Ökostrom von unten: Solarstrom (Photovoltaik)

Die Umstellung auf Ökostrom allein hilft nicht viel. Wichtig sind zudem:


Der folgende Text handelt vom Neubau von Photovoltaikanlagen. Er stammt aus der "Ö-Punkte"-Ausgabe Herbst 2000 (Schwerpunkt "Ökostrom von unten").
 
 

An der langen Leitung - oder Autarkie?
Bei der Nutzung der Solarenergie unterscheidet man grundsätzlich zwischen den Anlagen im Netzparallelbetrieb und den autarken Anlagen im sogenannten Inselbetrieb.
Die einfachste Variante der letztgenannten Möglichkeit ist das Transistorradio, das mit Akkus ausgerüstet wird und denen dann ein kleines Solarpanel mit etwas größerer Ausgangsspannung parallel geschaltet wird. Im größerem Maßstab ist dies bei Caravans möglich, für die es Module oder auch selbstklebende Solarfolien (200-800 DM) zur Befestigung auf dem Dach gibt. Hier sollte jedoch ein Laderegler (30 DM) vor die Batterie geschaltet werden, damit diese nicht anfängt zu "kochen". Die Dimensionierung spielt hier noch keine so wichtige Rolle, da im Notfall immer noch die Lichtmaschine einspringen kann.
Eine größere Sorgfalt verlangt die Planung für ein Ferienhaus u.ä., wobei eine 100%ige Eigenversorgung auch für entlegene Wohnhäuser ohne Netzanschluß wirtschaftlich interessant sein kann. Hier werden zusätzliche Akkumulatoren nötig, deren Kapazität (als ein sehr grober Richtwert) in Amperestunden in etwa der installierten Wattleistung der Module entsprechen sollte. Spezielle Solarakkus sollen die vielen Lade-/Entladezyklem besser vertragen können - herkömmliche KFZ-Akkus tun´s aber auch. Nur eine Parallelschaltung mehrerer Akkus ist kritisch, da sich diese leicht gegenseitig entladen!
Bei Anlagen ab 100 Watt Generatorleistung sollte der Betrieb von 1-2 Energiesparlampen (im Spezialhandel auch für 12 Volt - keine Halogenlampen!), des Kofferradios und gelegentlich des Fernsehers mit 12 Volt-Anschluß gesichert sein. Für Geräte mit 230 Volt gibt es Umformer für ca. 300 DM im Handel. Sollte jedoch auch noch ein Kühlschrank und eine Wasserpumpe betrieben werden, setzt dies eine genauere Planung voraus. Der voraussichtliche Verbrauch in Kilowattstunden muß abgeschätzt werden, indem die Nutzungsdauer mit dem Verbrauch des Gerätes multipliziert wird. Dann gilt es, Erzeugung und Verbrauch miteinander in Einklang zu bringen: Größe des Solargenerators multipliziert mit der mittleren Anzahl der Sonnenstunden gibt den einen, die vorhergehende Berechnung den anderen Wert. Durch die Vergrößerung der Modulfläche bzw. die Verringerung des Bedarfes kann eine Übereinstimmung erzielt werden.

Netzeinspeisung
Diese autarken Systeme haben den großen Nachteil, das sehr oft entweder zuviel oder zuwenig Solarstrom vorhanden ist. Nicht nur in dieser Beziehung, sondern auch bei der Planung haben netzgekoppelte Anlagen einen erheblichen Vorteil. Hier ist meistens nur die zur Verfügung stehende Dachfläche bzw. das zur Verfügung stehende Kapital ausschlaggebend für die Dimensionierung einer Anlage. Als Richtwert wäre für ein 4-Personen-Haushalt eine 5 kW-Anlage mit etwa 40 qm ausreichend. Aber auch kleinere Anlagen ab 1 kW haben ihren Sinn. Voraussetzung ist allerdings eine von Frühjahr bis Herbst unverschattete Dachfläche mit Südost- bis Südwest-Ausrichtung. Der Winkel des Daches sollte nicht flacher als 15° sein, damit das Regenwasser den sich darauf sammelnden Schmutz abspülen kann. Bei Neigungen ab 60° wird der Einfallswinkel allerdings so ungünstig, daß mit erheblichen Ertragseinbußen zu rechnen ist. Auf Flachdächern werden spezielle Gestelle verwendet, die entweder aufgrund ihres Eigengewichtes standfest sind oder andernfalls im Dach verankert werden können.
Der dazugehörende Umformer - mit den Maßen eines größeren Schuhkartons - kann entweder im Dach oder - wegen der günstigeren Temperaturverhältnisse - im Keller installiert werden. Er hat eine Nennleistung von etwa 0,7 der Generatorleistung, da im Sommer diese Werte aufgrund der Wirkungsgradverschlechterung bei Hitze sowieso nicht erreichbar sind. Auf jedem Fall muß ein Kabel zum Hausanschluß gelegt werden, wenn die gesetzliche Vergütung gezahlt werden soll. Zur Erfassung des Solarstroms wird ein zusätzlicher Stromzähler installiert. Insgesamt kostet eine derartige Anlage zwischen 14.000 und 18.000 DM pro Kilowatt und erreicht einen Ertrag zwischen 800 bis 1.000 Kilowattstunden im Jahr.

Autor: Hartmut Groh, umschalten e.V. und Energiewende-Redaktion der "Ö-Punkte"


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