Anarchie

VERKEHRSWENDE IN GIEßEN: DIE KONKRETEN VORSCHLÄGE

Fahrradstraßen, Tramlinien und eine Flaniermeile


1. Fahrradstraßen, Tramlinien und eine Flaniermeile
2. Forderungen, Wünsche, Ziele...
3. Zu Fuß: Autofreie Innenstadt, Flaniermeile entlang der Wieseck und mehr
4. Fahrradstraßen: Innerer Anlagenring, Innenstadtdurchfahrten, Trassen in alle Stadtteile
5. Anlagenring und mehr als Fahrradstraße: Bürgerinnen*antrag an die Stadt Gießen
6. RegioTram: Gießen braucht zwei Straßenbahnlinien - mit Anschluss ins Umland
7. Klingt exotisch, bringt es aber: Seilbahnen als Ergänzung
8. Pläne für konkrete Plätze oder Straßenabschnitte
9. Nulltarif in und um Gießen
10. Verkehrsunternehmen, Politik und Medien
11. Beiräte, NGOs, Berater*innen usw.
12. Verkehrserzeuger*innen und Pro-Auto-Lobby
13. Links
14. Das war der erste Vorschlag (2017): Plan, Text und Flyer
15. Kontaktformular für Anfragen und alle, die mitmachen wollen

Dies ist die Eingangsseite zur Verkehrswende in Gießen (www.giessen-autofrei.siehe.website, ehemals "www.giessen-autofrei.tk"). Die Links hier drüber führen zu den zugehörigen Themen, weitere Seiten zur Verkehrswende sind über das Menü oben unter Umwelt --> Verkehr zu erreichen. ++ Gesamtübersicht "Verkehr"

Bürger*innenanträge zur Verkehrswende
Für eine RegioTram Gießen: online unterschreiben ++ Liste zum Ausdrucken
Innerer Anlagenring zur Fahrradstraße online unterschreiben ++ Liste zum Ausdrucken

Aus dem Bericht "Klimaneutrales Gießen 2035" (Herausgeber: Magistrat der Stadt Gießen)
Über die Potenziale Vermeidung (von Fahrten), Verlagerung (von emissionsintensiven auf emissionsarme Verkehrsträger) und verbesserte Antriebstechnologie könnte die Energienachfrage für den Personenverkehr von 339 GWh auf 44 GWh (-87 %) reduziert werden.

Aus dem Bericht "Klimaneutralität bis 2035 in Gießen kaum zu erreichen" über das Konzept der Stadt, in: Gießener Allgemeine, 15.9.2020 (S. 17)
Um das Ziel 2035Null im Bereich der energieeffizienten Gebäudesanierung zu erreichen, müsste sich zum Beispiel die Zahl der Handwerker verzehnfachen. Der Radverkehrsanteil an den gefahrenen Personenkilometern müsste von 2,9 Prozent im Jahr 2014 auf fast 37 Prozent in 2035 steigen. Im gleichen Zeitraum müsste der Anteil der in Gießen gefahrenen Pkw-Kilometer von gut 81 auf knapp 20 Prozent sinken.

18./19.9. in Gießen: NoParkingDay - Danni bleibt - Kidical Mass
Das vermutlich letzte Aktionswochenende des Jahres in Gießen war gleichzeitig ein deutlicher Aufschlag für die kommenden Wochen im Kampf um den Dannenröder Forst und gegen das ständige Weiterbauen von Straßen. Am NoParkingDay waren große Teile der Innenstadt bunt statt nur graue Parkplätze.

Das war der große Aktionstag am 20.6.2020
Samstag, 20.6.2020: Aktionstag auf Ludwigsplatz/Grünberger Straße mit vier Fahrradsterntouren aus allen Himmelsrichtungen, weitere Demos, Polittalk, RegioTram-Vortrag und ein buntes Straßenfest mit Infoständen, Spiel und Spaß, Musik und mehr

Berichte auf dieser Seite ...

Corona-kompatible Verkehrswendeaktionen am 25.4.2020 in Gießen
Erst eine Raddemo mit 100 Teilnehmer*innen, dann der Protestzug gegen Autos und für eine RegioTram. Berichte auf dieser Seite ...

Frühjahr 2020: Aktionen trotz(en) Corona
Aktionstage 14.-17.4. in Gießen
Demo "Gesundheit stärken statt Grundrechte schwächen – Schutz vor Viren, nicht vor Menschen!" vom 14.-17.4. (jeden Tag 14-18 Uhr) ++ Flyer ++ Mehr auf dieser Seite

Mini-Aktion am 1.4.: Wir "demonstrierten" für RegioTram und die Grundrechte
Der ursprüngliche Plan, eine Aufstellung mit den Corona-Abständen auf dem Berliner Platz, dann weiter die Grünberger Straße entlang, war nicht möglich. Die Demo wurde verboten. Also standen wir mit knapp 30 Personen verteilt auf dem Berliner Platz - und viele machten ihre eigene Ein-Mensch-Aktion. ++ Mehr auf dieser Seite

Mobilität in Gießen
Zahlen zu Gießen
Aus der Seite "Zahlen und Fakten" der JLU Gießen (Januar 2020)
rund 28.000 Studierende (WS 18/19), siehe Studierendenstatistik
rund 5.600 Beschäftigte (davon rund 400 Professorinnen und Professoren) sowie rund 5.300 Beschäftigte am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM), Standort Gießen


Zur THM aus Wikipedia
18.684 (WiSe 2019/20)
11.277 am Campus Gießen
5.832 am Campus Friedberg
1.575 am Campus Wetzlar
Mitarbeiter*innen ca. 1.143 (Stand 2016)


Aus: Stadt Gießen-Heft "Gießen in Zahlen - Kennzahlen und Fakten 2019/20" (z.T. aus dem Heft 2017/18 )
Einwohner (Stand 06/2019): 88424. Zwei Jahre davor: 84677. Letzte genaue Zählung davor in 2010: 76391.
Durchschnittsalter: 39 Jahre (Bundesdurchschnitt 44 Jahre)
Lohnarbeitsstruktur: Dienstleistungen 68,9%. Akademiker*innenquote 28,9%.
Pendler*innen täglich: Rein 35050 (zwei Jahre vorher noch 33.559), raus 15748 (2017 noch 14462).
Größte Arbeitsgeber: Uni-Klinik (Standort Gießen) 4300, Volksbank Mittelhessen 1300.
Studierende: ca. 37500 (höchste Studi-Dichte in Deutschland)

Eigentlich ... als Stadt mit dem höchsten Studierendenanteil und keinen größeren Steigungen in der Innen- und Weststadt könnte Gießen um die Spitzenposition an prozentualen Anteilen des Umweltverbundes (Fuß, Rad, ÖPNV) am Verkehrsanteil ringen. Immerhin ist der Bestand an Autos wegen der besonderen Zusammensetzung der Einwohner*innenschaft auch recht niedrig.

Aus "Warum Gießen die autoärmste Stadt Hessens ist", in: Gießener Allgemeine am 24.6.2019
Wie die "Hessenschau" zuerst berichtet hat, kamen im vergangenen Jahr 5,9 Autos in Hessen auf zehn Einwohner. Auf Bundesebene liegt der Durchschnitt bei 5,7. Die niedrigste Autodichte in Hessen gibt es in Gießen mit 4,2, gefolgt von Marburg mit 4,4. ...
Stadtsprecherin Claudia Boje erklärt die niedrigen Zahlen Gießens mit der Sozialstruktur. "Als Stadt mit der höchsten Studierendendichte Deutschlands schlägt die studentische Mobilität stark zu Buche." Die sei weniger geprägt vom Auto, sondern eher von Rad und Bus. Dass mittlerweile durch das Entstehen von neuen Wohnungen immer mehr Studierende in Gießen und nicht mehr vorrangig im Umland wohnten, wirke sich auch auf den Kfz-Bestand aus.

Dennoch: Gießen bietet jeden Tag das Bild einer autoverstopften Stadt - und hat schlechte Luftwerte. Doch die Politik beschwichtigt, das könne nur an widrigen Umständen liegen - auf keinen Fall aber an ihrer verfehlten Politik. So kennen wir sie. Sie werden weiter Arschtritte brauchen, um sich zu bewegen!

Du willst mitmachen/selbst aktiv werden? Dann ruf uns an, schreib eine Mail an saasen@projektwerkstatt.de oder fülle das Rückmeldeformular aus. Komm zum nächsten Verkehrswendetreffen (siehe Terminspalte rechts)!

Unser Plan für eine Verkehrswende in Gießen (Stand: 2020) ++ Auf Youtube ++ Fassung von 2019
Download als MP4 (720p, am besten über Rechtsklick und dann Speichern unter ... die Downloadfassung wird stetig aktualisiert, auf Youtube nicht!).
Der 2019er-Film lief im Januar des Jahres im Offenen Kanal Gießen (Fernsehen), aufrufbar in deren Mediathek

Die großen Aktionstage
Mehrmals pro Jahr wandeln wir Teile der Stadt oder von Orten der Umgebung per Versammlungsrecht in den Zustand, den wir laut unserem Verkehrswendeplan haben wollen. Infostände, Straßenfest, Fahrradstraßen, FridayForFuture, Polittalks und viel mehr füllen die dann autoleeren Straßen. Auf Demos und anderen Aktionen treten wir für die konkreten Vorschläge zur Verkehrswende ein.

Vorschau: Was in den nächsten Monaten passieren soll ...
  • Samstag, 25. April in Gießen: Verkehrswende-Aktionstag (wahrscheinlich auf der Grünberger Straße mit Fahrrad-Demos in der Innenstadt und entlang der geforderten RegioTram-Trasse)
  • Freitag, 20. Mai: Autofreier Schultag in Stadt und Kreis Gießen (mit Klimaaktionswoche in Gießen drumherum)
  • 30. August von Gießen bis Fulda: 150 Jahre Vogelsbergbahn - wir mischen mit und bringen unsere Vorschläge für den Ausbau der Strecke und neue Haltestelle ein.
Daneben wird es weitere kleine Aktionen, Veranstaltungen und mehr geben.

Rückschau: Die Aktionstage der Vergangenheit
  • Fünfter Aktionstag: folgt am Samstag, 25.4. in Gießen (Ludwigsplatz/Grünberger Straße)
  • Der vierte Aktionstag: Samstag, 7. September 2019 in Großen-Buseck
  • Dritter Aktionstag: Samstag, 6. Juli 2019 rund um die Bahnhofstraße und mit gemeinsamen Abschluss mehrerer Politaktionen am Abend auf der Nachttanzdemo rund um den Anlagenring.
  • Zweiter Aktionstag: 3. Mai 2019 rund um den Oswaldsgarten - FridayForFuture, Straßenfest, Fahrraddemo und mehr für eine autofreie Innenstadt
  • Der Auftakt und erste Aktionstag: Samstag, 20. Oktober 2018 auf der Südanlage und in der Neuen Bäue.

Extraseite mit Berichten von den Aktionstagen

Verkehrskonzept auch für Buseck, Reiskirchen und Grünberg: www.wiesecktal.siehe.website
Auf diesen Seiten findet Ihr einen Plan für den Weg zu einer Verkehrswende in und um Gießen, die es in sich hat. Am Ende soll mindestens eine autofreie Innenstadt stehen, vielleicht auch eine ganz autofreie Stadt. Dazu darf aber nicht mehr so weitergewurschtelt werden, sondern genau das gemacht werden, was in anderen Städten bereits klappte und erhebliche Teile des Autoverkehrs verlagerte.

Wir fordern für eine lebenswerte Stadt:
Verkehrswende jetzt
  • Autofreie Innenstadt
  • Fahrradstraßen auf innerem Anlagenring plus kreuzende Routen in Innenstadt und viele Wege nach außen (auf dem Plan als Kreise)
  • Zusätzliche Fußgänger*innenmeilen auf Hälfte Frankfurter Straße/entlang Wieseck (auf dem Plan als Grauschleier)
  • Reaktivierung der Lumdatalbahn plus Stärkung von Vogelsbergbahn (weitere Halte im Stadtgebiet/Rödgen/ Buseck Schule/Buseck Industriegebiet/Lindenstruth/Grünberg-West) und Main-Weser-Bahn (Gießen Nord und 2x Süd, im Plan als große Quadrate)
  • Nulltarif (fahrscheinloses Fahren für alle)
  • Straßen- oder Seilbahn als Innenstadt-Verbindung (auf dem Plan die Variante Seilbahn als kleine Quadrate; große Quadrate sind die vorgeschlagenen Haltestellen)
  • Eine Vielzahl kleiner Verbesserungen bei Ampelschaltungen, Überquerungen, Bereitstellung von (Lasten-)Leihrädern, Werkstätten …

Der Umsetzungszeitplan unserer Verkehrs-Utopie für Gießen bis 2025

Karte mit Vorschläge zur Mobilität in Gießen bis 2025 (Variante mit RegioTram)
Der Plan mit Fahrradstraßen, Tram und Flaniermeile (in einer älteren Fassung als Faltplan gedruckt im März 2019)




Die Seiten aus unserem gedruckten Faltplan: Innenseite mit Karte als Plakat zum Aushängen mit unserem Verkehrswende-Plan (plus Umsetzungs-Zeitplan) ++ Faltplan-Außenseite

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Kommentare

CD am 02.07.2020 - 21:28 Uhr
Guten Tag,
ich arbeite in Frankfurt, pendel mit dem Auto und nutze in FFM die S-Bahn, wohne im Wartweg, fahre 10.000 km/Jahr Fahrrad und laufe grundsätzlich in die Innenstadt.
1. Die Vorherrschaft des Autos wird durch eine Vorherrschaft des Fahrrads ersetzt.
2. Eine S-Bahn oder Straßenbahn ist keines Wegs emmisionsarm.
3. In ihrer Planung wäre eine Nutzung des PKWs ohne die Nutzung einer Fahrradstraße nicht möglich.
4. Wenn sie keine Versiegelung von Flächen möchten, dann sind diese Flächen auch nicht mit jeglichen Fahrrad nutzbar oder muss ich nachdem mir mein Auto enteignet wurde auch noch ein Fahrrad noch ihrem Gusto zulegen?
5. Ich habe mehrere Gräber zu pflegen. Wie gesagt eine Fahrt vom Wartweg zum Friedhof ist sogar bei der Nutzung des Giessener-Ringes nicht möglich, wie macht man das zukünftig, in angemessener Zeit?
6. Aktuell haben wir zwei Buslinien, eine 24h Hubschrauber Beschallung. Ich freue mich schon jetzt auf eine emissionsarme Ergänzung.
7. Ihr Plan zeigt deutlich, dass die bevorzugten Radrouten nicht den Anlagenring beinhalten. Wozu soll dann der Anlagenring auf eine Autospur reduziert werden. Am liebsten würden Radfahrer die gesamte Fußgängerzone nutzen, was ja zumindest teilweise geplant ist (siehe Punkt 1) und jetzt schon bei vielen die bevorzugte Route ist.

Grundsätzlich ist es gut dem Fahrrad mehr Raum zu geben und obwohl ich ein Fahrradliebhaber bin, klingt ihr Plan für mich mehr nach Ideologie als nach Pragmatismus.

Simon Expert am 02.07.2020 - 21:16 Uhr
Tolle Ideen!

Egon V am 28.04.2019 - 22:15 Uhr
Vorweg: Ich bin intensiver Autofahrer, auch in der Gießener Innenstadt, obwohl für mich alle öffentlichen kostenlos wären.

Das Konzept klingt überwiegend sehr gut, gerade da es mehr auf Anreizen als Verboten beruht.
Ich finde nur den Gedanken, dass der Fahradplan im Mittelpunkt steht nicht so gut. Das hat mehrere Gründe:
1. Fahrrad ist grundsätzlich ein Verkehrsmittel, das Ungleichheiten fördert. Z.B. kann ich als 30-Jähriger sehr gut mit dem Fahrrad auch bei leicht unebenen Strecken zurechtkommen, ein 65-Jähriger mit Erkrankungen ist da schnell raus.
2. Das Fahrrad ist wetterabhängig. Es gibt definitiv Wetter, wo für die meisten das Fahrad eine Zumutung wäre. Sind die Fahrradstraßen im Winter dann leer (oder vllt für Autos vorgesehen)?
3. Der Aspekt des Transportes von z.B. Einkäufen oder Material, das man auf der Arbeit benötigt.
Ich folgere für mich daraus: Das Fahrrad kann das Auto öfter ersetzten als die meisten (mich eingeschlossen) glauben, aber kann nicht DAS Hauptverkehrsmittel werden.
Der große und innovative Schritt eurer Idee liegt meiner Meinung nach im Bau einer "Quasi-Straßenbahn". Ich bin in Großstädten immer begeistert von U- und S-Bahn. Trotz meiner umfangreichen Autonutzung würde ich niemals damit nach Frankfurt rein fahren, weil es dort sinnvoll und praktische Alternativen gibt.
Der Bus ist für mich, wie wahrscheinlich für viele Autofahrer einer der Hauptgründe das Auto zu benutzen. Trotz das er für mich kostenlos ist, kriegt nich nichts mehr als höchstens einmal im Monat in einen Bus. Aus sehr verschieden Gründen (hierfür zu lang) ist er keine Alternative und kann es vermutlich auch niemals sein. Bei einer sinnvollen und umfangreichen Straßenbahn, würde die Gießener Innenstadt mich weiterhin so oft sehen wie aktuell, nur fast nie mit dem Auto.

Die Knotenpunkte finde ich, wie es im Video beschrieben ist, nicht gut gelöst. Evtl. kommt man an der ein oder anderen Stelle nicht um Ampeln oder auch Brücken etc. herum.

Ich finde, dass das "Park and Ride System" eine Rolle spielen muss. Ich kann mir vorstellen, dass Menschen mit Autos noch lange "an die Stadt ran" pendeln. Es sollte an den außenliegenden Haltestellen Parkplätze geben (dafür können in der Innenstadt sehr sehr viele wegfallen).

Gießen würde sich ja aufgrund der vorhanden Schönen als Projektstadt anbieten...Ich glaube mit einer Straßenbahn kriegt man viele Autofahrer freiwillig in die ÖPNV.

Aif jeden Fall danke für die tollen Ideen!


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