Laienverteidigung

KEIN NEUBAU DER B49 IM KREIS GIESSEN!

Ausbaupläne für Grünberg


Rettet die Jossolleraue! B49: Fiese Tricks für Straßen Die Trasse Plan mit manipulierten Zahlen Höfe/Natur/Erholung in Gefahr Neubau gefährdet Sanierungen Parteien, Behörden, Betonfans Ausbaupläne für Grünberg Alternativen: Bahn, Rad ... Stand der Bauarbeiten Klagen, Anträge (Rechtswege) Aktivitäten Materialien zur B49

Wie üblich: Jede Straße mehr verursacht den Wunsch zum nächsten Neubau. So ist es auch hier: Wird die B49 um Reiskirchen und Lindenstruth ausgebaut, würden die Verkehrsmengen insgesamt und auf der B49 anwachsen - schlecht für den nächsten Ort. Das ist Grünberg.

3.000 zusätzliche Fahrtzeuge durch Grünberg
2025 tauchte eine vom Haushaltsausschusses des Bundestages in Auftrag gegebene Nachberechnung des zu erwartenden Verkehrsaufkommens bei Bauvorhaben an Bundesstraßen auf - darin auch sechs Seiten zur B49-Südumgehung Reiskirchen-Lindenstruth. Die Ergebnisse sind brisant. Danach würde durch den Neubau die Zahl der Fahrzeuge im Bereich Reiskirchen, zusammengerechnet auf der alten und neuen B49, um bis zu 6000 Fahrzeuge steigen. Davon kommen in Grünberg noch 3000 an. Diese 3000 zusätzlichen Fahrzeuge werden mitten durch Grünberg fahren und dort die Gießener, die Alsfelder Straße und vor allem die zentrale Kreuzung an der Höfetränke belasten.

Die Ausschnitte aus der Nachberechnung für Grünberg: Oben die Fahrzeugmenge (in Tausend) ohne Neubau, darunter nach einem Neubau. In der Nachberechnung ist noch die Umgehungsstraße in Grünberg mitgedacht. Die ist aber politisch abgesagt. Der gesamte Verkehr (zusammengerechnet 2x 5000 Fahrzeuge) wird also die innerörtliche Strecke nehmen müssen.


Was tun in Grünberg gegen die Autoflut?
Viele Jahre machte die Grünberger Politik das, was alle machen: Zuviel Verkehr? Neue Straßen! Also wollen die auch eine Umgebungsstraße: Die Ursache eines Problems wird permanent zur Lösung eingesetzt und macht alles schlimmer.

B49-Umgehungsstraße auch für Grünberg? CDU dafür!
Aus dem Gießener Anzeiger am 9.8.2023
Der Transitverkehr, vor allem bei Unfällen und dadurch bedingten Sperrungen auf der A5, müsse möglichst aus der Innenstadt herausgehalten werden, war ein weiterer aus dem Publikum angesprochener Punkt. Schlosser sagte ein besseres Baustellenmanagement zu. Im Hinblick auf den unerwünschten Transitverkehr wies er darauf hin, dass im Flächennutzungsplan eine entsprechende Umgehungsstraße vor vielen Jahren eingeplant gewesen sei. Dies werde auch bei Bauanfragen oder Änderungswünschen von der Stadtverwaltung immer berücksichtigt. An der Streckenführung der Umgehungsstraße habe sich nichts geändert. Durch die anstehende Umsetzung der Umgehungsstraße für die Gemeinde Reiskirchen könnten sich eventuell Möglichkeiten der Einbeziehung der Umgehungsstraße der Stadt Grünberg in diese Planung ergeben. Ein weiteres Thema war die Parksituation in Grünberg. Hierzu wies der Bürgermeister darauf hin, dass auch weiterhin in Grünberg keine Parkgebühren geplant seien.

Die voreschlagene Trasse soll nördlich um Grünberg herumführen und damit die Stadt zur Hälfte einschnüren.


Abzweig am westlichen Ortseingang über Bahntrasse und die letzten Zipfel des Wiesecktales


Durch diese Grünflächen im Norden der Stadt soll die Trasse geführt werden und dabei die Londorfer Straße kreuzen.


Im Osten schwenkt die Trasse dann wieder über die Vogelsbergbahn und das Äschersbachtal.

Wendung im Herbst 2024: Gewerbegebiete statt Umgehungsstraße
Grünberg will seine B49-Umgehung nicht mehr, konstruiert dabei einen Unterschied zu Reiskirchen, der kaum stimmt. In Lindenstruth gibt es einige Wohnhäuser an der B49, die aber zum Teil leer stehen oder in der letzten Zeit aufgekauft und in Einfachwohnungen umgebaut wurden für Mieter*innen o.ä., die dann trotz der Verhältnisse da einziehen. Sie ist es in Reiskirchen schon überwiegend (weshalb es da auch kaum noch Pro-Neubau-Stimmen gibt). Das kann mensch doof finden, dass weniger gut situierte Menschen Verkehrslärm und lokale Politik kaum thematisieren, aber das ist in Grünberg schlicht genauso wie in Reiskirchen.
Und noch eine Ähnlichkeit zu Reiskirchen: In Grünberg wäre eine Nordumgehung im Bundesverkehrswegeplan. Reiskirchen wollte eine solche nicht, um dort die Flächen für Gewerbe zu haben. Grünberg argumentiert jetzt genauso. Um Mensch und Natur geht es im Kapitalismus nie! (Quelle)

In Grünberg ist der Politblock rechts von der (sich nach rechts verschiebenden) Mitte gegen die Straße - weil sie geil auf die Flächen für Gewerbe sind. Die SPD ist in Grünberg hingegen für die Straße, weil die Autobahn A5 ausgebaut wird. Die SPD erwartet (zu recht!), dass dann mehr Verkehr entsteht (immerhin haben sie verstanden, dass mehr Straßen auch mehr Verkehr bedeuten, leiten daraus aber nur ab: Mehr Straßen).
Spannend die Argumentation, dass die Umgehung unnötig ist, weil die Verkehrszahlen deutlich zurückgegangen sind. Das lässt sich 1:1 auf Reiskirchen übertragen. (Quelle: Gießener Allgemeine am 1.11.2024)

Die "Nachberechnung" mit ihrer Prognose, dass Grünberg deutlich mehr Autoverkehr bekommt, lässt nun die Frage aufkommen, wie die Stadt darauf reagiert. Darf Reiskirchen der Nachbargemeinde das Leben versauen?

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