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Kollektive Identität
Konstruktion und Binnenstruktur des 'Wir'

Kritische Blicke und "bessere" Identitäten

Aus Altvater, Elmar (2005), "Das Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen", Westf. Dampfboot in Münster (S. 201)
Die amorphe Verschiedenheit von Ethnien, Nationalitäten, Kulturen, Erfahrungen mag den Eindruck der Menge, der "multitude" erwecken. Doch diese wird zum Subjekt erst durch Entwicklung einer Identität in der Verschiedenheit. Die Voraussetzungen dafür sind vorhanden. Denn die Anliegen sind sehr ähnlich, und dies ist ein starker Grund für die Bedeutung einer Institution wie der des Weltsozialforums und der vielen regionalen Sozialforen, die regelmäßig seit der Jahrhundertwende stattfinden. Das ist Identitätssuche in akzeptierter Verschiedenheit im globalen Raum. Kann eine "Zuspitzung" überhaupt vorgestellt werden, wenn die Subjekte als elne"multitude" gedacht werden, ohne den von Hobbes vorgesehenen Schritt zu vollziehen, die Menge nämlich durch Prozesse der Repräsentation und des Konsenses zu vereinheitlichen? "A multitude of men are made one person when they are by one man, or one person, represented; so that it be done with the consent of every one of that multitude in particular" (Hobbes, Leviathan, chapter XVI: Of Persons, Authors, and Things Personated"). In der Repräsentation darf nicht die Verschiedenheit verschwinden. Doch eine Vereinheitlichung von Zielen und Formen der Auseinandersetzungen ist notwendig, und diese kann im Prozess der kollektiven Forschung erreicht werden, die gerade nicht zu einem programmatischen Abschluss, zu einer formellen Vereinheitlichung führen soll, ganz im Gegenteil.

SubversiveSchlampenSchwestern (2006): Mythos Schwarzer Kanal? Schwarzer Kanal für alle! Wie Politisch ist das Private? In: Interim # 641. Berlin: Interim e.V. (S.6-7)
Wir zählen nicht aus Spaß oder platter Polemik die Gründe der Familienbildung auf und sind uns durchaus bewusst, das es natürlich auch ein Bedürfnis nach einem „Zusammen“ gibt - das den Verhältnissen trotzen kann, oder das als kommunitäres Leben auch emanzipative Möglichkeiten beinhaltet. Aber viele unserer politischen Kollektive der Vergangenheit wurden auch zu sehr engen Käfigen in denen Abweichungen reglementiert wurden. Und wie schnell wurden die freien Ideen der Kollektive zu Zwangskollektiven, in der unter der Maßgabe des Gemeinsamen ein moralischer Gruppendruck aufgebaut wurde, meist ausgeübt von der dominanten Personen innerhalb der Kollektive.

Revolutionäre Subjekte und Klassen

Aus Werner Seppmann*, "Kraft des Widerstands", in: Junge Welt, 7.3.2009 (S. 10 f.)
Weil der Kampf um die unmittelbaren (betrieblichen) Interessen – wenn er mit der notwendigen Intensität geführt wird! – eine wirksame Möglichkeit des kollektiven Lernens ist, besitzen die in den Großbetrieben tätigen Lohnabhängigen trotz aller Aufsplitterungstendenzen immer noch die besten Voraussetzungen, sich als fundamentale Veränderungskraft zu formieren. Deshalb kann weiterhin davon ausgegangen werden, daß die Arbeiterklasse im Sinne von Marx das Negationsprinzip der bürgerlichen Gesellschaft darstellt, sie die entscheidende Kraft im Kampf gegen das Kapital und für den Sozialismus ist.

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