Projektwerkstatt

FILME ZU HERRSCHAFTSKRITIK, GESELLSCHAFTSFORMEN, ZUKÜNFTE, UTOPIEN

Hirnstupser-Beiträge zum Thema


1. Mitschnitte von Aktionen, Veranstaltungen, Sendungen und Diskussionen
2. Hirnstupser-Beiträge zum Thema
3. Links und Materialien

Irrationale Politik und Gesellschaft: Unlogisch, widersprüchlich ... keiner merkt's?
Politische Positionen sind mitunter, selbst wenn sie aus den gleichen Kreisen kommen, derart widersprüchlich, dass mensch daran zweifelt, ob die überhaupt klar denken können. Tatsächlich steckt dahinter zum einen die Anfälligkeit vieler Menschen und noch mehr von Menschenansammlungen, sich dem Mainstreamdenken (Diskursen) im Umfeld anzuschließen, sowie zu anderen ein knallharter Populismus, hinter dem keinerlei Überzeugungen oder politische Analyse stehen, sondern bei dem es einzig darauf ankommen, billigen Applaus zu erhalten und politische Identifikationsmöglichkeiten zu schaffen - also Rattenfängerei.


Weniger entscheiden, mehr streiten, im Zweifel losen
Der Film auf Youtube ++ der Text dazu auf projektwerkstatt.de und Facebook ++ Podcast (.mp3):


Was ist ein Staat? Was legitimiert ihn?
Wodurch entsteht ein Staat? Was macht ihn aus? Was legitimiert ihn? Wer nach formalen und ideellen Gründen sucht, ist auf dem Holzweg. Es gibt nur ein Merkmal, was alle Staaten eint: Das Gewaltmonopol. Wer Polizei, Justiz, Armee usw. befehligt, ist der Staat - egal welche Rechtsform er hat.


Was ist und wie wirkt Herrschaft? Neutrale Machtausübung ist unmöglich!
Herrschaft ist stets etwas, was aus sich selbst heraus entsteht und sich verstärkt. Denn es ist funktional, die Mittel der Macht zu nutzen, wenn sie da sind. Das wird jeden Menschen dazu drängen, sich herrschaftsförmig zu verhalten – so wie jede Regierung, auch eine marxistische, die einmal eroberte Macht nutzen und ihr verfallen wird, ebenso Firmen immer nach Profit streben. Wer das nicht will, darf sich nicht darauf einlassen.


Demokratie und Herrschaftsfreiheit: Einleitung, Internetseiten und Bücher
Die neue Reihe des Hirnstupser zu Demokratie und Herrschaftsfreiheit soll in wechselnden Beiträgen die Grundprobleme der Demokratie aufzeigen und dem die Alternativen einer herrschaftsfreien Welt gegenüberstellen. Der erste Beitrag kündigt dieses an, zeigt kurz die Notwendigkeit dieser Fragestellung auf und verweist dann auf Texte, die die in den Filmclips angesprochenen Themen weiter vertiefen. Alle im Film gezeigten Bücher sind auch kostenfrei im Internet als Download zu finden und stehen unter Creative Commons - so wie alle Hirnstupser-Filme ja auch.


Kritik der Demokratie

Vier der Grundprobleme der Demokratie
Der "demos" mit erzwungener Grenzziehung zwischen Innen und Außen, die Notwendigkeit einer mit Macht ausgestatteten Durchsetzungsstruktur, die Projektion aller Hoffnungen in den Wechsel der Machtinhaber*innen und die verstärkende Wirkung auf vorhandene Privilegien: Im Workshop am 24.3.2021 stellte der Referent, Jörg Bergstedt, an diesen vier Grundproblemen dar, warum die Demokratie keine optimale Gesellschaftsform ist. Statt diese also ständig zu loben und die offensichtlichen Probleme mit noch mehr Demokratie lösen zu wollen, wäre eine Überwindung hin Richtung einer herrschaftsfreieren Welt sinnvoll. Sein Fazit am Ende: Kapitalistismus passt optimal zur Demokratie - Ausbeutung und Umweltzerstörung sind daher schlicht "demokratisch".
Mitschnitt eines Onlineworkshops am 24.3.2021 ++ Bücher des Referenten zu Demokratiekritik und Herrschaftstheorie sind im SeitenHieb-Verlag erschienen und erhältlich im Aktionsversand.


Teil 1: Einteilung in Gut und Böse
Den Anfang in der neuen Reihe des Hirnstupsers zu Demokratie und Herrschaftsfreiheit bildet eine noch recht allgemein gehaltene Kritik der Demokratie. "Demokratisch" steht heutzutage für "gut", doch schon bei den ersten Blicken fällt auf, dass es eher andersherum ist: Was den Mächtigen in Regierungen, Medien oder Konzernen nicht passt, wird als "undemokratisch" bezeichnet - synonym für schlecht oder unerwünscht. Der Begriff verschleiert also Machtinteressen.


Teil 2: "demos" - der zentrale Fehler
Jede Form von Demokratie braucht eine klare Grenzziehung, wer dazugehört und wer nicht. Das hat fatale Folgen. Zum einen setzt es einen Herrschaftsapparat voraus, der diese Grenze zieht, also durch Abgrenzung des "Anderen" den demos bildet (in der Nation = das Volk). Zum anderen bedarf es dann der Sicherung, um den formalen Ausschluss derer, die nicht dazugehören (sollen), auch durchzusetzen: Zuordnen, sortieren, kontrollieren, im Zweifel Gewalt anwenden. Herrschaftsfreie Systeme kennen keine klaren Grenzen.
Diesen Grundfehler weisen auch vermeintlich bessere Formen der Demokratie auf (Konsens-, Basis- oder direkte Demokratie). Dazu kommen wir noch ... ++ Seite zu demos und Volk


Teil 3: Beständig durch Illusion des Wechsels
Demokratie ist eine große Erzählung. Dazu gehört, dass "wir", also die Wähler*innen (wozu ja längst nicht alle gehören), durch Wahlen die Politik mitbestimmen können. Diese Suggestion behindert die Selbstermächtigung, denn es gibt ein ständiges Anbieten scheinbarer Alternativen, auf die Menschen ihre Hoffnung projizieren, statt selbst aktiv zu werden. Daher ist die Demokratie eine sehr beständige Herrschaftsform. Die Systemfrage verschwindet hinter der Illusion, dass der Wechsel des Führungspersonals die Veränderung bringt. ++ Seite zu Wahlen
Diesen Grundfehler weisen auch vermeintlich bessere Formen der Demokratie auf (Konsens-, Basis- oder direkte Demokratie). Dazu kommen wir noch ...


Teil 4: Privilegierte Stellung erzeugt neue Privilegien
Häufig wird behauptet, dass demokratische Wahlen oder Abstimmungen allen die gleiche Chance geben. Das völliger Unsinn. Die Ungleichheiten in der Gesellschaft führen auch zu unterschiedlicher Einflussgröße auf Abstimmungen und Wahlen, z.B. im Wahlkampf davor. Wer viel Geld hat, kann plakatieren, flyern, Anzeigen schalten, Werbeagenturen beauftragen usw. Wer selbst viel Reichweite hat (z.B. als Chefredakteur*in einer Zeitung), kann Abstimmungen besser beeinflussen als andere. Daher lässt Demokratie die Unterschiede einfach bestehen. Und schlimmer: Wer privilegiert ist, kann auch sich selbst bessere Chancen auf Posten bei Wahlen verschaffen. Dadurch hat die Person dann noch eine Machtoption mehr, d.h. vorhandene Privilegien lassen sich über demokratische Prozesse noch vergrößeren - und die Ungleichheiten verschärfen sich.


Teil 5: Kollektives Entscheiden braucht Machtmittel
Welchen Sinn macht eine Entscheidung, die für "alle" (= demos, also z.B. Volk, Verein, Partei, Gemeinde, Firma, WG, NGO ...) gilt, wenn sich hinterher nicht alle "alle" dran halten (müssen)? Folglich gehört zum kollektiven Abstimmen immer auch die Existenz einer Durchsetzungsstruktur, die ausführen, kontrollieren und sanktionieren kann. Demokratie kann folglich nicht auf solche Apparate verzichten, die Menschen aber ungleich und die Benutzung von Machtmitteln zum Alltag machen.
Wenn nur jeweils die, die eine gemeinsame Haltung zu etwas entwickeln können, dann zusammen agieren, braucht es keiner kollektiven Entscheidung. Genau das wäre die Idee der herrschaftsfreien Organisierung: Der offene Raum mit den jeweils frei entstehenden Kooperationen, wie es gerade passt.


Teil 6: Der Glaube an das Gute von oben
Es ist unglaublich, mit welch naiver Betrachtung bürgerliche und auch viele linke Kreise an das Gute von oben glauben, also durch neue Regierende, durch mehr Kontrolle usw. Wie weit das geht, zeigt dieser Hirnstupser an Zitaten aus dem Buch "Alles könnte anders sein" des weithin anerkannten Autors Harald Welzer. Der sieht nicht nur Polizei und Justiz als Garanten des Guten, sondern selbst Armeen. "Funktionierende Verwaltungen" und "loyale BeamtInnen" seien die Garanten des Guten - eine primitive, geschichts- und theorielose Sicht auf das reale Leben.


Teil 7: Gemeinwille ist Masse ohne Autonomie
Größere Mengen von Menschen können verschiedene Formen annehmen, die entweder die Vielfalt und Unterschiedlichkeit betonen oder aus dem Ganzen etwas machen, was einer eigenen Persönlichkeit entspricht. Damit letzteres gelingt, muss es ein Verfahren geben, wie eine einheitliche Sprache (Gemeinwille) entsteht. Die Demokratie macht das durch Abstimmungen und Wahlen, also Repräsentation. Die gemeinsame Meinung aller hat mit den Auffassungen der Einzelnen nichts mehr zu tun und blendet die Menschen, die Teil der Masse sind, weitgehend oder komplett aus. Demokratie ist damit eine anti-emanzipatorische Form der Organisierung von Menschenmengen.


Teil 8: Verstärkung von Ungleichheiten
Die herrschaftsförmig und prägend vor allem kapitalistisch gestaltete Gesellschaft birgt eine Menge von Ungleichheiten - Menschen mit und ohne Ämter in Institutionen, mit oder ohne Eigentum an Produktionsmitteln, Reiche und Arme, gut Vernetzte und Einsame usw. Die Demokratie gleicht das nicht aus, sondern verschärft die Ungleichheiten, weil Privilegierte bessere Chancen haben, bei Abstimmungen ihre Interessen oder bei Wahlen sich bzw. ihre Kandidat*innen durchzusetzen.


Teil 9: Wahlen - Brot und Spiele fürs Volk
Wahlen sind das auffälligste Prinzip der Demokratie und in der Regel das Einzige, bei dem der "Souverän" überhaupt agieren kann. Bei näherer Betrachtung ist der Einfluss durch Wahlen jedoch minimal, denn die bestehenden (Herrschafts-)Verhältnisse führen dazu, dass durch Wahlen eher die vorhandenen Unterschiede verfestigt als überwunden werden. Das ist eine direkte Folge dessen, dass die, die über mehr Möglichkeiten der Beeinflussung von Massen verfügen, auch die Wahlen stärker für sich und die von ihnen geförderten Personen(gruppen) nutzen können.


Teil 10: Mehrheitsdemokratie - die übliche Hierarchie
In Parlamenten, Parteien, Firmen und vielen anderen Subräumen der Gesellschaft werden Entscheidungen über Sachfragen oder Personen per Mehrheitsvotum getroffen. Das ist eine besonders bizarre Form, Prozesse zu beenden und Stillstand zu erzeugen - aber die übliche. Neben den ohnehin vorhandenen Folgen demokratischer Logiken (Abgrenzung des demos, Zuspitzung auf Ja-Nein-Fragen usw.) kommt dann noch die Ausblendung großer Teile der Beteiligten und sämtlicher Unbeteiligter hinzu.


Teil 11: Direktwahlen - Stärkung zentraler Führung
Direkte Demokratie bedeutet, dass Abstimmungen und Wahlen ohne Zwischenebenen ausgeführt werden, also die anstehende Frage oder die zu wählende Person direkt von den Wahlberechtigten bestimmt wird (Gegensatz: repräsentative Demokratie, bei der die Wahlberechtigten Personen wählen, die dann eine Frage entscheiden - bei Delegiertensystemen kann das sogar mehrstuftig sein). Dadurch soll eine bessere Mitbestimmung ermöglichst werden. Tatsächlich enthält aber auch dieses Modell die typischen Fehler jeder Demokratie (demos-Abgrenzung, konservative Wirkung fixierter Entscheidungen usw.). Hinzu kommt bei Abstimmungen der Zwang zu einfachen Fragestellungen und bei Wahlen die Steigerung von Legitimität und Machtfülle bei den zu wählenden Personen.


Teil 12: Konsens - mehr 'demos', mehr Tricks
Konsens heißt, dass Abstimmungen und Wahlen einvernehmlich erfolgen. Das gilt sowohl für Entscheidungen als auch für die Bestimmung z.B. von Delegierten in Koordinierungsgremien oder als Sprecher*innen. Auch diese Verfahren enthalten zunächst die typischen Fehler jeder Demokratie (demos-Abgrenzung, konservative Wirkung fixierter Entscheidungen usw.). Hinzu kommt bei Konsens eine besondere Betonung der Gesamtheit, weil hier suggeriert wird, dass ja alle einverstanden seien. Tatsächlich lässt sich diese scheinbare Zustimmung aber auch durch Tricks wie das Unsichtbarmachen von Gegenpositionen oder die Fragestellung erreichen.


Herrschaft, Herrschaftsfreiheit, Anarchie

Teil 1: Zukunft ist nicht beschreibbar
Der zweite Beitrag in der neuen Reihe des Hirnstupsers zu Demokratie und Herrschaftsfreiheit ist der erste zur Herrschaftsfreiheit. Er zeigt, dass es nicht möglich ist, eine herrschaftsfreie Zukunft zu beschreiben. Denn wenn die eine kulturelle und soziale Evolution be- oder gar verhindernden Gesetze und Normen wegfallen, wird viel Neues entstehen, was heute noch gar nicht denkbar ist. Das ist nämlich die Logik der stofflichen, biologischen und der sozialen Evolution: Es entstehen immer wieder neue Qualitäten, die ab dann neue Bedingungen für die Weiterentwicklung schaffen - aber nicht vorher theoretisch erdacht werden können.


Teil 2: Warum ist Herrschaftsfreiheit sinnvoll?
Der vierte Beitrag in der Reihe des Hirnstupsers zu Demokratie und Herrschaftsfreiheit ist der zweite zur Herrschaftsfreiheit. Er stellt die Frage, ob bzw. warum Herrschaftsfreiheit überhaupt sinnvoll ist. Immerhin fühlen sich die meisten Menschen in Fremdbestimmung wohl. Das aber hat genau den Grund, warum der Mensch eigentlich besser in eine herrschaftsfreie, dynamische Welt passt. Denn was er von seiner Biologie her mitbringt, wäre geradezu verschwendet in einer statischen, durch Normen geprägten Welt.


Teil 3: Die Herrschaftformen - formale Macht
Jetzt folgen zwei Abhandlungen dazu, welche Herrschaftsformen es gibt (wegen der Länge zweigeteilt). Der erste Teil beschäftigt sich mit der formalen Macht, also allen Herrschaftsformen, die vor allem auf institionalisierten Ursachen beruhen, z.B. Gesetze, formale Normen, Eigentum, unter anderem an Produktionsmitteln usw. Der zweite Teil wird sich dann mit diskursiver Macht auseinandersetzen, also den prägenden Denkkulturen. Beide Formen greifen ineinander. Sie zu verstehen, ist wichtig für das Ringen um Herrschaftsfreiheit. Schließlich muss es dafür gelingen, die vorhandenen Herrschaftsförmigkeiten zu überwinden.


Teil 4: Die Herrschaftformen - diskursive Macht
Fortsetzung der Abhandlung über die verschiedenen Herrschaftsformen (wegen der Länge zweigeteilt). Der erste Teil beschäftigte sich mit der formalen Macht, also allen Herrschaftsformen, die vor allem auf institionalisierten Ursachen beruhen, z.B. Gesetze, formale Normen, Eigentum, unter anderem an Produktionsmitteln usw. (siehe youtu.be/KF5KLz3VQqs). Der zweite Teil beschäftigt sich nun mit diskursiver Macht, also den prägenden Denkkulturen. Beide Formen greifen ineinander. Sie zu verstehen, ist wichtig für das Ringen um Herrschaftsfreiheit. Schließlich muss es dafür gelingen, die vorhandenen Herrschaftsförmigkeiten zu überwinden.


Teil 5: Alternativen zum Abstimmen und Wählen
Dieser Hirnstupser ist ein Audiomitschnitt eines Online-Workshops zur Kritik der Demokratie und die dortige Antwort auf die Nachfrage, wie es denn ohne Abstimmen und Wählen laufen könnte. Dargestellt werden unter anderem Ideen entscheidungsloser Räume und das Losen.


Teil 6: Selbstorganisierung statt Institutionalisierung
Wo Zuständigkeiten institutionalisiert und oft dann sogar monopolisiert sind, wird Eigeninitiative gehemmt. In einer herrschaftsfreien Gesellschaft sind Kommunikation und direktes Kümmern aber die Säulen der sozialen Organisierung und schaffen viel eher einen diskriminierungs- und übergriffsfreien, kommunikationen und kooperativen Raum als eine Gesellschaft, die über Angst reglementiert und bei der die Zuständigen immer erst hinterher kommen und dann von oben herab richten. Dieser Hirnstupser enthält einen Audiomitschnitt eines Online-Workshops zur Kritik der Demokratie.


Teil 7: Wahrheit ist Glaube und Erfindung
Es gibt keine Wahrheit, keine objektive Sicht auf Dinge. Der menschliche Organismus ist dazu nicht in der Lage. Gehirn, Sinnesorgane und der gesamte Körper haben sich den sozialen Bedingungen angepasst, in der der Mensch herangewachsen ist. Daher nimmt er durch die Matrix dieser Vorprägung alles Geschehen wahr, wählt aus verschiedenen Informationen aus, entscheidet über die Art der Betrachtung, z.B. selbst in der Wissenschaft vorab über die Methode einer Analyse und Interpretation. Es gibt nur subjektive Wahrnehmung und Auffassung. Wer diese als "objektiv" oder "Wahrheit" tarnt, will sie damit nur wichtiger machen und übt folglich Herrschaft aus.


Teil 8: Die Wirkungsweisen von Herrschaft
Herrschaft bedeutet, privilegiert, d.h. mit bevorteilenden Mitteln, den eigenen Willen gegen andere durchsetzen zu können - und das auf Dauer. Das kann im eigenen Interesse oder für andere geschehen, aber immer auf Basis ungleicher Handlungsmöglichkeiten. Herrschaft bedeutet gleichzeitig, mit diesen Mitteln bestimmen zu können, wer welche Vorteile und wer welche Nachteile der Entscheidung zu tragen hat. Darauf basiert unter anderem die globale Ausbeutung von Menschen und die Zerstörung der Umwelt. Beides hängt mit Herrschaftsverhältnissen zusammen.


Teil 9: Keine Götter/Wertequellen stehen über den Menschen
Herrschaft bedeutet, privilegiert, d.h. mit bevorteilenden Mitteln, den eigenen Willen gegen andere durchsetzen zu können - und das auf Dauer. Das kann im eigenen Interesse oder für andere geschehen, aber immer auf Basis ungleicher Handlungsmöglichkeiten. Herrschaft bedeutet gleichzeitig, mit diesen Mitteln bestimmen zu können, wer welche Vorteile und wer welche Nachteile der Entscheidung zu tragen hat. Darauf basiert unter anderem die globale Ausbeutung von Menschen und die Zerstörung der Umwelt. Beides hängt mit Herrschaftsverhältnissen zusammen.


Teil 10: Herrschaft verstärkt sich selbst
Wer im Besitz von Herrschaftsmitteln ist, handelt funktional, sie auch einzusetzen. Allein die Möglichkeit, dieses zu tun, schafft schon einen Unterschied in der Begegnung mit Menschen, die nicht über gleiche Mittel verfügen. Spätestens im Konfliktfall besteht die Neigung, ein Potential auch zu nutzen - egal ob es sich dabei um eine Waffe, mehr Geld, andere Privilegien oder Drohungsmöglichkeiten per Gesetz, Uniform, Robe usw. handelt. Daher ist es nicht überraschend, dass Menschen, die Machtmittel erlangen, diese auch machtförmig einsetzen. Missbrauch und Gebrauch von Macht sind dasselbe.


Teil 11: Die absurde Rolle der Anarchistis
Anarchie - das war mal fast überall ein Begriff für das Böse schlechthin: Gewalt, Chaos und mehr wurde mit der Idee der Herrschaftsfreiheit assoziiert. Das war natürlich immer Blödsinn, sind es doch stets Herrschaftsstrukturen, die systematisch Gewalt ausüben und Selbstorganisierung (als Gegenpol zum Chaos) zerschlagen. Aber es diente halt der Diffamierung. Inzwischen gibt es aber auch einen liebevollen Blick auf das Anarchische. Dabei wird die der Anarchismus inhaltlich entkernt und den Anarch@s kleine Nischen angeboten, in denen sie medial, in der Gesellschaft und in der politischen Bewegung ihren Platz finden. Viele von ihnen sind darüber sogar froh, zeigen sie sich doch betont theorie- und organisierungsfremd. Schade. Dabei wäre das Anarchische in der Debatte um Organisierungsformen und gesellschaftlichen Verhältnissen entescheidend. ++ Seite zum Thema anarchischer Organisierung


Teil 12: Der Gesamtrahmen muss herrschaftsfrei sein!
Für eine Welt, in der viele Welten Platz haben! Dieser Satz, bekannt geworden aus der Revolte der Zapatistas in Chiapas (Mexiko) charakterisiert eine entscheidende Grundlage für eine anarchistische Welt. Es darf keine Sanktionen und Regeln geben, die bestimmte Verhaltensweisen ausschließen, solange diese auf freien Vereinbarungen beruhen. Selbst die krudesten Formen sozialer Beziehungen wären Teil einer herrschaftsfreien Welt - von Sportarten und Spiele mit starren Regeln bis zu verwirrten Nostalgiker*innen, die an die Fortexistenz des Deutschen Reichs, geheime Weltregierungen oder die menschliche Gesellschaft als Spiel göttlicher Sphären glauben.


Hirnstupser-Texte und Filme sind unter hirnstupser.siehe.website, youtube.com/hirnstupser und fb.com/hirnstupser zu finden.

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