Abwehr der Ordnung

VERKEHRSWENDE IM VOGELSBERGKREIS

Straßen säen, Verkehr ernten - Betonpolitik geht weiter!


1. Übersicht
2. Noch mehr Autobahn? A49-Weiterbau von Schwalmstadt zur A5
3. Was zerstört würde: Eindrücke rund um die geplante A49-Trasse
4. Danni bleibt - das Kampf für Wald und Verkehrswende
5. Danni bleibt - der Krampf ums Versammlungsrecht
6. Straßen säen, Verkehr ernten - Betonpolitik geht weiter!
7. Bahn und Bus rund um Alsfeld und Lauterbach
8. Per Fahrrad im Vogelsberg


Verkehrszunahmen laut Hessenschau am 10.10.2020 ++ Beispiele für Verkehrszunahmen
Interessant ist neben der krassen zusätzlichen Belastung von Homberg und Stadtallendorf die prognostizierte Zusatzbelastung für die A5 von 8% - das ist ein Haufen mehr Fahrzeuge, die insgesamt da dann lang fahren werden. Autobahnen erzeugen Verkehr.

Ganz offiziell: Auto hui, Bahn pfui - die Politik bisher
Prognos AG zu Mittelhessen (im Auftrag des RP Gießen, 2019)
Über die Straßen in Mittelhessen:
Die Region Mittelhessen liegt zentral in Deutschland und Mitteleuropa und ist verkehrsgünstig durch ein Netz an Autobahnen(A45, A5 und A3) sehr gut angeschlossen. Zusätzlich führt die A7östlich an der Region Mittelhessen über Fulda vorbei. ...
Durch den geplanten Lückenschluss der A49an die A5 wird sich die Anbindung der Region Mittelhessen perspektivisch noch weiter verbessern (Verbindung Kassel-Gießen). Dieser Lückenschluss führt zur Steigerung der Standortqualität der Kommunen entlang der A49 sowie insb. auch der A5. Gleichzeitig kann dies zur Entlastung der Bundesstraße B3 beitragen. Neben dem sehr guten Autobahnnetz verfügt die Region Mittelhessen über ein Netz leistungsfähiger Bundesstraßen. Dabei sind insbesondere die B3 und B49(laufender vierspuriger Ausbau) zu nennen, welche über eine autobahnähnliche Qualität verfügen. Im Kontext des Bundesverkehrswegeplans 2030sindneben dem Lückenschluss A49 und dem vierspurigen Ausbau der B49 verschiedene Ortsumfahrungen sowie die Erweiterung der A5 und A45 auf sechs Fahrstreifen perspektivische Verbesserungen der Straßenverkehrsinfrastruktur. Die sehr gute verkehrliche Erreichbarkeit über das Fernstraßennetz stellt einen zentralen Standortvorteil der Region Mittelhessen für die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie insb. im Nahbereich von Anschlussstellen dar. Dabei ist die sehr gute Erreichbarkeit nicht nur für klassische Logistikbetriebe relevant. Auch Betriebe anderer Branchen und Unternehmens-bereiche (Vertrieb) schätzen für ihre Distributionsprozesse und für die Erreichbarkeit von Fachkräften die Nähe zu Autobahnen. Durch die Nähe und gute Erreichbarkeit des Rhein-Main-Gebietes sind zukünftig zudem Überschwappeffekte/Spillover-Effekte von dortigen Unternehmen aufgrund des angespannten Grundstücksmarktes mit fehlenden Erweiterungsmöglichkeiten zu erwarten.


Über die Bahnlinien:
Im Vogelsbergkreis gibt es keinen Fernverkehrshalt, zudem ist der südliche Teil des Landkreises nicht ausreichend an den Schienenverkehr angeschlossen. Insgesamt verlaufen die Schienenstrecken entlang von Tälern und sind gerade in topographisch anspruchsvolleren Teilräumen wie dem Vogelsbergkreis weniger vorhanden. ...
Im Rahmen der Sitzungen des Begleitarbeitskreises sowie der Expertengespräche spiegelten die Teilnehmer, dass die Schienenverkehrsinfrastruktur für Gewerbe- bzw. Industrieunternehmen oftmals im Vergleich zur Straßenverkehrsinfrastruktur eine geringere und untergeordnete Bedeutung hinsichtlich der Standortwahl hat. Der Schienengüterverkehr spielt bei den Unternehmen oftmals eine untergeordnete Rolle u.a. aufgrund fehlender Slots bei der Bahn und bereits sehr hoher Auslastung der Strecken in Mittelhessen.

Die Lage in und um Alsfeld
Aus "Bahnhöfe machen dicht, Bushaltestellen werden nicht mehr angefahren", auf: Osthessen News am 24.8.2019
"In Alsfeld suchen die Menschen einfach tausend Gründe, um ihr Auto zu benutzen. Jeder Meter wird hier gefahren", berichtet Mira Aretz. Sie erläutert das Problem: "Die Stadt macht es den Leuten leicht, Parken kostet fast nichts, ein neues Parkhaus in der Stadt ist schon in Planung, das ist für mich erschreckend." Doch es hängt nicht nur an der Bequemlichkeit - einige greifen auf ihr Auto zurück, weil ihnen schlussendlich gar nichts anderes übrig bleibt. "Der Alsfelder Stadtbus fährt beispielsweise nur in der Innenstadt, die umliegenden Ortsteile werden gar nicht angefahren", bemängelt Philipp Balles. Die beiden sind sich sicher: "Es wurde die letzten Jahrzehnte einfach in die falsche Richtung gearbeitet: Bushaltestationen werden gar nicht oder nur selten am Tag angefahren, Bahnhöfe auf dem Land wurden still gelegt."

Aus "Fahrzeugbestand wächst weiter", in: Alsfelder Allgemeine am 13.8.2021
Der Vogelsbergkreis ist nach wie vor spitze - bei der Zahl von Fahrzeugen pro Einwohner. ...
Der Pkw-Bestand im Vogelsbergkreis wächst derzeit im Jahresvergleich gemessen an der Einwohnerzahl: 677 Pkw pro 1000 Einwohner waren es am 1. Januar 2020. 687 Pkw pro Einwohner waren es 2021: Das ist in der Bestandsanalyse für 2021 nachzulesen, die das Kraftfahrt-Bundesamt jetzt veröffentlicht hat. Danach betrug zum Stichtag 1. Januar der Pkw-Bestand im Vogelsbergkreis exakt 72 608 Fahrzeuge. Macht einen Zuwachs von 946 Pkw oder 1,32 Prozent. ...
Und da keiner gezwungen wird, Auto zu fahren, deutet diese Entwicklung daraufhin, dass es einen Mobilitätsbedarf gibt, den Fahrräder, E-Bikes oder der ÖPNV nicht befriedigen können, sagen Experten
.


Ortsumgebung Wartenberg
Parallel zur Vogelsbergbahn zwischen Lauterbach und Fulda soll die Bundesstraße ausgebaut werden. Das würde wieder Landschaft vernichten, Boden versiegeln und die Verkehrsmengen erhöhen. Die Vogelsbergbahn hingegen ist in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr abgebaut worden. Etliche Haltestellen wurden geschlossen und Begegnungsgleise abgeklemmt oder gar abgerissen. Abzweigende Verbindungen z.B. nach Bad Hersfeld, in die Wetterau und durchs Ohmtal sind Geschichte. Weiterer Straßenbau soll den Trend zum Auto weiter stärken.

Das Absurde: Im konkreten Fall ist die Gemeinde Wartenberg gegen die Umgebungsstraße. Die Apparate aus den übergeordneten Parteigremien kämpfen hingegen für die Betonpiste.


Ein beachtliches Demokratieverständis "von oben" zeigen einige Parteioberen. Wenn eine Abstimmung nicht so ausgeht, wie gewünscht, ist sie nicht korrekt durchgeführt worden. Demokratie heißt ja nicht nur, alle Hoffnung stets nur in neue Führungen zu projizieren, sondern auch nur die Abstimmung und Wahlergebnisse als "demokratisch" anzuerkennen, die einem ins Zeug passen.

  • Artikel "Noch keine Entwarnung für Umgehung" über Behauptungen, der ablehnende Beschluss der Gemeinde Wartenberg sei nicht korrekt zustande gekommen, in: Lauterbacher Anzeiger am 14.11.2019

Neue Bau- und Gewerbegebiet im Vogelsberg - mehr Beton, mehr Verkehr!
Aus "Weniger Menschen - mehr Flächen", in: Gießener Allgemeine am 22.2.2022
Der Regionalplan ist keine Kleinigkeit: Er ist Grundlage der Bebauungspläne in den Städten und Gemeinden der Region, bildet also den Rahmen für die weitere Entwicklung der Orte. Dabei gehen die Planer von einer weiteren Entleerung des Vogelsbergs aus, in den Städten weniger, in kleineren Orten stärker.
So soll die Bevölkerung im Kreis von 105 506 Menschen im Jahre 2020 auf 98 700 im Jahr 2030 und nur noch 95 400 2035 sinken. Für die Zeit 2017 bis 2035 errechnet sich demnach ein Rückgang der Vogelsberger um 10,4 Prozent. ...
Weniger Menschen heißt aber nicht, dass nun Baugebiete zurückgebaut und Parks in Gewerbegebieten entstehen. Dabei wenden die Planer für den Vogelsberg einen rechnerischen Kniff an. Wenn die Bevölkerungsentwicklung keine Neubaugebiete zulässt, wird einfach ein Wachstum von fünf Hektar eingeräumt. »Aus regionalplanerischer Sicht und aus Gründen der kommunalen Selbstverwaltung soll jede Kommune die Möglichkeit haben, bedarfsorientiert Flächen, insbesondere für die Eigenentwicklung, an den Siedlungsrändern zu entwickeln«, heißt es in den Erläuterungen zu dem Kartenwerk.
Der Bedarf an zusätzlichen Baugebieten wird im Vogelsberg in vielen Kommunen auf 5 Hektar festgelegt. Ausnahmen sind Alsfeld mit 19 Hektar zusätzlichem Wohnflächenbedarf, Homberg mit 6 Hektar, Lauterbach mit 16, Mücke und Schlitz mit je 9 ha und Schotten mit 8 Hektar.


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