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Material

Wer vereinfacht? Und warum?
Personen, Firmen und Organisationen

Prominente Führer ++ AZK&Co. ++ Ex-Ökos ++ Ex-Linke ++ Deutsch-Nationale ++ Treffpunkte&lose Runden ++ AfD ++ Zielgruppen ++ Links

Es gibt eine Menge von Personen, Gruppen und vor allem AkteurInnen im Internet, zum Teil ausgestattet mit eigenen Verlagen und Medien, die sich nicht nur der klassischen Welterklärungsvereinfachungen bedienen, um bestimmte politische Interessen zu stärken, sondern die daraus ganze Theorien oder Zusammenschlüsse formen. Der Blick hinter die Kulissen offenbart mitunter kommerzielle, immer aber Rattenfängerziele: Hier sollen Menschen mit primitiven, emotional anrührenden, Empörung hervorrufenden Behauptungen gewonnen werden.

Einen guten Überblick liefert der KOPP-Verlag, der führend ist im Vertrieb von Literatur mit weltvereinfachenden bis revanchistischen Positionen. Der monatliche Katalog gibt einen Eindruck der Themen und Autoren (fast nur Männer). Eine Doppelseite mit Zeitschriftenempfehlungen zeigt die Übergänge in die Esoterik-Szene.

Zunächst wirkt die Szenerie vielfältig, aber bei näherem Hinsehen zeigen sich Netzwerke der immer gleichen oder ähnlichen Personenkonstellationen, die hinter Projekten, Kongressen, Verlagen usw. auftauchen.

Prominente und Führungspersonen

Empörung und Verschwörung - Porträt einer Person auf dem Weg in rechte Ideologien

Holger Strohm war einer der ersten bekannten Autoren der Anti-Atom-Bewegung. Sein Buch "Friedlich in die Katastrophe" bildete einen Meilenstein und zeigte Gefahren, Hintergründe und politische Seilschaften auf. Danach verfasste er etliche Umweltbücher, aber auch zu kinderfreundlichen Schulsystemen oder gegen die Gentechnik. Seine Hoffnungen auf eine Wende erfüllten sich nicht. Mehr und mehr sah er die Welt am Abgrund. Aus Verzweiflung wuchs Empörung - und die ebnete den Weg in rechtes Gedankengut und absurdeste Verschwörungstheorien. Als 2012 der Anti-Atom-Klassiker verfilmt wurde, streute Filmemacher Marcin El dort solche Gedanken ein. Es war der Anfang einer geistigen Entwicklung, die aus Holger Strohm und seinen Unterstützern vielgefragte, rechtsextreme Redner und Interviewpartner gemacht haben - voller Hass gegen Flüchtlinge, Juden, die USA und Israel, Linksfaschisten und zensierte Medien. Der Film "Empörung und Verschwörung" zeichnet das alles nach - ist aber mehr: Eine grundlegende Kritik an vereinfachten Welterklärungen, an Gut-Böse-Stigmatisierungen und dem Glauben an eine Machtpyramide mit nur wenigen Strippenziehern an der Spitze. Strohm ist ein Beispiel für viele - aber er zeigt, dass auch ein "linker Anarchist" (Selbstbezeichnung Holger Strohm) zum Verkünder wirrer und rechter Welterklärungen werden kann. ++ 71min ++ Creative Commons (NC-SA) ++ Weitere Quellenangaben am Filmende und auf Youtube

Gerhard Wisnewski

Der wichtigste deutschsprachige Autor, der wie am Fließband Bücher über alle möglichen "Theorien" und Mythen veröffentlicht, ist Gerhard Wisnewski. Ob Untergang der Titanic, die einstürzenden WTC-Bauten, Mond- und Marslandung - Wisnewski macht aus allem seine Bücher. So lebt er vom einfachen Denken Vieler. Die Denkmuster des Autors lassen sich in den Büchern schnell finden. Es sind die klassischen Ressentiments gegen die Hassbilder der "Verschwörungstheoretiker": Juden, FeministInnen, US-Institutionen usw.

Im Original: O-Ton Gerhard Wisnewski ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aus "2013 - Das andere Jahrbuch" (Knaur)
Rassismus gegen Deutschland ... Ein Schreiber bemängelt "die Erzwingung der Zuwanderung in Deutschland mit allen Mitteln. Mit Sozialdumping, der Verfolgung Unschuldiger, der üblen Nachrede, alles bis hin zur Terrorisierung der Einheimischen zum Brechen jeglichen Widerstands. ..." Zur Zeit nehme man den Bürgern "endgültig die Verfügungsgewalt über das selbst erarbeitete Geld, damit es direkt in die Taschen der Machthaber fließt". Und natürlich in die Taschen des verschuldeten Auslands, darf man hinzufügen. ... (S. 216)
Der Feminismus ist inzwischen eine staatlich geförderte Ideologie geworden, die sich nicht mehr nur auf Frauenläden oder Kampf- und Käseblättchen wie Emma beschränkt, sondern die gesamte Gesellschaft durchdringt. Natürlich auch und besonders durch unsere Medien. Als beruflich erfolgreich, schlau und smart werden dort fast nur noch Frauen dargestellt, während der Mann in Werbung und Medien hauptsächlich als Dummkopf oder Hilfskraft gezeigt wird. Und natürlich durchdringt die totalitäre feministische Ideologie auch "Enzyklopädien" wie Wikipedia. Dabei ist diese Ideologie potenziell noch schlimmer als jede Rassenideologie. ... Wenn die Gesellschaft erst einmal ausreichend an die Vorstellung gewöhnt ist, dass Männer minderwertig sind, kann der Feminismus ebenso grausame Erscheinungen hervorbringen, bis zur totalen Entrechtung und Vernichtung der Männer. ... (S. 304f.)
Kachelmann ... An keiner anderen Figur wird so deutlich, um welch menschenverachtende Ideologie es sich beim Feminismus handelt. (S. 338)
Michael Vogt

Der Träger eines Professorentitels steht offensichtlich rechten Kreisen nahe. Er ist einer der wichtigsten Akteure, Macher von Alpenparlament TV und Mitorganisator einer Vielzahl von Veranstaltungen, z.B. dem Alpenparlament-Kongress. Seine Themen reichen von Zensur in Medien bis zur großen Weltverschwörung.

Im Original: Über Michael Vogt ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aus dem Eintrag bei Wikipedia
Als Student engagierte sich Vogt politisch und wurde im Wintersemester 1972/1973 Mitglied der Burschenschaft Danubia München; 1977 war er ihr Vorsitzender und Sprecher. Vogt war 1973 und 1974 auch Mitglied des Hochschulpolitischen Ausschuss (HpA), eines Gremiums der Deutschen Burschenschaft, der laut Dietrich Heither „seit Mitte der siebziger Jahre als «Durchlauferhitzer» für rechtsextremes Gedankengut“ fungierte. 1976 war er Beisitzer im Hauptausschuss der Deutschen Burschenschaft, und 1977 wurde er ihr Vorsitzender und Sprecher. Vogt wurde später Mitglied des Rings Freiheitlicher Studenten, der 1979 auf Initiative des HpA in der Bundesrepublik gegründet wurde und „stark neofaschistische Tendenzen“ aufwies. Im Zuge eines zeitweiligen Aufenthalts in Köln wurde er 1980 Mitglied der Burschenschaft Germania Köln. ...
Von 1998 bis 2007 war Vogt Honorarprofessor am Institut für Journalistik der Universität Leipzig im Bereich PR. Nach Rechtsextremismus-Vorwürfen, welche Vogt dementierte, wurde sein Lehrangebot nicht mehr angenommen. Bei den Vorwürfen ging es hauptsächlich um seine Filmproduktion Geheimakte Heß und um ein „dubioses Treffen am 25. September in Straßburg“, zu dem die rechtsextreme Fraktion Identität, Tradition, Souveränität (ITS) im Europäischen Parlament eingeladen hatte und an der Vogt teilgenommen haben soll. ...
Heute ist er Gesellschafter des Schild-Verlages in Elbingen. Außerdem moderiert er bei Alpenparlament.tv. 2012 veröffentlichte Vogt in den Burschenschaftlichen Blättern ein „Manifest zur revolutionären Neuordnung“, in dem er die Abschaffung des Parteienstaats, die Herstellung wirklicher Volksherrschaft und den Austritt aus Nato und Euro-Zone fordert. Nach Auffassung Vogts handele es sich bei der Bundesrepublik um ein im Niedergang befindliches System, das sich in einer vorrevolutionären Phase befinde. Die Bundesregierung sah in diesen Äußerungen Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen. Ebenfalls im Jahr 2012 initiierte Vogt – gemeinsam mit Jo Conrad – das Projekt Aufbruch Gold-Rot-Schwarz. Ziel des Projektes ist insbesondere, jene Gruppen zu vereinen, die, wie etwa die kommissarischen Reichsregierungen, Existenz, Souveränität und Legitimation der Bundesrepublik Deutschland bestreiten. Das Projekt soll neben esoterischen Gruppen und Verschwörungstheoretikern auch Personen mit „rechter“ Gesinnung ansprechen.


Aus dem Eintrag bei Psiram
Michael Vogt gilt als Altherr der Studentenverbindung "Burschenschaft Danubia", die häufig mit dem rechtsextremen Spektrum in Zusammenhang gebracht wird, und war 1977 deren Vorsitzender und Sprecher.

Zitate von Michael Vogt
"Das, was die Türken gegen Prinz Eugen militärisch nicht geschafft haben, soll jetzt mittels des demographischen Imperialismus als „friedliche“ Landnahme erreicht werden." (Quelle)

Aus einer Vortragsankündigung zum Kongress für Grenzwissenschaften 2013
Prof. Mag. Dr. phil. Michael Friedrich Vogt ist Historiker, Politik- und Kommunikationswissenschaftler und Professor für Kommunikationsmanagement/Public Relations.
Er studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Germanistik und ist seit Anfang der 1980er Jahre als Redakteur und Produzent von Dokumentarfilmen und Hörbüchern zur Zeitgeschichte tätig.
Thema seines Vortrags beim diesjährigen Regentreff-Kongress: Der Weg in die NWO-Diktatur: Macher - Hintergründe - Ziele und Auswege. Das Szenario ist erschreckend: Die Welt wird international gleichgeschaltet, was durch Globalisierung, Amerikanisierung und den freien Kapital- und Güterverkehr Ausdruck findet. Nationale, kulturelle, religiöse Eigenarten werden aufgelöst, familiäre Zusammenhalt entwurzelt. Ziel ist eine gleichgeschaltete, auf Konsum, Spaß und Promiskuität fixierte Gesellschaft. Das Ganze geht einher mit totaler Kontrolle per implantierte RFID-Chips und Plänen zur Vernichtung bis zu fast 95 % der Menschheit, da es sich hier um für die Neue Weltordnung überflüssige, unproduktive Menschen handelt. Es ist der Weg in einen neuen Faschismus, die NWO-Diktatur.

Michael Vogt zu Jürgen Elsässer nach dessen erfolgreicher Klage gegen Jutta Ditfurth (die tatsächlich, wie leider öfter, selbst mit platten Kritiken um sich schlug und das nicht ausreichend belegen konnte) eine Seite eingerichtet mit folgendem Zitat:
Daher danken wir alle Jürgen, der es durchgestanden hat. Für uns alle.

Akif Pirincci

Den vorläufigen Höhepunkt an völlig quellenlosen Beschimpfungen von Frauen, Homosexuellen, Nicht-Deutschen und was ihm so passt liefert Akif Pirincci - ob in seinem Buch "Deutschland von Sinnen", als Redner bei Pegida & Co. oder in den zahlreichen Talkshows, in denen er seine auch sprachlich bemerkenswerten Entgleisungen hineinwerfen darf. Trotzdem jammert er ständig über eine vermeintlich Zensur gegen Beleidigungen, Diskriminierung usw.

Laut einem Mitschnitt der PEGIDA-Kundgebung am 19.10.2015 in Dresden haute Pirincci dort derart üble, rechtsradikale Sprüche raus, dass er sogar vom Pegida-Chef abgewürgt - wenn auch erst nach langer Zeit, nachdem zwischenzeitlich Zuhörer_innen geklatscht, aber dann doch mit "Aufhören"-Rufen zum Ende der Hetzrede beigetragen haben. "Offenkundig scheint man bei der Macht die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk soweit abgelegt zu haben, dass man ihm schulterzuckend die Ausreise empfehlen kann, wenn es gefälligst nicht pariert", sagte Pirincci in seinem Redebeitrag. Dann kam noch der Satz, der die Rede auch berühmt machte - in negativer Hinsicht: "Es gäbe natürlich andere Alternativen. Aber die KZs sind ja leider außer Betrieb." Weiter Worte in der Rede: "Moslemmüllhalde" und "Invasoren" über die Flüchtlinge.

Wo Pirincci für seine Diskriminierungen noch gefeiert wird oder diese schreiben darf:

Ivo Sasek und Umfeld: Anti-Zensur-Koalition/Konferenz, Stimme&Gegenstimme usw.

Hinter Projekten wie der Anzi-Zensur-Konferenz (AZK) oder die Flugschrift "Stimme&Gegenstimme" steht die unangefochtene Führungsperson Ivo Sasek. In der klaren Hierarchie folgen seine Frau nebst 11 Kindern und eine größere Runde von UnterstützerInnen, von denen allerdings die meisten recht willenlos den religiös formulierten Wünschen des Heilslehrers folgen. Nicht klar ist dabei, wie weit die in solchen Kreisen üblichen finanziellen Ausbeutungsideen verfolgt werden. Denn Geld kosten die Aktivitäten auf jeden Fall - und zwar viel. Doch Ivo Sasek und von ihm initiierte Projekte wie ie Organische Christus-Generation (OCG), Gemeinde-Lehrdienst, Klagemauer-TV oder Panorama-Film sowie - dort mehr hintergründig - die von der Zielgruppe her breitere AZK verfolgen fundamentalistisch-christliche Ziele.

Aus dem Newsletter von klagemauer:TV (52. Kalenderwoche 2015)
Wir verzeichneten im Jahr 2015 289 Millionen Zugriffe auf Kla.TV! Das sind ca. 24 Mio. pro Monat. Dabei zählen wir die tausenden Kla.TV-Re-Uploads auf andere Internet-Kanäle nicht dazu, denn diese Zahlen sind längst nicht mehr zu überblicken!
Im Jahr 2015 haben auch etliche Kabelkanäle das kostenlose Programm von Kla.TV übernommen und die Zuschaueranschlüsse gehen in die Millionen.
Das fleißige, ehrenamtliche Mitarbeiterteam von Kla.TV produzierte im vergangenen Jahr Sendungsmaterial in einer Gesamtlänge von 191,2 Stunden – das sind 1763 Sendungen! Im Jahr 2015 kamen die Sprachen Slowakisch, Armenisch, Slowenisch, Suaheli, Finnisch und Albanisch dazu! Somit zählt Kla.TV aktuell 37 Sprachen!

Die folgenden Aussprüche stammen aus Schriften von Ivo Sasek oder seiner Projekte (weitere Zitate im Absatz zu Bilderberger & Co. vorne).

Im Original: Anti-Zensur-Koalition (AZK) = Stimme&Gegenstimme ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aggressiver Heterosexismus
Aus "Selbstlose Homosexualität", in: "Anstatt- oder Christus" (S. 102f., "sie" = Pfarrer)
Wieso stellen sie sich nun plötzlich hinter die homosexuelle "Liebe", die nachweisbar allem anderen als einem selbstlosen und enthaltsamen Wesen entspringt? Jahrtausendelang beschwören uns von Gott gesandte Propheten und lehrten uns wie auch die Pfarrer, dass jeder Ungehorsam gegen Gottes Wort (Bibel) zu unserem sicheren Schaden und Verderben ausschlagen würde. Sie führten uns Sonntag für Sonntag anhand der Bibel das Schicksal vergangener Generationen vor Augen und bewiesen uns unwiderruflich: Wo immer das Volk den Weisungen Gottes treu war, da war das Ergebnis Segen, Wohlstand, Friede, Lebensfülle. Wo immer es dagegen von den Geboten Gottes abwandte, da waren Fluch, wilde Tiere, Kriege, Krankheit, Hungersnöte. Und nun verkündigen der synodale Entscheid von Anfang Dezember und das momentane Suchen nach konkreten Formen zu dessen Umsetzung neue Praktiken, die, für jedermann nachlesbar, entgegen der Heiligen Schrift sind.

Aus "Schwule, Lesben und das ewige Gericht", in: "Anstatt- oder Christus" (S. 115)
Landesweit berichteten unsere Medien am 2. April in mehrheitlich ungehemmt zustimmendem Ton von den ersten vier gleichgeschlechtlichen Vermählungen in Amsterdem. Mit der Akzeptanz dieser vier kleinen "Ja" hat die Menscheit gleichzeitig vier grosse "Nein" besiegelt: 1. Das "Nein" zu Jahrtausenden alten Warnungen der Heiligen Schrift! 2. Das "Nein" zu bewährten Erfahrungen unserer Vorfahren!! 3. Das "Nein" zum natürlichen Empfindungsvermögen! 4. Kurzum: Das "Nein" zu Gott!

Aus "Wie cool ist schwul?", in: "Anstatt- oder Christus" (S. 120)
Meine besorgte Schlussfolgerung: Wenn wir uns irren und die Bibel, wie Jesus es sagte, dennoch Gottes heiliges, zeitloses und vollkommenes Wort ist, dann wird das ungestrafte Tolerieren von Unzucht, Homosexualität, Sodomie und dergleichen unseren Völkern letztlich mehr Schaden zufügen als jede Form des so gefürchteten Terrorismus.

Pro Keuschheit (rechts: Ausschnitt aus Stimme&Gegenstimme 8/14)
Aus "Gesetzlich einwandfreie Unmoral", in: "Anstatt- oder Christus" (S. 110)
Die Heilige Schrift dagegen garantiert dem sexuellen Suchverhalten die schlimmsten Folgen überhaupt. Wohl daher jedem Land, das die christlichen Werte in seiner Gesetzgebung mit eiserner Entschlossenheit bewahrt und umsetzt.

Aus "Mit 101 - das beste Pferd im Stall", in: "Anstatt- oder Christus" (S. 124)
Meine Prognose: Wenn wir unsere Lüste und Begierden weiterhin der Zügellosigkeit überlassen, wird uns der Himmel in Zucht nehmen - durch Schicksalsschläge jeder nur erdenklichen Art. Davor bewahre uns Gott!

Strafen, strafen, strafen!
Aus "Die Herkunft der Drogenstrafe", in: "Anstatt- oder Christus" (S. 112f.)
Seit je war die Strafverhängung daher einzig eine natürliche Abwehrreaktion gegen zerstörerische Einflüsse in unserem Lande. So traten eines Tages z.B. die ersten Drogenfälle mit all ihren verheerenden Begleiterscheinungen auf. Wer immer damals noch klaren Sinnes war, konnte an einer Hand ausrechnen, wie lange es in etwa dauert, bis aus dem ersten "Drogenvirus" ein höllische Suchtepidemie erwachsen sein würde. Um also eine Suchtkatastrophe auf breiter Ebene zu verhindern, führten wir stattdessen die rechtzeitige Bestrafung des Einzelnen ein. Die eingeführten Strafen richteten sich somit nicht gegen Menschen und deren Freiheitsrechte, sondern unstreitig gegen hereinbrechende Mächte und Kräfte, die uns - himmelhoch überlegen - zerstören würden, wo immer wir denselben nicht bereits in den ersten Ansätzen erfolgreich wehrten. Wie die Frucht im Nachhinein zeigt, waren die Strafmaßnahmen aber wesentlich zu milde!

Gegen Abtreibung
Aus "Wenn Recht zu Unrecht und Unrecht zu Recht wird", in: "Anstatt- oder Christus" (S. 116f.)
Bei all dem überhandnehmenden Unrecht sei darauf hingewiesen, dass selbst Jesus Christus und seine Apostel die Abtreibung öffentlich "Kindermord" nannten ... Abtreiben ist keine Privatsache, weil Blutschuld das ganze Land unter einem Fluch bringt!

Unbedingter Gehorsam einfordert
Auszug aus einem Schreiben zur AZK und (dritte Abb.) aus Stimme und Gegenstimme Nr. 16/2013




Aus Stimm&Gegenstimme 26 (links) und 27/2014 (unten):


"Organische Christus-Generation" heißt Ivo Saseks fundamentalistisch-religiöse Gruppe, die hinter all den Aktivitäten steckt.
Ivo Sasek auf der Visualisierungskonferenz über die OCG: "höhere Klasse" und "OCG ist das Göttliche". Die Anderen (auch die weiteren Anwesenden) seien "Natur".
Auf der Demo "Wir haben es satt" am 19.1.2013 in Berlin tauchten mehrere, z.T. in Trikots gekleidete Stimme&Gegenstimme-VerteilerInnen auf. Ein Bericht dazu erschien im Gentechnik-Newsletter aus der Projektwerkstatt:
Wer keine klar emanzipatorische Position oder gar selbst vereinfachte Feindbilder hat, wird zum Anziehungspunkt für Menschen mit einfachen Welterklärungsmustern. So tauchten 2012 Nazis auf der Wir-haben-es-satt-Demo auf – und wurden immerhin erkannt und abgedrängt. Vielleicht blieben unauffälligere aber zurück – keine Ahnung.
Dieses Jahr strömte ein ganzer Pulk von Leuten mit Trikots und Flyern „Stimme und Gegenstimme“ in die Demo. Sie konnten weitgehend ungestört ihre Propaganda loswerden. Ich kannte die, weil mir die Szene ja mal genauer angeschaut habe (wofür mich allerhand Leute kritisiert haben, die politische Aktion mit Internetklicken verwechseln u.ä.).
"Stimme und Gegenstimme" ist eine Art Zeitung im Flyerformat die angeblich unterdrücke Meinungen verbreiten soll. Sie stammt aus der Feder des Führers einer fundamental-christlichen Gruppe in der Schweiz, die mit hoher Penetranz für Familientreue, gegen Homosexualität und Judentum wettert. In politischen Bewegungen sind sie mit „Stimme und Gegenstimme“ sowie die Anti-Zensur-Konferenz unterwegs. Gerüchte, diese AZK sei ein Nazitreffpunkt, sind zwar falsch (ich war ja selbst dort, um mir das genauer anzuschauen), aber die Hasspredigten im Christenmantel sind nicht viel besser.
Für mich war es das erste Mal, dass sie so offensiv und zahlreich in einer Demo unterwegs waren und missionierten ... immer 2er-Teams, wie mit dem Wachturm. Ich hab die angesprochen, weil die sich erst gefreut haben, einen AZK-Redner zu treffen. Ich hab sie dann angequatscht, was da für ein Scheiß in ihren Flugblättern stehen würde. Und war ziemlich überrascht über die Reaktion. Ich: "Da wird der Holocaust geleugnet". Die: "Ja, den gabs ja auch nicht". Ich: "Die behaupten, die Juden würden die Homosexualität fördern, um die Familien zu zerschlagen". Die: "Ja, das ist doch die Wahrheit". Ich: "Ivo Sasek sagt zu seinen Leuten, er sei das Göttliche und sie Natur." Die: "Ivo ist göttlich". usw. Ich war ziemlich erstaunt, dass die das alles klarhatten und wie selbstverständlich dort gesagt haben. Dann haben sie mich mit eher religiösen Sprüchen wie "Du musst das mal an Dich ranlassen" usw. zu missionieren versuchen, bis ich überlegte, dass ich eigentlich wegen was Anderem auf der Demo war.
Ich schreibe das hier, weil die inhaltliche Niveaulosigkeit, die in politischen Bewegungen immer weit verbreitet ist (wer beschäftigt sich schon richtig intensiv mit den Themen, gegen die er/sie protestiert?) auch in Zukunft dazu führen wird, dass viele Überschneidungen mit rechten oder vereinfachenden politischen Positionen entstehen. Die Akzeptanz von Alpenparlament.TV (hinter dem solche Kreise stehen) und die großen BesucherInnenzahlen bei den Konferenzen (z.B. regelmäßig 2000 Leute bei der AZK, letztens mehrere Hundert bei einer ähnlichen Konferenz in Alsfeld) zeigen diese Anfälligkeit. Die Beliebtheit gründet sich auch auf dieser Leere, die in vielen ist. Die Empörung über die Unverschämtheiten von Regierungen und Konzernen mündet nicht in einen widerständigen Protest plus inhaltlich tiefgehender Kritik, sondern in oberflächliche Handlungen und Schuldzuweisungen.

Weitere Quellen, hier zur Genderismus-Hetze:



Beispiele für Bezüge nach rechts
Sympathie für die Naziaufmärsche in Dresden (aus Stimme&Gegenstimme 69/2013)

Anbiederung an Patrioten, Hetze gegen Antifa (aus einem Gedicht in: Stimme&Gegenstimme 4/2014)


Gegen Mindestlohn in der Schweiz
Pro-neoliberale Positionen in Stimme&Gegenstimme 21/2014:


Rechts: Für die Anschaffung von Kampfbombern - in Stimme&Gegenstimme 24/2014:

Ivo Sasek scheint inzwischen mehr und mehr zu fürchten, dass die immer absurderen Welterklärungen, die er unter anderem mit "Stimme&Gegenstimme" selbst verbreitet, irgendwann ihn selbst schädigen können. Er ist in diesen Sphären ja eher unterwegs, um Menschen für seine christlich-fundamentalistische Gruppe einzufangen. Nach seiner Bitte, die "BRD ist eine GmbH"-Lüge doch sein zu lassen, fügte er jetzt an eine Ausgabe an:

Immer wieder werden uns frei erlogene Texte z.B. über bedrohliche neue Technologien, über jüdische Hinterhältigkeiten u.v.a.m. zugestellt. Dies mit der einzigen Absicht, dass wir darauf hereinfallen und die S&G angreifbar wird. Leider sind auch wir etwas leichtgläubig.
Bitte vernachlässigt daher nie weder euren gesunden Menschenverstand, noch eure Intuition des Herzens. Meldet uns, falls ihr einmal einen „Fake“ in einer S&G findet. Wir befinden uns im Infokriegs-Zeitalter.

Mehr ...

Bemerkenswerte Arroganz: Führer wissen, was ihre Leser_innen denken ... Pro Donald Trump
Oliver Janich im Gespräch mit Robert Stein, Teil 1 ab ca. 3:00 min (Speakers Corner) über die Attentate von Paris am 13.11.2015
Ich weiß genau, was der (gemeint: seine Leser) denkt. Und der denkt sich "genau ahhh der Janich, dem sein nächster Post ist garantiert, das ist 'ne false flag ... und ich hab inzwischen diese Leute alle blockiert"
Im weiteren Verlauf bezeichnen sie Donald Trump als Teil der Wahrheitsbewegung und erhoffen sich viel von dessen Wahl.

Vom Öko zum Verschwörungsgläubigen

Das ist jetzt mehrfach passiert und könnte psychologisch bedingt sein: Wer jahrelang die schlechten Nachrichten über Umweltzerstörung liest und verbreitet, dann seine Mitstreitis in kommerzielle Öko-NGOs, die mit Schreckensmeldungen richtig viel Knete machen, abwandern sieht und im Strudel weichgespülter Umweltprogramme unterzugehen droht, scheint bereit zu sein, das eigene Gehirn nicht länger zu belasten, sondern an einfache Ursache-Wirkungsketten zu glauben. Verzweiflung und Ohnmacht füttern den Populismus!

Holger Strohm

Strohm hat in seinen Film "Friedlich in die Katastophe" und inzwischen in etlichen Interviews, Zeitschriftenbeiträgen usw. immer wieder HAARP-Anlagen, Chemtrails und mehr eingebaut. Ein starker Anti-Amerikanismus prägt sein Denken.

Holger Strohm klagte gegen einen kritischen Film über ihn aus der Projektwerkstatt ... siehe Indymediabericht! Doch am 25.2.2016 wurde die Klage abgewiesen.

Aus "Holger Strohm – Angekommen im rechten Sumpf und Klage verloren"
Holger Strohm – Autor des Buches (1973) und Films (2012) "Friedlich in die Katastrophe" – hat die vom ihm angestrengte Urheberrechts-Klage vor dem Landgericht Hamburg verloren. Jörg Bergstedt hatte Strohm in einem Video Verschwörungstheorien vorgeworfen und das anhand ausführlicher Filmsequenzen belegt. Strohm sah darin einen Urheberrechtsverstoß. Dass Holger Strohm inzwischen im Sumpf rechter Verschwörungsfantasien absäuft, zeigt dieses Video-Interview auf Bewusst.TV (hier bei Youtube). Anlass ist demnach eine Broschüre von Strohm zum Thema "Asyl". Was er dort an wirren Dingen von sich gibt, ist nicht nur ekelhaft.

F. William Engdahl

Er schrieb mal einen der ersten Bestseller zur Agrogentechnik und den dahinter stehenden Firmengeflechten. Der Antiamerikanismus war allerdings auch da schon unübersehbar. Inzwischen ist er zum Dauerschreiberling für den Kopp-Verlag mutiert und macht aus bemerkenswert vielen Themen ständige Verschwörungsenthüllungsbücher.

Vom Links- zum Rechtspopulisten

Compact und Jürgen Elsässer

Elsässer ist seit vielen Jahren Populist mit einem abenteuerlich schnellen Wechsel seiner Meinungen. Beeindruckend ist dabei, wie schnell er von verschiedenen politischen Richtungen als Meinungsgeber akzeptiert und aufgebaut wurde - z.T. welchen, die sich eher feindlich gegenüberstehen. So schrieb er für die eher antideutsche "Jungle World" ebenso wie für die feindlich gegenüberstehende, eher antiimperialistische "Junge Welt". Ganz so überraschend war das aber nicht, denn im entscheidenden Punkt sind sie sich eben doch ähnlich: sie vereinfachen die Welt z.T. sehr stark und analysieren sie mit klaren Feindbildern.
Spannend hinsichtlich dessen, was Elsässer heute macht, ist ein Text in "Junge Welt" vom 30. April 1997. Er schimpft: "In der Wirtschaftskrise erliegen auch Linke und Gewerkschafter dem Reiz faschistischer Lösungsvorschläge", so der Untertitel. Im Text wird er dann noch deutlicher:

Wenn nämlich der Reformismus am Ende ist, bleibt als einzige Möglichkeit eines systemimmanenten Antikapitalismus nur noch der völkische: Protektionismus contra Globalisierung, Schutz des schaffenden Kapitals gegen das raffende, des heimischen Fabrikanten gegen den vaterlandslosen Spekulanten, des blutreinen Proletarierers gegen die dunkelhäutige Konkurrenz An der Mehrwertproduktion wird festgehalten, aber der starke Staat sorgt dafür, daß die Reichen den Profit nicht in anderen Staaten anlegen oder in Monaco verprassen, sondern in die Ausbeutung der Volksgenossen reinvestieren.
In Frankreich hat Le Pen mit diesem Programm bereits die relative Mehrheit der Arbeiterwähler auf seine Seite gezogen. Wie sollte sich daran etwas ändern, solange Sozialisten und Kommunisten im Falle eines Wahlsiegs eine simple Neuauflage ihrer WIrtschaftspolitik von 1981/82 propagieren? Der Versuch, Konjunkturprogramme durch Staatsschulden und die Besteuerung der Reichen zu finanzieren, ist schon damals an einer ruinösen Kapitalflucht gescheitert. Im Vergleich dazu ist der Ausweg von Le Pen weitaus realistischer - jedenfalls für die Klientel, die nur eine nationale Zähmung des Kapitalismus, aber nicht sein Überwindung will: Rigorose Abschottung gegenüber dem Weltmarkt, Ausweisung von vier Millionen Arbeitsimmigranten, Bildung eines Autarkie-Blocks mit anderen autoritären Staaten.
Mit dem Schüren von Reformillusionen und dem Irrglauben an die Möglichkeiten national-staatlicher Realpolitik treiben selbst Antifaschisten wie Kuscynski den Faschisten die Leute in die Arme, von der Demagogie eines Schröder oder einer Ostrowski gar nicht zu reden. Notwendig wäre demgegenüber, den revolutionären Bruch mit dem Kapitalismus und den Übergang zum Kommunismus neu zu denken. Dabei wird man an den Rezepten aus der marxistichen Steinzeit anknüpfen müssen - aber das ist immer noch sehr viel zeitgemäßer als die Ratschläge aus dem wirtschaftspolitischen Mesozoikum der Sozialdemokraten und Keynesianer.

Selbst 2006 noch regte sich Elsässer in seinem Beitrag „Alte Feinde, neue Feinde“ in der explizit linken Tageszeitung „Junge Welt“ über die sogenannten Antideutschen auf (für deren Leitmedien wie konkret und Jungle World er selbst vorher gearbeitet hat). Diese hatten sich aus Antifa-Gruppen gebildet und waren zu glühenden Anhänger_innen militärischer Konfliktlösungen und der darauf vor allem bauenden, kapitalistischen Nationalstaaten (USA, Israel) geworden.
Sein Buch „Nationalstaat und Globalisierung“ ist ein interessantes Dokument der Etappen die Elsässer auf dem Weg von linken zu rechten Weltvereinfachungen hinlegte. Er beschreibt dort 2009 – phasenweise sehr prägnant und aufschlussreich – den Machtgewinn internationaler Kapitalstrukturen. Doch statt nun die Menschen als Verlierer_innen und damit als Kraft zur Befreiung zu entdecken, bejammert er die Täter der Globalisierung. Niemand anders als die Nationalstaaten und ihre Bündnisse haben das internationale Kapital so stark gemacht. Sie sind also zumindest selbst schuld. Wer ihre Wiedererstarkung fordert, hat die Krisen verblendet analysiert. Aus der (berechtigten) Frustration über die Kapital-Globalisierung sucht Elsässer, offenbar tief verzweifelt, das Heil in den Nationalstaaten. Die Menschen hat er gar nicht auf dem Schirm. Er geht damit den Schritt zur Befürwortung des Nationalen. Der Rest seiner inzwischen tiefbraunen Gedanken folgten in den Jahren danach - nach einer Phase mit Beiträgen in bürgerlichen Medien.

Compact: Asyl. Die FlutDer gedankliche Wandel zeigt sich beeindruckend in Elsässers Haltung zu Flüchtlingen. Im Jahr 2010 veröffentliche er auf seinem eigenen Blog noch eine Satire, die die Hetze über angebliche Asylantenfluten dadurch kritisierte, dass die üblichen Formulierungen auf Katholiken umgemünzt wurden - eine in der Tat lesensweite Parodie. 2015 dann war Compact das führende Magazin genau bei der Hetze über Asylantenfluten - genau auch mit diesem Begriff und einem Titelbild, auf dem der Reichstag in Fluten verschwindet.

Jürgen Elsässer im Editorial in: COMPACT-Magazin 10/2015
Wildfremde Menschen liegen sich in den Armen und begrüßen die Flüchtlingszüge mit Blumen, Obst und Küsschen, so wie 1940 die vom Frankreich-Feldzug heimkehrenden Wehrmachtskolonnen bejubelt wurden. Die – ganz ohne Joseph Goebbels – gleichgeschalteten Medien trompeten die Siegesmeldungen in Sondersendungen hinaus wie weiland der Reichsrundfunk. Das Oberkommando der Wehrlosmacher verkündet die Siege über Dunkeldeutschland: Einmarsch der Neusiedler in München, in Dortmund, in Berlin. Dresden wird zur Kapitulation aufgefordert.

Zunächst als Solidaritätsaktion für den Rechtspopulisten Thilo Sarrazin, schnell aber als führendes Magazin für Rechtspopulismus, brachte Elsässer dann die Zeitschrift "Compact" heraus. Es wurde schnell auch zum wichtigsten Magazin für vereinfachende Welterklärungen . Hier können (fast) alle der sog. "VerschwörungstheoretikerInnen" ihre Gedankenwelt ausbreiten ... und nach einiger Zeit stieg auch der Anteil klar rechter Texte und Meinungen. Elsässer machte den Schwenk auch selbst mit - und wurde zum Fan selbst der radikalsten Neonazis. Am 3. Mai 2013 schrieb er einen offenen Brief an die Nazi-Terroristin Beate Zschäpe. Darin bezeichnet er Zschäpe als "irgendwie sympathisch", gepaart mit bemerkenswerten Sätzen wie "Was mich am meisten an Sie glauben lässt, sind die Berichte Ihrer Zwickauer Nachbarinnen. Selbst jetzt, wo Sie Staatsfeind Nr. 1 geworden sind, sprechen sie öffentlich mit ganz viel Zärtlichkeit über Sie… Dass Sie immer für die Kinder etwas mitbrachten, wie hilfsbereit Sie waren… „Die Sonne ging auf, wenn sie kam“, hat Ihre Freundin Heike K. gesagt. Einmal sollen Sie ihren Sohn zurechtgewiesen haben, als der etwas Rassistisches äußerte. Und auch mit dem griechischen Wirt in Ihrem Haus hatten Sie ein gutes Verhältnis, haben Ouzo getrunken und gelacht. Irgendwie will mir nicht in den Kopf, dass ein Mensch, der den Eindruck eines Engels hinterlassen hat, ein Teufel gewesen sein soll."


Compact: Oben Werbung auf deren Internetseite ++ unten Werbung in der Zeitschrift selbst (hier: Nr. 3/2014, S. 2)
Nationalismus in der Compact

Zwischen linksradikaler und rechtsradikaler Weltvereinfachung verliebte sich der vorhierge Konkret-Autor Jürgen Elsässer in der 50. Ausgabe der turbokapitalistischen NOVO auch noch in den marktradikalen Anarchokapitalismus:
NOVO ist die zarteste Versuchung, seit es Positivismus gibt. Mir als notorisch adornitischem Kulturpessimisten entlockt NOVO Think Pink zumeist ein Schmunzeln, bisweilen auch einen kräftigen Fluch - dammit, fucking old Fritze Engels is back in town. Aber wenn's dann gegen die rotgrünen Bastarde geht, müssen auch strange badfellows zusammenfinden, oder?

Anfang 2015 schloss sich Elsässer der stark von Neonazis geprägten und mit vielen ausländer_innenfeindlichen Positionen agierenden PEGIDA-Bewegung an, unter anderem trat er selbst auf der Legida-Demonstration in Leipzig am 21.1.2014 auf.

Rede von Jürgen Elsässer bei LEGIDA am 21.1.2015
Wenn wir Deutsche unsere Angelegenheiten in Ordnung bringen wollen, müssen wir uns an der Schweiz orientieren. Wir müssen endlich ein souveräner und neutraler Staat wie die Schweiz werden, und dazu brauchen wir das Recht auf Volksentscheid, endlich auch auf Bundesebene. Wir wollen, wie die Schweizer 2009, demokratisch über ein Minarettverbot abstimmen! Wir wollen, wie die Schweizer 2014, über einen Stopp der Masseneinwanderung abstimmen! Das ist Demokratie, da müssen wir hin – und Washington und Brüssel und Ankara und Tel Aviv haben nicht das Recht, uns die Demokratie zu verbieten. ...
Patrioten aller Länder und Religionen, vereinigt Euch! Für die Verteidigung Deutschlands, für die deutsche Souveränität, für ein Europa der Vaterländer von Lissabon bis Wladiwostok! Mit Mut voran, mit dem Mut zur Wahrheit gegen die Lügen des Systems! Wir sind das Volk! Wir kommen wieder!

Die Personengeflechte wurden dabei auch gut sichtbar. Die Compact TV Ausgabe Nr. 2 berichtete über LEGIDA. Den Schnitt machte Frank Höfer von Nuoviso, der auch die Technik für Michael Vogts querdenken.tv und für Robert Steins SteinZeit managt. Sprecher des Legida-Beitrages bei Compact-TV war denn auch Michael Vogt. Ein bemerkenswertes Personenkonglomerat auf Seiten der rechtspopulistischen Hetzer_innen. Mit dabei auch der Verlagschef Kai Homilius

Kai Homilius auf Compact-Online über LEGIDA
Friedlich. Krawall und Gewalt ging nur von der anderen Seite aus. Die Antifa fühlt sich sicher in dieser Stadt. Leipzig, die ehemalige Revolutionsstadt gibt sich zugeknöpft, wenn es um die berechtigten Belange der Bürger dieser Stadt und dieses Landes geht.
Da werden schon mal öffentliche Gebäude für die Vorbereitung solcher Gewaltexzesse zur Verfügung gestellt. ...
Der erste Redner bei LEGIDA und COMPACT-Chefredakteur Jürgen Elsässer brachte es auf den Punkt: „Patrioten aller Länder vereinigt euch! Für ein starkes Europa der Vaterländer!“

Entlarvend für die politische Ausrichtung von Compact und seinem Chef ist der Vorschlag für eine neue Bundesregierung. Wer aus Sicht des Blattes Deutschland regieren soll, wurde in der Septemberausgabe 2013 verkündet. Bundeskanzler: Thilo Sarrazin. Auch die weiteren Posten zeigen, wie das Blatt tickt - nicht einheitlich, aber immer populistisch und vereinfachend.

Weitere deutliche rechte Positionen in und durch Compact:

Insgesamt ist die Zeitung ein Konglomerat aus Jammern und Angreifen mit verschiedenen poiltischen Zielen. Eine klare Linie ist nicht erkennbar, aber fast alle Texte arbeiten mit Vereinfachungen und verzichten auf Quellenarbeit. Hier einige Beispiele für Themen und Schreibstile:

Weitere Themen und Positionen aus der Compact:

Im Original: Zitate aus Compact ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
AZK-Warnung vor ElsässerAus einem Compact-Interviewvideo (Michael Vogt interviewt Andreas Popp)
Nun haben wir eine Situation, in der dieses Land bis zum heutigen Tag seit 1945 - ist ja nun schon ein paar Jahrzehnte her - keinen Friedensvertrag haben. (Michael Vogt - erwähnt später selbst beiläufig, dass im 2plus4-Vertrag formal alle Souveränität an Deutschland zurückgegeben wurde)
Zu diesem Ergebnis der Nichtsouveränität bin ich auch gekommen (Andreas Popp)
Wir haben das Problem, dass wir das Thema Nation und National nicht thematisieren dürfen. Ich habs mir abgewöhnt, die Begrifflichkeit zu nutzen und spreche von regional. Und Regionen - ein Regionalist klingt nicht so schlimm wie ein Nationalist, ist dasselbe mit gemeint. (Andreas Popp)

Rechts: Selbst für die AZK ist Elsässer zu heftig - Distanzierung auf der AZK-Internetseite vom Elsässervortrag auf der 12. AZK 2015

Sammlung von Informationen zum Privatleben von Jürgen Elsässer (Stand: 19.2.2016)

Im September 2016 veröffentlichte ein Anonymus umfangreiche Anschuldigungen gegen Compact und Jürgen Elsässer hinsichtlich Denunziation und Kooperation mit staatlichen Stellen.


Jörg Bergstedt zum Compact-Magazin/Jürgen Elsässer & Kopp Verlag (Workshop in der Projektwerkstatt, Dez. 2016)

Rechte APO, 68er & Co.

Jürgen Elsässer war mal ganz links - jedenfalls hat er sich selbst so gesehen und werkelte (auch damals schon mit großer, populistischer Klappe/Schreibe) bei "konkret", "Junge Welt" usw. Er ist nicht allein mit seinem Schwenk nach rechts. Seine Kollegen, die sogar schon in den 68ern an vorderster Front dabei waren und heute rechten bis rechtsradikalen Unsinn labern, heißen Horst Mahler, Bernd Rabehl usw. Wieweit es tatsächlich ein Wandel war oder ob letztlich Populismen alle politischen Lager durchziehen und viele eine grundlegende politische Analyse gar nicht haben, sei dahingestellt. Bemerkenswert ist es allemal. Drei frühere SDS-Leute (Mahler, Maschke und Oberlercher) haben zum Jahresende 1998 ganz offiziell versucht, die ganze 68er-Bewegung nationalistisch umzudeuten.

Aus "Kanonische Erklärung zur Bewegung von 1968", vom 24.12.1998, Autoren: Horst Mahler (SDS) · Günter Maschke (SDS) · Reinhold Oberlercher (SDS)
Angesichts des anhaltenden Mißbrauchs, der in Deutschland von Funktionären und Propagandisten der Fremdherrschaft über das deutsche Volk im besonderen wie der globalimperialistischen Kapitalherrschaft über die Völker der Welt im allgemeinenmit dem Mythos von 1968 betrieben wird, sehen die Unterzeichner sich zu folgender Erklärung veranlaßt, um nicht nur als Zeitzeugen, sondern auch als damals geschichtlich handelnde Personen gegenüber den Nachgeborenen und der Geschichtsschreibung klarzustellen, daß die Bewegung der Jahre um 1968 weder für Kommunismus noch für Kapitalismus, weder für drittweltliche oder östliche noch für westliche Wertegemeinschhaft aufstand, sondern allein für das Recht eines jeden Volkes auf nationalrevolutionäre wie sozialrevolutionäre Selbstbefreiung. ...
Nach Johan Galtung war die deutsche Marx-Renaissance nach '68 "eine Unabhängigkeitsbewegung" (Leviathan 3/83,325) des teutonischen Denkstils gegen den angelsächsischen. ...
Der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) spielte eine der Jenenser Urburschenschaft vergleichbare Rolle als nationalrevolutionärer Initiator.

Deutsch-nationale Gruppen

Andere Gruppen gehen weiter, leugnen z.B. den Holocaust oder behaupten ganz offen, dass Israel bzw. die Juden das Zentrum des Bösen sind. Dazu gehört der "Zentralrat der Deutschen". Einige sind inzwischen verboten worden.

Text zum Verbot aus dem Umfeld solcher Gruppen selbst:
Am 10.01.2013 meldete sich eine neue, geheime Zensur-Zentrale von BRDisrael mit der Tarn-Maske und dem Tarn-Namen Jugendschutz.net, nebst seinen sechs Unterstützern und Kooperationspartnern, jährlich finanziert mit mehreren 10 Millionenbeträgen an Euros aus unseren Steuertaschen und drohte mit bis zu 500.000 Euro Zwangsgeld und Haft, wenn die Links zu dem Anti-Wikipedia mit dem Namen Metapedia.org nicht entfernt würden. Aus diesem Grunde sind jetzt nur noch die PDFs zu kopieren. Wie listig das System der Besatzer jegliche Volksaufklärung zu verhindern versucht, erkennen Sie, liebe Wahrheitssucher an diesen zwei vorgeschobenen Kinderschutz-Abmahnungen durch die BRD Fremdherrschaft GmbH und an der Total-Zensur von Google.de in Deutschland, weil der politische Verkehrsunfall-Mord vom 02.11.2004 an Martina Pflock (45 Jahre) und ihrem Kind Michele (8 Jahre), sowie der Flucht-Tod der Steuerberaterin Walburga Therese Hüsken am 14.12.2009, nebst der Hinrichtung des Wahrheitssuchers Alexander Müller am 12.06.2012 in Google.at Österreich nicht vertuscht wird: http://www.bfed.dk/so-zensiert-der-juedische-imperialismus-in-brdisrael-jugendschutz.net-bfed-zdd-zdj.pdf
Der BfeD-Gründer und Vorsitzende Norbert Steinbach, Dipl. Ing. für Nachrichtentechnik aus D-34246 Vellmar bei Kassel, Spohrstraße 9, Tel.: 0561 - 820 20 277 - blumenkriege@gmx.de - in Gedenken an die Opfer des jüdischen Imperialismus,
http://bfed.dk/

Treffpunkte und lose Runden

Es entlastet nicht nur den Kopf, die komplexe Welt zu vereinfachen und schematische Erklärungsmuster als Matrix auf das Geschehen zu drücken. Wenn solches Denken in einer Runde von Menschen kollektiv erfolgt und sich – durch Wiederholung und gegenseitige Bestätigung – noch verstärkt, steigert sich die Wirkung und schafft zusätzlich ein Gefühl der Geborgenheit. Da die Menschen um eine_n herum ähnlich „ticken“, muss es ja richtig sein. Da lohnt sich, an einen Klassiker zu erinnern. Gustave Le Bon verfasste schon 1895 sein Hauptwerk „Psychologie der Massen“. Dort beschrieb er, wie große Menschenmengen wirken, wie sie das Gewissen und skeptische Denken der Einzelnen überdecken. Massen können barbarisches Verhalten gebären, weil vernünftiges Denken und reflektiertes Handeln verlorengehen. Die Nationalsozialisten studierten sein Werk aufmerksam – und auch auf heutige Steuerungen großer Menschenmengen, sei es im Sport, durch Politik oder auch in politischen Bewegungen, ist das Buch vielfach noch treffsicher anwendbar. Es ist ein blanker Zynismus, dass es nun bei Kopp erscheint – einem Verlag, dessen Programm viele manipulative Schriften enthält und der Politik bzw. militärischen Aktivitäten des Dritten Reiches mit wenig Distanz begegnet.
Wer neuere Texte zu Masseneffekten sucht will, kann im Buch „Freie Menschen in freien Vereinbarungen“ (auch unter www.herrschaft.tk) das Kapitel über verschiedene Formen von Menschenmengen lesen oder den (im Gegensatz zu seinem gleichnamigen Buch brillianten!) Vortrag von Michael Schmidt-Salomon anhören.
Der massenpsychologische Effekt tritt bereits in kleinen Gruppen auf, heute stärker als früher. Feste Partei- und Verbandsgrenzen, Clique und neuformierte Familieninseln prägen die Gesellschaft mit erkennbarem Bedürfnis an Abgrenzung vom Äußeren zwecks Bildung eigener Identität. Diese ist regelmäßig nichts anderes als eine starke Vereinfachung vermeintlich gemeinsamer Ansichten, die aber nicht durch Analyse, sondern durch Abtrennung vom Anderen erzeugt werden. Vereinfachung bedeutet auch hier Verblödung. Einheitlich-identitäre Menschenmengen machen dumm.

Wohlfühlen in Herde und Schwarm: Kongresse, Tagungen, Rituale ...
Im Original: Der sog. "Bürgerschutz-Tag" ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aus der Internetseite "www.buergerschutz-tag-de" im Impressum

Schutzgemeinschaft für Wohnungseigentümer und Mieter e.V.
- Hausgeld-Vergleich / Hausverwalter-Check -
Gehrestalstr. 8, 91224 Pommelsbrunn bei Nbg. ... 1. Vorstand: Norbert Deul.
V erantwortlich im Sinne des Pressegesetzes für die Internetseite “www.buergerschutz-tag.de“:
Norbert Deul, Gehrestalstr. 8, 91224 Pommelsbrunn


Auf der Startseite:
Öffentliches Lügen und Betrügen, Unrecht und Abzocke überall? Müssen wir das einfach so hinnehmen?
Deutsche Bürgerinitiativen und Verbraucherschützer klären auf! Aufklärung ohne Geschäftemacherei, Erfahrungsaustausch und Erfolgsmodelle gegen Behördenwillkür und Korruption: Der Bürgerschutz-Tag.
Ein Beispiel von vielen: So heißt es von oben und allen bestens vernetzten „Klimaschützern“: weil eine sogenannte Globaltemperatur explodiert, müssten wir Bürger die angeblich menschgemachte Klimaveränderung mit Billionen € stoppen. Die Grafik zeigt die Fakten: Die globale Durchschnittstemperatur steigt nicht. ...

Vorträge
Teil 1 – Die Folgen der Energiewende und verkraftbare Strompreis
Dr. phys. Jürgen Langeheine, München: „Energiewende De-Industrialisierung Deutschlands?“
Bettina Marowke: „Windkraft – Auswirkungen auf Mensch und Umwelt“
Teil 2 – Sinnvoller und verträglicher Umweltschutz
Dr. Wolfgang Thüne, Dipl.-Metereologe, Oppenheim: „Warum der Klimawandel nicht angehalten werden kann“
Dipl.-Ing. Michael Limburg, Potsdam: „Energiewende und Klimaschutz – passt das zusammen?“
Teil 3 – Preisgünstiges, energiesparendes und gesundes Bauen und Sanieren
Dipl.-Ing. Architekt Konrad Fischer, Hochstadt: „Wie man sich vom Behördenzwang befreit und Altbauten kostengünstig saniert!“
Rechtsanwalt Wolfgang Haegele, Pegnitz: „Möglichkeit zum Schadensersatz gegen unseriöse Energieberater“
Teil 4 – Bezahlbares Wohnung und Mieten
Norbert Deul, Pommelsbrunn: „Werden die Wohnnebenkosten, Immobilienpreise und Mieten unerschwinglich für Normalbürger?“
Teil 5 – Schutz vor der EU-Schuldenspirale, bürokratischen EU-Diktat und Unrecht
Beatrix von Storch, Berlin: „Die Euro-Krise in Zahlen – und was jetzt zu tun ist“
Prof. Dr. jur. Norbert Geng: „Enteignen und entmündigen - in den Klauen von Staat und Politik“
Horst Trieflinger, Frankfurt: „Ist die Bundesrepublik Deutschland noch ein Rechtsstaat?“


Rechts: Aus Stimme&Gegenstimme Nr. 50/2013 (S. 1) ++ größer durch Anklicken
Montags-Friedensdemos

Die Montags-Friedensdemos seit Frühsommer 2014 pauschal als "rechts" oder irgendetwas anderes zu titulieren, wäre genauso Vereinfachung wie das, was dort immer mal wieder verkündet wird. Allerdings geht das nicht von allen aus. Wie die Vielen, die aus idealistischen Motiven - naiv oder hinterfragend - dort hingehen, mit den antiemanzipatorischen Kräften umgehen, ist nicht einfach zu erkennen.

Im Original: Über die und aus den Montags-Friedensdemos ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Links: Ausschnitt aus einer Mail mit Werbung aus der Wissensmanufaktur

Kritik an der Friedenbewegung 2014
Aus: "Neurechte „Friedensbewegung. Im Kampf gegen die Medien-Mafia", in: taz, 16.4.2014
Maßgeblicher Akteur der „Friedensbewegung 2014“ und Anmelder der Berliner Demonstration ist der Eventmanager Lars Mährholz. Der 32-Jährige beschreibt sich selbst als „weder rechts noch links“, womit er genau die halbe Wahrheit sagt. Denn tatsächlich bewegt sich Mährholz, der zuvor politisch noch nicht weiter aufgefallen ist, mit seinen Aussagen im Spektrum der Neuen Rechten und obskurer Verschwörungstheoretiker. So veröffentlichte Mährholz auf seiner Facebook-Seite ein Bild, das die jüdische Familie Rothschild als Monster zeigt.
In einem Interview mit Voice of Russia auf der Demonstration in Berlin erklärt Mährholz, an allen Kriegen der letzten 100 Jahre sei ausschließlich die US-Notenbank Federal Reserve Schuld. Nachgeschoben ist stets der Satz, bei der FED handele es sich um eine Privatbank. In rechten Kreisen ist die Entcodierung dieser Aussage lange bekannt und mündet in der Schlussfolgerung: Das jüdische Finanzkapital ist die Ursache allen Übels in der Welt.
Im neurechten Konglomerat mischt noch ein weiterer Akteur mit, der ebenso unangenehm wie verbreitungsstark ist. Seit ihrem Auftauchen wird die „Friedensbewegung“ über die Facebook-Seite „Anonymous Kollektiv“ beworben. ... Auf der Plattform findet sich auch ein Video mit dem Titel „Nachricht an die deutsche Bevölkerung“, das in Kreisen der vorgeblichen Friedensaktivisten große Verbreitung gefunden hat. Darin wird in völkischem Tonfall die Erhebung des deutschen Volkes gefordert.
Eine Computerstimme hetzt in den schwer erträglichen zehn Minuten einmal durchs rechtsextreme Vokabular. Ausgesprochen wird sich gegen „Masseneinwanderung und Multikultiwahn“, „politische Korrektheit“ und die „sexuelle Umerziehung unserer Kinder“. Schließlich fordert sie die Auflösung der „BRD GmbH“ – eine Vorstellung, die die Bundesrepublik als Firma begreift, die aus den USA gelenkt wird. Fehlen darf auch nicht das Eintreten gegen eine „EU-Diktatur,“ die mit dem Kürzel „EUSSR“ versehen wird. Dass Lars Mährholz sein Facebook-Profil auch für AfD-Werbung nutzt, ist vor diesem Hintergrund nicht verwunderlich.

Aus "Störungsmelder", in: Zeit online, 16.4.2014
In Hamburg nahmen rund 120 Personen an der Mahnwache teil. Beobachtern bot sich ein skurriles Bild. Schon in der Einladung auf der Webseite der Organisatoren war der Satz zu lesen: “Rechts…links…ach leckt mich doch”. So verwundert es nicht, dass der Querfrontler Jürgen Elsässer ursprünglich als Redner eingeladen wurde. Erst nach massiver Kritik wurde sein Auftritt wieder abgesagt.

"Friedensbewegung 2014"
Auf "Gegenfrage"
Links oder rechts zu sein ist out, völlig aus der Mode. Zumindest sollte es so sein. ...
Die Federal Reserve, die sogenannte amerikanische Notenbank, die sich zu 100% in Privatbesitz befindet und der US-Regierung die Kontrolle über das Geldwesen geschickt abluchste, wurde übrigens in weiser Voraussicht nur wenige Monate vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges von steinreichen Bankiers und Industriellen gegründet. Darüber darf sich an dieser Stelle gerne der Kopf zerbrochen werden.


Aus "Montagsdemos: Die Medien schlagen zurück", in: Contra-Magazin am 17.4.2014
Vielleicht wäre es auch an der Zeit, einen Friedensvertrag mit den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs anzustreben ...
  • Text "An die Montagsdemonstrationen" auf Indymedia
  • Text über eine Studie zur politischen Verfasstheit der Montagsmahnwachen von Peter Nowak: "Neue Friedensbewegung oder Querfront?", auf telepolis, 17.6.2014

Ebenso ein Mischmasch sehr unterschiedlicher Motivationen, aber - neben einem hier deutlicher erkennbaren, großen Anteil von Menschen mit rechter Gesinnung - sehr häufig auftretenden, vereinfachten Welterklärungen stellten die Großdemos gegen eine vermeintliche "Islamisierung des Abendlandes" (z.B. PEGIDA in Dresden und anderswo) dar. Der Initiator, Lutz Bachmann, betrieb hauptberuflich eine PR-Agentur. Dort schrieb er selbst von besten Beziehungen z.B. zum Axel-Springer-Konzern (Abruf am 23.12.2014, Screenshot siehe rechts).

Meistens aber eher viele kleine Runden ...

Vereinfachte Welterklärungen finden nicht nur in umfangreichen Netzwerken und unter Regie wichtiger Männer statt, die wie Propheten auftreten und ihre Predigten oder Bücher mitunter für ordentlich Geld unters - dumm gehaltene, zumindest zum Zuhören verdammte - Volk streuen. Sondern sie sind in abgeschwächter Form allgegenwärtig - in der Politik, in Medien, am Stammtisch und ... in politischen Gruppen, die sich für kritisch halten!

Und vor allem: Männer

Alte Männer als Referenten beim Kopp-Kongress 2016
Aus der Werbung für den Kopp-Kongress im Oktober 2016 (Gesamtes als PDF): Nur (alte) Männer

Parteien

AfD (Alternative für Deutschland)

Aus "AfD-Spitzenpolitikerin spricht Klartext", auf: Focus Online am 7.9.2014
Die AfD-Vorsitzende im sächsischen Landtag, Frauke Petry, hält es für bedenklich, wenn auf Kindergeburtstagen vor allem das englische Lied „Happy Birthday“ gesungen wird. Petry sagte in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung: „Wir treten dafür ein, dass die deutsche Sprache gepflegt wird, vor allem auch im deutschen Gebühren-TV.“ ...
Die AfD-Politikerin verteidigte gleichzeitig die umstrittene Forderung ihrer Partei nach der Drei-Kind-Familie: „Wir brauchen mehr Kinder in Deutschland.“
"Natürlich fordern wir die Wiedereinführung von Grenzkontrollen, lassen dabei aber bewusst offen, ob das mobil oder stationär geschehen soll, weil wir wissen, dass wir ein Problem mit dem europäischen Schengen-Abkommen über offene Grenzen bekommen können", so Petry.


Auf RP Online am 25.2.2016
Die AfD fischt mit markigen Sprüchen weiter am rechten Rand. AfD-Vize Alexander Gauland sorgt dabei am Mittwoch mit einem fragwürdigen Vergleich für Protest. Eine Forderung zur Schließung der deutschen Grenze für Flüchtlinge untermauerte er mit dem Satz: "Einen Wasserrohrbruch dichten Sie auch ab." Der Wochenzeitung "Die Zeit" sagte er: "Wir müssen die Grenzen dichtmachen und dann die grausamen Bilder aushalten. Wir können uns nicht von Kinderaugen erpressen lassen."

Der Großteil der AfD-Wähler ist laut der Studie zwar in der unteren Mittelschicht zu finden, bei den Berufsgruppen sind Arbeiter überrepräsentiert. Allerdings sind es keinesfalls ausschließlich die „sozial Abgehängten“, die die AfD wählen. Auch Menschen mit besonders hohen Nettoeinkommen weisen – im Vergleich zur oberen Mittelschicht – eine erhöhte Wahrscheinlichkeit auf, AfD zu wählen oder es zumindest in Betracht zu ziehen. (Quelle: Studie zu den Wählern der AfD: Prekär Beschäftige und Reihe wählen AfD)

Beatrix von Storch: Schießbefehl gegen Flüchtlinge
Schusswaffen gegen Flüchtlinge forderte erst Bundesvorsitzende Frauke Petry, dann Beatrix von Storch (explizit gegen Frauen und Kinder): Bericht in "Die Welt", am 31.1.2016

Im Original: Zitate von (Ex-)AfD-Führungspersonen ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Pro Atomenergie
Hans-Olaf Henkel über erneuerbare und Kernenergie laut einer Presseinfo des Deutschen Atomforums vom 3.3.1998 (Henkel war damals BDI-Präsident, von März 2014 bis April 2015 stellvertretender Sprecher sowie Mitglied im Bundesvorstand der AfD, für diese im Europaparlament, 2015 aus der Partei aus- und in die neue Partei ALFA eingetreten)
Ich sehe beide als Partner, die meinsam in der Lage sind, einen Teil des Energiededarfs der Menschheit ohne Kohlendioxid-Emissionen zu decken. ... Für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung brauchen wir deshalb die Kernenergie. ... Nur wenn wir in der Kernenergie bleiben und sie weiterentwickeln, haben wie eine Chance, unsere Sicherheitsstandards auch international zur Geltung zu bringen.
Deutsche Mitte

Eher eine Ein-Mann-Veranstaltung namens Christoph Hörstel mit einer eher zusammenhanglosen Mischung aus Verschwörungsideologien, Demokratie-Rettungsgeschrei und Einzelforderungen entlang aktueller Nachrichten.

Gegen alles und jede_n schimpfen, dass können die alten Männer wie Christoph Hörstel. Mit Kritik umgehen aber weniger. Als Jörg Bergstedt einen kritischen Film über den Ex-Anti-Atom-Aktivisten und jetzt in Rechtsradikalität, Verschwörungsglauben und Judenhetze abgerutschen Holger Strohm veröffentlichte, sprang ihm Hörstel zu Seite. Statt Argumenten hatte er aber nur die Behauptung parat, der Filmemacher sei ein "zumindest zeitweiliger Verfassungsschutzagent". Eine Quelle nennt er nicht - woher auch? Mit Dreck werfen ist immer noch die beste Strategie für die, die weder Belege noch Argumente zu bieten haben ...

Resonanzfläche: Wer lässt sich fangen?

Gutgläubig-Empörte

Die vereinfachten Welterklärungen finden sich tausendfach bei den empörten Leuten, die aus einer Starre erwachen und die Welt in einem üblen Zustand vorfinden. Angesichts von Hunger, Krieg, Ausbeutung, Lügen & Co. sind sie schockiert. Aber sie bringen die Energie nicht auf, die Verhältnisse zu analysieren, sondern suchen einfache Erklärungsmuster. Das Ergebnis: An vielen, vielen Orten finden die platten Theorien der vereinfachten Welterklärer_innen ihre Resonanzfläche. Wer gegen Gentechnik ist, verteufelt gleich mal Monsanto für alles und packt schnell mal all die anderen vermeintlichen Schweinereien aufs Flugblatt. Oder in den Internetblog. Wer twittert, muss die Welt ja ohnehin mit wenigen Zeichen erklären - da sind anspruchsvolle Theorien ohnehin nicht gefragt.


Beispiel einer solchen Empörten-Demo (hier: 1.4.2014 in Attendorn) - eben mal alles mit reingepackt

Links und Materialien

Büchlein "Den Kopf entlasten?"

Ein kleines Büchlein über "Verschwörungstheorien" und vereinfachte Welterklärungen: Woher kommen sie? Was bewirken sie? Und was ist von ihnen zu halten? 72 S., quadratisch.

Weitere Materialien zu politischer Analyse

Kritische Analysen aus dem SeitenHieb-Verlag - bestellbar über den Buchhandel oder auf www.aktionsversand.tk:

Rezensionen

Gary Allen
Die Insider (Band 1 und 2)
(2001 und 2002, VAP in Wiesbaden, je 250 S. und 14,90 €)
Beide Bände sind Übersetzungen von Büchern aus dem Amerikanischen, wo die Originale nach Angaben des Verlag hohe Auflagen erreichten. Die Themen sind einfach gestrickt: Der Autor untersucht die (sicherlich vorhandenen) Verstrickungen zwischen den Sphären der Macht, ortet dann bestimmte Kreise als zentral und steuernd und unterstellt dann den dort agierenden, recht wenigen Personen den Anspruch, eine Weltführung übernehmen zu wollen. Die Familie Rockefeller mit dem engsten Umfeld steht dafür im Verdacht. Was Allen übersieht: Der Drang nach Machtsphären und die Ausweitung von Absatzmärkten sind nicht individuelle Weltherrschaftsphantasien einiger Weniger, sondern Gesetzmäßigkeiten in einer herrschafts- und profitorientierten Welt. Dass dabei einige skrupelloser vorgehen als andere, ist auch keine Verschwörung, sondern folgt den Logiken des Systems. Insofern ist das, was in den Büchern zu finden ist, wenig überraschend.

Jonathan May
Die Macht I: Geheimgesellschaften
(2002, Michaels Verlag in Peiting, 265 S., 23,90 €)
Bücher zu Verschwörungstheorien bieten meist zweierlei: Details bedrückender Vorgänge, die in der Tat allen denen, die daran glauben, dass herrschende Eliten das Gute wollen, es aber nicht immer hinkriegen, zu Denken geben könnten. Und dann eine Sicht, die vom Detail auf das Ganze ableitet, ohne diesen Schritt zu überprüfen, ob er überhaupt passt. So wird die CIA oder gleich ganz Amerika zum Ausgangspunkt böser Intrigen. Das es dort von konkurrierenden Machtströmungen nur so wimmelt (wie andernorts auch), fällt unter den Tisch. Verschwörungstheorien konstruieren einheitliche Elitesphären und unterstellen deshalb exakte Steuerbarkeit des Weltgeschehens. Je vereinfachter der Blick auf alles ist, desto weniger fällt auf, dass das nicht sein kann. Eher zufällig könnten Details mancher Kapitel Menschen interessieren, die sich für die RAF interessieren, denn ein Fallbeispiel ist der Tod von Ulrike Meinhof.

Nick Begich
Bewusstseins- und Gedankenkontrolle
(2007, Michaels Verlag in Peiting, 219 S.)
Seite für Seite werden Forschungsarbeiten geschildert, die dem Ziel der Steuerung von Denken und Gedanken dienen. Dem Ganzen haftet immer ein Schleier des Geheimnisvollen an - aber da liegt auch das Problem des Buches. Dass es eine Vielzahl solcher Forschungen gibt, ist überzeugend dargestellt. Dass es aber auch deshalb geheim gehalten wird, weil da ein offenbar einheitlich denkendes Gesamt-Etwas steuern will, das ist spekuliert. Angesichts der vielen konkurrierenden Strömungen selbst in Organisationen wie der CIA ist gesellschaftliche Macht nicht zentralisiert, sondern ein Geflecht elitärer Seilschaften. Das macht die konkreten Vorgänge nicht besser - aber sie sind nicht aus einer einheitlichen Personengruppe oder durch einheitlichen Willen gesteuert.

Geheimbünde
(2008, Compact-Verlag in München, 128 S., 4,95 €)
Ein kleines kompaktes Büchlein über Freimaurer, Skull&Bones und Druiden, Mafia, Schamanen und viele andere, die angeblich Geheimwissen horten, verdeckte Verbindungen unterhalten und sich so Vorteile zu verschaffen wissen. Nach kurzer Einleitung werden Geheimbünde aus allen Teilen der Erde vorgestellt.

Jo E. Schnorrenberg (Hrsg.)
Spiritualität
(1999, VAS in Frankfurt, 148 S., 16,50 Euro)
Ein überraschendes Buch, denn aus dem sanft kritisch bis links bürgerlichen VAS-Verlag wäre eher ein kritischer Blick auf die sich verstärkende Neigung zu Spiritualität und vernunftsverneinenden Orientierungen in einer unübersichtlichen Leistungsgesellschaft zu erwarten gewesen. Das Buch aber ist eher ein flammendes Plädoyer, spirituelle Praxis zum Grundschema in vielen Bereichen der Gesellschaft zu machen. "Wunschlosigkeit" (S. 98) wird ebenso gepredigt wie "Einheit mit dem Göttlichen" (S. 121). Das endet in 10 Geboten für "tiefe Demokratie" (S. 142) und den Vorschlag, für die "vornehmsten Werte" (S. 144) zu kämpfen.

Jeane Manning
Freie Energie
(2004, Omega/Silberschnur in Aachen, 313 S.)
Veröffentlicht zunächst in den USA und dann übersetzt auch ins Deutsche versucht die Autorin, die LeserInnen davon zu überzeugend, dass es eine bisher aus Unwissenheit und, davon ist die Autorin überzeugt, aus bösem Willen vernachlässigte Energie gibt, die mit ganz einfachen Apparaturen einzufangen und nutzbar zu machen ist - oder die mit genialen Konstruktionen umgewandelt werden kann, deren Patente aber nicht anerkannt wurde oder deren Produktion sabotiert würde. Die Fülle an Beispielen ist kaum überprüfbar. Allerdings stellen sich etliche Fragen: Warum spielen all diese Erfindungen in den Diskussionen von Open Source keine Rolle, wo Technologien ohne Profitansprüche entstehen sollen? Warum die Hemmungen, die Ideen dort vorzustellen? Was sollen die vielen Verweise, die Erfinder fühlten sich von Gott gelenkt oder bekämen ihre Ideen im Traum? Seltsam auch, wie unterschiedliche Geräte und Konstruktionen mit esoterischen Botschaften für den Beweis für ein und dasselbe zusammengedacht werden (z.B. wird Wilhelm Reichs Orgon-Automat zum Zeugnis der Nutzbarkeit freier Energie).

D.H. Childress
Handbuch der Freien Energie
(2003, Michaels Verlag in Peiting, 438 S., 39,90 E€)
Kapitel für Kapitel werden Beispiele gebracht von den wundersamen Logiken des Magnetismus und von etlichen Maschinen, die mehr Energie abgeben sollen als hineingesteckt wird. TechnikerInnen mögen die Schaltpläne und Bauzeichnungen auch nachvollziehen können, alle anderen dürfte aber schon der Text irritieren: Mehrfach ist von unabhängigen Überprüfungen die Rede, deren Ergebnisse leider nicht richtig auswertbar waren, weil irgendwas schief ging. Aber im Prinzip hätte sich gezeigt, dass ... So richtig seriös wirkt das nicht. Und so gilt auch hier, dass es interessant wäre, in der Szene offener Debatten zwischen TechnikerInnen die Experimente einmal einzubringen. Es überzeugt wenig, dass alles den Mantel des Geheimnisvollen übergestülpt bekommt - geheime Kräfte, die nicht recht in Worte zu fassen sind und auch nicht recht funktionieren, wenn es drauf an kommt ...

Winfried Krakau
Vernunft contra Glaube
(2007, Novum Verlag in Neckenmarkt, 113 S.)
Ein flammendes Plädoyer für eine Überwindung monotheistischer Moralreligionen hin zu kosmischen Wertereligionen. Der Autor stuft die großen Offenbarungsreligionen Islam, Juden- und Christentum als Zwischenstadien ein, die geschichtlich rückständig sind. Seine Vorbilder sind die Bilder einer universellen Weisheit, die von namhaften Philosophen ebenso vertreten werden wie ansatzweise in esoterischen Orientierungen oder asiatischen Religionen. Warum externe Quellen höherer Werte notwendig sein sollen, erklärt der Autor nicht.

Stefan Braun
Das Staat-Religionen- Verhältnis in seiner historischen Entwicklung
2005, Wissenschaftlicher Verlag Berlin, 129 S., 16 €)
Ein Geschichtsbuch der Beziehung zwischen Kirche und Staat, Religion und Politik in Deutschland und der Geschichte, die von zentraler Bedeutung für die heutige Situation in diesem Land ist. Es beginnt mit der Etablierung des Christentums im Römischen Reich und endet in der Verfassungswirklichkeit der BRD. Etliche Quellen bis hin zu aktuellen Urteilen belegen die Aussagen. Eigentlich hätte der Titel aber statt Staat auch Deutschland und statt Religion passender Christentum lauten müssen - dafür dann bietet das Buch sachkundige Information.

Reinhard Starkl
Naturwissenschaft & Glaubenslehren
(2000, VAP-Verlag in Preußisch Oldendorf, 334 S.)
Achtung, konzentrieren: Hier wird das Denkvermögen nicht geschont. In präzisen Abhandlungen werden die großen Religionen dieser Welt und etliche bekannte Wissenschaftstheorien vorgestellt. Die Texte gehen dabei vielfach so in die Tiefe, dass mehr vermittelt wird als nur ein einfacher Überblick. Dann geht es ans Vergleichen, zunächst der Religionen untereinander (wobei noch ein besonderer Schwerpunkt auf die Entwicklung der christlichen Theorien gelegt wird), dann mit den Wissenschaften und ihren Welttheorien. Logisches Denken wird stark beansprucht. Die Vergleiche beschränken sich einerseits auf konkrete Fragestellungen wie das Leben nach dem Tod, andererseits versucht der Autor, Ansätze für eine Fusion zu einem alles einschließenden Weltbild zu finden. Die Frage kommt bei Lektüre des mathematischen, mit Formeln als Weltbeschreibung arbeitenden Textes auf, ob nicht spätestens hier der Autor selbst Gefahr läuft, sich als Religionsstifter zu betätigen. Denn Religion ist wie dogmatische Wissenschaft ja gerade dadurch gekennzeichnet, geschlossene Erklärungsansätze für die Welt zu bieten und Komplexität durch Berufung auf eine Einheitlichkeit zu reduzieren. jb

Wörterbuch Religion
(2008, Compact-Verlag in München, 288 S.)
Rund 1000 Stichworte werden beschrieben - nicht nur religiöser Fachbegriffe, sondern auch Allerweltsworte, die hinsichtlich ihrer Bedeutung in Religionen ausgelegt werden. Die thematische Breite reicht weit über die klassischen großen Religionen hinaus, z.B. in esoterische Themen. Die Stichworte sind sehr kurz beschrieben und beschränken sich weitgehend auf das Alltagswissen. Kritische Verweise fehlen fast vollständig.

Etliche Texte und Zitate sind mit, andere ohne Namen - das liegt zum einen daran, wie wir die Texte bekommen haben, zum anderen können die, deren Texte hier abgedruckt sind, auch selbst bestimmen ... Mail mit Begründung genügt und der Name wird, wenn das Argument überzeugt, gestrichen bzw. hinzugefügt. Das gilt nicht für Texte, wo gerade gezeigt werden soll, wer anti-emanzipatorisch argumentiert und daher der Name relevant bzw. ohnehin öffentlich ist.