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GESPRÄCHE ÜBER ...

Über 40 Jahre politische Erfahrung in vier Bänden voller Interviews

Das Ziel war, die vielen Erfahrungen aus über vier Jahrzehnten intensiven, selbstorganisierten und oft sehr offensiven politischen Engagements festzuhalten. Scarlet Ginovaja und Andreas Strauß interviewten den Aktivisten Jörg Bergstedt, der im August 1978 den politischen Widerstand zu seinem Haupt-Lebensinhalt gemacht hat und seitdem nicht nur zu vielen politischen Themen teils sehr spektakuläre Aktionen durchgeführt, sondern auch unzählige kreative Aktionsideen, Organisierungsformen und politische Theorieansätze neu entwickelt hat. Viele davon sind heute weit verbreitet in politischen Zusammenhängen. Über 50 Buchveröffentlichungen, dazu etliche Zeitschriftenbeiträge und Filme (unter anderem als „Hirnstupser“ auf Youtube) zeugen von diesem Engagement und Wissen ebenso wie Berichte über Aktionen, politische Konzepte, Gerichtsverfahren oder so manchen Gefängnisaufenthalt. Augen- und Ohrenzeug*innen des erfolgreichen Gentechnikwiderstandes vor einigen Jahren baten den Aktivisten, seine Erfahrungen in irgendeiner Form festzuhalten für alle, die daraus für ihre Aktivitäten Anregungen und politische Grundlagen ziehen wollen. Als Format wurde schließlich die Aufzeichnung von Gesprächen gewählt, die im Laufe der vergangenen Jahre Stück für Stück entstanden. Jetzt sind sie zu vier Bänden zusammengefasst worden – eine Art Vermächtnis eines Widerstandes ohne Streben nach Karriere, billiges Mitläufer*innentum oder Geld.

Es sind vier Bände und ein Beileger erschienen. Alle Texte in ihnen sind Creative Commons, d.h. sie dürfen gerne auch an anderer Stelle veröffentlicht werden. Der Interviewte steht für Rückfragen, Beratung, Interviews, Vorträge, Seminare und Trainings zu den Themen zur Verfügung (c/o Projektwerkstatt, 06401-903283, vortragsangebote.siehe.website, per Rückmeldefomular).

Gespräche über ...
Direct Action
Die Kunst des Widerstandes ++ Sich selbst ermächtigen – mit kreativen Aktionskonzepten ++ Von einfach bis spektakulär: Kreide – Aktionsschwarzfahren – Militanz … ++ Gewalt, gewaltfrei – oder einfach wichtigere Fragen stellen? Andreas Strauß und Scarlet Ginovaja im Gespräch mit Jörg Bergstedt. Herausgegeben von Dana Klein. Redaktion: Ute Strauß. A5, 84 S.

Gespräche über ...
Organisierung
Über Kultur und Gegenkultur: Gibt es ein richtiges Leben im falschen? ++ Graben- und Machtkämpfe in politischer Bewegung ++ Wie geht Organisierung ohne Apparate und Hierarchien? Andreas Strauß und Scarlet Ginovaja im Gespräch mit Jörg Bergstedt. Herausgegeben von Hanna Poddig. Redaktion: Ute Strauß. A5, 100 S.

Gespräche über ...
Repression
Kreativer Umgang mit Polizei und Justiz ++ Subversiver Rechtsgebrauch, Selbst- und Laienverteidigung vor Gericht ++ Paragraphen und die Möglichkeiten, sie auszutricksen. Andreas Strauß und Scarlet Ginovaja im Gespräch mit Jörg Bergstedt. Redaktion: Ute Strauß. A5, 120 S.

Gespräche über ...
Anarchie
What the fuck is … Anarchie? ++ Positive Utopien und/oder Dystopie? ++ Dämonen, Heilige und Menschen. Andreas Strauß und Scarlet Ginovaja im Gespräch mit Jörg Bergstedt. Herausgegeben von M. van Ostaijen. Redaktion: Ute Strauß. A5, 68 S.

Zu jeder Bestellung gibt es einen Beileger mit biographischen Angaben.
Je Band 4 €, alle zusammen für 10 €. Bestellung über den Buchshop (Einzelbände bei den jeweiligen Themen, alle zusammen hier)

Warum als Interviews?
Interviews sind eine geeignete Form für thematische Debatten.
Aus Bernhard Pörksen (2008), „Die Gewissheit der Ungewissheit“ (S. 16)
Unabhängig davon, ob die einzelnen Interviews, die in diesem Buch abgedruckt sind, als gelungen gelten können, glaube ich, dass Gespräch und Dialog besonders gut geeignet sind, um die Beobachtertheorie des Konstruktivismus vorzustellen. Man kann sich widersprechen und streiten, man kann eine Einsicht, die sonst, wenn ein einzelner Autor sie vertreten würde, im Anschein des Allgemeingültigen stehen bliebe, von verschiedenen Seiten aus umspielen, ohne auf eine endgültige Harmonie und eine die Widersprüche verbergende Synthese zu zielen. Der Prozess der Entstehung und Verfertigung von Gedanken wird selbst zum eigentlichen Fixpunkt dessen, was erreicht werden soll. Die Resultate, die in einem wirklichen Gespräch auftauchen, sind der Anlass zum beständigen Weiter- und Andersdenken. Die Übertreibungen und Fixierungen, die Einseitigkeiten und Provokationen erscheinen als Momente des Übergangs und als Elemente einer nicht zu einem neuen Absoluten kommenden Bewegung, Sie sind Mittel und Instrument, nicht Ergebnis und Gewissheit. Der Gestus der allumfassenden, der ungebrochenen Darstellung, den letztgültige Wahrheiten und monolithische Gedankengebäude stets benötigen, wird so gestört. Die Form ist die Botschaft: Ein Gespräch ist, wenn es denn gelingt, immer auch Ausdruck der konstruktivistischen Grundthese, dass es die Wirklichkeit nicht gibt, sondern nur ein Multiversum unterschiedlicher Deutungen.

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