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Attac-Buch

Attac assimiliert die Umweltbewegung

Sven Giegold in einer Rede vor der DNR-Mitgliederversamlung (Quelle: Schriftliche Fassung von Sven Giegold selbst)
Bei der Wahl der BündnispartnerInnen etwa muss die Frage "Wer will mit uns die Märkte in ihre Schranken weisen" entscheidend sein und nicht nur wer einen überdurchschnittlichen Beitrag zum Umweltschutz leistet. ...
Die zukunftsblinden Märkte unter Bedingungen der wirtschaftlichen Globalisierung in soziale und ökologische Schranken zu verweisen, ist eine Herkules-Aufgabe. Ob sie gelingen wird, ist heute völlig offen. Klar ist, dass es nur in einem breiten, international angelegten Bündnis gelingen wird. Das Faszinierende ist, dass mit der globalisierungskritischen Bewegung ein solches Bündnis entsteht. Die Umweltorganisationen sollten sich ungleich stärker als bisher als ökologische Flanke dieser Bewegung verstehen und sich dort massiv einbringen. ...
Eine solche Vision verträgt sich allerdings nicht mit freigesetzten Märkten, wie sie die nationalen Wettbewerbsstaaten fordern. Die Umweltbewegung sollte daher gesellschaftspolitisch Farbe bekennen, auch wenn dies einige SpenderInnen für grüne Bänder hier und Robben da kostet. Künftig sollte die Umweltbewegung ihre Kampagnen auf der Basis einer klareren gesellschaftspolitischen Basis durchführen. Die überall entstehenden Sozialforen wie auch Attac als Bündnis bieten eine gute Gelegenheit sich mit den eigenen Aktivitäten einzubringen, mit Hilfe dieser jungen Bewegung zu verjüngen und wieder selbst zur Bewegung zu werden. Dazu müssen sich die Umweltorganisation jedoch sowohl von ihren Positionen als auch in ihren Formen auf die neue Situation einstellen und verändern.

Rasmus Grobe, Attac-/Bewegungsakademie-Funktionär in punkt.um 3/2004 (S. 2)
Verpassen die Verbände den Anschluss?
Nachwuchssorgen und Mangel an Aktiven führen in Umweltverbänden zunehmend zu einem anderen Umgang mit Ehrenamtlichen. Doch während sich viele Organisationen auf die Gestaltung dieses "neuen Ehrenamts" konzentrieren, droht schon die nächste Entwicklung an ihnen vorüberzuziehen. Angesichts der Globalisierung, des Irakkriegs und des Bildungsabbaus formiert sich Protest bei jungen Menschen. Ein Engagement, an das die Verbände anknüpfen können - wenn sie dazu bereit sind. ...
Und spät, aber dennoch beginnen so Umweltorganisationen mit Instrumenten zu arbeiten, die ini soialen Organisationen bereits gang und gäbe sind: professionelles Ehrenamtsmanagement, zielgruppenorientierte Angebote und zielgruppenspezifische Kommunikationsstrategien. Es kommt Bewegung ins Ehrenamt.

Interview mit Sven Giegold in punkt.um 3/2004 (S. 21)
Ich kann gut verstehen, dass es in den 90er Jahren für die Umweltbewegung schwer war, jenseits des Atomthemas Protest zu organisieren. Um so schädlicher ist es, sich nicht voll in die globalisierungskritische Bewegung einzuklinken, die den Zugang zu massenhaftem Protest wieder bietet. Die Umweltorganisationen könnten hier die ökologische Stimme sein. ... Ich glaube, dass die Umweltbewegung sehr von einer engen Kooperation profitieren könnte. ... Was das professionelle Durchführen von Kampagnen angeht, haben die Umweltverbände viel bereits gemacht, was Attac gerade erst lernt.

In der Beilage aktiv.um 3/2004 wird der McPlanet-Kongreß als "best practise" vorgestellt. Das Blatt mit Tipps für Umwelt-Basisgruppen wird von Attac-Funktionären kontrolliert. Diese hatten die neue Zeitung zunächst als offene Plattform ausgelobt, dieses aber zurückgezogen, nachdem auch KritikerInnen des managementorientierten und attacbewerbenden Stils eine Mitarbeit anboten.
Die Ausgaben dieser neuen Zeitung, mit der Attac-Spitzen die Umweltbewegung beeinflussen und integrieren wollen in ihren modernen Kampagnenstil, strotzen nur so von Anleitungen zu inhaltsleeren, populistischen Managementmethoden. Die Zeitung richtet sich an die FührerInnen von Basisgruppen und vermitteln ihnen Know-How fürs "Controlling" der Mitwirkenden, neue Geldquellen und mehr.

Rechts: Beispiel aus der Zeitung aktiv.um (März 2004, S. 2). Schema über die Kriterien der "Qualität eines Projektes" - Inhalte, Kreativität und Wirkung kommen als Faktoren gar nicht mehr vor. Management total!

Aus Wolfgang Ehmke, "Kommt zusammen, was zusammengehört?" in: Christine Buchholz u.a., 2002, "Handbuch für Globalisierungskritiker", KiWi in Köln (S. 156)
AtomkraftgegnerInnen sind Globalisierungsgegner ...

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