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Direct Action & kreative Antirepression
Widerstand, Aktionsmethoden, Polizei&Justiz

Direct Action Einführung ++ Lesungen ++ Spezielle Aktionsmethoden ++ Ausstellung ++ Kreative Antirepression ++ Links

Direct Action - Ideen für kreativen Protest (als Training, Ton-Bilder-Schau usw.)

Du findest, in der Welt läuft einiges verkehrt? Und fühlst Dich ohnmächtig, weil Du oft nicht weißt, wie das Bessere gelingen oder durchgesetzt werden kann? Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen in Zwangsanstalten, Diskriminierung und Ausbeutung - so vieles passiert täglich, aber kaum etwas hilft dagegen? Dann hilft dieses Direct-Action-Training. Denn so ohnmächtig, wie es scheint, sind wir nicht. Im Gegenteil: Es gibt viele Aktionsformen, die wir kennenlernen und üben können, um uns wirksamer wehren zu können, um lauter und deutlicher unsere Stimme zu erheben oder uns politisch einzumischen: Kommunikationsguerilla, verstecktes Theater, gezielte Blockaden oder Besetzungen, intelligente Störung von Abläufen und vieles mehr schaffen Aufmerksamkeit und bieten Platz für eigene Forderungen und Visionen. Wir werden konkrete Aktionsideen besprechen, den rechtlichen Rahmen durchleuchten und einiges ausprobieren.

Als Ton-Bilder-Schau: Einführung in kreative Protestformen

Textergänzung zu obigem Text dann:
Einführung mit Bildern und Beispielen. Dabei werden die Prinzipien von "Direct Action" beschrieben, vor allem aber sollen Phantasie, Kreativität und Willen zu wirksamer Aktion durch die vielen Beispiele von Sabotage, Straßentheater, Kommunikationsguerilla usw. angeregt werden.

Mögliche Form der Veranstaltung: Ton-Bilder-Schau (mit oder ohne Diskussion) - entweder mit Beispielmaterial zum Rumgeben, mit Beamer und Aktivboxen (Technik nötig!) oder als Gang durch die Direct-Action-Ausstellung (wenn aufgehängt). Inzwischen auch als Film!
Der Einführungsworkshop/-vortrag ersetzt nicht ein Training, um sich diese Aktionsmethoden auch anzueignen. Günstig ist daher eine Kombination in danach/später folgenden Vertiefungsmöglichkeiten (Workshops, Trainings oder Tagesseminaren). Bei Trainings z.B. am Wochenende kann der Einführungsworkshop den Beginn bilden.

Als Direct-Action-Training (2-3 Tage oder Wochenende)

Textergänzung zu obigem Text dann:
Ziel eines Trainings ist es, die Idee kreativen Widerstands nicht nur kennenzulernen, sondern auch zu üben, um in konkreten Situationen aus vielen Handlungsmöglichkeiten auswählen zu können und möglichst nie wieder ohnmächtig daneben zu stehen. An konkreten Beispielen soll gezeigt werden, wie Langeweile und Wirkungslosigkeit politischer Arbeit überwunden werden kann. Je nach Interesse der Teilnehmenden werden dann Situationen geübt und ganz konkrete Tipps ausgetauscht.

Mögliche Form der Veranstaltung: Vorschlag für einen zweitägigen Ablauf (Samstag und Sonntag)

Mehr Infos:

Direct Action Training mit bestimmten Zielgruppen oder zu bestimmten Themen

Wer Lust hat, kann auch ein Training anbieten, dass sich von Vornherein an bestimmte Menschen mit bestimmten Themen oder Zielen wendet. Solche Trainings haben wir schon z.B. auf landwirtschaftlichen Höfen oder für Bürger_innen-Initiativen gemacht. Dann kann noch ein erklärender Satz dem Einladungstext hinzugefügt werden. Beispiele, die es schon gab:

Als Film: "Direct Action - Tipps für kreativen Widerstand" (verfilmter Vortrag am 5.12.2015 in Köln)

Lesungen

Aus dem Roman "Hinter den Laboren"

Endlich: Eine neue Technik erfüllt einen Menschheitstraum - ewiges Leben. Doch die Sache ist teuer, nur die Reichsten können sich die Manipulation an ihren Genen leisten. Gesellschaftlicher Widerstand entsteht, während auf der anderen Seite Seilschaften Geld beiseite schaffen und Posten verteilen. Es wird ein ungewöhnlicher Kampf, denn die Aktionen haben andere Dimensionen als das, was Politik, Konzerne und Polizei bislang kannten. Der Roman des Öko-Aktivisten und vielfachen Sachbuchautors, Filmemachers und Journalisten Jörg Bergstedt beschreibt die Abläufe aus der Perspektive der Lobbyisten und der Polizei. Die Story spielt zwar in der Zukunft, doch alle Abläufe sind an realen Geschehnissen abgeleitet. Sie ist damit auch ein Feuerwerk kreative Widerstandsideen in einem ansonsten trostlos langweiligen Land. Die Lesung bringt einige Eindrücke der verschiedenen Entwicklungsstadien des Konflikts - von den ersten Seiten bis zum Höhepunkt.

Buchbeschreibung auf der Seite des SeitenHieb-Verlags (www.seitenhieb.info): "Ein Krimi um die gesellschaftliche Durchsetzung einer neuen Technologie. Firmen und Lobbyverbände auf der Suche nach Geld. Eine Polizei auf der Jagd nach WiderstandskämpferInnen, die es aber schaffen, die Apparate zu narren. Ein Krimi, der Wahrheit sein könnte."

Rezension im Gen-ethischen Informationsdienst GID Nr. 234 (Februar 2016, S. 48): "Hinter den Laboren
Den Hinweis "Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig." suchen Sie in diesem Buch vergeblich. Die Nähe zu bekannten Skandalen macht den Reiz von "Hinter den Laboren" aus. Wer sich in den vergangenen zehn, fünfzehn Jahren in der Gentechnik-kritischen Bewegung Deutschlands getummelt hat, wird in Jörg Bergstedts Roman Vieles (wieder-)entdecken. Das hat dem Rezensenten oft großen Spaß bereitet. Ein interessanter, in weiten Teilen gelungener Versuch verdient Erwähnung: Bergstedt hat mit Unterstützung "mehrere[r] Personen unterschiedlicher Geschlechtszuweisung" eine geschlechterrollenfreie Sprache entwickelt; mit neuen Wortformen, Artikeln und anderem. Die vielleicht spannendste Frage, die am Ende offen bleibt, ist: Wo bekomme ich die Liste mit den Auflösungen welcher reale Name sich hinter welchem Namen im Roman verbirgt? Christof Potthof
Jörg Bergstedt: Hinter den Laboren. Roman, SeitenHieb-Verlag (2015), 298 Seiten plus Glossar, 10 Euro, ISBN 978-3-86747-056-8."


Hinter den Laboren - Lesung am 19.7.2017 in Gießen ++ Das Buch bestellen?

Strategie und Organisierung

Ton-Bilder-Schau "Die Mischung macht's - erfolgreiche Strategien des Widerstandes"

Wie lassen sich politische Auseinandersetzungen gewinnen? Am Beispiel der Agrogentechnik wird das anschaulich, doch die Ton-Bilder-Schau soll Handwerkzeug für alle politischen Themen und Aktionsfelder geben. Die Story: 2004 starteten Gentechnikkonzerne und Lobbygruppen eine neue Kampagne zur Durchsetzung ihrer Profitinteressen und zur Anlage von Feldern mit manipulierten Pflanzen. Ab 2005 entwickelte sich - wie schon Mitte der 90er Jahre - eine spannende Mischung des Widerstandes: Feldbefreiungen, Feldbesetzungen, Aktionen vor Konzernzentralen und -versammlungen, Recherchen hinter den Kulissen, brisante Veröffentlichungen und viele informative Veranstaltungen. Mit Erfolg: 2011 wurden die letzten Versuchsfelder in einer spektakulären Aktion zerstört. Monsanto, BASF & Co. kündigten ihren Abgang aus Deutschland an. Seit 2012 ist Deutschland gv-Felder-frei. Da lohnt sich der Rückblick: Was macht solche Widerstandsstrategien aus? Was lässt sich daraus für andere Kampagnen und Aktionen lernen, also für den Widerstand gegen Atom oder Kohle, Tierfabriken oder übergriffige Behörden, Nazis oder Sozialabbau, Militär oder Repression. Fotos, kurze Filme und ausgewählte Anekdoten machen die Ton-Bilder-Schau zu einer rasanten Erinnerung an vergangene Protestjahre - immer verbunden mit Tipps und Thesen für eine entschlossene Protestkultur überall. Am Ende besteht die Gelegenheit zur Debatte, Entwicklung eigener Ideen und für konkrete Verabredungen.

Form der Veranstaltung: Ton-Bilder-Schau (Power-Point, Audio, Filme) oder Workshop (ohne Beamer/Leinwand) live oder als Film
Es kann dann ergänzend mehr folgen - z.B. ein Tagesseminar oder Workshop am Folgetag (auch als Frühstück zum Weiterdiskutieren o.ä.)!
Notwendige Technik: Beamer, Leinwand, Lautsprecher (zum Anschluss an Laptop mit kleiner Klinke, also z.B. Computer-/Aktivboxen)

Auch möglich (und das dann jederzeit, weil ohne Referent_in): Filmabend "Die Mischung macht's!"
Film als DVD bestellen ++ auf Youtube angucken oder von dort downloaden ++ Liste aller Filme

Für einen spannenden Kino-/Filmabend: Film "Aufstieg und Fall einer Patentlösung"

102 (oder als Langfassung 123) spannende Minuten über die Hintergründe der aufstrebenden, profitträchtigen Agrogentechnik und den Widerstand dagegen. Am Ende siegt, zumindest in Deutschland und vorläufig, der Widerstand - ein nicht alltägliches Ergebnis. Wie das kam, zeigt der Film - am Beispiel von Mecklenburg-Vorpommern.

Spezielle Aktionsformen des "Direct Action"

Kommunikationsguerilla

Diese Welt ist durchzogen von Codes, Labeln und Moden. Sie ist aufgeladen mit Autorität. Ob Lieschen Müller etwas sagt oder "der Vorsitzender der SPD X-Stadt", der "Präsident von und zu" oder der "Direktor der blablabla", ist ein Unterschied. Anstrengend bis chancenlos erscheint, sich selbst die gleiche Wirkung beschaffen zu wollen. Gegenöffentlichkeit und eigene Vermittlung sind wichtig - aber das Salz in der Suppe ist die Subversion. Sie ist so etwas wie japanische Kampfkunst auf politische Aktion angewendet: Die Wucht des Gegners nutzen für die eigenen Ideen. Zum Beispiel statt zum x-ten Mal gegen die Agenda 2010 wettern, diese noch überdehnen und als SPD-Gruppe die Erweiterung Agenda 2020 ankündigen. Oder verdeckt als Straßentheater agieren. In einer Veranstaltung statt protestieren sich überidentifizieren mit den benannten Zielen - Law and Order, Wirtschaftsorientierung oder Aufrüstung bejubeln, einfordern. Plakate nicht mehr überall selbst kleben, sondern bestehende unauffällig verändern und dabei die Aussage verdrehen.
Über all diese unendlichen Tricks und Möglichkeiten soll der Workshops informieren. Die Anwendung so mancher Aktionsideen kann aus strafrechtlichen Gründen nicht empfohlen werden. Sie tritt als Nebenwirkung solcher Workshops aber immer wieder auf ...

Mögliche Form der Veranstaltung: Workshop oder Tagesseminar (mit oder ohne praktische Übungen/Anwendung)

Mehr Infos:

Kreativ demonstrieren

Wie lässt sich aus einer Demo mehr machen als langweiliges Latschen? Ideen sind begleitendes Straßentheater, die eigene Gegendemonstration, Umgestaltung der Demo-Route sowie vielfältige Demonstrationskonzepte (Reclaim-the-Streets, Critical Mass, Innenstadtaktionskonzepte usw.). Teil des Ganzen sind Informationen zum Demonstrationsrecht und und dessen subversiven Gebrauchs.

Mögliche Form der Veranstaltung: Workshop oder Tagesseminar (mit oder ohne praktische Übungen/Anwendung)

Wählen, wählen ... Gründe und Aktionen gegen die Akzeptanzbeschaffung

Wahlen sind Akzeptanzbeschaffung für ein System, in dem die tatsächlichen Gestaltungsmöglichkeiten der Menschen verschwindend gering sind. Daher eignen sich Wahlen ausgesprochen gut, um Stellvertretung und Demokratie zu kritisieren und dem die Vision herrschaftsfreier Gesellschaft entgegen zu stellen. In wenigen Monaten wird wieder gewählt – und wieder der Versuch gemacht, Stimmabgabe als Mit- oder gar Selbstbestimmung zu verklären. Ein passender Anlass für Anti-Wahl-Aktivitäten, die deutlich machen, das selbstbestimmtes Leben nichts mit Wahlurnen zu tun hat.
Leider erschöpft sich Protest von links im besten Fall im Wahlboykott, der inzwischen wenig Aufmerksamkeit erzeugt. Dabei liefert der Wahlquark doch Steilvorlagen für kreativen Widerstand und direkte Aktion: Von veränderten Wahlplakaten über zugespitzte Jubel-Performances bei Wahlkampfveranstaltungen bis hin zu Fakes oder verstecktem Theater in Wahllokalen ist vieles möglich.

Mögliche Form der Veranstaltung: Workshop oder Tagesseminar (mit oder ohne praktische Übungen/Anwendung)

Mehr Infos:

Widerstand im Alltag & Direkte Intervention

Der Streß materieller Reproduktion, die Diskriminierung nach Geschlecht, Hautfarbe, Alter, die willenlose Ergebenheit gegenüber Autoritäten und Institutionen, Mackertum, die totale Konkurrenz bis in jedes Spiel hinein - all das begegnet uns immer und überall. So gruselig das ist, es ist auch die Chance, Widerstand zu leben, direkte Aktion zur Alltagsgestaltung zu machen und so auszubrechen aus der permanenten Ohnmacht, aus dem Ausgeliefertsein gegenüber Zuständen, die wir sonst nur zu besonderen Events angreifen.
Ob rassistische Kontrollen auf Bahnsteigen, Kinderdiskriminierung im Park oder sexistische Anmache - Direkte Aktion geht davon aus, dass jede Situation in unserem Leben Möglichkeiten bietet, Normalität zu durchbrechen, Kritik und Gegenpositionen zu Herrschaft & Verwertung zu vermitteln. Raus den szenigen Abkotzrunden! Einmischung in gesellschaftliche Prozesse und offensives Intervenieren ist gefragt, auch wenn es anfangs schwer fallen mag. Wie können wir Stück für Stück handlungsfähig werden? Welche Aktionsformen bieten sich an? Was wären weitere Aspekte von Widerständigkeit? Neben der Vorstellung des Konzeptes Direkter Aktion ist vieles denkbar ... von Diskussion über Brainstormings bis hin zur Planung konkreter Aktionen. Let's move!

Mögliche Form der Veranstaltung: Workshop oder Tagesseminar (mit oder ohne praktische Übungen/Anwendung)
Bausteine:

Flächen besetzen und befreien

Eine Straße soll gebaut werden, ein Kraftwerk oder Industriegebiet erweitert, ein Genversuchsfeld eingerichtet oder ein Golfplatz in die Landschaft planiert werden ... Was nun tun?
Dieser Workshop soll praktisches Wissen vermitteln: Wie können die richtigen Flächen gefunden werden? Wo tut es am meisten weh? Wie können Türme, Erdanker, Lock-ons und mehr eine Besetzung absichern, Baufahrzeuge blockieren u.ä.? Was unterscheidet Besetzungen vor oder während der heißen Phase (Bau, Aussaat ...) von späteren Aktionen (Feldbefreiung, Bausabotage u.ä.)? Und was ist wobei zu beachten?
Neben den praktischen Tipps und Beispielen gibt es auch rechtliche Infos z.B. zu Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und vielen Tricks, wie das umgangen werden kann. Außerdem bleibt Platz für Strategiedebatten, z.B. wie sich Besetzungen und andere, auch spätere Aktionen gut ergänzen können.

Mögliche Form der Veranstaltung: Workshop oder Tagesseminar (mit oder ohne praktische Übungen/Anwendung)

Mehr Infos:

Variante: oder am konkreten Beispiel der Genfeldbesetzungen (mit Ton-Bilder-Schau) ... siehe hier!

Kletter-Crash-Cours für AktivistInnen

Kein richtiges Klettertraining, aber Grundzüge, um kleine Aktionen flexibel durchführen zu können:

Mehr Themen

Ausstellung und Parcour zu Direct Action

Seit Herbst 2003 existiert eine anregende Direct-Action-Ausstellung, durch die dort, wo sie aufgebaut ist, auch Führungen angeboten werden können. Für Kongresse, Seminare, Camps usw. kann beides "angefordert" werden oder wir kommen von uns aus. Hier Texte zu beiden Elementen.

Mehr Infos:

Antirepression

Achtung! Diese Veranstaltungen haben viele GegnerInnen: Polizei und Justiz (naheliegend), aber auch die meisten Rechtshilfegruppen und linken Führungszirkel (weil diese nicht wollen, dass Menschen eigenständig handeln, sondern diese stattdessen zum Schweigen verpflichten und durch AnwältInnen vertreten lassen wollen). Stellt Euch also auf Ärger ein - wer widerständig sein will, muss das aber ohnehin ...

Training zu offensiv geführten Gerichtsverfahren (Prozesstraining)

Einführung zu rechtlichen Grundlagen der Repression (vor allem Straf- und Strafprozessrecht, aber auch Hinweise auf relevante Spezialgesetze). Schilderung des Ablaufs eines Gerichtsverfahrens. Dann Training in Form eines Rollenspiels zu einem kompletten Gerichtsprozess mit der Möglichkeit, mal verschiedene Rollen auszuprobieren (ZeugIn, AngeklagteR, Publikum, Wachmensch). ++ www.prozesstipps.tk

Mögliche Form der Veranstaltung: Zweitagesseminar mit Einführungen, Rollenspielen und Übungen.
Gut verbindbar: Ton-Bilder-Schau "Fiese Tricks von Polizei und Justiz" (siehe unten, Spezialvariante zu Justizskandalen) z.B. am Vorabend oder an einem Abend davor - als Appetitanregung oder Einstieg.

Training zu offensivem Umgang mit der Polizei (Polizeikontakttraining)

Einführung zu rechtlichen Grundlagen der Repression (vor allem Polizei- und Versammlungsrecht, aber auch Hinweise auf weitere Spezialgesetze und das Strafrecht). Varianten des Polizeikontaktes, Handlungsmöglichkeiten und rechtlicher Rahmen: Personalienkontrolle, Durchsuchung, Festnahme, Verhör usw. Dann Trainings in Form eines Rollenspiels zu ausgewählten Situationen - in der Regel auf Wunsch der Teilnehmenden.

Mögliche Form der Veranstaltung: Eintagesseminar mit Einführungen, Rollenspielen und Übungen.
Gut verbindbar: Ton-Bilder-Schau "Fiese Tricks von Polizei und Justiz" (siehe unten) z.B. am Vorabend oder an einem Abend davor - als Appetitanregung oder Einstieg.

Alternativen zu Einsperren und Strafen

Strafe soll gewaltförmiges Verhalten von Menschen stoppen. Tatsächlich tut sie genau das Gegenteil. Wie jede andere autoritäre Struktur treten unter Kontrolle und Strafjustiz, in Polizeigewahrsam, Knästen und Zwangspsychiatrien deutlich mehr Gewalttätigkeiten als draußen auf. Gerichtsverfahren, Diagnosen und Urteile verhindern nicht Straftaten, sondern tragen zur Kriminalisierung bei. Das zeigt selbst eine Studie der Bundesregierung - und dennoch wird immer härter bestraft, mehr Überwachung, mehr Kontrolle und neue Knäste gefordert. Wenn es um Nazis geht, stimmen auch linke Gruppen in den Chor des Bestrafungs-„Fanblocks“ ein.
Der Wegfall von Atomkraft ist für viele noch vorstellbar, ohne grundsätzlich an den Rahmenbedingungen dieser Republik zu rütteln. In der Forderung nach Abschaffung von Strafe und Einsperren wird unmittelbar die grundsätzliche Herrschaftsfrage gestellt. Denn ohne Polizei, Zwangsanstalten und Gerichte ist kein Staat zu machen. Mit dieser Veranstaltung ist daher die Hoffnung verknüpft, spannende Debatten über eine Welt ohne Herrschaft zu führen, ohne Widersprüche auszublenden. Was sind die Alternativen zu Strafe, Knast/Zwangspsychiatrie und Kontrolle? Wie gehen Menschen in einer herrschaftsfreien Gesellschaft mit gewaltförmigen Verhalten um?

Mögliche Form der Veranstaltung: Workshop oder Tagesseminar

Mehr Infos:

Ton-Bilder-Schau "Fiese Tricks von Polizei und Justiz"

"Die Vorwürfe klingen ungeheuerlich: Polizisten basteln einen Brandsatz oder fertigen Gipsabdrücke selbst an, um Beweismittel zu haben. Beweisvideos und -fotos verschwinden, Falschaussagen werden gedeckt, Observationen verschwiegen, um Straftaten erfinden zu können. Alles Hirngespinste von Verschwörungstheoretikern? Offenbar nicht." (ddp am 22.11.2007, 10.26 Uhr)
Aus erster Hand: Ein erschreckender, zuweilen witziger und immer spannender Vortrag mit konkreten Fällen mit Originalauszügen aus Polizei- und Gerichtsakten. Ein tiefer Blick hinter das Grauen im Polizei- und Justizalltag bis zur Vertuschung, wenn die Operationen schief gehen: Ein Innenminister (heute Ministerpräsident in Hessen) wird gedeckt, StraftäterInnen in Robe und Uniform geschont, Ermittlungsergebnisse manipuliert. Dieser Abend ist eine Mischung aus Enthüllung, Kriminalroman, Kino und Kabarett. Staunen über die Dreistigkeit der Staatsmacht. Kopfschütteln über uniformierte Dummheit. Lachen über die kreative Gegenwehr! ++ www.fiese-tricks.tk

Kürzerer Ankündigungstext:
Der Deutsche Depeschendienst schrieb am 22.11.2007: „Polizisten basteln einen Brandsatz oder fertigen Gipsabdrücke selbst an, um Beweismittel zu haben. Beweisvideos und -fotos verschwinden, Falschaussagen werden gedeckt, Observationen verschwiegen, um Straftaten erfinden zu können.“ Jetzt ist das Original zu sehen: Eine Mischung aus Enthüllung, Kriminalroman, Kino, Kabarett und Straftaten von Polizei, Justiz und dem heutigen Ministerpräsidenten Volker Bouffier. Immer mit Originalquellen belegt – direkt auf die Leinwand!

Form der Veranstaltung: 2,5-stündige Ton-Bilder-Schau (Power-Point, Audio) mit theatralischen Einlagen
Es kann dann ergänzend mehr folgen - z.B. ein Training oder Workshop am Folgetag oder -wochenende bzw. irgendwann später!
Notwendige Technik: Beamer, Leinwand, Lautsprecher (zum Anschluss an Laptop mit kleiner Klinke, also z.B. Computer-/Aktivboxen)

Mehr Infos:

Auch möglich (und das dann jederzeit, weil ohne Referent_in): Filmabend "Fiese Tricks von Polizei und Justiz"
Film als DVD bestellen ++ auf Vimeo angucken oder von dort (siehe Button) downloaden ++ Liste aller Filme

Pippi heute: Eingesperrt, gedemütigt, fixiert, mit Zwang voll, 20 Jahre früher tot
Eine Ton-Bilder-Schau zu Anspruch und Wirklichkeit hinter psychiatrischen Mauern und Zäune

240.000 Menschen werden jedes Jahr in Deutschland gegen ihren Willen psychiatrisch zwangsbehandelt. Solche "Behandlungen" haben es in sich. Es sind qualvolle Unterwerfungsrituale, bei denen die eine Seite alle Macht hat und die andere keine. Das geben die Chefs deutscher Kliniken selbst zu. Der Wille des Patienten würde gar nichts zählen, schrieb der Leiter einer forensischen Psychiatrie in einem Brief an die Vorsorgebevollmächtigte eines Gefangenen - und erteilte ihr Hausverbot. Auch andere Verbrechen geben die Täter*innen in Weiß offen zu: Wenn passende Medikamente fehlen, würden halt andere genommen. Die seien dann zwar nicht zugelassen, aber das mache nichts. Disziplinarmaßnahmen würden als Therapie verschleiert. 18 bis 25 Jahre kürzer würden Menschen leben, die über lange Zeit Psychopharmaka nehmen - in der Regel: nehmen müssen. Der Staat hat mit den geschlossenen Psychiatrien Räume geschaffen, in denen die Untergebrachten Freiwild sind. 359 Euro erhalten die Kliniken dafür pro Tag und Person. Die Klinikärzt*innen sitzen selbst vor Gericht und schreiben die Gutachten, die ihnen die Betten füllen. Über Fördervereine organisieren sie ein zusätzliches, undurchsichtiges Umfeld. Die Ton-Bilder-Schau des investigativen Journalisten Jörg Bergstedt gibt einen tiefen Blick hinter die Kulissen der Zwangspsychiatrie, dargestellt vor allem an Unterlagen, die aus den Psychiatrien selbst stammen. Den Abschluss bildet die Frage, wie eine Welt ohne Zwangsbehandlungen aussehen könnte - und was das alles mit Pippi Langstrumpf zu tun hat.

Kritik an Psychiatrie - Schutz durch Patientenverfügung

Am 1.9.2009 trat das Gesetz zur Regelung von Patientenverfügungen in Kraft. Seither gilt: Die Selbstbestimmung des Individuums, der Patientenwille, ist in allen Lebenslagen und bei allen medizinischen Entscheidungen als rechtsverbindlich zu betrachten. Aufgrund dessen wurde eine spezielle Vorlage einer Patientenverfügung erstellt, mit der hinsichtlich Psychiatrie Vorsorge getroffen werden kann, so dass Zwangsmaßnahmen ausgeschlossen werden: die PatVerfü®. Sie wird von einem Bündnis von Organisationen und einer Arbeitsgemeinschaft von Rechtsanwälten herausgegeben. Schirmfrau der Initiative ist Nina Hagen. Näheres und das Muster-Formular zum kostenlosen Download für die unkommerzielle Nutzung unter www.patverfue.de.
Das Veranstaltungsangebot soll dazu anregen, sich in entspannter Atmosphäre über einen multimedial unterstützten Vortrag rund um das Thema Patientenverfügung zu informieren und im Gespräch offene Fragen zu klären und zu diskutieren.
Inhalte der ‚Informations-Veranstaltung für Einsteiger‘:

Beispiele weitere Themen: Patientenverfügung und Behandlungsvereinbarung im Vergleich; Kontinuitäten und Brüche in der Geschichte der Psychiatrie; einzelne Menschenrechtsfragen; Erfahrungen aus psychiatriepolitischem und -kritischem Engagement, Konsequenzen und Perspektiven. Ebenso können Form und Länge der Veranstaltungen individuell abgestimmt werden. Möglich sind:

Für einen großartigen Kinoabend: (Lehr-)Film "Unter Paragraphen"

Anspruch und Wirklichkeit im Gerichtssaal. Der Film zeigt, wie ein Gerichtsverfahren ablaufen müsste. Mittels heimlicher Mitschnitte in Strafverfahren zeigt sich, dass die Realität davon stark abweicht: Richter_innen brechen beliebig des Gesetz, verwehren den Angeklagten ihre Rechte und beschimpfen sie sogar. Der 93minütige Film bietet aber noch ein drittes: Immer wird erläutert, wie mensch sich wehren könnte - mit praktischen Tipps und den rechtlichen Grundlagen. Insofern ist "Unter den Paragraphen" Aufklärung und Lehrfilm zugleich.

Links und Infos

Tipp zum Downloaden von Filmen: Wenn möglich, über Rechtsklick und dann "Ziel speichern unter ..." (o.ä.)!