James Bond in Reiskirchen
Die fiesen Tricks von Polizei und Justiz

Kurzer Prozess

Der Prozessablauf als Bericht:

Die Tür ging auf und der Angeklagte wurde hereingerufen. Mit ihm ging der zweite Staatsschützer hin – sicher ist sicher. Alle setzten sich auf die vorgesehenen Stühle. Richter Gotthardt wühlte in Papieren, der Angeklagte bat um Zettel und Stift. Das bekam er. Dann legte Gotthardt los: „Was haben Sie dazu zu sagen?“ Der Angeklagte war überrascht. Immer noch tappte er im Dunkeln, was überhaupt los war. Von den Graffitis am Altenfeldsweg wusste er nichts, von der Story mit dem 1,80m großen Menschen, der ihm ähnlich gesehen haben soll, aber der CDU-Zentrale war ihm ebenfalls nichts berichtet worden. Welch einen Antrag die Polizei gestellt hatte – keine Ahnung. Und dann polterte der Richter gleich mit der Frage los, was er dazu zu sagen hätte. Von dem er gar nichts wusste. Also fragte er zurück: „Wozu?“ Richter Gotthardt bereits ärgerlich: „Ich stelle hier die Fragen“. Viel mehr Dialog entwickelte sich nicht. Gotthardt hatte offensichtlich beschlossen, über nichts sprechen zu wollen. Das stärkt den Verdacht, dass er wusste, die Polizei hätte keinerlei Beweise. Wahrscheinlich kannte er sogar das gesamte Lügengebäude. Nach kurzem Streit über die Weigerung des Richters, dem Vorgeführten überhaupt zu erläutern, was diesem vorgeworfen wurde (der Richter blieb dabei, davon nichts zu sagen), erinnerte sich der Angeklagte an die zwei Polizeiwagen, die ihn beim Badmintonspiel gesehen hatten. Was auch immer Polizei und Gericht gerade gegen ihn im Kopf hatten, er konnte zumindest für einen wesentliche Phase der Nacht ja sogar mit Hilfe der Polizei beweisen, wo er war und was er gemacht hatte. Also sagte er dem Richter: „Was auch immer Sie gegen mich im Kopf haben – ich kann beweisen, was ich tatsächlich gemacht habe. Schließlich wurde ich von der Polizei dabei observiert.“ Doch Richter Gotthardt wollte nicht diskutieren. „Nehmen Sie sich nicht so wichtig!“ schnauzte er seinen Gegenüber an. Der hatte keine Lust mehr und fragte, ob er auch bei einer solchen Vorführung einen Befangenheitsantrag stellen dürfe. Der Richter verneinte – eine glatte Lüge, aber für den Betroffenen gab es keinerlei Chance, das in diesem Moment überprüfen zu können. Gotthardt erklärte die sogenannte ‚Anhörung’ für beendet und schickte Staatsschützer und den Verhafteten nach draußen. Nach kurzer Zeit wurde ein Staatsschützer wieder hereingerufen: Der Drucker sei kaputt, ob er helfen könne ... so blieb es fast eine Stunde. Was im Zimmer des Ex-Polizisten und jetzigem Richters sonst noch gesprochen wurde, wurde in keiner Akte festgehalten.

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