Fiese Tricks von Polizei und Jostiz

Ö-PUNKTE 1/1998

Positionen zur Agenda 1: Ja, aber ...


1. Positionen zur Agenda 1: Ja, aber ...
2. Ein Bündnis mit den Herrschenden?
3. Es geht um Macht!
4. Handlungsspielraum
5. Hausaufgaben

Agenda 21 - ein Dokument mit vielen Gesichtern

Autor

Rasmus Grobe
Verden

Literatur
Helga Eblinghaus/Armin Stickler
Nachhaltigkeit und Macht. Zur Kritik von Sustainable Developement
1996, Fankfurt, IKO-Verlag für Interkulturelle Kommunikation, 240 Seiten, DM 29,80, ISBN 3-88939-196-6
In der Umweltpolitik ist das Nachhaltigkeitskonzept zum alles bestimmenden Leitbild geworden. Das vorliegende Buch arbeitet als fast einziges das Nachhaltigkeitskonzept grundsätzlich kritisch auf. Außerdem dokumentiert es den Stand der Debatte um die Studie "Zukunftsfähiges Deutschland", indem auf fehlende ökologische Inhalte und kontraproduktive Konsequenzen hingewiesen wird.
Die beiden AutorInnen weisen nach, daß das Nachhaltigkeitsprinzip das kapitalistisch-marktwirtschaftliche System der Ausbeutung von Mensch und Natur grundsätzlich fortführt statt durchbricht. Beispielsweise indem es auf dauerhaftes Wirtschaftswachstum und den Gebrauch von Großtechnologien (z.B. Gentechnik) setzt. Wodurch es außerdem zum Erhalt bestehender Macht- und Wirtschaftsstrukturen beiträgt, anstatt im humanitären und ökologischen Sinne ihre konsequente Reform zu verfolgen, wird präzise analysiert. Zustandekommen, Ausformulierung und bisherige Diskussion des Konzepts werden dokumentiert. Wer keiner blinden Akzeptanz des Nachhaltigkeitskonzeptes verfallen will, sollte das Buch lesen.

Egon Becker (Hg.)
Soziale Ökologie und Sustainable Developement (Jahrbuch für sozial-ökologische Forschung, Bd. 3), 1997, Frankfurt, IKO-Verlag für Interkulturelle Kommunikation, 160 Seiten, DM 29,80, ISBN 3-88939-254-7
Wer zum vorherig besprochenen Buch ergänzende Stellungnahmen sucht, kann hier zahlreiche Anregungen finden. Neben kritischen Gedanken zum Nachhaltigkeitskonzept werden u.a. Fragen der demokratischen Mitbestimmung und Gleichberechtigung der Geschlechter bei der Bearbeitung von Umweltproblemen angeschnitten. So wird an Beispielen wie des Gewässerschutzes verdeutlicht, welche Alternativen an gewaltfreien und notwendigen Systemveränderungen der aktuellen, nachhaltig geprägten, herrschaftsstabilisierenden Umweltpolitik gegenüberstehen.
Die Agenda 21 ist entstanden in einer historischen Situation, in der die sich zuspitzenden Krisenerscheinungen der Moderne in zwei wesentlichen Bereichen, soziale Gerechtigkeit und Umweltzerstörung, nicht mehr zu leugnen waren. Die Agenda 21 ist das Ergebnis eines Aushandlungsprozesses zwischen Regierungen und spiegelt die weltpolitischen Machtverhältnisse, Interessen aber auch Unklarheiten des Jahres 1992 wider.
Wo man sich nicht einig war, blieb man unkonkret oder ließ etwas wegfallen. So findet sich schließlich jedeR irgendwo in dem langen Text wieder. Widersprüche haben dabei System: Ökolandbau und Gentechnologie, regenerative Energieträger und Atomkraft, kooperative Selbsthilfe-Projekte und liberalisierter Welthandel. Die Widersprüche erklären sich aus nicht ausgetragenen Konflikten darüber, wie Nachhaltige Entwicklung definiert und umgesetzt werden soll. Auf der anderen Seite ist die Agenda 21, zumal als "internationaler Konsens", sehr weitgehend gegenüber dem heutigen Stand der internationalen Diskussion.

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