Religionskritik

KRITIK UND PERSPEKTIVEN ANTISEXISTISCHER ARBEIT

Einleitung


1. Vorwort zur 2. Auflage
2. Einleitung
4. Kritik
5. Konsequenzen

Mit diesem Text möchten wir in die bestehende Debatte eingreifen.Sie läuft bereits sehr lange, erreicht dabei insgesamt und zunehmendwenig Ergebnisse und tatsächliche Veränderungen von Herrschaftsverhältnissen,verfehlt eher die eigentlichen Ziele oder erreicht das Gegenteil. Längeund Umfang der Debatte hat aber eine große Vielfalt von Positionengeschaffen, die jedoch oft nicht zugelassen und in einem Prozeß weiterentwickelt,sondern meist denunziert werden. Für uns bedeutet diese Vielfalt aber:Unsere Kritik richtet sich immer nur gegen einen Teil des Ganzen. Wir wissen,daß es viele Teile gibt und niemals alle von einem Kritikpunkt betroffensind. Viele Zusammenhänge und Diskussionsprozesse sind unseren Überzeugungensehr nahe, andere sind sehr entfernt – und wir halten sie z.T. fürfalsch. Letztere bilden die Mehrheit oder zumindest die lautstärkstenTeile. Besonders bedauerlich finden wir, daß abweichende Positionenin der Debatte um Sexismus, antipatriarchale Politik usw. fast immer sehrschnell denunziert werden, zudem oft ohne faktische Argumente, sondernallein über den Vorwurf des Sexismus und mit Berufung auf das sichselbst angeeignete Definitionsrecht der denunzierenden Person bzw. Gruppe.
Wir glauben, daß viele der letztlich selbst sexistischen Positioneninnerhalb der Antisexismus-Debatte eine Folge von Enttäuschung, Wut,Erniedrigung usw. sind. Dies ist kein Argument, als antisexistische Kampfparoledaherkommenden Sexismus zu verharmlosen – wohl aber eines, die Menschennicht zu verdammen oder gar auszuschliessen!

Unser Text teilt sich in zwei Teile:
  • Kritik an verschiedenen Aspekten der aktuellen Sexismusdebatte (ohne Gewichtung der Aspekte)
  • Vorschläge für eine Weiterentwicklung von Debatte und Praxis

Vorweg möchten wir darauf hinweisen, daß sich unser Text nur auf die antisexistische Praxis im Verhältnis von Männern und Frauen bezieht – nicht jedoch innerhalb der Geschlechter oder unabhängig von Geschlechtszugehörigkeit zur Diskriminierung von sexuellen Orientierungen, Formen sexueller Praxis usw. Dort gelten andere spezifische Prinzipien der Diskrimierung – gleich bliebe allerdings unser Hinweis auf die Notwendigkeit einer grundsätzlich herrschaftskritischen Theorie und Praxis.
Wichtig für das Gesamtverständnis ist eine Definition des Begriffs Sexismus. Die folgende erhebt keinen Anspruch auf Alleingültigkeit, sondern gilt für diesen Text. Sexismus ist die Diskriminierung eines einzelnen oder mehrerer Menschen aufgrund seines/ihres Geschlechts oder ihrer/seiner sexuellen Orientierung. Er ist damit eine besondere Form des Biologismus, d.h. der Ableitung von Aussagen über den sozialen Status von Menschen und das Sozialgefüge in der Gesellschaft aufgrund biologischer Tatsachen oder Ableitungen.
Eine sexistische Diskriminierung kann in sehr vielen Formen auftreten, von der psychologischen Erniedrigung über Ausgrenzung, Nicht-Gleichstellung bis zur direkten Gewalt. Sexismus basiert auf der Herstellung von Unterschieden zwischen Menschen und stellt immer ein Gewaltverhältnis sowie eine Herabwertung von Menschen dar. Sexismus hat keine bestimmte Richtung; die gesellschaftlichen Verhältnisse und Beeinflussungen führen aber zu quantitativ erheblichen und nicht zufälligen Einseitigkeiten, z.B. der Unterdrückung von Frauen durch Männer, von homosexuell orientierten Menschen durch „Heteros“ usw. Allerdings bedeutet das nicht, daß Sexismus nur existiert, wenn er in der „normalen“ Variante daherkommt.
Trotz der geschlechtsneutralen Definition des Begriffes "Sexismus" soll nicht übersehen werden, daß die Wirkung sexistischer Diskriminierung oder Gewalt in der Regel sehr deutlich unterschiedlich ist in Abhängigkeit davon, ob das "Opfer" eine Frau oder Mann ist. Die gesellschaftlichen Dominanzverhältnisse bewirken hier, daß Personen, die sozial konstruiert herabgewertet sind, auch stärker von Diskriminierung betroffen sind. Diese Grundregel gilt auch für andere Diskriminierungsformen, z.B. zwischen Reichen und Armen, Deutschen und Nichtdeutschen, Vorgesetzten gegenüber Befehlsabhängigen, ArbeitgeberInnen und -nehmerInnen usw.

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