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Organisierung großer Treffen
(Kongresse, Camps, Sozialforen ...)

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Für eine Welt, in der viele Welten Platz haben ... praktisch!

Für kleine Gruppen gilt es, einen gleichberechtigten Zugriff auf alle Ressourcen zu organisieren und Kreativität sowie Selbstbestimmung zu fördern. Für größere Treffen sind Strukturen wichtig, die Transparenz und ebenfalls gleichberechtigten Zugriff auf alle Ressourcen schaffen. Es gibt besondere Methoden z.B. für Streitgespräche oder kreatives Brainstorming. In viel en Fällen ist sinnvoll, größere Treffen in kleine Gruppen zu zerlegen, um die Vorteile der direkten Kommunikation zu erreichen (siehe für alles www.hierarchnie.tk).
Diese Möglichkeiten stossen aber an Grenzen, wo Treffen so groß werden, dass gemeinsame Prozesse nicht mehr funktionieren, weil so viele Menschen nicht oder nicht mehr gleichberechtigt miteinander reden und sich organisier en können. Ab wenn diese Grenze überschritten wird, ist nicht eindeutig festlegbar " sinnvoll können die im folgenden genannten Organisierungsformen und sicher auch weitere Ideen schon ab 100 Menschen sein, notwendig sind sie spätestens ab mehreren Hundert Personen. Denn bei einer solchen Menge können nur noch große, unpersönliche Plena überhaupt eine Kommunikation si chern, die allerdings nicht mehr gleichberechtigt zu organisieren ist.

Die folgenden Vorschläge sind eine erste Sammlung von Ideen für große Treffen.

1. Autonomie vieler selbstorganisierter Bereiche

Eine das Gesamte erfassende Organisierungs- oder gar Entscheidungsstruktur ist nicht gleichberechtigt zu schaffen. Die Vorgänge, die für einen gleichberechtigten Zugang zu Ausstattung, Handlungsmöglichkeiten und Informationen nötig sind, wären extrem zeitintensiv. Eine Lösung ist die Organisierung des Gesamten als Kooperation von Teilen, die für sich autonom sind und sich nach Selbstdefinition der Beteiligten organisieren. Das Gesamte ist dann ein Mosaik der autonomen Bereiche, die selbst wiederum als offene Räum e gestaltet sein sollten. Das muss allerdings nicht notwendigerweise so sein, wodurch Nebeneinander und Kooperation auch sehr unterschiedlicher Gruppen möglich wird. Ein vielfältiges Mosaik unterschiedlicher Räume verhindert Spaltungen, die entlang von Machtansprüchen auf das Ganze entstehen. In der Praxis ist zu erwarten und wünschenswert, dass die autonomen Bereiche sehr unterschiedliche Schwerpunkte setzen werden. Ein autonomer Bereich entsteht aus der Idee der ihn organisierenden Personen oder Gruppen. Das ist regelmäßig verbunden mit konkreten Projekten, Interessen oder Vorlieben. Die einen wollen eine Zone mit Kulturangebot aufbauen, die nächsten einen Kunstbereich und wieder andere organisieren eine Bibliothek. Offene Plattformen z.B. mit Aktionsmaterialien, Computerausstattung oder Fahrrädern sind ähnliche Ansätze. Materialien und konkrete Ideen kommen aus den Gruppen bzw. von den Personen, die miteinander kooperieren, um ihren autonomen Bereich zu verwirklichen. Neben diesen Schwerpunktbereichen (Räumen, Zelten ...) bietet, soweit nicht anderweitig eine Unterkunft für alle geschaffen wurde, jeder Bereich auch Platz für die Unterbringung von TeilnehmerInnen.

2. Informationsaustausch, Transparenz und Kooperation

Durch die autonomen Bereiche wird die Selbstorganisierung gestärkt. Allerdings besteht die Gefahr des Auseinanderfallens oder zumindest der wachsend en Gefahr, dass viele Menschen nicht mehr alles mitbekommen: Was wo läuft?
Welche Handlungsmöglichkeiten in welchem Bereich existieren usw., entscheiden die Bereiche selbst sowie in horizontaler, d.h. gleichberechtigter Kooperation mit anderen Bereichen. Daher ist notwendig, als gemeinsame Metastruktur (getragen aus den autonomen Bereichen heraus) oder als eigenständigen autonomen Bereich eine hohe Transparenz und einen guten Informationsaustausch zu schaffen. Ebenso sind Orte und Informationsflüsse nötig, aus denen heraus Kooperationen zwischen den Bereichen entstehen können.

3. Vereinbarungen für die Metastrukturen

Es kann in den autonomen Bereichen die Idee aufkommen (ist oft naheliegend ), nicht alles selbst klären zu wollen, sondern sich mit anderen zu verein baren. Die reproduktiven Rahmenbedingungen vom Essen beschaffen und zubereiten bis zu Klos oder Mülltrennung müssen nicht von allen autonomen Bereichen selbst organisiert werden. In vielen Fällen ist die Infrastruktur vor Ort vorhanden oder schon vorher entwickelt werden " es geht aber darum, sie auszufüllen, also z.B. Klos zu reinigen, Essen zu kochen usw. Die Neigung der autonomen Bereiche zu Kooperationen wird groß sein, da Ent- und Versorgung allen zugute kommen und mehrere Einzellösungen in der Regel mehr Kraft verschlingen werden.
Wie eine Kooperation aussieht, ist direkt zu klären " die Metastruktur ist das Ergebnis von Vereinbarungen aus den autonomen Bereichen und keine eigenständige Struktur. Denkbar ist das Aufteilen oder die Rotation der nötig en Aufgaben. Im ersten Fall werden notwendige Aufgaben auf die verschieden en Bereiche nach Interesse aufgeteilt, im zweiten übernehmen alle diese nacheinander. Mischungen sind möglich und sinnvoll: Was einzelne Bereiche machen wollen, wird in freier Vereinbarung aufgeteilt. Der Rest rotiert, gibt es gar keine Einigung, sei das Los empfohlen - eine Entscheidungsform ohne Machtspiele.

4. Keine Grenzen, keine Zwänge

Die autonomen Bereiche sind als offene Plattform die Grundstruktur des Ganzen. Allerdings gibt es keinen Zwang, sich auf sie zu beziehen. Wer keine Lust hat, innerhalb eines Bereiches zu agieren, kann auch zwischen den Bereichen springen. Da alle Bereiche offen sind, kann jede Person auch beliebig zwischen ihnen wechseln oder sich außerhalb engagieren. Zur Aufrechterhaltung des Gesamten können sie auf die gleiche Art beitragen wie die autonomen Bereiche - mit eigenen Ideen, Projekten, mit der Übernahme von Metaaufgaben oder innerhalb der Rotation von Aufgabenerledigung.

5. Keine Stellvertretung

Das Gesamte ist die Kooperation der autonomen Bereiche und aller Einzelinitiatven, die sich über die Grenzen der Bereiche hinweg engagieren - mehr nicht. Damit entfällt auch Sinn und Möglichkeit, das Ganze nach außen zu vertreten. Es steht für sich, ist ein offener Raum. Wenn dieser "offene Raum" eine Stimme bekommt, sind immer Teile nicht repräsentiert - Abstimmungsprozesse sind nötig oder die Außenvertretung wäre schlichte Vereinnahmung. Daher kann niemand für den gesamten Raum sprechen, ihn vertreten oder irgendwelche Zusagen für ihn eingehen. Es gibt weder nach innen noch nach außen eine zentrale Stelle. Alles, was gemacht und formuliert wird, ist Meinung der Einzelnen und der Teile, aber niemals des Ganzen.

Methoden

Die folgende Übersicht stammt aus Rademacher, Bärbel (2005): Seminare leiten, AOL-Verlag Lichtenau (S. 46). Ein Kriterium von Horizontalität oder Hierarchieabbau ist darin nicht berücksichtigt, so erscheinen Moderationsmethoden neben offenen Prozessen (im Buch sind letztere dann auch nicht mehr weiter beschrieben!). Als Überblick ist die Tabelle dennoch geeignet. Einige Links (Methodennamen) führen zu weitergehenden Informationen.

Ein weiteres, immer einfach mögliches Mittel ist die Aufteilung in Kleingruppen, z.B. im dynamischen Wechsel mit größeren Runden oder im Wechsel verschieden gemischter Kleingruppen.

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