Religionskritik

ANTISEMITISMUS

Fallbeispiele und Texte


1. Quellen des Antisemitismus
2. Geschichte
3. Fallbeispiele und Texte
4. Für oder gegen die Existenz Israels?
5. Vergleiche
6. Links

Im Original: Zitate aus politischen Gruppen
Aus dem Aufruf "Aufbruch - anders besser leben" (Quelle)
Im Grunde möchten wir gesund an Leib und Seele leben, denn nur das ist zukunftsfähig. ...
Wir möchten im Grunde nachhaltig leben, denn nur das ist zukunftsfähig. ...
Aber wir können uns auf diesem Weg weiterentwickeln, unsere Kreativität entfalten, Spaß haben, neuen Genuss entdecken und verschüttete spirituelle Weisheiten wieder entdecken. ...
Neben sozialen und ökologischen Werten spielen Orientierungen an Spiritualität und innerem Wachstum eine herausragende Rolle. Die meisten dieser Menschen fühlen sich allerdings gelähmt, weil sie meinen, sie seien isoliert, ohnmächtig und viel zu wenige. Dieses frustrierende Gefühl kann durch Kommunikation und Vernetzung überwunden werden.
Es gibt darüber hinaus auch organisierte weltweite Aufbruchs-Bewegungen:
Der "Konziliare Prozess" für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung hat weltweit christliche Kirchen und Gruppierungen erfasst. Die Umsetzung der Agenda-21-Ziele (von der UN-Konferenz 1992 in Rio de Janeiro) reicht bis hinunter auf die kommunale Ebene. Die großen nicht-staatlichen Organisationen (NGOs), die Erd-Charta-Bewegung, das Welt-Ethos-Projekt der Weltreligionen werden von Millionen Menschen unterstützt.
Besonders ermutigend ist der große Zulauf zu dem internationalen Netzwerk Attac.


Aus dem Abschnitt "Handlungsschritte" des Aufrufs (Quelle als PDF)
Von materiellen Werten zu spirituellen Werten - für eine ganzheitliche Geisteshaltung
Wir können ... uns Zeiten und Räume der Stille schaffen und für Abstan von der alltäglichen Reizüberflutung, von Hektik und Stress sorgen. Mit regelmäßigen Übungen z.B. von Meditation, Gebet, Yoga, Qi Gong, Autogenem Training, Eurythmie o.ä. können wir Körper, Geist und Seele Gutes tun. ...


  • den extremen Individualismus der Neuzeit überwinden, indem wir uns dessen bewusst werden, dass wir mit anderen Menschen, mit allen Lebewesen, mit Luft, Wasser, dem Planeten Erde und der Energie der Sonne unauflöslich verbunden sind. Solches Bewusstsein weckt in uns große Dankbarkeit, lässt uns umfassendes Glück erfahren und führt uns in tiefe Liebe zu Menschen, Tieren, Pflanzen und allem, was ist. ...
  • Durch die vielen Möglichkeiten von Mediation, Supervision, Selbsterfahrung und Therapie wollen wir uns unterstützen lassen bei der Heilung und Vertiefung unseres Selbstverständnisses und unserer Beziehungen.
  • unser Verständnis von Glück und Sinn nicht mehr von Einkommen und Besitz bestimmt sein lassen, sondern von nicht-materiellen Werten wie Liebe, Freude, innerer Frieden, Schönheit, Sinnlichkeit. Aber auch Schmerz, Krankheit und Sterblichkeit wollen wir in unser Verständnis von Leben einbeziehen.
  • uns zurückbesinnen auf die wertvollen Elemente der christlichen Religion oder der abendländischen Philosophie; wir können ebenso von nicht-europäischen Geistestraditionen und von allen Religionen lernen, insbesondere von der mystischen Spiritualität, an der fast alle Religionen Anteil haben.

Aus dem "Selbsttest" (Quelle als PDF)
Der nachfolgende Selbsttest - niemand fragt Sie nach Ihrem Ergebnis! - will dazu Anregungen geben. Und vielleicht gibt er Ihnen sogar einen Kick für weitere Veränderungen Ihrer persönlichen Lebensweise? ...Am Ende dieses Selbsttestes können Sie alle Gebiets-Summen in
der Senkrechten addieren, wobei das Maximum von 1000 Punkten sicher niemand erreichen kann (schon weil es manchmal um parallele Alternativen geht). Viel Spaß und Inspiration dabei! ...
7.Geist und Seele: Informationsflut reduzieren bei Zeitungen, Zeitschriften, Radio, Fernsehen, im Internet (10/20); Yoga, Qi Gong o.ä. praktizieren, Meditation oder andere religiöse Praxis (10/20), Naturerfahrung suchen (10/20), Musik, Bildende Kunst, Theater, Literatur selbst ausüben oder genießen (10/20), zum Neuen Bewusstsein Bücher lesen, Seminare besuchen (10/20) ...


Quelle (als PDF)
Stephan Hübner*: Nachhaltige Lebensweise – wie wird sie lebendig?
Aufgabe der Eltern- und Großelterngeneration ist es, den Jugendlichen ein Vorbild bzgl. eines nachhaltigen Lebensstils abgeben und ihnen deutlich zu machen, dass wir sie nicht alleine lassen werden mit den Problemen, die unsere Generationen geschaffen haben. ...
Wir können versuchen, Jugendliche wieder zu verwurzeln, sie Gemeinschaft erleben zu lassen, Verbindung zu schaffen, Naturerfahrung und – abenteuer zu ermöglichen, Heiligkeit und Segen erfahren zu lassen und Dankbarkeit ausdrücken zu können. ...
Wir dürfen Jugendlichen den Ernst der Lage nicht beschönigen, aber sie auch nicht mit einem sorgenvollen „5 vor 12“-Ausdruck lähmen. Wir können ihnen mögliche und in einer Demokratie legale Aktionsformen aufzeigen. ...
Wir sollten Jugendliche fordern ohne sie zu überfordern.

* Der Autor war damals hauptamtlicher Jugendmitarbeiter der BUNDjugend Hessen!

Ausschnitt aus "Stimmen aus der Mitwelt"(Quelle als PDF)
Regenwald: „Ich, der Regenwald, zeige euch, wie man Gleichgewicht und Harmonie aufrecht erhalten kann auch zwischen den unterschiedlichsten Lebensformen. In mir finden alle einen Platz und fördern sich gegenseitig. Übt dies Zusammenleben in gegenseitiger Verbundenheit, und ihr werdet glücklich sein.“

Positiver Bezug und mit Extra-Seite bedacht: Rudolf Steiner und seine soziale Dreigliederung(Quelle als PDF)
Insgesamt gesehen wird in diesem Konzept der soz. Dreigliederung der Staat mehr oder weniger auf seine ureigensten Aufgaben der Gesetzgebung (nicht Rechtsschöpfung), des Schutzes der Bürger und der Urteilsvollstreckung reduziert, der sog. "reine Staat", mit der Tendenz zur Herrschaftslosigkeit.

Alle Banken sind jüdisch?
Merkwürdige Interpretationen in "linken" Gruppen ... aus einem Bericht über die EU-Proteste in Brüssel (von Indymedia)
ca. 13:00 Uhr Ein paar DemonstrantInnen greifen eine Bank an, Glas zersplittert. Dabei auf jeden Fall ein agent provocateur der Polizei, dieser wird sogar später von einigen entlarvt und mit Flaschen beworfen. Die Aktion mag zwar symbolisch gemeint sein, ein antisemitischer Charakter liegt jedoch vor.

Peter Stoll auf seiner Internetseite: www.we-take-over.de/israel/isr_pal.htm, Rechtschreibfehler im Original
Gerade Israel und seine Freunde instumentalisieren bei jeder Gelegenheit den Holocoust, um den israelicheschen staatsterror in einem heiligenschein baden zu koennen!!! ...
Nein der Holocoust wird nicht verharmlost, wenn die Verbrechen der Israelis und der Palestinenser mit den Verbrechen der NAZIS verglichen, oder diesen gleichgestellt werden.

Zitate derselben Seite (zusammengestellt von Antideutschen aus NRW, die allerdings selbst mit krassen Texten z.B. der Leugnung, daß der Holocaust auch Sinti/Roma, sog. "Behinderte" usw. vernichten sollte, agieren)
„Vernichtung der Palestinenser“
„Wer sich weigert, den Begriff AntiSemit aufzugeben, und stzattdessen bei entsprechenden AnwendungsFaellen stattdessen von Antimenschen zu sprechen, bekennt sich durch diese Ethnisierung zum Rassismus als Bestandteil seines Gesellschaftsintegralen-Daseins!!!“
„In heutiger BRD ist Jeder Mensch als Antisemit beschimpft, der Israel das Recht abspricht, die Palestinenser zu vernichten!!!!“
„Zionisten verfolgen Semiten: Nicht deutsche Israelkritiker“
„Menschenfeindlichen Nationalisten“ (damit sind hier Israelis gemeint)
„Der Hass in dieser Region ist nicht neu, und schon bei Gruendung des Staates Israel entfacht. Nicht etwa, Weil Israelis einen Staat bekommen haben, sonderen weil dieser Staat von Anfang an kriminell agierte, und Mord und Totschlag durch Israels Parlament veruebte, bzw vor Parlamentszeiten von den spaeteren Parlamentariern:
Bombenanschlag und andere Terrortaten mit vielen Toten auf
Einrichtungen des britischen Mandatstraegers, und Dergleichen“
„aus Geldgier geschuerte Hass, der viele reich und noch mehr ungluecklich gemacht „
„Das wesentlichst Merkmal des Faschismus ist die Erklaerung, dass die Anderen (Hier Palestinenser-aber auch Mosleme ganz allgemein) Lebensunwert sind!!!“
„Der faschistische Status des staates Israel ist insbesondere durch seine ungeheuren Verbrechen gegen die Menschlichkeit (Bombardierung von Fluechtlingslagern - Um einzelne Menschen auszurotten werden viele Kinder, Vaeter, Muetter etc. gleich mit ausgerottet) wie auch Zerstoerung der Lebensgrundlage, etc.! Der Staat Israel ist Antisemitisch, und auch das US-Amerikanische Judentum ist Antisemitisch!!!“
„Gerade Israel und seine Freunde instumentalisieren bei jeder Gelegenheit den Holocoust, um den israelicheschen staatsterror in einem heiligenschein baden zu koennen!!!“
[pst.aufschtrei seine Mutter] „wusste, dass spaetestens 1942 fuer alle Deutschen die Beweise vorlagen, was in den Vernichtungslagern vorging!!!“
Draus folgert er:
„Nein der Holocoust wird nicht verharmlost, wenn die Verbrechen der Israelis und der Palestinenser mit den Verbrechen der NAZIS verglichen, oder diesen gleichgestellt werden:
Der Grad der Unmenschlichkeit gegenueber den Verhassten ist das entscheidende Merkmal dieser Verbrechen, und da bleiben Israelis und Palestinenser nicht zurueck hinter den NAZISchlaechtern!!!“
„1. Mir ist kein sogenannter Antisemit bekannt, der etwas gegen Semiten hat!!! Semiten werden wegen Ihrer harten IsraelKritik in erster Linie von Israelis verfolgt!!!“
„Auch Ihr, die Ihr einseitige Solidaritaet mit Israel fordert moegt keine Palestinenser!!! Warum Verweigert Ihr Euch hier in Deutschland der Aussoehnung zwischen Israelis, Juden allgemein, und Palestinensern: Nur Faschisten unterstuetzen Israel!!!
Ihr Schreit AntiZionisten, und sie schrein Judensau!!!“
Der zitierte Autor kritisierte, daß die Zitate aus dem Gesamtzusammenhang gerissen sind. Original hier ...

Aus der Göttinger Drucksache Nr. 381:
Leserbrief zum Artikel: Krieg und Frieden in Israel/Palästina
(üny) Schön. dass die erste Stellungnahme in der göDru nicht einfach „Solidarität mit Palästina“ fordert, wie es von Linken noch in den Achtzigern allenthaben gefordert wurde. Schön, dass der oder die VerfasserIn des Artikels vor Denken in den Kategorien „Volk“ und „Nation“ warnen möchte. Das kann nicht oft genug gesagt und vor allem bedacht sein, wie der Artikel auch selber aufs Neue dokumentiert: Von „den PalästinenserInnen“ ist dort mehrfach die Rede. Schade, schade. Schon die gute alte Ingrid Strobl schrieb in den ganz frühen Neunzigerm einen schlauen Artikel, der in der „Radikal“ veröffentlicht wurde, über das Verhältnis der „guten Deutschen“ zu „den Juden“ und weshalb die durchaus lieb gemeinte Solidarisierung mit „den Juden“ diese Kategorie, das Konstrukt, „die Juden“ immer weiter reproduziert, anstatt sie endlich aufzuheben.
Recht hatte Sie: Wenn irgendetwas Gesellschaftspolitisches aus dem vergangenen Jahrhundert zu lernen ist, dann wohl das, wohin die Konstruktion von gesellschaftlichen Kategorien wie „Völker“, „Nationen“, „Rassen“ führen kann: Diese Einteilungen Von Menschen führen zu Hierarchisierungen, Ausbeutung und Unterdrückung und kann in Massenvernichtung enden. Auf rassistische, nationalistische, völkische Unterdrückung mit umgekehrtem Rassismus und „Nationalen Befreiungsbewegungen“ zu antworten, reproduziert dieses Denken letzten Endes nur immer weiter (und ich denke, das Gleiche gilt analog auch für Sexismus).
Dies ist deutlich zu sehen: Was ist an der RealIRA, der UCK, einem eventuellen Staat (nicht nur) unter Führung der PKK oder dem aktuellen Autobombenterror der ETA noch emanzipatorisch? Fiese Folterer der Guardia Civil ist eine Sache, aber bei explodierenden Bomben in belebten Straßen schlägt der angebliche Befreiungskampf in nichts anderes als nationalistischen Terror um. „Ser vasco no es delicto“ (baskisch sein ist kein Verbrechen). So lautet die Parole eines Plakates, das vor einigen Monaten im T-Keller im Rahmen einer Ausstellung von politischen Plakaten aus dem schönen Baskenland zu bewundern war. Wozu immer wieder diese übelflüssige Identitätskonstruktion, um sich gegen eine sehr reale nationalistische Unterdrückung zu wehren? „Patria o muerte!“ (Vaterland oder Tod!) So lautet einer der Propagandaslogans nicht nur von Fidel. Wenn ich wählen dürfte: weder noch, no gracias. „Wir Deutschen“ dürften unsere Erfahrungen mit dem „deutschen Nationalismus“ nicht auf andere Regionen übertragen, höre ich manchmal als Gegenargument zu meiner Position. Das sehe ich genau anders herum: Menschen, die sich der Geschichte der „deutschen“ völkischen Ideologisierung bewusst sind, können Ähnliches in anderen Regionen erkennen. Was hier mörderisch ist, ist es woanders auch - mal in dieser, mal in jener Form..Ich meine, dieser Planet ist zu klein für den ganzen völkischen Schwachsinn: Wir sollten das getrost mit dem letzten Jahrtausend hinter uns lassen.
Der ganze rassistische, nationalistische, völkische und sexistische Mist ist menschenverachtend und das ist Grund genug, damit auch im eigenen Kopf aufzuhören und nicht nur, weil sollst die Gefahr bestünde, Solidaritätsbekundungen Von FaschistInnen zu ernten.

Palästina-Solidarität und Antizionismus
Nach antisemitischen Äußerungen erhielten zwei Redakteure des freien Hamburger Radios FSK Sendeverbot.
von gaston kirscheDichtes Gedränge herrschte am Sonntag vorletzter Woche im großen Saal des Stadtteilzentrums Rote Flora. Dabei war die große Party schon vorbei. Die Volxküche war noch geschlossen, in der Nacht zuvor war sie als Backstagebereich benutzt worden.
Hamburgs unabhängiges Radio, das Freie Sender Kombinat (FSK), hatte zum Feiern geladen. Nach sieben Jahren war endlich die Vollfrequenz genehmigt worden, das FSK sendet ab sofort auch sonntags: live aus der Roten Flora. Die Übertragungstechnik funktionierte tadellos. Knapp 200 Leute wollten aber trotzdem vor Ort dabei sein, als eine Veranstaltung über "Zensur bei FSK? Wieviel Antisemitismus braucht ein freies Radio?" begann. Viele kamen aus kleinen Redaktionsgruppen, die eine Sendung beim FSK machen. Das FSK ist eine Art Netzwerk, in dem 150 Leute nebeneinander unter einem Dach arbeiten und ihre eigenen Sendungen produzieren, 150 Leute, die sich sonst nicht einmal auf linken Bündnistreffen begegnen würden. Warum die Aufregung?
Am 25. Oktober hatten Achim Schuster und Wolfgang Lettow von der Redaktion Knast und Justiz eine zweistündige Sendung zum Israel-Palästina-Konflikt gemacht. Beide sind dem antiimperialistischen Spektrum zuzurechnen. Sie hatten einen Studiogast, den sie als "Achmed, einen palästinensischen Genossen" einführten. Achmed sprach Israel nicht nur das Existenzrecht ab: "Für uns ist Israel nur ein amerikanischer Stützpunkt mit Atomwaffen und ein bisschen Menschen drauf." Er erklärte die Israelis zu den Nazis von heute: "Die Linken, die die Palästina-Solidarität angreifen, stellen sich auf die Seite der Täter und der Faschisten (...) Für uns aus unserer Palästina-Erfahrung nach 50 Jahren Massaker, Vertreibung: Wir haben alles erlebt, was die Juden damals erlebt haben - KZ, Vertreibung, hundert Millionen von Flüchtlingen, verschiedene Massaker, wir haben alles erlebt, egal in welchen Maßen, aber alles erlebt, was die Juden damals erlebt haben. Und das kam von den Israelis."
Achmed setzte aber nicht nur Nazis und Israelis gleich, er forderte auch Konsequenzen. Die deutsche Linke solle Deutschland endlich dazu bringen, die so genannte Wiedergutmachung zu stoppen: "Wir fordern nur, dass die Bundesrepublik ihre Unterstützung für Israel einstellt, diese unglaubliche Unterstützung (...) Zehntausend Millionen hat Israel pro Kopf von Deutschland alleine bekommen als Wiedergutmachung."
Diesen und weiteren antisemitischen Behauptungen Achmeds widersprachen Schuster und Lettow in der Sendung nicht, selbst zu den abstrusen Zahlenangaben schwiegen sie. Deshalb beschloss das für das gesamte Programm verantwortliche Gremium des FSK, die AnbieterInnengemeinschaft, Anfang November mehrheitlich ein Sendeverbot für Schuster und Lettow. Dagegen gab es innerhalb und außerhalb des FSK massiven Protest. Auf der Homepage des Kombinats heißt es dazu: "In den vergangenen Wochen wurde das Sendeverbot mehrmals übertreten, indem sich Achim und Wolfgang, mit Hilfe diverser UnterstützerInnen, Zugang zu den Studioräumen verschafften."
Lettow und Schuster sind Mitglieder des Forum-Radios, einer der fünf Radio-Gruppen, die das FSK bilden. Und Forum-Radio startete die Kampagne "Gegen Zensur im freien Radio", die in der Veranstaltung "Senden mit der Schere im Kopf" gipfelte. Anstatt sich mit der Kritik an den antisemitischen Äußerungen der Sendung auseinanderzusetzen, wurde behauptet, es handele sich bei der Kritik um einen vorgeschobenen "Antisemitismusvorwurf". Der sei nur ein "Vorwand", um "antiimperialistische und antikapitalistische Positionen aus dem Sender zu drängen". Auf mehreren Flugblättern und in einem Interview mit der jungen Welt vom 4. Januar wurde dies wiederholt. Dort erklärte Wolfgang Lettow: "Damals wurde das Totschlagargument "Antisemitismus" benutzt, um eine ungeliebte Sendung abzusetzen, jetzt wird es genutzt, um unliebsame Redakteure loszuwerden."
Die Front war also klar, als man sich in der Roten Flora traf. Die einen wollten über den Antisemitismus in der fraglichen Sendung sprechen, das wollten die anderen aber nicht hören, weil sie sich als Opfer von Zensurmaßnahmen sehen. Nun ist das FSK kein Offener Kanal, wo jeder senden kann, was er will, sondern ein Freies Radio mit einem linken Selbstverständnis. Doch auf die inhaltlichen Angebote der ReferentInnen, die versuchten, Grundlagen dieses Selbstverständnisses darzustellen, ging keiner der Kritisierten ein. Weder auf die detaillierte Kritik der Sendung durch Ole Frahm von der Radiogruppe Loretta noch auf präzise Ausführungen von Andrea Woeldike zur besonderen Problematik von Antizionismus vor dem Hintergrund des Antisemitismus in Deutschland. Die Kritik an den antisemitischen Äußerungen wurde ignoriert.
Stattdessen wurde der AnbieterInnengemeinschaft vorgeworfen, man hätte den Mitgliedern des Forum-Radios die Möglichkeit geben müssen, selbst die Sendung zu kritisieren, bevor zwei ihrer Mitglieder von einem übergeordneten Gremium mit einem Sendeverbot belegt wurden. Doch obwohl nicht alle Mitglieder des Forum-Radios den antiisraelischen Antiimperialismus von Schuster und Lettow teilen, gab es dort keine Zurückweisung der antisemitischen Äußerungen. Seit der Sendung sind zweieinhalb Monate vergangen.
Auch als Achim Schuster behauptete, für Antisemitismus in der Sendung gebe es "bis heute keinen Beweis", um ihn dann prompt selbst anzutreten, regte sich kein Widerspruch aus seinen Reihen: "Es ging bei Israel um einen imperialistischen Vorposten in der arabischen Welt.
Die Wiedergutmachungszahlungen ermöglichten die Besatzung palästinensischer Gebiete und den Aufbau der Institutionen Israels. (...) Die einzigen, die in der Region Probleme machen, sind die Zionisten gewesen. Die Zionisten machen es den Juden unmöglich, in der Region in Frieden zu leben."
Nachdem er so Theodor Herzl und der zionistischen Bewegung die Schuld an den Bomben islamistischer Terroristen in Bussen und auf öffentlichen Plätzen in Israel gegeben hatte, fand Schuster sogar noch ein paar
Worte für diejenigen, die in der Linken hierzulande die Probleme machen: "In Duisburg wurde in einer antideutschen Hetzkampagne bis in die bürgerlichen Medien verhindert, dass es eine Demo zur Solidarität
mit Palästina gab."
Im Grunde hätte die Veranstaltung beendet werden können, als Thomas Ebermann feststellte, dass ja wohl nichts übrig bleibe, als Schuster und Lettow rauszuwerfen, wenn man die Sendung gehört habe. Allein, man ging darüber hinweg. Oder, wie es Andrea Woeldike später formulierte: "Die Veranstaltung war von grundsätzlicher Ablehnung gegen jegliche Kritik geprägt."
Mehr zum Thema: www.fsk-hh.org
Dokumentations- und Informationszentrum für Rassismusforschung e.V.
Postfach 1221, D-35002 Marburg, Tel. (+49) 6421 37722, Fax. (+49) 6421 37794
Internet:www.dir-info.de Email: buero@dir-info.de
Direktzugriff Nachrichtendatenbank: www.dir-info.de/nachrichten

Aus der Ö-Punkte 4/2001 ("Winter 2001/02")
Antisemitismus: World Trade Center als Judenturm
Was alle Gruppen, die auf ihre Art Gewalt und Rassismus hegten und pflegten, einte, war die Reduzierung der Anschläge auf das World Trade Center. Daß auch das Pentagon getroffen wurde, ist fast gänzlich aus den Berichten verschwunden. Das hat System und wird benutzt. So konnten die Antideutschen die Anschläge zu einem Angriff auf das Judentum umwerten – und bemerkten nicht ihren eigenen, penetranten Antisemitismus, ständig das Finanzkapital mit dem Judentum gleichzusetzen. Was könnte antisemitischer sein als die Behauptung, daß getroffene Gebäude sei eine jüdische Einrichtung gewesen oder das Judentum stehe für das Finanzkapital. Attac & Co. phantasierten einen Verzweifelungsschlag von unterdrückten Menschen in die Anschläge. Und die NATO sah den Kampf Zivilisation gegen Barbarei. Für alle war wichtig, nur New York zu thematisieren. Die Attacke auf das Pentagon war für die US-Streitkräfte nicht nur äußerst peinlich, sondern weißt auch auf andere oder zumindest weitergehende Ziele der AttentäterInnen hin. Das Pentagon steht definitiv nicht für Kapitalismus oder Judentum, sondern für Militarismus und Herrschaft.

Im Original: Zitate (gesammelt in Contraste Oktober 2001)
Aussagen von Christian Sigrist, Soziologe aus Münster und besonderer Kenner der afghanischen Gesellschaft (Buchveröffentlichung: regulierte Anarchie) in einem Interview, dargestellt ohne weitere Kommentierung als Analyse zu den Anschlägen)
Aber was eben auch gesagt werden muss, warum ist bin Laden nicht einfach wieder ins Geschaeftsleben zurueckgekehrt, er waere ja hoch geehrt gewesen in Saudi-Arabien. Er hat erst versucht seine politische Linie dort durchzusetzen, und das betraf vor allem die Palaestina-Frage. Die Misshandlung der Palaestinenser ist eine Demuetigung fuer die arabische Nation, und diese Freudentaenze oder Freudengesaenge der Palaestinenser, die sollte man nicht so leichtfertig niedermachen, das kann ich nachvollziehen. Denen ist schlimmeres angetan worden in den ganzen Jahren, als an einem einzigen Tag in New York passiert ist.
Was folgt daraus? Weitermachen wie bisher, Terror - Gegenterror? Nein, jetzt endlich verhandeln! Es gibt ja den Osloer Vertrag, das Uebereinkommen, wenn das umgesetzt worden waere, waere es dazu nicht gekommen! Dann waere die Frage der amerikanischen Truppen in Saudi-Arabien ein inner-arabisches Problem, und so ist es eben ein globales Problem. Da hilft es nichts, wenn der Kanzler sagt, nicht alle Muslime sind so, die Bundesregierung hat eine passive Rolle gespielt, sie haetten sich ganz klar distanzieren muessen von der verraeterischen Rolle der USA. Das muss einfach mal klar gesagt werden, und ich kann mir das leisten, es gibt einfach zu viele Juden in der amerikanischen Politik. Ich halte es fuer legitim, wenn sie in der Wissenschaft ueberrepraesentiert sind, das hat eine kulturelle Tradition, aber es ist nicht gut, wenn juedische Politiker die Nahost-Politik bestimmen. Wo soll da Vertrauen erwachsen? Es gibt kaum einen Amerikaner arabischer Herkunft, der eine wichtige Rolle in der amerikanischen Politik spielt, da stimmt doch was nicht. Das heisst hier muss grundlegend etwas geaendert werden.


Die Contraste-Redaktion reagierte auf Kritik zunächst verharmlosend, daß Interview hätte insgesamt einen anderen Tenor. Einige Tage später ließ sich das aber dann klären ... Mail aus der Redaktions"zentrale":
mittlerweile habe ich mir den Text nochmals genauer angeschaut und bedauere, dass ich diesen Beitrag so durchgelassen habe. Es ist bei der Menge von Einzeltexten, die in jede Ausgabe von CONTRASTE passen, für mich nicht ganz einfach, wirklich auch alles zu lesen. Auch wurde das Radiointerview mit Sigrist von unserer Redaktion Osnabrück (Herrmann Cropp) zusammengefasst. Da hatte ich wohl doch ein zu großes Vertrauen in die CONTRASTE-Redaktionen.
Ich werde jetzt Herrmann bitten, für die nächste Ausgabe eine Stellungnahme zu schreiben.


Weitere Mailwechsel dann später:
Liebe Leute,
ihr habt recht mit Eurer Kritik: Das dieser Beitrag veröffentlicht wurde ist tatsächlich ein ziemlicher Hammer! In der Hektik der Produktion in der Zeit nach dem 11. September ist der ehrenamtlichen End-Redaktion dieser Beitrag in unserer Oktober-Ausgabe durchgerutscht. Wir hatten da doch zuviel Vertrauen in einen unserer langjährigen Redakteure (Herrmann Cropp).
In unsere nächsten Ausgabe (Dezember) wurde der nachfolgende Leserbrief sowie eine Stellungnahme unserseits nebst Distanzierung von einer Stellungnahme Herrmann Cropp abgedruckt. Diese werden wir zusätzlich sofort auf die kritisierte Seite setzen und die Seite mit einem Kommentar versehen.
Nachfolgend der Text vom Dezember:
Aus CONTRASTE Nr. 207 (Dezember 2001)
SIGRIST-INTERVIEW IN CONTRASTE NR. 205
Vielen Dank fuer Eure Antwort in der November-Ausgabe!
Ich hatte mir schon gedacht, dass Sigrist mit seiner Aussage irgendwie die amerikanische Nahostpolitik kritisieren wollte. Trotzdem noch mal danke fuer den Hinweis. Das Problem dabei ist, dass er zu diesem Zweck eine offen antisemitische Aussage macht, in der vom paranoiden Realitaetsverlust („die amerikanische Politik werde wesentlich von Juden gemacht“) ueber die Verschwoerungstheorie bis hin zum eliminatorischen Impuls, die Juden aus den Bereichen, in denen sie einem nicht genehm sind, verdraengen zu wollen, nichts fehlt, was deutsche Antisemiten schon immer beschaeftigt hat. Der Gipfel ist die goennerhafte Benennung von Bereichen, in denen man notfalls bereit ist, Juden zu tolerieren („Ich halte es fuer legitim, dass sie in der Wissenschaft ueberrepraesentiert sind“). Und am Ende kommt dabei heraus, dass am islamistischen Terror die Juden schuld sind, und zwar nur die Juden, denn deren angebliche Vorherrschaft in der amerikanischen Politik haelt Sigrist („Das muss einfach mal klar gesagt werden“) ja offenkundig fuer die Wurzel des Problems, waehrend er fuer die Geisteskranken, die die Anschlaege durchfuehren, ausgesprochen warme Worte findet. Was auch immer man von der amerikanischen Nahostpolitik halten mag: die Kritik in die Formulierung zu kleiden, es gebe irgendwo „zu viele Juden“, ist schlicht indiskutabel, und wenn Ihr an diesem Satz nichts anderes als den Punkt am Ende problematisch findet, dann macht mich das sprachlos. Anstelle Eures seltsamen Versuchs, das Ganze als ein Problem der Zeichensetzung hinzustellen, waere wohl eher eine klare Distanzierung von diesem unsaeglichen Text angebracht.
Mit freundlichen Gruessen
Christian Biermann, Bielefeld

Lieber Christian,
die Heidelberger End-Redaktion ist nicht gerade sorgsam mit dem Text (zusammengestellt von Herrmann Cropp, Osnabrueck) umgegangen. Auch nicht nach Deinem ersten Leserbrief. Mittlerweile haben wir den Text nochmals aufmerksam gelesen und sind zu dem Schluss gekommen, das wir als Endredaktion diesen Text nicht haetten durchgehen lassen duerfen, da die Aussagen Christian Sigrists unserer Ansicht nach offener Antisemitimus sind. Das der Beitrag dennoch abgedruckt wurde ist ein ziemlicher Klops und hat etwas mit der Hektik in einer ehrenamtlichen Redaktion zu tun. Wir haben daraufhin Herrmann Cropp um eine Stellungnahme gebeten, die wir nachfolgend abdrucken. Gleichzeitig weisen wir darauf hin, dass wir nicht hinter Herrmanns Stellungnahme stehen und uns auch ausdruecklich davon distanzieren! Antisemitische Aussagen gehoeren nicht in unsere Zeitung!!!
Auch die Arroganz, mit der Herrmann (Stichwort „Fernsehanalphabetismus“) seine Stellungnahme auf Deinen Leserbrief einleitet, ruft bei uns nur noch ein Kopfschuetteln hervor!
Dieter Poschen


Pseudodebatte
Bevor wir in Contraste eine Pseudodebatte ueber Sprachregelungen oder auf solche Sprachregelungen reduzierte Gesinnungen fuehren, schlage ich vor, sich auf die Sachaussage in Christian Sigrists Interview, dass juedische Politiker die amerikanische Nahost-Politik bestimmten, zu konzentrieren. Zumal die Kritiken sich auf „paranoider Realitaetsverlust“, „eindeutig und krass antisemitisch“ oder schlicht und einfach „Scheiss“ beschraenken. Es ist symptomatisch, dass in dieser Zeit der Bilder und des Fernsehanalphabetismus das Lesen und Schreiben (zum Beispiel solcher Leserbriefe) zur Verschlagwortung verkommt, das heisst, es werden hauptsaechlich Ueberschriften, Kurzsaetze, Signalwoerter und Redensarten wahrgenommen bzw. wie in diesem Fall geaeussert.
Die Sachaussage von Christian Sigrist ist: „aber es ist nicht gut, wenn juedische Politiker die Nahost-Politik bestimmen“, weil sie ueberrepraesentiert („zu viele“) sind, was keine Verschwoerungstheorie, sondern eine Feststellung ist, die er auch belegen kann. Die zweite Frage ist, ob eine Ueberrepraesentanz bestimmter nationaler Lobbys in der amerikanischen Regierung zu einem Missbrauch nationaler Interessen fuehren kann. Um diese Frage naeher zu untersuchen, empfehle ich den von mir uebersetzten Aufsatz von Steven Schalom, eine Chronologie des Hasses zwischen Arabern und USA / Israel, er steht auf meiner Homepage www.packpapier-verlag.de. Im uebrigen klingt Lobby noch immer nach etwas Erlaubtem, vielleicht waere es nicht verkehrt von Seilschaften zu sprechen. Uri Avnery erwartet, dass die Trennung der amerikanischen und israelischen Interessen zu einem politischen Kollisionskurs fuehren werde, den gerade die amerikanischen Juden so nicht akzeptieren koennten.
Man kann sich bessere Freunde wuenschen als jene Philosemiten, die damit noch ein eigenes, z.B. ein linkes Geschaeft machen wollen, oder die sich durch Schaustellung ihrer grossen Gesinnung beliebt machen wollen. Wer sich das mit dem Antisemitismus so schoen vorstellt, dem waere ein Besuch in der oertlichen juedischen Gemeinde zu empfehlen, wo ihm schnell klargemacht wuerde, wie unerwuenscht die politisch motivierte Fuersprache ist. Die Gefahr des falschen Philosemitismus liegt vor allem darin, dass mit dauerndem vordergruendigen Politisieren und vorgeblicher Empfindlichkeit, obwohl vom Antisemitismus gar nicht persoenlich betroffen, die Oeffentlichkeit abgestumpft und die reale Gefahr als Interessenkalkuel missbraucht wird.
Aber bitte, wenn das Publikum es wuenscht, ihr koennt ja die „Bahamas“ lesen, Bahamas heisst abgesehen von der Insel fuer fluechtiges Kapital eine rechts-kommunistische proisraelische Zeitschrift, die den Rassismus umdreht gegen Palaestinenser und Araber.
Herrmann Cropp

Nadir Projekt schrieb:Hallo contraste,hier ein Zitat aus der contraste 10/2001:
>„Das muss einfach mal klar gesagt werden, und ich kann mir das leisten,es gibt einfach zu viele Juden in der amerikanischen Politik. Ich haltees für legitim, wenn sie in der Wissenschaft überrepräsentiert sind,das hat eine kulturelle Tradition, aber es ist nicht gut, wenn jüdischePolitiker die Nahost-Politik bestimmen. Wo soll da Vertrauen erwachsen?Es gibt kaum einen Amerikaner arabischer Herkunft, der eine wichtigeRolle in der amerikanischen Politik spielt, da stimmt doch was nicht.Das heißt hier muss grundlegend etwas geändert werden.“
>Das ist schon ein ziemlicher Hammer !
>Das ist offener Antisemitismus seitens Christian Sigrists. Wir stellen uns dieFrage, warum ihr das so einfach abdruckt und - warum seitens der Interviewersandieser Stelle keine Nachfrage kommt.
>Dass Ihr offenen Antisemitismus unkommentiert auf Euren Seiten veröffentlicht,ist mit nadir politisch nicht machbar. Zitate dieser Art finden sich auch aufeinschlägigen germanophilen Sites. Dort werden sie allerdings von uns ebensopolitisch bekämpft. Was unterscheidet Euch?
>Wir fordern Euch auf, auf nadir-l eine Stellungnahme abzugeben!
>
>- - nadir- ---(o)
>
Nadir, Brigittenstrasse 5, D-20359 Hamburg
nadir@mail.nadir.org
www.nadir.org/

damit Hermann Kritik an seiner oder Christian Sigrists Position nicht wieder mit:
>Zumal die Kritiken sich auf „paranoider
>Realitaetsverlust“, „eindeutig und krass antisemitisch“ >oder schlicht und einfach „Scheiss“ beschraenken.
abwiegelt. und mir eine Kopfschütteln bei dem Schreiben von Herrmann nicht genügt, führe ich die „Pseudebatte“ weiter.
>Die Sachaussage von Christian Sigrist ist: „aber es ist >nicht gut, wenn juedische Politiker die Nahost-Politik >bestimmen“, weil sie ueberrepraesentiert („zu viele“) sind, >was keine Verschwoerungstheorie, sondern eine Feststellung >ist, die er auch belegen kann.
Wer legt dabei fest, was zu viele sind. In allen demokratischen Staaten lässt sich zeigen, dass das politische Engagement bei integrierten Minderheiten grösser ist als beim geschaftlichen Mainstream. Vor allem wenn diese Minderheiten auch stark im oberen Mittelstand vertreten sind, was bei den Mitgliedern der jüdischen Gemeinden aus historischen Gründen (sprich dem jahrhundertelangen Berufsverbot) der Fall ist. so läst sich in der amerikanischen Politik auch zeigen, das die Mitglieder einiger christlicher Sekten stärker in der politik vertreten sind als ihr Bevölkerungsanteil. Dadurch icst vor allem die amerikanische Innenpolitik stark von christlich religiösen Regeln geprägt.
Von einer
>Ueberrepraesentanz bestimmter nationaler Lobbys in
>der amerikanischen Regierung
kann keine Rede sein, denn bei den Mitgliedern der jüdischen Gemeinden in den USA handelt es sich um Amerikaner. Das Israel der Repräsentant US-amerikanischer Interessen in Nahost ist lässt sich besser aus der Geschichte der letzte 55 Jahre erklären, als aus irgendwelchen aufgesezten Einteilungen in Rassen, Nationen, Religionen usw.. Kurz formuliert: Israel entstand aus dem Zionismus und dem britischen Antisemitismus. Beides suchte eine Region in der Menschen jüdischen Glaubens konzentriert werden konnten. (Übrigens wurde das auch bei Nazis eine Zeit lang überlegt)Da dies keine Leerraum war, war die wirtschaftliche und militärische Unterstützung der westlichen Mächte zur Durchsetzung dieser Idee spätestens seit der Staatsgründung notwendig. Im kalten Krieg stellte sich gesetzmässig die UDSSR auf die andere Seite. Das Ergebnis waren die wichtigsten interstaatlichen Kriege nach dem 2.Weltkrieg. Wichtig als Testgebiet für neue Waffenentwicklungen. Der Wegfall der Welt des real existierenden Sozialismus als Welt des Bösen stellte die amerikanische Politik vor ein Problem. Der Christ G.W.Bush sen. fand eine neue Welt des Bösen in den islamischen Staaten, und wieder stellt das nicht islamische Israel gern den Vorposten der westlichen Welt.
Gruss Erich


Beitrag von der Contraste-Mailingliste (17.7.2002)
Fakt ist auch, dass ich deutlich in der Liste geschrieben habe
1) dass ich Attentate auf die Zivilbevölkerung in Israel nicht für legitim halte.
2) dass ich Attentate auf die Zivilbevölkerung in den Siedlungen der besetzten Gebiete für legitim halte, da sie sich wissentlich in Kriegsgebiet begeben haben und strukturelle Gewalt ausüben. Das heißt nicht, das diese Attentate das Non-Plus-Ultra einer Gegenwehr sind. Das heißt auch nicht, daß ich zu Attentaten aufrufe.
3) dass ich gegen Antisemitismus bin.


Text aus aus „junge Welt“, 8.12.01 und Kritik daran

(zweiter Absatz als Antwort, zitiert aus der Hoppetosse-Mailingliste)

„Wir kämpfen wieder“
Verzweiflung führt zu Verzweiflungstaten.
Über den palästinensischen Widerstand
von Peter Schäfer, Ramallah
Ein bedrohliches Brummen nähert sich. Die Quelle des Geräusches ist aber noch nicht auszumachen. Da senken sich zwei israelische Kampfhubschrauber durch die geschlossene Wolkendecke, richten sich aus und schießen nacheinander drei Raketen auf das palästinensische Hauptquartier in Ramallah. Spielende Kinder, die den Angriff ebenfalls beobachten, rennen schreiend ins Haus. eine Frau, die nebenan Wäsche vor ihrem Haus aufhängt, starrt nur gebannt zum Himmel. Die Helikopter bleiben noch eine Weile in der Luft stehen, wie um zu sehen, ob noch nachgelegt werden muß. Dann drehen sie ab, fliegen durchs Tal zurück zu ihrer Basis. ...

Das ist viel zu einfach! Die Reduzierung der Begründungsebene auf Verzweifelung ist so verkürzt analysiert wie schon nach dem 11.9. so allerhand verschiedene verkürzte Analysen umherwaberten. Aus palästinensischen Kreisen, vor allem der widerlich nationalistischen und rassistisch-antisemitischen Autonomiebehörde bzw. PLO, Hamas, Fatah usw., wird sehr gezielt ein genereller Haß gegen Juden geschürt und mit religiös-fanatischen Versprechungen vom Seelenheil für Märtyrer die Basis für viele Attentate gelegt. Das zusammen mit dem militaristischen Getue des durchgeknallten Regimes in Israel schafft die Mischung für die Gewalt.
Die Junge Welt ist gefährlich nahe dran an einem latenten Antisemitismus mit ihrer völlig einseitigen Berichterstattung, die immer wieder übersieht bzw. verniedlicht, was für ein Regime eigentlich die Autonomiebehörde und der Arafat-Clan ist ... und auch viele damit verbundene Kreise in der arabischen Welt.
Jörg


Antisemitische Texte aus den Marxistischen Blättern

Aus dem Spezial "Israel, die Palästinenser und wir"

... "Bevor die Juden
die Wüste bezwingen können
müssen sie hier die Wüste
erst selber machen"

(Aus Erich-Fried-Gedicht auf der Rückseite)

... ist es unter Bürgerlichen kaum strittig, dass die expansionistische israelische Politik ohne US-amerikanische Rückendeckung nicht denkbar wäre. Hier finden US-amerikanische "Globalinteressen" (Öl, Verkehrswege) in regionalen Dominanzbestrebungen eine vorteilhafte Ergänzung. ... Der strategische Brückenkopf der USA im Nahen Osten ...

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