeigt haben. Aber das Alles ficht die „Erkenntnistheorie“ der Bahamas nicht an, Kollateralschäden, nicht wahr? Da ist sogar George Soros weiter.
Die Kritik von Waren- und Denkform kann die knallharte politökonomische Analyse nicht ersetzen, auch wenn uns dies Bahamas und ISF mitunter zu suggerieren scheinen. Kritik der Denkform ist nötig, das ja, aber das ist nur ein  Standbein. Vor allem sollte das Eine nicht auf das Andere reduziert werden. Unfreiwillig sind sich Bahamas und Krisis darin einig, dass nur denkerisches Däumchendrehen im negativen Vakuum die „Kritik“ aufrechterhalten kann; der utopische Moment wurde erfolgreich vertrieben. Und die „zivilisatorischen“ Bomben schmeißen bekanntlich die Anderen. 
Was bleibt?

Jeder Nationalismus ist scheiße. Und jeder Glaube an höhere Instanzen - ob Götter oder der Gemeinwille des Volkes. Ob islamistische Führer zum Mord an Schriftstellern aufrufen oder israelische Parlamentsabgeordnete zum Mord an Friedensaktivisten, ist kein Unterschied. Die Alternative ist nicht der Wechsel des Staates, den mensch toll findet, sondern die Ablehnung jeder Form von Herrschaft.

Links und Beispiele

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