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Gegen Radikalität

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Neue Energie, Mai 2000
Die Einwände gegen die Protz-Show an der Leine bleibt oft oberflächlich und wenig fundiert. Auf die Frage nach konkreten Zahlen, beispielsweise zum Energieverbrauch während der Expo, findet Jörg Bergstedt von der Widerstandsgruppe „Projektwerkstatt“ in Reiskirchen bei Gießen nur eine polemische Antwort: „Die Expo ist eine Werbeveranstaltung für Atomkraft, Gentechnik, Bevölkerungskontrolle und so weiter. Da finde ich die Frage, wie viel Energie für diese Propaganda ausgegeben wird, völlig unwichtig. Die Propaganda selbst ist der Skandal.“

Militanz und Legalität

Bundjugend-Hessen-Vorständler Adrian im AktivInfo Febr./März 2001
Aus drei Gründen halte ich Aktionen gegen die Castor-Transporte dennoch für nicht in unserem Sinne:
Erstens: Wenn wir unterstellen, die Castor-Transporte seien unsicher - und sie sind es -, müssen wir das Risiko, das mit ihnen verbunden ist, nicht noch dadurch steigern, daß wir Terroristen und Systemfeinden die Möglichkeit geben, unter dem Deckmäntelchen unserer Aktionen diese Gefahr noch zu steigern. Es ist bereits geschehen, daß während Anti-Castor-Aktionen Schienen unterhöhlt wurden und ähnliches. Ich muß schon fragen: Wollen wir wirklich die Gefahr der Kernkraft demonstrieren, indem wir Unfälle provozieren? Das kann nicht sein!
Zweitens: Jeder Widerstand, den Umweltschutz und Terroristen - Systemfeinde, die dies lediglich als Scheinlegitimation nutzen - gegen die Castor Transporte leisten, führt einen Bedarf an staatlichem Aufwand zum Schutze dieser Transporte mit sich. Dies kostet Geld, und zwar das Geld aller Bürger, auch unseres. ...
Drittens: In der Regel laufen Aktionen von Umweltschützern unter dem Begriff Widerstand. Das Grundgesetz - und einzig hierauf kann man sich berufen, will mann nicht den Weg der Illegalität beschreiten - spricht jedem Deutschen auch das Recht auf Widerstand zu. Widerstand allerdings lediglich gegen systemwidrige Entscheidungen oder systemfeindliche Personen, und auch das erst dann, wenn die staatlichen Organe zur Abwehr dieser Systemfeinde außerstande sind. ...

Peter Kropotkin, 1985: Gesetz und Autorität (S. 13)
Ebensowenig wie das kapitalistische Privateigentum, welches durch Betrug und Gewalt entstanden ist und sich unter dem Schutze der Autorität entwickelte, hat das abstrakte Gesetz einen Anspruch auf den Resprekt der Menschen. Entsprungen aus Gewalt und Aberglauben, eingeführt im Interesse der Priester, Eroberer und reihen Ausbeuter, muß es am Tage, wo das Volk entschlossen ist, seine Ketten zu brechen, gänglich abgeschafft werden.

Umweltverbände und Gentec-Widerstand

BUND distanziert sich von Anti-Gentec-Aktion
Aus einer Rundmail über die Gen-Info-Mailingliste, 9.7.2006
Anti-GMO-Aktion in Ladenburg
In der Nacht von 2. auf 3. Juli wurde - wie von der Polizei bestätigt - eine erfolgreiche Anti-GMO-Aktion durchgeführt. Genmanipulierter Mais, der mit dem Bakteriengift Bt ausgestattet wurde, konnte auf der ganzen Fläche unschädlich gemacht werden. Laut Polizei gibt es „keinerlei Hinweise“ auf die AktivistInnen. Sie kannten sich offenbar genau aus: Der Teil des Gewanns ‚Alter Hof’, der mit konventionellem Mais bepflanzt war, blieb unberührt, während bei den genmanipulierten Organismen (GMO) „Totalschaden“ entstand. Die GMO waren im Rahmen eines angeblichen Forschungsprojekts angepflanzt worden und der materielle Schaden sei - laut Polizeiangaben - von eher geringem Wert. Dr. Josef Steinberger vom Bundessortenamt, das für die Aussaat der GMO verantwortlich ist, sprach dagegen von einem „Millionenschaden“.
Einen kleinen Skandal stellt die Äußerung eines örtlichen BUND-Mitglieds, Alexander Spangenberg, dar. Dieser meinte, im Namen des Verbandes sprechen zu müssen: „Wir vom BUND lehnen solche Aktionen strikt ab.“ Es dürfte sich noch als spannend erweisen, in welche Richtung sich die Diskussion über das im Grundgesetz verbriefte Notwehrrecht innerhalb der Umwelt-Organisation BUND bewegen wird.

Anfang Mai 2000 wurde das Science-Live-Mobil in Gießen durch einen Anschlag zerstört. Es war ein Labor, in dem SchülerInnen ihre ersten gentechnisch hergestellten Tomaten ziehen konnten. Kritische Informationen gab es nicht, am Vorabend fand eine Podiumsdiskussion statt, wo nur BefürworterInnen auf dem Podium saßen, KritikerInnen nichts sagen durften und kritische ausgelegte Materialien entfernt wurden. Dafür war u.a. die Leiterin der Liebigschule in Gießen (wo das ganze stattfand) verantwortlich. Greenpeace, die an keiner Stelle aktiv wurden, distanzierten sich von dem Anschlag, bei dem das Gefährt völlig zerstört wurde (1,5 Mio. DM Sachschaden).

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