Direct-Action: Bildung(skritik)

Siehe auch: Eingangsseite zu Direct-Action ++ Beispiele für kreative Aktionen ++ Lernen von unten

Im Unialltag nicht abstumpfen

Gegen Studiengebühren sind viele. So ist es verständlich, dass es grad bei diesem Thema zu großen Protesten kommt. Doch die Universität ist bereits jetzt in ihrem Alltag nicht besonders frei: auf Verwertungslogik ausgerichtet, voll mit Hierarchien, Kontrollen und absurden Regeln. Bereits einfache direkte Aktionen können im Unialltag können einigen Staub aufwirbeln - oft mehr als eine Demo.

Anwesenheitsliste

In vielen Seminaren kursieren Anwesenheitslisten und zwingen zur körperlichen Anwesenheit. Diese lassen sich vielfältig sabotieren: klauen ist am direktesten. Noch schöner, wenn hinterher ein Bekennerinnenschreiben bei der Dozentin eintrifft. Die Erfahrung zeigt, dass dies in der Regel sogar verlesen wird, und so für einigen Gesprächsstoff sorgt.
Oder am Anfang des Semesters aufstehen, und erklären, dass mensch die Liste ignorieren werde, und warum. Oder ganz einfach, aber ohne politische Wirkung: Unterschreibgemeinschaften bilden. Immer eine Anwesende unterschreibt für die Abwesenden mit. Oder alle vorhandenen Unterschriften durchstreichen, dann fehlt die Kontrolle, wer sich danach eingetragen hat.

Hierarchien

Fast alle Veranstaltungen sind extrem dominiert von der Dozentin. Das liegt nicht nur an ihr, sondern in der Regel auch an den Studis. Wie wäre es, am Anfang eines Seminars eine Debatte darüber anzuzetteln? ...über Anwesenheitspflicht? ...über Diskussionsmethoden? Warum sitzen eigentlich fast immer alle in Reihen? Warum ist oft nur das, was die Dozentin sagt, wichtig? Wieso verlaufen fast alle Seminare nach starren Mustern?
Das mag nicht besonders revolutionär sein, kann aber für viele apolitische Studis der erste Schritt sein, Bestehendes in Frage zu stellen. Unter Umständen rennt mensch jedoch damit offene Türen ein: gerade im Umbau zur neoliberalen Uni ist z.B. „projektbezogenes Lernen“ der große Renner. Deshalb gilt es, nicht bei den Lernformen stehenzubleiben, sondern auch andere Inhalte einzubringen. Hierarchiearme Lernformen sind keine Garantie für emanzipatorisches Handeln, aber eine wesentliche Voraussetzung dafür.

Wissenschaftskritik

Wissenschaft ist nie „objektiv“, fast immer ist sie gegenwärtig mit Verwertungs- und Herrschaftsinteressen, mit sexistischen und rassistischen Ideologiefragmenten durchsetzt. Das zu thematisieren, ist nicht immer leicht. Einfach, aber mit enormer Wirkung: ein Flugblatt, das sich mit Inhalten und Methoden einer Vorlesung kritisch auseinandersetzt, und während einer langweiligen Veranstaltung kursiert, kann enorme Aufmerksamkeit erhalten. Überhaupt Lesestoff: Aufrufe zu Demos, Aufkleber - was einmal durch die Reihen geht, wird verteilt.

Selbstorganisation

Ein Modell, wie Bildung jenseits gegenwärtiger Unistrukturen, funktionieren könnte, sind selbstorganisierte oder autonome Seminare. Hier besteht aber auch enorme Vereinnahmungsgefahr: sehr leicht können selbstorganisierte Seminare dazu dienen, den Stellenabbau an der Uni aufzufangen. Das droht gerade dann, wenn selbstorganisierte Seminare als "Nachhilfestunde" für die „richtigen“ Lehrveranstaltungen verstanden werden.

Dagegen kann helfen:

  • Selbstorganisierte Veranstaltungsformen radikal öffnen. Es sollten sich eben nicht nur StudentInnen angesprochen fühlen, sonder auch SchülerInnen, Erwerbstätige und -lose.
  • Verzicht auf jede Kontrolle und zentrale Steuerung: gelernt wird das, was die Beteiligten wollen.
  • Experimentieren mit Veranstaltungsformen. Nur zu leicht beginnt mensch das übliche Seminarverhalten zu kopieren: hier Dozierender dort Zuhörende.
  • Einen sehr hilfreichen Text zu "Knackpunkten, Ursachen, Lösungsversuche bei Autonomen Seminaren" gibt es am Ende des Alternativen Veranstaltungsverzeichnisses Berlin/Potsdam bei: www.selber-denken.net.ms
  • Tipps für Veranstaltungsformen auch bei www.collaborative-learning.de und im Reader „HierarchNie!“ (www.aktionsversand.de.vu).
  • Seminare zum Ausgangsort für Widerstand machen. Ein Seminar kann der Ort sein, wo Menschen unter Umständen das erste Mal lernen, sich selbst zu organisieren. Hier gilt es eben, jener seltsamen Trennung von "Theorie" und "Praxis" entgegenzutreten.

Erst wo aus Selbstorganisation Widerstand gegen die aktuelle (Uni)politik erwächst, wird's richtig spannend: aus dem Studi-Streik 2003 in Berlin wurden zwei Räume besetzt. Aus der kleinen Aktion wurde schließlich ein ganzes Haus - die Offene Uni Berlins. Genutzt von Studierenden, feiernden Partygästen, debattierenden Politgruppen und nächtigenden Obdachlosen ist die OUBS das einzige Projekt in Berlin, das trotz Räumungsbedrohung den damaligen Unistreik überdauert hat. Probleme mit der Offenheit gibts mehr als genug, doch erst aus dieser Offenheit kann auch Neues erwachsen. (Links zu Gegenuniprojekten: www.coforum.de/?SelbstorganisierteSeminare)

Bildungssyndikat

"Bildungssyndikate" sind der Versuch, eine anarchistische Gewerkschaft für SchülerInnen, Studierende und Lehrende zu schaffen. In verschiedenen Städten gibt es Gruppen (eine Übersicht: www.fau.org/syndikate/bsy2/). Deren Praxis ist oft nicht so spektakulär, doch können sich hier Ansätze für mehr Aktionen finden.
Und an weiteren Aktionsfeldern besteht kein Mangel: Werbung an der Uni, Messen auf denen Unternehmen um Arbeitskräfte werben, Burschenschaften...

Und an der Schule?

Ideen finden sich in einer Broschüre: www.de.anarchopedia.org/index.php/Projekte:Schulaktionen

Text aus dem Direct-Action-Kalender 2006

Beispiele und Ideen

Liste aus den Unistreiks 2004 in Gießen und Marburg
  • Neue Gebühren für alles erfinden, um die Absurdität von "Langzeit-"Studiengebühren zu zeigen: Langzeitschläfergebühren, Gebühren für langsame Autofahrer, Langzeitsurfergebühren (www.asta-marburg.de), ... (Liste fortsetzen)
  • Gucken, warum Hessen pleite ist ... aus dem Polizeiticker auf www.polizeipresse.de: Am Mittwoch, dem 12.11.03, um 15.00 Uhr, stellt Innenminister Volker Bouffier auf dem Hubschrauberlandeplatz des Polizeipräsidiums Mittelhessen in Gießen, Ferniestraße 8, die neuen Funkstreifenwagen der hessischen Polizei mit verbesserter Ausstattung vor. Hessen ist das erste Bundesland, dessen Polizei diese Ausstattung im Normalbetrieb einführt. Es sollen sechs Fahrzeuge an die Polizeipräsidien Nord -Mittel- und Osthessen übergeben werden. Zur verbesserten Ausstattung gehört auch ein neues Tonsignal, genannt "Yelp", das Polizeibeamte künftig zum Anhalten von Verkehrsteilnehmern verwenden werden. Es handelt sich um einen auf- und abschwellenden Ton ähnlich einer amerikanischen Polizeisirene. Darüber hinaus haben die neuen Funkwagen, eine Arbeitsleuchte und reflektierende Streifen zur besseren Erkennbarkeit bei Dunkelheit. Das ist gleich nach der VV in Gießen ...
  • Am besten alle Bücher aus der UB und aus den Fachbereichen verkaufen. Dann ist genug Geld für die Uni vorhanden, die Attraktivität der Uni nimmt ab und es studieren weniger. Dann wird noch mehr Geld gespart.
  • Nicht einschüchtern lassen! Polizisten dulden. Polizeiliche Aufforderungen gelassen entgegen nehmen. Auch wenn die Bundeswehr anrückt, durchhalten!!!
  • Seminare im Vorgarten u.ä. von Landtagsabgeordneten, Minister/-innen usw. (öffentlich und vor allem der Presse ankündigen). Streß ist gar nicht nötig, wenn Bullen kommen entweder kreativer Umgang oder gehen. Das Betreten eines dafür vorgesehenden Eingangsbereiches ist noch nicht per se Hausfriedensbruch, weil mensch den ja auch tatsächlich betreten muß, z.B. um einen Werbeflyer vorbeizubringen. Für Giessener/-innen: Volker Bouffier, Innenminister der CDU-Landesregierung, wohnt nur wenige Meter neben der Neuen Mensa beim Phil I. Wegbeschreibung: Vor Mensaeingang stehend nach rechts auf den Teerweg neben dem Unigelände, dort nach links ... immer den Fahrrad-Ausschilderungen folgen ... bei Kreuzung (wo es nicht mehr geradeaus weitergeht) links (Altenfeldsweg), dann das zweite Haus links (ohne Namensschild, Kamera observiert den Eingangsbereich ... aber ist ja eh was öffentliches). Polizei fährt immer die Runde.
  • An einem Tag alle Veranstaltungen auf öffentlichen Strassen/Kreuzungen stattfinden lassen. Nicht auf Polizeiforderungen eingehen. Dieses mit 30-40 verschiedenen Gruppen (Veranstaltungen); dazu Dozenten finden. Von morgens 10:00 bis 17:00. Nicht verhandeln. Es ist eine Aktion um Druck aufzubauen, ein Nachgeben unsererseits darf es nicht geben. Zur Not gewaltfrei wegtragen lassen, dann aber wieder auf die Strasse (andere/neue Veranstaltung). Wenn genug mitmachen 1000-1500 Leute können sie !NICHTS! machen. Die paar die sie kriminalisieren werden (als Exemple) werden sich nur mit ner Ordnungswiedrigkeit konfrontiert sehen, die als Busgeld 50 - 150 EUR ausmachen wird. Eine Soliparty und das Geld ist wieder drin. Ansprechpartner für die Polizei wählen, die sich der Situation gewachsen fühlen und immer nur sagen: "ja,ja, machen wir ...gleich", oder "tja, die wollen halt nicht..."
  • Nackt über öffentliche Plätze rennen! Erzeugt viel Aufmerksamkeit (Presse miteinbeziehen) und Sympathie!!!
  • Erstmal einfach Druck aufbauen Das kann mit Strassen-, Platz- und Kreuzungsbesetzungen anfangen. Oder man macht nen grosses Feuer auf dem Campus (oder davor). Oder man besetzt diverse Gebäude. Oder halt immer wieder unangemeldete Demonstrationen. Umsonst kollektiv Busfahren.Halt relativ einfache niedrigschwellige Sachen, die aber zu 100% eine Konfrontation mit der Gegenseite (dann halt die Polizei) herausfordern. Ziviler Ungehorsam wird das wohl genannt. So schafft man ein Bewustsein des Regiert- und Unterdrückt- werdens, welches viele noch nicht haben, welches aber dringend nötig ist. Kreative Aktionen ohne Reibung waren 1997 schon nett und nicht mehr...
  • Bei TV-Shows (Harald Schmidt, TV-Total etc.) als Zuschauer Transparente/Banner hochhalten.
  • Nicht auf geheuchelte Solidarität reinfallen! Presse, SPD, Grüne, Staatsanwälte, Polizei, Unileitung, Profs abblitzen lassen. Gesprächspartner der nächsten Tage sind nur die Studierenden und die Uni - Angestellten. Keine Diskussionen aufzwingen lassen. Selber agieren.
  • Nie bitten: fordern !!! Forderungen Basisdemokratisch erarbeiten und Mittel zur Durchsetzung diskutieren.
  • Wenn wir alle zusammen kämpfen, können wir sogar die Bundeswehr besiegen!!! solche sätze hier muss mir mal jemand erklären.
  • Vollschicht-VV - also eine VV, die nie aufhört. Dann auch mal das TV einladen... Unterhaltsames Programm überlegen.
  • Besetzen ist Punkt 1 !!! Daran führt kein Weg vorbei. Dann sind wir in der offensive bzw. die anderen in der Defensive. Mit denen die Forschung betreiben reden. Basisgruppen bilden und im Fachbereich weiteres Vorgehen koordinieren.
  • Univerwaltung besetzen und oeffentliche Einschreibungen von allen die wollen vornehmen. Neue Studiengänge erfinden/eroeffnen
  • Gesamte Verwaltung (von Einschreibungen bis zu Vorlesungen/Seminaren - Raumvergabe) selber übernehmen. Probleme auf Studierenden - Ebene diskutieren und lösen (bsp: ich muss aber morgen meine Diplomarbeit abgeben, etc). Dozenten finden, die mitmachen und neue Themen suchen. Unbeliebten Professoren / Dozenten kündigen.
  • Flugblätter mit Hintergrundinformationen in alle Briefkästen schmeißen, damit alle Bürger der Stadt informiert sind.
  • Seminare und Vorlesungen an vollen Plätzen in Bussen und Bahnen stattfinden lassen / auch in Verbindung mit Theater zB.: Ausgelagerter Fachbereich nun als eigenes Unternehmen auf dem Markt
  • Austausch zwischen Studierenden und den Sozialen Initiativen - Seminare in verschiedenen Einrichtungen (auch CoForum) / Betreuungs- / Beratungsangebote, Kinder- / Jugendprojekte an der Uni (z.B. Drogenseminar, Tanzkurs)
  • An öffentlichen Plätzen gegen Studiengebühren und sozialen Kahlschlag trommeln. Mehr Trommeln mitbringen, als Menschen, damit auch Passanten (=Öffentlichkeit) spontan mitmachen können!
  • In Bussen und Bahnen mit einem Team über jetzige Situation informieren
  • An Bussen und Bahnen Plakate, Transparente anbringen die die Situation und gewünschte Visionen darstellen. Den Busfahrer auffordern, eine andere Route zu fahren - Studiengebühren sind auch nicht der beste Weg.
  • Frau Lochte in der Pressestelle des HMWK freut sich über alle Fragen, die sie zu Studiengebühren beantworten kann. Ihre Telefonnummer hat sie auch gleich mit dazu gegeben: 0611 / 323230.
  • Eine Flash-Mob Aktion immer mit politischem Bezug ankündigen. Bitte keine Flash-Mobs ohne politischem Hintergrund, denn das schadet der guten Idee. Radioballet (mit freiem Radio + vielen kleinen Radioempfängern > perfekte Koordination durch Geisterhand)
  • Sehr lange Schlange (bis auf die Straße) vor dem Sozialamt, um Antrag für Sozialhilfe abzuholen
  • Schlange vor einer Wand mit Infos über Bildungsabbau, Sozialabbau und mehr
  • In der ganzen Innenstadt alle 10 Meter betteln (Gründe mit verschiedenen Sprüchen und Erklärungen / Hintergrundinfos)
  • Gratisessen, Gratis..., Gratisstudium, Gratisleben: Immer wieder Gratiszonen und -aktivitäten in der Stadt machen wie Kekse verteilen, Essen kochen und verteilen, Umsonstladen aufbauen und dabei offensiv Gratisleben (eben dann auch "Gratisbildung") fordern.
  • Umsonst-Essen ausgeben - durch kostenlos organisiertes Essen durch Spenden/Märkte/Container/Bauernhöfe (Essen gibt's genug! Essen muss kostenlos sein!)
  • Null-Diät: Nichts mehr essen, um Geld für Studiengebühren zu sparen.
  • Junge Union äußert sich sehr positiv zu Studiengebühren, da ja Schröder und Co. 18 Semester und länger studiert haben und mensch daran ja erkennen kann, dass das nur nachteilig sein kann. Außerdem sind die meisten Langzeitstudenten linksextrem ;-)
  • Parteien-Werbestand bei Firmen um die Vermarktung von Teilbereichen der Uni
  • Univerkauf an Firmen:Rundbrief an Firmen mit Angebot für den "Kauf", Sponsoring, Patenschaft usw. von Fachschaften, Gebäuden, Vorlesungsreihen usw. - diese können dann den Namen der Firmen tragen (Dipl.-Ing. Behring-Agraringenieur und so was). Als Fälschung denkbar auf dem Briefkopf einer erfundenen Marketingagentur der Uni oder einer Partei, einem Ministerium ...
  • Öffentliche Versteigerung von Teilen der Universität (Fachbereiche/Außenfassade/Beratungsstellen/Hilfskräfte/...) mit inszenierten Bietern, die noch mehr vermitteln können - Online Versteigerung (zB.: ebay)
  • Flohmarkt/Schwarzmarkt für Seminarplätze
  • Straße, Weg, Autobahn fast dicht machen & nachher bei Fußgängern Geld verlangen, da sie zu lange zum passieren gebraucht haben. - führt dazu, den Ruf der Studierenden zu schädigen und erhöht Druck auf Studiengebühren
  • Eine Menschenkette um den Landtag machen und niemanden - wenigstens eine Zeit lang - durch lassen.
  • Verwaltungsgebäude blockieren, damit nicht festgestellt werden kann wer welche Gebühren zahlen muss. In die Gebäude eindringen und Kassenbestände plündern.
  • Die dreiwöchentlichen drei Verhandlungstage im Landtag zu drei Tagen Ausnahmezustand erklären - Aktionen, Demos bis ins unendliche und nicht kontrollierbare. Stress machen, und eine Zukunftsvision in Form einer kreativen Aktion aufzeigen und hier auch hier wieder die gewichtigen Unterschiede zwischen einem Student mit reichen Eltern und einem Student mit armen Eltern aufzeigen. Wichtig: Die Zeitungen müssen am nächsten Tag voll davon sein.
  • Anbetung der Regierung - Zeremonie im Landtag
  • Als Druckmittel die Stadt oder mehrere Städte lahm legen. Verkehr, Zufahrten, wichtige Firmen, Parkplätze, Brücken, Autobahnen, ...
  • Studienzeiten von Schröder, Koch, Gysi & Co. veröffentlichen:
  • '''das ist doch x was! aber ich lese und höre immer nur druck aufbauen, langsam frage ich mich jedoch ernsthaft, gegen wen hier wer drückt? wir uns gegenseitig ins aus? Auf Plakaten, Postkarten usw. die Studienzeiten berühmter Leute veröffentlichen. Oder als Satire für die Studiengebühren veröffentlichen, wer alles von Spitzenpolitikis Langzeitstudi war - und das die dann auch keinen "vernünftigen Job" mehr bekommen haben, was dazu führte, dass sie in die Politik gehen mussten. Letzteres ist dann auch wieder als Subversion, z.B. auf dem Briefpapier erfundener oder tatsächlicher Gruppen, die für die Studiengebühren sind/sein könnten
  • Ich-AGs unterwegs zwecks Studienfinanzierung: Musizieren, Schuheputzen, Klamotten entfusseln, Rasieren oder weitere Dienste (skurile?) in der Fußgängizone anbieten und Schild daneben: "Spende zur Finanzierung meines Studiums". Eventuell auch als Variante nix machen und Schild: "Kann nix, will aber auch studieren" u.ä. Wenn es mehrere machen, könnte auch noch Konkurrenzkampf zwischen den Ich-AGs toben - z.B. "Billigster Schuhputzer auf dem Seltersweg" usw.
  • Unzählige Ich-AGs gründen, die durch Putzen, Fegen, Autos waschen usw. sich in Konkurrenz zueinander vermarkten und dabei eine schöne nicht formal angreifbare Demonstration abgeben. (auch vor dem Landtag möglich)
  • Menschenschlangen: Vor irgendwelchen Häusern, Ausstellungen, Infoständen usw., für die Aufmerksamkeit erzeugt werden soll, Anstehschlangen bilden. Das führt oft dazu, dass Passantis nachfragen, was denn da los sei. Verbindbar mit z.B. Lotterien (2 Studienplätze ohne Gebühren zu verlosen ...).
  • 40 Euro FÜR Schwarzfahrer, 50 Euro FÜR Langzeitstudierende: Überkleber in exakt gleicher Machart und Farbe wie Schwarzfahrerschilder in Bussen und Bahnen, aber eben mit neuem Inhalt (60 Euro für Besserwisser).
  • Vom Streik bis zur Aneignung: Die Uni selbst bestreiken kann den Druck von Einzelaktionen deutlich erhöhen. Allerdings ist ein reiner Streik immer ein Appell an die Mächtigen, ohne deren Rolle in Frage zu stellen. Anders ist das bei einer Besetzung oder Aneignung. Räume, die "erobert" und dann z.B. für andere Lernformen (gratis, selbstorganisiert usw.) genutzt werden, verbinden Protest mit visionären Ausblicken. Das gilt nicht nur für Aktionen an der Uni. Wenn z.B. Proteste gegen Busse oder Bahnunternehmen organisiert werden sollen, gäbe es diesen Unterschied auch: Busse bestreiken oder eben fahren - aber ohne Fahrscheine. Letzteres wäre die Anerkennung der Produktionsmittel und gesellschaftlich falschen Ressourcen für visionäre Politik. In Deutschland ist visionäre Theorie sehr wenig vorhanden, es dominieren durchstrukturierte Funktionäri-Gruppen und an Recht und Ordnung orientierte Aktionsformen (z.B. Demos, Petitionen, Resolutionen, Trommeln). In anderen Ländern ist das oft anders.
  • 48h-Uni: Eine Idee, die z.B. in Göttingen schon einige Male gelaufen ist (zwar ohne Erfolg, hat aber Spaß gemacht). Ein Gebäude der Uni (oder auch mehrere) wird für z.B. 48h und dann rund um die Uhr zum Ort selbstorganisierten Lernens. Alles ist offen - wann welche Workshops, Pornofilme, Vorlesungen, Trainings, Filme, Spiele usw. laufen. Rund um die Uhr geschieht das, also auch um 4 Uhr nachts kann das alles beginnen. Rundherum Cafes, Treffpunkte, Fixerstuben und mehr. Diese Idee ist für Gießen schon ein bisschen angedacht. Wer noch Lust hat, das irgendwann in den nächsten Monaten mal zu verwirklichen, kann sich in der Polizeiwache Saasen melden: Tel. 06401/903283.
    • Die 48h Unis liefen doch sehr gut. Klar, langfristig waren sie einmalige bzw. einmal im Jahr stattfindenden Ereignisse. Doch das Prinzip sollte bei jedem Protes an der Uni verwendet werden. Aneignung (des Raums) und selbermachen der Lehre.
    • Bei den 48h-Unis in Göttingen, die gerade am Anfang sehr erfolgreich waren, sollten üblicherweise vorhandene Trennungen/Hierarchien aufgelöst werden - zumindest für 48 Stunden: Lehrende/Lernende, akademische Bildung/nicht-akademische Bildung, Männer/Frauen, Uniangehörige/Bürger der Stadt. Außerdem sollte die Uni zum Lebensraum werden, um das übliche Konzept einer von den konkreten Lebensumständen unabhängigen AkademikerInnenfabrik zu hinterfragen.
  • Militanz: Viel Streit gibt es oft um Militanz als Aktionsformen. Dabei wird suggeriert, Gewalt als solches würde ein Kriterium für die Qualität von Aktionen sein. Das ist absurd. Weder ist z.B. eine zersplitterte Glasscheibe oder eine besprühte Wand an sich gut (weil eben cool militant) noch an sich schlecht (weil eben böse gewalttägig). Wie bei allen anderen Aktionsformen sollte auch eine militante Aktion nur dann erfolgen, wenn sie emanzipatorische Inhalte vermittelt, Menschen nicht gefährdet oder diskriminiert (gilt für Blockaden, Theater usw. auch) und als Mittel passend ist zum vermittelten Gegenstand
  • Der Seltersweg als eine der größten hessischen Einkaufsstraßen wird dichtgemacht und es wird eine autonome Zone eingerichtet mit Flugies werden dann die Kapitalisten solange zugeschüttet wie es geht
  • Blutspenden zur Finanzierung diverser Projekte
  • ... ist ne gute Idee, aber - Obacht! - nicht übertreiben: Massensuizid ist zwar Protest pur, führt aber nur zu dem, was unsere 'Gegener' wollen: Weniger Studierende!
  • Plakate an Busse kleben mit dem Schriftzug: " Bus ins nirgendwo" , das durch mehr oder weniger geschickte Handhabung in den Kontext zu Studiengebühren gesetzt wird.
  • Falls alles scheitert, bleibt noch Ziviler Ungehorsam, speziell ein Regierungsboykott. Soll heißen, dass man die getroffenen Entscheidungen ignoriert, und z.B. Studiengebühren einfach verweigert. Je nach Rückhalt in der Bevölkerung könnte man weitergehen und Komittees aufstellen, die zeitweise mehr oder weniger die Regierungsgeschäfte übernehmen. Das hört sich nach Revolte an, aber die Idee dahinter ist, dass man der Behörde oder der Regierung, die gehen den Willen der Bevölkerung handelt, die Authorität untergräbt/entzieht.
  • Diese Liste ist ein Aus dem Aktionswiki zum Streik
Links zu Aktionsberichten auf der Beispielseite zu Direct-Action ++ speziell zu Bildung ++ Kommunikationsguerilla an der Uni

Links

Zu Hoppetosse +++ projektwerkstatt.de +++ Direct Action. Zum Anfang.