Projektwerkstatt

FREIE FAHRT ... AKTIONEN, GRUPPEN, NETZWERKE USW.

Gegen Autos


1. Aktionen für eine Verkehrswende (allgemein)
2. Große Aktionen und Aktionstage
3. Aktionen pro Zu-Fuß-Gehen
4. Aktionen pro Fahrrad
5. Aktionen pro Nulltarif
6. Alles fürs Aktionsschwarzfahren: Schilder, Flyer und mehr
7. Gegen Autos
8. Umfassende Verkehrskonzepte für eine Stadt bzw. Region entwickeln
9. Überörtliche Kooperation: Mal am großen Rad drehen!
10. Netzwerke und Gruppen
11. Materialien (Broschüren, Ausstellungen, Flyer ...)

Hirnstupser - politische Analyse und Nachdenktexte
Hirnstupser am 2.4.2020: Autofahren und Verbrennen fossiler Energieträger verbieten – sofort!
Warum wo besonders viele Menschen an Corona erkranken und, das ist noch geheimnisvoller, warum wo prozentual mehr daran sterben, ist in wissenschaftlichen Kreisen heiß diskutiert, aber nach wie vor nicht geklärt. Viele Theorien sind benannt, einige schon widerlegt. Der unterschiedliche Anteil alter Menschen wird erwähnt – aber der ist auch in ländlichen Gebieten höher, die allerdings wiederum niedrigere Fallzahlen haben. Regionen und Staaten haben sehr unterschiedliche Beschränkungen erlassen, die auch unterschiedlich wirken, aber nicht eindeutig bestimmten Maßnahmen zugeordnet werden können. Da wirkt eine Studie aus Italien spannend, die eine sehr naheliegende Spur verfolgt. Denn der aktuelle Corona-Virus CoVid-19 löst eine Lungenkrankheit, die vielfach tödlich endet. Feinstaub und andere Luftverschmutzungen schwächen die Lunge ebenfalls. Wer sich nun anschaut, wo die meisten Coronafälle und –toten auftreten, findet neben überwiegend geklärten Zufallsbegebenheiten der Massenansteckung (z.B. die Faschingshandlungen im Kreis Heinsberg) eine bemerkenswerte Korrelation zwischen hoher Luftbelastung und Infektionen bzw. Todeszahlen. Bislang werden dafür zwei Theorien debattiert, die beide zutreffen könnten. So ist bekannt, „dass Viren und Bakterien auf Staubpartikeln oder organischen Teilchen aus dem Meeresdunst reisen. … Ein Wissenschaftlerteam verschiedener italienischer Universitäten will einen Zusammenhang zwischen der Luftverschmutzung durch Feinstaub und der Häufung von Coronavirus-Infektionen gefunden haben, die in der Po-Ebene, besonders in der Lombardei und der Emilia-Romana, am höchsten ist. In ihrer Studie, für die sie die Feinstaub-Messwerte (PM-10) der Überwachungsstationen der Umweltschutzbehörden auswerteten und mit den bestätigten Covid-19-Fällen verglichen, gingen sie ebenfalls davon aus, dass Viren auf Smogpartikeln und insbesondere Feinstaubpartikeln bis zu mehreren Tagen und Wochen in der Luft bleiben und reisen können.“ (Zitat und genauere Informationen auf www.heise.de/tp/features/Feinstaubpartikel-als-Viren-Vehikel-4687454.html) „Ähnliches veröffentlichten Wissenschaftler zuvor bereits im renommierten Fachjournal Nature“, fügt das WDR-Wissenschaftsmagazin Quarks hinzu (www.quarks.de/gesundheit/medizin/ist-feinstaub-schuld-an-den-vielen-todesfaellen-in-italien/).
Zudem liegt nahe, dass eine Vorbelastung durch hohe Luftverschmutzung die Anfälligkeit für eine Lungenkrankheit durch Viren erhöht. Das ist bereits länger bekannt: „Besonders konkret wird es bei einer Studie, die vor Jahren zum Virus SARS-CoV durchgeführt wurde, das sich Anfang der 2000er Jahre in Asien verbreitet hat. Im Vergleich zu Regionen mit geringer Luftverschmutzung lag das Sterblichkeitsrisiko in Regionen mit moderater Luftverschmutzung um 86 Prozent höher, bei hoher Luftverschmutzung war das Risiko doppelt so hoch.“ (Quelle wie oben)
Noch ist nichts bewiesen, aber der Verdacht liegt nahe. In einer Zeit, wo selbst corona-kompatible Demonstrationen verboten und die Essensverteilung von Tafeln gestoppt wird, um vermeintlich jedes Restrisiko zu vermeiden, wirft es ein bemerkenswertes Licht auf die zur Zeit an starken Sprüchen nicht verlegenen Politiker*innen, dass sie das Naheliegende nicht tun: Aus Vorsorge den Autoverkehr sofort verbieten und die Kohlekraftwerke abschalten! Das hätte zudem nicht solch starke Nebenwirkungen wie andere Coronaschutzregeln, unter anderem vermehrte häusliche Gewalt oder die Suizid-Gefahr für Inhaber*innen kleinerer und mittlerer Betriebe. Im Gegenteil: Kinder könnten leichter raus, Menschen würden sich mehr bewegen. Und wenn sich dann herausstellt, dass Corona doch nicht durch Feinstaub gefördert wird, dürften 1,35 Mio. Unfalltote plus ungezählte Verletzte pro Jahr weltweit und eine unbekannte Masse an Geschädigten durch Luftverschmutzung, Flächenverbrauch und Rohstoffgewinnung auch allein Grund genug dafür sein.

Frei gesprochen im Glashaus der Projektwerkstatt - als Beitrag auf Youtube und als Podcast (.mp3):




Car-Walking
Ja, das geht - und wurde früher sogar oft geübt und gemacht. Es gibt sogar einen Wikipedia-Artikel und ein Buch dazu. Warum nicht mal wieder???

Parkplätze zu Lebensräumen
Per Demorecht lassen sich beliebige Parkplätze temporär verwandeln und dann umgestalten. Um zur Demo zu werden, muss eine politische Botschaft dabei sein – was aber ja auch sinnvoll ist . Auch große Parkplätze können so über eine Demonstrationsanmeldung (oder spontane Eroberung) umgenutzt werden. Das geht so-wohl einmalig als auch als regelmäßiger Event. So können für unsere Nulltarif-Kampagne in jeder Stadt/Region feste Treffpunkte auf Flächen geschaffen werden, die sonst nur von Autos belegt werden. Bei-spiel: In der Stadt X wird ein an die Fußgängizone direkt angrenzender (oder irgendwo sonst gut sicht- und erreichbar liegender) Parkplatz jeden Samstagnachmittag zur Demozone mit Musik, Foodsharing-Verteilung, Umsonstladen, Kunstaktionen, Theater und als Treffpunkt zur weiteren Absprache von Aktionen (statt irgend-wo versteckten Plena/Vereinssitzungen).
Damit der Parkplatz auch frei ist, könnt Ihr Flächen im direkten Anschluss an andere Nutzungen übernehmen, z.B. nach Wochenmärkten oder anderen Events.
Rechtliche Hinweise: Spontandemos sind erlaubt, wenn der Anlass direkt davor lag bzw. bekannt wurde (ir-gendein Anlass findet sich immer … einfach mal „googlen“ oder so). Vorteil: Keine interne Hierarchie/Leitung nötig. Nachteil: Es dürfen keine speziell für den Fall vorbereiteten Materialien von Anfang an da sein – aber schon welche von vorherigen Demos, allgemein verfügbare Sachen, außerdem dann vor Ort Transpis malen, Kreide einsetzen …
„Normale“ Demos können auf allen zugänglichen und öffentlichen Flächen angemeldet werden, also im Ver-kehrsbereich eigentlich alles (siehe auch im Anhang).
Ähnlich wie Parkplätze lassen sich per Demorecht auch beliebige Straßen zu Lebensräumen machen. In etli-chen Städten hat es schon „Frühlingsfeste“ (so in Stuttgart), „Umwelttage“ (Berlin) usw. selbst auf den Hauptstraßen gegeben. Dadurch wird der Verkehr in der ganzen Stadt eingeschränkt und Menschen können erleben, wie es sich anfühlt, wenn auf einer bestimmten Straße keine Autos mehr rollen, sondern Platz für Feiern, Spielen, Sonnen usw. ist.
Weitere Aktionen:
  • Schilder „Fahrrad frei“ an Parkplatzschilder und/oder Parkautomaten anbringen
  • Parkplätze mit Fahrrädern besetzen (siehe „parking day“)
  • Fahrradsymbole auf Parkplätze aufmalen (z.B. ein Parkplatz in fünf Fahrradstellflächen wandeln) oder gleich Fahrradständer montieren
  • Basketballkörbe, Tischtennisplatten, Kicker, Billard usw. auf die Parkplätze stellen und losspielen …

Parkhäuser zu Aktionsflächen machen
Parkhäuser sind ein Symbol für die Eroberung der Innenstädte durch Autos. Ihr Verschwinden könnte zum Symbol für das Ziel autofreier (Innen-)Städte werden. Oft liegen sie auch gut sichtbar, so dass Aktionen Wir-kung entfalten können. Aktionsideen für die (temporäre) Schließung:
  • Ankettaktion in Zufahrt (Betonfaß/-pyramide)
  • Nächtliches Zumauern (große Steine und Schnellzement)
  • Sitzblockade, auch gut im Rahmen größerer Aktionstage, als Phase einer (Fahrrad-) Demo/Critical Mass usw.
  • Besetzung und Umgestaltung
  • Sabotage (an Schrankenanlage o.ä.)

Wichtig ist die Vermittlung nach außen:
  • Flyer, Lautsprecher, Pressearbeit usw.
  • Transpis aufhängen an Fassade (eventuell auch verbunden mit Kletteraktion)
  • Kreidemalereien in Zufahrten
  • Scheinbesetzung (vor allem dann, wenn Aktionen an Parkhäusern schon bekannt sind)
  • Einfahrt so ändern, dass es nur die Zufahrt für Fahrräder ist (Autos sollen die für Autos nehmen, die es aber dann gar nicht gibt)
  • Freiparkplätze für Fahrräder einrichten

Parkplätze zu Parkanlagen machen
Radikal: Aufhacken und bepflanzen.
Soft: Hochbeete auf Parkplätze stellen - siehe die Aktion "Platzpark statt Parkplatz"

Der digitale Stau
Staumeldungen über Handy und etliche Navis basieren auf der Auswertung von Bewegungsprofilen der Handys auf der Straße. Wer also eine Menge angeschalteter Handys in einem Karren langsam über eine Straße schiebt oder dort abstellt, kann eine Umleitungsempfehlung hervorrufen und die Straße so von einem Teil des Verkehrs befreien.
Der Handwagen kann entsprechend § 25 StVO (siehe Gehzeuge) auf der Straße geschoben werden.

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