Antirepression und Repressionsschutz

Beiträge aus den Debatten der Hoppetosse-Mailingliste
Zum Antirepressionspunkt des Organisierung-von-unten-Papieres
Siehe auch: Anti-Knast-Seite +++ Antirepression

Ausgangspunkt 1: Repressionsschutz/Antirepression nach NATO-Aktionen in München

München: Erste Anhörungschreiben in Bussgeldverfahren

WICHTIG***WICHTIG***WICHTIG

Proteste gegen die Nato-Sicherheitskonferenz in München
Erste Polizeianschreiben wegen Bussgeldverfahren
Wie uns am gestrigen Donnerstag mitgeteilt wurde, erhalten die ersten Betroffenen der Polizeiaktionen am Wochenende vom 1./2. Februar nun Schreiben des Staatsschutzdezernates beim Polizeipräsidium München (politische Polizei), in denen sie sich zum Vorwurf eines Vergehens nach dem Versammlungsgesetz (Ordnungswidrigkeit) äussern sollen.
Dies widerspricht allen bisherigen Aussagen der Stadt und der Polizei, wonach bisher noch keinerlei Bußgeldverfahren in Aussicht seien.  Wir raten allen Betroffenen dringendst, sich in diesem Schreiben auf gar keinen Fall zur Sache zu äussern. Man ist nur verpflichtet, die geforderten Angaben zur Person (Name, Geburtsdatum  und -ort, Familienstand, allgemeine Berufsbezeichnung, Wohnort und Staatsangehörigkeit anzugeben.
Desweiteren ist es wichtig, weiterhin Öffentlichkeit zu schaffen, damit nicht unbeachtet jetzt die Bußgeldverfahren durchgezogen werden können.
Wir rufen alle, die auch solche Briefe bekommen haben, auf sich bei uns zu melden, damit wir einen Überblick haben und ein koordiniertes gemeinsames Vorgehen möglich ist.
Solidarität ist eine Waffe, gemeinsam sind wir stark!

Rote Hilfe e.V.
Ortsgruppe München
- Ermittlungsausschuss -
Rote Hilfe e.V. - Ortsgruppe München
Schwanthalerstr. 139, 80339 München
muenchen@rote-hilfe.de
Rechtshilfe jeden Mittwoch von 18-19 Uhr im Infoladen München, Breisacherstr. 12, 81667 München, Tel. 089-448 96 38
Spendenkonto: Nr. 220 16-803 Postbank München BLZ 700 100 80

WICHTIGE ERGAENZUNG: Was die Rote Hilfe hier schreibt, ist wichtig und richtig. Wer allerdings auf kreative Antirepressionsarbeit setzen moechte, sollte anders vorgehen. Unter kreativer Antirepressionsarbeit meinen wir (Leute aus dem Hoppetosse Zusammenhang) in Kuerze gesagt, frech und offensiv mit Repression umzugehen. Was mensch konkret macht, ist situationsbedingt. In diesem Falle koennte es nuetzlihc sein, auf die Anhoerung zu antworten, indem mensch schreibt, dass mensch zur Sache nichts schreibt, aber nur mal mitteilen wolle, dass mensch sich schon auf einen lustigen Schauprozess freuen werde, indem mensch dieser Praxis, dass Gefangene fuer ihre Gefangennahme (eine Dienstleistung, die Polizei auf „Kundenfang“?!) bezahlen muessen, ein fuer alle mal beenden werde. Das KANN zur Einstellung fuehren, aber auch zu einem Prozess (waehrend nicht antworten eher nicht zum Prozess fuehrt). Solche Aktionen sollte mensch allerdings mit anderen absprechen, damit mensch dann beim eventuellen Prozess nicht alleine dasteht, bzw nicht der/die/das einzige ist, derdiedas so eine Antwort schreibt.
Wer sich genauer informieren oder absprechen moechte, kann einerseitz  mit mir in Kontakt treten, andererseits empfehle ich aber eine koordination in der Hoppetosse-Netzwerk fuer kreativen Widerstand-Mailingliste. Eintragen unter www.projektwerkstatt.de/hoppetosse. Ich faende es gut, wenn einige Menschen sich fuer eine
solche Vorgehensweise entscheiden wuerden.
Liebe, bunte Gruesse, Tereza

> WICHTIGE ERGAENZUNG: Was die Rote Hilfe hier schreibt, ist wichtig und
> richtig. Wer allerdings auf kreative Antirepressionsarbeit setzen
> moechte, sollte anders vorgehen.
hmmm..das hört sich jetzt aber schon danach an, als gäbe es nur zwei Möglichkeiten: entweder Rote Hilfe ODER kreative Antirepression, so als wären das Konkurrenzveranstaltungen.

> Wer sich genauer informieren oder absprechen moechte, kann einerseitz
> mit mir in Kontakt treten, andererseits empfehle ich aber eine
> koordination in der Hoppetosse-Netzwerk fuer kreativen Widerstand-
> Mailingliste. Eintragen unter www.projektwerkstatt.de/hoppetosse. Ich faende es gut, wenn
> einige Menschen sich fuer eine solche Vorgehensweise entscheiden
> wuerden.
An der Stelle möchte ich auch noch mal betonen, dass ich ein umsichtiges Vorgehen strategisch und auch sonst für sehr wichtig halte, damit nicht ein "präzedenzfall" entsteht, wo RH gegen kreative Repression steht..das hätte sicher auch Auswirkungen auf die in der Linken nicht ganz unwichtige Bundesebene der Roten Hilfe - oder täusche ich mich?
also es superwichtig ist, die rote hilfe zu informieren und evtl. Vorgänge direkt transparent zu machen. das klärende Gespräch wäre auch da die sinnigste Lösung! Ansonsten ist die Kluft nacher nicht mehr so einfach zu überbrücken... die RH denkt sich, die hoppetrottel machen sowiesi ihr eigenes ding... was hohl wäre, weil ich ja nicht gegen die RH arbeiten will.
gruss, espi

Ausgangspunkt 2: Kritik am Antirepressionsabschnitt im Organisierung-von-unten-Text durch Contraste

Folgender Text erschien in der Contraste März 2002 in Abstimmung mit einigen Mitschreiberlingen an dem Org-v-u-Text:
... Kürzungen, aber keine Zensur...
Die in diesem Abschnitt mit „...“ vorgenommenen Kürzungen erfolgten auf Beschluss unseres Redaktionsplenums Anfang März in Köln. Es handelt sich einfach mal um Strittiges, wozu auch bei uns die Meinungen auseinandergingen.  Die einen fanden es „nur“ schädlich für eine gute politische Diskussion, die anderen auch schädlich für die politische Praxis. Einig waren wir uns darin, dass das nicht so in der Zeitung stehen soll und dass wir den AutorInnen Gelegenheit geben wollen, ihren Standpunkt besser darzulegen. Einig sind wir uns fernerhin, in einer der kommenden Ausgaben eine Debattenseite zum Thema zu veröffentlichen, auf der sowohl die hier dargelegte als auch andere Meinungen sich aufeinander beziehen können. Dieses Vorgehen fand auch im Nachhinnein die Zustimmung von zumindest einer der AutorInnen.

Reaktionen und Debatte auf der Hoppetosse-Mailingliste

Ich denke auch, dass die Anfangs notwendige Provokation (z.B. in der München-Carneval-Vorbereitung + Offenen Brief der RH) gut war, um die Debatte um Umgang mit Repression in Gang zu setzen. Aber es ist wichtig, daraus keinen neuen Kampfgraben für unsere Grabenkampf Linke werden zu lassen. Schliesslich werden wir denke ich gerade bei kreativen Aktionen mehr „Spass“ mit BullInnen haben, und da manches mal die RH ganz gut brauchen können.
Ich muss ehrlich sagen, ich halte (meine persönliche Einschätzung) es für gefährlich unvorbereitet auf eine Vorladung von politischer(!) Polizei zu laufen. Und mir fällt grad nix ein, was ich dort machen könnte. Die „Prozessfreude“ wird die glaube ich nicht unbedingt beeindrucken. Anders siehts aus mit BePos, den Bullen in Gewahrsam. Aber schon die KriPo-Typen fande ich ne Nummer zu geschult. Wobei, denen ein Gespräch aufs Auge zu drücken (über Inhalte die ich bestimme, also genau nicht Aktionen sondern Sport/Musik/...) verhindert diese „lieber Onkel“-Masche, wo das Gespräch ganz locker so läuft: „Warum ham se des den gemacht?“.
Kreative Aktionen gegen Repression finde ich, sind auch mehr als nur Reaktionen auf Repression, sondern durchaus auch selbstbestimmtes eingehen von Risiken bzw. halt Aktionen.
Ich habe durchaus das Bedürfnis, z.B. Ostern das Thema erneut anzugehen.

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