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Direct-Action-Kalender

Aktionen zu bestimmten Themen

Gentechnik ++ Anti-Atom ++ Nazis ++ Antira ++ Uni/Schule ++ Tierrechte ++Öko ++ Utopie

Gentechnik

Für eine gentechnikfreie Landwirtschaft

Monsanto & Co. schaffen Tatsachen: seit 2004 wird unter dem Deckmantel "wissenschaftlicher Erprobungsanbau" kommerzieller Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen betrieben. 2004 noch unter Geheimhaltung der Flächen, 2005 dank des Anbauregisters können sich Interessierte zumindest informieren, wo denn diese Pflanzen wachsen sollen. Diese Daten müssen drei Monate vorher ins Netz gestellt werden. Neben dem kommerziellen Anbau werden weiterhin Freisetzungsversuche betrieben, die aktuellen Flächen sind auch dem Anbauregister (Link siehe unten) zu entnehmen. Jedoch brauchen diese erst drei Tage vor Aussaat ins Netz gesetzt zu werden. Was ist zu tun?

Öffentlich machen

Wir, das Aktionsbündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft in Sachsen, haben gute Erfahrungen gemacht, die Vorhaben von Monsanto und ihren Erfüllungsgehilfen an die Presse zu geben. Noch besteht dafür großes Interesse. Dadurch erfahren auch potentielle Betroffene von den Plänen.

Verbündete vor Ort suchen

Nachbarlandwirte, Imker, Landeigentümer können für uns Verbündete sein. Vielleicht sind sie sogar eher die Hauptakteure gegen die Gentechnik, die eure Unterstützung brauchen.
Landeigentümer teilen sich in verschiedene Gruppen: Privatpersonen, Kirchgemeinden, Kommune. Bei Kirchgemeinden und Kommunen lohnt es sich, die Verantwortlichen direkt zu informieren und das Gespräch zu suchen. Oft besteht ein großer Informationsbedarf bei den Entscheidungsträgern im Kirchenvorstand oder im Gemeinderat. Privateigentümer sind auch wichtig, nur halt viel schwerer zu erreichen.
Dann heißt es die Gentechnikanbauer zu bearbeiten: mit Presse, Gesprächen, Briefen mit vielen Unterschriften und natürlich auch mit symbolischen und direkten Aktionen:

Symbolische Aktionen
Direkte gewaltfreie Aktionen
Ackerbesetzung

Da gab es verschiedene Beispiele in Deutschland und der Schweiz. Die vielleicht spektakulärste Besetzung war die der Wölfersheimer Wühlmäuse. Sie hielten das Feld für den Freisetzungsversuch von genmanipuliertem Raps von 1995 - 1997 besetzt. Weder Polizei noch Wachschutz konnte sie dazu veranlassen, das Feld zu verlassen, ausser die Nachricht der Aufgabe des Versuchs. Berichte dazu unter: www.gene.ch/genpost/200/Jan-Juni/msg00022.html und www.netlink.de/gen/Zeitung/home/htm. Auf dieser Seite findet ihr auch andere Berichte oder Pressemitteilungen von anderen Besetzungen.

Öffentliche Ernteaktion

Es gab bisher einige öffentliche Ernteaktionen mit mehreren hundert AktivistInnen in Großbritannien und Frankreich. In Deutschland ist mir nur eine organisiert von dem Aktionsbündnis Barnim bekannt. Vorbereitet wurde diese Aktion mit einem genehmigten Camp in der Nähe des Feldes. Der Acker war mit mehreren Zäunen schon extrem gesichert. Ca. 50 Menschen haben an der öffentlichen Ernteaktion teilgenommen.
(Aktionsbündnis Barnim 1999)

Milana - Kontakt: koordination@sachsen-gentechnikfrei.de, www.tk-windrose.de), Text aus dem Direct-Action-Kalender 2006

Kommunikationsguerilla

Aus einer Presseinformation des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter vom 26.1.2009
Der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V. (BDP) weist auf einen gefälschten Brief hin, der derzeit im Namen des BDP an Landwirte verschickt wird. In diesem Brief rufen die Urkundenfälscher zu einer Spende für die vermeintliche Stiftung »Sichere Landwirtschaft« auf, deren Ziel der Schutz von Feldern mit gentechnisch veränderten Pflanzen sei. Der BDP hat Strafanzeige erstattet. ...
Landwirte erhalten derzeit Post, in der zur Spende für die Stiftung „Sichere Landwirtschaft“ aufgerufen wird. Ziel der angeblich vom BDP ins Leben gerufenen Stiftung sei ein umfangreicher Schutz von Feldern mit gentechnisch veränderten Pflanzen gegen militante Feldzerstörungen. „Es ist erschreckend, wie leichtfertig die Verfasser mit Unwahrheiten umgehen können. Der Brief sollte uns alle wachrütteln. Ich rufe die Verfasser des Briefes zu einem verantwortungsvollen Umgang miteinander auf“, so Dr. Ferdinand Schmitz, Geschäftsführer des BDP. Statt der im Brief unterstellten Forderung nach Kameraüberwachung und einer 24 Stunden Bewachung von Feldern mit gentechnisch veränderten Pflanzen, fordert der BDP eine friedliche Koexistenz.

Wo sind die Felder?

Akteneinsicht nach dem Umweltinformationsgesetz

Für alle umweltrelevanten Informationen (Naturschutz, Energie- und Verkehrspolitik, Raumplanung, Bauleitplanung, Gentechnik, Immissionsschutz usw.) besteht ein gesondertes Gesetz - zum einen auf Bundesebene (Umweltinformationsgesetz) sowie zum anderen für alles Länder (betrifft dann Landeseinrichtungen und -behörden). Danach können die Akten gebühren- oder sogar kostenfrei auf den Behörden eingesehen, meist sogar abfotografiert oder gegen Kostenübernahme kopiert werden.

Aus der Rechtsprechung: Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwGE 108, 369, 373)
Wie der Senat in seinem Urteil BVerwGE 102, 282 ausgeführt hat, will die Umweltinformationsrichtlinie jedem Antragsteller rechtlich möglichst uneingeschränkt und faktisch möglichst ungehindert den Zugang zu Informationen über die Umwelt gewährleisten. Damit soll ein Beitrag zur Kontrolle der Verwaltung, zur Schärfung des Umweltbewusstseins und zur Effektuierung der von den Mitgliedsstaaten umzusetzenden Umweltpolitik der europäischen Gemeinschaften geleistet werden.

Links

Beispiele und Ideen

Fussballspielen auf Maisfeldern?
Sabotage und Militanz

Links zu Aktionsberichten auf der Beispielseite zu Direct-Action ++ Besetzungsbeispiele
Aktionsideen-Wiki zu Gentechnik ... eigene Ideen einfach dazu tragen!

Basisinformationen zu den angebauten Pflanzen

Aussaat, Bl te und Ernte im Agrarbereich

Pflanze

Aussaat

Blüte

Ernte

Empfindlich gegen

Mehr Infos

Mais

Ab ca. 20. April bis Anfang Mai (Keimung bei 7-9 °C). Faustregel: Jeder Tag Verzögerung nach dem 10. Mai kostet 1 % Minderertrag.

Juni bis September (Windblüter, d.h. weite Streuung, aber Bienen sammeln Pollen als Zusatznahrung)

Silomais Mitte September bis Anfang Oktober. Körnermais Ende September bis Ende November.

Bodenverdichtung und Staunässe am Anfang

Mais ++ Wikipedia

Kartoffel

Ende März bis Mitte April

Juni bis Oktober, Beeren von August bis September (spielt für Bienen und Vermehrung aber keine Rolle, da kein Nektar)

Je nach Sorte Anfang Juni bis Mitte Oktober. Frühe Sorten brauchen 90-110, späte bis 160 Tage.

Bodenverdichtung, Frost und Feuchtigkeit.

Kartoffeln ++ Wikipedia

Rüben

Um den Monatswechsel März/April (Keimung ab 5 - 6 °C, besser 10 - 12 °C)

Erst im zweiten Jahr, d.h. nur nicht geerntete Rüben kommen zu Blüte

Oktober

 

Rüben ++ Wikipedia

Erbsen

Ab März bis Anfang Mai, je nachdem wann Boden abgetrocknet ist

Mai und Juni, pro Blüte rund drei Tage, pro Pflanze 10 bis 21 Tage

Ab Anfang/Mitte August

Bodenverdichtung und Staunässe

Hülsenfrüchte ++ Wikipedia ++ Anbauanleitung

Raps

10. August bis 5. September, in Höhenlagen ab 5. August bis Ende August (auch die Samen sind winterhart)

April und Mai

Ende Juli

 

Raps ++ Wikipedia

Getreide

Siehe Tabelle unten

Weizen und Gerste (98-99% Selbstbefruchter): Anfang Mai bis Ende Juli. Roggen (Fremdbefruchter, also viele Pollen unterwegs): vor allem Juni. Hafer: Juni bis August.

Wintergerste: Juni. Sommergerste: Nach 100-120 Tagen, also ab Ende Juni.
Weizen: Ab August. Hafer: Ab Mitte August.

 

Getreide ++ Wikipedia: Weizen ++ Gerste ++ Roggen

Informationen zu Getreide

Sommergerste
Information aus der Landwirtschaftskammer NRW
Wie bei allen Sommergetreidearten, muss auch bei der Sommergerste durch eine möglichst frühe Aussaat die per se knappe Vegetationszeit ausgenutzt werden. Insbesondere die noch verfügbare Zeit unter Kurztagsbedingungen, also der Zeitspanne von Saattermin bis etwa 20. April, bewirkt eine gute Bestockung, als Voraussetzung für höhere Bestandesdichten bei noch moderaten Aussaatstärken. Der Tabelle 7 sind die Saatmengen und Saatstärkenempfehlungen zu entnehmen.
Andererseits verträgt sie, im Unterschied zu Sommerweizen und Sommerhafer, auch kürzere Vegetationszeiten bei leicht verspäteter Aussaat noch am besten. Da Sommergerste sehr empfindlich auf Bodenverdichtungen reagiert, sollten auf jeden Fall gute Saatbettbedingungen abgewartet werden. Die Grundsätze für die N-Düngung sind die gleichen wie bei den anderen Sommergetreidearten. Sommergerste neigt stärker zu Zwiewuchs. Sommergerste hat einen geringen Vorfruchtwert. Sie kann auch mehrmals hintereinander angebaut werden, ohne Ertragsminderungen befürchten zu müssen.

Informationen zu Kartoffeln

Links zu Gentechnik-Aktion

Anti-Atom

Beispiele und Ideen

Streik- und Verweigerungstag der Frauen

Tschernobyl hat unser Leben verändert« gab die Gruppe Frauenfrüh­stück in Berlin bekannt und rief aus Protest gegen die militärische und zivile Be­drohung des Lebens durch die Atome­nergie am Jahrestag von Tschernobyl zu einem Streik- und Verweigerungstag auf. Jeder Frau wurde dabei überlassen, welche Form des Protests sie wo anwenden wollte. In der Tat geschahen an jenem 27. April 1987 ungewohnte Dinge:

Mehr über das, was sonst noch geschah, in dem Buch Fundorte - 2000 Jahre Frauenleben und Frauenbewegung in Berlin, Orlanda Frauenverlag, Berlin.

Aus Pieper, Werner: "Widersteh' Dich!", W. Piepers Medienexperimente in Lörrach

Links zu Anti-Atom

Kreativ gegen Nazis

Antifaschismus und kreative Widerstandsstrategien

Antifa ist immer noch eines der Politikfelder, das in linken Strukturen anhaltende Zugkraft entwickelt. Wie in anderen Bewegungszusammenhängen dominieren auch hier eingefahrene Aktionsmuster – zumeist Demos oder Kundgebungen – die für viele dauerhaft wenig motivierend und erfolgsversprechend wirken. Dieser Text will daher ein paar Anregungen für eine kreative Antifa-Praxis vermitteln, die aber sicher auch auf andere Felder politischer Auseinandersetzung bezogen werden können.

Emanzipatorisches Politikverständnis, Gewalt und Reflektion
Problematisch ist, wenn Nazis ausschließlich auf den Ebenen begegnet wird, die zu ihrem ureigensten „Repertoire“ (z.B. Schlägereien) gehören. Im schlechtesten Fall werden damit ihre eigenen Logiken wie Mackertum und männerbündisches Verhalten gestärkt – auch bei denen, die sich gegen Nazis und rechte Ideologien wenden. Ein Nazi, der von Antifas verprügelt wird, kann sich in einer Kameradschaft als Opfer stilisieren. Es könnte daher deutlich demoralisierender für einen Nazi-Obermacker sein, mit Parfüm besprüht, pink angemalt und mit Antifa-Symbolen bestückt zu werden – also Mackertum selbst anzugreifen als dieses zu bestätigen.
Aus diesen kritischen Anmerkungen gegenüber dem „Vermöbeln“ von Nazis leitet sich daraus kein dogmatische Nein gegenüber Gewalt ab. Gewaltfreiheit per se als das richtige zu feiern ist ähnlich absurd wie der Militanz-Kult in manchen autonomen Kreisen. Wichtig ist die ständige Reflektion, welches Mittel in welcher Situation sinnvoll ist. Den eigenen Kopf einsetzen und überlegen, ob eine Aktion emanzipatorischen Ansprüchen gerecht wird, d.h. wird Herrschaft verringert oder gestärkt. Als unmittelbarer Selbstschutz bei Nazi-Übergriffen ist auch Gewalt legitim, da es darum geht, eine Unterdrückungssituation zu beenden. Anders sieht es aus, wenn eine größere Gruppe Antifas aus einer klaren Überlegenheit heraus einen einzelnen Nazi krankenhausreif prügelt – dann kommt die Gewalt selbst „von oben“ und baut eine eigene Machtposition auf, anstatt diese abzuschaffen.
Emanzipatorische Politik unterscheidet sich immer deutlich von dem, was Nazis oder rechte Gruppen wollen. In den Aktionsformen sollte daher deutlich werden, wofür die Nazis stehen – und was die Utopie einer Welt wäre, in der Menschen ohne Angst verschieden sein können. Gerade bei öffentlichen Anlässen müssen die Unterschiede zu den Nazis erkennbar sein – ein bunter Aufzug verschiedenster Aktionsgruppen mit Tanz, Musik, Samba- und Theatergruppen wirkt deutlich offener als eine normale, von uniformierten Blöcken geprägte Demo. (unabhängig davon, dass uniforme Kleidung auch als Selbstschutz dienen kann, um von der Polizei nicht identifiziert werden zu können).

Subversiv und unberechenbar werden
Viele Antifa-Aktionen folgen einer linearen, „militärischen“ Logik, d.h. es geht darum, die Nazis durch die eigene Überzahl zu „schlagen“. Das ist schade, da dadurch viel Energie gebunden wird und politische Aktionen so immer in gewohnten Bahnen wandelt, berechenbar wird – statt zu überlegen, ob rechte Zusammenhänge nicht auch gegen sich selbst gewendet werden können. Gerade gegenüber schwerfälligen, hierarchischen Strukturen mit ausgeprägtem Führerprinzip können subversive Aktionsansätze deutlich destabilisierende und irritierende Wirkung entfalten. Zum Beispiel könnte mittels gefälschten Aufrufen („Fakes“) Streits zwischen einzelnen Nazi-Gruppen simuliert werden, zwischen denen es ja ohnehin viele Grabenkämpfe gibt. So könnte die NPD einen Text verbreiten, in dem sie vorschlägt, den anstehenden Aufmarsch mit einer klaren Position gegen der „Volksgesundheit“ schadende Drogen zu verbinden und dabei den Schwerpunkt auf Alkohol zu legen. Eine Burschenschaft fordert daraufhin den Ausschluss der NPD und distanziert sich von dem Aufmarsch usw. Kommunikationsguerilla und Fakes könnten eine deutliche Bereicherung der Antifa-Arbeit darstellen und diese gerade auch für Menschen interessant machen, die den vorherrschenden Aktionsstilen in Antifa-Zusammenhängen kritisch gegenüber stehen.

Handlungsfähigkeit aufbauen
Es wirkt wie ein ewiger Kreislauf: ab und zu gelingt es aus Demos heraus, den Nazis ihre Show zu vermasseln, dann folgen weitere, wo ein riesiges Polizeiaufgebot alles völlig im Griff hat. Die Reaktion darauf sind häufig dezentrale Aktionen, deren Vorbereitung dann dazu führt, dass wieder Demos gemacht werden. Statt dieser Endlosspirale wäre zu wünschen, dass auf Autonomie und Selbstorganisation setzende Aktionskonzepte ernsthaft umgesetzt werden. Dezentrale Aktionen setzen Handlungsfähigkeit der einzelnen Teilgruppen sowie eine hohe Transparenz voraus: so könnten vor einem Aufmarsch ein Stadtplan mit Routen und wichtigen Zielen veröffentlicht werden. Auf Direct Action Trainings könnten Ideen gesammelt und ausprobiert werden – wie werden Polizeikette durchbrochen, wie lassen sich Nazi-Autos lahm legen, wie vermitteln sich die Gegenaktivitäten nach außen. Eine Aktionsplattform mit Materialien, Workshops usw. kurz vor und während des Aufmarsches könnte Möglichkeiten bieten, Aktionen vorzubereiten und sich mit anderen Gruppen zu koordinieren.

Aus dem Direct-Action-Kalender 2006

Bericht

unter dem motto „wischi-waschi-weg-die faschis“ (war erst „weg den faschi“ aber nicht alle fasch@s sehen sich selbst als maennlich, so reimts sich aber nicht mehr richtig - meine idee jetzt grade: wischi-waschi-schluss-mit-faschi oder so was) wollten 8 menschen als putzmenschen verkleidet die fasch@s „wegputzen“.  grosses transpi wurde gemalt, passende kleidung beim second-handler gekauft, und dann gings mit besen, wischmops, wassereimern, spruehflaschen (so wassserzerstaeuber), lappen usw. und entsprechendem outfit auf zum npd-„infostand“. Dort angekommen stießen die putzis auf jubel bei der schwarz-bunten bande, ein „das ist doch mal lustig“ von nem bullen (ohrenzeugen-bericht) und ziemlich verwirrte nazis.  Der versuch, durch die bullenkette zu kommen (wir haben hier inner umgebung immer ne 100schaft bei solchen sachen), weil mensch dort nen putzauftrag habe, wurde natuerlich nicht ganz ernst genommen. dabei hat mensch den dreck schon von weitem aufa  strasse liegen sehen!  also wurden erst mal bullenvisiere mit wasser besprueht, dann mit nem lappen druebergeputzt, schienen ja einige aufm rechten auge blind zu sein...  dann viel lustige verarschung, irgendwann wurden die bullen echt sauer („hier nehmen se mal den lappen hier, wollen sie dem einsatzleiter nicht mal die schuhe putzen, sie sind hier sonst ziemlich ueberfluessig“ - „jetzt reichts aber!!!“...).
noch son paar ideen und gedanken dazu; erstmal, ists nicht grad fortschrittlich wenn sich alle als „putzfrauen“ verkleiden und den job so als rein weiblich konstruieren. putzmenschen halt, keine frauenarbeit... (war bei einigen nicht ganz klar hier, ist schon ne zwiespaeltige sache sich als typ ausgerechnet bei so was nen rock anzuziehen) irgendwann viel auch den putzis nicht mehr viel mehr ein als sich parolisierend dazuzustellen. mensch haette mit chilliger tanzmusik, viel konfetti (oder: hab grad n altes federkissen vorm muell retten koennen, der inhalt kommt auch nicht schlecht), viel guter laune, und mehr mitmacherinnen den nazis von vorne bis hinten „die schau stehlen“ koennen (so pinky-maessig, ne putzmenschenparty neben dem npd stand, gleichzeitig immer wieder den anspruch artikulieren, die nasen da weg haben zu wolln, sonst steht mensch da wie die ig-metall letztens in osnabrueck; alle dachten die und die npd zusammen wuerden nen info-stand machen, weil die sich mit ihren tollen faehnchen einfach daneben gestellt haben; aber wenn da voll die geile party abgeht, wird schon keiner drauf kommen das wir da was mit zu tun haetten)

Weitere Berichte und Aktionen

Links zu Antifa-Aktionen

Antirassismus

Widerstand gegen Abschiebelager und Rassismus

NoLager ist mehr als bloße Parole. NoLager ist Intervention: Ziel ist es, die soziale Isolation von Flüchtlingen und MigrantInnen praktisch aufzubrechen. Denn Isolation ist das Grundprinzip sämtlicher Lager – ganz gleich ob diese in der Libyschen Wüste, in den Wäldern Mecklenburg-Vorpommerns oder im Industriegürtel westdeutscher Großstädte liegen. Je stärker Flüchtlinge und MigrantInnen isoliert bzw. sozial ausgeschlossen sind, d.h. je spärlicher ihre Kontakte zur ansässigen Wohnbevölkerung, zu migrantischen Communities, RechtsanwältInnen oder politischen AktivistInnen ausfallen, desto tiefer greift die Kontrolle, desto stärker sind sie außerdem den Schikanen, Demütigungen und Bestrafungen durch Lagerleitung & Behörden ausgesetzt.
Konkret heißt das also: Nehmt Kontakt mit Menschen auf, die in Lagern leben müssen, organisiert Protestcamps in unmittelbarer Nähe der Lager, schneidet Löcher in die Zäune, demontiert die Bewachungs- und Isolationsinfrastruktur, macht Dachbesetzungen, sucht ausgewählte ArbeiterInnen der Lagerbürokratie früh morgens bei ihren Privathäusern auf, tauscht Bargeld gegen Lebensmittelgutscheine, organisiert Imagebeschmutzungskampagnen gegen private Sicherheitsdienste und Lagerbetreiberfirmen (z.B. European Homecare), fädelt Schutzheiraten ein oder unterstützt Flüchtlinge, indem ihr Kontakte zu AnwältInnen oder Beratungsstellen herstellt, organisiert Speakers-Corner-Kundgebungen, bei denen Flüchtlinge in der Öffentlichkeit über konkrete Erfahrungen im Lager berichten können usw. usf.

Mit ihrer Isolationspolitik verfolgt die europäische Lagerbürokratie mehrere, oft auch gegenläufige Ziele auf einmal: Erstens sollen möglichst viele Flüchtlinge und MigrantInnen in Lagern abgefangen und somit an der Einreise in die EU gehindert werden. Das ist der Grund, weshalb derzeit innerhalb und außerhalb der EU mit hohem Tempo ein System unterschiedlicher Lager hochgezogen wird. Die Unterbringung in Lagern ist zweitens eine zentrale Voraussetzung dafür, Flüchtlinge und MigrantInnen möglichst reibungslos wieder abzuschieben, entweder direkt in ihre Herkunftsländer oder in die neu errichteten Auffanglager in Nordafrika, wo sodann die Regierungen Libyens, Tunesiens oder Marokkos über das weitere Vorgehen entscheiden. Drittens dient Lagerpolitik der Abschreckung bzw. Illegalisierung – sei es, dass Flüchtlinge und MigrantInnen es vorziehen, von Anfang an irregulär in die EU einzureisen (anstatt sich ins ohnehin fast aussichtslose Asylverfahren zu begeben) oder sei es, dass sie durch ihre Lagererfahrungen zermürbt werden und freiwillig in die Illegalität abtauchen. Beides ist durchaus Kalkül, jedenfalls in bestimmtem Umfang: Menschen ohne Papiere kosten den Staat nichts, außerdem stehen sie dem europäischen Arbeitsmarkt als billige, flexible und gewerkschaftlich unorganisierte Arbeitskräfte zur Verfügung – ob in der Landwirtschaft, auf dem Bau, im Reinigungsgewerbe, in der Gastronomie, der Sexindustrie oder den privaten Haushalten der Mittelklassen.
Widerstand gegen Lager gibt es überall – ob von innen oder außen. Hier zu Lande ist es seit einigen Jahren vor allem das NoLager-Netzwerk, das öffentlich das Lagerregime attackiert. Stellvertretend erwähnt sei die 17-tägige Anti-Lager-action-Tour 2004 durch mehrere nord- und ostdeutsche Bundesländer. Das NoLager-Netzwerk ist ein bundesweiter Zusammenschluss antirassistischer, feministischer und autonomer Gruppen; eine zentrale Rolle spielen Flüchtlingsselbstorganisationen wie die Brandenburger Flüchtlingsinitiative, The Voice oder die Karawane.
Als gemischter Zusammenhang in Deutschland unterwegs zu sein, bringt es unweigerlich mit sich, die Residenzpflicht zu verletzen, jenes Gesetz, wonach Flüchtlinge (auch solche, die eine Duldung haben) ihren Landkreis nur mit schriftlicher Genehmigung der Ausländerbehörden verlassen dürfen. Bereits dreimaliger Verstoß gegen die Residenzpflicht kann mit empfindlichen Geldstrafen geahndet werden, welche nicht selten ersatzweise im Knast abgesessen werden müssen. Die zentralen Forderungen des NoLager-Netzwerks lauten: Keine Lager – nicht hier und nicht anderswo! Für globale Bewegungsfreiheit! Gleiche Rechte für alle!

Beispiele und Ideen

Links

Bildung(skritik)

Im Unialltag nicht abstumpfen

Gegen Studiengebühren sind viele. So ist es verständlich, dass es grad bei diesem Thema zu großen Protesten kommt. Doch die Universität ist bereits jetzt in ihrem Alltag nicht besonders frei: auf Verwertungslogik ausgerichtet, voll mit Hierarchien, Kontrollen und absurden Regeln. Bereits einfache direkte Aktionen können im Unialltag können einigen Staub aufwirbeln - oft mehr als eine Demo.

Anwesenheitsliste

In vielen Seminaren kursieren Anwesenheitslisten und zwingen zur körperlichen Anwesenheit. Diese lassen sich vielfältig sabotieren: klauen ist am direktesten. Noch schöner, wenn hinterher ein Bekennerinnenschreiben bei der Dozentin eintrifft. Die Erfahrung zeigt, dass dies in der Regel sogar verlesen wird, und so für einigen Gesprächsstoff sorgt.
Oder am Anfang des Semesters aufstehen, und erklären, dass mensch die Liste ignorieren werde, und warum. Oder ganz einfach, aber ohne politische Wirkung: Unterschreibgemeinschaften bilden. Immer eine Anwesende unterschreibt für die Abwesenden mit. Oder alle vorhandenen Unterschriften durchstreichen, dann fehlt die Kontrolle, wer sich danach eingetragen hat.

Hierarchien

Fast alle Veranstaltungen sind extrem dominiert von der Dozentin. Das liegt nicht nur an ihr, sondern in der Regel auch an den Studis. Wie wäre es, am Anfang eines Seminars eine Debatte darüber anzuzetteln? ...über Anwesenheitspflicht? ...über Diskussionsmethoden? Warum sitzen eigentlich fast immer alle in Reihen? Warum ist oft nur das, was die Dozentin sagt, wichtig? Wieso verlaufen fast alle Seminare nach starren Mustern?
Das mag nicht besonders revolutionär sein, kann aber für viele apolitische Studis der erste Schritt sein, Bestehendes in Frage zu stellen. Unter Umständen rennt mensch jedoch damit offene Türen ein: gerade im Umbau zur neoliberalen Uni ist z.B. „projektbezogenes Lernen“ der große Renner. Deshalb gilt es, nicht bei den Lernformen stehenzubleiben, sondern auch andere Inhalte einzubringen. Hierarchiearme Lernformen sind keine Garantie für emanzipatorisches Handeln, aber eine wesentliche Voraussetzung dafür.

Wissenschaftskritik

Wissenschaft ist nie „objektiv“, fast immer ist sie gegenwärtig mit Verwertungs- und Herrschaftsinteressen, mit sexistischen und rassistischen Ideologiefragmenten durchsetzt. Das zu thematisieren, ist nicht immer leicht. Einfach, aber mit enormer Wirkung: ein Flugblatt, das sich mit Inhalten und Methoden einer Vorlesung kritisch auseinandersetzt, und während einer langweiligen Veranstaltung kursiert, kann enorme Aufmerksamkeit erhalten. Überhaupt Lesestoff: Aufrufe zu Demos, Aufkleber - was einmal durch die Reihen geht, wird verteilt.

Selbstorganisation

Ein Modell, wie Bildung jenseits gegenwärtiger Unistrukturen, funktionieren könnte, sind selbstorganisierte oder autonome Seminare. Hier besteht aber auch enorme Vereinnahmungsgefahr: sehr leicht können selbstorganisierte Seminare dazu dienen, den Stellenabbau an der Uni aufzufangen. Das droht gerade dann, wenn selbstorganisierte Seminare als "Nachhilfestunde" für die „richtigen“ Lehrveranstaltungen verstanden werden.

Dagegen kann helfen:

Erst wo aus Selbstorganisation Widerstand gegen die aktuelle (Uni)politik erwächst, wird's richtig spannend: aus dem Studi-Streik 2003 in Berlin wurden zwei Räume besetzt. Aus der kleinen Aktion wurde schließlich ein ganzes Haus - die Offene Uni Berlins. Genutzt von Studierenden, feiernden Partygästen, debattierenden Politgruppen und nächtigenden Obdachlosen ist die OUBS das einzige Projekt in Berlin, das trotz Räumungsbedrohung den damaligen Unistreik überdauert hat. Probleme mit der Offenheit gibts mehr als genug, doch erst aus dieser Offenheit kann auch Neues erwachsen. (Links zu Gegenuniprojekten: www.coforum.de/?SelbstorganisierteSeminare)

Bildungssyndikat

"Bildungssyndikate" sind der Versuch, eine anarchistische Gewerkschaft für SchülerInnen, Studierende und Lehrende zu schaffen. In verschiedenen Städten gibt es Gruppen (eine Übersicht: www.fau.org/syndikate/bsy2/). Deren Praxis ist oft nicht so spektakulär, doch können sich hier Ansätze für mehr Aktionen finden.
Und an weiteren Aktionsfeldern besteht kein Mangel: Werbung an der Uni, Messen auf denen Unternehmen um Arbeitskräfte werben, Burschenschaften...

Und an der Schule?

Ideen finden sich in einer Broschüre: www.de.anarchopedia.org/index.php/Projekte:Schulaktionen

Direktes Handeln in der Schule

„In der Schule lernt man fürs Leben, nicht für die Lehrer!“ Leider stimmt dieser Satz, denn die Hauptaufgabe der Schule ist nicht die Wissensvermittlung, sondern die Konditionierung der Schülis auf ein herrschaftskonformes Leben. Deshalb sind Herrschaft und Autorität in der Schule deutlich spürbar. Doch das macht Schule spannend: Es gibt viele Möglichkeiten, Unterdrückung zu thematisieren, um aus jeder Schulstunde eine Aktion zu machen.

„Thomsen! Die Vokabeln für heute!“ „Äh, also...“ „Wie, Sie haben sie nicht gelernt?“ „Äh doch, aber...“ „Aber Sie können sie nicht! Das ist nicht gelernt! Thomsen, Thomsen, was soll ich mit ihnen nur machen! Ständig zu spät, und dann ihre Haare! Aber ihr Bruder ist ja auch nix geworden. So Lena, zeigen sie diesem Sauhaufen hier mal, wie das geht!“

Wege aus der Hilflosigkeit

Eine typische Situation, die zeigt, wie Schülis in scheinbar ausweglose Situationen gedrängt werden. Die erste Reaktion darauf ist häufig Empörung in der Pause, eventuell wird noch die „VertrauenslehrerIn“ eingeschaltet. Das führt dann meistens zu nichts, weil die typischen Beschwerdeinstanzen (Schülivertretung, „Vertrauenslehris") keine Durchsetzungsmöglichkeiten haben. Selbst an meiner Schule, wo die SV-Heinis echt bemüht waren, aus ihrer systemimmanenten Handlungsunfähigkeit auszubrechen, ist dies kaum gelungen. Der einzige Punkt, wo das klappte, war die Schülizeitung, in der Fälle wie oben gnadenlos ausgewalzt und mit allen Klopperkommentaren von Schulleitung, Lehris etc. veröffentlicht wurden. Dies führte allerdings nicht zu weniger Herrschaft, sondern lediglich zu Privilegien: Nur der individuelle Handlungsspielraum für die Zeitungsheinis erweiterte sich. Daran zeigt sich, dass Schülizeitungen gut und wichtig für Gegenöffentlichkeit sind, aber nicht per se bessere Verhältnisse schaffen. Und SV-Menschen müssen schon sehr frech und abgebrüht sein, um ihren Job so wenig ernst zu nehmen, das sie damit ernsthaften Widerstand leisten, und nicht nur die tolle demokratische Fassade der Schule schönen.

Wieder handlungsfähig werden

„Thomsen! Sie sind schon wieder 3 Minuten zu spät!“ „Ja, aber natürlich. Es gibt in meinem Leben ja auch mehr, als mich sinnlos anschreien zu lassen.“ Haben Sie die Hausaufgaben!“ „Aber Herr Meier, sie wissen doch, das ich aus Prinzip keine Hausaufgaben mache, weil ich Dinge verstehen möchte, und nicht nur sinnlos auswendig lerne.“ „Und äh letzte Stunde, wo waren sie da?“ „Am Strand in der Sonne. Wann ich Latein lerne, kann ich mir aussuchen, wann die Sonne scheint, leider nicht.“ „Äh ja, dafür gibt es jetzt aber einen Strich!“ „OK, wenn sie sich dann besser fühlen. Sie dürfen das nächste Mal aber gerne mitkommen. Am Strand ist genug Platz für alle.“

Repression in Kommunikation wandeln

Solchen Gesprächsansätzen liegt zugrunde, dass sie Absurditäten thematisieren, die sonst auch vorhanden sind, aber wie selbstverständlich hingenommen werden. Und damdurch, dass mensch diesen Herrschaftsquatsch thematisiert, läuft gleichzeitig die Repression ins Leere. Erst recht passiert dies, wenn mensch auch noch Repression einfordert: „Machen Sie jetzt einen Strich? Wird davon der Unterricht besser? Bringt Ihnen das Spaß?“ „Ist ihre Note - nicht meine! Die Note sagt nix über meine Fähigkeiten aus, aber sehr viel über Ihre.“ etc. Die Möglichkeiten in der Schule Herrschaft und Repression zu thematisieren, sind schier unendlich.

Unterdrückungsmaßnahmen thematisieren

Ein weitere spannender Ansatz ist die Thematisierung konkreter Unterdrückungsmaßnahmen. Zum Beispiel im Unterricht demonstrativ sein Frühstück auspacken, mit Serviette, Kaffeetasse, Besteck und darauf warten, dass die Leerkraft zu pöbeln anfängt. Dann fragen, warum es sinnvoll sei, nicht zu essen, wenn mensch Hunger habe. „Dann können Sie sich nicht auf den Unterricht konzentrieren!“ „Mit Hunger bin ich aber noch weniger in der Lage, mich zu konzentrieren.“ „Aber wenn das Alle machen würden!“ „Dann könnten alle viel besser lernen! Zumal ich nicht sehe, dass Frühstück den Unterricht behindert, sondern erst Ihr Ausrasten den Unterricht unterbrochen hat.“ Und dann lässt sich wunderbar einsteigen in generelle Herrschaftskritik, weil ja offensichtlich sei, dass das Essverbot dem Unterricht schade und nur zur Disziplinierung diene.

Zu Risiken und Nebenwirkungen

Lehris sind unter ihrer Charaktermaske Menschen! Nie vergessen! Es geht nicht darum, einem Menschen seinen Beruf zur Hölle zur machen, sondern Herrschaft zu thematisieren. Bitte immer eine Grenze zwischen Menschen platt machen und Herrschaftskritik ziehen. Und zu viele Schulis sind Radfahrer. Egoistische kleine fiese Radfahrer, die nach oben buckeln und nach unten treten. Nix tun sie lieber als auf schwache Menschen einzuprügeln (mobben). Dies zeigt sich leider auch an als gesellschaftlich „schwach“ konstruierten Lehris, die im Unterricht oft mit gnadenlosem Psychoterror überzogen werden. Das darf durch herrschaftskritisches Handeln nicht gestärkt werden. Vielmehr muss es immer Ziel sein, Schwächere zu stützen, Herrschaft zu thematisieren und abzubauen, statt eine neue Gewaltsituation aufzumachen.

Beispiele und Ideen

Text aus dem Direct-Action-Kalender 2006

Beispiele und Ideen

Liste aus den Unistreiks 2004 in Gießen und Marburg
Links zu Aktionsberichten auf der Beispielseite zu Direct-Action ++ speziell zu Bildung ++ Kommunikationsguerilla an der Uni

Aktionsberichte

Links zur Bildungskritik

Tierschutz, Tierrechte

Pelz
Bedrohte Arten vom Speiseplan eliminieren

Auch der überzeugte Vegetarier wird sich kaum realistische Hoffnungen machen, die fleischessenden Mitbürger in Bälde völlig vom Fleischgenuß abbringen zu können. Zumindest der Verzehr von Tieren bedrohter Arten jedoch dürfte auch "Kadaverfressern" ein unappetitlicher Gedanke sein. Ein effektiver Weg diesen zu verbreiten ist es, auf Speisekarten in Restaurants zum Beispiel Schnecken und Schildkrötensuppen etc. durchzustreichen und eventuell eine kurze Erklärung für diese Zensur hinzuzufügen.
(Aus Pieper, Werner (1990): "Widersteh' Dich!", Werner Pieper's Medienexperimente in Lörrach)

Waldspaziergang – einmal anders ... Gedanken zu direkten Aktionen gegen Jagd

Unter dem fadenscheinigen Deckmäntelchen der Ökologie oder auch ganz offen aus "Spaß am Töten" sind in den uns umgebenden Naturfleckchen zahlreiche Schießwütige unterwegs, deren Treiben nicht ungehindert zugesehen werden muss. Der Einstieg in Direkte Aktionen fällt beim Thema Anti-Jagd recht leicht, die meisten Aktionen sind legal bis niedrigschwellig, insbesondere, da die ausgespähten Objekte in der Regel unbewacht mitten im Grünen liegen.
Dass Hochsitze oder Kanzeln nicht für ewig erbaut sind, das wissen die meisten. Herkömmliche Holzbauten lassen sich leicht umsägen oder kippen, bei geeigneten Wetter- und Umweltbedingungen auch zu einem wärmenden Lagerfeuer verarbeiten. Das ist eine der einfachsten Sachen der Welt, aber warum stehen denn eigentlich noch so viele? Wie immer: Bitte niemals Hochsitze angesägt hinterlassen, mensch hat es nicht auf die Gefährdung von JägerInnen abgesehen.
Darüber hinaus hält die Technisierung auch bei den JägerInnen Einzug. Oft aufgewachsen in der Stadt ist der oder die Durchschnittsjagende nicht mehr vertraut damit, bei Nacht und Nebel durch den Wald zu stapfen und das "Wild" an Spuren zu erkennen. Stattdessen sind Jäger und Jägerin mit Autos unterwegs, oft Geländewagen oder Pickups, die an irgendeiner Stelle des Wagens nach außen durchblicken lassen, dass es sich um jagende EigentümerInnen handelt. Diese Autos (Vorsicht, meist ist Jägerin oder Jäger nicht weit, denn mensch möchte nicht viel laufen!) lassen sich nach Bedarf verzieren (zum Beispiel mit Abbeizer und Pinsel), oder es könnte vorkommen, dass urplötzlich Luft auf den Reifen fehlt.
Der moderne Homo sapiens jägermeister hinterlässt auch einen Teil seiner Technik im Wald. So finden sich moderne Kirrungstonnen aus Aluminium, die sich mit entsprechendem Gerät zerkleinern und dorthin befördern lassen, wo sie hingehören: In den grünen Punkt. Salzlecksteine können vergraben, Futterkrippen zerstört werden. Kein falsches Mitleid mit den Tieren im Winter! Das Füttern hat nur den Sinn, dem Jäger neues Wildfleisch heranzuzüchten und es an berechenbare Orte zu locken! An Futterplätzen finden sich häufiger auch Wilduhren, die mitsamt Ummantelung ins Getreide gesteckt sind. Kostenpunkt mindestens 30 €.
Sind Menschen nur für kurze Zeit oder spontan ohne Ausrüstung im Wald spazieren, ließen sich zumindest die Einrichtungen der Kanzeln etwas schmälern. Stühle verstecken, Teppiche, Leitern, Sichtschutz, Wärmedämmung, Wolldecken verschwinden lassen. Oder ihnen kleine Präsente in die Kabine legen. Klebrigen Saft auf Fensterbrettchen oder Holzbank hinterlassen. Vielleicht hat mensch ja einen Hund dabei, der dringend mal muss? JägerInnen überlegen sich in der Regel sehr genau, welchen Hochsitz sie in einer Nacht ansteuern wollen. Und da sie unflexibel sind, hält sie fehlendes Mobiliar oder ekelhafter Gestank zumindest eine Nacht lang vom Töten ab. Vor Jagden oder an Stellen, die bekanntermaßen gern von JägerInnen zum Morden verwendet werden, lassen sich Haare auslegen (im Friseursalon fragen ist allemal besser als eigene DNA-Ausweise zu hinterlassen).
Doch neben diesen insbesondere finanziell schädigenden Formen des Protests gegen Jagd stehen andere, nicht minderwichtige: Kommunizieren! Ob direkt mit JägerInnen, was je nach Situation nicht unbedingt ungefährlich ist, ob morgens mit PlatznachbarInnen im Bus oder auch indirekt über Hinweisschilder ("Idyllisch? Hier wurde heute Morgen ein Reh erschossen!"). Es ist wichtig, die Problematik in den Alltag der Menschen zu bringen, die zumeist sowieso nicht verstehen, wieso gejagt wird.
Übrigens: Viele Aktionen lassen sich auch gegen Randbereiche der Jagd, wie Schädlingsbekämpfung und Angeln, mitten in der Stadt organisieren!
Etwas gegen Jagd zu tun, hat vor allem etwas mit Fleiß und Kreativität zu tun. Aber auf jeden Fall bietet das Thema ein buntes Direct Action-Potpourri, bei dem für alle Interessierten etwas dabei sein dürfte...

Öko-Aktionen

Aktionen

Klimaschutz
Ideen zum Schutz von Flüssen und Bächen

Ausgewählte Aktionsideen aus Jutta Ditfurth/Rose Glaser (1987): "Die tägliche legale Verseuchung unserer Flüsse und wie wir uns dagegen wehren können", Rasch und Röhring in Hamburg (S. 283 f., ganzes Kapitel als .rtf-Download)

Akteneinsicht nach dem Umweltinformationsgesetz

Für alle umweltrelevanten Informationen (Naturschutz, Energie- und Verkehrspolitik, Raumplanung, Bauleitplanung, Gentechnik, Immissionsschutz usw.) besteht ein gesondertes Gesetz - zum einen auf Bundesebene (Umweltinformationsgesetz) sowie zum anderen für alles Länder (betrifft dann Landeseinrichtungen und -behörden). Danach können die Akten gebühren- oder sogar kostenfrei auf den Behörden eingesehen, meist sogar abfotografiert oder gegen Kostenübernahme kopiert werden.

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Aktionen zu Utopien

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Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat

Muß der Bürger auch nur einen Augenblick, auch nur ein wenig, sein Gewissen dem Gesetzgeber überlassen? Ich finde, wir sollten erst Menschen sein und danach Untertanen. Man soll nicht den Respekt vor dem Gesetz pflegen, sondern vor der Gerechtigkeit...
Wenn aber das Gesetz so beschaffen ist, daß es notwendigerweise aus dir den Arm des Unrechts an einem anderen macht, dann, sage ich, brich das Gesetz. Mach dein Leben zu einem Gegengewicht, um die Maschine aufzuhalten.

Henry David Thoreau, Aus Pieper, Werner: "Widersteh' Dich!", W. Piepers Medienexperimente in Lörrach

Gegenstadt, Utopie-Camp

Mitten in einer Stadt über Demonstrationsrecht für einige Tage eine Gegenstadt aufbauen - alles offen, jedermensch erwünscht, alles gratis ... dazu Aktionen, Kunst und mehr.

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