Hierarchnie

UMWELT- UND MENSCHENFREUNDLICHE MOBILITÄT: DIE KONKRETEN VORSCHLÄGE

Gute Anbindung bis in kleinste Gehöft/Dorf


1. Grundsätze einer umweltfreundlichen und sozial gerechten Mobilität
2. Verkehrsmittel Nr. 1: Bis zu 60 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad
3. Verkehrsmittel Nr. 2: Bahnen und Busse
4. Verkehrsmittel Nr. 3: Seilbahnen als Ergänzung
5. Autos verdrängen - aus Ortszentren, um sensible Zonen, barrierefreie Fußwege
6. Politik der kurzen Wege
7. Gute Anbindung bis in kleinste Gehöft/Dorf
8. Lasten- und Güterverkehr
9. Verkehrssysteme verknüpfen und intelligent steuern

Viele der vorgeschlagenen Verkehrssysteme werden für kleine und abgelegene Gehöfte oder Dörfer nicht reichen. Doch in einer Welt ohne MIV (Individualautos) müssen auch für diese wenigen Menschen gute Mobilitätsmöglichkeiten entstehen.

  • Zubringer-Buslinien zum nächsten Ortszentrum und zu nächsten Bahnhaltestelle - in den Zeiten mit geringem Verkehrsaufkommen als autonomes Fahren oder Bürger*innenbus organisiert.
  • Fahrradverbindungen zu den umgebenden Orten, vorzugsweise über autofreie Strecken (z.B. Feldwege).
  • Versorgung durch rollende Läden, Arztpraxen, Sparkassen usw.

  • Download des VCD-Factsheet "Verkehrswende im ländlichen Raum" zur Rolle des Autos in ländlichen Räumen, den Herausforderungen und Möglichkeiten des ÖPNV und seiner Bedeutung für die soziale Teilhabe

Aus "Ohne Auto mobil im ländlichen Raum"
Um weniger auf das eigene Kfz im ländlichen Raum angewiesen zu sein, braucht es einen kombinierten Ansatz: Mindestbedienstandards sind für den ÖPNV überregional einzuführen und die soziale, medizinische und Versorgungsinfrastruktur ist auch im ländlichen Raum zu stärken. Dafür brauchen die Kommunen die entsprechende finanzielle und personelle Ausstattung. Bei ihnen darf nicht weiter gespart werden.
Das Ziel sollte sein, dass Menschen im ländlichen Raum ohne Auto mobil sein können. Die Gesamtinfrastruktur sollte sich daran orientieren, wie die Menschen vor Ort ihre Bedürfnisse befriedigen können und nicht nur schnell von A nach B gelangen. Nicht nur muss das Mittelzentrum mit dem Supermarkt schneller erreichbar sein, sondern der kleine Dorfladen in unmittelbarer Nähe muss erhalten werden bzw. zurückkehren.
Wir fordern Mindestbedienstandards im ÖPNV und emissionsfreie Antriebe
  • Alle Orte mit 200 Einwohner*innen und mehr werden mindestens in einem Ein-Stunden-Takt mit öffentlichen Verkehrsmitteln bedient.
  • Das Angebot erstreckt sich bis in die Abendstunden und beinhaltet auch Alternativen, sollte das planmäßig Angebot einmal ausfallen (Mobilitätsgarantie).
  • In Siedlungsgebieten mit weniger als 500 Einwohner*innen sowie in Schwachlastzeiten können die Fahrten auch durch flexible Bedienformen (z. B. durch einen Rufbus) erbracht werden.
  • Auf regionalen Hauptachsen im ländlichen Raum bestehen dichtere Takte von mindestens 30 Minuten, im urbanen Raum 10 Minuten.
  • Alle Regionen werden in einen künftigen Deutschland-Takt und Deutschland-Tarif integriert.
  • Die Antriebe von Bahnen, Bussen und Pkw sind auf klimaneutrale Varianten umzustellen. Da der Pkw im ländlichen Raum nicht von heute auf morgen verschwinden wird, sollte er mindestens elektrisch unterwegs sein.

Bürger*innenbus
Nicht immer lohnt ein großer Bus, vor allem außerhalb der Hauptverkehrszeiten. Damit aber auch die hintersten Dörfer stets angebunden sind und Menschen, die zu Haltestellen nicht gehen können, erreicht werden können, bietet sich das Konzept der Bürger*innenbusse an, die außerhalb der Hauptverkehrszeiten die Lücken füllen. Sie werden ehrenamtlich gefahren und können Menschen direkt an ihrer Wohnung abholen.


Bericht in der Gießener Allgemeinen am 29.8.2019 über den Bürgerbus Lollar
Bürgerbus jetzt auch in Lollar - wenn auch mit etwas dünnem Fahrplan. Bürger*innenbusse sind eine mögliche Lösung 1. für die Erreichbarkeit auch außerhalb der Hauptverkehrszeiten (wenn also andere Busse nicht mehr fahren), 2. für die Erreichbarkeit auch entlegener Dörfer oder Einzelgehöfte sowie 3. für Haustürabholung z.B. von Menschen, die nicht oder nicht gut laufen können. Dafür müssten Bürger*innenbusse barrierefrei sein. Außerdem wäre es hier dann sinnvoll, keine Motoren mit Verbrennung fossiler Energie mehr zu wählen. Denn Bürger*innenbusse machen keine sehr langen Strecken und können gut zwischendurch aufgeladen werden. E-Mobilität für Zubringerbusse, aber bitte keine neuen Autos mehr!

Weitere Beispiele
Mobilitätsangebote in Jesberg
  • CarSharing
  • Pedelec und E-Lastenrad-Verleih
  • E-Lastenrad-Lieferservice
  • E-Lastenrad-Abholservice
  • Ehrenamtliche Fahrdienste für hilfsbedürftige Bürger vom Nachbarschaftsnetzwerk

Auch auf dem Land: Mit Kind und ... auf dem Rad

Sammlungen von Ideen

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