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Abschnitte dieser Seite: Kritik an unkreativen Aktionen ++ Achtung: Esoterik macht auf Aktion ++ Links

Kritik an unkreativen Aktionen


Aus dem Flugblatt zur Anti-Gentec-Demonstration am 21.5.2007 in Gatersleben (50% der Fläche nahmen die Logos der Verbände und Namen der Gruppen ein)

Dies ist eine Sammlung von Texten und Links ohne Überprüfung. Zu Auswertungen größer Aktionen siehe Pull-Down-Menü links oben.

Selbstverarschung
AktivistInnen verkündeten auf Indymedia einen Aktionswettbewerb im Vorfeld des G8-Gipfels in Heiligendamm. Ihren eigenen Beitrag hatten sie auch gleich mitveröffentlicht: Am eigenen Haus wurde ein Transparent aufgehängt. Das ist in Deutschland in den Augen der LangweilerInnen schon wettbewerbsverdächtig. Gähnt da wer? Der Bericht ...

Begleitfolklore zu den Herrschenden

Ein Krieg ohne Mahnwache ist wie ein Krieg ohne B52-Bomber. Will heißen: Politischer Protest gehört zur Konstruktion des Normalen, wenn er sich in den erwartbaren Bahnen bewegt, die kritisierte Sache nicht angreift, sondern nur begleitet. Oftmals kommt es den AkteurInnen auch gar nicht auf eine Veränderung an, sondern die Missstände werden genutzt, um das eigene Label, Mitglieds- oder Spendendaten zu verbreiten. So aber dient die Begleitfolklore eher der Gewöhnung an das Menschenfeindliche.

"Wenn ich auf meiner Revolution noch etwas anderes als tanzen muss, ist es nicht meine Revolution."

Gießen, im Juni 2010. Ein Festival steht an. Es soll politisch sein. Sagen die OrganisatorInnen. Die Studierendenvertretung steckt ordentlich viel Geld in das Ereignis, welches mit dem Bildungsstreik in Kontext stehen soll. Ist auch überall zu sehen: Abends partygeile, tagsüber eher gelangweilte Menschen besuchen Konzerte - von Egotronic bis Captain Overdrive haben die abgedrückten Studierendenbeiträge Prominenz in die Provinzstadt geholt. Die wenigen Bildungsangebote, locker über die Tage des Festivals verteilte Workshops und Ähnliches, werden weitgehend bestreikt. So macht der Konsum-Act seinen Wurzeln alle Ehre.
Samstag abend soll dann alles anders werden. Der Organisator der sogenannten Nachttanzdemo, inzwischen vom Basisaktivisten zum Finanzreferenten im AStA aufgestiegen, mobilisiert am Mikrofon die Massen: "Heute abend gehören die Straßen uns" ist er zu hören und dass die Nachttanzdemo die politische Stimme des Festivals sei. Auch das soll sich bewahrheiten: Die sogenannte Demo wird als reine rollende Diskothek und gut geordnet von der regionalen Polizei durch die Straßen geleitet. Kein Transparent weht im schwachen Wind - aber der Act wird zum großen Konkurrenten für Gießens Tanzstätten. Gut geschminkte, sexy aufgemachte Körper flanieren von überall aus der Stadt zu den Straßen, an denen die sogenannte Demo verbeikommen wird. Im Ankündigungstext und auch per Redebeitrag behauptet der Organisator, der Aufmarsch entpolitisierter Party-Studies und -Kids sei die dritte Nachttanzdemo, denn diese Idee sei in der Stadt aus dem Bildungsstreik entstanden. Da reibt mensch sich verwundert die Augen: Was war denn ab 2003? Viel kleiner zwar und ohne bezahlte Leih-LKWs, TechnikerInnen und Musikanbieter - aber dafür offensiver, die Knastmauern erklettern, rassistische Kneipen belagernd und mehr? Die Frage geht an den Organisator, ob er von dieser Vorgeschichte etwas wisse. Ja, das wisse er, antwortet dieser. Und haut dann einen Satz raus, der kaum zu toppen ist an Arroganz des in die Funktionseliten aufgestiegenen Politmanagers: "Aber die waren zu klein für uns, die zählen wir nicht mit". Wir haben verstanden: Protestbewegung 2010 ist groß, inhaltsleer und sexy. Das große Inlineskaten am Dienstag unter Polizeischutz, Spiele der Gießen 46er oder noch besser die Kirmesveranstaltungen überall im Land sind dann wohl Politik. Prost!


Mitgefilmt: Nachttanzdemo - inhaltsleer am Rathaus und über Gießens zentrale Kreuzung. Achtung: Einschlafgefahr!

Aus Agora Nr. 9 (2016, "Zeitung für Meinungsvielfalt, kreative Kritik und Satire", hrsg. u.a. von Mitwirkenden bei Weltladen, Attac und offenen Gartenprojekten)
Seine Energie FÜR etwas einzusetzen, statt gegen etwas anzukämpfen. Sich auszumalen, wie es tatsächlich sein soll, statt nur rumzumeckern. Das gibt Energie zurück. Und macht kreativ. Also sind wir dafür!

Kontrollierter Protest

Aus Wolfgang Gaiser/Martine Gille, "Jugendliche und Partizipation", in: Kerstin Pohl/Peter Massing (2014): "Mehr Partizipation - mehr Demokratie?", Wochenschau Verlag in Schwalbach (S. 71)
Das Ziel, mehr Partizipation zu ermöglichen, ist für staatliche Akteure aber nicht ohne Ambivalenzen: Einerseits geht es darum, alle oder zumindest möglichst viele innerhalb der gewünschten Formen von Beteiligung einzubeziehen, andererseits wird manche Interessenartikulation junger Menschen kanalisiert, reguliert und in die Grenzen von "Machbarkeit" und ein enges Verständnis von Legalität (z.B. bei Demonstrationen) verwiesen.

Verbandsmeierei

Regelmäßig stehen bei Organisationen der eigene Verbandsname oder das Logo im Mittelpunkt. Die Aktion erregt zwar Aufmerksamkeit, aber die wird zur Eigenwerbung und/oder zum Spendensammeln genutzt. Das Beispiel im Foto rechts ist eines von vielen - wie schade, dass dort nicht etwas Politisches zu lesen ist. Und wie verblödet müssen eigentlich die Kletterer_innen sein, die Kraft, Zeit und ihre Freiheit einsetzen, um ein sau-langweiliges Werbeschild hochzuhalten ... (Quelle: antiatomaktuell Nr. 185).

Direct Action und Esoterik ... brrrr!

„Weil ich glaube, dass die Erde lebendig ist und wir alle Teil dieses Lebens sind und weil ich eine wilde, leidenschaftliche Liebe zu Redwoods und Raben verspüre, bin ich Aktivistin... Und weil zweihundert der reichsten Menschen soviel Wohlstand besitzen, wie die ärmsten vierzig Porzent, weil jedes Ökosystem, jede traditionelle Kultur, Wälder und Systeme, die das Leben erhalten, angegriffen werden und weil die Institutionen, die dieses ungerechte System erhalten, global sind,
habe ich ziemlich viel zu tun.“ Starhawk

MAGICAL ACTIVISM UND DIRECT-ACTION-TRAINING MIT STARHAWK

Um unser politisches Engagement auch in schwierigen Zeiten aufrechtzuerhalten, brauchen wir Quellen, die es ermöglichen, unsere Kraft zu erneueren - sowohl persönlich als auch im Hinblick auf unsere Gemeinschaften und Netzwerke.
In diesem Training lernen wir, in spannungsgeladenen Situationen geerdet und zentriert zu bleiben. Wir erforschen die energetischen Strukturen von Aktionen und großen Gruppen, lernen mobile, flexible, gewaltfreie Straßentaktiken kennen, finden heraus, wie wir Kreativität und symbolische Handlungen in Aktionen einbeziehen können oder damit eigenständige politische Veranstaltungen planen und durchführen. Wir beschäftigen uns mit Organisation und dem Aufbau von Kampagnen und erfahren, wie wir tragfähige Gruppen und Gemeinschaften bilden können, die das Konsensverfahren anwenden und Konflikte konstruktiv lösen.  Darüber hinaus lernen wir, wie wir einander auf den verschiedenen Ebenen unterstützen und von Aktionen gestärkt zurückkehren können.
Das Training ist für Einzelpersonen und Gruppen geeignet, die lernen wollen, ihre Kraft zur Veränderung sinnvoll, effektiv und gezielt einzusetzen und die daran arbeiten, ihre Visionen von einer anderen, besseren, gerechteren,... Welt gemeinsam mit anderen zu verwirklichen.
Der Kurs findet vom 6.-12. Juni in einem Tagungshaus im Wendland statt.
Es können AnfängerInnen, Fortgeschrittene (die ihre eigenen Aktionserfahrungen einbringen und damit arbeiten wollen) und TrainerInnen teilnehmen, da die einzelnen Inhalte aufeinander aufbauen.
Die Kosten betragen 460 bis 310 Euro pro Person, je nach Einkommen.  Darin enthalten sind: Kursgebühr, sechs Übernachtungen und drei Mahlzeiten pro Tag.
Wir versuchen, das Training auch für Menschen mit geringem Einkommen zugänglich zu machen.
STARHAWK ist die Autorin und Co-Autorin von acht Büchern über erdbezogene Spiritualität und Politik. Sie trainiert seit zwanzig Jahren Menschen sowohl in Direct-Action als auch in der Gestaltung von Ritualen. Während der letzten zwei Jahre arbeitete sie intensiv in der Bewegung für globale Gerechtigkeit und trainierte Gruppen in Direct-Action für Seattle, Quebec, Genua und für viele andere Aktionen.  Sie arbeitet mit Reclaiming zusammen, einer Gemeinschaft von Frauen und Männern, die politische und spirituelle Arbeit miteinander verbinden und mit dem R.A.N.T.-Trainers-Collective.
Weitere Informationen unter: www.starhawk.org

Weitere Infos zum REA-Netzwerk unter: www.linien-und-wege.de, Link:
„REA (Reclaiming-Earth-Activists) Netzwerk“
Ein Anmeldeformular für das Training kann unter:
www.linien-und-wege.de, Link: „Magical Activism und Direct Action Training“ ausgedruckt werden.
Moira Schmidt, Koordinatorin des REA-Netzwerks
email: moira.schmidt@t-online.de

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