Gefährliches Gießen: Die (Gefahrenabwehrver-)Ordnung angreifen! @

Abwehr der Ordnung statt Abwehrverordnung!

Am 12.12.2002 will die Stadtverordnetenversammlung Gießen die umfassende Gefahrenabwehrverordnung verabschieben. Die aktuelle Mehrheit unter Führung der CDU setzt damit die Politik der rotgrünen Vorgängerregierung fort, die bereits mit vielen Regelungen, Vertreibung und Überwachung das normierte Verhalten von Menschen durchzusetzen versuchte.
Die Gefahrenabwehrverordnung verbietet vieles, was Menschen wollen oder brauchen: Vom Teppichausklopfen bis zur verzweifelten Suche nach etwas Eßbaren im Müll derer, die reicher sind. Sie verbietet das Verteilen von Flugblättern und störendes Verhalten auf Straßen und Plätzen. Wer verfolgt wird für was, wird im Interesse derer liegen, die festlegen wollen, was in Gießen erwünscht ist und was nicht. Ziel ist eine genormte Stadt, in der die Menschen lernen, arbeiten, konsumieren, sich vergnügen und kommunizieren, wie es für Herrschaft und Profit gut ist. Aus der Reihe tanzen ... soll es nicht mehr geben! Vielfalt, Kreativität und Eigensinn werden getötet für ein glattgestrichenes Designer-Giessen.

Die Gießener Gefahrenabwehrverordnung ist nicht der Beginn und nicht das Ende, sondern der vorläufige Höhepunkt des Wahns von Sicherheit und Ordnung, der in der Gesellschaft immer stärker verankert ist, der aber angetrieben wird von denen Interessen derer, die von Herrschaft und Ausbeutung profitieren. Wo Menschen in Rollen gedrängt werden, wo Erziehung, Schule, Ausbildung und die Zwänge des brutalen Arbeitsmarktes aus Menschen Rädchen im System machen, muß ein immer autoritärer Staat den Rahmen sichern. Polizei, Knäste, Überwachungskameras, Ordnungsbehörden und Gerichte sind die Orte, wo Menschen gefügig gemacht werden, ihr Widerstand gebrochen oder ihr Ausbrechen aus den Zwängen bestraft werden sollen. Die Gefahrenabwehrverordnung ist ein Schmieröl für die direkte Repression, für die Zurichtung der Menschen auf ein normiertes Verhalten, den Standardtyp Arbeits- und Reproduktionskraft plus Konsum.

Hinter der Gefahrenabwehrverordnung steht die Ideologie von Herrschaft, die sich mannigfaltig in Gießen ausdrückt. Insofern darf der Widerstand gegen die Verordnung nicht beschränkt bleiben auf diese weitere Zuspitzung von Unterdrückung und soziale Gleichschaltung. Widerstand gegen Herrschaft muß alle Formen der Herrschaft angreifen:

Die Alternative liegt in der Utopie einer herrschaftsfreien Gesellschaft und dem alltäglichen Widerstand gegen die herrschaftsförmigen Verhältnisse.

Kreativer und entschlossener Widerstand gegen die Gefahrenabwehrverordnung am 12.12. um 17 Uhr am Berliner Platz und dann solange wie nötig! Widerstand gegen jede Herrschaft und Verwertung immer und überall! Reclaim Giessen! Wir wollen die Gefahr sein! Abwehr der Verordnung!

Menschen rund um die Projektwerkstatt in Saasen

Mehr Infos:

P.S. Herzliche Einladung zu den Aktionstagen "Widerstand und Vision" vom 19.-28. Dezember in der Projektwerkstatt in Saasen. Dort soll es um Ideen kreativen Widerstands, neue Aktionen und Projekte gehen ... theoretisch und praktisch! Mehr: http://www.projektwerkstatt.de/hoppetosse/index.html.


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