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Geschichte


Feldbefreiungen in Gießen und überall

Die Bilanz

Rechts: Statistik des Bundesverbandes Deutscher Pflanzen-zücher (Faltblatt "Feldzerstörungen vernichten Zukunft")

Feldbefreiungen und -besetzungen wirksam!
InnoPlanta am 10.6.2010:

Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen sind in Deutschland immer schwieriger geworden. Allein 2009 wurde nahezu die Hälfte der Versuche durch radikale Gentechnik-Gegner zerstört.

Die Felder der Uni Gießen

2006: Öffentlich angekündigt, teil-zerstört
2007 ... alles zerstört: Gießen wieder gentec-frei!!!
2008 ... Hessen gentechnikfrei: 2x BürgerInnenprotest und 2 spektaktuläre Feldbesetzungen
2009 ... kein Feld mehr in Hessen, aber Protest gegen Wiederholung des Gerstenversuchs nahe Rostock
Und weiter ...
Im Original: Fotos, aufgenommen von Gentechniker_innen ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aus einem Vortrags des Gentechnikforschers Andreas Schier (FH Nürtingen)
StatistikZerstörtes Feld
Zerstörtes Feld Zerstörtes Feld

Feldbefreiungen überall

ProPlanta bestätigt am 27.9.2009 die Effizienz von Feldbefreiungen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Pflanzengenetik an der Leibniz Universität Hannover wollen ab 2010 in Kooperation mit der North Dakota State University Experimente mit genveränderten Erbsen im Freiland durchführen.
Genforscher kooperieren mit Universität in den USADiese Erbsen enthalten Gene aus anderen Pflanzen oder Bakterien zur Verbesserung der Resistenz gegen Pilzkrankheiten und Insektenfraß. Die Kooperation soll sicher stellen, dass die innerhalb von Abschluss- oder Doktorarbeiten entwickelten Pflanzen auch auf eine mögliche praktische Anwendung geprüft werden. Die Wirksamkeit der eingebrachten Gene kann nur im Feldversuch sicher getestet werden. Wegen der zunehmenden Zahl an Versuchs- und Feldzerstörungen ist dies in Deutschland zurzeit nicht möglich.

2011: Auch die Hochsicherheitsanlagen fallen ...

Rundherum

August 2008: Der Prozess gegen die FeldbefreierInnen

Vom 26. August bis 4. September 2008, lief der Prozess wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch geben. Spannend sollte die Frage werden: War die Aktion gerechtfertigt, um Schaden von der Allgemeinheit abzuwenden? Zu den Rechtsinformationen über "rechtfertigenden Notstand" siehe mehr hier ... ++ Extra-Seite zum Prozess.
Aber der Richter Dr. Frank Oehm machte einen Strich durch die Rechnung: Er brach alles, was an Vorschriften für Strafprozesse zu brechen ist, verbot alle Fragen mit Bezug zum Genversuchsfeld und schmiss sogar noch einen Angeklagten raus. Als die peinlichen Plädoyers und das Urteil gesprochen wurden, waren Angeklagte und Verteidiger nicht mehr im Raum. Auch die Urteilshöhe war eine Verbeugung von der Gentechnik-Mafia, die der Richter schon vor unangenehmen Fragen geschützt hatte: 6 Monate ohne Bewährung!

Diese Felder der Uni Gießen sollte es 2008 geben ...

Zur Aktionsform der Feldbefreiungen

Öffentlich ankündigen

Etliche Menschen hatten schon 2006 eine Ankündigung zur Feldbefreiung verfasst. Das soll 2007 wieder so laufen. Gesucht sind Menschen, die eigene Aktivitäten ankündigen. Es geht darum, öffentlich deutlich zu machen, dass mensch auch mit eigener Kraft die Versuche beenden will. Die Ankündigungsliste beinhaltet von Vornherein die Weiterführung des Protestes auch im Fall von juristischer Verfolgung durch den Profit und Macht absichernden Staat.

Mehr als eine Aktion

Diese Seite organisiert Protest gegen Genfelder in Gießen. Es wird aber sicher mehr geben. Infoseite weiterer Feldbefreiungs-Aktionen: www.gendreck-weg.de. Seite mit allen Genfeldern zum Aussuchen ...

Begeistert ...

In Australien ...
Führende Gentechnikgegner haben die Sabotage von gv-Raps entschuldigt, um Westaustraliens geplante Feldversuche zu stoppen. Greenpeace Anti-Gentechnik-kampaigner Louise Sales sagte, es wäre “vollkommen akzeptabel” wenn Demonstranten Pflanzungen verwüsteten, um das “breitere Wohl” zu schützen.

... und entsetzt

In Deutschland dagegen sind es selbst Grüne, UmweltverbandsfunktionärInnen usw., die sich ständig distanzieren. Sie träumen davon, am Verhandlungstisch mit den Mächtigen die Welt zu verändern - die aber ja nicht zufällig so ist, wie sie ist.

Tageszeitung "Die Welt"

Aus der Onlineausgabe der Zeitung "Welt" am 15.3.2007
Auch anderswo im Lande sind selbst ernannte Retter vor der Gentechnik aktiv - ganz öffentlich. Auf "soziale Notwehr" beruft sich eine "offene Gruppe" von "FeldbefreierInnen" im Raum Gießen. Vor wenigen Tagen kündigte sie auf ihrer Internet-Seite neue Zerstörungstaten an - als Wiederholungstäter. Im vergangenen Juni saßen vier Personen kurzzeitig in Polizeigewahrsam, nachdem sie begonnen hatten, auf einer Forschungsstation der Universität Gießen ein Versuchsfeld mit GV-Gerste zu verwüsten. Die Universität plant für dieses Jahr weitere Aussaaten im Dienste der Forschung, teilweise im Auftrag der Bundesregierung. Man werde diese Versuche mit eigener Kraft beenden, "falls die Uni nicht selber auf die Idee kommt", kündigten die "FeldbefreierInnen" daraufhin ganz offen an. Annonciert wird auch die Suche nach Mitstreitern, um die Feldaktionen, die auf der Website auch noch im Zusammenhang mit einer umfassenden "Herrschaftskritik" diskutiert werden, in Angriff nehmen zu können.

Ja, sowas aber auch ...

Gentec-Professor

Aus einem Mailwechsel nach der Ankündigung 2007. Der Absender ist Prof. und Chef des Instituts für Angewandte Genetik in Wien!

Sehr geehrter Herr B.,
mit Erstaunen und Verwunderung habe ich Ihre Ankündigungen über sog. Feldbefreiungen in Giessen gelesen. Von der Sache her halte ich diese Aktionen für kontraproduktiv und gegen die Interessen einer verantwortungsvollen Umwelt- und Landwirtschaftspolitik.
Es ist natürlich nichts dagegen einzuwenden, wenn Sie eine andere Meinung dazu haben, aber dies legitimiert Sie und andere keineswegs zu Aktionen, die eindeutig ausserhalb des Rechtsrahmens stehen. Daher hoffe ich, dass alle, die sich an diesen und vergleichbaren kriminellen Aktionen beteiligen, die rechtlichen Konsequenzen persönlich zu tragen haben werden.
Mit freundlichen Grüßen, Josef G.

Hallo und guten Tag,
vielen Dank für Ihre Mail. Ich finde es enttäuschend, wenn Menschen ihre gesamte Denkkraft abschalten und sich nur noch davon leiten lassen, was - zudem von den Mächtigen definiert - als legal gilt und was nicht. Mit einem solchen Denken würde es kein Fortschreiten in der Menschheit geben, denn das Recht ist prinzipiell konservativ, d.h. es rettet einen Zustand des Gestern ins Morgen.
Aber so philosophisch muss ich noch nicht einmal werden. Ihre Mail ist noch nicht einmal das Bemühen, in der - meines Erachtens nebenrangigen - Sache des Rechtlichen etwas Erhellendes zu bringen. Denn ob die Zerstörung von Feldern oder vielleicht doch eher die Anlage der Feld (Stichwort: Koexistenzrecht) illegal sind, ist noch gar nicht entschieden. Diese Frage stellen Sie sich aber gar nicht. Vielmehr übernehmen Sie gar nicht eine eigene Rechtsposition, sondern die Rechtsauslegung der interessierten Industriezweige.
Insofern habe ich zwei Probleme mit Ihrer reichlich kurzen Sicht auf die Dinge:
In der Sache argumentieren Sie gar nicht, sondern setzen "legal" = "gut". Woher Sie auch immer dieses moralisch Höhere im Recht wittern.
Aber selbst, wenn ich über diese Denkschranke hinwegblicke, fällt aus, dass Sie sich nicht einmal die Rechtslage anschauen, sondern noch die Rechtsauslegung der Industrie und der Gentec-Lobby zum geltenden Recht erklären.
Auf unserer Internetseite haben wir zur Koexistenzfrage und der nach unserer Auffassung bestehenden Illegalität der Genfelder (nicht der Zerstörung derselben, die wäre dann nämlich wieder legal) einiges zusammengestellt.
Ich diskutierte gerne mit Ihnen über abweichende Auffassungen dazu. Aber Sie müssen schon argumentieren, nicht den Kopf ausschalten.
Beste Grüße, Jörg B.

Sehr geehrter Herr B.,
danke für Ihre mail.
Gehen Sie ruhig davon aus, dass ich mein Hirn eingeschalten habe und sehr genau weiss, wovon ich rede. Ihre Unterstellungen sind durchaus verzichtbar! Ihre Ansicht, dass Fortschritt notwendigerweise über illegale Aktionen führen muss halte ich offen gesagt für eine gefährliche und politisch sowie rechtlich nicht akzeptable Position.
Für eine detaillierte Diskussion mit Ihnen fehlt mir leider die Zeit,
mit freundlichen Grüßen, Josef G.

In einer Zeitung stand ...
Die selbsternannten “Feldbefreier”, so Reiche, würden nicht davor zurückschrecken, Eigentum von innovativen Landwirten zu zerstören, sagte die Vize-Vorsitzende der Unionsfraktion. Die grüne Biotechnologie vermindere den Einsatz von Pestiziden, Insektiziden und Düngemitteln. Ernteerträge würden gesteigert. Deshalb sei die Anwendung in Deutschland ebenso wichtig wie die Forschung.

International

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