auf

Übersichten über diese Seiten: "Alle Themen"-Button links (Seite nach oben scrollen!) ++ Projekte ++ Themen
Von unten Kritik Überbau Sprecher Autoritär Dominanzabbau Vernetzung Medien
Materialversand

Linke Peinlichkeiten

Abschnitte dieser Seite: Verkürzungen ++ Pro Macht ++ Reflexionen ++ Links

Faschismus ist keine Meinung ... Nazis raus? (Text aus der "Zeitung für stürmische Tage")
Download ...

Antifa-Verkürzungen

In einer langweiligen radikalen Linken, in der (von Ausnahmen abgesehen) Aktionsformen ständig wiederholt werden, identitäre Label sprießen und Argumentationsketten immer mehr verkürzen, stellen die antifaschistischen Gruppen seit etlichen Jahren den sichtbarsten Teil. Der Integrationsversuch der Bundesregierung unter dem Codewort "Aufstand der Anständigen" schlug überwiegend fehl - ein positiver Punkt. Ansonsten aber wäre eine intensive Reflexion und Selbstkritik angesagter als immer neue Entwürfe noch coolerer T-Shirts und stylischer Plakate voller Männlichkeitssymbolik.
Eine emanzipatorische Politik ist mit Ausgrenzung unvereinbar, denn Emanzipation bedeutet, die Selbstentfaltung des Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und Hürden, Zurichtungen, Zwänge usw. ab- statt aufzubauen. Das gelingt schon intern nicht, in der Antifa-Politik ist "Nazis raus!" und das Verscheuchen von Neofaschisten eher die normale Aktionsform. Allerdings - sie hat ihre Berechtigung, denn Emanzipation entsteht nicht durch Zugucken, sondern durch eine offensive Politik des Zurückdrängens von Zwängen. Handeln, das darauf abzielt, andere Menschen einzuschränken, zu verängstigen, wegzujagen oder gar vernichten zu wollen, ist aber "Gewalt von oben", gegen die soziale Notwehr sinnvoll, ja erforderlich ist. Die Grenze zwischen Notwehr und eigener Machtausübung muss aber messerscharf formuliert und vermittelt werden, damit der Kampf nicht zum Spielfeld eigener Herrschaftsphantasien oder identitärer statt emanzipatorischer Politik wird.

Kritik antifaschistischer Praxis
Die konkrete Form vieler Antifa-Aktionen vermittelt die eigenen Ziele und den Sinn sozialer Notwehr nicht oder nur undeutlich. Zudem breiten sich ständig antiemanzipatorische Positionen und Strategien aus.

Pro Mechanismen der Macht

Für das Mitmachen beim Gerangel um die Macht

Bedauern über mehrere "linke" KandidatInnen bei der französischen PräsidentInnenwahl 2007, in: Junge Welt, 20.3.2007 (S. 7)
Die Vielzahl linker Splitterkandidaten war bereits vor fünf Jahren für die Sozialisten fatal gewesen, da sie Premier Lionel Jospin (PS) seinen Platz in der Stichwahl kostete. Obwohl sich diesmal der Linksnationalist Jean-Pierre Chévènement von der Bürgerrechtsbewegung MRC und die linksradikale Kandidatin Christiane Taubira sofort hinter die PS-Kandidatin Ségolène Royal gestellt haben, konnte eine Zersplitterung nicht vermieden werden.
Die »dauerhafte Linke«, um deren Schaffung sich Sozialistenchef François Hollande bemüht hatte, nachdem die »pluralistische Linke« nach fünf Jahren Regierung (1997–2002) auseinandergefallen war, blieb bloß ein Wunschtraum. Schlimmer noch ist für das sozialdemokratische Lager, daß die Bande zwischen der PS und ihren im Falles eines Wahlsieges möglichen Koalitionspartnern noch nie so schwach waren.

Kollektive Identität

Aus Dieter Rucht, Zwischen Strukturlosigkeit und Strategiefähigkeit - Herausforderungen für die globalisierungskritischen Bewegungen, in: E+Z - Entwicklung und Zusammenarbeit (Nr. 12, Dezember 2001, S. 358-360), Link ...
Allerdings stehen Bewegungen vor zwei Mindestanforderungen. Zum Einen müssen sie eine kollektive Identität entwickeln, um ihren inneren Zusammenhalt zu wahren. Bleibt der ideologische und programmatische Nenner zu diffus, so zerfasert die Bewegung. Sie wird richtungslos, zersplittert oder versandet.

Aus Azzellini, "Der Bolivarianische Prozess: Konstituierende Macht, Partizipation und Autonomie" in: Olaf Kaltmeier/Jens Kastner/Elisabeth Tuider (2004): "Neoliberalismus – Autonomie – Widerstand, Westfälisches Dampfboot in Münster (S. 197)
Seit 1998 stimmen die Schwerpunkt der Regierungspolitik ... mit denen der Sozialen Bewegungen überein.

Weitere Zitate aus "linken" Gruppen

Aus AAB, "Ruhe gibt´s genug nach dem Tod", erschienen im AK-Sonderheft "Fantomas 2002"
Der Trend geht zur Beschränkung linker Theorie auf eine bewusst distanzierte Kommentierung sozialer Bewegungen, deren AkteurInnen und Aktionen sie von außen bewertet. Genügen sie den an sie herangetragenen Normen und neuen philosophischen Erkenntnissen nicht, wird ihnen die Unterstützung entzogen.

Aus Theo Wantzke von Gegenstandpunkt, „Die Instrumente gezeigt“ in: Junge Welt, 20. Juni (S. 10)
... Die gute Botschaft aus Rom lautet: Italien ist aus dem Dämmerschlaf erwacht, in den es nach Jahren dramatischer Veränderungen der politischen Landschaft versunken war* ... Es wird wieder gestritten, um den richtigen Weg Italiens. Der Demokratie tut das gut. Dabei beeindruckt, wie friedlich diese gewaltige Menge gegen die Palazzi der Macht anbrandete – ein Gegenbild zum G-8-Gipfel in Genua.
*Die Aktionen von Basisbewegungen, z.
B. die Stürmung des Abschiebeknastes in Bologna, wird komplett übersehen – auch daß die ArbeiterInnenproteste mit den Basisbewegungen zusammenhängen und gerade die keine Pause einlegten! Ein krass eingeengter Blick auf LohnarbeiterInnen als einzig relevante Gruppe ...

Aus dem Entwurf eines Flugblattes für eine Aktion, dem einige örtliche linke Gruppen (u.a. Antifa, Infoladen, JD/JL) bereits zugestimmt hatten (nach Intervention aus der Projektwerkstatt dann verändert)
Statt Armut zu bekämpfen und Jugendlichen finanzierbare Freizeitangebote zu bieten ... nicht ausgebildete Placebo-Polizisten ... genug Geld für unsinnige Überwachungsfantasien ...

Kritikseite zum Bolschewismus auf der Schwarzen Katze ...

VVN-BdA als Retter von Demokratie und Verfassung
Aus der Beschwerde* des VVN-BdA, im Verfassungsschutzbericht genannt zu sein; aus Junge Welt, 21.5.2003, (S. 15)
Wir fordern, daß dem Verfassungsschutz wegen seines verfassungs- und demokratiewidrigen Wirkens sämtliche Mittel entzogen werden und seine Tätigkeit beendet wird".
*Ein individuelles Rumgejammere, selbst unberechtigt im VS-Bericht zu stehen, legitimiert diesen letztlich und diffamiert andere, die dort stehen.

Solidaritätsaufruf im Dez. 2003 des autonomen Treffpunkten in Leipzig, Conne Island ... in der Existenz bedroht durch einen Bescheid des Finanzamts (sehr autonom ...)!!!
Hände weg vom Conne Island!
Das selbstverwaltete soziokulturelle Zentrum Conne Island in Leipzig steht aufgrund der Aberkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt vor dem Aus. Das Verfahren befindet sich zwar noch in der Schwebe, allerdings droht mit einem endgültigen negativen Bescheid die Schließung des Conne Island. Das mehrfach ausgezeichnete und offiziell anerkannte ehrenamtliche Engagement des Conne Islands für die Jugend- und Kulturarbeit der Stadt und die Region und gegen rassistische und rechtsextremistische Tendenzen soll nun nachträglich vom Finanzamt bestraft werden. Während von der Heinrich Böll Stiftung über den amtierenden Bundestagspräsidenten bis hin zur Leipziger Stadtverwaltung die Arbeit des Conne Island gelobt und geschätzt wird, versucht das Finanzamt mit formalen Einwänden die Vereinstätigkeit aus politischen Gründen zu torpedieren. Dieses wird letztlich dadurch bestätigt, dass das Landesamt für Verfassungsschutz im Mai diesen Jahres in einem Schreiben an das Regierungspräsidium ein Bedrohungsszenario herauf beschwört, welches durch das antifaschistische Wirken von dem Projekt ausgehen soll. Das ist ungeheuerlich.
Lange bevor im Jahr 2000 zum "Aufstand der Anständigen" gegen Rechtsextremismus aufgerufen wurde, hat sich das Conne Island gegen Rechtsextremismus engagiert, entsprechende Initiativen unterstützt und durch die Jugend- und Kulturarbeit Alternativen aufgezeigt. Die kulturelle, jugend- und gesellschaftspolitische Arbeit des Conne Islands wird seit Jahren von der Stadtverwaltung Leipzig ausdrücklich gewürdigt und über den Kulturhaushalt finanziell unterstützt. Die Förderung ist allerdings an die inzwischen aberkannte Gemeinnützigkeit des Vereins gebunden. Das Finanzamt ist der Ansicht, dass Vereine nur die Gemeinnützigkeit erlangen können, wenn die Vereinsmittel ausschließlich den Vereinsmitgliedern zu Gute kommen - und nicht der Allgemeinheit, wie der Begriff "gemeinnützig" nahe legt - und mit allen vereinsfremden Personen und Projekten gesonderte Verträge abgeschlossen werden bzw. diese wiederum gemeinnützig sein müssten.
Diese Auffassung ist nicht nur absurd, juristisch nicht haltbar und völlig realitätsfremd, sondern auch völlig neu. Der Verein ist seit Anbeginn als gemeinnützig anerkannt und plötzlich ändert das zuständige Finanzamt seine Haltung in dieser Frage.
Von daher wird deutlich, dass letztlich politische Gründe für die Aberkennung ausschlaggebend waren und sind. Gerade vor dem Hintergrund, dass in letzter Zeit auch anderen Kultureinrichtungen und alternativen Projekten, wie dem Fußballverein "Roter Stern Leipzig" und dem "B12 e.V.", vom Finanzamt Leipzig Steine in den Weg gelegt wurden, sind politische Motive naheliegend. Dem Finanzamt - oder den übergeordneten Stellen in der Sächsischen Staatsregierung - sind scheinbar gewisse Vereine ein Dorn im Auge.
Mit dem drohenden Ende für das Conne Island wäre ein massiver und nicht anders auszugleichender Verlust für die gesamte demokratische alternative Jugendkultur Leipzigs verbunden. Die jährlich mehr als 100.000 Gäste des Conne Island würden auf der Straße stehen.
Wir unterstützen die Proteste und fordern zur Teilnahme auf. Wir solidarisieren uns mit dem Conne Island und wollen uns das nicht gefallen lassen. Dieser Protest ist auch ein Signal zur Unterstützung von demokratischen und zivilgesellschaftlichen Handeln sowie ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Wir fordern die sofortige Wiederherstellung der Gemeinnützigkeit, damit der Bestand des Conne Island gesichert ist.

Pro staatliche Gewalt und Unterdrückung, wenn sie von links kommt

Im Original: Abfeiern der Berliner Mauer ... Dieses Zitat ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aus der "Erklärung zum 50. Jahrestag der Sicherung der Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik am 13. August 1961", veröffentlicht von verschiedenen Gruppen
Die Warschauer Vertragsstaaten schoben mit ihren abgestimmten Maßnahmen den Einmischungs-und Interventionsabsichten in der zu diesem Zeitpunkt einzig möglichen Weise einen wirksamen Riegel vor und errichteten mit den Grenzsicherungsmaßnahmen den antifaschistischen Schutzwall.
Damit wurden die unter Führung der Arbeiterklasse bis dahin noch nie in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung erkämpften politischen, demokratischen und sozialen Errungenschaften wirksam geschützt. Die DDR hatte im Bündnis mit den Staaten des Warschauer Vertrages nun günstigere und berechenbarere Voraussetzungen für eine zielgerichtete sozialistisch ausgerichtete politische, ökonomische und sozialkulturelle Entwicklung.
Insbesondere den Konzernen der BRD war es nicht mehr möglich, ihren Fachkräftebedarf vor allem auf Kosten des zu jeder Zeit hervorragenden Bildungssystems der DDR zu decken.
Der 13. August 1961 bleibt ein Datum von großer Bedeutung, die weit über die Mauer in Berlin hinaus reicht. Es sollte allen realistisch denkenden Menschen heute und in Zukunft vor Augen führen, daß ohne die damaligen Maßnahmen vor 50 Jahren die Gefahr eines verheerenden Krieges in Europa wesentlich gestiegen wäre. Vergessen wir deshalb nie diejenigen, die für die Erhaltung des Friedens seit Gründung der DDR und insbesondere seit jenem 13. August als Angehörige der bewaffneten Kräfte ihr Leben lassen mußten und auch die nach 1990 für ihr verfassungsgemäßes Handeln zum Schutze der DDR verfolgt, bestraft und inhaftiert werden. Treten wir ein für ein friedliches und menschenwürdiges Leben, für eine Politik der nationalen Selbstbestimmung und Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der Staaten dieser Erde.
Antifaschistisches Komitee gegen Krieg und Sozialraub: Bündnis für Soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde (BÜSGM), Deutscher Freidenkerverband-LV Berlin, DKP-LV Berlin, Freundeskreis „Ernst-Thälmann-Gedenkstätte“ e.V. Ziegenhals und Aktionsbündnis Ernst-Thälmann-Denkmal Berlin, Gesellschaft zur Rechtlichen und Humanitären Unterstützung e.V. (GRH), Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde e.V. (GBM), KPD, Ostdeutsches Kuratorium von Verbänden e.V. (OKV), RotFuchs-Förderverein e.V., Revolutionärer Freundschaftsbund (RFB) ...
Vorwärts, für die Wiedergeburt des sozialistischen Vaterlands und die Befreiung Westdeutschlands!

Nachdenken über linke Bewegung

Aus einem Interview mit Monika Bricke von der Gruppe fels* (in Kleine Anfrage, Sonderausgabe, S. 14)
Die Bewegung in Deutschland ist natürlich immer wieder ein trauriges Kapitel. Selbst wenn es einem nicht unbedingt angenehm ist, muss man sagen, dass Attac schon so etwas wie eine Bewegung und auch ein Sammelpunkt für alle möglichen Leute ist. Um wieder dieses Unbehagen anzusprechen: Leute, die eher diffus merken "irgendetwas stimmt nicht und ich will was machen" - was macht man dann? Man geht zu Attac, weil Attac sichtbar ist, weil sie was machen und das muss dann ja noch nicht mal unbedingt besonders gut sein, aber sie machen halt was. Sie sind ansprechbar, sie wirken offen. Und das genau ist nach meiner Analyse und auch nach der von FelS eines der großen Probleme, warum es in Deutschland nicht zu einer richtig breiten Bewegung kommen kann. Denn gerade die radikale Linke ist so wenig offen und so ängstlich bemüht, bloß nicht mit den "falschen Leuten" Bündnisse einzugehen und vor allem auch so selbstzerfleischend. Die Auseinandersetzungen zwischen Antideutschen und Antiimperialisten oder ähnliche sind so dermaßen intern, die interessieren ja überhaupt niemanden, der auch nur ein bisschen außerhalb steht. Insofern ist es kein Wunder, dass Leute, die jetzt anpolitisiert werden bei Linksruck oder Attac landen, weil die sich auch darum bemühen, Leute für sich zu gewinnen. In der radikalen Linken habe ich immer den Eindruck, es geht darum ein möglichst kleiner Zirkel zu bleiben und möglichst unter sich zu sein und das ist kein Ansatz mit dem man zu einer Bewegung kommt.
*Die Gruppe fels, u.a. organisiert in ACT!, bringt häufig interessante Analysen heraus. In ihrer eigenen Praxis treten allerdings einige sonst kritisierte Punkte selbst auf - vor allem ein Hang zu Labeln und Selbstdarstellung bis zu kollektiv-identitären Strategien incl. Ausgrenzung.

Im Original: Debattenbeitrag ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Der folgende Text war eine Reaktion auf den Sexismusvorwurf, wirft aber eigene Fragen und Provokationen auf, daher steht er als eigener Beitrag plus Stellungnahmen  - wiederum anonymisiert, um nicht dem (weiteren?) Mißbrauch des Sexismusvorwurfes zur Denunziation Vorschub zu leisten. Die Debatte hier ist offen und unterliegt weder Zensur noch Denunziation.
Es gibt Leute, die bezeichen sich als Antikapitalisten und würden niemals ihren verwöhnten Arsch aus ihrer Mietswohnung in eine Wagenburg kriegen.
Es gibt Leute, die bezeichnen sich als Antifaschisten und würden niemals ihren feigen Hintern des Nachts zu einer NPD-Zentrale schleppen, um deren Inneneinrichtung aufzumöbeln.
Es gibt Leute, die bezeichnen sich als Tierrechtler und glauben, dass ihr lactovegetarisches Milch&Eier-Gekrautere irgendeine konsequente Struktur hätte.
Es gibt Leute, die bezeichnen sich als Antisexisten und sind heimlich immer noch stolz auf die Leistungen ihrer zwischen ihren Schenkeln baumelnden Mordwaffe.
Schluss mit diesem Wischiwaschi. Ich will mich ja hier nicht als Szenediktator aufspielen, aber es muss erlaubt sein, einen gehörigen Verlust von Konsequenz im "emanzipatorischen Widerstand"; zu bedauern. Irgendwie scheinen die Leute zu denken, dass es hier nur noch um Events und spannende Revolutionspiele geht, von denen mensch sich zuhause warm und mollig auf der Couch erholen kann. Ja glaubt Ihr denn allen ernstes, dass eine emanzipatorische Gesellschaft mit Couchen zu haben is? Oder mit Tee am Sonntag. Mit Gemütlichkeit? Mit Eiern und Milch? Mit all den bunten Errungenschaften der völlig von pseudorevolutionärer Hühnerkacke durchsetzten Kulturindustrie? Wo ist er denn, der entschlossene Widerstand, der sich durch sowas wie eine klare, selbstverständlich von allen eingehaltene Linie auszeichnet? Es kann doch nicht sein, dass wir stundenlang mit Toleranz-faselnden ReformistInnen in Plena diskutieren müssen, die uns weismachen wollen, dass wir der bürgerlichen Schnauzbartpresse mehr als unseren veganen Dünnschiss aufs Auge drücken sollten. Ich hab die Schnauze voll davon, auf Widerstandscamps mittlerweile eine wahre Invasion systemkonformer Event-Revoluzzer zu dulden, die mir in ihrem Nofx-T-Shirt erzählen wollen, wie geil sie auf dem Bizarre abgekackt sind?
Ich hab's satt, mich mit versoffenen Chaostagepunks rumzuschlagen, die von unserer politischen Motivation gerade soviel wissen, wie zwischen ihre Buttons passt. Was ist eine antihierarchische, emanzipatorische Bewegung wert, wenn sie so offen ist, dass sämtliche systemfreundliche, reformistische, Lifestyle-Linke Positionen in sich aufnimmt und sich dann beschwert, dass sie vor lauter interner Diskussionen zu keinem Ergebnis mehr kommt. Es ist doch ganz einfach: Schotten dicht für alle reformistischen Weicheier, die am Tage der Revolution krampfhaft versuchen würden, das Haus ihrer Familie zu verteidigen und uns dann so einen Blödsinn wie"Ideeller Wert" der Enteignung entgegenjammern.
An dieser Stelle kann ich  nur die Gießener Antisexismus-Gruppe für ihre konsequente Vorgehensweise gegen jeden Sexisten loben, die sich nicht ihre eigene Bewegung von wimmernden Weltverstehern aufweichen lässt.

Bleibt zu sagen, wenn wir den linksradikalen Widerstand retten wollen, sollten folgende Positionen diskutiert werden:
Auschluß aller
AutofahrerInnen
Basisdemokraten
Chamäleons der Politik
Event-HopperInnen
Lacto-VegetarierInnen
Sexisten
ReformistInnen
"Man muss die Leute verstehen"-SagerInnen
SubjektivistInnen
RelativistInnen
ExistenzialistInnen
KünstlerInnen (save true punk!)
PhilosophInnen
"Ich teile mein Haus nicht mit flohbestückten Kampflesben"-Denker

und all dem anderen menschlichen Gesocks, dass uns erzählen will, wir sollten dieser verachtenswerten Gesellschaft mit irgendetwas anderem als konsequentem, straighten, puren, emanzipatorischen, kämpferischem Hass begegnen!

Feuer und Flamme für diesen Staat und alle außer uns!


Antwort per Email:
sag mal martin, hast du eigentlich 'n schaden? Ich weiß zwar nich, was du unter 'punk' verstehst, aber ich  persönlich versteh darunter nich, ein völlig spartanisches leben zu führen, aus überzeugung auf dem nackten Boden eines Bauwagens sitzend, aus überzeugung halbverhungert und aus überzeugung ohne kontakt zu irgendwem außerhalb. Ich halte gewalt durchaus für ein Mittel, wenn auch das letzte, aber es ist auf jeden Fall KEIN Mittel, stumpf auf alles einzukloppen was einen stört! JA, ich war auf den Chaostagen,habe gesoffen und mich mit Bullen gekloppt, aber ich spreche trotzdem mit gewaltablehnenden Antialkoholikern immer noch wie mit menschen! Und JA ich bin Ovo-lacto-vegetarier, wenn auch von der etwas radikaleren Art, aber ich sehe nicht ein, warum ich keine Freilandeier essen und keine Biomilch trinken soll?! UND: JA ich habe eine Couch, fließend wasser und trinke Tee, wenn ich das möchte, aber ich laufe trotzdem mit 'nem knüppel in der Tasche rum und verkloppe Faschos, wenn es sein muß. Binn ich jetzt ein winselndes weichei? Und ist nicht ein linkes winselndes weichei immer noch besser als ein unpolitisches oder gar rechtes winselndes Weichei?! Meinetwegen leb du dein radikales, spartanisches leben, aber versuch nich mir zu erzählen, wie ich meins zu leben hab! GET UNITED! LINXRADIKALE ALLER LÄNDER UND GRUPPEN VEREINIGT EUCH! VIVA LA REVOLUTION!

Weiter Antwort per Email:
> Es gibt Leute, die bezeichen sich als Antikapitalisten und würden niemals
> ihren verwöhnten Arsch aus ihrer Mietswohnung in eine Wagenburg kriegen.
> Es gibt Leute, die bezeichnen sich als Antifaschisten und würden niemals
> ihren feigen Hintern des Nachts zu einer NPD-Zentrale schleppen, um deren
> Inneneinrichtung aufzumöbeln.
> Es gibt Leute, die bezeichnen sich als Tierrechtler und glauben, dass ihr
> lactovegetarisches Milch&Eier-Gekrautere irgendeine konsequente Struktur
> hätte.
> Es gibt Leute, die bezeichnen sich als Antisexisten und sind heimlich
> immer noch stolz auf die Leistungen ihrer zwischen ihren Schenkeln baumelnden
> Mordwaffe.
> Ich will mich ja hier nicht als  Szenediktator aufspielen, aber es muss erlaubt sein, einen gehörigen Verlust von
> Konsequenz im „emanzipatorischen Widerstand“ zu bedauern.
lieber martin hülsen du kannst bedauern was du willst, aber das bleibt eben auch ohne konsequenz. wie sollen denn deine ausschluss-fantasie umgesetzt werden? wer soll das denn für dich machen?
>glaubt Ihr denn allen ernstes, dass eine emanzipatorische Gesellschaft mit Couchen zu haben is?
>Oder mit Tee am Sonntag. Mit Gemütlichkeit? Mit Eiern und
>Milch? Mit all den bunten Errungenschaften der
>völlig von pseudorevolutionärer Hühnerkacke durchsetzten Kulturindustrie?
ja, das glaube ich, denn wozu soll ich mich emanzipieren, wenn nicht zu einer gesellschaft, in der ich frei, angenehm und nach
meinen vorstellungen leben und spaß haben und mehr als überleben kann
> wo ist er denn, der entschlossene Widerstand, der sich durch sowas wie eine
> klare, selbstverständlich von allen eingehaltene Linie auszeichnet?
ich glaube, der ist mit dem letzten stalinisten gestorben, und dasd ist gut so.
. Was ist eine antihierarchische, emanzipatorische Bewegung
> wert, wenn sie so offen ist, dass sämtliche systemfreundliche, reformistische,
> Lifestyle-Linke Positionen in sich aufnimmt und sich dann beschwert, dass
> sie vor lauter interner Diskussionen zu keinem Ergebnis mehr kommt. Es ist
> doch ganz einfach
nein, ist es nicht. politischer kampf bedeutet nun mal diskussion und auseinandersetzung, auch wenns dir nicht gefällt. ich setz
mich ja auch mit dir auseinander.
> – Schotten dicht für alle reformistischen Weicheier,
> die am Tage der Revolution krampfhaft versuchen würden, das Haus ihrer
> Familie zu verteidigen und uns dann so einen Blödsinn wie „Ideeller
> Wert“ der Enteignung entgegenjammern.
ich würd mich von dir auch nicht enteignen lassen wenn ich ein haus hätte, weil ich glaube, dass du der eraste wärst, der mein
haus zu deinem privateigentum machen würdest, wofür du dann eine erklärung aus deinem antifaschistischem brevier ziehen
würdest.
> Bleibt zu sagen, wenn wir den linksradikalen Widerstand retten wollen,
> sollten folgende Positionen diskutiert werden:
wenn die ganze beweguung deiner meinung nach aus diesen typen besteht, willst du wirklich mit denen diskutieren?
> Auschluß aller
>
> AutofahrerInnen
> Basisdemokraten
> Chamäleons der Politik
> Event-HopperInnen
> Lacto-VegetarierInnen
> Sexisten
> ReformistInnen
> „Man muss die Leute verstehen“-SagerInnen
> SubjektivistInnen
> RelativistInnen
> ExistenzialistInnen
> KünstlerInnen (save true punk!)
> PhilosophInnen
> „Ich teile mein Haus nicht mit flohbestückten
> Kampflesben“-Denker
>
> und all dem anderen menschlichen Gesocks, dass uns erzählen will, wir
> sollten dieser verachtenswerten Gesellschaft mit irgendetwas anderem als
> konsequentem, straighten, puren, emanzipatorischen, kämpferischem Hass begegnen!
immerhin ist selbst das gesocks für dich noch menschlich, das heißt, du bist von den faschos noch einen schritt weit weg.
> Feuer und Flamme für diesen Staat und alle außer uns!
bis zu deinem schlusssatz hab ich noch geschwankt, aber jetzt weiß ich: du bist einfach ein guter satiriker. das hoffe ich für den
ganzen linksradikalen widerstand

Links

Etliche Texte und Zitate sind mit, andere ohne Namen - das liegt zum einen daran, wie wir die Texte bekommen haben, zum anderen können die, deren Texte hier abgedruckt sind, auch selbst bestimmen ... Mail mit Begründung genügt und der Name wird, wenn das Argument überzeugt, gestrichen bzw. hinzugefügt.