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Attac-Buch

Strukturen im Umfeld von Attac

Abschnitte dieser Seite: Mitgliedsgruppen ++ Gewerkschaften ++ Parteien ++ Filz ++ Ausgrenzung ++ Links

Mitgliedsgruppen bei Attac

CBG-Werbung für AttacEtliche Organisationen sind Unterstützer und Helfershelfer von Attac bzw. Attac-Kadern, darunter auch viele ehemals antikapitalistische Gruppen. Dazu gehören etliche marxistische Gruppen oder die Coordination gegen Bayer-Gefahren, die für Attac wirbt und in ihrem Versandkatalog das peinliche Attac-Buch mit den offensiven Aufrufen, mehr Promis in die Bewegung zu holen und Militante rauszuwerfen, bewirbt (siehe rechts).

Aus einem Bericht über das ESF in Florenz in: Stichwort Bayer 4/2002 der CBG (vor der "Attacisierung" eine eher radikale, marxistisch orientierte Gruppe)
Florenz 2002 ist ein Beginn, weit, weit entfernt vom Ziel. Ein schwieriger und komplizierter Weg liegt vor der Antiglobalisierungsbewegung. Alles ist noch offen, nichts ist entschieden. Viele Kräfte, insbesondere die reformistischen, versuchen Schlüsselstellungen innerhalb der Bewegung zu erobern. ...
Die Formel von der "anderen Welt, die möglich ist" muss glaubwürdig und überzeugend mit Leben gefüllt werden; untauglich aufgrund Selbstdiskreditierung sind unkritische Neuaufgüsse des "realen Sozialismus" und auch das "chinesische Modell".
Die organisatorische Durchschlagskraft der Bewegung muss entwickelt werden durch Strukturen, die integrierend wirken bei gleichzeitiger Benennung klarer Ziele und Schritte.
Widerstand gegen die Diktatur der Konzerne!

Linksruck über Attac und umgekehrt

Inzwischen hat Linksruck auf die Linkspartei umgesattelt und sich in diese hinein aufgelöst (dort als Strömung Marx21).

Aus einem Interview der Jungen Welt vom 12.2.2002, S. 2, mit Sven Giegold, attac-Koordinierungskreis
Linksruck ist viel zu klein, um ATTAC unterwandern zu können. Diese Organisation ist nur in wenigen Städten, in denen wir Gruppen haben, selbst präsent. Wir begrüßen die Mitarbeit von Linksruck bei ATTAC.

Im Original: Wie ATTAC aufbauen? ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Von Christine Buchholz (Plattform für Arbeiterpolitik)
... Der Spiegel beschreibt passend:
Im Willy-Brandt-Haus macht sich die Sorge breit, dass sich heute wieder viele Wähler und Mitglieder durch den Krieg polarisiert an ihr linkes Herz erinnern und die Neue Mitte verlassen. Egal ob die sich dann PDS nennen oder ‚Attac’, oder unter der Führung Lafontaines den innerparteilichen Putsch versuchen: Auf die SPD kommen turbulente Zeiten zu, ausgerechnet in einer Phase in der sich ihr Vorsitzender immer weiter von der Basis entfernt."...
Nach dem thesenartigen Selbstverständnispapier von attac ist attac irgendwo in der Mitte zu verorten. Den Streit über den Charakter von attac können wir nicht von aussen führen, sondern aus der Position von aktiven AufbauerInnen von attac. ...
Anfang Juli haben wir beschlossen, auf den Aufbau von attac zu orientieren als den Ort, an dem sich AntikapitalistInnen und von Rot-Grün Enttäuschte treffen. Seitdem sind wir in fast allen Städten, wo Linksruck präsent ist, Teil von attac. Wir haben bei attac den Impuls zur Gründung von Unigruppen gegeben, mit Riesenerfolg: Attac wird zum Attraktionspol an den Unis, Gründungsveranstaltungen mit 40-70 Leuten waren keine Seltenheit.
Nach dem 11. September haben wir darauf orientiert attac-Ags gegen den Krieg zu gründen. Viele der Gruppen und Unigruppen, die sich seitdem gegründet haben, sehen die Antikriegsbewegung als ihr vordringlichstes Handlungsfeld an.
Problematisch an unserer Arbeit bei attac ist, das wir keinen politischen Plan davon haben, wohin wir mit attac wollen. Wir arbeiten vielerorts sehr sprunghaft – ziehen Leute aus anderen AGen ab um alles in die Antikriegs-AG zu stecken, verhindern es so, dass wir ein kontinuierliches Umfeld aufbauen und machen uns natürlich auch leicht angreifbar für die These, wir hätten ein rein instrumentelles Verhältnis zu attac.
So bleiben wir außerdem schnell dabei stehen, nur die besten Aktivisten zu sein und nicht in der Aktivität durch politische Analysen und Vorstöße zu punkten.
Wir haben es noch nicht geschafft, einen substantiellen Teil der Mitgliedschaft für eine Mitgliedschaft bei attac zu gewinnen und auch noch nicht viele Menschen von ausserhalb für attac gewonnen. ...
Attac aufzubauen heißt:
1) Mitglieder für attac zu gewinnen und ein kontinuierliches Verhältnis zu den attacies in der eigenen Regionalgruppe aufzubauen.
2) Attac-Themen, die die zentralen Themen der antikapitalistischen Bewegung sind (Finanzmärkte, Privatisierungen, WTO, Krieg) abdecken und dafür auch in der Ortsgruppe Kapazitäten zur Verfügung stellen. ...

Das Verhältnis attac-Linksruck
Linksruck ist die Organisation, die das Potential hat, die Linke in attac aufzubauen und stark zu machen.
Wir stellen keine Vorbedingungen an die anderen attacies, sondern konzentrieren uns auf die Frage, wie wir den Kampf um Reformen am effektivsten gestalten können. Über diese Auseinandersetzungen sammeln wir mittel- und langfristig Menschen, die wir in Debatten und Praxis von der Richtigkeit revolutionärer Politik überzeugen können.
Linksruck ist wichtig, weil wir diesen linken Pol organisiert aufbauen können und Zeitungen und Broschüren die Auseinandersetzung schärfen können. Ein konstantes und politisches Verhältnis ist entscheidend, wir veranstalten keinen "Beutefeldzug", sondern gewinnen Leute für die Organisation, um die Linke in attac zu stärken.

Weiterer Text aus Linkruck Stuttgart
Wachstum für Stuttgart
Ein starkes ATTAC bedeutet eine starke Bewegung. Es ist wichtig, daß ATTAC so stark und so aktiv, wie möglich ist. ...
Wir erreichen keine Debatte über die Richtung von ATTAC, wenn wir nicht dabei sein. In Stuttgart hören die Leute uns zu, weil wir in der Praxis gezeigt haben, daß wir ehrlich sind. Linksruck’ler haben am 13.10 viel mehr ATTAC - Zeitungen verteilt als andere ATTAC’ler.


Weiterer Text der Fraktion Seattle Bolschewik
ATTAC als Heimat der Antikriegsbewegung
Wir wollen nicht in ATTAC, um irgendwelche LinksreformistInnen für abstrakte revolutionären Marxismus zu gewinnen. Wir wollen in ATTAC, weil wir die Antikriegsbewegung aufbauen wollen. Die meisten wichtigen Leute, mit denen wir die Antikriegsbewegung aufbauen wollen, orientieren sich von sich aus auf ATTAC. ...
Wir müssen die radikalen Ideen fördern, die ‚radikalen Kids’ in ATTAC holen, um mehr Aktivismus in ATTAC gegen Krieg auf der Straße zu forcieren, entgegen der Lahmen-Experten-Lobyyings. Wir müssen aber gegen sektiererische Positionen kämpfen, und die ‚radikalen Kids’ davon überzeugen, das wir die ArbeiterInnenklasse brauchen und uns intensiv und permanent mit ihre Ideen, den Reformismus und seine Parteien beschäftigen müssen. Dieses Come-Together von Radikalen AktivistInnen und LinksreformistInnen entwickelt den Sprengkraft, die die Bewegung braucht. Wir müssen es praktisch im ATTAC organisieren.
Pro Logo!

Aus einer Mail auf der Hoppetosse-Mailingliste.
Es gab da mal eine LR-Delegiertenkonferenz in Frankfurt, die so unsaeglich war, dass einige, darunter ich, dann austraten. Das war anfang Juni. Da gab es eine Diskussion zur Arbeit in und mit Attac. Da mich das Thema nervte, habe ich nicht daran teilgenommen, ich wuensche jetzt, ich haette es, DENN:
Der Referent sagte etwa folgendes, wie mir neulich erzaehlt wurde:
„...und Attac! [erhebt die Stimme und reckt die Faust in die Luft], das klingt ja schon so kaempferisch und ansprechend, dagegen Hoppetosse [senkt die Stimme zu einem leierenden Ton und macht eine abschaetzige Handbewegung], das interessiert doch keinen. [dann gleich noch mal mit den selben Gestik und Intonationselementen:] Attac! - Hoppetosse.“

Hinweis: Hoppetosse ist ein Name, der von niemand benutzt werden kann, für den niemand spricht, sondern ausschließlich ein kreativer Titel für ein Diskussionsforum zu politischen Zielen und Aktionsstrategien ist - die meisten dort streiten für politische Ziele und heben die Faust nicht für Verbände ...

Gewerkschaften

Aus dem Vorwort "Wendephantasien in der Widerstandszone", iz3w Juli/August 2002 (S. 3)
Attac ... hat die Widerstandszone längst überwunden und mischt nun in der großen Politik mit. Die Presse berichete vom Attac-Ratschlag Mitte Mai, als sei er ein SPD-Parteitag oder eine DGB-Konferenz. ...
Aber nicht nur bei Attac wachsen die Charts in den Himmel. Auch im iz3w brummt der Laden. Der Umsatz aus den verkauften Heften steigt ... BUKO, deren 25. Kongress vor ein paar Wochen ebenfalls einen Zuwachs verzeichnete, von dem die Börsenheinis in diesen Tagen nur träumen können.

Suche nach Nähe zu Gewerkschaften
Ko-Kreis-Statement zum Streit um das DGB-Venro-Attac-Papier:
Hintergrund all dessen ist die Einschätzung,dass die Gewerkschaften trotz aller berechtigter Kritik an ihrer Politik,noch immer ein große emanzipatorische Kraft sind.Ohne die Gewerkschaften wird es auf absehbare Zeit nicht möglich sein, n diesem Lande nennenswerte Veränderungen herbeizuführen.

Zu DGB-Papier und der Zustimmung des Ko-Kreises
Auch im Ko-Kreis-internen Abstimmungsprozess wurde in unterschiedlicher Intensität von allen darauf hingewiesen,dass sie dem Papier nicht so sehr aus inhaltlichen,sondern vielmehr bündnispolitischen Motiven zustimmen.

Aus Peter Wahl, "Zwischenzeiten" in: Sozialismus 4/2005 (S. 5)
Ungeachtet dessen existiert in den Gewerkschaften noch immer das bedeutendste Potenzial für die Bildung emanzipatorischer Gegenmacht.

Parteien: PDS pro Attac, NGOs ...

Aus: Einblick 12/01, Seite 7 - Zeitschrift der PDS-Bundestagsfraktion
Zum Zwischenbericht der Enquetekommission Globalisierung:
... Empfehlungen, die in der kritischen Debatte und in sozialen Bewegungen entstanden sind, finden sich nur im PDS-Minderheitenvotum. Das betrifft zum Beispiel die Einführung der Tobin-Steuer. Auch Vorschläge zur verbesserten Wirtschafts- und Währungskooperation sowie zur Schließung von Steueroasen (Offshore-Zentren) und zur Einbindung des Finanzsektors in eine Strategie von nachhaltiger Entwicklung fehlen. ...
Im Zusammenhang mit der Finanzierung terroristischer Maßnahmen über Offshore-Zentren (Steueroasen) haben die G7-Finanzminister über Maßnahmen gegen die Geldwäsche diskutiert.

Im Original: PDS-Rede im Bundestag ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Frau Präsidentin, Herr Präsident, Kolleginnen und Kollegen,
Alle erklären seit dem 11. September, langfristig sei eine soziale und demokratische Dimension der Weltwirtschaft nötig, um dem Terrorismus den Nährboden zu entziehen. Doch zur langfristigen Perspektive gehören kurzfristig Schritte, die einen Kurswechsel in Richtung einer sozialen, ökologischen und demokratischen Nachhaltigkeit der Globalisierung einleiten. Die aber fehlen weitgehend.
Globalisierung ist kein Sachzwang, dem sich Politik beugen muss. Regierungskonferenzen der G8 und internationale Institutionen legen die Leitlinien internationaler Politik fest. Maßnahmen zur Demokratisierung der Entscheidungsfindung, die eine gleichberechtigte Partizipation der Entwicklungsländer ermöglichen, wie auch die Einbeziehung der Parlamente und die viel beschworene Partnerschaft mit NGOs und Gewerkschaften  sind seit langem in der Diskussion. Aber sie fehlten in Genua, sie fehlen auch in der vorgesehenen Abschlusserklärung zur Welthandelsrunde und in Ihrem Antrag.
Den Empfehlungen der Mehrheitsfraktionen im Zwischenbericht stimmen wir zu. Allerdings vernachlässigen Sie Maßnahmen zur demokratischen Kontrolle der Finanzmärkte und ihre Einbindung in eine nachhaltige Entwicklung. In unserem Minderheitenvotum legen wir diese ergänzend vor. Ich will zumindest zu einigen Stellung nehmen:
  • Es geht um die Demokratisierung des Internationalen Währungsfonds. Es kann nicht hingenommen werden, dass die Industrieländer eine der UN unterstellte Organisation dominieren. Statt die Stimmrechte allein nach ökonomischer Stärke zu verleihen schlagen wir vor: Auch die Zahl der von den Entscheidungen betroffenen Menschen und Fortschritte bei der qualitativen Entwicklung mit zu berücksichtigen.
  • Weltweit ist eine der zentralen Forderungen von NGOs wie ATTAC, Gewerkschaften, WissenschaftlerInnen und ParlamentarierInnen die Einführung der Tobin-Steuer.
    Die Europäische Union würde mit einer Einführung im Alleingang einen pionierhaften Beitrag für mehr Gerechtigkeit, hier und heute, leisten. Die Argumente, die auch von der Bundesregierung immer wieder dagegen angeführt werden, sind im Zwischenbericht widerlegt. Insofern empfehle ich Herrn Eichel und insbesondere Staatssekretär Tacke die Lektüre. Allerdings sind die Regierungsfraktionen nicht konsequent: die Einführung fehlt in den Empfehlungen.
  • Die Diskussion nach Genua hat die Tobin Steuer und weitere Maßnahmen zur Regulation der Finanzmärkte auf die Tagesordnung der europäischen Finanzminister gesetzt. Bis zum Dezember will die EU-Kommission einen Bericht dazu vorzulegen.
    Wir fordern Sie auf, in die Erstellung dieses Berichts die Postionen von NGOs wie ATTAC, Gewerkschaften und kritischen Wissenschaftlern einzubeziehen und die Parlamente an der Entscheidungsfindung zu beteiligen. Befassen Sie sich wenigstens ernsthaft mit ihren Argumenten, statt diese weiter zu ignorieren.
  • Dies betrifft auch die Auseinandersetzung um die Offshore - Zentren.  Offshore - Zentren spielen nicht nur eine zentrale Rolle in der Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche. Die OECD hat in ihren Berichten auch auf ihre entscheidende Bedeutung für Steuerflucht und schädlichen Steuerwettbewerb hingewiesen und Maßnahmen vorgeschlagen. Allein den Entwicklungsländern gehen dadurch ca. 50. Mrd. Steuereinnahmen jährlich verloren. Das entspricht in etwa der Summe der Entwicklungshilfe. Ergreifen Sie Schritte, um auch in bezug darauf Maßnahmen vorzulegen.
  • Die soziale Dimension des Welthandels wird im Zwischenbericht, wie auch in ihrem Antrag aufgegriffen. Die völlige Freizügigkeit von Handel und Kapital ermöglicht transnationalen Konzernen und Investoren, die Länder auch in die Konkurrenz um Sozialdumping zu treiben. Die immer wieder beschworene Standortkonkurrenz, die für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit zum Abbau sozialer Leistungen zwinge, die Erosion sozialer Standards  in den Industrieländern, Entwicklungs- und Schwellenländern ist eine der Folgen. Die Zunahme des informellen Sektors ohne Arbeitsschutzgesetze, die Explosion der Sonderwirtschaftszonen, sind deutliche Beweise. Der Sprecher der ärmsten Entwicklungsländer betont angesichts der kommenden WTO Runde ihre tiefe Enttäuschung, dass ihre völlige Marginalisierung im Welthandel in der Abschlusserklärung noch nicht einmal Erwähnung findet.
  • Die EU will dieser Entwicklung, unterstützt von der Enquete-Kommission, mit einem "globalen Forum für soziale Entwicklung" entgegenwirken. Wir begrüßen, dass damit die soziale Dimension in die Diskussion einbezogen wird. Allerdings findet man davon kein Wort in der vorgesehenen WTO-Abschlusserklärung. Und während über Soziales diskutiert werden soll, wird die Liberalisierung des Handels forciert und damit die Erosion sozialer Standards vorangetrieben. Nicht erst seit dem 11. September, aber endgültig seit dem meinen wir:
    In einem "globalen Forum für soziale Entwicklung" müssen die Auswirkungen der Liberalisierungspolitik für die Industrie, Schwellen- und Entwicklungsländer hinsichtlich der sozialen und ökologischen Dimension evaluiert werden. Solange daraus keine Schlussfolgerungen vorliegen, ist die weitere Forcierung der Liberalisierung zu stoppen. In unserem Minderheitenvotum schlagen wir auch hier ergänzend ein umfangreiches Maßnahmepaket vor. Das betrifft Schritte zur Einbeziehung des informellen Sektors in die Internationale Arbeitsorganisation und ein internationales Abkommen gegen die Sonderwirtschaftszonen.
  • Eine soziale Dimension setzt auch eine Entwicklungsperspektive für die ärmsten Länder voraus. Zwar kommt dieser Satz in der Abschlusserklärung, auch in ihrem Antrag heute mehrfach vor. Doch mit ihren konkreten Forderungen hierfür setzen Sie sich nicht auseinander. Auch die ärmsten Länder wollen keine weitere Liberalisierung. Sie treten insbesondere für die Aufnahme einer speziellen Entwicklungsagenda in den Verhandlungen  ein. Wir fordern die Bundesregierung auf, diese Position zu unterstützen.
  • Eine weltweite Allianz für Sicherheit setzt eine weltweite Allianz für eine soziale, ökologischen und demokratischen Dimension der Globalisierung voraus.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
Links zu kritischen Seiten über Parteien
Im Original: Kritik an Attac ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Beitrag auf Indymedia (dort mit Diskussion, leider vor allem die typischen Schmuddelbeiträge)
Attac: Erobern, Unterwandern, Assimilieren
Welche Ziele treiben die ChefInnen von Attac an? Diskussionen darüber entfachen immer wieder aufs Neue. Viele lehnen die Debatte auch ab, weil damit Attac noch wichtiger würde. Das ist verständlich, übersieht aber, daß Attac, gefüttert von Millionen aus Staats- und Elitenmitteln, in der Hauptsache damit beschäftigt ist, andere politische Zusammenhänge „einzusammeln“, hegemoniale Öffentlichkeit zu betreiben und sich selbst von Null auf Hundert als Sprachrohr in der Debatte um Politik sowie als institutionalisierte Zivilgesellschaft zu konstruieren.
Dieser Prozeß ist auch personell nachweisbar. Attac Deutschland ist nach dem selben Muster aufgebaut worden wie z.B. der führende Attacverband in Frankreich. Die neokeynesianistische Presse sowie Lobbyorganisationen aus diesem Bereich haben die Organisation in den Mittelpunkt geschoben. Attac wurde als das bezeichnet, was es dann auch wurde – öffentliche Führungsorganisation. Das wurde Attac nicht durch den massenhaften Zulauf, sondern den gab es, weil Attac als Führungsverband hochgelobt wurde.
Personell begann Attac vor allem mit Personen, die 1999 beim Weltwirtschaftsgipfel in Köln mit skandalösen Strategien der Entpolitisierung sowie der geschickten Verbindung von Integration und Ausgrenzung eine klare Dominanz aufbauten – z.B. Peter Wahl von WEED und Jutta Sundermann von Share (Verden). Hinzu kamen die Manager aus dem ökokapitalistischen Verdener Ökozentrum, ehemalige Anarchisten, die zu marktwirtschaftlich orientierten Projektberatern mutiert waren.
Als die damals an Antiglobalisierungsbewegung bezeichneten Proteste auch in Deutschland starkes Interesse weckten und die Möglichkeit einer Entstehung von Widerständigkeit offensichtlich wurde, förderten von taz bis Gerhard Schröder große Teile gesellschaftlicher „Mitte“ den Aufbau von Attac – ein Haufen von nur sehr wenigen Mitgliedern wurde zum Zentrum. Schon kurz danach war Attac der Meinungsführer. Wer nicht dazugehörte, wurde an den Rand gedrängt oder (auch das ist passiert) einfach gegen den eigenen Willen als Attac-Gruppe dargestellt.
Diese Vereinnahmung wurde im Laufe des Jahres 2001 zur Strategie. Etliche Organisationen traten selbst bei – von Trotzkisten, die plötzlich für Tobin Tax Schilder trugen, bis zu Gewerkschaften und Parteien (u.a. der Parteiverband Hessen-Süd der SPD-Entwicklungshilfeministerin). Gut sichtbar wurde die Politik an der Eingemeindung von medico international und der BUKO. In diesen beiden Organisationen agierten wichtige Führungspersonen aus dem Spektrum der Soli-Gruppen, die den Internationalismus stark besetzten. Sie waren wichtig für eine Kanalisierung von Protest. Von Beginn an war schon der Ila-Funktionär Werner Rätz in der Attac-Führungsetage. Sein Kurs wies die Züge moderner Integrationslogik auf: Sich selbst ständig von Attac distanzieren, sich mit den Kollegen aus der Führung streiten, um Pluralität vorzutäuschen und dann andere aufsaugen zu können. Das trieb ab 2001 die ehemals wichtigste Attac-Aufbauerin Jutta Sundermann zur Perfektion. Sie stieg scheinbar aus dem Attac-Führungszirkel aus und zunächst bei medico ein. Als Folge gründete medico mit Attac zusammen Kampagnen. Inzwischen sitzt medico-Altvorderer Thomas Seibert im Attac-Rat. Perfekt, gelungener Entrismus. Also weiter ... im Vorfeld des letzten BUKO agierte Jutta Sundermann intensiv im BUKO – nur einige Monate, aber das reichte, um ein neues SprecherInnenteam zusammenzubauen, das dann auf dem BUKO gewählt wurde. Also Station Nummer drei nach Attac und Medico. Der Rest ging dann schnell – inzwischen ist selbst BUKO-Mann Uli Brand, der gleichzeitig noch Bücher mit Kritik an NGOs und Lobbyarbeit veröffentlicht, im Wissenschaftlichen Beirat von Attac. Neben ihm finden sich noch die gewendeten Marxisten wie Huffschmid usw., die schon seit einem Jahr Modernisierungspolitik betreiben, sowie den Überall-dabei-und-jede-Meinung-ist-gut-wenn-ich-dadurch-ins-Gespräch-komme-Leuten wie Elmar Altvater. Damit schreitet die Assimilierung weiter fort. Uli Brand ist definitiv jemand, der einen Ruf als Attac-Kritiker hat - und damit auch klarere Attac-KritikerInnen rausdrängt aus den Debatten, weil er ja schon da sitzt. Die wichtigsten Attac-Kritiker sind selbst Attacis – wie sagt Attac so schön: „Organisation neues Typ“. Sehr wahr – Herrschaft der modernsten Sorte. Welch Zufall, daß Jutta Sundermann vor kurzem mit Uli Brand im BUKO zusammen eine Kampagne aufgebaut hat ... der BUKO ist assimiert, die formale Mitgliedschaft ist da gar nicht mehr nötig – es wirkt viel besser, wenn eine gewisse Spannung bleibt, damit die Kanalisierung nicht auffällt. Wer darf als nächstes mit dem Andockversuch der IntegrationskünstlerInnen rechnen???
Die einzige Angst, die den FunktionärInnen noch bleibt, findet sich in einem Text des Attac-Spitzenmannes Felix Kolb im neuesten Massen-Rundbrief (S.4): „Der Erfolg von Attac basiert ganz stark auf der Konzentration auf konkrete, pragmatische und einleuchtende Forderungen, die von Menschen mit verschiedenen weltanschaulichen und politischen Überzeugungen geteilt werden können. Deshalb würde die Radikalisierung der politischen Rhetorik mittelfristig mit einem massiven Verlust von öffentlicher Unterstützung und Bündnispartnern einhergehen.“
Aktionen sind bei Attac aber auch gar nicht mehr vorgesehen. Die kommenden EU- oder WTO-Gipfel stehen nicht einmal mehr im Haushalt. Dafür aber ein fetter Pro-Demokratie-Aktionstag vor der Bundestagswahl – am 14.9. in Köln. Zusammen mit den Gewerkschaftsjugendverbänden (die Gewerkschaften haben sich ja schon für Rotgrün geäußert ...). Für dieses Demokratie-„Volks“fest bekommt Attac dann auch Zuschüsse von deutlich über 100.000 Euro – fast alles aus staatlichen Quellen. Auch das ist an Deutlichkeit kaum zu übertreffen.
Die Basis, auch die, die (noch) nicht eingemeindet/assimiliert ist, wird dabei immer härter instrumentalisiert. Zu den Aktionen am 14.9. in Köln (zur Wahl) mobilisiert Attac „gemeinsam mit den fünf Jugendorganisationen von Ver.Di ... sowie der Anti-Atom-, Friedens- und Erwerbslosenbewegung“. Also die ganze Anti-Atom-Bewegung ist dabei. Definiert Attac. Die Basis hat im Dasein schon ihre Schuldigkeit getan, wozu sie da ist, definierten zwei Handvoll Wichtig-Leute bei Attac. Sieht so in einem Jahr die ganze politische Bewegung in Deutschland aus?
Weitere Links zur Kritik an Attac

Filz um Attac

Presseinfo der Heinrich-Böll-Stiftung
(Die HBS ist innerhalb der Grünen die Plattform der neoliberalen und kriegstreiberischen Modernisierer, Ralf Fücks selbst war z.B. Unterstützer des noch über den Leitantrag für den Krieg gegen Afghanistan hinausgehenden Antrags. Barbara Unmüßig war eine der Eröffnungsrednerinnen beim Attac-Kongress im Oktober 2001 in Berlin und stellte in dieser Rede die Idee "Attac" vor. WEED ist Gründungsgruppe von Attac und neben der Verdener Gruppe Share e.V. und Umfeld die wichtigste Machtgruppe.)
Heinrich-Boell-Stiftung waehlt neuen Vorstand: Barbara Unmuessig und Ralf Fuecks
Am Wochenende waehlte die Mitgliederversammlung der gruennahen Heinrich-Boell-Stiftung mit Barbara Unmuessig und Ralf Fuecks einen neuen hauptamtlichen Vorstand. Das von drei auf zwei Mitglieder verkleinerte Leitungsgremium soll in Kuerze durch eine angestellte Geschaeftsfuehrung ergaenzt werden.
Aufsichtsrat und Mitgliederversammlung bedankten sich bei den Ende Maerz ausscheidenden bisherigen Vorstaenden Dr. Claudia Neusuess, u.a. verantwortlich fuer das frauen- und geschlechterpolitische Profil der Stiftung sowie das Feministische Institut, und Petra Streit, verantwortlich fuer das innere  Management der Stiftung und die Organisationsentwicklung, die gemeinsam mit Ralf Fuecks seit 1996 die frueheren gruennahen Einzelstiftungen zur neuen Heinrich-Boell-Stiftung zusammenfuehrten. Die Mitgliederversammlung wuerdigte die scheidenden Vorstaende fuer ihren besonderen Einsatz und ihre Leistungen in der schwierigen Phase des Aufbaus der neuen Stiftung, die von einem starken regionalen, inhaltlichen und administrativen Ausbau und einer Optimierung der Stiftungsarbeit gekennzeichnet war. Die Heinrich-Boell-Stiftung war 1997 die erste politische Stiftung, die ihren Hauptsitz nach Berlin verlegte.
Der neue Vorstand tritt sein Amt im April 2002 an.
Mit Barbara Unmuessig waehlte die Mitgliederversammlung eine ausgewiesene Expertin nord-sued- und umweltpolitischer Zusammenhaenge in den neuen Vorstand.  Die Diplom-Politologin arbeitete in den  80er Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gruenen im Bundestag und war seit 1993 bis zu ihrer gestrigen Wahl Geschaeftsfuehrende Vorstandsvorsitzende der nord-sued-politischen Organisation—Weltwirtschaft, OEkologie und Entwicklung-- (WEED) und Sprecherin des Forums—Umwelt & Entwicklung--. Sie ist ausserdem ehrenamtliche Vorsitzende des Deutschen Instituts fuer Menschenrechte. Barbara Unmuessig wird die Verantwortung fuer den Bereich Internationale Zusammenarbeit in Asien, Lateinamerika und Afrika sowie fuer das Feministische Institut der Stiftung uebernehmen.
Ralf Fuecks, der gestern ein zweites Mal in seinem Amt bestaetigt wurde, profilierte sich in den letzten Jahren mit zahlreichen Beitraegen zu Programm und Perspektiven gruener Politik. Der Sozialwissenschaftler war 1989/90 Sprecher des Bundesvorstandes der GRUENEN und von 1991-1995 Bremer Senator fuer Stadtentwicklung und Umweltschutz. Er ist im neuen Vorstand fuer die politische Bildungsarbeit Inland, den europa- und aussenpolitischen Bereich, das Studienwerk sowie fuer die Gruene Akademie verantwortlich.
Die Heinrich-Boell-Stiftung (www.boell.de), die der Partei Buendnis 90/Die Gruenen nahesteht, ist in der Entwicklungszusammenarbeit, der Studienfoerderung und der politischen Bildung aktiv. Ihr steht 2001 ein Etat von rund 70 Millionen DM zur Verfuegung.

Share e.V.

Share ist ein kleiner Verein, dessen Mitglieder eine Art Management-Zentrum von Attac, Bewegungsstiftung usw. bilden - also vor allem der Kreis in Verden und Umfeld. Attac ist bis Ende 2004 formal ein Projekt von Share gewesen.

Oliver Moldenhauer, "Rechtsträger und Finanzen" in: Attac Deutschland (Hrsg.), 2004: "Alles über Attac". Fischer, Frankfurt (S. 163):
Attac konstituierte sich als Projekt im Rahmen des Vereins "share e.V."

Attac-KoKreis-Mitglied Moldenhauer ist seit einigen Jahren Angestellter von Share e.V. im Rahmen eines EU-geförderten Projektes, d.h. er wird aus EU-Mitteln bezahlt. Aus seiner Selbstdarstellung, Quelle: http://www.attac.de/interna/oliver.php
1.12.2001-31.12.2003 Angestellter der Informationsstelle Lateinamerika im Rahmen eines EU-Projektes "Making Financial Markets work for development".
2004- Angestellter bei share e.V. im Rahmen der Fortsetzung des EU-Projektes "Making Financial Markets work for development".

Campact

Neu entstanden ist die Protestmanagement-Agentur Campact. Jetzt können politische Proteste per Mausklick abgewickelt werden. Hinter der Initiative stehen wiederum die JungmanagerInnen aus Verden, im Kern Christoph Bautz (auch Attac- und Bewegungsstiftung-Funktionär) und Günter Metzges (früher ähnlich wie Sven Giegold als Anarchist unterwegs ...). Der BeraterInnenkreis hat hohe Personalüberschneidungen mit dem Attac-Beirat und dem Beraterkreis der Bewegungsstiftung.
Die Organisierungs- und Politikphilosophie von Campact zeigt sich in eigenen Zitaten:

Hierarchisch, modern als "schlanke" Struktur bezeichnet, wie Vorbild Greenpeace ... Scheinbeteiligung durch Internetforen ersetzen Mitbestimmung (Quelle)
Fördermitglieder erhalten Informationsrechte und werden regelmäßig nach Einschätzungen zu politischen Entwicklungen befragt. Sie sind aber, wie beispielsweise auch bei Greenpeace, nicht durch Stimmrechte an taktischen und strategischen Entscheidungen der Organisation beteiligt. Diese Einschränkung der Mitentscheidungsrechte ist aus unserer Sicht notwendig, um schnell auf politische veränderungen reagieren zu können. Eine schlanke Entscheidungsstruktur machte aber eine hohe Offenheit der Organisation gegenüber den Vorschlägen und Wünschen der Fördermitglieder und Online-Aktivisten notwendig. Hierfür werden wir in den nächsten Wochen Diskussionsforen einrichten. ... Dabei orientieren wir uns am Satzungsmodell von Greenpeace, das uns für diesen Zweck sehr geeignet erscheint.

Politik light ... nicht mal mehr Mitlatschen ohne sonstige Eigeninitiative ist gefragt - Protest per Zappen durchs Internet oder Small-Talk mit BundestagshinterbänklerInnen (Quelle)
... per Mausklick, Fax oder dem Griff zum Telefonhörer. Campact macht ihnen politische Mitwirkung neben Beruf, Familie oder Ausbildung möglich. ... Campact unterstützt den konstruktiven Dialog zwischen Bürger/innen und den von ihnen gewählten Abgeordneten. Virtuell in Online-Chats oder ganz real im Wahlkreis organisiert Campact Begegnungen, in denen Bürger/innen bei aktuellen Entscheidungen mitreden können.

Der Protest ist schon da, Campact muss ihn nur noch kanalisieren
Aus "Kurz mal eingemischt" in: Fr., 1.3.2006 (S. 26)
Ihr Herz schlägt für die Grünen, doch selber in der Politik mitzumischen, dazu, versichert die 29-jährige Zahnärztin, habe sie weder Lust noch Zeit. Dabei gibt es schon Themen, die ihr am Herzen liegen. Zum Beispiel das Gentechnikgesetz. Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) will es novellieren und, wie man hört, den Anbau von Gentechnik-Pflanzen erleichtern. Fache erfüllt das mit Sorge. Und sie ist nicht alleine. Als eine von 4435 Verbrauchern hat sie Seehofer jetzt per E-Mail aufgefordert, konsequente Haftungsregeln für von Gentechnik-Produzenten verursachte Schäden aufzustellen. Der Vorgang war eine Sache von Minuten. Den Text fand sie vorgefertigt im Internet, sie musste ihn bloß noch unterschreiben und abschicken. Demokratie per Mausklick. "Campact" macht es möglich. ... Campact reagiert auf aktuelle Ereignisse in der Politik. Ihr Medium ist das Internet, es garantiert eine hohe Reichweite und einen minimalen Arbeitsaufwand für Leute, die zwar über ein hohes Problembewusstsein, aber über wenig Sitzfleisch verfügen. Politik to go? ... Bautz weiß, wie man Kampagnen organisiert. Der Biologe hat in Darmstadt ein Streuobstwiesenzentrum aufgebaut, bevor er im niedersächsischen Verden, unter dem Dach des Ökologischen Zentrums, erst Attac und dann die Bewegungsstiftung mitbegründete. Aus dem Kreis ihrer Stifter ist auch Campact hervorgegangen. ... Im November 2004 ins Netz gegangen, hat die gemeinnützige Organisation inzwischen 6500 Sympathisanten um sich geschart. ... Wenn es den Campact-Anhänger gibt, dann ist er jung, gebildet, mit beiden Beinen im Beruf stehend ...
Der Protest ist schon da, Campact muss ihn nur noch kanalisieren. ... Das nennt man lebendige Demokratie ... Bei der Vorbereitung neuer Kampagnen zapfen Bautz & Co. den Sachverstand befreundeter Organisationen wie Transparency International und Attac an. Daneben ziehen sie auch die Mitglieder ihres illustren Beirats zu Rate. Ihm gehört neben dem Politikwissenschafter Claus Leggewie und der Vorstandsvorsitzenden des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Edda Müller, unter anderem der Wissenschaftler Wolfgang Sachs vom Wupptertaler Institut für Klima, Umwelt, Energie an.

Luftballon-Repräsentation
Campact setzt Maßstäbe - bei neuen Technologien der Stellvertretung. Im Herbst startete eine Luftballonaktion. Die Menschen mussten nicht mal mehr selbst aktiv werden, sondern vom Wohnzimmer aus Postkarte als Luftballonanhänger (früher hat mensch die selbst daran befestigt) plus Spende an die virtuelle soziale Bewegung Campact schicken und die setzt die dann stellvertretend für alle EinsenderInnen ein ... die im günstigsten Fall ihre eigene Aktion zeitgleich in den Medien beobachten kann ...

KritikerInnen eingebunden

Attac ist es gelungen, viele zunächst kritische Personen einzubinden. Damit wurde ihre Kritik für Attac genutzt (das "Netzwerk" sah breiter aus), die KritikerInnen wurden deutlich sichtbar besänftigt und schließlich nahmen die Attac-eigenen KritikerInnen auf vielen Podien den unabhängigen KritikerInnen den Platz weg. So saßen z.B. immer wieder Uli Brand, Elmar Altvater, Roland Roth und andere auf Podien mit attac-kritischen Positionen, obwohl sie selbst Attac-Funktionäre sind. Nach außen verliehen sie Attac einen besonderen Flair der Vielfalt und Radikalität.

Aus Junge Welt am 6.8.2004 (S. 13) zur Sommerakademie 2004 in Dresden
Mit Brands kritischer Staatstheorie, mit Beiträgen zur neuen Rüstungsverpflichtung der EU und Alex Demirovics begeistert aufgenommenen Thesen zu Staat und Neoliberalismus öffnet ATTAC den Blick auf die Gesamtheit der gesellschaftlichen Verhältnisse.

Radikale Gruppen eingebunden

Mit der Bewegungsstiftung setzt die JungmanagerInnengruppe, die auch schon den strategischen Kern von Attac bildete, ihre Erfolgsstory fort - auch bei der Einbindung von Eliten und scheinbaren VertreterInnen aus allen Teilen sozialer Bewegung. Es ist reine Spekulation, ob da auch Gelder fließen, aber auffällig ist schon, dass z.B. sich sonst als radikal gebärdende Gruppen auch bei der Bewegungsstiftung Schlange stehen, um für die zu werben. Beispiele:

Ausgrenzungen

Interne Klarstellung von Felix Kolb zum Focus-Interview
(Hinweis: Was tatsächlich abging, wird kaum zu überprüfen sein. Daß aber Attac-Funktionäre nach innen harmonisieren und nach außen spalten, ist nicht neu. Sven Giegold sagte z.B. nach dem oft harmonisierenden Attac-Kongreß - Ausnahme war die Polemik "politischer Dreck" von Susan George gegenüber Militanten - gegenüber dem Spiegel, daß Nazis und Militante keinen Platz bei Attac hätten.)

Moin,
in der aktuellen Focus-Ausgabe findet sich ein Beitrag über Attac und ein Streitgespräch zwischen einem Daimler-Manager und mir. Der Artikel enthält neben falschen Tatsachenbehauptungen (Attac würde die Proteste gegen den Sicherheitsgipfel in München nicht unterstützen) auch ein falsches Zitat von mir, das die Grundthese des Beitrages unterstützt, dass sich Attac vom Straßenprotest abwendet. Bevor ich kurz das Zitat und weitere falsche Behauptungen richtigstelle, die Vorgeschichte des Beitrages:
Ich bin von Focus zum Streitspräch mit einem Daimler-Manager eingeladen worden. Dieses Streitgespräch sollte von einem Artikel flankiert werden, der die Aussage unserer Presseinformation aufgreift, dass sich Attac verstärkt den Globalisierungsfolgen in den Industriestaaten zuwendet. Darüber haben ein Fokusredakteur und ich mehrmals lange telefoniert. Am Rande sprach er auch die Sicherheitstagung in München an und leider klingelten bei mir nicht die Alarmglocken, sonst hätte ich mir nicht nur den Text des Streitgespräches zum Gegenlesen vorlegen lassen. Zur Genese des falschen Zitates:
Auf die Frage, ob Attac für die Abschaffung von Nato und Kapitalismus ist, habe ich erklärt, dass attac aufgrund seines Charakters als Netzwerk dazu keine Position hat und dass innerhalb von Attac Menschen und Gruppen engagiert sind, die dazu verschiedene Positionen haben.  Aus meiner Aussage, dass die Proteste in München nicht zu einem der Schwerpunkte der Attac-Arbeit in diesem Jahr gehören, wurde „Wir rufen bundesweit nicht dazu auf, weil uns die Protestgruppen und deren Forderungen zu radikal sind.“
Ebenso ärgerlich wie unverständlich ist (auch angesichts der Tatsache, dass ich im Streitgespräch das Gegenteil gesagt habe) die Behauptung wir würden uns vom Straßenprotest abwenden und nun stärker die Auseinandersetzung mit Politikern und Konzernchefs am Konferenztisch suchen.
Falls Ihr auf diesen Artikel angesprochen werdet oder in email-Dikussionen damit konfrontiert werdet, könnt Ihr jetzt hoffentlich einiges klarstellen.
Viele Grüße
Felix
Dipl.-Pol. Felix Kolb
Pressesprecher, attac Deutschland

Keine Diskussion mit radikalen KritikerInnen?

Der folgende Mailwechsel entstand aufgrund einer Absage von Attac-Chefideologe und Koordinationskreis-Mitglied Sven Giegold an den ASTA der Uni Gießen für eine Podiumsdiskussion um Ziele und Strategien politischer Bewegung. Grund: Er wolle nicht mit Jörg Bergstedt zusammen auf einem Podium sitzen, da dieser zu polemisch diskutiere.

Im Original: Sven Giegold diskutiert nicht mit jedem ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Stellungnahme von Sven Giegold zu der Kritik an der Absage: Er würde Diskussionen aus dem Wege gehen und lieber mit den Mächtigen reden als mit radikalen AktivistInnen streiten.
Liebe LeserInnen,
nur kurz zu Jörgs Angriff. Genau weil ich auf Auseinandersetzung in dem von ihm vorgetragenen Ton keine Lust mehr habe, setzte ich mich nicht mit ihm auf ein Podium. Ich bin gerne bereit und tue dies laufend auf Veranstaltungen auch kritisch über Attac zu diskutieren. Außerdem würde ich mich freuen, wenn Jörg seinen Stil der Auseinandersetzung ändern würde. Dann habe ich auch wieder Lust auf Streitgespräche.
Zu den Vorwürfen in Sachen Tobin-Steuer: Attac ist ein breites Bündnis von kirchlichen Gruppen über Gewerkschaften bis hin zu anti-kapitalistischen Gruppen. Diese Breite finde ich eine große Chance. Alle Gruppen in diesem Bündnis stimmen darin überein, dass es sinnvoll ist, auch im hier und jetzt Reformschritte zu fordern. Die Tobin-Steuer ist ein solcher Schritt. Würde sie umgesetzt, wären Finanzkrisen unwahrscheinlicher. Jörgs Argumente dagegen tragen Züge einer Verelendungstheorie (gegen das aktuelle Leiden soll man besser nichts tun, das schwächt den Widerstand gegen das System). Die Tobin-Steuer führt zu weniger Ungerechtigkeit im Hier und Jetzt.  Insofern stabilisiert sie natürlich auch unser Gesellschaftssystem.  Das kann man falsch finden. Trotzdem finde ich die alternative Position zynisch.
Sicher wäre es fatal, konzentrierte sich Attac allein auf die Tobin-Steuer. Unsere Agenda reicht jedoch von Finanzmärkte über Handelsthemen, Kritik an Konzernen bis hin zu den internationalen Institutionen und der Verteidigung unseres sozialen Sicherungssystems.
Attac ist weder pro-kapitalistisch, noch antikommunistisch oder antianarchistisch. Attac hat zu diesen Fragen keine Meinung. Es ist ein Bündnis zur internationalen Durchsetzung von Kernforderungen.  Sowohl in den Basisgruppen als auch in den verschiedenen Gremien in den verschiedenen Ländern haben die Mitglieder die verschiedensten weltanschaulichen Vorstellungen. Einig sind sich eigentlich alle, dass die Breite des Bündnisses ein großer Wert ist. Dies gilt sowohl für die globalisierungskritische Bewegung insgesamt als auch für Attac im Besonderes. Um diese Breite zu erhalten, bedarf es von allen Beteiligten ein großes Maß an Toleranz und Versxtändnis füreinander. Leider keine Stärke der deutschen Linken.
Mit vielen Grüßen aus dem Attac-Büro
Sven Giegold
mailto:giegold@attac.org


Antwort darauf von Jörg Bergstedt:
giegold@attac.org (Sven Giegold) schrieb am 17.09.101 10:10:36 zu [genua] Jörgs Angriff:
> Liebe LeserInnen,
> nur kurz zu Joergs Angriff. Genau weil ich auf Auseinandersetzung in
> dem von ihm vorgetragenen Ton keine Lust mehr habe, setzte ich mich
> nicht mit ihm auf ein Podium. Ich bin gerne bereit und tue dies
> laufend auf Veranstaltungen auch kritisch ueber Attac zu
> diskutieren. Ausserdem wuerde ich mich freuen, wenn Joerg seinen Stil
> der Auseinandersetzung aendern wuerde. Dann habe ich auch wieder Lust
> auf Streitgespraeche.
Das ist ist die arrogante Position eines, der es nicht noetig hat.  Der durch Staat und Medien in eine Position gehoben ist, dass er zum einen Bedingungen fuer Dialog stellen kann (wie der Staat selbst) und zum zweiten voellig selbstverstaendlich die, denen er Bedingungen stellt, ueber die Herrschaftssysteme (z.B. Medien) diffamiert bis zum Umfallen.

> Zu den Vorwuerfen in Sachen Tobin-Steuer: Attac ist ein breites
> Buendnis von kirchlichen Gruppen ueber Gewerkschaften bis hin zu
> anti-kapitalistischen Gruppen. Diese Breite finde ich eine grosse
> Chance.
Dieses Buendnis ist nicht der Ausgangspunkt fuer die Dominanz von Attac, sondern von Seiten der Regierenden und der Medien ist Attac gehypt worden, um zu dominieren. Um nach der oeffentlichen Erregung von Genua, die fuer emanzipatorische Politik nutzbar gewesen waere, eine Re-Kanalisierung politischer Gruppen zu erreichen. Das ist gelungen. Attac war das Mittel.

> Finanzkrisen unwahrscheinlicher. Joergs Argumente dagegen tragen
> Zuege einer Verelendungstheorie (gegen das aktuelle Leiden soll man
> besser nichts tun, das schwaecht den Widerstand gegen das System).
Da haette ich gern mal Zitate fuer.
Ich kritisierte vielmehr:
  •  Die Tobin Tax oekonomisch. Sie ist eine Stabilisierung der Marktwirtschaft und wird daher Ausbeutung und Zerstoerung vergroessern.
  • Sie schwaecht deshalb die Bewegung, weil sie als Ersatzbefriedigung und damit als Befriedung eingesetzt wird.  Regierung und Regierungsmedien interessiert die tatsaechliche Wirkung der Tobin Tax auf den Kapitalismus gar nicht. Sie ist ja auch kaum messbar. Die Tobin Tax ist ein Preis von Null, mit dem die Regierenden wieder Ruhe im Land haben.
> Tobin-Steuer fuehrt zu weniger Ungerechtigkeit im Hier und Jetzt.
> Insofern stabilisiert sie natuerlich auch unser Gesellschaftssystem.
Nein. Die Stabilisierung laeuft nicht ueber weniger Ungerechtigkeit.  Was sollen die Armen davon haben, wenn Finanzspekulationen mit STeuern bedacht werden. Die Staudaemme, Atomkraftwerke, Panzer und Autobahnen werden trotzdem gebaut. Wenn die Tobin Tax darauf eine Wirkung hat, dann eine verschlechternde, denn einige Menschen, die nach Profiten streben, werden von der spektulativen auf die investierende Ebene gehen. Das ist schlimmer.
Ansonsten teile ich die Bemerkungen von Tobin ueber die Wirkungen seiner Steuer. Nur das ich das alles grauenvoll finde ...

> Attac ist weder pro-kapitalistisch, noch antikommunistisch oder
Die Verhaltensweisen von Attac-FunktionaerInnen im konkreten Handeln sind aber genau so. Das „Kasseler Buendnis“ war ein gigantischer Krampf, weil Attacis noch nicht einmal damit klarkamen, dass antikapitalistische Gruppen im Buendnis waren, die sich auch als solche bezeichneten.
Der Hinweis, dass Attac selbst ein breites Buendnis ist, hilft nicht.  Denn die Basisgruppen sind marginalisiert. Die zentralistische, antidemokratische Struktur von Attac erlaubt den kapitalistischen TheoretikerInnen vor allem von Weed und aus Verden, ihre Positionen ohne jegliche Verankerung in der Mitgliedschaft von Attac rueberzubringen. Die Basisgruppen koennen machen, was sie wollen - weil sie fuer die Politik der Oberen voellig wurscht sind! Diese Pluralitaet nenne ich Instrumentalisierung.

> ein Buendnis zur internationalen Durchsetzung von Kernforderungen.
Hier wird der Dominanzspruch offen sichtbar. Attac bezeichnet seine Forderungen als „Kernforderungen“.
Nein: Sie sind im besten Fall Lappalien. Im schlechtesten negativ.

> die Breite des Buendnisses ein grosser Wert ist.
Fuer die Fuehrung ist die Breite ein grosser Wert, weil es dann so aussieht, als wuerden alle moeglichen die Politik von Attac gut finden. Wahrscheinlich wissen aber viele noch nicht einmal, was die Tobin Tax ist.

> Versxtaendnis fuereinander. Leider keine Staerke der deutschen Linken.
Das ist zwar richtig - aber aus dem Mund der Organisation, die nach Goeteborg jeden Tag aufs uebelste gegen Menschen aus radikalen Gruppen gehetzt hat (und das nicht direkt, sondern ueber die Regierungsmedien) ist eben die Arroganz, die sich die leisten koennen, die auf der Seite der Macht agieren.
Beste Gruesse .... Joerg
(null Titel)


20.9.2001, Alexander Gruber, Mosstr. 23, 78467 Konstanz, Tel. 07531-693486
Forum für eine Nach-Kapitalistische Gesellschaft
Hallo MitstreiterInnen !
Ein paar Worte zu dem Disput zwischen Jörg und Sven Giegold !
An Sven Giegold gerichtet möchte ich folgendes sagen:  Es ist einfach wichtig, daß man bei der politischen Arbeit Kritik, auch harte Kritik, vertragen kann.  Das kontroverse Debatten manchmal etwas aus dem Ruder laufen, kann auch zeigen, daß die Beteiligten es ernst meinen.  Das hängt davon ab, auf welcher Grundlage beide Seiten argumentieren.  Wenn jemand in der Führung einer Organisation ist, hat er immer einen gewissen Argumentationsvorteil. Das heißt, es ist vor allem seine Sache in der Lage zu sein, Situationen zu deeskalieren, nicht so sehr die desjenigen, der aus einer Position an der Basis heraus argumentiert, also die von Jörg in diesem Fall.  Das jemand geeigent ist eine Organisation zu leiten, zeigt sich gerade darin, daß er in diesem Sinne mit Kritik umgehen kann, egal in welcher Form sie kommt (vorausgesetzt sie ist überhaupt ernsthaft gemeint).  Wenn das nicht in jedem Fall gelingt, ist das auch nicht so tragisch, entscheidend ist, klar darüber zu sein, daß dann etwas mißlungen ist und zwar der Leitung immer in erster Linie mißlungen ist.  Zugegeben orientiert sich meine Auffassung politischer Praxis hier an Gandhi.  Wenn ich nicht in der Lage bin auf einem Podium zu sitzen und ruhig zu bleiben, wenn mich jemand aus einer an sich schwächeren Position heraus angreift, dann hätte ich das Gefühl noch an mir arbeiten zu müssen.  Das ruhig bleiben ist - aus eigener Erfahrung (nur befand ich mich nicht im Podium sondern in Jörgs Position) - garnicht einfach.  Nach einer gewissen intellektuellen Gewöhnung wird es - auch aus eigener Erfahrung - jedoch immer leichter.  Wenn aber niemand sich darum bemüht, dann hocken irgendwann ein duzend Leute zusammen und hacken nur noch aufeinander herum.  Das ist der praktische Grund für diese Auffassung.  Ganz allgemein sind wir im Augenblick noch nicht in einer offensiven Situation, sondern die Gegenseite ergreift gerade die Gelegenheit all das zu tun, wofür sie schon lange auf eine Gelegenheit gewartet haben.  Entsprechend sieht es verständlicherweise auch mit unseren Nerven aus.
Jetzt zu den Inhalten - an Jörg gerichtet:  Die entscheidende Frage, um die es zu gehen scheint, ist das Problem der Nivellierung von Auffassungen in einer großen Organisation.  Während Sven Giegold bisher versucht einen mit den (Führungen der!?) attac Mitglieds-Organisationen konsensfähigen Standpunkt zu vertreten, würdest Du gern was erreichen?  Entscheidend ist doch, daß die Partnerorganisationen in attac ihr politisches und organisatorisches Gewicht bündeln.  Das kann doch nur für Ziele gehen, die auch von allen vertreten werden.  Dabei bleibt es ja jeder Organisation offen, auch noch andere Ziele nach außen zu vertreten und in attac für andere Ziele zu argumentieren.  Es entsteht durch die Verteiler ein Forum für diese Debatten.  Ich möchte an Deine Vorschläge zu einer nicht-nivellierenden Zusammenarbeit von Gruppen anknüpfen.  Ich kann das gerade auch nur ganz spontan angehen:  Mir fällt das Wort Selbstorganisation ein.  Was ist das eigentlich, hab ich mich gefragt? Wenn in einem Topf Wasser erhitzt wird, passiert erst mal nichts weiter als ein gleichmäßiger Wärmefluß durch das Medium Wasser, welches sich dabei kaum bewegt.  Ab einer bestimmten Temparatur wird der Fluß dann immer mehr beschleunigt, weil das Wasser zwischen Boden und Oberfläche in Wirbeln zu rotieren beginnt.  Es ist ein neues Phänomen aufgetreten. Das ist die Selbstorganisation in der Physik. Wie ist das politisch?
Via Isomorphie:     Topf     <----> Randbedingungen der polit.Organisation.
                    Wasser   <---->     Medium, der Verteiler
                    Hitze    <---->     Druck des kapitalistischen Systems
Das ist einfach eine versuchsweise realistische Sichtweise, also bitte nicht gleich ablehnen.  Auf unsererem Verteiler kann es so gesehen auch immer wieder zu neuen ‚Phänomenen‘, Denkformen und Ideen kommen, die in Aktionen münden, die wir gerade jetzt dringend benötigen.  Die entstehen in der Interaktion während der und durch die Debatten.  Das ist der Wert eines solchen Verteilers.  Im Unterschied dazu ist hierarchische Führung etwas starres, eingleisiges, daß stets versucht den Stachel der Kritik loszuwerden, statt ihn selbstorganisierend wirksam werden zu lassen.  Subjektiv ist das Wirksam-werden-lassen die Kreativität, die sich auf dem Verteiler sehr direkt mitteilen kann und kollektiv verallgemeinert wird.  Nun kommt das Problem.  Wie ist dann eine Bündlung der Kräfte möglich, ohne daß die Führung das übernehmen muß?  Wie war das beim Wasser?  Es hat sich ein Phänomen eingestellt, daß alle Wassermoleküle einbezieht, ohne, daß irgendwer ihnen sagt, was sie zu tun haben.  Genauso müßte das eben auch hier gehen.  Die attac Führung hat dann lediglich die Aufgabe, die demokratischen ‚Randbedingungen‘ und die Vertretung nach außen zu organisieren.  Ich habe immer wieder bemerkt, daß Kritik an der Führung von attac in einem anderen Sinne geübt wurde, nämlich daß sie nicht die richtige Strategie bereit haben oder darin nicht besonders kompetent sind (oder so).  Ich finde, daß ist nicht ihre erste Aufgabe.  Sie haben schon eine unmenge Dinge zu organisieren.  Es ist unserer Sache Strategien und Analysen zu finden, die von uns kollektiv verallgemeinert werden.  In diesem Sinne sind alle Entwürfe dazu Keime für neue Phänomene.  Zum Beispiel ist der Int.  Vertrag, den ich geschrieben habe, als so ein Keim gedacht.  Jedes neue Phänomen entsteht ja aus einem fast unmerklichen Keim, subjektiv einer Initiative, die sich dann ausbreitet - verallgemeinert wird.  Das ist so, wie das Wasser die Turbulenzstruktur kollektiv verallgemeinert oder eine Kristallkeim in einer regelmäßige Gitterstruktur verallgemeinert wird.  Jetzt bleibt noch ein Problem.  Im Gegensatz zum Wasser, muß bei uns etwas nach außen getragen werden.  An dieser Stelle bricht die Isomorphie zusammen.  Genau da setzten Jörgs Fragen scheint mir  an.  Es geht dabei darum, wie das Verhältnis zwischen Führung und Basis so gestaltet werden kann, daß die Initiativen, die an der Basis von attac verallgemeinert werden, auch nach außen ankommen.  Als Unterproblem ist hier ein Konflikt zwischen Einfluß der Basisgruppen einerseits und der Einzelmitglieder andererseits angelegt.  Jörg hat, wenn ich mich richtig erinnere, den Vorschlag gemacht, eine Entscheidungsform zu finden, die eine Art direktes Mandat für bestimmte Innhalte einschließt, je nach dem Gewicht, welches diese Inhalte stimmenmäßig haben. Ich habs gefunden:
Mail: Ideensammlung für eine Organisierung, statt Spaltug:
> 6. Quotierung der unterschiedlichen Positionen bei gemeinsamer
> Öffentlichkeitsarbeit
> Es kann (muß aber nicht, könnte oft aber nützen) gemeinsame
> Öffentlichkeitsarbeit geben - zumindest für einen Teil der Aktionen. Dazu
> gehören Anfangs- und Endkundgebungen, Pressegespräche oder Reader/Zeitungen zur
> Aktion. Hier wäre eine Quotierung von Positionen sinnvoll - nicht, wie z.B.  bei
> den CASTOR-Auseinandersetzungen, eine Quotierung z.B. der NGOs, die die
> Redebeiträge unter sich ausmachten, aber in der Tendenz die gleichen
> Detailkritiken benannten. Diese Quotierung wird in der Regel von Detailkritik
> bis zur Überwindung der gesellschaftlichen Bedingungen reichen.
Das läuft darauf hinaus, daß demokratische Mandate stets in erster Linie für Projekte, nicht für Personen gegeben werden.  Das heißt, es ist nicht so sehr wichtig, wer attac gerade leitet, sondern wichtig, das diese Leitung die von der Basis beschlossenen Projekte vertritt.  Ihr politisches Selbstverständnis müßte das allerdings erlauben.  Das ist die Trennung von organisatorischem und strategischem Mandat.  Eine Sache, die im Sprecherratsmodell der Friedensbewegung völlig selbstverständlich ist.  Dieses Modell ist nur, wegen des individuellen Vetos, für große, politisch heterogene Gruppen ungeeigenet.  Wann ist nun ein Projekt beschlossen?  Siehe Selbstorganisation - wenn es kollektiv verallgemeinert ist.  Dafür muß nun ein organisatorisches Kriterium gefunden werde, zum Beispiel durch direkte Stimmabgabe im Internet.  Wichtig ist, daß auch wenn nur ein Gesamtkonzept nach außen vertreten werden kann, alle Initiativen trotzdem im Medium als kreatives Potentiel erhalten bleiben müssen.  Wenn das nicht der Fall ist, geht ein Teil der Phänomenologie verloren. Das bedeutet einen erheblichen Verlust für die politische Praxis, denn es setzt sich dann mit der Zeit eine politische Monokultur durch, die immer dünner und einseitiger wird.  Leitungen, insbesondere von Parteien, haben nämlich oft die Tendenz immer mehr Befugnisse an sich zu ziehen.  Die Mitglieder werden dadurch erst ein mal vor die Wahl gestellt, die politische Position ihrer Richtung zu schwächen, indem sie austreten, oder die Ansprüche der Führung zu akzeptieren.  Viele Leute gehen dann lieber, was der Kompetenz-verbreiterung an der Basis nicht gerade gut tut.  Dadurch werden die anderen um so mehr von der Kompetenz, die in der Führung und ihrem Umfeld akkumuliert ist, abhängig und damit noch anfälliger, die Ansprüche zu akzeptieren.  Ein Teufelskreis also, der garnicht erst auftreten sollte.
Selbstorganisation ist dabei von anderen politischen Begriffen zu unterscheiden, etwa Vernetzung und vernetztes Denken.  Vernetzung kann Selbstorganisation ermöglichen, muß aber nicht, wenn dazu zu zentralistisch.  Vernetzung und vernetzendes Denken haben nur dann etwas gemeinsam, wenn beide gewissen naheliegenden Linien folgen, die in der Natur der Sache liegen.  Zum Beispiel halte ich meinen Entwurf des Internationalen Vertrages zur Kontrolle der Konzernaktivitäten für ein Beispiel hochgradig vernetzenden Denkens.  Aber die Vernetzung dadurch wäre nicht sehr hoch, weil das eben noch keine Globalisierung von unten wäre, sondern höchstens durch Deregulierung der Konzerninteressen eine Globalisierung von unten ermöglichen würde.
Jetzt nach einem bischen Philosophie was konkretes.  Vorschlag zur Organisation von Kollektiven. Zum Beispiel für attac; ich hatte mir das für Linksruck mal angefangen zu überlegen. Weil ich ausgetreten bin, aus Gründen, die mit dem Zentralismus zusammen-hängen (s.o. über Parteien), wurde das bisher nicht fertig.


1. Kriterien
a) Die Demokratie darf weder viel Zeit, noch viel Geld kosten, weil erstere von den Aktivitäten abgeht und letzteres nicht jedem gleichermaßen verfügbar ist.  Überhaupt sollte politische Koordination nicht aufwendig sein, damit der Arbeit vor Ort sowenig Aufmerk-samkeit wie möglich entzogen wird.
b) Die Abstimmungen müssen gewährleisten, daß Minderheitenpositionen nicht auf der untersten Ebene wegnivelliert werden.  Also kein reines Deligierten/Rätesystem.
c) Die Ballance zwischen Basisgruppen und Einzelmitgliedern muß geklärt werden.
d) Das politische Mandat muß stets so inhaltlich wie möglich sein. Da Funktionäre für organisatorische Aufgaben erforderlich sind und langfristiger gewählt werden sollten, bedeutet dies, daß organisatorisches Mandat und dasjenige für Projekte getrennt werden müssen.
e) Die Ressourcenvergabe richtet sich ebenfalls nach (d), also Fonds für Projekte und Einkommen für Funktionäre.
f) In der organisatorischen Arbeit und bei den Abstimmungen müssen Kriterien der Professionalität und Sicherheit gegen Störversuche durch den kapitalistischen Gegner gewährleistet sein.  Außerdem muß die Leitung für Einzelaktionen schnell handlungsfähig sein (Leninsche Kriterien).
g) Informierter Konsens  ist stets das Ziel der Abstimmungen.  Überstimmen nur die ungünstige Ausnahme.
h) Transparenter Umgang mit Information muß innerhalb der Organisation gewährleistet sein, während Konspirativität nach Außen möglichst weniges im Wege stehen sollte.
i) Der ganze Ablauf muß weitestmöglich gewährleisten, daß sich die Abstimmungen und politische Koordination an Sachfragen und Inhalten orientiert und Konsens oder kooperative Verschiedenheit zum Ziel haben, letzteres, wo Konsens nicht möglich ist.  Machtkämpfe lähmen jede Organisation, führen zu Frustration an der Basis und unproduktiver Arbeit vor Ort.  Zu starke Zersplitterung dagegen bringt nichts, dann bräuchte man sich garnicht erst zusammenschließen, das kostet dann nur unnötig Zeit, daher schon Konsens als Ziel.
j) Schnelle Adaption von kompetenten Vorschlägen muß gewährleistet sein, ohne daß dabei starre Leitungsstrukturen, Machtansprüche oder bürokratische und organisatorische Hürden der Verallgemeinerung der Kreativität Einzelner oder von Gruppen im Wege stehn. Nochmal: Koordination von gemeinsamer Politik darf nicht künstlich anstrengend gemacht werden. Anstrengend und gefährlich genug ist heute schon die politische Aktion selbst.   Wenn die Verallgemeinerung, das sich Einbringen schwierig gemacht wird, haben immer diejenigen den Vorteile, die am besten in der Struktur rudern, nicht diejenigen, die die besten Ideen haben.  Das Rudern in Strukturen hat weniger mit ‚Einsatz‘ für die gemeinsame Sache, als meist mehr mit Machtambitionen zu tun.  Deshalb kritisiere ich das, wenn Leute sich erst durch Linientreue oder Orthodoxie hochdienen müssen, eh sie sich für alle vernehmlich äußern können. Das ist tendenziell die unproduktive Praxis wohl so mancher sozialistischer Partei.  Politische Praxis brauchen die Mitglieder natürlich, aber warum soll die gerade in der Partei xy erworben worden sein ?


2. Statutentwurf
Ein Statut, daß alle Kriterien erfüllt, gibt es vermutlich nicht, also hier eine Skizze, die hoffentlich viele von ihnen erfüllt.  Attac erfüllt jetzt schon viele der Kriterien oben.
a) Qualifizierte Initiative:  Projektideen zu Kampagnen, Plattformen oder bundesweiten Aktivitäten werden über einen Debatten-Verteiler vorbereitet und erhalten dann eine permanente Home-Page, die auch dazu dient ihre Ressourcengewicht abzustimmen.  Initiativen können diskriminativ oder kooperativ positionierte werden (diskriminative Initiativen haben in der Regel schlechtere Chancen als kooperative).
b) Transparenz der Information:  Materialien von allen Basisgruppen und
Mitgliedern sind verfügbar zu halten, so daß sich alle jeweils das für sie Interessanteste heraussuchen können.  Das gilt unabhängig vom Ressourcengewicht oder Abstimmungen und sichert den offenen Ideenpool der Selbstorganisation.
c) Dezentrale Organisation:  Eine einheitliche politische Linie, die willkürlich und zentral bestimmt wird und dann irgendwie mit sozialem Druck oder mit anderen Mitteln durchgestezt wird, gibt es nicht. Aber es kann selbstorganisierend zu einer Vereinheitlicheung kommen, wie zum Beispiel bei der Mobilisierung zu großen Demonstrationen.  Die Leitung der Organisation ist eine spezialisierte Basisgruppe, die durch irgendein gegeignetes Verfahren bestimmt wird, z.B. Rotation durch die Mitgliedsgruppen, Wahl einer Mitgliedsgruppe, Wahl von Mitgliedern.  Natürlich hat jedes Mitglied dieser Basisgruppe alle Möglichkeiten (a)-(d), die andere auch haben (aber eben nicht mehr - Die Führung kann sich also qua Projektinitiative ein Mandat an sich selbst holen, ihre Ideen umzusetzen, aber eben nicht einfach drauf los machen).  Die Initiative zur Wahl einer neuen Leitung ist dieselbe, wie für ein Projekt, nur das es mehrere Projekte, aber nur eine Leitung geben kann (diskriminative Positionierung).  Außerdem kann festgelegt werden, daß die Leitung in regelmäßigen Zeitabständen neu bestimmt wird (Autoinitiative).
d) Selbstorganisation des Statuts (Verfahrens).  Das Verfahren wird selbstorganisierend weiterentwickelt.  Das heißt neue Elemente kommen durch die Einsicht der überwiegenden Mehrheit zum tragen, nicht als willkürliche Maßnahmen irgend einer Führung.  Falls es sich um Vorschläge handelt, die organisatorisch dauerhafte Strukturen verlangen, die eingerichtet werden müssen oder nennenswerte Ressourcen (Geldmittel, Übersetzungen ect.) benötigen, wird dasselbe Abstimmungsverfahren, wie bei Projekten verwendet.  Und dann bekommt die Führung ein Mandat diese Strukturen umzusetzen.

Das wars schon, nun muß nur noch das Abstimmungsverfahren geregelt werden.  Ich schlage ein Password für jeden vor und das Abstimmen im Proportionalverfahren, indem sich die Projekte im Internet auf einer Page, die niemanden bevorzugt, vorstellen können. Also nicht Gruppen oder Personen, sondern Projekte werden vorgestellt.  Die Wahl der Leitung ist davon die einzige regelmäßige Ausnahme.  Proportionalverfahren bedeutet dabei, daß nicht Gruppen (also Leitungen), sondern immer Mitglieder der Gruppen, also von attac und den Gruppen in attac abstimmen.  Das ist konsequent, weil sonst die Transparenz der Information, im Sinne des selbst informiert seins der Mitglieder, sich nicht sicher vom Kollektiv auch auf die Partnergruppen überträgt.  Dann wäre die Wirksamkeit des obigen Statuts durch undemokratische oder intransparente Vorgänge in den Partnergruppen, wo die Leiteung ihre Basis nicht richtig informiert, sondern allein entscheiden will, eingeschränkt.  Da ist natürlich noch vieles dran zu überlegen. Zum Beispiel ist ein sehr differenzierter Abstimmungsmodus denkbar, der dadurch erreicht wird, daß jeder eine bestimmte Anzahl Stimmen erhält, die auf die verschiedenen Projekte verteilt werden dürfen.  Oder jedes Mitglied gibt jedem Projekt eine Bewertung  innerhalb einer Skala (‚Note‘).  Dann hat jedes Mitglied automatisch eine variable Zahl von Stimmen, die an die Anzahl der Projekte und die individuelle Akzeptanz dafür gebunden ist.  Das bedeutet je nach Auswertung als Punkte oder Stimmen wieder etwas verschiedenes.  Zum Beispiel haben Punkte den Vorteil, daß wenn die maximale Punktzahl nur einem eigenen Projekt gegeben wird, daß damit Einflußverlust verbunden ist.  Ich hab halt eigentlich nur wenig Zeit dafür, sonst könnte ich die Alternativen mal richtig analysieren. Außerdem hat mein Projekt: Internationaler Vertrag zur Kontrolle der Konzernaktivitäten, im moment null Ressourcen, so daß ich erst mal sehn muß, wie ich die 30 Franken für den den Peace Brigades Kongress in Konstanz im Oktober aufbringe.  Zum attac Kongress können wir hier aus Konstanz sowieso - aus selbigen Gründen - nicht fahren.
Mit roten Grüßen,  Alexander


Ein paar Worte zu dem Disput zwischen Jörg und Sven Giegold !
Ich möchte einige Anmerkungen zu dem langen Text machen ... vorweg aber: Finde ich gut, wenn eine solche Debatte konstruktiv organisiert wird.
Da Du viel geschrieben hast, will ich zusammenfassend antworten.  Ich nehme nämlich erstens Attac und die ganze Strategie nämlich ganz anders war und zweitens sehe ich eine Widersprüchlichkeit in Deinem Organisierungs-Vorschlägen.
Aber nacheinander:
1. Ich teile die Auffassung nicht, daß Attac in einem Abstimmungsprozeß mit den verschiedenen Gruppen seine Programmatik entwickelt hat. Tatsächlich war erst die Programmatik und die Führungsgruppe da - und dann wurde der Verband in die Breite getrieben, und zwar von FR, Spiegel, taz usw. deutlich mehr als von der Attac-Führungsgruppe, die aus Personen besteht,  die in den letzten Jahren nur noch ganz am Rande in politischen überregionalen Zusammenhängen agierten (z.T. bei X1000quer). Deutlich früher als die Phase der Focussierung der öffentlichen Debatte auf Attac standen z.T. peinliche Positionspapiere (ich erinnere mich noch an den pro-nationalen Text zu Offshorezentren von Attac-Mann Oliver Moldenhauer und Spiegel-Mann (und Attac-Hyer) Harald Schumann mit der absurden Vorstellung, daß Liechtenstein am CDU-Spendenskandel schuld sei usw.
Die Programmatik von Attac stand ebenso fest wie die Personen der Führungsgruppe. Es war keineswegs ihre Planung, zum Dach aller politischen Gruppen zu werden. Das war die Idee von regierungsnahen Medien und Teilen von Grünen, SPD und PDS. Attac war nach Göteborg zunächst zwecks Spaltung in „Gute“ und „Böse“ DemonstrantInnen nützlich, vor und nach Genua gelangt es durch massive Aufforderungen, bei Attac mitzumachen, eine Art Staats-Linke zu schaffen und damit den Aufbau von selbstorganisierter Bewegung (z.B. nach dem durch Genua populär gewordenen Vorbild von Italien) komplett zu verhindern.
Widersprechen möchte ich auch Deiner Auffassung, daß es logisch sei, daß nur minimale Forderungen erhoben werden können, wenn ein breites Bündnis angestrebt wird. Erstens ist Attac nciht als Bündnis konzipiert gewesen (siehe oben), zweitens ist es ein ständig wiederkehrender Irrtum, minimale Vorschläge seien so etwas wie ein Konsens. Eine minimalreformistische Forderung ist genauso von einigen getragen und von anderen abgelehnt wie eine revolutionäre. Es ist ein (durchaus gezielt gestreuter) Irrglaube, daß die Minivorschläge irgendwie so etwas wie der kleinste gemeinsame Nenner sind. Antikapitalistische Gruppen sind nicht für die Tobin Tax, sind gar nicht für marktförmige Vorschläge ... denn das sind eben kapitalistische Vorschläge, die sogar der Stabiliserung des Kapitalismus dienen sollen. Entweder antikapitalistische oder nicht.
Gerade NGOs benutzen Dein Argument immer wieder als Trick. Radikale Positionen werden ausgegrenzt mit dem Hinweis, daß das nicht alle mittragen. Minimalreformistische werden dagegen durchgesetzt mit dem Hinweis, da seien dann wenigstens alle dafür. Das stimmt aber gar nicht - leider checken das auch viele radikalere Gruppen nicht (denen fehlt es leider ohnehin oft an Strategiedenken).

2. Zu Deinen Organisierungsvorschlägen:
Ich finde, Du agierst widersprüchlich - einerseits für Selbstorganisation, andererseits gehst Du von der Existenz einer Führung aus, die institutionell agiert (also kontinuierlich, unabhängig von Themenwechsel usw.). Warum braucht es so etwas? kann nicht im Zuge der Selbstorganisierung für jedes Projekt u.ä. aus dem Kreis der daran beteiligten das Mandat verteilt werden, wer wofür welche Aufgaben übernimmt?
Ein kontinuierlicher Apparat ist immer ein Herrschaftssystem. Er verfügt über Ressourcen, Hauptamtliche, Adreßlisten, die Konten, die Zugänge zur Presse usw. Jegliche Simulation von Modellen, wie neben einer solchen institutionellen Zentrale noch andere gleichberechtigt für Projekte existieren sollen, ist Augenwischerei.
Entweder Selbstorganisierung, d.h. freie Kooperationenzu jedem Projekt usw. der jeweils interessierten Basisgruppen und Einzelpersonen - oder eben Hierarchie. Aber dann auch ehrlich so benennen. Attac ist zweiteres. Udn dazu minimalreformistisch.
Richtig daneben finde ich in diesem Zusammenhang Deinen Satz, daß die attac-führung „lediglich ... die Vertretung nach außen“ macht.  Hier hast Du moderne Herrschaftssysteme nciht analysiert. In einer Mediengesellschaft brauchst Du keine Basis, die Deinen Anweisungen unterworfen ist. Fast alle NGOs haben sich konsequent von ihrer Basis entkoppelt. Auch Verbände wie der BUND haben aus ihren Geschäftsstellen alle Leute, die vor Jahren noch Basisarbeit unterstützten, rausgeworfen. Sie stellen ManagerInnen ein, die Kampagnen- und Lobbyarbeit machen. Die eigene Basis ist egal. Sie kann machen, was sie will. Denn sie ist marginalisiert. Öffentliche Wirkung wird virtuell geschaffen - über die Medien. Der BUND z.B.  setzt (wie Greenpeace, WWF und andere schon immer) inzwischen nur noch auf Fördermitglieder. Die sollen gar nciht selbst aktiv sein.
Also: Die Vertretung nach außen ist das Entscheidendste. Dabei läuft z.B. die Vermittlung, worum es überhaupt geht. Die Gruppen können Aktion machen, die Führung sagt warum. Das ist die moderne Dominanz. Instrumentalisierung.
Beispiel: Heute in der FR - Foto von der Demo beim EU-Finanzgipfel.  Daneben ein Text: Attac fordert die Tobin Tax. Auf der Demo ging es um viel mehr, aber in der FR steht, daß es um die Tobin Tax ging - jedenfalls wird das suggeriert.
Das ist moderne Dominanz. Die Kontrolle der eigenen mitglieder ist Steinzeit-Hierarchie.
Summa summarum: Selbstorganisierung und kontinuierliche Zentralen sind ein widerspruch.
Und Attac ist zudem noch eine Zentrale, die von außen gesteuert wird (nämlich instrumentalisiert von FR & Co., die Attac benutzen, um selbst Politik zu machen.
Jörg


Linksruck-Aktivist zur Diskussion
(O. am 22.10.101 09:53:34 auf der Mailingliste "No-Profit")
Betreff: J.B.: Halts Maul!:
Lieber J.
Dein frustriertes Rumgeketze solltest Du langsam mal für Dich behalten. Seit Du mit Deiner Zugbesetzung nach Genua total gescheitert bist, sind 99% Deiner mails echt unerträglich. Gescheitert bist Du nicht wegen Attac, sondern wegen Deinem eigenen falschen Konzept, das Dich in die Isolation geführt hat. Statt Dir einen Popanz aufzubauen, solltest Du Dir mal an die eigene Nase fassen: z.B. Dein Auftritt beim Sommercamp im Wendland.
Als Ein-Mann-Verband hast Du Dir angemaßt, jedesmal dem gemeinsamen Plenum zu unterstellen, es sei nicht "demokratisch" und besäße keine Legitimation Beschlüsse zu fassen. Die besitzt natürlich nur Du, kleiner Anarcho-Despot.
Es wäre schön, wenn Du von der Giftspritzerei zur Solidarität zurückkehren könntest.

Weitere Links und Infos

Allgemeiner Hinweis: Alle kursiv gestellten Texte sind keine Zitate, sondern Quellenangaben und zusätzliche Erläuterungen.
Etliche Texte und Zitate sind mit, andere ohne Namen - das liegt zum einen daran, wie wir die Texte bekommen haben, zum anderen können die, deren Texte hier abgedruckt sind, auch selbst bestimmen ... Mail mit Begründung genügt und der Name wird, wenn das Argument überzeugt, gestrichen bzw. hinzugefügt.