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VERKEHRSWENDE LOKAL DURCHSETZEN ... AKTIONEN, GRUPPEN, NETZWERKE USW.

Aktionen gegen Autos


1. Aktionen für eine Verkehrswende (allgemein)
2. Aktionen gegen Autos
3. Aktionen pro Zu-Fuß-Gehen
4. Große Aktionen und Aktionstage
5. Umfassende Verkehrskonzepte für eine Stadt bzw. Region entwickeln
6. Materialien (Broschüren, Ausstellungen, Flyer ...)

Gehzeuge und Radlzeuge
Eine schöne Idee für kleine Aktionen, aber auch als Teil größerer Blockaden: Ein Mensch geht mit einem Holzrahmen in Autogröße auf der Straße oder an anderen Orten und zeigt damit, wie viel Platz autofahrende Menschen einnehmen. Machen das mehrere nebeneinander, entsteht ein deutlicher Effekt. Auch als Radlzeug möglich, also mit einem Fahrrad in der Mitte und dem Holzrahmen auf den Schultern der Radler*in. Was vielleicht überrascht: Das ist völlig legal! Ab zwei Personen handelt ihr nach Versammlungsrecht, allein nach StVO.

Gehzeug allein
Wer allein mit dem Gehzeug unterwegs ist, kann sich auf § 35 StVO berufen - und MUSS sogar auf der Straße gehen. Dabei ist völlig egal, was ihr dabei habt. In Gießen gab es mal eine rollende Straßenbahn, die mit der Hand gezogen werden konnte - als Werbung für den Wiederaufbau der Tram. Auch die war viel zu groß für den Fußweg und musste daher auf der Straße herumfahren, was sie auch tat, bis sie leider eines Tages zerstört wurde. Gegen die Internierungslager für Flüchtende an den EU-Außengrenzen protestierten Aktivistis mit einem nachgebauten Lager auf Rollen - und auch das musste wegen seiner Größe auf die Straße.
In jedem Fall gilt: Rechts gehen, auch im Kreuzungsbereich (was beim Linksabbiegen ziemlich viel Verwirrung stiften kann). Seit vorsichtig! Ziel ist Aufmerksamkeit, nicht die Sachbeschädigung durch Kratzer an der Seite oder ein Unfall.
Die Wirkung vergrößert sich, wenn mehrere Gehzeuge auf verschiedenen Straßen unterwegs sind. Sie können sich auch mal begegnen, aber nicht zusammen gehen, sonst wird es eine Versammlung (siehe unten).
Absatz 2 im § 25 StVO Fußgänger
Wer zu Fuß geht und Fahrzeuge oder sperrige Gegenstände mitführt, muss die Fahrbahn benutzen, wenn auf dem Gehweg oder auf dem Seitenstreifen andere zu Fuß Gehende erheblich behindert würden. Benut-zen zu Fuß Gehende, die Fahrzeuge mitführen, die Fahrbahn, müssen sie am rechten Fahrbahnrand gehen; vor dem Abbiegen nach links dürfen sie sich nicht links einordnen.
Obiger Film auf Youtube ++ Berichte von Gehzeugaktionen: Kiel

Mehrere Gehzeuge
Es geht auch mit mehreren Gehzeugen - dann gilt allerdings immer das Versammlungsrecht, welches das Gehen auf der Straße auch ermöglichen kann. Grundsätzlich gilt dann eine Anmeldepflicht, es sei denn, der Grund der Versammlung ist spontan entstanden. Gehzeuge sind aber genau dafür optimal, spontan zu agieren. Wenn sie in eurer Stadt gut zugänglich irgendwo lagern, könnt ihr sie schnell holen und einsetzen. So seid ihr jederzeit fähig, schnell Aufmerksamkeit zu erzeugen.
Das folgende Bild stammt von der Infoseite zum Gehzeug aus Darmstadt - mit Bauanleitung

Verkehrsberuhigendes Sitzen
Ihr seid mit Freund*innen verabredet? Plant eine Besprechung oder eine kleine Feier? Warum nicht auf der Straße vor Eurer Wohnung, Treffpunkt usw. Wenn Ihr mehr als zwei Leute (in manchen Bundesländern: mehr als drei) seid und eine politische Meinung nach außen kundtut, fallt Ihr unter das Versammlungsrecht. Die Straßenverkehrsordnung ist dann außer Kraft. Wenn Ihr also ein paar Stühle, Sessel, Sofas, Tische ... auf die Straße stellt und rundherum ein paar Plakate z.B. zur Verkehrswende (oder auch ein anderes politisches Thema), ist das legal - und eine wirksame Verkehrsberuhigung.
Eine solche Anwendung des Demorechts macht den Alltag politischer - und schafft das, was wir uns wünschen: autofreie Straßen. Jedenfalls für eine Phase und bezogen auf den rollenden Verkehr. Ihr könnt die Idee auch in der Nachbarschaft vorstellen und irgendwo ein Depot einrichten mit den Sachen, so dass alle da spontan immer mal wieder machen können. Da dürfen auch gerne ein Teppich, eine Tischtennisplatte, Basketballkorb oder ein Soundsystem dabei sein. Und ein Pavillon für den Regen.


Aktionen gegen Falschparken
Falschparker*innen behindern oder gefährden andere Verkehrsteilnehmer. Für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen werden die Wege durch Lieferwagen in zweiter Reihe, Pkw auf Fuß- und Radwegen oder zugeparkte Straßenkreuzungen zum riskanten Spießrutenlauf. Niedrige Bußgelder fürs Falschparken, immer mehr Pkw und der zunehmende Lieferverkehr verschärfen das Problem. Damit sich endlich etwas ändert, rufen wir zur zweiten bundesweiten Falschparker-Aktionswoche auf. Machen Sie mit! Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind und möglichst viele Menschen und Initiativen mit einer witzigen Aktion für mehr Respekt für unsere Flächen sorgen.
Es gibt unendlich viele Ideen, wie Sie mit kreativen Aktionen Falschparker*innen zeigen können, dass es sich dabei eben nicht um ein “Kavaliersdelikt” handelt:
Hier gibt es noch mehr Aktionsideen: www.clevere-staedte.de/blog/artikel/FreieWege-Aktion. (leicht verändert nach dieser VCD-Internetseite)

Aus Parkplatz einen Lebensraum formen - ganz legal
Ein Autoanhänger darf auf jedem normalen Parkplatz mindestens 14 Tage stehen (Angebot für Hängerausleihe).


Car-Walking
Ja, das geht - und wurde früher sogar oft geübt und gemacht. Es gibt sogar einen Wikipedia-Artikel und ein Buch dazu. Warum nicht mal wieder???

Parkplätze zu Lebensräumen
Per Demorecht lassen sich beliebige Parkplätze temporär verwandeln und dann umgestalten. Um zur Demo zu werden, muss eine politische Botschaft dabei sein – was aber ja auch sinnvoll ist . Auch große Parkplätze können so über eine Demonstrationsanmeldung (oder spontane Eroberung) umgenutzt werden. Das geht so-wohl einmalig als auch als regelmäßiger Event. So können für unsere Nulltarif-Kampagne in jeder Stadt/Region feste Treffpunkte auf Flächen geschaffen werden, die sonst nur von Autos belegt werden. Bei-spiel: In der Stadt X wird ein an die Fußgängizone direkt angrenzender (oder irgendwo sonst gut sicht- und erreichbar liegender) Parkplatz jeden Samstagnachmittag zur Demozone mit Musik, Foodsharing-Verteilung, Umsonstladen, Kunstaktionen, Theater und als Treffpunkt zur weiteren Absprache von Aktionen (statt irgend-wo versteckten Plena/Vereinssitzungen).
Damit der Parkplatz auch frei ist, könnt Ihr Flächen im direkten Anschluss an andere Nutzungen übernehmen, z.B. nach Wochenmärkten oder anderen Events.
Rechtliche Hinweise: Spontandemos sind erlaubt, wenn der Anlass direkt davor lag bzw. bekannt wurde (ir-gendein Anlass findet sich immer … einfach mal „googlen“ oder so). Vorteil: Keine interne Hierarchie/Leitung nötig. Nachteil: Es dürfen keine speziell für den Fall vorbereiteten Materialien von Anfang an da sein – aber schon welche von vorherigen Demos, allgemein verfügbare Sachen, außerdem dann vor Ort Transpis malen, Kreide einsetzen …
„Normale“ Demos können auf allen zugänglichen und öffentlichen Flächen angemeldet werden, also im Ver-kehrsbereich eigentlich alles (siehe auch im Anhang).
Ähnlich wie Parkplätze lassen sich per Demorecht auch beliebige Straßen zu Lebensräumen machen. In etli-chen Städten hat es schon „Frühlingsfeste“ (so in Stuttgart), „Umwelttage“ (Berlin) usw. selbst auf den Hauptstraßen gegeben. Dadurch wird der Verkehr in der ganzen Stadt eingeschränkt und Menschen können erleben, wie es sich anfühlt, wenn auf einer bestimmten Straße keine Autos mehr rollen, sondern Platz für Feiern, Spielen, Sonnen usw. ist.
Weitere Aktionen:
  • Schilder „Fahrrad frei“ an Parkplatzschilder und/oder Parkautomaten anbringen
  • Parkplätze mit Fahrrädern besetzen (siehe „parking day“)
  • Fahrradsymbole auf Parkplätze aufmalen (z.B. ein Parkplatz in fünf Fahrradstellflächen wandeln) oder gleich Fahrradständer montieren
  • Basketballkörbe, Tischtennisplatten, Kicker, Billard usw. auf die Parkplätze stellen und losspielen …

Parkhäuser zu Aktionsflächen machen
Parkhäuser sind ein Symbol für die Eroberung der Innenstädte durch Autos. Ihr Verschwinden könnte zum Symbol für das Ziel autofreier (Innen-)Städte werden. Oft liegen sie auch gut sichtbar, so dass Aktionen Wir-kung entfalten können. Aktionsideen für die (temporäre) Schließung:
  • Ankettaktion in Zufahrt (Betonfaß/-pyramide)
  • Nächtliches Zumauern (große Steine und Schnellzement)
  • Sitzblockade, auch gut im Rahmen größerer Aktionstage, als Phase einer (Fahrrad-) Demo/Critical Mass usw.
  • Besetzung und Umgestaltung
  • Sabotage (an Schrankenanlage o.ä.)

Wichtig ist die Vermittlung nach außen:
  • Flyer, Lautsprecher, Pressearbeit usw.
  • Transpis aufhängen an Fassade (eventuell auch verbunden mit Kletteraktion)
  • Kreidemalereien in Zufahrten
  • Scheinbesetzung (vor allem dann, wenn Aktionen an Parkhäusern schon bekannt sind)
  • Einfahrt so ändern, dass es nur die Zufahrt für Fahrräder ist (Autos sollen die für Autos nehmen, die es aber dann gar nicht gibt)
  • Freiparkplätze für Fahrräder einrichten

Parkplätze zu Parkanlagen machen
Radikal: Aufhacken und bepflanzen.
Soft: Hochbeete auf Parkplätze stellen - siehe die Aktion "Platzpark statt Parkplatz"

Der digitale Stau
Staumeldungen über Handy und etliche Navis basieren auf der Auswertung von Bewegungsprofilen der Handys auf der Straße. Wer also eine Menge angeschalteter Handys in einem Karren langsam über eine Straße schiebt oder dort abstellt, kann eine Umleitungsempfehlung hervorrufen und die Straße so von einem Teil des Verkehrs befreien.
Der Handwagen kann entsprechend § 25 StVO (siehe Gehzeuge) auf der Straße geschoben werden.

Die Broschüre zu allen Aktionsideen in Sachen Verkehrswende, Nulltarif, Aktionsschwarzfahren, Fahrrad und mehr:
... selbstverständlich Creative Commons - also druckt die gerne nach und bringt sie in Umlauf!!!

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