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Umweltschutz von unten
Kritik üblicher Öko-Arbeit, emanzipatorische Ökologie

Umwelt und Emanzipation ++ Filz im Umweltschutz ++ Gentechnik ++ Mobilität/Schwarzfahren ++ Links

Emanzipatorische Ökologie = Umweltschutz von unten

Macht macht Umwelt kaputt - über den Zusammenhang von Herrschaft und Umweltzerstörung

Herrschaft bedeutet die Möglichkeit, Abläufe und Verhältnisse so regeln zu können, dass andere die negativen Folgen erleiden müssen. Umweltzerstörung basiert regelmäßig auf diesem Prinzip: Industrie und ihre Staaten graben in armen Regionen nach Energiequellen und Rohstoffen, transportieren schiffeweise Nahrungsmittel oder Holz zu sich und kippen den Müll wieder in die Peripherien zurück. Städte nutzen das Umland für Bauflächen, Straßentrassen und Müllhalden. Die Natur zählt nichts, weil die Menschen in ihr still sind oder still gehalten werden. Wer Umwelt dauerhaft schützen will, muss daher die Machtfrage stellen. Doch was geschieht tatsächlich? Selbst Umweltver-bände setzen auf Staat, Umweltpolizei, Gesetze und Firmen, um die Welt grün zu halten. Diese Schüsse gehen nach hinten los - schon seit Jahrzehnten. Nötig ist eine Umweltschutzstrategie, die die Menschen ermächtigt, ihr Leben wieder selbst zu organisieren – ohne Hierarchien und Privilegien. Nur ein Umweltschutz von unten ist grundlegend und dauerhaft wirksam.
Referent: Jörg Bergstedt, Autor von "Reich oder rechts?" und "Monsanto auf Deutsch"
Infoseite: www.umwelt-und-macht.tk

Auch möglich (und das dann jederzeit, weil ohne Referent_in): Filmabend "Macht macht Umwelt kaputt"
Film als DVD bestellen ++ auf Youtube angucken oder in HD-Auflösung downloaden ++ Liste aller Filme

Umweltschutz von unten

Es gibt viele Gründe, warum Umweltschutz "out" ist. Viele davon sind: Vereinsmeierei, Konkurrenzdenken, kommerzielle Ziele, Bürokratie und Hierarchie sowie Filz mit Politik und Konzernen stehen einer druckvollen Arbeit im Wege. Der wichtigste Punkt aber war und ist: Umweltschutz organisiert sich immer vor oben, d.h. die Menschen werden zur Zielgruppe von Strafandrohung, Bildungsarbeit, Appellen und finanziellen Steuerungen. Niemals sind sie AkteurInnen. Bei der Frage, wie Innenhöfe, Straßen, Stadtteile oder Landschaften gestaltet werden sollen, wenden sich UmweltschützerInnen an den Staat, neuerdings auch immer öfter an die Firmen als zunehmender Machtfaktor. Die Konzepte aus der Öko-Ecke stützen die Machtsysteme, zur Zeit begleiten sie die neoliberale Weltordnung. Das ökonomisches Diktat wird nicht in Frage gestellt, sondern begrünt: Ökosteuer, Ökoaudit oder Selbstverpflichtung. Die Folgen: Umweltschutz verliert an Akzeptanz in der Bevölkerung, weil die bevormundet wird. Und er ist nicht mehr bündnisfähig mit sozialen Bewegungen, die Selbst- und Mitbestimmung zum Ziel haben.
Emanzipatorischer Umweltschutz will etwas ganz anderes: Die Menschen werden zu AkteurInnen. Die Straßen, Häuserblöcke und Landschaften müssen den Menschen gehören, die in ihnen leben. Niemand kann über Flächen und Orte bestimmen, ohne selbst betroffen zu sein. "Demokratisierung von Flächen- und Rohstoffverbrauch" heißt das Gegenkonzept zu Ordnungsrecht oder dem kapitalistischen Instrument Ökosteuer. Vision ist eine Welt von unten. Die kleinen Schritte dahin bestehen aus konkreten Projekte, die die Menschen zu den EntscheiderInnen machen: Windanlagen, die den Menschen drumherum gehören (statt teurer Großanlagen ohne örtliche Akzeptanz), Stromnetze im Besitz der BürgerInnen, ökologische Bauernhöfe im Gemeinschaftsbesitz, lokale Ökonomien ohne Apparate und vieles mehr.

Mögliche Formen der Veranstaltung: Kurzvortrag (mit oder ohne Diskussion), Workshop, Tages- oder Wochenendseminar

Mehr Infos:

RWE - der Kampf um Kohle und Posten

Klimawandel ist in aller Munde - und manchem Keller. Dennoch baggern große Energiekonzerne tiefe Löcher in die Erde, vertreiben die EinwohnerInnen ganzer Dörfer, um dann ihre Häuser abzureißen. Gleichzeitig blasen sie riesige Mengen klimaschädlicher Gase, dazu gesundheitsschädliche Stoffe von Feinstaub bis Radioaktivität in die Luft. Widerstand scheint zwecklos. Der Grund: Ein enger Filz der Konzerne mit Parteien und Behörden sichert die lukrative Rücksichtslosigkeit ab. Der größte Klimakiller agiert im bevölkerungsreichsten Bundesland, aber auch andernorts: RWE und Landespolitik, dazu Bundesbehörden, regionale Ämter und PolitikerInnen, Parteien und Lobbyisten ruinieren Umwelt und Gesundheit! Die brisante und unterhaltsame Ton-Bilder-Schau wirft einen Blick hinter diese Kulissen nordrhein-westfälischer Machtpolitik, zeigt aber auch den zähen und zunehmenden Protest gegen Kohleabbau und Klimawandel.
Infos: www.projektwerkstatt.de/kohle und www.ausgeCO2hlt.de

Form der Veranstaltung: 1,5stündige Ton-Bilder-Schau (Power-Point, Audio, Filme)
Es kann dann ergänzend mehr folgen - z.B. ein Tagesseminar oder Workshop am Folgetag (auch als Frühstück zum Weiterdiskutieren o.ä.)!
Notwendige Technik: Beamer, Leinwand, Lautsprecher (zum Anschluss an Laptop mit kleiner Klinke, also z.B. Computer-/Aktivboxen)

Weitere mögliche Themen (auf Anfrage, da externe ReferentInnen)
Frühere Vorträge: Thema Energie von unten ... Diese Übersicht ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Energie(versorgung) von unten
Regenerative Energie heißt das Zauberwort, mit dem die (Um-)Welt wieder in Ordnung kommt.  Doch was steckt hinter diesem Etikett. Viele große Strommonopolisten haben auch ein sogenanntes Ökostromangebot in ihr Sortiment aufgenommen.  Damit lassen sie sich die ohnehin bestehenden - sehr geringen - Öko-Anteile ihres Mischstroms nun teurer bezahlen. Den reinen Atomstrom gibt´s dann zum Billigpreis. Als Global Players mischen sie dann anderswo weiterhin in den umweltzerstörerischen Großprojekten mit. Wem können VerbraucherInnen hier noch trauen, und auf was gilt es zu achten?  Strom-ErzeugerInnen-VerbaucherInnen-Gemeinschaften könnten ein Weg sein, die Energieversorgung lokal selbst zu organisieren, ohne die großen Konzerne. Projekt A hat ein Blockheizkraftwerk im Keller, eine Solaranlage auf dem Dach oder ein Windkraftanlage im Garten stehen und schließt sich direkt mit den Verbrauchern B und C zusammen, um den Strom gemeinsam zu erzeugen und zu verbrauchen.

Form der Veranstaltung: Kurzvortrag (mit oder ohne Diskussion) oder Workshop

Kritik an Strategien und Organisierung im Umweltschutz

Kritik von Nachhaltigkeit und Agenda 21

Viele lamentieren, Nachhaltigkeit sei ja eine gute Idee, aber sie werde nicht richtig umgesetzt. Das verklärt, was Nachhaltigkeit wirklich ist – ein Propagandatrick, der vor allem wirtschaftlichen Interessen dient und die Umweltbewegung völlig inhaltsentleert hat. Beispiel: Nachhaltigkeit kommt von der Idee her aus der Forstwirtschaft und ist dort ökonomisch gemeint. Genauso viel nachpflanzen wie abgeholzt wird – aber eine Fichtenmonokultur darf es schon sein. So ist Nachhaltigkeit immer gemeint gewesen: Rohstoffe, menschliche Arbeitskraft oder Flächen nachhaltig ausbeuten, damit sie nicht so schnell zu Ende gehen – nicht aus ökologischen Gründen, sondern damit lange Profit zu machen ist. Weiteres Beispiel: Nachhaltigkeit wird mit einem Dreiklang von Ökonomie, Ökologie und Sozialem erklärt. Die sollen fortan gleichberechtigt sein. Mal abgesehen davon, dass die Trennung dieser drei Sphären völlig realitätsuntauglich ist, ist die Akzeptanz der Gleichrangigkeit z.B. von Ökologie und Ökonomie aus Umweltschutzsicht gar kein Fortschritt. Früher bestanden „Ökos“ auf dem Vorrang der Ökologie, heute fordern sie, dass wirtschaftliche Anliegen gleichberechtigt sein sollen. Das ist ein Rückschritt.
Daher wäre es konsequent, endlich aus der Nachhaltigkeitsideologie auszusteigen und stattdessen an Ideen, Projekten und politischen Konzepten zu feilen, die Umweltschutz, globale Gleichberechtigung und wirtschaftliche Tätigkeit mit der Idee von Selbstbestimmung und Emanzipation koppeln.

oder

Die Arbeit an der lokalen Agenda ist aus drei Gründen falsch. Zum ersten ist die Agenda ein Dokument, das u.a. den weltweiten Ausbau von Atom- und Gentechnik fordert, Unternehmer rechtlich mit der Politik gleichstellen und überall die Handels- und Zugriffsbeschränkungen auf Rohstoffe abbauen will – ein neoliberales Kampfpapier! Es paßt zum europäische Denken, den eigenen Kulturentwurf weltweit durchzusetzen und selbstorganisierte Lebensformen zu unterdrücken. Besonders kraß ist das Kapitel zu den indigenen Bevölkerungsgruppen, die als unfähig zum nachhaltigen Leben abqualifiziert werden und daher anzupassen sind. Zitat 26.1: „Ihre Fähigkeit zur uneingeschränkten Mitwirkung an einem auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichteten Umgang mit ihrem Land hat sich aufgrund wirtschaftlicher, sozialer und historischer Faktoren bisher als begrenzt erwiesen”.
Zweitens kranken fast alle Agendaprozesse an denselben. Die Zwangsmoderation schafft Harmonie, ist aber klaren Positionen und Beschlüssen abträglich. Der Konsenszwang läßt oft nur den kleinsten gemeinsamen Nenner Null zu. Förderrichtlinien geben Arbeitsstrukturen vor. Besser wäre, sich für die tatsächliche Verbesserung von BürgerInnen­ und Volksentscheiden einzusetzen.
Zudem sind Agendagruppen eingebettet in ein politisches Umfeld. Polit- und Wirtschaftsbosse setzen die härteste Deregulierungswelle durch, die wir je erlebt haben. Sie unterwerfen weltweit Mensch und Natur ihrer Verwertungslogik – und gleichzeitig bieten sie uns unverbindliche runde Tische an. Die gesamte Nachhaltigkeitsdebatte negiert die Existenz von Machtstrukturen, dadurch werden diese legitimiert und gestärkt. Den Höhepunkt werden wir im Jahr 2000 erleben, wenn die Neoliberalismus-Propagandashow Expo 2000 über uns hereinbricht – unter dem Label „Agenda 21“ werden neue Atomkraftwerke, Gentechnik, Transrapid, usw. verkauft.
Wer Agenda-Arbeit macht, kann sich von ihren Inhalten, hinderlichen Arbeitsstrukturen und der Verwertung des Agendabegriffes in der neoliberalen Politik nicht befreien. PR-gepowerte Erfolgsmeldungen entpuppen sich bei näherem hinsehen als Projekte, daß früher eine BI in zwei Wochen umgesetzt hätte oder als ein Projekt, was auch ohne die Agendarunden schon bestand.
Die Agenda 21 hat keine neuen Handlungsmöglichkeiten geschaffen, aber Verwirrung gestiftet, innerhalb derer Beteiligungsrechte, soziale und Umweltstandards massiv abgebaut wurden. Es ist daher wichtig, schnell aus der Agendaarbeit auszusteigen, diesen Prozeß zu demaskieren als Befriedungs- und Akzeptenzbeschaffungstechnologie sowie selbst Aktionsformen, Bündnisse usw. zu schaffen, die auf eine tatsächliche Veränderung politischer Ziele, Mitbestimmung usw. ausgerichtet sind. Dabei müssen unabhängige Formen politischer Arbeit, öffentliche Aktionsfähigkeit, klare und emanzipatorische Positionen und die Stärkung der Beteiligungsrechte im Umweltschutz im Mittelpunkt stehen.

Mögliche Form der Veranstaltung: Kurzvortrag (mit oder ohne Diskussion) oder Workshop

Mehr Infos:

Konsumkritik-Kritik - wollt Ihr ein Leben im Öko-Hamsterrad?

Überall dröhnt die Werbung: Ändere Dein Leben und Du änderst die Welt! Nachfrage regelt das Angebot! Ethische Geldanlagen, Kaufen mit gutem Gewissen usw. Warum aber wird die Welt nicht besser, sondern nur der Bio-, Fahrrad- und Solarladen zu einem Kommerztempel? Der Vortrag widerlegt die These von der großen Verbraucher_innenmacht und zeigt, dass die Selbstreduzierung auf's Dasein als Konsument_in vor allem denen dient, die nichts als Profit im Sinn haben. Für Mensch und Umwelt aber geht es um mehr als sich mit der Rolle des Bezahlenden im Kapitalismus zufrieden zu geben.
Der Referent, Jörg Bergstedt, ist Autor zahlreicher Ökologiebücher (z.B. "Monsanto auf Deutsch") und des Büchleins "Konsumkritik-Kritik".

Rechte Ökologie

Es geht um Inhalte und Strukturen: Welche inhaltlichen Positionen von UmweltschützerInnen und rechten Gruppen überschneiden oder ähneln sich? Welche Anknüpfungspunkte gibt es daher z.B. in Richtung Landschafts- und Heimatschutz, in Richtung der Erfindung von Überbevölkerung, dem Glaubenskrieg gegen Finanzkapital-Schurken, Lebensschutz und mehr? 2004 verabschiedeten die Chefs der deutschen Umweltverbände und Angela Merkel zusammen eine Presseerklärung. Zwischenüberschrift: „Naturschutz ist angewandter Patriotismus“ ...
Zweitens konkrete organisatorische Verknüpfungen: Rechte AktivistInnen in Umweltgruppen, Kooperationen mit rechten Gruppen, die Lage bei der ÖDP, die Rolle von Fascho-Organisationen in der Entstehung der „modernen“ Umweltbewegung (ab dem Kampf gegen Atomkraft, bei der Gründung der Grünen) oder die Geschichte des Naturschutzbundes als Reichsvogelschutzbund während der Nazi-Herrschaft.

Mögliche Form der Veranstaltung: Kurzvortrag (mit oder ohne Diskussion) oder Workshop

Mehr Infos:

Gentechnik

Ton-Bilder-Schau "Die Mischung macht's -
erfolgreiche Strategien des Widerstandes am Beispiel der Agrogentechnik"

2004 starteten Gentechnikkonzerne und Lobbygruppen eine neue Kampagne zur Durchsetzung ihrer Profitinteressen und zur Anlage von Feldern mit manipulierten Pflanzen. Ab 2005 entwickelte sich - wie schon Mitte der 90er Jahre - eine spannende Mischung des Widerstandes: Feldbefreiungen, Feldbesetzungen, Aktionen vor Konzernzentralen und -versammlungen, Recherchen hinter den Kulissen, brisante Veröffentlichungen und viele informative Veranstaltungen. Mit Erfolg: 2011 wurden die letzten Versuchsfelder in einer spektakulären Aktion zerstört. Monsanto, BASF & Co. kündigten ihren Abgang aus Deutschland an. Die Jahre 2013 und 2014 liefen deutschlandweit ganz ohne gv-Pflanzen ab. Da lohnt sich der Rückblick: Was macht solche Widerstandsstrategien aus? Und was lässt sich daraus für andere Kampagnen und Aktionen lernen - z.B. für den Widerstand gegen Atom oder Kohle, Tierfabriken oder übergriffige Behörden, Nazis oder Sozialabbau, Militär oder Repression? Fotos, kurze Filme und ausgewählte Anekdoten machen die Ton-Bilder-Schau zu einer rasanten Erinnerung an vergangene Protestjahre. Ihr folgen Thesen für eine entschlossenere Protestkultur auch zu anderen Themen. Am Ende besteht die Gelegenheit zur Debatte, Entwicklung eigener Ideen und für konkrete Verabredungen.

Form der Veranstaltung: 1 1/2 stündige Ton-Bilder-Schau (Darstellung plus Bilder und kurze Filme auf Leinwand)
Es kann dann ergänzend mehr folgen - z.B. ein Tagesseminar oder Workshop am Folgetag (auch als Frühstück zum Weiterdiskutieren o.ä.)!
Notwendige Technik: Beamer, Leinwand, Lautsprecher (zum Anschluss an Laptop mit kleiner Klinke, also z.B. Computer-/Aktivboxen)

Auch möglich (und das dann jederzeit, weil ohne Referent_in): Filmabend "Die Mischung macht's!"
Film als DVD bestellen ++ auf Youtube angucken oder in HD-Qualität downloaden ++ Liste aller Filme

Alternativer Textzur Ton-Bilder-Schau ... Diese Übersicht ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
"Vom Aufstieg und Untergang der Agrogentechnik - eine Rückschau auf Felder, Gelder und Aktionen ... zum Mutmachen"
Die gute Nachricht zu Beginn: 2013 wurden keine neuen gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland ausgesät. Auch für 2014 jammerten die Lobbyisten bereits über die Fortsetzung ihrer Niederlage. Dabei hatten sie 23 Jahre so viel Hoffnung auf die gewinnträchtige Technik. Doch BASF, Bayer, KWS, Syngenta, Monsanto, Raiffeisen, fast alle Parteien und viele Lobbyverbände reichten nicht aus gegen den vielfältigen und unberechenbaren Protest. Daher lohnt der Rückblick: Was machte den Widerstand gegen die Agrogentechnik so erfolgreich? Und was lässt sich daraus für andere Kampagnen und Aktionen lernen - z.B. für den Widerstand gegen Atom oder Kohle, Tierfabriken oder Schlachthöfe, Nazis oder Sozialabbau, Militär oder Repression. Die neue Ton-Bilder-Schau des "Monsanto auf Deutsch"-Autors und bekennenden Feldbefreiers Jörg Bergstedt mit Fotos, kurzen Filmen und ausgewählte Anekdoten bietet eine rasante Erinnerung an die vergangenen Protestjahre.

Oder ausführlicher:
"Agrogentechnik - Felder, Gelder, Protesterfolge
"
Vom Aufstieg und Untergang der Agrogentechnik - eine Rückschau auf Felder, Gelder und die Aktionen, die gegen große Firmennamen und intensive Seilschaften die Gentechnikfreiheit zumindest in Deutschland wieder durchsetzten!

Zur Lage der Dinge
Die gute Nachricht zu Beginn: 2013 wurden keine neuen gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland ausgesät. Auch für 2014 jammerten die Lobbyisten bereits über die Fortsetzung ihrer Niederlage. Dabei hatten sie 23 Jahre so viel Hoffnung auf die gewinnversprechende Technik. Nach einem Höhepunkt in den 90er Jahren, der damals bereits durch intensive Proteste zurückgedrängt wurde, starteten Gentechnikkonzerne und Lobbygruppen ab 2004 eine neue Kampagne zur Durchsetzung ihrer Profitinteressen und zur Anlage von Feldern mit manipulierten Pflanzen.

Protest als vielfältige Mischung
Doch BASF, Bayer, KWS, Syngenta, Monsanto, Raiffeisen, fast alle Parteien und viele Lobbyverbände reichten nicht aus gegen den vielfältigen und unberechenbaren Protest. Ab 2005 entwickelte sich - wie schon Mitte der 90er Jahre - eine spannende Mischung des Widerstandes: Feldbefreiungen, Feldbesetzungen, Aktionen vor Konzernzentralen und -versammlungen, Recherchen hinter den Kulissen, brisante Veröffentlichungen und viele informative Veranstaltungen. Mit Erfolg: 2012 gab es kaum noch Felder und die großen Konzerne kündigten ihren Abgang aus Deutschland an. Der Sommer 2013 wurde zur ersten Vegetationsperiode ganz ohne neue gv-Pflanzen. Nur der Durchwuchs und andere, in der Landschaft verbliebene Rest alter Felder verblieben.

Aus den Erfahrungen lernen - und Mut zu mehr bekommen!
Der Rückblick lohnt: Was machte den Widerstand gegen die Agrogentechnik so erfolgreich? Und was lässt sich daraus für andere Kampagnen und Aktionen lernen - z.B. für den Widerstand gegen Atom oder Kohle, Tierfabriken oder Schlachthöfe, Nazis oder Sozialabbau, Militär oder Repression. Die neue Ton-Bilder-Schau des "Monsanto auf Deutsch"-Autors und bekennenden Feldbefreiers Jörg Bergstedt mit Fotos, kurzen Filmen und ausgewählte Anekdoten bietet eine rasante Erinnerung an die vergangenen Protestjahre. Fotos, kurze Filme und ausgewählte Anekdoten machen die Ton-Bilder-Schau zu einer rasanten Erinnerung an vergangene Protestjahre. Dann folgen Thesen für eine entschlossenere Protestkultur auch zu anderen Themen. Am Ende besteht die Gelegenheit zur Debatte, Entwicklung eigener Ideen und für konkrete Verabredungen …
Für einen spannenden Kino-/Filmabend:
Film "Aufstieg und Fall einer Patentlösung" (Agro-Gentechnik in Mecklenburg-Vorpommern)

123 spannende Minuten über die Hintergründe der aufstrebenden, profitträchtigen Technik und den Widerstand dagegen. In Hunderten von Zitaten, Interviews, Bildern und Filmsequenzen wird nachgezeichnet, wie Parteien, Landesregierung, Universität Rostock, große Welt- und dubiose Kleinstfirmen in Mecklenburg-Vorpommern ein Eldorado der Agro-Gentechnik aufbauten. Doch aus der vermutet widerstandslosen Region wurde ein bemerkenswertes Symbol für die Kraft des Widerstandes, in dem sich kreative Aktivist_innen, Umweltschützer_innen und Anwohner_innen gegen die scheinbare Übermacht verbündeten. Spektakuläre Bilder von Feldbesetzungen, O-Töne von Ohrenzeug_innen der nächtlichen Feldbefreiungen und Dokumente aus dem Inneren der Gentechnik-Seilschaften machen den Film zu einem bemerkenswerten Rückblick auf fast zehn Jahre Aufstieg und Fall der Agro-Gentechnik. Am Ende siegte, zumindest in Deutschland und vorläufig, der Widerstand - ein nicht alltägliches Ergebnis. Wie das kam, zeigt der Film - am Beispiel von Mecklenburg-Vorpommern.


Trailer zum Film "Aufstieg und Fall einer Patentlösung" (Agro-Gentechnik in Mecklenburg-Vorpommern ++ Download) ... adP
(etwaige Werbeeinblendungen sind von Youtube und nerven) ++ Gesamter Film auf Youtube

Monsanto auf Deutsch - Seilschaften deutscher Agrogentechnik (nicht mehr aktuell)

Kennen Sie Filme oder Bücher über Monsanto? In ihnen wird ein intensiver Filz zwischen Konzern und Aufsichtsbehörden aufgedeckt. Doch St. Louis, der Firmensitz des Round-up- und Agent-Orange-Herstellers, ist weit weg. Wie sieht es in Deutschland aus? Warum wurden hier Jahr für Jahr immer neue Felder angelegt, obwohl 80 Prozent der Menschen keine Gentechnik auf Acker oder Teller wollen? Warum fließen immer noch große Mengen Steuergelder dorthin? Der Blick hinter die Kulissen der Gentechnik mit ihren mafiosen Strukturen und skandalösen Zuständen bei Genehmigungen und Geldvergabe bietet eine erschütternde Erklärung, warum die überwältigende Ablehnung und der gesetzlich eigentlich vorhandene Schutz gentechnikfreier Landwirtschaft (einschließlich Imkerei) so wenig Wirkung hat. Denn: In den vergangenen Jahrzehnten sind alle relevanten Posten in Genehmigungsbehörden, Bundesfachanstalten und geldvergebenden Ministerien mit GentechnikbefürworterInnen besetzt worden. Die meisten von ihnen sind direkt in die Gentechnikkonzerne eingebunden. Mafiose Geflechte von Kleinstunternehmen und seltsamen Biotechnologieparks names Biotechfarm oder AgroBioTechnikum dominierten das Geschehen und erhielten Aufträge von Firmen und Universitäten, die ihre Genehmigungen und Geldern vielfach mit falschen Angaben erschlichen. Erst der vielfältige und schließlich entschlossene Widerstand setzte dem Treiben ein vorläufiges Ende.
In der Veranstaltung werden die Seilschaften zwischen Behörden, staatlicher und privater Forschung, Konzernen und Lobbyorganisationen an vier Beispielen minutiös durchleuchtet: Die Firma BioOK, die Genehmigungsbehörde (BVL = Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit), das jahrelang wichtigste Forschungszentrum AgroBioTechnikum (nahe Rostock) und der Lobbyverband InnoPlanta. Um die Wut zu Entschlossenheit statt zur Ohnmacht zu wenden, bildet ein Ausblick auf Möglichkeiten des Widerstandes den Abschluss: "Wer nach mehr Forschung ruft oder sich auf staatliche Stellen verlässt, ist verlassen. Gentechnikfreiheit gibt es nur dann, wenn die 80 Prozent Ablehnung sich auch zeigen!"

Form der Veranstaltung: 2-stündige Ton-Bilder-Schau (Darstellung plus Bilder und kurze Filme auf Leinwand)
Es kann dann ergänzend mehr folgen - z.B. ein Tagesseminar oder Workshop am Folgetag (auch als Frühstück zum Weiterdiskutieren o.ä.)!
Der Klassiker - aber nicht mehr aktuell und daher nicht mehr zu empfehlen!
Notwendige Technik: Beamer, Leinwand, Lautsprecher (zum Anschluss an Laptop mit kleiner Klinke, also z.B. Computer-/Aktivboxen)

Mehr Infos:

Auch möglich (und das dann jederzeit, weil ohne Referent_in): Filmabend "Monsanto auf Deutsch"
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Frühere Vorträge: Thema Agrogentechnik ... Diese Übersicht ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Gentechnik – Risiken und Nebenwirkungen, emanzipatorische Kritik und Aktionen
Ein Seminar/Workshop für alle, die ihre Kritik inhaltlich schärfen wollen: Was ist Gentechnik eigentlich, wie funktioniert und was bewirkt sie? Wo bestehen die Gefahren? Dabei wird klar, dass verschiedene Begründungen gegen die Gentechnik existieren - von Um-weltschutz über Gesundheitsgefahren bis zur Herrschaftsförmigkeit dieser Technik. Aber auch von rechten Gruppen wird Gen-technik kritisiert. Viele kritisieren die Gentechnik prinzipiell. Andere prangern vor allem ihre konkreten Ausformen und die Be-dingungen, unter denen sie entwickelt wird, an. Im Seminar sollen die verschiedenen Standpunkte geklärt und diskutiert werden. Einblicke in die Gesetzeslage, Tipps zu Infoquellen (welche Felder sind wo?) und Aktionsideen runden das Wochenende ab.

Emanzipatorische Gentechnikkritik
Eine herrschaftskritische Analyse der Forschung und Anwendung von Gentechnologie mit Perspektiven für einen emanzipatorischen Widerstand
  1. Überblick über verschiedene Begründungen gegen die Gentechnik - von Umweltschutz über Gesundheitsgefahren bis zu rechten Ideologien ... mit kritischen Bemerkungen zu verkürzten Kritiken, Anknüpfungen und Überschneidungen zu rechter Gentechnikkritik und zu Steilvorlagen für die GentechnikbefürworterInnen.
  2. Darstellung emanzipatorischer Positionen zur Gentechnik und Kritik aus einer herrschaftskritischen Perspektive.
  3. Präsentation von Widerstandsformen gegen die Gentechnik in den vergangenen Jahrzehnten - von Lobbyarbeit und Postkarten über Feldbesetzung und -befreiung bis zu Sabotage und Anschlägen (wenn möglich, mit Bildern und kleinen Videos). Informationen zum aktuellen Stand und Protestaktionen der Gegenwart.
Mit Turm, Hacke und Beton gegen die Agro-Gentechnik – Feldbefreiungen und –besetzungen in Bildern
Gegensaaten, sieben Besetzungen auf Feldern in Gießen, Oberboihingen, Northeim, Forchheim, Laase/Wendland, Groß Gerau und Bütow und eine spektakuläre Feldbefreiung in Gatersleben - ein Hauch echten Widerstands wehte im Frühjahr 2008 durch das sonst so zaghafte Land. Die Veranstaltung holt die Erinnerung zurück: In einer Stunde gelingt mit Fotos, kurzen Filmsequenzen und Berichten aus erster Hand ein Rückblick auf die Zeit zwischen Türmen und Hacken. Die phantastischen Bilder von Schnee bis Sonne, von Klettern in die Höhe bis zum Anketten in der Tiefe können anregen zu mehr - auf dem Weg in eine gentechnikfreie Zukunft. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, über Aktivitäten der Zukunft zu sprechen.

Nulltarif, Mobilität, (Aktions-)Schwarzfahren

Schwarzfahren als Aktionsform für eine andere Mobilität:
Heute straffrei ohne Ticket, morgen alle zum Nulltarif, übermorgen eine Stadt in Bürger_innenhand!

Fünf Freisprüche sprechen für sich - das jedenfalls ist die Lage in Gießen. Dort entstand die Idee, den Paragraphen 265a des Strafgesetzbuches trickreich zu umgehen. Denn "Erschleichung von Leistungen" ist es nicht mehr, wenn mensch offen sichtbar ohne Ticket unterwegs ist. Zwar haben Gerichte noch einige Male herumgeeiert, um die Kapitalinteressen zu sichern. Aber inzwischen ist klar: Wer mit Kennzeichnung unterwegs ist und dazu noch demonstrativ agiert (Rufen, Transparent, Kreidemalerei und/oder Flyer), kann nicht bestraft werden. Wer dazu noch unter den Pfändungsgrenzen von rund 1000 Euro pro Monat lebt, muss auch die 60 Euro nicht berappen. Doch bei diesem sogenannten "Aktionsschwarzfahren" geht es um mehr: Das offensive und hoffentlich demnächst massenhafte Schwarzfahren soll das ganze Fahrscheinsystem zum Einsturz bringen. Der dann mögliche "Nulltarif" wäre aber ebenfalls nur ein Schritt zu mehr: Einem menschen- und umweltgerechten Verkehrssystem - am besten in Bürger_innehand. Denn Mobilität ist ein Grundrecht - die dazu erforderlichen Produktionsmittel gehören nicht in privaten oder Staatsbesitz.

Jörg Bergstedt, der als Aktionsschwarzfahrer und Angeklagter in Gießen die fünf Freisprüche erreichte, wird die rechtlichen Grundlagen des straffreien Schwarzfahrens und die politischen Ziele und Visionen einer anderen Art von Mobilität und des Weges dorthin darstellen.

Links und Infos

Tipp zum Downloaden von Filmen: Wenn möglich, über Rechtsklick und dann "Ziel speichern unter ..." (o.ä.)!