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Szene-Einblicke

Nachdenken über linke Bewegung

Aus einem Interview mit Monika Bricke von der Gruppe fels* (in Kleine Anfrage, Sonderausgabe, S. 14)
Die Bewegung in Deutschland ist natürlich immer wieder ein trauriges Kapitel. Selbst wenn es einem nicht unbedingt angenehm ist, muss man sagen, dass Attac schon so etwas wie eine Bewegung und auch ein Sammelpunkt für alle möglichen Leute ist. Um wieder dieses Unbehagen anzusprechen: Leute, die eher diffus merken "irgendetwas stimmt nicht und ich will was machen" - was macht man dann? Man geht zu Attac, weil Attac sichtbar ist, weil sie was machen und das muss dann ja noch nicht mal unbedingt besonders gut sein, aber sie machen halt was. Sie sind ansprechbar, sie wirken offen. Und das genau ist nach meiner Analyse und auch nach der von FelS eines der großen Probleme, warum es in Deutschland nicht zu einer richtig breiten Bewegung kommen kann. Denn gerade die radikale Linke ist so wenig offen und so ängstlich bemüht, bloß nicht mit den "falschen Leuten" Bündnisse einzugehen und vor allem auch so selbstzerfleischend. Die Auseinandersetzungen zwischen Antideutschen und Antiimperialisten oder ähnliche sind so dermaßen intern, die interessieren ja überhaupt niemanden, der auch nur ein bisschen außerhalb steht. Insofern ist es kein Wunder, dass Leute, die jetzt anpolitisiert werden bei Linksruck oder Attac landen, weil die sich auch darum bemühen, Leute für sich zu gewinnen. In der radikalen Linken habe ich immer den Eindruck, es geht darum ein möglichst kleiner Zirkel zu bleiben und möglichst unter sich zu sein und das ist kein Ansatz mit dem man zu einer Bewegung kommt.

*Die Gruppe fels, u.a. organisiert in ACT!, bringt häufig interessante Analysen heraus. In ihrer eigenen Praxis treten allerdings einige sonst kritisierte Punkte selbst auf - vor allem ein Hang zu Labeln und Selbstdarstellung bis zu kollektiv-identitären Strategien incl. Ausgrenzung.

Lesestoff

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