auf

Übersichten über diese Seiten: "Alle Themen"-Button links (Seite nach oben scrollen!) ++ Projekte ++ Themen
Marxismus Anarchie Demokratie Keynesianismus Freie Vereinbarungen
Utopie-Bücher

Marxismus - Sozialismus - Kommunismus

Auf dieser Seite: Aus dem Manifest ++ Zitate ++ Gewalttätiger Kommunismus ++ War der Ostblock kommunistisch? ++ Links

Engels an Marx, 1860 (MEW 30, 15)
Sei endlich einmal etwas weniger gewissenhaft Deinen eignen Sachen gegenüber; es [Das Kapital] ist immer noch viel zu gut für das Lausepublikum. Daß das Ding geschrieben wird und erscheint, ist die Hauptsache; die Schwächen, die Dir auffallen, finden die Esel doch nicht heraus.

Manifest der Kommunistischen Partei

Im Original: Besonderheiten der menschlichen Natur ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Marx, Karl/Engels, Friedrich (1890), „Manifest der Kommunistischen Partei“, zitiert nach: „Gegen die Strömung“, Dez. 2005

Zu den Strukturen und Herrschaftsverhältnissen in der bestehenden ...
Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen.

Unsere Epoche, die Epoche der Bourgeoisie, zeichnet sich jedoch dadurch aus, daß sie die Klassengegensätze vereinfacht hat. Die ganze Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in zwei große feindliche Lager, in zwei große, einander direkt gegenüberstehende Klassen: Bourgeoisie und Proletariat.

Die Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat alle feudalen, patriarchalischen, idyllischen Verhältnisse zerstört. Sie hat die persönliche Würde in den Tauschwert aufgelöst und an die Stelle der zahllosen verbrieften und wohlerworbenen Freiheiten die eine gewissenlose Handelsfreiheit gesetzt.


... und der utopischen Gesellschaft
An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klässengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist.

Zu Staat und Macht
Die moderne Staatsgewalt ist nur ein Ausschuß, der die gemeinschaftlichen Geschäfte der ganzen Bourgeoisklasse verwaltet.

Es kann dies natürlich zunächst nur geschehen vermittelst despotischer Eingriffe in das Eigentumsrecht und in die bürgerlichen Produktionsverhältnisse, durch Maßregeln also, die ökonomisch unzureichend und unhaltbar erscheinen, die aber im Lauf der Bewegung über sich selbst hinaustreiben und als Mittel zur Umwälzung der ganzen Produktionsweise unvermeidlich, sind.

Diese Maßregeln werden natürlich je nach den verschiedenen Ländern verschieden sein.

Für die fortgeschrittensten Länder werden jedoch die folgenden ziemlich allgemein in Anwendung kommen können:
1. Expropriation des Grundeigentums und Verwendung der Grundrente zu Staatsausgaben.
2. Starke Progressivsteuer.
3. Abschaffung des Erbrechts.
4. Konfiskation des Eigentums aller Emigranten und Rebellen.
5. Zentralisation des Kredits in den Händen des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschließlichem Monopol.
6. Zentralisation des Transportwesens in den Händen des Staats.
7. Vermehrung der Nationalfabriken, Produktionsinstrumente, Urbarmachung und Verbesserung der Ländereien nach einem gemeinschaftlichen an.
8. Gleicher Arbeitszwang für alle, Errichtung industrieller Armeen, besonders für den Ackerbau.
9. Vereinigung des Betriebs von Ackerbau und Industrie, Hinwirken auf die allmähliche Beseiti -gung des Unterschieds von Stadt und Land.
10. Öffentliche und unentgeltliche Erziehung aller Kinder. Beseitigung der Fabrikarbeit der Kinder in ihrer heutigen Form. Vereinigung der Erziehung mit der materiellen Produktion usw.


ArbeiterInnenmythos
Aber mit der Entwicklung der Industrie vermehrt sich nicht nur das Proletariat; es wird in größeren Massen zusammengedrängt, seine Kraft wächst, und es fühlt sie mehr. Die Interessen, die Lebenslagen innerhalb des Proletariats gleichen sich immer mehr aus, indem die Maschinerie mehr und mehr die Unterschiede der Arbeit verwischt und den Lohn fast überall auf ein gleich niedriges Niveau herabdrückt.

Mit der Entwicklung der großen Industrie wird also unter den Füßen der Bourgeoisie die Grundlage selbst hinweggezogen, worauf sie produziert und die Produkte sich aneignet. Sie produziert vor allem ihren eigenen Totengräber. Ihr Untergang und der Sieg des Proletariats sind gleich unvermeidlich.

Wir sahen schon oben, daß der erste Schritt in der Arbeiterrevolution die Erhebung des Proletariats zur herrschenden Klasse, die Erkämpfung der Demokratie ist.

Das Proletariat wird seine politische Herrschaft dazu benutzen, der Bourgeoisie nach und nach alles Kapital zu entreißen, alle Produktionsinstrumente in den Händen des Staats, d. h. des als herrschende Klasse organisierten Proletariats zu zentralisieren und die Masse der Produktionskräfte möglichst rasch zu vermehren.


Zur Rolle der Partei und Avantgarde
Die Kommunisten sind keine besondere Partei gegenüber den andern Arbeiterparteien.
Sie haben keine von den Interessen des ganzen Proletariats getrennten Interessen.
Sie stellen keine sektiererischen Prinzipien auf, wonach sie die proletarische Bewegung modeln wollen.

Die Kommunisten sind also praktisch der entschiedenste, immer weiter treibende Teil der Arbeiterparteien aller Länder; sie haben theoretisch vor der übrigen Masse des Proletariats die Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung voraus.


Zur Frage des Eigentums
Was den Kommunismus auszeichnet, ist nicht die Abschaffung des Eigentums überhaupt, sondern die Abschaffung des bürgerlichen Eigentums.

Zu Bildung und Erziehung
Die Kommunisten erfinden nicht die Einwirkung der Gesellschaft auf die Erziehung; sie verändern nur ihren Charakter, sie entreißen die Erziehung dem Einfluß der herrschenden Klasse.

Zu höherer Moral und Wahrheit
Es gibt zudem ewige Wahrheiten, wie Freiheit, Gerechtigkeit usw., die allen gesellschaftlichen Zuständen gemeinsam sind. Der Kommunismus aber schafft die ewigen Wahrheiten ab, er schafft die Religion ab, die Moral, statt sie neu zu gestalten, er widerspricht also allen bisherigen geschichtlichen Entwicklungen.

Weitere Zitate von Marx und MarxistInnen

Zur Fehllenkung der Produktivkräfte:
Marx 1856, MEW 12/3-4*
In unseren Tagen scheint jedes Ding mit seinem Gegenteil schwanger zu gehen. Wir sehen, daß die Maschinerie, die mit der wundervollen Kraft begabt ist, die menschliche Arbeit zu verringern und fruchtbarer zu machen, sie verkümmern läßt und bis zur Erschöpfung auszehrt. Die neuen Quellen des Reichtums verwandeln sich durch einen seltsamen Zauberbann zu Quellen der Not. Die Siege der Wissenschaft scheinen erkauft durch Verlust an Charakter. In dem Maße, wie die Menschheit die Natur bezwingt, scheint der Mensch durch andere Menschen oder durch seine eigne Niedertracht unterjocht zu werden.

Zu Deutschland:
Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, Einleitung, MEW 1**
Krieg den deutschen Zuständen! Allerdings! Sie stehn unter dem Niveau der Geschichte, sie sind unter aller Kritik, aber sie bleiben ein Gegenstand der Kritik, wie der Verbrecher, der unter dem Niveau der Humanität steht, ein Gegenstand des Scharfrichters bleibt.

Zur höheren Moral:
Marx 1843/44, MEW 1/385**
Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist ...

Arbeit und Ökonomie

Zum Arbeitswahn:
(Marx 1875, MEW 18/570**
Die Gesellschaft findet nun einmal nicht ihr Gleichgewicht, bis sie sich um die Sonne der Arbeit dreht.

Marx 1870, erste Adresse des Generalrats über den Deutsch-Französischen Krieg, MEW 17/7**
... im Gegensatz zur alten Gesellschaft mit ihrem ökonomischen Elend und ihrem politischen Wahnwitz (entsteht) eine neue Gesellschaft, deren internationales Prinzip der Friede sein wird, weil bei jeder Nation dasselbe Prinzip herrscht – die Arbeit!

Werbeplakat der PDS im Bundestagswahlkamp 2002
Arbeit soll die Welt regieren

Marx, 1875, Randglossen zum Programm der deutschen Arbeiterpartei (Gothaer Programm), MEW 19/21**
In einer höheren Phase der kommunistischen Gesellschaft, nachdem die knechtende Unterordnung der Individuen unter die Teilung der Arbeit, damit auch der Gegensatz geistiger und körperlicher Arbeit verschwunden ist; nachdem die Arbeit nicht nur Mittel zum Leben, sondern selbst das erste Lebensbedürfnis geworden nachdem mit der allseitigen Entwicklung der Individuen auch ihre Produktivkräfte gewachsen und alle Springquellen des genossenschaftlichen Reichtums voller fließen – erst dann kann der enge bürgerliche Rechtshorizont ganz überschritten werden und die Gesellschaft auf ihre Fahnen schreiben: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.

Umerziehung von oben

Veränderung des Umweltbewusstseins
Aus Werner Seppmann, "Mit der Natur versöhnen", in: Junge Welt, 3.2.2016 (S. 12f)
Der von Marx zu Recht hervorgehobene Zusammenhang von Produktion und Konsum sollte nicht unbedacht bleiben. Er gilt allemal auch für die Zukunftsgesellschaft: Die gemeinwirtschaftlich orientierte Produktion wird auch die Konsumbedürfnisse und ihre Formen ändern. »Wenn es einmal kein Monopol mehr gibt, wird sich rasch zeigen, dass die Massen den Schund, den die Kulturmonopole (...) ihnen liefern, nicht ›brauchen‹.« (Adorno)
Den alten Bedürfnissen müssen neue entgegengesetzt werden, oder besser gesagt: Sie müssen sich aus der Vielfalt widersprüchlicher Bedürfnisstrukturen entwickeln. Das erfordert mehr, als »den Konsum der Individuen zu kontrollieren« (Harich), sondern bedingt einen kulturrevolutionären Prozess, durch den die äußere Befreiung durch eine »innere« komplettiert wird. Er müsste auch zur Befreiung von selbstunterdrückenden Bedürfnissen und psychische Deformationen beitragen, die in einer langen klassengesellschaftlichen Entwicklungsgeschichte entstanden sind. Qualitative Vorstellungen über den Reichtum menschlicher Wesenskräfte, die dazu einen Kontrast bildeten, fänden ihren Ausdruck ebenso in einem schöpferischen Weltverhältnis, wie in der Universalität der gesellschaftlichen Beziehungen der Individuen. Erst dann könnte, wie Engels es genannt hat, eine »Versöhnung der Menschheit mit der Natur und mit sich selbst« stattfinden.

Organisierung, Widerstand, Revolution

Zur Organisierungsfrage:
Marx/Engels, Zirkularbrief an Bebel; Liebknecht, Bracke u.a., MEW 19/165**
Die Befreiung der Arbeiterklasse muß das Werk der Arbeiterklasse sein. Wir können also nicht zusammengehn mit Leuten, die es offen aussprechen, daß die Arbeiter zu ungebildet sind, sich selbst zu befreien, und erst von oben herab befreit werden müssen, durch philanthropische Groß- und Kleinbürger.

Das sagte also Marx ... aber auch das:
Marx an Adolf Cluß, 1852 (MEW 28, 537)***
Komplettere Esel als diese Arbeiter gibt es wohl nicht.

Marx an Adolf Cluß, 1853 (MEW 28, 596)***
Ich habe nie, besoffen oder nüchtern, Äußerungen gemacht, daß die Arbeiter nur zu Kanonenfutter gut, obgleich ich die Knoten...kaum gut genug dafür halte.
[Anmerkung: "Knoten" = abfällige Bezeichnung für junge Handwerker und Arbeiter]

Zu internen Hierarchien:
Marx an Wilhelm Blos, 10.11.1877, MEW 34/308**
Der erste Eintritt von Engels und mir in die geheime Kommunistengesellschaft geschah nur unter der Bedingung, daß alles aus den Statuten entfernt würde, was dem Autoritätsglauben förderlich.

Zu Gewerkschaften:
Marx in Lohn, Preis und Profit, 1865, MEW 16/152**
Gewerkschaften tun gute Dienste als Sammelpunkte des Widerstands gegen die Gewalttaten des Kapitals. Sie verfehlen ihren Zweck zum Teil, sobald sie von ihrer Macht einen unsachgemäßen Gebrauch machen. Sie verfehlen ihren Zweck gänzlich, sobald sie sich darauf beschränken, einen Kleinkrieg gegen die Wirkungen des bestehenden Systems zu führen.

Parlamentarismus und Staatsmacht

Zu Parteien und Parlamenten:
Marx 1848, MEW 5/385**
Die Linke könnte an einem schönen Morgen finden, daß ihr parlamentarischer Sieg und ihre wirkliche Niederlage zusammenfallen.

Marx, Der Bürgerkrieg in Frankreich, MEW 17/340**
Statt einmal in drei oder sechs Jahren zu entscheiden, welches Mitglied der herrschenden Klasse das Volk im Parlament ver- und zertreten soll, sollte das allgemeine Stimmrecht dem in Kammern konstituierten Volk dienen, wie das individuelle Stimmrecht jedem andern Arbeitgeber dazu dient, Arbeiter, Aufseher und Buchhalter in seinem Geschäft auszusuchen.

Zum Staat:
Marx, Kritik d. Hegelschen Staatsrechts, 1843, MEW 1/247**
Die ‚Bürokratie’ ist der ‚Staatsformalismus’ der bürgerlichen Gesellschaft. Die ist das ‚Staatsbewußtsein’, der ‚Staatswille’, die ‚Staatsmacht’ ... Die Autorität ist daher das Prinzip ihres Wissens, und die Vergötterung der Autorität ist ihre Gesinnung ... Der Staats existiert nur mehr als verschiedene fixe Bürogeister, deren Zusammenhang die Subordination und der passive Gehorsam ist.

Zu Diskursen:
Marx, 1859, Zur Kritik der politischen Ökonomie, Vorwort, MEW 13/8**
Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, dass ihr Bewußtsein bestimmt.

Karl Marx, 1859, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie
Die Ökonomisten verlieren nicht aus den Augen, daß die Produktion unter der heutigen Polizei leichter ist als z. B. unter dem Zeichen des >Gesetz des Stärkeren<. Sie vergessen nur, daß das >Gesetz des Stärkeren< auch ein Gesetz war und in einer anderen Form in ihrem Rechtsstaat überlebt.

Matthias Fritz, Vertrauensmann bei der Firma Mahle, in der linken Gewerkschaftszeitung "Express" 6-7/2005 (S. 14)
Frage: Was schützt die "Linkspartei" vor dem Weg der Grünen?
M.F.: Eine politische Kontrolle der Partei durch die Bewegung und die Erkenntnis, dass der Staat das Machtorgan der Herrschenden ist und nicht neutrales Politikfeld, dass eine Regierung, die Maßnahmen gegen das Kapitals durchsetzen will, sich auf die mobilisierten Massen und Machtorgane wie Räte stützen muss.

Nationalismus und Rassismus

Marx an Engels, 1863 (MEW 30, 371)
Die interessanteste Bekanntschaft, die ich hier gemacht, ist die des Oberst Lapinski. Er ist unbedingt der geistreichste Pole - dabei homme d'action -, den ich bisher kennengelernt... Statt des Nationalitätenkampfs kennt er nur den Rassenkampf. Er haßt alle Orientalen, wozu er Russen, Türken, Griechen, Armenier usw. mit gleicher Vorliebe zählt.

KIM JONG IL
Die Imperialisten und andere Reaktionäre nehmen den Mund voll, als ob zwischen dem Kommunismus und dem Nationalismus ein Abgrund bestünde, der nicht zu überbrücken ist, um in die Nation einen Keil des Haders und der Uneinigkeit hineinzutreiben, aber der Kommunismus und der Nationalismus haben ein gemeinsames Anliegen und Bestreben, nämlich die Liebe zu Vaterland und Nation. Der nationale Zusammenschluß ist unerreichbar, wenn aufgrund der Beschränktheit des Nationalismus dessen progressive Seite ignoriert und abgewiesen wird. Im Gegensatz zum Kommunismus steht nicht der Nationalismus im allgemeinen, sondern der bürgerliche Nationalismus, der im Gewand des Nationalismus die gemeinsamen Interessen der Nation den Interessen einer Handvoll von Elementen der Ausbeuterklasse unterwirft, ebenso der nationale Egoismus und Chauvinismus. Wir hoben die Gemeinsamkeiten, die Liebe zur Nation und die Wertschätzung des nationalen Charakters, als Hauptsache heraus, verwirklichten initiativreich die Geschlossenheit und Zusammenarbeit mit den Nationalisten, führten sie unermüdlich in einer Weise, daß diese bis ins letzte den Weg der Liebe zu Vaterland und Nation gehen, im Kampf um die nationale Unabhängigkeit und den Sozialismus ihr Schicksal mit den Kommunisten teilen und einen großen Beitrag leisten.

Ernst Thälmann 1944 / Bautzen, Brief an einen Mitgefangenen
Mein Volk, dem ich angehöre und das ich liebe, ist das deutsche Volk, und meine Nation, die ich mit großem Stolz verehre, ist die deutsche Nation. Eine ritterliche, stolze und harte Nation. Ich bin Blut vom Blute und Fleisch vom Fleische der deutschen Arbeiter und bin deshalb als ihr revolutionäres Kind später ihr revolutionärer Führer geworden.

Klassen und soziale Schichten

Aus Brüchert, Oliver (2005), „Autoritäres Programm in aufklärerischer Absicht“, Westf. Dampfboot in Münster (S. 61)
In seinen "16 Thesen zur Zukunft der Intelligenz als neuer Klasse" führte Gouldner (1980) die viel zitierte Unterscheidung zwischen Intellektuellen und technischer Intelligenz ein: Ausgangspunkt war die (seinerzeit noch dynamisch fortschreitende) Vergrößerung der gebildeten Klasse und die Beobachtung, dass die Kontrolle über die Unternehmen zunehmend nicht mehr von den Kapitalisten selbst ausgeübt wird, sondern von "Managern", von Angestellter also, die aufgrund ihres Fachwissens besser qualifiziert sind, Entscheidungen zu treffen als die Eigentümer. Die Stärke und Eigenständigkeit der "Intelligenz" gegenüber der alten Herrschaft der Bourgeoisie, verdankt sich einer öffentlichen "Kultur des kritischen Diskurses". Gouldner geht in seiner ersten These auf die "Unzulänglichkeiten" des marxistischen Klassenmodells ein: Erstens habe es die Rolle der Bauernschaft bei den revolutionären Kämpfen des zwanzigsten Jahrhunderts vernachlässigt (in Russland, vor allem aber in China). Zweitens vernachlässige es die Rolle der Intellektuellen: "Das marxistische Szenario des Klassenkampfes war nie in der Lage, das eigene Handeln zu erklären, d.h. das Handeln derjenigen, die das Drehbuch schrieben, das Handeln von Marx und Engels selbst. Wie passten die Theoretiker dieses Klassenkampfes in die behauptete Auf­spaltung der Gesellschaft in Proletariat und Kapitalistenklasse. Wenn die Frage jemand gestellt wird, begegnet man nur verlegenem Schweigen. (Niemand erwartet, dass man das Fernsehpublikum fragt, welche Rolle der Kameramann spielt.)" (S. 24, Hervorhebung im Original)

Im Original: Wissenschaftlicher Sozialismus ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aus Lotter, K./Meiners, R./Treptow, E. (2006): "Das Marx-Engels-Lexikon", Papyrossa Verlag Köln zum Stichwort "Wissenschaftlicher Sozialismus " (S. 390 ff.)

Zusammenfassung der Autoren:
Der wissenschaftliche Sozialismus stellt den theoretischen Ausdruck der modernen Arbeiterbewegung dar. Er begreift die geschichtliche Entwicklung in ihrem gesetzmäßigen Verlauf, speziell in ihrem Übergang vom Kapitalismus zum ---) Sozialismus und ---> Kommunismus, und bildet damit den Ausgangspunkt sozialistischer Politik (1). Die Fortschritte der objektiven Bedingungen für die Umwandlung der Gesellschaft sowie die Herausbildung der Arbeiterklasse als einer bewußten und organisierten Kraft ermöglichten den Übergang des Sozialismus von der Utopie (St. Simon, Fourier, Owen) zur Wissenschaft (2). Im Ziel, nämlich der sozialistischen Gesellschaft, mit der Utopie übereinstimmend gibt der wissenschaftliche Sozialismus darüber hinaus die Mittel zu deren Verwirklichung an (3). Mit der Entdeckung der materialistischen Geschichtsauffassung und des Mehrwertgesetzes wird der Sozialismus zur Wissenschaft (4). Seine Konkretisierung hinsichtlich seiner Wissenschaftlichkeit wie seiner Parteilichkeit für die Arbeiterklasse erfährt er in der Kritik insbesondere des ethisch begründeten »wahren« Sozialismus, des sich auf administrative Reformen beschränkenden Bourgeoissozialismus, schließlich des preußischen Staatssozialismus.

(1) Mit der Besitzergreifung der Produktionsmittel durch die Gesellschaft ist die Warenproduktion beseitigt und damit die Herrschaft des Produkts über die Produzenten. Die Anarchie innerhalb der gesellschaftlichen Produktion wird ersetzt durch planmäßige bewußte Organisation. Der Kampf ums Einzeldasein hört auf. Damit erst scheidet der Mensch, in gewissem Sinn, endgültig aus dem Tierreich, tritt aus tierischen Daseinsbedingungen in wirklich menschliche. Der Umkreis der die Menschen umgebenden Lebensbedingungen, der die Menschen bis jetzt beherrschte, trittjetzt unter die Herrschaft und Kontrolle der Menschen, die nun zum ersten Male bewußte, wirkliche Herren der Natur, weil und indem sie Herren ihrer eignen Vergesellschaftung werden. Die Gesetze ihres eignen gesellschaftlichen Tuns, die ihnen bisher als fremde, sie beherrschende Naturgesetze gegenüberstanden, werden dann von den Menschen mit voller Sachkenntnis angewandt und damit beherrscht. [ ... 1 Es ist der Sprung der Menschheit aus dem Reiche der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit. - Diese weltbefreiende Tat durchzuführen, ist der geschichtliche Beruf des modernen Proletariats. Ihre geschichtlichen Bedingungen und damit ihre Natur selbst zu ergründen, und so der zur Aktion berufenen, heute unterdrückten Klasse die Bedingungen und die Natur ihrer eignen Aktion zum Bewußtsein zu bringen, ist die Aufgabe des theoretischen Ausdrucks der proletarischeu Bewegung, des wissenschaftlichen Sozialismus. (Anti-Dühring, 1876/78, MEW 20,264 f.)

(2) Die utopischen Gründer von Sekten, die in ihrer Kritik der gegenwärtigen Gesellschaft das Ziel der sozialen Bewegung klar beschrieben - die Beseitigung des Systems der Lohnarbeit mit allen seinen ökonomischen Bedingungen der Klassenherrschaft -, fanden weder in der Gesellschaft selbst die materiellen Bedingungen ihrer Umgestaltung noch in der Arbeiterklasse die organisierte Macht und das Bewußtsein der Bewegung. Sie versuchten, die fehlenden historischen Bedingungen der Bewegung durch phantastische Bilder und Pläne einer neuen Gesellschaft zu kompensieren, in deren Propaganda sie das wahre Mittel des Heils sahen. Von dem Moment an, da die Bewegung der Arbeiterklasse Wirklichkeit wurde, schwanden die phantastischen Utopien, nicht weil die Arbeiterklasse das Ziel aufgegeben hatte, das diese Utopisten anstrebten, sondern weil sie die wirklichen Mittel gefunden hatte, sie zu verwirklichen, weil an die Stelle phantastischer Utopien die wirkliche Einsicht in die historischen Bedingungen der Bewegung trat und die Kräfte für eine Kampforganisation der Arbeiterklasse sich immer mehr zu sammeln begannen. (Erster Entwurf zum »Bürgerkrieg in Frankreich«, 1871, MEW 17,557)

(3) Die ersten Sozialisten (Fourier, Owen, Saint-Simon etc.) mußten sich - da die sozialen Verhänltnisse noch nicht genug entwickelt waren, um der Arbeiterklasse die Konstituierung als politische Partei zu ermöglichen - auf Träume von der Mustergesellschaji der Zukunft beschränken und alle Versuche, wie Streiks, Koalitionen, politische Aktionen, verurteilen, die von Arbeitern unternommen worden waren, um ihre Lage etwas zu verbessern. Wenn wir aber kein Recht haben, diese Patriarchen des Sozialismus zu verleugnen, ebensowenig wie die modernen Chemiker das Recht haben, ihre Väter, die Alchimisten, zu verleugnen, müssen wir uns doch hüten, in ihre Fehler zurückzufallen, die, würden sie von uns begangen, unverzeihlich wären. (Der politische Indifferentismus, 1873, MEW 18, 301)

(4) Die neuen Tatsachen zwangen dazu, die ganze bisherige Geschichte einer neuen Untersuchung zu unter-werfen, und da zeigte sich, daß alle bisherige Geschichte die Geschichte von Klassenkämpfen war, daß diese einander bekämpfenden Klassen der Gesellschaft jedesmal Erzeugnisse sind der Produktions- und Verkehrsverhältnisse, mit Einem Wort der ökonomischen Verhältnisse ihrer Epoche; daß also die jedesmalige ökonomische Struktur der Gesellschaft die reale Grundlage bildet, aus der der gesamte Überbau der rechtlichen und politischen Einrichtungen sowie der religiösen, philosophischen und sonstigen Vorstellungsweise einesjeden geschichtlichen Zeitabschnittes in letzter Instanz zu erklären sind. [ ... j Mit dieser materialistischen Geschichtsauffassung war aber der bisherige Sozialismus ebenso unverträglich wie die Naturauffassung des französischen Materialismus mit der Dialektik und der neueren Naturwissenschaft. Der bisherige Sozialismus kritisierte zwar die bestehende kapitalistische Produktionsweise und ihre Folgen, konnte sie aber nicht erklären, also auch nicht mit ihr fertig werden; er konnte sie nur einfach als schlecht verwerfen. Es handelte sich aber darum, diese kapitalistische Produktionsweise einerseits in ihrem geschichtlichen Zusammenhang und ihrer Notwendigkeit für einen bestimmten geschichtlichen Zeitabschnitt, also auch die Notwendigkeit ihres Untergangs, darzustellen, andrerseits aber auch ihren innern Charakter zu enthüllen, der noch immer verborgen war, da die bisherige Kritik sich mehr auf die üblen Folgen als auf den Gang der Sache selbst geworfen hatte. Dies geschah durch die Entdeckung des Mehrwerts. [ ... ] Diese beiden großen Entdeckungen: die materialistische Geschichtsauffassung und die Enthüllung des Geheimnisses der kapitalistischen Produktion vermittelst des Mehrwerts, verdanken wir Marx. Mit ihnen wurde der Sozialismus eine Wissenschaft, die es sich nun zunächst darum handelt, in allen ihren Einzelnheiten und Zusammenhängen weiter auszuarbeiten. (Anti-Dühring, 1876/78, MEW 20, 25 f.)
  • MEW 4, 482 ff.: Unterscheidung von reaktionärem Sozialismus, konservativem Bourgeois-Sozialismus und kritisch-utopischem Sozialismus (vgl. ebd., 377 ff.).
  • MEW 18, 517: Notwendigkeit des Studiums und der Verbreitung des wissenschaftlichen Sozialismus.
  • MEW, 19, 15 ff.: Kritik an Lassalles Sozialismus und seinem Einfluß auf das Gothaer Programm.
  • MEW 19, 167 ff.: Kritik an Bismarcks Staats-Sozialismus des Zolltarifs und der Eisenbahn (vgl. MEW 20,259 f.).
  • MEW 19, 187 f.: Die dialektische Philosophie als theoretische Wurzel des wissenschaftlichen Sozialismus.
  • MEW 27, 60 ff.: Kritik an K. Grüns »wahrem« Sozialismus (vgl. MEW 3, 441 ff; MEW 4,207 ff., 248 ff.)

Autoritärer Kommunismus

Befürwortung von Mord und Totschlag

Mao Tse-Tung***
Kommunismus ist nicht Liebe. Kommunismus ist der Hammer, mit dem wir den Feind erschlagen.

Kim Jong-il im Oktober 2002***
Ein Nuklearkrieg mit den USA ist gewinnbar

Engels: Der Schweizer Bürgerkrieg, 1847 (MEW 4, 395)
Hoffentlich werden die Exekutionstruppen ihr möglichstes tun, um aller Biederkeit, Urkraft und Einfalt den Garaus zu machen. Dann aber jammert, ihr Spießbürger! Dann wird es keine armen, aber zufriednen Hirten mehr geben, deren ungetrübte Sorglosigkeit ihr euch für den Sonntag wünschen könnt.

Stalins Fanclub

Bertolt Brecht***
Den Unterdrückten von fünf Erdteilen, denen, die sich schon befreit haben, und allen, die für den Weltfrieden kämpfen, muss der Herzschlag gestockt haben, als sie hörten, Stalin ist tot. Er war die Verkörperung ihrer Hoffnung. Aber die geistigen und materiellen Waffen, die er herstellte, sind da, und da ist die Lehre, neue herzustellen.

Alexander Sinowjew, 1993***
Wenn sie mich 1939 zum Tode verurteilt hätten, wäre das die richtige Entscheidung gewesen. Ich hatte geplant, Stalin zu töten und das war ein Verbrechen, oder? Als Stalin noch lebte, sah ich das anders, aber jetzt, wo ich das ganze Jahrhundert überblicken kann, sage ich: Stalin ist die größte Persönlichkeit dieses Jahrhunderts gewesen, das größte politische Genie. Ein wissenschaftlicher Standpunkt jemanden gegenüber, muss nicht dem persönlichen Verhalten entsprechen.

Diktatur des Proletariats, wörtlich genommen: Avantgard, Organisierung von oben

Aus dem Aufruf zur Bildung einer kommunistischen Partei (März 2017)
Mitglieder Kommunistischer Parteien, Mitglieder in Organisationen, die sich die Zusammenführung von Kommunisten und Sozialisten zum Ziel setzen, Angehörige der Partei Die Linke und von Vereinen sowie Nichtorganisierte, die sich zum Marxismus-Leninismus bekennen und mit uns in den nachstehenden Grundauffassungen übereinstimmen, sind zu diesem Treffen herzlich eingeladen.
1. Das Ziel des Sozialismus/Kommunismus kann nur auf der Grundlage der wissenschaftlichen Weltanschauung der Arbeiterklasse, dem Marxismus-Leninismus, erreicht werden.
2. Die revolutionäre Erlangung der Macht der Arbeiterklasse und die Errichtung der Diktatur des Proletariats mit ihren natürlichen Verbündeten, der Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit.
3. Die Vergesellschaftung des Eigentums an den entscheidenden Produktionsmitteln.
4. Fester Bestandteil der kommunistischen und Arbeiterparteien ist der proletarische Internationalismus.
5. Die Verteidigung der Errungenschaften der Arbeiterklasse und ihrer natürlichen Verbündeten in allen sozialistischen Ländern. Die DDR war das Beste, was die revolutionäre deutsche Arbeiterklasse in ihrer bisherigen Geschichte erreicht hatte.
6. Hauptursache für die Zerstörung und Beseitigung des Sozialismus auf deutschem Boden war der Revisionismus und Opportunismus. Deshalb führen wir einen konsequenten Kampf gegen Revisionismus, Opportunismus und seine Hauptform, den Antistalinismus.

Doch war das Kommunismus?

Aus einem Interview mit G.M. Tamás, in: Neues Deutschland, 5.2.2011 (W6)
Was in der Sowjetunion und in den anderen osteuropäischen Staaten praktiziert worden ist, war Sozialismus im Sinne des alten Gedankens: mehr Gleichheit durch den Staat, durch Planung und Verteilung. Dieses Ziel unterscheidet sich nicht allzu sehr vom bürgerlichen Wohlfahrtsstaat. Die realsozialistischen Staaten waren diktatorische Wohlfahrtsstaaten. Eigentum, Warenproduktion, Lohnarbeit, Geldwirtschaft, Klassenunterschiede und der Unterschied zwischen körperlicher und intellektueller Arbeit, die gesellschaftliche Arbeitsteilung waren nicht aufgehoben, ebenso nicht die patriarchale Familie, der Polizeistaat, Nationalismus und Militarismus. ...
Kommunismus ist hundertprozentige Allgemeinheit. Wohin man auch schaut, überall in der Welt leiden die Menschen an Hunger, an Kriegen, an Ausgrenzung und Ausbeutung. Die einzige und perfekte Lösung, all diese Missstände zu beseitigen, bietet eine Gesellschaft, in der es keine Hierarchie mehr gibt, keine Obrigkeit und keine Untertanen, keine Lohnsklaverei und keine Ohnmacht. Und das ist die kommunistische Gesellschaft. ...

Quellen und Links

**Zitiert nach: Vesper, Karlen (2004), „Marx für alle“, Neues Deutschland Berlin
***Schwarze Katze

Etliche Texte und Zitate sind mit, andere ohne Namen - das liegt zum einen daran, wie wir die Texte bekommen haben, zum anderen können die, deren Texte hier abgedruckt sind, auch selbst bestimmen ... Mail mit Begründung genügt und der Name wird, wenn das Argument überzeugt, gestrichen bzw. hinzugefügt.